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13.12.2013

Weltall Astronomen finden eine kosmische Phosphor-Schmiede

Wissenschaftler aus Südkorea, Kanada und den USA haben erstmals eine Phosphor-Quelle im All aufgespürt. Das Element entsteht, wenn Sterne in einer Supernova explodieren. Die Forscher hatten die kosmischen Überreste solch eines Vorgangs untersucht, die Explosionswolke Cassiopeia A. In diesem Überbleibsel einer Supernova liegt demnach das Verhältnis von Phosphor zu Eisen hundertmal höher als im Durchschnitt in der Milchstraße, wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben. Das chemische Element Phosphor gehört zu den sechs Grundbausteinen des Lebens. Für fünf von ihnen hatten Wissenschaftler bereits kosmische Quellen entdeckt. //Reuning//

Quelle: dpa, Science/10.1126/science.1243823

Genmanimpulation EU-Gericht verbietet die Gen-Kartoffel Amflora

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg hat heute die Beschlüsse der EU-Kommission zur Zulassung der genveränderten Kartoffelsorte für nichtig erklärt. Denn die Kommission habe die Verfahrensvorschriften für die Zulassung als Futtermittel und für die industrielle Verwendung verletzt, hieß es in einer Mitteilung des EU-Gerichts. In Europa wird die Kartoffel allerdings schon seit 2011 nicht mehr angebaut. Wegen ihres hohen Gehaltes an Stärke eignet sie sich etwa für die Klebstoff- und Garnproduktion. //Reuning//

Quelle: dpa, AFP

Musik Wagners Migränen prägten seine Opern

Richard Wagner hat Merkmale, die typisch sind für Migräne-Anfälle, in die Musik seiner Opern eingebaut. Das berichten Forscher aus Kiel im "British Medical Journal". Sie belegen ihre These anhand der Musik der Oper "Siegfried". Eine bestimmte Passage des Werks soll laut Wagners Spielanweisungen doppelt so schnell gespielt werden, wie der vorherige Abschnitt. Das entspräche einer Frequenz von 16 Hertz, hoben die Wissenschaftler hervor, ähnele also dem Wert eines Flickerlichts, das bei einer Migräne mit Aura-Symptomatik auftreten könne. Richard Wagner hatte in zahlreichen Briefen die Kopfschmerzen beschrieben, die ihn bei einem Migräne-Anfall plagten und die von einem Flimmern begleitet waren.  //Reuning//

Quelle: AFP, BMJ

Paläontologie Entenschnabel-Dinos hatten auch Hahnenkämme

Ein internationales Forscherteam hat erstmals nachgewiesen, dass Edmontosaurier einen fleischigen Kamm besaßen, der denen von Hähnen gleicht. Die Tiere nutzten ihn vermutlich, um die Rangordnung in der Herde zu bestimmen, wie die Wissenschaftler in "Current Biology" berichten. Bekannt war bislang, dass die Tiere einen Schnabel besaßen. Weichteile wie ein Hautkamm jedoch werden üblicherweise nicht als Versteinerung überliefert. Nun hatten die Forscher jedoch das Glück, bei einem gut erhaltenen Fossil aus der kanadischen Provinz Alberta den Abdruck der Haut solch eines Kammes gefunden zu haben. Die Paläontologen halten es daher für möglich, dass auch andere Dinosaurier einen ähnlichen Kamm gehabt haben könnten. //Reuning//

Quelle: Current Biology, dpa/10.1016/j.cub.2013.11.008

Duft Sinneszellen können Gefahr riechen

Ein Duft, der mit einer gefährlichen Situation in Verbindung gebracht wird, wird vom Nervensystem bereits auf unterster Ebene außergewöhnlich stark wahrgenommen. Das konnten Forscher aus New Jersey in Versuchen mit Mäusen zeigen. Die Nager hatten gelernt, dass ein bestimmter Duft einen kurzen elektrischen Schlag ankündigt. Bei diesen Mäusen gaben die Sinneszellen in der Nase ein vierfach höheres Signal weiter im Vergleich zu Mäusen, die diesen Zusammenhang nicht gelernt hatten. Die Konditionierung auf den Reiz erfolgte demnach nicht erst im Gehirn, sondern zum Teil bereits bei der Wahrnehmung des Duftes in der Nase, wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben. //Reuning//

Quelle: eurekalert, Science/10.1126/science.1244916

Medizin Laborherstellung von EPO gelungen

Chemiker aus New York haben eine wirksame Form des Hormons EPO erstmals im Labor herstellen können. EPO ist eine Substanz, die bei der Blutbildung eine wichtige Rolle spielt. Der Körper kann sie üblicherweise selbst produzieren. Als Medikament wird EPO verwendet, um Blutarmut zum Beispiel bei Dialysepatienten zu behandeln. Außerdem gilt es im Profisport als Dopingmittel. Gewonnen wird es aus genetisch veränderten Hamsterzellen. In der Natur existiert EPO in rund 50 Varianten, die unterschiedlich stark wirken. Durch die Laborsynthese können nun gezielt einzelne Formen hergestellt werden, um sie auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Vor ungefähr einem Jahr war den Forschern bereits die Synthese einer EPO-Variante gelungen. Im Gegensatz zu der nun hergestellten Substanz konnte sie die Blutbildung im Versuch an Mäusen jedoch kaum anregen. //Reuning//

Quelle: Science, Nature News/10.1126/science.1245095

12.12.2013

Klimaforschung Die Vergangenheit gibt Hinweise auf den künftigen Meeresanstieg.

Britische und amerikanische Forscher prognostizieren, dass der Meeresspiegel im Jahr 2100 um 80 Zentimeter höher liegen wird als heute und im Jahr 2200 um zweieinhalb Meter gestiegen sein wird. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler, nachdem sie alle Daten zu den natürlichen Schwankungen des Meeresspiegels in den vergangenen paar Millionen Jahren auswerteten und mit den Aufzeichnungen und Satellitendaten seit der industriellen Revolution verglichen. Ihre Vorhersage sei insofern nicht modellbasiert. Sie zeige aber, wie sich der Meeresspiegel aufgrund normaler natürlicher Prozesse verändern könnte. [tj]

Quelle: Scientific Reports Eurek Alert

Biologie Ein westafrikanischer Frosch überlebt inmitten hochaggressiver Ameisen.

Der rote Wendehalsfrosch lebt in der Savanne und kann in der trockenen Zeit nur überleben, wenn er sich im feuchten Erdreich aufhält. Dort jedoch leben besonders aggressive, nach Schweifel reichende Stinkameisen - ausgestattet mit mächtigen Kiefern und einem Gift-Stachel. Damit sind die Ameisen potenziell tödlich für den roten Wendehalsfrosch. Doch der Lurch hat einen besonderen Schutzmechanismus: Er besitzt eine Art chemischen Tarnmantel. Das hat ein internationales Forscherteam entdeckt und berichtet darüber in PLOS One: Offenbar verwenden die Wendehalsfrösche in ihrer Haut selbst hergestellte chemische Substanzen, die es ihnen ermöglicht, von den Ameisen nicht als Beute erkannt zu werden.  Zwei dieser Substanzen - bislang unbekannte Peptide - konnten die Wissenschaftler bereits identifizieren. [tj]                    

Quelle: PLOS One dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0081950

Nanotechnologie Mit Nanopartikeln lässt sich ein Superkleber ganz einfach herstellen.

Französische Forscher stellen ihre neue Methode im Fachmagazin NATURE vor. Der Klebstoff  sei für Gele und biologisches Gewebe gedacht und eigne sich für diverse technologische und biomedizinische Anwendungen.

Für ihren Klebstoff verwenden die Forscher feinsten Quarzsand mit Korngrößen zwischen 5 und 50 Nanometern. Wobei ein Nanometer einem Millionstel Millimeter entspricht.

Diesen Quarzsand geben sie auf einen Klebstoff, der in kleiner Menge auf beiden Seiten der zusammenzuklebenden Stücke bzw. Stoffe aufgetragen wurde. Eine feste Verbindung entsteht, wenn beide Teile mit den bloßen Fingern für wenige Sekunden zusammengedrückt werden. So lasse sich zum Beispiel auch Klebefleisch herstellen – also aus mehreren Stücken zusammengesetztes Fleisch im Lebensmittelhandel. Bei zwei zusammengeklebten Stücken Kalbsleber etwa sei die Verbindung auch noch erhalten geblieben,  nachdem die Stücke auseinandergezogen und gegeneinander verdreht wurden.

Bisherige Methoden um Polymer-Klebstoffe herzustellen  sind komplex und benötigen Hitze oder Magnetfelder. Das neue Verfahren sei dagegen simpel und verändere die Oberflächen der vereinigten Stoffe nicht. [tj]

Quelle: NATURE Doi: 10.1038/nature12806

Entwicklungspsychologie Musikalische Früherziehung macht doch nicht schlauer

US- Forscher haben den sogenannten „Mozart-Effekt“ widerlegt. Sie hatten zunächst die bisherige Studienlage sondiert. Dabei stellte sich heraus, dass wissenschaftlich fundierte Untersuchungen nur einen geringen positiven Effekt einer frühen musikalischen Ausbildung auf die kognitiven Fähigkeiten belegen: Nach einem Jahr Musikschule war der IQ von Kindern nur um 2,7 Punkte gestiegen. Daraufhin führten die Forscher der Harvard University in Cambridge selber zwei Studien durch und kamen zu dem gleichen Ergebnis. Musikalische Förderung von Kindern sei keine Abkürzung zu Intelligenz und schulischem Erfolg, resümieren sie im Fachblatt PLOS One. Das sei keine Absage an die Musik. Sie haben eben andere positive Effekte – auf unser Wesen und unsere Kultur. [tj]

Quelle: PLOS One DOI: 10.1371/journal.pone.0082007

Raumfahrt Im Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS ist ein Defekt aufgetreten.

Einer der beiden Kühlkreise, die für die elektrischen Systeme da sind, sei ausgefallen. Das teilte die NASA mit. Vermutlich sein ein defektes Ventil die Ursache. Vom dem Teilausfall sind das Harmony-Modul der ISS, das Kibo-Labor und das europäische Columbus-Labor betroffen. Es werde bereits nach einer Lösung gesucht. Für die Besatzung der Raumstation bestehe keine Gefahr. [tj]

Quelle: Agenturen

11.12.2013

Biologie Der Klimawandel wird den Jagderfolg bei Fledermäusen verändern.

Fledermäuse, die mit eher tiefen Ultraschallrufen ihre Beute aufspüren,  werden von den höheren Temperaturen im Zuge des Klimawandels profitieren. Hingegen werden die Flugsäuger, die mit hohen Lauten auf die Jagd gehen, Nachteile durch die globale Erwärmung erfahren.   Denn mit steigender Lufttemperatur sinkt die Reichweite der hohen Ultraschalllaute, tiefe Laute schaffen bei höheren Temperaturen dagegen weitere Strecken. Das haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellen sie im Journal of the Royal Society Interface dar.  Der Effekt sei in Regionen mit gemäßigtem Klima stärker als in den Tropen.

[mst]

Quelle: J.R.Soc.Interface (doi:10.1098/rsif.2013.0961)

Medizin Folsäuremangel beeinträchtigt auch die Fruchtbarkeit von Männern.

Bislang war bekannt, dass Frauen mit Kinderwunsch auf eine ausgewogene Ernährung achten sollten, da ein Mangel des Vitamins Folsäure dem Ungeborenen schaden kann. Kanadische Mediziner berichten nun im Fachblatt NATURE Communications, dass dies auch für werdende Väter gilt, zumindest bei Mäusen.   Demnach kann ein Folsäuremangel bei männlichen Nagern vor der Zeugung die Gesundheit des Nachwuchses beeinträchtigen.  Der Vitaminmangel veränderte demnach einen bestimmten Markierungsfaktor des Erbgutes in den Spermien und damit auch die Aktivität einiger Gene.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3889)

Demografie Niedrige Kinderzahlen sind eine Folge mangelnder Kitas.

Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung erstellt haben. Demnach haben sie erstmals einen Beleg dafür gefunden, dass die niedrige Geburtenrate in Deutschland an der Familienpolitik und nicht an einer „Kultur der wenigen Kinder“ liege. Die Forscher hatten die Situation Deutschlands mit der der deutschsprachigen Region Belgiens verglichen.   Dort liege trotz großer kultureller Ähnlichkeit die Geburtenrate höher als in Deutschland. Während die Familienpolitik beider Länder bei direkten Leistungen wie Kindergeld und Elternzeit sehr ähnlich sei, unterscheide sie sich bei der Kindertagesbetreuung enorm.  Die Studienautoren haben demnach einen Beleg gefunden, dass eine gut ausgebaute öffentliche Kinderbetreuung mit einer höheren Geburtenrate einhergeht, schreiben sie im Fachmagazin Population and Deleopment Review.

[mst]

                           

Quelle: MPG

Biologie Unattraktive Flughäfen sollen den Vogelschlag reduzieren.

Vögel, die bei Start oder Landung in die Turbinen von Flugzeugen geraten, verursachen der weltweiten Flugindustrie Kosten von rund einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Um diese Kosten zu senken, haben Forscher im australischen Perth nun den Kot von Vögeln untersucht, die regelmäßig den lokalen Flughafen besuchen. Ziel war es die Ernährungsvorlieben der Tiere zu bestimmen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Investigate Genetics notieren, bestand die Nahrung der Vögel vor allem aus Mäusen, Grassamen und Grashüpfers.  Um den Vogelschlag zu reduzieren, sollte der Flughafen die Mäuseplage in den Griff bekommen und die Grasflächen durch unattraktive Alternativen ersetzen, so der Vorschlag der Forscher.

[mst]

       

Quelle: news.sciencemag

Medizin Ein Säureblocker könnte Vitaminmangel verursachen.

Menschen, die regelmäßig Medikamente gegen zu viel Magensäure einnehmen, haben einer Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin B12. Ärzte sollten daher ihre Patienten auf diese bislang unbekannte Nebenwirkung hin untersuchen, fordern die Studienautoren aus Kalifornien im Fachmagazin JAMA.  Sollte dieser Vitamin-Mangel unbehandelt bleiben, kann es zu Anämien, neurologischen Störungen und Demenz kommen.

[mst]

           

Quelle: Eurekalert/JAMA

Medizin In Madagaskar ist die Pest ausgebrochen.

Im Norden der vor Ostafrika gelegenen Insel sind im Bezirk Mandritsara in den vergangenen Tagen mindestens 21 Menschen an der Pest gestorben. Wie das Gesundheitsministerium heute mitteilte, steigt damit  die Zahl der Menschen, die seit September der Infektionskrankheit erlegen sind, auf 36.  Ein Problem sei, dass sich die Menschen in dem entlegenen Gebiet zunächst mit traditioneller Medizin beholfen haben. Wegen der unzureichenden Behandlung und der späten Diagnose der Krankheit habe sich die zunächst in der Region vorherrschende Beulenpest in die Lungenpest gewandelt.   Die Pest wird von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. Vor allem in der Regenzeit flüchten viele Nagetiere in die Dörfer und Städte.  Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis, kann bei einer Beulenpest über die Blutbahn in die Lunge geraten.

[mst]

10.12.2013

Gleichberechtigung Wissenschaftlerinnen erhalten weniger Geld für Studien als Forscher.

Und ihre Arbeiten werden seltener publiziert als die ihrer männlichen Kollegen. Das schreiben unabhängig voneinander zwei Forscherteams aus Großbritannien und Kanada in den Fachblättern BMJ OPEN und NATURE. Das britische Team stützt sich auf die Auswertung von mehr als 6000 Studien des vergangenen Jahrzehnts, sowie die Finanzierung von Forschungsprojekten. Diese legen den Schluss nahe, dass sich die Benachteiligung von Wissenschaftlerinnen seit 2000 nicht verändert habe. Die kanadische Forschergruppe hat die Autorennennung von 5,4 Millionen Fachartikeln analysiert. Zusätzlich zu der Beobachtung, dass Frauen deutlich seltener publiziert wurden als Männer - obwohl es mehr Studentinnen gebe als Studenten - stellte das Team aus Montreal fest, dass Studien von Wissenschaftlerinnen auch noch seltener zitiert wurden als die ihrer Kollegen.

[gä]

Quelle: alphagal/eurekalert

Geophysik Die niedrigste Temperatur der Erde liegt jetzt bei unter minus 90 Grad.

Sie wurde vom NASA-Satellit Landsat im August 2010 in einem  Gebirge der östlichen Antarktis gemessen. Die Temperaturen sanken in dieser Region auf minus 93 bis minus 94,7 Grad - das sind gut vier Grad unter dem bisherigen Kälterekord, der an der russischen Südpolarstation Vostock gemessen wurde. Die Werte präsentierten US-Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union in San Francisco. Einen offiziellen Rekord stellen sie jedoch nicht dar, da sie vom Weltall aus gemessen wurden.

[gä]

          

Quelle: the guardian/bbc/spiegel

Medizin Der Nobelpreisträger für Medizin, Randy Schekman, will Fachmagazine boykottieren

Fachblätter wie SCIENCE, CELL oder NATURE verfälschten durch ihren Einfluss die Arbeit von Wissenschaftlern, begründet der Forscher in der britischen Tageszeitung THE GUARIDIAN seine Entscheidung. Im Einzelnen kritisiert Randy Schekmann, dass die Journale die Zahl der von ihnen veröffentlichten Artikel willkürlich begrenze. Die wissenschaftliche Bedeutung messen Fachblätter aber darin, wie oft sie zitiert werden -  Redakteure wählten daher oft Studien mit einer großen, öffentlichen Wirkung aus und nicht nach wissenschaftlichen Kriterien. Der Forscher kündigte an, künftig keine Studien mehr in CELL, NATURE oder SCIENCE veröffentlichen zu wollen. Randy Schekman erhielt heute in Stockholm seinen Nobelpreis. 

[gä]

Quelle: the guardian

Raumfahrt Eine Marsreise würde das Krebsrisiko der Astronauten etwas erhöhen.

Das notiert ein internationales Forscherteam, an dem Wissenschaftler des DLR und der Christian Albrechts Universität in Kiel mitgearbeitet haben, in SCIENCE. Das Team stützt sich auf Messdaten des Marsrovers Curiosity. Diese umfassen 300 Marstage und zeigen, dass ein entsprechend langer Aufenthalt die Strahlenbelastung eines Raumfahrers um 0,32 Sievert erhöhte. Einschließlich Hin- und Rückreise ergäbe sich eine Strahlenbelastung von gut 0,8 Sievert. Das ist etwas mehr, als Astronauten während ihrer gesamten Laufbahn ausgesetzt sein dürfen. Ein Flug zum Mars und zurück würde das Krebsrisiko der Reisenden um rund drei Prozent erhöhen, so die Wissenschaftler weiter.

[gä]

Quelle: science/idw/spiegel

Umwelt Die kommenden EU-Grenzwerte für Feinststaub schützen die Menschen schlecht.

Als Feinststaub werden in der Luft schwebende Partikel bezeichnet, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind. Sie gelten als besonders gefährlich, weil sie in die Blutbahn eindringen und zum Beispiel Allergien, Asthma oder Krebs auslösen können. Die EU führt daher einen verbindlichen Grenzwert für diese Partikel ab 2015 ein - er wird allerdings mehr als doppelt so hoch liegen wie von der WHO empfohlen und sollte überdacht werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus den Niederlanden in THE LANCET.  Die Umweltmediziner hatten 22 Studien mit den Daten von 367.000 Menschen in 13 westeuropäischen Ländern ausgewertet. Sie stellten fest, dass eine Erhöhung der Belastung mit besonders feinen Staubpartikeln um fünf Mikrogramm pro Kubikmeter die Sterbewahrscheinlichkeit um rund sieben Prozent erhöhe.

[gä]

09.12.2013

Zoologie Bettwanzen überleben Minustemperaturen länger als gedacht

Kleidungsstücke oder Gegenstände, in denen sich Bettwanzen eingenistet haben, sollten in den Tiefkühlschrank gelegt werden. Allerdings können Bettwanzen tiefe Temperaturen länger schadlos überstehen, als bislang angenommen wurde. Im "Journal of Economic Entomology" berichten US-amerikanische Insektenforscher über die Ergebnisse einer aktuellen Versuchsreihe. Demnach sterben Bettwanzen zu 100 Prozent ab, wenn sie mindestens 80 Stunden, also dreieinhalb Tage lang einer Temperatur von minus 16 Grad Celsius ausgesetzt werden. Bei minus 20 Grad Celsius sterben alle Wanzen-Stadien bereits nach 48 Stunden. Die Forscher entdeckten, dass Wanzen–Eier sogar Temperaturen von bis zu minus 25 Grad überleben können – allerdings nur für kurze Zeit. [mawi]

Biologie Regensburger Forscher entdecken Archaeen auf menschlicher Haut

Bekannt ist, dass diese Mikroorganismen unter extremen Umweltbedingungen leben können - etwa in der Nähe von heißen Quellen am Grunde der Tiefsee. Regensburger Forscher haben jetzt entdeckt, dass Archaeen auch auf der Haut von Menschen leben. Bei einigen Versuchspersonen hätten Archaeen bis zu zehn Prozent sämtlicher auf der Haut befindlichen Mikroorganismen ausgemacht. Es handele sich um Archaeen, die in den Stickstoffkreislauf eingebunden sind. Möglicherweise seien sie am Aufbau des Säuremantels der Haut beteiligt, so die Forscher. Viele Fragen seien aber noch offen - etwa wie sich die Zahl der Archaeen auf die Hautgesundheit auswirke. Unklar ist auch, ob die Zahl der Archaeen auf der Haut im Laufe des Lebens schwankt – oder stabil bleibt. [mawi]

Biologie Nur wenige Arten altern so wie der Mensch

Gängige Theorien gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit zu sterben mit dem Alter zunimmt – wie beim Menschen. Max-Planck-Forscher aus Rostock und Odense haben Sterblichkeiten von 46 Arten untersucht und so unterschiedlichste Alterungsmuster entdeckt. So gebe es Arten wie den Süßwasserpolypen Hydra oder den Einsiedlerkrebs. Deren Sterblichkeit verändere sich über das gesamte Leben nicht. Ihr Körper scheine auch nicht zu degenerieren, während die Lebenszeit verstreicht. Bei anderen Arten werde mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit zu sterben sogar immer kleiner. Das gelte für Korallen wie die Farbwechselnde Gorgonie, für Eichen oder auch die Kalifornische Gopherschildkröte. In der Natur gebe es beinahe alle denkbaren Typen von Lebensverläufen, so die Forscher im Fachblatt "Nature". Um zu verstehen, warum die Evolution das Altern geschaffen hat, müssten umfangreichere Daten über alle Arten gesammelt werden. Bislang gebe es Daten vor allem zu Säugetieren und Vögeln, kaum aber zu wirbellosen Arten, oder zu Algen, Pilzen und Bakterien. [mawi]

Medizin Mit einer Knochenmarktransplantation allein lässt sich HIV nicht heilen

Zwei Patienten, von denen Ärzte hofften, dass sie nach einer Knochenmarktransplantation von ihrer Krebserkrankung, einem Lymphom, geheilt wären und gleichzeitig auch die HI-Viren in ihrem Körper aus eigener Kraft und ohne Medikamente kontrollieren könnten, haben beide einen Rückfall erlitten. Beide Männer würden wieder eine Kombinationstherapie gegen HIV einnehmen, teilten die Mediziner des Brigham and Women's Hospital in Boston mit. Aids-Forscher hatten gehofft, dass dank der Knochenmarktransplantation ein neues Immunsystem aufgebaut wird, das alle infizierten Zellen im Körper der Patienten aufspürt und zerstört. 2008 war in Berlin ein Patient nach einem ähnlichen Konzept behandelt worden. Dieser kommt seitdem ohne AIDS-Medikamente aus. Der Mann hatte allerdings Stammzellen von einem Spender mit einer seltenen genetischen Variante erhalten, die Blutzellen unempfindlich für das AIDS-Virus macht. Das Virus kann diese Zellen nicht infizieren.  [mawi]

Geologie Im Indischen Ozean gibt es das heißeste flüssige Wasser der Erde

Es strömt im sogenannten Edmond-Hydrothermalfeld am Zentralindischen Rücken in 3300 Metern Wassertiefe aus einem Black Smoker-Kamin. Die mittlere Temperatur liege bei 418 Grad Celsius. Mit einem Tauchroboter seien vereinzelt Spitzenwerte von bis zu 436 Grad gemessen worden, teilten deutsche Ozeanographen an Bord des Forschungsschiffs "Sonne" heute mit. Unter normalen Umständen verdampft Wasser ab 100 Grad. Das Wasser, das aus Black Smokern strömt, bleibt wegen der hohen Drücke flüssig. Die im Edmond-Feld gemessenen Temperaturen von 418 Grad entsprechen etwa dem Maximum dessen, was in der Wassertiefe bei Drücken von 330 bar physikalisch möglich ist, ohne dass das Wasser siedet. [dr/hk]

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