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17.12.2013

Biologie Der Alpensteinbock profitiert vom Klimawandel.

Höhere Frühlingstemperaturen, eine frühere Schneeschmelze und das dadurch verbesserte Nahrungsangebot steigern die Vitalität von Alpensteinböcken. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Ecology Letters.

Als Indiz für die positive Entwicklung werteten die Wissenschaftler das Wachstum der Hörner der Steinböcke. Wie ein Baum besitzen auch die Hörner Jahresringe, aus denen sich Zeiten mit guten und schlechten Lebensbedingungen ablesen lassen.

Die Forscher analysierten Hornringdaten von mehr als 8000 Steinböcken, die in den vergangenen 50 Jahren in der Schweiz kontrolliert gejagt worden waren. Dabei zeigte sich, dass der Klimawandel dem Alpensteinbock zugutekommt.

[luh]

Quelle: Ecology Letters / DOI: 10.1111/ele.12231

Biologie Katzen begleiten den Menschen seit mindestens 5000 Jahren.

Weil Katzen Mäuse jagen, sind sie schon früh zum Gefährten des Menschen geworden.

Das legen Funde von 5300 Jahre alten Katzenknochen nahe, die Forscher bei Ausgrabungen einer Siedlung aus der Jungsteinzeit in Zentralchina machten. Sie zeigen, dass die damaligen Bauern schon eng mit Katzen zusammenlebten.

Die Menschen fütterten die Tiere vermutlich mit Getreide und trieben auf diese Weise ihre Domestizierung voran. Das berichten die Wissenschaftler in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA.

Analysen der Knochen, die von zwei Katzen stammen, zeigen, dass die Tiere viel pflanzliche Nahrung, vor allem Hirse verzehrten. Ein Tier sei zudem sehr alt geworden, was auch darauf hindeute, dass es den Katzen in der Nähe des Menschen gut ging, so die Forscher.

Bisher war von ägyptischen Malereien bekannt, dass sich Menschen seit mindestens 4000 Jahren Hauskatzen halten.

[luh]

Quelle: PNAS / DOI: 10.1073/pnas.1311439110

Medizin Eine abgerissene Hand überlebt am Bein.

Chinesische Ärzte haben einem Patienten auf ungewöhnliche Weise eine Hand gerettet: Sie verpflanzten sie vorübergehend an seinen Unterschenkel. 

Xiao Wei hatte die Hand bei einem Arbeitsunfall verloren. Weil auch sein Arm stark gequetscht war, konnten die Ärzte ihm die Hand nicht gleich wieder annähen. In der Not setzten sie diese an sein Bein knapp über dem Fußgelenk. So konnten sie die Blutversorgung zum Erhalt der Handmuskeln sichern.

Erst einen Monat später transplantierten sie die Hand zurück an ihren ursprünglichen Platz am Arm. Nach Angaben der Agentur Rex Features, die den Fall mit Fotos dokumentierte, rechnen die Ärzte noch mit einigen Folgeoperationen, bis der Mann die volle Funktionsfähigkeit seiner Hand wieder erlangen könnte.

[luh]

Quelle: Agenturen, BBC

Chemie Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat vor der alltäglichen Nutzung von antibakteriellen Seifen

Typische Inhaltsstoffe wie Triclosan oder Triclocarban könnten unerwartete hormonelle Effekte hervorrufen und die Bildung von Antibiotikaresistenzen bei Bakterien fördern, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Die FDA plant neue Richtlinien für die Hersteller: Sie sollen bis Ende 2014 mit Studien nachweisen müssen, dass die Formulierungen ihrer antibakteriellen Seifen sicher sind und Infektionen tatsächlich besser verhindern können als einfache Seife und Wasser.

Alkoholbasierte Handdesinfektionsmittel sollen von diesen Regeln ausgenommen sein.

[luh]

Quelle: BBC / FDA

Mathematik Polynesier nutzten schon vor 600 Jahren ein binäres Zahlensystem.

Computer rechnen nur mit Nullen und Einsen. Die Erfindung dieses Binärsystems wird allgemein dem Mathematiker Gottfried Leibnitz im 18. Jahrhundert zugeschrieben. Doch jetzt haben norwegische Forscher entdeckt, dass Bewohner der polynesischen Gambierinseln schon vor 600 Jahren zumindest teilweise ein binäres Zahlensystem nutzten.

In der damals üblichen, heute allerdings fast ausgestorbenen Sprache Mangarevisch gibt es Worte für die Zahlen eins bis neun. Doch darüber gibt es nur Worte für zehn, zwanzig, vierzig und achtzig. Das entspricht den für das Binärsystem typischen Zweierpotenzen multipliziert mit zehn.

Der binäre Anteil ihres Zahlensystems dürfte den Polynesiern das Rechnen mit großen Zahlen erleichtert haben, schreiben die Forscher im Fachmagazin PNAS.

[luh]

Quelle: PNAS / DOI: 10.1073/pnas.1309160110

16.12.2013

Ernährung Fleisch von Klontieren soll EU-weit nicht in den Handel gelangen

Die EU-Kommission setzt sich dafür ein, dass das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken in der Europäischen Union verboten wird. Außerdem sollten lebende Klontiere oder Fleisch von Klontieren – etwa aus den USA - nicht importiert werden dürfen und in die Nahrungskette gelangen. Das sieht ein Gesetzesvorschlag vor, den EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg übermorgen vorlegen will. Das Fleisch und die Milch von Nachfahren der Klontiere aber sollen demnach in den Handel gelangen dürfen und müssen nicht speziell gekennzeichnet werden. Damit könnten Produkte von Nachkommen der Klontiere gekauft und verzehrt werden, ohne dass Verbraucher dies merken. Der Aufwand sei zu hoch, um Nachfahren von Klontieren zu ermitteln, hieß es aus Brüssel. Zudem fürchte man, eine Kennzeichnungspflicht könne die Einigung auf ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA erschweren. [mawi]

Zoologie Forscher fordern Schonfrist auch für große Fische

Für Berufsfischer und Angler gilt bislang: Die kleinen Fische müssen zurück ins Wasser, die großen nicht. Diese Vorschrift ist überholt, kritisiert ein internationales Forscherteam unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Fachblatt "Fish and Fisheries". Die Annahme, die Erträge würden dann besonders hoch ausfallen, wenn der Fischbestand vorwiegend aus schnell wachsenden Jungtieren besteht, sei falsch und übersehe die ökologische Bedeutung der großen Fische. So spielten große Muttertiere mit vielen und oft auch besonders robusten Eiern eine fundamentale Rolle für die Bestandserneuerung. Zudem hätten Groß und Klein, Alt und Jung unterschiedliche Standplätze, Zugrouten und Speisepläne. Langfristig steigere eine Schonpflicht für kapitale Exemplare den Fischertrag. Das hätten Modellrechnungen für Arten wie Forelle, Lachs, Barsch, Äsche, Zander und Hecht ergeben, betonen die Forscher. [mawi]

Quelle: Fish and Fisheries - DOI: 10.1111/faf.12053

Biologie Fresszellen helfen Krebszellen, durch den Körper zu wandern

US-amerikanische Zell-Biologen haben beobachtet, dass Krebszellen mit Zellen des Immunsystems verschmelzen können – und zwar mit Fresszellen. Diese sogenannten Makrophagen wandern normalerweise durch den Körper auf der Suche nach Krankheitserreger wie Bakterien und Viren. Die Forscher der "Oregon Health and Science University" konnte für eine Reihe verschiedener Tumorzellen nachweisen, dass sie mit Makrophagen fusionieren können. Die so entstanden Zellen wanderten durch den Körper. Sie teilten sich schneller als herkömmliche Krebszellen und vermehrten sich auch unter widrigen Umständen. Sie bildeten innerhalb kurzer Zeit Tochtergeschwülste und waren unempfindlich für eine Reihe von Chemotherapeutika. Noch ist unklar, welche Rolle solche fusionierten Zellen beim Voranschreiten einer Tumorerkrankung spielen - im Vergleich zu anderen Mechanismen. Forscher haben bislang vor allem die Rolle genetischer oder regulatorischer Faktoren untersucht, den Einfluss des Immunsystems oder von Faktoren in der direkten Umgebung eines Tumors. [mawi]

Umwelt Die Elektroschrottberge wachsen ...

... und zwar auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der vereinten Nationen. Im vergangenen Jahr seien in Staaten wie den USA und Japan sowie den EU-Mitgliedsländern zusammen 23,5 Millionen Tonnen ausgediente Elektrogeräte auf dem Müll gelandet, in allen anderen Ländern seien es 25,4 Millionen Tonnen gewesen, teilte die von den Vereinten Nationen begleitete Initiative "Solving the E-Waste Problem" (Step) mit. Vor fünf Jahren waren die Industrienationen dagegen noch die größten Produzenten von Elektromüll gewesen. Bis zum Jahr 2017 werde die Gesamtmenge um ein Drittel auf insgesamt 64,4 Millionen Tonnen zunehmen. Jeder Mensch auf der Welt produziere im Jahr durchschnittlich sieben Kilo Elektromüll. Weit über dem Durchschnitt liegen die USA mit 30 Kilogramm pro Kopf und Deutschland mit 23 Kilogramm. Ein Problem: Ausrangierte Elektrogeräte landen häufig in Entwicklungsländern, wo sie Arbeiter für wenig Geld und unter schlechten Sicherheitsvorkehrungen in Einzelteile zerlegen. [mawi]

Biologie/Medizin Forscher wollen Verständigung von Parasiten stören

Forscher der Universitäten Dundee und Edinburgh haben das Verständigungssystem des Erregers der Schlafkrankheit entschlüsselt. Die Schlafkrankheit wird von Tse-Tse-Fliegen auf Menschen übertragen. Der eigentliche Erreger, der Parasit Trypanosoma brucei, vermehrt sich im Blut von Infizierten. Dabei, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature", kommunizieren die Parasiten miteinander. Sie senden kleine Nachrichtenmoleküle aus. Sobald ein bestimmter Spiegel des Nachrichtenstoffes im Blut erreicht ist, vermehren sich die Parasiten nicht mehr weiter. Sie verändern ihre Form, so dass sie von blutsaugenden Fliegen aufgenommen werden können. Die Forscher glauben, dass es möglich ist, die Kommunikation der Parasiten zu stören und so den Infektionszyklus zu unterbrechen. [mawi]

Quelle: Nature - DOI: 10.1038/nature12864

13.12.2013

Weltall Astronomen finden eine kosmische Phosphor-Schmiede

Wissenschaftler aus Südkorea, Kanada und den USA haben erstmals eine Phosphor-Quelle im All aufgespürt. Das Element entsteht, wenn Sterne in einer Supernova explodieren. Die Forscher hatten die kosmischen Überreste solch eines Vorgangs untersucht, die Explosionswolke Cassiopeia A. In diesem Überbleibsel einer Supernova liegt demnach das Verhältnis von Phosphor zu Eisen hundertmal höher als im Durchschnitt in der Milchstraße, wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben. Das chemische Element Phosphor gehört zu den sechs Grundbausteinen des Lebens. Für fünf von ihnen hatten Wissenschaftler bereits kosmische Quellen entdeckt. //Reuning//

Quelle: dpa, Science/10.1126/science.1243823

Genmanimpulation EU-Gericht verbietet die Gen-Kartoffel Amflora

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg hat heute die Beschlüsse der EU-Kommission zur Zulassung der genveränderten Kartoffelsorte für nichtig erklärt. Denn die Kommission habe die Verfahrensvorschriften für die Zulassung als Futtermittel und für die industrielle Verwendung verletzt, hieß es in einer Mitteilung des EU-Gerichts. In Europa wird die Kartoffel allerdings schon seit 2011 nicht mehr angebaut. Wegen ihres hohen Gehaltes an Stärke eignet sie sich etwa für die Klebstoff- und Garnproduktion. //Reuning//

Quelle: dpa, AFP

Musik Wagners Migränen prägten seine Opern

Richard Wagner hat Merkmale, die typisch sind für Migräne-Anfälle, in die Musik seiner Opern eingebaut. Das berichten Forscher aus Kiel im "British Medical Journal". Sie belegen ihre These anhand der Musik der Oper "Siegfried". Eine bestimmte Passage des Werks soll laut Wagners Spielanweisungen doppelt so schnell gespielt werden, wie der vorherige Abschnitt. Das entspräche einer Frequenz von 16 Hertz, hoben die Wissenschaftler hervor, ähnele also dem Wert eines Flickerlichts, das bei einer Migräne mit Aura-Symptomatik auftreten könne. Richard Wagner hatte in zahlreichen Briefen die Kopfschmerzen beschrieben, die ihn bei einem Migräne-Anfall plagten und die von einem Flimmern begleitet waren.  //Reuning//

Quelle: AFP, BMJ

Paläontologie Entenschnabel-Dinos hatten auch Hahnenkämme

Ein internationales Forscherteam hat erstmals nachgewiesen, dass Edmontosaurier einen fleischigen Kamm besaßen, der denen von Hähnen gleicht. Die Tiere nutzten ihn vermutlich, um die Rangordnung in der Herde zu bestimmen, wie die Wissenschaftler in "Current Biology" berichten. Bekannt war bislang, dass die Tiere einen Schnabel besaßen. Weichteile wie ein Hautkamm jedoch werden üblicherweise nicht als Versteinerung überliefert. Nun hatten die Forscher jedoch das Glück, bei einem gut erhaltenen Fossil aus der kanadischen Provinz Alberta den Abdruck der Haut solch eines Kammes gefunden zu haben. Die Paläontologen halten es daher für möglich, dass auch andere Dinosaurier einen ähnlichen Kamm gehabt haben könnten. //Reuning//

Quelle: Current Biology, dpa/10.1016/j.cub.2013.11.008

Duft Sinneszellen können Gefahr riechen

Ein Duft, der mit einer gefährlichen Situation in Verbindung gebracht wird, wird vom Nervensystem bereits auf unterster Ebene außergewöhnlich stark wahrgenommen. Das konnten Forscher aus New Jersey in Versuchen mit Mäusen zeigen. Die Nager hatten gelernt, dass ein bestimmter Duft einen kurzen elektrischen Schlag ankündigt. Bei diesen Mäusen gaben die Sinneszellen in der Nase ein vierfach höheres Signal weiter im Vergleich zu Mäusen, die diesen Zusammenhang nicht gelernt hatten. Die Konditionierung auf den Reiz erfolgte demnach nicht erst im Gehirn, sondern zum Teil bereits bei der Wahrnehmung des Duftes in der Nase, wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben. //Reuning//

Quelle: eurekalert, Science/10.1126/science.1244916

Medizin Laborherstellung von EPO gelungen

Chemiker aus New York haben eine wirksame Form des Hormons EPO erstmals im Labor herstellen können. EPO ist eine Substanz, die bei der Blutbildung eine wichtige Rolle spielt. Der Körper kann sie üblicherweise selbst produzieren. Als Medikament wird EPO verwendet, um Blutarmut zum Beispiel bei Dialysepatienten zu behandeln. Außerdem gilt es im Profisport als Dopingmittel. Gewonnen wird es aus genetisch veränderten Hamsterzellen. In der Natur existiert EPO in rund 50 Varianten, die unterschiedlich stark wirken. Durch die Laborsynthese können nun gezielt einzelne Formen hergestellt werden, um sie auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Vor ungefähr einem Jahr war den Forschern bereits die Synthese einer EPO-Variante gelungen. Im Gegensatz zu der nun hergestellten Substanz konnte sie die Blutbildung im Versuch an Mäusen jedoch kaum anregen. //Reuning//

Quelle: Science, Nature News/10.1126/science.1245095

12.12.2013

Klimaforschung Die Vergangenheit gibt Hinweise auf den künftigen Meeresanstieg.

Britische und amerikanische Forscher prognostizieren, dass der Meeresspiegel im Jahr 2100 um 80 Zentimeter höher liegen wird als heute und im Jahr 2200 um zweieinhalb Meter gestiegen sein wird. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler, nachdem sie alle Daten zu den natürlichen Schwankungen des Meeresspiegels in den vergangenen paar Millionen Jahren auswerteten und mit den Aufzeichnungen und Satellitendaten seit der industriellen Revolution verglichen. Ihre Vorhersage sei insofern nicht modellbasiert. Sie zeige aber, wie sich der Meeresspiegel aufgrund normaler natürlicher Prozesse verändern könnte. [tj]

Quelle: Scientific Reports Eurek Alert

Biologie Ein westafrikanischer Frosch überlebt inmitten hochaggressiver Ameisen.

Der rote Wendehalsfrosch lebt in der Savanne und kann in der trockenen Zeit nur überleben, wenn er sich im feuchten Erdreich aufhält. Dort jedoch leben besonders aggressive, nach Schweifel reichende Stinkameisen - ausgestattet mit mächtigen Kiefern und einem Gift-Stachel. Damit sind die Ameisen potenziell tödlich für den roten Wendehalsfrosch. Doch der Lurch hat einen besonderen Schutzmechanismus: Er besitzt eine Art chemischen Tarnmantel. Das hat ein internationales Forscherteam entdeckt und berichtet darüber in PLOS One: Offenbar verwenden die Wendehalsfrösche in ihrer Haut selbst hergestellte chemische Substanzen, die es ihnen ermöglicht, von den Ameisen nicht als Beute erkannt zu werden.  Zwei dieser Substanzen - bislang unbekannte Peptide - konnten die Wissenschaftler bereits identifizieren. [tj]                    

Quelle: PLOS One dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0081950

Nanotechnologie Mit Nanopartikeln lässt sich ein Superkleber ganz einfach herstellen.

Französische Forscher stellen ihre neue Methode im Fachmagazin NATURE vor. Der Klebstoff  sei für Gele und biologisches Gewebe gedacht und eigne sich für diverse technologische und biomedizinische Anwendungen.

Für ihren Klebstoff verwenden die Forscher feinsten Quarzsand mit Korngrößen zwischen 5 und 50 Nanometern. Wobei ein Nanometer einem Millionstel Millimeter entspricht.

Diesen Quarzsand geben sie auf einen Klebstoff, der in kleiner Menge auf beiden Seiten der zusammenzuklebenden Stücke bzw. Stoffe aufgetragen wurde. Eine feste Verbindung entsteht, wenn beide Teile mit den bloßen Fingern für wenige Sekunden zusammengedrückt werden. So lasse sich zum Beispiel auch Klebefleisch herstellen – also aus mehreren Stücken zusammengesetztes Fleisch im Lebensmittelhandel. Bei zwei zusammengeklebten Stücken Kalbsleber etwa sei die Verbindung auch noch erhalten geblieben,  nachdem die Stücke auseinandergezogen und gegeneinander verdreht wurden.

Bisherige Methoden um Polymer-Klebstoffe herzustellen  sind komplex und benötigen Hitze oder Magnetfelder. Das neue Verfahren sei dagegen simpel und verändere die Oberflächen der vereinigten Stoffe nicht. [tj]

Quelle: NATURE Doi: 10.1038/nature12806

Entwicklungspsychologie Musikalische Früherziehung macht doch nicht schlauer

US- Forscher haben den sogenannten „Mozart-Effekt“ widerlegt. Sie hatten zunächst die bisherige Studienlage sondiert. Dabei stellte sich heraus, dass wissenschaftlich fundierte Untersuchungen nur einen geringen positiven Effekt einer frühen musikalischen Ausbildung auf die kognitiven Fähigkeiten belegen: Nach einem Jahr Musikschule war der IQ von Kindern nur um 2,7 Punkte gestiegen. Daraufhin führten die Forscher der Harvard University in Cambridge selber zwei Studien durch und kamen zu dem gleichen Ergebnis. Musikalische Förderung von Kindern sei keine Abkürzung zu Intelligenz und schulischem Erfolg, resümieren sie im Fachblatt PLOS One. Das sei keine Absage an die Musik. Sie haben eben andere positive Effekte – auf unser Wesen und unsere Kultur. [tj]

Quelle: PLOS One DOI: 10.1371/journal.pone.0082007

Raumfahrt Im Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS ist ein Defekt aufgetreten.

Einer der beiden Kühlkreise, die für die elektrischen Systeme da sind, sei ausgefallen. Das teilte die NASA mit. Vermutlich sein ein defektes Ventil die Ursache. Vom dem Teilausfall sind das Harmony-Modul der ISS, das Kibo-Labor und das europäische Columbus-Labor betroffen. Es werde bereits nach einer Lösung gesucht. Für die Besatzung der Raumstation bestehe keine Gefahr. [tj]

Quelle: Agenturen

11.12.2013

Biologie Der Klimawandel wird den Jagderfolg bei Fledermäusen verändern.

Fledermäuse, die mit eher tiefen Ultraschallrufen ihre Beute aufspüren,  werden von den höheren Temperaturen im Zuge des Klimawandels profitieren. Hingegen werden die Flugsäuger, die mit hohen Lauten auf die Jagd gehen, Nachteile durch die globale Erwärmung erfahren.   Denn mit steigender Lufttemperatur sinkt die Reichweite der hohen Ultraschalllaute, tiefe Laute schaffen bei höheren Temperaturen dagegen weitere Strecken. Das haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellen sie im Journal of the Royal Society Interface dar.  Der Effekt sei in Regionen mit gemäßigtem Klima stärker als in den Tropen.

[mst]

Quelle: J.R.Soc.Interface (doi:10.1098/rsif.2013.0961)

Medizin Folsäuremangel beeinträchtigt auch die Fruchtbarkeit von Männern.

Bislang war bekannt, dass Frauen mit Kinderwunsch auf eine ausgewogene Ernährung achten sollten, da ein Mangel des Vitamins Folsäure dem Ungeborenen schaden kann. Kanadische Mediziner berichten nun im Fachblatt NATURE Communications, dass dies auch für werdende Väter gilt, zumindest bei Mäusen.   Demnach kann ein Folsäuremangel bei männlichen Nagern vor der Zeugung die Gesundheit des Nachwuchses beeinträchtigen.  Der Vitaminmangel veränderte demnach einen bestimmten Markierungsfaktor des Erbgutes in den Spermien und damit auch die Aktivität einiger Gene.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3889)

Demografie Niedrige Kinderzahlen sind eine Folge mangelnder Kitas.

Das geht aus einer Studie hervor, die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung erstellt haben. Demnach haben sie erstmals einen Beleg dafür gefunden, dass die niedrige Geburtenrate in Deutschland an der Familienpolitik und nicht an einer „Kultur der wenigen Kinder“ liege. Die Forscher hatten die Situation Deutschlands mit der der deutschsprachigen Region Belgiens verglichen.   Dort liege trotz großer kultureller Ähnlichkeit die Geburtenrate höher als in Deutschland. Während die Familienpolitik beider Länder bei direkten Leistungen wie Kindergeld und Elternzeit sehr ähnlich sei, unterscheide sie sich bei der Kindertagesbetreuung enorm.  Die Studienautoren haben demnach einen Beleg gefunden, dass eine gut ausgebaute öffentliche Kinderbetreuung mit einer höheren Geburtenrate einhergeht, schreiben sie im Fachmagazin Population and Deleopment Review.

[mst]

                           

Quelle: MPG

Biologie Unattraktive Flughäfen sollen den Vogelschlag reduzieren.

Vögel, die bei Start oder Landung in die Turbinen von Flugzeugen geraten, verursachen der weltweiten Flugindustrie Kosten von rund einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Um diese Kosten zu senken, haben Forscher im australischen Perth nun den Kot von Vögeln untersucht, die regelmäßig den lokalen Flughafen besuchen. Ziel war es die Ernährungsvorlieben der Tiere zu bestimmen. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt Investigate Genetics notieren, bestand die Nahrung der Vögel vor allem aus Mäusen, Grassamen und Grashüpfers.  Um den Vogelschlag zu reduzieren, sollte der Flughafen die Mäuseplage in den Griff bekommen und die Grasflächen durch unattraktive Alternativen ersetzen, so der Vorschlag der Forscher.

[mst]

       

Quelle: news.sciencemag

Medizin Ein Säureblocker könnte Vitaminmangel verursachen.

Menschen, die regelmäßig Medikamente gegen zu viel Magensäure einnehmen, haben einer Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin B12. Ärzte sollten daher ihre Patienten auf diese bislang unbekannte Nebenwirkung hin untersuchen, fordern die Studienautoren aus Kalifornien im Fachmagazin JAMA.  Sollte dieser Vitamin-Mangel unbehandelt bleiben, kann es zu Anämien, neurologischen Störungen und Demenz kommen.

[mst]

           

Quelle: Eurekalert/JAMA

Medizin In Madagaskar ist die Pest ausgebrochen.

Im Norden der vor Ostafrika gelegenen Insel sind im Bezirk Mandritsara in den vergangenen Tagen mindestens 21 Menschen an der Pest gestorben. Wie das Gesundheitsministerium heute mitteilte, steigt damit  die Zahl der Menschen, die seit September der Infektionskrankheit erlegen sind, auf 36.  Ein Problem sei, dass sich die Menschen in dem entlegenen Gebiet zunächst mit traditioneller Medizin beholfen haben. Wegen der unzureichenden Behandlung und der späten Diagnose der Krankheit habe sich die zunächst in der Region vorherrschende Beulenpest in die Lungenpest gewandelt.   Die Pest wird von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. Vor allem in der Regenzeit flüchten viele Nagetiere in die Dörfer und Städte.  Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis, kann bei einer Beulenpest über die Blutbahn in die Lunge geraten.

[mst]

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