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18.12.2013

Kernkraft Tepco will alle Reaktoren dauerhaft stilllegen.

Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima gibt damit dem öffentlichen Druck nach und will nun auch zwei weitgehend unbeschädigte Reaktoren des Atomkraftwerks dauerhaft stilllegen.

Die zum Zeitpunkt des Unglücks im Frühjahr 2011 zu Routineinspektionen abgeschalteten und deshalb relativ intakt gebliebenen Meiler fünf und sechs werden ebenfalls permanent außer Dienst gestellt, teilte das Unternehmen heute mit.

Tepco und die japanische Regierung gehen davon aus, dass es rund 40 Jahre dauern werde, die havarierten Meiler komplett unschädlich zu machen und abzubauen.

[mst]

Meteorologie Der November erzielte einen Wärmerekord.

Der vergangene Monat war global betrachtet mit durchschnittlich 13,7 Grad Celsius der wärmste je gemessene. Das berichten Forscher der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAH.

Demnach erzielte seit den ersten Messungen im Jahr 1880 kein Monat eine höhere globale Durchschnittstemperatur.

Die Temperaturen des Novembers 2013 lagen demnach 0,78 Grad Celsius über dem Mittel des 20. Jahrhunderts.

Verantwortlich für die Rekord-Temperaturen sind demnach vor allem Russland und Zentralamerika, wo es im vergangenen Monat überdurchschnittlich warm war.

[mst]

Quelle: http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/2013/11/

Astronomie Die Milchstraße hat doch vier und nicht nur zwei Spiralarme.

Das berichtet ein internationales Astronomenteam in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Die Forscher hatten in einem Langzeitprojekt Daten von mehr als 1.600 leuchtstarken Sternen untersucht, die mithilfe des Infrarotsatelliten MSX des US-Militärs erhoben worden waren. 

Damit können die Astronomen ein Ergebnis aus den 1950er Jahren bestätigen, das erst kürzlich von Infrarot-Beobachtungen des Weltraumteleskops Spitzer infrage gestellt worden war.

Die jetzt untersuchten massereichen Sterne sind extrem jung und geben deshalb besser als andere Objekte die Spiralstruktur der Milchstraße  wieder, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society

Paläontologie Chitin ist seit einer halben Milliarde Jahre ein beliebtes Baumaterial.

Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben das Biopolymer in einem fossilen Hornschwamm aus dem Burgess-Schiefer der kanadischen Rocky Mountains entdeckt. Die 500 Millionen Jahre alte Versteinerung weist bereits Chitin auf, das als einer der häufigsten Grundbausteine lebender Organismen verwendet wird.

Damit stand Chitin wesentlich früher als bislang vermutet als biologisches Bauelement für die Ur-Bewohner unseres Planeten zur Verfügung, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Scientific Reports.

[mst]

Quelle: idw-online

Geologie In der Antarktis könnte es Diamanten geben.

Davon zeigen sich australische Geologen im Fachmagazin NATURE Communications überzeugt. Denn sie haben an dem Prince Charles Gebirgsmassiv in der Ostantarktis Kimberlit nachgewiesen, jenes Gestein, in dem Rohdiamanten vorkommen.

Im südlichen Teil der Gebirgskette stießen die Forscher auf rund 120 Millionen Jahre alten Kimberlit, dessen Vorkommen sich 150 Kilometer weit entlang der Lambertsenke zu erstrecken scheint.

Antarktis-Diamanten werde es aber in absehbarer Zukunft nicht geben. Denn noch bis mindestens 2041 ist jede Form von Bergbau in der Antarktis durch das sogenannte Madrid Protokoll untersagt.

[mst]

Quelle: Nature Communications (doi:10.1038/ncomms3921)

Bildung Ein hoher Abschluss geht meist mit einer späten Familiengründung einher.

Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen gründen eine Familie meist erst nach einer Phase der beruflichen Konsolidierung. Das geht aus einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hervor, für die mehr als 4.700 Personen befragt wurden, die 2001 ihr Studium abgeschlossen hatten.

Demnach werden Akademiker durchschnittlich erst nach drei Jahren Berufserfahrung Eltern.

Zehn Jahre nach ihrem Abschluss hatten 60 Prozent der Befragten Kinder bekommen, damit liegen sie unterhalb des Durchschnitts.

[mst]

Quelle: HIS

Medizin China meldet den ersten Todesfall durch das neue Vogelgrippevirus.

Der Todesfall werde auf das bisher nur bei Vögeln bekannte Virus H10N8 zurückgeführt. Nach offiziellen Angaben der Gesundheitsbehörden starb bereits am 6. Dezember eine 73-jährige Frau in einem Hospital in Nanchang, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangxi aufgrund der Virus-Infektion.

Die Frau sei sechs Tage vorher mit einer schweren Lungenentzündung eingeliefert worden, habe zudem einen Herzinfarkt erlitten und sei am Ende an Atemwegsversagen gestorben. Sie hatte zuvor einen Markt mit Lebend- Geflügel besucht.

[mst]

Raumfahrt Auf der Internationalen Raumstation stehen Reparaturen an.

Aufgrund eines defekten Kühlsystems auf der ISS hat die NASA mindestens zwei Außeneinsätze angeordnet. Dabei soll das defekte Ventil an der Ammoniakpumpe des Kühlsystems ausgewechselt werden. Dieses Ventil regelt die Temperatur der Klimaanlage.

Auf der ISS gibt es noch einen zweiten Kühlkreis, der jedoch normal funktioniert. Von dem Teilausfall betroffen sind der Raumfahrtbehörde zufolge das Harmony-Modul, das Kibo-Labor und das europäische Columbus-Labor.

Aufgrund dieses Defekts verschiebt die NASA den Start der unbemannten Raumkapsel Cygnus auf Januar.

Der Transporter des US-Unternehmens Orbital Sciences sollte ursprünglich morgen zur ISS aufbrechen.

[mst]

17.12.2013

Biologie Der Alpensteinbock profitiert vom Klimawandel.

Höhere Frühlingstemperaturen, eine frühere Schneeschmelze und das dadurch verbesserte Nahrungsangebot steigern die Vitalität von Alpensteinböcken. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Ecology Letters.

Als Indiz für die positive Entwicklung werteten die Wissenschaftler das Wachstum der Hörner der Steinböcke. Wie ein Baum besitzen auch die Hörner Jahresringe, aus denen sich Zeiten mit guten und schlechten Lebensbedingungen ablesen lassen.

Die Forscher analysierten Hornringdaten von mehr als 8000 Steinböcken, die in den vergangenen 50 Jahren in der Schweiz kontrolliert gejagt worden waren. Dabei zeigte sich, dass der Klimawandel dem Alpensteinbock zugutekommt.

[luh]

Quelle: Ecology Letters / DOI: 10.1111/ele.12231

Biologie Katzen begleiten den Menschen seit mindestens 5000 Jahren.

Weil Katzen Mäuse jagen, sind sie schon früh zum Gefährten des Menschen geworden.

Das legen Funde von 5300 Jahre alten Katzenknochen nahe, die Forscher bei Ausgrabungen einer Siedlung aus der Jungsteinzeit in Zentralchina machten. Sie zeigen, dass die damaligen Bauern schon eng mit Katzen zusammenlebten.

Die Menschen fütterten die Tiere vermutlich mit Getreide und trieben auf diese Weise ihre Domestizierung voran. Das berichten die Wissenschaftler in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA.

Analysen der Knochen, die von zwei Katzen stammen, zeigen, dass die Tiere viel pflanzliche Nahrung, vor allem Hirse verzehrten. Ein Tier sei zudem sehr alt geworden, was auch darauf hindeute, dass es den Katzen in der Nähe des Menschen gut ging, so die Forscher.

Bisher war von ägyptischen Malereien bekannt, dass sich Menschen seit mindestens 4000 Jahren Hauskatzen halten.

[luh]

Quelle: PNAS / DOI: 10.1073/pnas.1311439110

Medizin Eine abgerissene Hand überlebt am Bein.

Chinesische Ärzte haben einem Patienten auf ungewöhnliche Weise eine Hand gerettet: Sie verpflanzten sie vorübergehend an seinen Unterschenkel. 

Xiao Wei hatte die Hand bei einem Arbeitsunfall verloren. Weil auch sein Arm stark gequetscht war, konnten die Ärzte ihm die Hand nicht gleich wieder annähen. In der Not setzten sie diese an sein Bein knapp über dem Fußgelenk. So konnten sie die Blutversorgung zum Erhalt der Handmuskeln sichern.

Erst einen Monat später transplantierten sie die Hand zurück an ihren ursprünglichen Platz am Arm. Nach Angaben der Agentur Rex Features, die den Fall mit Fotos dokumentierte, rechnen die Ärzte noch mit einigen Folgeoperationen, bis der Mann die volle Funktionsfähigkeit seiner Hand wieder erlangen könnte.

[luh]

Quelle: Agenturen, BBC

Chemie Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat vor der alltäglichen Nutzung von antibakteriellen Seifen

Typische Inhaltsstoffe wie Triclosan oder Triclocarban könnten unerwartete hormonelle Effekte hervorrufen und die Bildung von Antibiotikaresistenzen bei Bakterien fördern, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Die FDA plant neue Richtlinien für die Hersteller: Sie sollen bis Ende 2014 mit Studien nachweisen müssen, dass die Formulierungen ihrer antibakteriellen Seifen sicher sind und Infektionen tatsächlich besser verhindern können als einfache Seife und Wasser.

Alkoholbasierte Handdesinfektionsmittel sollen von diesen Regeln ausgenommen sein.

[luh]

Quelle: BBC / FDA

Mathematik Polynesier nutzten schon vor 600 Jahren ein binäres Zahlensystem.

Computer rechnen nur mit Nullen und Einsen. Die Erfindung dieses Binärsystems wird allgemein dem Mathematiker Gottfried Leibnitz im 18. Jahrhundert zugeschrieben. Doch jetzt haben norwegische Forscher entdeckt, dass Bewohner der polynesischen Gambierinseln schon vor 600 Jahren zumindest teilweise ein binäres Zahlensystem nutzten.

In der damals üblichen, heute allerdings fast ausgestorbenen Sprache Mangarevisch gibt es Worte für die Zahlen eins bis neun. Doch darüber gibt es nur Worte für zehn, zwanzig, vierzig und achtzig. Das entspricht den für das Binärsystem typischen Zweierpotenzen multipliziert mit zehn.

Der binäre Anteil ihres Zahlensystems dürfte den Polynesiern das Rechnen mit großen Zahlen erleichtert haben, schreiben die Forscher im Fachmagazin PNAS.

[luh]

Quelle: PNAS / DOI: 10.1073/pnas.1309160110

16.12.2013

Ernährung Fleisch von Klontieren soll EU-weit nicht in den Handel gelangen

Die EU-Kommission setzt sich dafür ein, dass das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken in der Europäischen Union verboten wird. Außerdem sollten lebende Klontiere oder Fleisch von Klontieren – etwa aus den USA - nicht importiert werden dürfen und in die Nahrungskette gelangen. Das sieht ein Gesetzesvorschlag vor, den EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg übermorgen vorlegen will. Das Fleisch und die Milch von Nachfahren der Klontiere aber sollen demnach in den Handel gelangen dürfen und müssen nicht speziell gekennzeichnet werden. Damit könnten Produkte von Nachkommen der Klontiere gekauft und verzehrt werden, ohne dass Verbraucher dies merken. Der Aufwand sei zu hoch, um Nachfahren von Klontieren zu ermitteln, hieß es aus Brüssel. Zudem fürchte man, eine Kennzeichnungspflicht könne die Einigung auf ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA erschweren. [mawi]

Zoologie Forscher fordern Schonfrist auch für große Fische

Für Berufsfischer und Angler gilt bislang: Die kleinen Fische müssen zurück ins Wasser, die großen nicht. Diese Vorschrift ist überholt, kritisiert ein internationales Forscherteam unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Fachblatt "Fish and Fisheries". Die Annahme, die Erträge würden dann besonders hoch ausfallen, wenn der Fischbestand vorwiegend aus schnell wachsenden Jungtieren besteht, sei falsch und übersehe die ökologische Bedeutung der großen Fische. So spielten große Muttertiere mit vielen und oft auch besonders robusten Eiern eine fundamentale Rolle für die Bestandserneuerung. Zudem hätten Groß und Klein, Alt und Jung unterschiedliche Standplätze, Zugrouten und Speisepläne. Langfristig steigere eine Schonpflicht für kapitale Exemplare den Fischertrag. Das hätten Modellrechnungen für Arten wie Forelle, Lachs, Barsch, Äsche, Zander und Hecht ergeben, betonen die Forscher. [mawi]

Quelle: Fish and Fisheries - DOI: 10.1111/faf.12053

Biologie Fresszellen helfen Krebszellen, durch den Körper zu wandern

US-amerikanische Zell-Biologen haben beobachtet, dass Krebszellen mit Zellen des Immunsystems verschmelzen können – und zwar mit Fresszellen. Diese sogenannten Makrophagen wandern normalerweise durch den Körper auf der Suche nach Krankheitserreger wie Bakterien und Viren. Die Forscher der "Oregon Health and Science University" konnte für eine Reihe verschiedener Tumorzellen nachweisen, dass sie mit Makrophagen fusionieren können. Die so entstanden Zellen wanderten durch den Körper. Sie teilten sich schneller als herkömmliche Krebszellen und vermehrten sich auch unter widrigen Umständen. Sie bildeten innerhalb kurzer Zeit Tochtergeschwülste und waren unempfindlich für eine Reihe von Chemotherapeutika. Noch ist unklar, welche Rolle solche fusionierten Zellen beim Voranschreiten einer Tumorerkrankung spielen - im Vergleich zu anderen Mechanismen. Forscher haben bislang vor allem die Rolle genetischer oder regulatorischer Faktoren untersucht, den Einfluss des Immunsystems oder von Faktoren in der direkten Umgebung eines Tumors. [mawi]

Umwelt Die Elektroschrottberge wachsen ...

... und zwar auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der vereinten Nationen. Im vergangenen Jahr seien in Staaten wie den USA und Japan sowie den EU-Mitgliedsländern zusammen 23,5 Millionen Tonnen ausgediente Elektrogeräte auf dem Müll gelandet, in allen anderen Ländern seien es 25,4 Millionen Tonnen gewesen, teilte die von den Vereinten Nationen begleitete Initiative "Solving the E-Waste Problem" (Step) mit. Vor fünf Jahren waren die Industrienationen dagegen noch die größten Produzenten von Elektromüll gewesen. Bis zum Jahr 2017 werde die Gesamtmenge um ein Drittel auf insgesamt 64,4 Millionen Tonnen zunehmen. Jeder Mensch auf der Welt produziere im Jahr durchschnittlich sieben Kilo Elektromüll. Weit über dem Durchschnitt liegen die USA mit 30 Kilogramm pro Kopf und Deutschland mit 23 Kilogramm. Ein Problem: Ausrangierte Elektrogeräte landen häufig in Entwicklungsländern, wo sie Arbeiter für wenig Geld und unter schlechten Sicherheitsvorkehrungen in Einzelteile zerlegen. [mawi]

Biologie/Medizin Forscher wollen Verständigung von Parasiten stören

Forscher der Universitäten Dundee und Edinburgh haben das Verständigungssystem des Erregers der Schlafkrankheit entschlüsselt. Die Schlafkrankheit wird von Tse-Tse-Fliegen auf Menschen übertragen. Der eigentliche Erreger, der Parasit Trypanosoma brucei, vermehrt sich im Blut von Infizierten. Dabei, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature", kommunizieren die Parasiten miteinander. Sie senden kleine Nachrichtenmoleküle aus. Sobald ein bestimmter Spiegel des Nachrichtenstoffes im Blut erreicht ist, vermehren sich die Parasiten nicht mehr weiter. Sie verändern ihre Form, so dass sie von blutsaugenden Fliegen aufgenommen werden können. Die Forscher glauben, dass es möglich ist, die Kommunikation der Parasiten zu stören und so den Infektionszyklus zu unterbrechen. [mawi]

Quelle: Nature - DOI: 10.1038/nature12864

13.12.2013

Weltall Astronomen finden eine kosmische Phosphor-Schmiede

Wissenschaftler aus Südkorea, Kanada und den USA haben erstmals eine Phosphor-Quelle im All aufgespürt. Das Element entsteht, wenn Sterne in einer Supernova explodieren. Die Forscher hatten die kosmischen Überreste solch eines Vorgangs untersucht, die Explosionswolke Cassiopeia A. In diesem Überbleibsel einer Supernova liegt demnach das Verhältnis von Phosphor zu Eisen hundertmal höher als im Durchschnitt in der Milchstraße, wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben. Das chemische Element Phosphor gehört zu den sechs Grundbausteinen des Lebens. Für fünf von ihnen hatten Wissenschaftler bereits kosmische Quellen entdeckt. //Reuning//

Quelle: dpa, Science/10.1126/science.1243823

Genmanimpulation EU-Gericht verbietet die Gen-Kartoffel Amflora

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg hat heute die Beschlüsse der EU-Kommission zur Zulassung der genveränderten Kartoffelsorte für nichtig erklärt. Denn die Kommission habe die Verfahrensvorschriften für die Zulassung als Futtermittel und für die industrielle Verwendung verletzt, hieß es in einer Mitteilung des EU-Gerichts. In Europa wird die Kartoffel allerdings schon seit 2011 nicht mehr angebaut. Wegen ihres hohen Gehaltes an Stärke eignet sie sich etwa für die Klebstoff- und Garnproduktion. //Reuning//

Quelle: dpa, AFP

Musik Wagners Migränen prägten seine Opern

Richard Wagner hat Merkmale, die typisch sind für Migräne-Anfälle, in die Musik seiner Opern eingebaut. Das berichten Forscher aus Kiel im "British Medical Journal". Sie belegen ihre These anhand der Musik der Oper "Siegfried". Eine bestimmte Passage des Werks soll laut Wagners Spielanweisungen doppelt so schnell gespielt werden, wie der vorherige Abschnitt. Das entspräche einer Frequenz von 16 Hertz, hoben die Wissenschaftler hervor, ähnele also dem Wert eines Flickerlichts, das bei einer Migräne mit Aura-Symptomatik auftreten könne. Richard Wagner hatte in zahlreichen Briefen die Kopfschmerzen beschrieben, die ihn bei einem Migräne-Anfall plagten und die von einem Flimmern begleitet waren.  //Reuning//

Quelle: AFP, BMJ

Paläontologie Entenschnabel-Dinos hatten auch Hahnenkämme

Ein internationales Forscherteam hat erstmals nachgewiesen, dass Edmontosaurier einen fleischigen Kamm besaßen, der denen von Hähnen gleicht. Die Tiere nutzten ihn vermutlich, um die Rangordnung in der Herde zu bestimmen, wie die Wissenschaftler in "Current Biology" berichten. Bekannt war bislang, dass die Tiere einen Schnabel besaßen. Weichteile wie ein Hautkamm jedoch werden üblicherweise nicht als Versteinerung überliefert. Nun hatten die Forscher jedoch das Glück, bei einem gut erhaltenen Fossil aus der kanadischen Provinz Alberta den Abdruck der Haut solch eines Kammes gefunden zu haben. Die Paläontologen halten es daher für möglich, dass auch andere Dinosaurier einen ähnlichen Kamm gehabt haben könnten. //Reuning//

Quelle: Current Biology, dpa/10.1016/j.cub.2013.11.008

Duft Sinneszellen können Gefahr riechen

Ein Duft, der mit einer gefährlichen Situation in Verbindung gebracht wird, wird vom Nervensystem bereits auf unterster Ebene außergewöhnlich stark wahrgenommen. Das konnten Forscher aus New Jersey in Versuchen mit Mäusen zeigen. Die Nager hatten gelernt, dass ein bestimmter Duft einen kurzen elektrischen Schlag ankündigt. Bei diesen Mäusen gaben die Sinneszellen in der Nase ein vierfach höheres Signal weiter im Vergleich zu Mäusen, die diesen Zusammenhang nicht gelernt hatten. Die Konditionierung auf den Reiz erfolgte demnach nicht erst im Gehirn, sondern zum Teil bereits bei der Wahrnehmung des Duftes in der Nase, wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben. //Reuning//

Quelle: eurekalert, Science/10.1126/science.1244916

Medizin Laborherstellung von EPO gelungen

Chemiker aus New York haben eine wirksame Form des Hormons EPO erstmals im Labor herstellen können. EPO ist eine Substanz, die bei der Blutbildung eine wichtige Rolle spielt. Der Körper kann sie üblicherweise selbst produzieren. Als Medikament wird EPO verwendet, um Blutarmut zum Beispiel bei Dialysepatienten zu behandeln. Außerdem gilt es im Profisport als Dopingmittel. Gewonnen wird es aus genetisch veränderten Hamsterzellen. In der Natur existiert EPO in rund 50 Varianten, die unterschiedlich stark wirken. Durch die Laborsynthese können nun gezielt einzelne Formen hergestellt werden, um sie auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Vor ungefähr einem Jahr war den Forschern bereits die Synthese einer EPO-Variante gelungen. Im Gegensatz zu der nun hergestellten Substanz konnte sie die Blutbildung im Versuch an Mäusen jedoch kaum anregen. //Reuning//

Quelle: Science, Nature News/10.1126/science.1245095

12.12.2013

Klimaforschung Die Vergangenheit gibt Hinweise auf den künftigen Meeresanstieg.

Britische und amerikanische Forscher prognostizieren, dass der Meeresspiegel im Jahr 2100 um 80 Zentimeter höher liegen wird als heute und im Jahr 2200 um zweieinhalb Meter gestiegen sein wird. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler, nachdem sie alle Daten zu den natürlichen Schwankungen des Meeresspiegels in den vergangenen paar Millionen Jahren auswerteten und mit den Aufzeichnungen und Satellitendaten seit der industriellen Revolution verglichen. Ihre Vorhersage sei insofern nicht modellbasiert. Sie zeige aber, wie sich der Meeresspiegel aufgrund normaler natürlicher Prozesse verändern könnte. [tj]

Quelle: Scientific Reports Eurek Alert

Biologie Ein westafrikanischer Frosch überlebt inmitten hochaggressiver Ameisen.

Der rote Wendehalsfrosch lebt in der Savanne und kann in der trockenen Zeit nur überleben, wenn er sich im feuchten Erdreich aufhält. Dort jedoch leben besonders aggressive, nach Schweifel reichende Stinkameisen - ausgestattet mit mächtigen Kiefern und einem Gift-Stachel. Damit sind die Ameisen potenziell tödlich für den roten Wendehalsfrosch. Doch der Lurch hat einen besonderen Schutzmechanismus: Er besitzt eine Art chemischen Tarnmantel. Das hat ein internationales Forscherteam entdeckt und berichtet darüber in PLOS One: Offenbar verwenden die Wendehalsfrösche in ihrer Haut selbst hergestellte chemische Substanzen, die es ihnen ermöglicht, von den Ameisen nicht als Beute erkannt zu werden.  Zwei dieser Substanzen - bislang unbekannte Peptide - konnten die Wissenschaftler bereits identifizieren. [tj]                    

Quelle: PLOS One dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0081950

Nanotechnologie Mit Nanopartikeln lässt sich ein Superkleber ganz einfach herstellen.

Französische Forscher stellen ihre neue Methode im Fachmagazin NATURE vor. Der Klebstoff  sei für Gele und biologisches Gewebe gedacht und eigne sich für diverse technologische und biomedizinische Anwendungen.

Für ihren Klebstoff verwenden die Forscher feinsten Quarzsand mit Korngrößen zwischen 5 und 50 Nanometern. Wobei ein Nanometer einem Millionstel Millimeter entspricht.

Diesen Quarzsand geben sie auf einen Klebstoff, der in kleiner Menge auf beiden Seiten der zusammenzuklebenden Stücke bzw. Stoffe aufgetragen wurde. Eine feste Verbindung entsteht, wenn beide Teile mit den bloßen Fingern für wenige Sekunden zusammengedrückt werden. So lasse sich zum Beispiel auch Klebefleisch herstellen – also aus mehreren Stücken zusammengesetztes Fleisch im Lebensmittelhandel. Bei zwei zusammengeklebten Stücken Kalbsleber etwa sei die Verbindung auch noch erhalten geblieben,  nachdem die Stücke auseinandergezogen und gegeneinander verdreht wurden.

Bisherige Methoden um Polymer-Klebstoffe herzustellen  sind komplex und benötigen Hitze oder Magnetfelder. Das neue Verfahren sei dagegen simpel und verändere die Oberflächen der vereinigten Stoffe nicht. [tj]

Quelle: NATURE Doi: 10.1038/nature12806

Entwicklungspsychologie Musikalische Früherziehung macht doch nicht schlauer

US- Forscher haben den sogenannten „Mozart-Effekt“ widerlegt. Sie hatten zunächst die bisherige Studienlage sondiert. Dabei stellte sich heraus, dass wissenschaftlich fundierte Untersuchungen nur einen geringen positiven Effekt einer frühen musikalischen Ausbildung auf die kognitiven Fähigkeiten belegen: Nach einem Jahr Musikschule war der IQ von Kindern nur um 2,7 Punkte gestiegen. Daraufhin führten die Forscher der Harvard University in Cambridge selber zwei Studien durch und kamen zu dem gleichen Ergebnis. Musikalische Förderung von Kindern sei keine Abkürzung zu Intelligenz und schulischem Erfolg, resümieren sie im Fachblatt PLOS One. Das sei keine Absage an die Musik. Sie haben eben andere positive Effekte – auf unser Wesen und unsere Kultur. [tj]

Quelle: PLOS One DOI: 10.1371/journal.pone.0082007

Raumfahrt Im Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS ist ein Defekt aufgetreten.

Einer der beiden Kühlkreise, die für die elektrischen Systeme da sind, sei ausgefallen. Das teilte die NASA mit. Vermutlich sein ein defektes Ventil die Ursache. Vom dem Teilausfall sind das Harmony-Modul der ISS, das Kibo-Labor und das europäische Columbus-Labor betroffen. Es werde bereits nach einer Lösung gesucht. Für die Besatzung der Raumstation bestehe keine Gefahr. [tj]

Quelle: Agenturen

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