Dienstag, 07.04.2020
 
09.12.2016

Raumfahrt Japan schickt Nachschub zur Internationalen Raumstation

Eine Trägerrakete mit einem unbemannten Raumschiff hob heute vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima ab. Der Transporter soll am 13. Dezember an der ISS andocken. An Bord des Frachters befinden sich etwa sechs Tonnen Versorgungsgüter, darunter ein Batteriesystem, Lebensmittel und Trinkwasser. Hinzu kommen sieben kleine Satelliten von Universitäten und Unternehmen. Der Start der Trägerrakete war eigentlich für den 1. Oktober geplant, musste aber wegen technischer Probleme verschoben werden.

Quelle: Agenturen

Biologie Kolibris fliegen in großer Höhe weniger agil

Zu diesem Schluss kommen kanadische Forscher im Fachblatt Current Biology. Sie hatten ausgewachsene Kolibris eingefangen und in eine Forschungsstation auf 3.800 Meter Höhe gebracht. Die Wissenschaftler filmten die Kolibris und stellten bei der Auswertung des Materials fest, dass die Fähigkeit zu beschleunigen und wendig zu fliegen in großer Höhe abnimmt, verglichen mit dem Flug auf Meereshöhe. Dies führen sie auf den niedrigeren Luftdruck in der Höhe zurück. Die Flügel der Kolibris könnten unter diesen Bedingungen nicht optimal arbeiten, so die Forscher.

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Quelle: Eurekalert

Fauna Ein 255 Millionen Jahre alter Kiefer enthält Zähne – und einen Tumor

Forscher aus den USA haben in einem fossilen Kiefer nicht nur die erwarteten Zähne entdeckt, sondern auch zahnähnliche Strukturen, die sie im Fachmagazin JAMA Oncology als Odontom beschreiben, als tumorähnliche Struktur im Kiefer. Odontome sind bei Säugetieren heutzutage recht weit verbreitet. Allerdings sind sie bereits vor mehr als 250 Millionen Jahren bei den entfernten Verwandten der Säugetiere aufgetreten, wie das Fossil nun belegt. Es gehört zu einer Gattung, die vor etwa 270 bis 250 Millionen Jahre lebte und entfernt mit den Säugetieren verwandt war.

Weitere Infos unter eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Schaltkreise Wissenschaftler haben die Speicherdauer von Quantenschaltern weiter verbessert

Diese supraleitenden Schaltkreise gehören zu den Kandidaten für die Darstellung von Quanten-Bits, kurz Qubits, mit denen Quantenrechner eines Tages Informationen deutlich schneller speichern und verarbeiten können sollen als heutige Computer. Einem internationalen Forscherteam ist es nun gelungen, den Zeitraum, über den supraleitende Schaltkreise eine Null oder Eins speichern können, zu verlängern.

Wie sie im Fachmagazin Science berichten, ist es ihnen gelungen, einzelne Elektronen, die den Speichervorgang stören, vorübergehend aus dem Schaltkreis zu entfernen. Dies sei mit Hilfe von Mikrowellenpulsen gelungen und habe die Lebensdauer der Qubits verdreifacht. Die störenden Elektronen würden durch die neue Technik nicht dauerhaft entfernt, sondern fließen immer wieder zurück in den Schaltkreis. Die Forscher arbeiten allerdings daran, die einzelnen Elektronen auf Dauer einzufangen.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: idw

Diabetes Wissenschaftler haben künstliche Beta-Zellen hergestellt

Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse sind dafür verantwortlich, den Blutzuckerspiegel durch die Ausschüttung von Insulin  zu regulieren. Bei Typ-1-Diabetikern funktionieren diese Zellen nicht mehr. Einem internationalen Team von Forschern ist es nun gelungen, künstliche Beta-Zellen herzustellen.

Wie sie im Fachblatt Science schreiben, kommen sie ohne Stammzellen aus. Stattdessen nutzen die Wissenschaftler Zelllinien, die auf Nierenzellen beruhen. Diese statteten sie zusätzlich mit einem Kalziumkanal und mit Genen aus, die für die Produktion von Insulin und einem weiteren Hormon zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich sind.

Die Forscher implantierten die künstlichen Beta-Zellen in diabetische Mäuse. Während der drei Wochen dauernden Testphase produzierten die Zellen zuverlässig und ausreichend die Blutzucker regulierenden Botenstoffe, so die Wissenschaftler.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: idw

Fund Forscher haben in Bernstein den Schwanz eines Dinosauriers entdeckt

Der Bernstein stammt aus Myanmar und ist etwa 100  Millionen Jahre alt. Darin eingeschlossen ist der gefiederte Schwanz eines Dinosauriers. Wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin Current Biology berichtet, gehörte er zu einem gefiederten Tier von der Größe eines Sperlings.

Dies sei nicht der erste Fund von Federn in Bernstein, jedoch der erste Fund von Dinosaurierteilen in dem Harz. Weiterhin bemerkenswert sei die gut erkennbare dreidimensionale Anordnung der Federn, so die Wissenschaftler.

Weitere Infos auf bbc.com

Quelle: BBCNews, Eurekalert

Biologie Die Fortpflanzung der Bärtierchen wurde erstmals im Detail festgehalten

Biologen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Stuttgart haben das Liebesleben der etwa ein Millimeter großen Bärtierchen auf Video festgehalten. Nach einem komplexen Vorspiel könne die Paarung bis zu einer Stunde dauern, berichten die Forscher im Zoological Journal of the Linnean Society.

Während der Paarung legt das Weibchen seine Eier in einem sogenannten Häutungshemd ab und steigt aus seiner alten Haut heraus. Die Befruchtung findet dann außerhalb der Bärtierchenkörper im Häutungshemd statt. Die auch Wasserbären genannten Tiere gelten als unzerstörbar. Sie leben weltweit in Meeren, im Süßwasser und in feuchten Landlebensräumen wie etwa Mooskissen.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: Agenturen, idw

Silikon Forscher haben einen Drucksensor aus Hüpfknete gebaut

Hüpfknete ist eine Knetmasse auf Silikonbasis, die mal fest, mal zähflüssig sein kann und hüpft, wenn man sie zum Beispiel auf den Boden wirft. Wissenschaftler aus Irland und Großbritannien haben in die Knetmasse winzige Flocken aus Graphen eingearbeitet. Daraufhin war das Material leitend.

Wie die Forscher in Science schreiben, änderte sich der elektrische Widerstand deutlich, wenn sie Druck auf die Knete ausübten. Dabei reichten bereits kleine Druckveränderungen aus, etwa, wenn die Knetmasse an die Halsschlagader gehalten wurde. Auf Basis der Strom leitenden Knete ließen sich leichte Sensoren bauen, die etwa den Blutdruck oder die Atmung überwachen könnten.

Weitere Infos auf sciencemag.org

Quelle: ScienceNews, NatureNews

08.12.2016

Gesundheit Der europäische Rechnungshof mahnt besseren Schutz vor grenzüberschreitenden Gefahren an

Dadurch seien die EU-Bürger nicht optimal vor globalen Gesundheitsbedrohungen wie Vogelgrippe, Sars oder Zika geschützt, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Behörde.

So gebe es beispielsweise kein System für eine koordinierte Impfstoffbeschaffung. Auch das Frühwarnsystem müsse optimiert werden.

Dabei gehe es explizit nicht um Geldverschwendung. Viel mehr sehe sich der Rechnungshof als Anwalt der Bürger.

2013 hatte die EU eine gezielte Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Gesundheitsgefahren vereinbart, diese sei aber nur verzögert umgesetzte worden.

Quelle: dpa

EPA Ein Klimaschutzgegner soll oberster Klimaschützer werden

Wie verschiedene Medien berichten, soll der Republikaner Scott Pruitt, derzeit Generalstaatsanwalt im US-Bundesstaat Oklahoma, die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA leiten. Pruitt gilt als Verbündeter der Öl-und Gasindustrie und Klimawandel-Zweifler.

Er war an mehreren Klagen gegen Umweltregulierungen beteiligt, die sich auch gegen die EPA richteten. Die Nominierung wurde bisher noch nicht offiziell vom künftigen US-Präsidenten Trump verkündet.

Quelle: AFPD

Erdrotation Ein Tag auf der Erde wird immer länger

Und zwar um zwei Millisekunden pro Jahrhundert. Grund dafür ist die abnehmende Geschwindigkeit der Erdrotation, wie britische Forscher jetzt berechnet haben.

Für ihre Studie, die in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society A erschienen ist, werteten die Forscher Berichte über Sonnen- und Mondfinsternisse aus den letzten 3000 Jahren aus. Die Beschreibungen, wann und von wo diese Ereignisse zu sehen gewesen waren, verglichen die Wissenschaftler mit theoretischen Berechnungen und stellten Abweichungen fest.

Anhand dieser Abweichungen konnten sie dann auf die Veränderung der Erdrotation seit dem jeweiligen Ereignis schließen.

Quelle: RSPA

Zoologie Geparden laufen sich eher zufällig über den Weg

Gepardenmännchen leben in kleinen Gruppen zusammen, streifen aber auch immer wieder für mehrere Tage alleine durch die Savanne. Wie sie nach einem solchen Ausflug wieder zu ihrer Gruppe finden, haben britische Forscher untersucht. Wie sie im Fachmagazin PLOS One berichten, folgen die Tiere dabei keinem konkreten Plan. Stattdessen streifen sie so lange herum, bis sie zufällig auf die Duftspur eines bekannten Artgenossen treffen und folgen dieser dann.

Dabei trafen sich die Tiere in einem Teil ihres Reviers wieder, in dem sie sich insgesamt nur selten aufhielten. Das zeige, dass es keine festen Plätze gebe, an die die Tiere für eine Wiedervereinigung zurückkehren, schreiben die Forscher.

Für ihre Studie hatten sie eine Gepardengruppe in Botswana ein halbes Jahr lang beobachtet. Drei Tiere trugen in dieser Zeit ein GPS-Halsband, was den Forschern ermöglichte, ihre Routen zu verfolgen.

Quelle: PLOS One

Mikrobiologie Ein Einsiedler-Bakterium ist gegen viele Antibiotika resistent

Mikrobiologen aus Ohio haben in einer Höhle in New Mexiko ein Bakterium gefunden, das dort mehr als vier Millionen Jahre isoliert gelebt hat. Obwohl es in einer Tiefe von 300 Metern nicht mit modernen Antibiotika in Kontakt gekommen sein kann, ist das Bakterium gegen 18 dieser Wirkstoffe resistent, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Communications berichten. Darunter auch gegen solche Wirkstoffe, die als Reserveantibiotika nur im Notfall eingesetzt werden.

Das zeige, dass der evolutionäre Druck Resistenzen zu entwickeln, schon vor der Verwendung von Antibiotika durch den Menschen existiert hat, schreiben die Forscher.

Einige der Resistenzmechanismen sind bisher unbekannt. Ihre Entdeckung könnte helfen, entsprechende Gegenmittel zu finden, bevor sie bei infektiösen Keimen auftreten.

Quelle: Nature Comms

Protein-Injektion Forscher finden ein Mittel gegen Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruchs- und geschmacksloses Gas, das an Hämoglobin bindet und so den Sauerstofftransport im Blut verhindert. Wer zu viel Kohlenmonoxid einatmet, erstickt.

Mediziner der University of Pittsburgh haben es jetzt geschafft, ein Gegengift zu entwickeln. Sie veränderten ein Protein, das eigentlich im Gehirn vorkommt, so, dass es Kohlenmonoxid 500 Mal stärker bindet als Hämoglobin und das Gas aus dem Blut entfernen kann.

Mit einer Injektion dieses Proteins konnten die Forscher Mäuse, die kurz zuvor eine tödliche Dosis Kohlenmonoxid eingeatmet hatten, vor dem Ersticken retten. Ihre Methode stellen die Wissenschaftler im Fachmagazin Science Translational Medicine vor.

Quelle: SciTranslMed

07.12.2016

Robotik Ingenieure entwickeln einen sprunggewaltigen Roboter

Wissenschaftler aus Berkeley haben einen Roboter nach dem Vorbild des Buschbabys konstruiert. Ähnlich wie die kleinen Primaten kann der 100 Gramm leichte und 26 Zentimeter große Roboter enorm weit springen. In ersten Versuchen erreichte er eine vertikale Sprungbeweglichkeit von 1,75 Metern pro Sekunde, notieren die Forscher im Fachblatt Science Robotics.

Als Sprungbeweglichkeit bezeichnen Wissenschaftler die Gesamtsumme der Höhen aller in einem bestimmten Zeitraum theoretisch möglichen Sprünge. Buschbabys können innerhalb von vier Sekunden mit insgesamt fünf Sprüngen eine kombinierte Gesamthöhe von etwa 8,5 Metern erreichen.

Dazu nutzen sie nicht nur ihre Muskeln, sondern auch Energie, die sie in ihren Sehnen speichern.

Die Forscher hoffen, dass derartige Roboter zukünftig in unwegsamem Gelände bei Bergungs- und Rettungsmissionen helfen können.

Quelle: Science Robotics

Erneuerbare Energien Solarzellen haben eine positive Umweltbilanz

Die Photovoltaik gilt als einer der Kernbereiche der erneuerbaren Energien. Die Produktion von Strom aus Sonnenlicht soll helfen, fossile Brennstoffe überflüssig zu machen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern. Bislang war unklar, wie umweltschonend die Photovoltaik-Industrie tatsächlich ist.

Eine Auswertung niederländischer Forscher im Fachblatt NATURE Communications zeigt, dass dieser Wirtschaftszweig bereits seit 2011 mehr Treibhausgase eingespart als er in den vergangenen 40 Jahren freigesetzt hat, zudem hat er mehr Energie erzeugt als für die Produktion der Solarzellen insgesamt verbraucht wurde.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler die Daten von 40 Lebenszyklus-Bilanzen von Photovoltaiksystemen aus der Zeit von 1976 bis 2014 ausgewertet.

Quelle: NATURE Communications

Medizin Sport erhöht die Fruchtbarkeit

Zumindest bei Männern kann ein regelmäßiges Training die Spermienqualität in den WHO-Kategorien Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie verbessern. Das berichten Mediziner der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Fachblatt Reproduction.

Für ihre Studie hatten mehr als 260 gesunde Probanden verschieden intensive Trainingseinheiten über einen Zeitraum von 24 Wochen absolviert. Eine Kontrollgruppe verzichtete auf derartige körperliche Aktivitäten.

Alle Teilnehmer der Sportgruppen konnten demnach die Qualität ihres Spermas gegenüber der Kontrollgruppe verbessern.

Die Zunahme der Spermienqualität zeigte sich bereits nach wenigen Wochen, auch in der Gruppe mit moderatem Training, so die Forscher.

Quelle: Reproduction

Kooperation Fleischfressende Pflanzen setzen auf Dienstleister

Eine bislang unbekannte Kooperation von Pflanzen und Tieren konnte ein internationales Forscherteam auf Borneo ausmachen. Dort haben die Wissenschaftler insektenfressende Kannenpflanzen (Nepenthes hemsleyana) entdeckt, die beim Beutefang auf Fledermäuse und andere kleine Säugetiere setzen.

Die Tiere übernehmen für die fleischfressenden Pflanzen nicht nur die Insektenjagd, sondern übergeben diese bereits vorverdaut an die Kannen in Form von nährstoffhaltigem Kot, schreiben die Wissenschaftler im Journal of Ecology.

Die Pflanzen können dadurch Energie sparen, weil sie bestimmte Lockstoffe für Insekten nicht mehr produzieren müssen. Als Gegenleistung bieten die Kannepflanzen ihren Säugetierpartnern wertvolle Ressourcen wie Quartiere.

Quelle: idw-online

Orcas Killerwale machen ihrem Namen doch alle Ehre

Bislang war nur bekannt, dass Orcas tote Zahnwale fressen, ein aktives Jagen konnte bis dato nicht nachgewiesen werden. Das ist nun Meeresbiologen aus Perth gelungen.

Wie die australischen Forscher im Fachblatt PLOS ONE berichten, konnten sie an der Südküste West-Australiens von 2014 bis 2016 insgesamt viermal Killerwale dabei beobachten, wie diese aktiv Jagd auf viel kleinere Zahnwale machten.

Damit sei auszuschließen, dass es sich nicht um eine Notsituation oder Einzelfälle handelt, sondern eher um ein natürliches Verhalten.

Quelle: PLOS ONE

Neuer Minimum-Rekord Die Eisfläche der Arktis verkleinert sich weiter

Die Eisfläche der Arktis im November war so gering wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Messungen vor 38 Jahren. Das teilte das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) der USA mit.

Die Ausdehnung betrug demnach nur 9,08 Millionen Quadratkilometer. Das sind knapp zwei Millionen Quadratkilometer weniger als der November-Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010.

Grund seien ungewöhnlich hohe Temperaturen über dem arktischen Ozean, zudem hohe Wassertemperaturen und anhaltender Südwind.

Der November sei bereits der siebte Monat in diesem Jahr mit einem Minimum-Rekord der Eisfläche.

Quelle: NSIDC.org / Agenturen

06.12.2016

Klimaforschung Alte Muschelschalen verraten das Klima der letzten 1000 Jahre

Islandmsucheln aus dem Nordatlantik können länger als 500 Jahre leben. Ihre Schalen weisen Strukturen auf, die den Jahresringen von Bäumen ähneln. Aus diesen Ringen lässt sich die chemische Zusammensetzung des Atlantiks über die letzten 1000 Jahre hinweg rekonstruieren.
Das berichtet ein internationales Forscherteam im Magazin "PNAS". Die Wissenschaftler haben die Informationen der Muschelschalen mit Berichten über Lufttemperatur, Vulkane und die Sonnenaktivität vergleichen.

Dabei stellen sie fest, dass vor der industriellen Revolution Veränderungen im Nordatlantik das Klima beeinflussten und die Atmosphäre veränderten. Seit der Industrialisierung jedoch scheint sich dieses Verhältnis umgekehrt zu haben. Jetzt hinken die Veränderungen des Nordatlantiks denen in der Atmosphäre zum Teil hinterher.

Quelle: PNAS

Flora Pflanzen führen überschüssige Sonnenenergie in Form von Wärme ab

Bei der Photosynthese wandeln Pflanzen Sonnenenergie in chemische Energie um. Bekommen die Gewächse jedoch zu viel Sonnenlicht ab, können sie Schaden nehmen.

Wie sich Pflanzen davor schützen, haben Forscher aus der Schweiz, Frankreich und den USA nun herausgefunden. Sie untersuchten dazu eine einzellige Algenart. Bekam diese Alge zu viel UV-Strahlung ab, reagierte ein bestimmter Rezeptor. Das setzte einen Mechanismus in Gang, bei dem die Alge sich der überschüssigen Energie in Form von Wärme entledigte. So beschreiben es die Forscher im Magazin "PNAS".

Das ist mittlerweile der zweite Lichtschutz von Pflanzen, den das Forscherteam beschreibt. 2011 zeigten die Wissenschaftler, dass der gleiche Rezeptor die Produktion einer molekularen Sonnencreme anregen kann.

Die Arbeit könnte irgendwann der Landwirtschaft zugutekommen. Auch könnte man den Sonnenschutz der Pflanzen biotechnologisch nutzen. Dafür müsse man den Mechanismus aber auch bei an Land lebenden Pflanzen besser verstehen, heißt es von den Wissenschaftlern.

Quelle: PNAS

Biologie Weniger Gift und mehr Urbanisierung führen zu mehr Stechmücken

Das gilt zumindest für die USA. In den letzten fünfzig Jahren haben sich die Stechmücken-Populationen in den Bundesstaaten New York, New Jersey und Kalifornien verzehnfacht. Die Zahl der Stechmücken-Arten hat sich in dieser Zeit verdoppelt.

Die Gründe dafür haben US-Forscher nun untersucht und im Magazin "Nature Communications" beschrieben. Ein Grund sei, dass das Insektengift DDT seit den 70ern nicht mehr zum Einsatz kommt. Der zweite Grund für die steigenden Stechmücken-Zahlen sei die Verstädterung der Gebiete. Vor allem Mücken, die von menschlichem Blut leben, profierten davon.

Die globale Erwärmung spiele laut den Forschern in den untersuchten Regionen keine große Rolle für die starke Ausbreitung der Mücken.

Quelle: Nature Communications

Römisches Reich Forscher finden den ältesten genetischen Hinweis auf Malaria

Schriftliche Überlieferungen, die auf Malaria im antiken Römischen Reich hindeuten, sind der Wissenschaft bekannt. Ein Team aus Kanada und Australien hat nun auch genetische Hinweise dafür gefunden, dass die Krankheit damals grassierte.

Die Forscher haben Zähne von 70 Menschen untersucht, die auf Friedhöfen im Römischen Reich begraben worden waren. In zwei davon fanden sie Spuren des Erbguts von Plasmodium falciparum. Dieser Malaria-Parasit ist heute der verbreitetste in Subsahara-Afrika.

Der Fund aus dem Römischen Reich könnte dabei helfen, die Geschichte von Malaria besser zu verstehen. Die Wissenschaftler haben ihn im Magazin "Current Biology" beschrieben.

Quelle: Current Biology

Biometrie Ein kleiner Pappagei mit Schutzbrille fliegt im Dienste der Wissenschaft

Die Schutzbrille ist nötig, denn Forscher der Stanford-University haben dem Tier beigebracht, durch einen Vorhang aus Laserstrahlen und schwebenden Partikel zu fliegen. So konnten sie präzise die Luftbewegung an den Flügeln des Papageis beobachten.

Die Erkenntnisse aus diesen Messungen verglichen sie mit drei gängigen Modellen zur Berechnung des Auftriebs von Vögeln. Das Ergebnis: Alle drei Modelle waren nicht dafür geeignet, den Auftrieb des Papageis zu berechnen.

Erkenntnisse auf Grundlage dieser drei Modelle werden jedoch dazu benutzt, um etwa kleine Drohnen zu entwerfen. Weitere Studien seien also nötig, um solche Entwürfe in Zukunft zu verbessern, notieren die Forscher im Magazin "Bioinspiration and Biomimetics".

Quelle: Bioinspiration and Biomimetics

Siedlungsspuren Archäologen finden ein Logistik-Zentrum aus der Eisenzeit bei Werne

Die Wissenschaftler haben mehr als 2000 Jahre alte Siedlungsspuren mit Hinweisen auf alte Lagerstätten gefunden. Das teilt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit. In rund 50 Gruben könnten die Bewohner damals Lebensmittel und ihre Ernte verstaut haben.

Das Gelände war damals offenbar durch einen großen Graben gesichert. Zudem gibt es Hinweise auf eine Art Tor in der Befestigungsanlage. Das Alter der Anlage konnten die Forscher mit Hilfe der Radiocarbonmethode anhand von Holzkohlefunden ermitteln.

Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Pädagogik Welche Mathematik-Fähigkeiten sollte man bei jungen Kindern fördern?

Dieser Frage sind US-Forscher nachgegangen. Sie haben dazu über 500 Kinder von deren fünften bis zum zehnten Lebensjahr begleitet. Dabei untersuchten sie sechs mathematische Fähigkeiten der Kinder im Vorschulalter und vergleichen sie mit den Leistungen der Kinder in der fünften Klasse.

Kinder, die im Vorschulalter gut Muster erkennen, Mengen vergleichen und Objekte zählen konnten, hatten eine größere Chance, später gut in Mathematik abzuscheiden. So beschreiben es die Forscher im Magazin "Child Development".

Andere Fähigkeiten wie das Verstehen von geschriebenen Zahlen oder das Rechnen waren nicht so gut geeignet, die späteren Leistungen vorherzusagen.

Die Ergebnisse könnten bei der Gestaltung von Lehrplänen helfen.

Quelle: EUREKALERT

Medizin Auch Gelegenheitsraucher sterben früher

Darauf deutet eine Studie von US-Forschern hin, die im Magazin "JAMA Internal Medicine" erschienen ist. Die Wissenschaftler haben Daten von knapp 300 000 Personen untersucht, die 2004 zu ihrem Rauchverhalten befragt worden waren.

Schon bei den Befragten, die weniger als eine Zigarette pro Tag rauchten, stellten die Forscher einen leichten Anstieg von Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fest. Jedoch schränke die geringe Zahl der Befragten in dieser Kategorie die Aussagekraft der Daten ein, heißt es von den Wissenschaftlern.

Deutlicher waren die Ergebnisse bei den Personen, die bis zu zehn Zigaretten am Tag rauchten. Bei ihnen lag die Gefahr, früher zu sterben, um 84 Prozent höher als bei Nichtrauchern.

Quelle: JAMA Internal Medicine

05.12.2016

Onkologie Die Prostata-Krebs-Studie PREFERE wird nicht fortgeführt

Das teilten die Deutsche Krebshilfe sowie Krankenkassen und –versicherungen vor einer knappen Stunde in einer gemeinsamen Presse-Information mit. Demnach wird die Förderung der Studie zum 31. Dezember 2016 beendet, weil die Zahl der eingeschriebenen Patienten weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

Das Studienprojekt hat vor dreieinhalb Jahren begonnen und richtet sich an Männer mit lokal begrenztem Prostata-Krebs. Es sollte klären, welche von vier Therapie-Formen sich im frühen Stadium am besten eignet: eine Operation, eine Bestrahlung von außen, eine Strahlentherapie von innen oder aktive Überwachung, also regelmäßige medizinische Kontrollen.

Die 343 Patienten, die bereits teilnehmen, würden weiter so behandelt, wie es im Rahmen der PREFERE-Studie erfolgt wäre, heißt es in der Mitteilung.

Quelle: Stiftung Deutsche Krebshilfe

Tierversuche Bei Tierversuchen wird die Methodik oft unpräzise beschrieben

Das gilt zumindest für Anträge auf Tierversuche und daraus resultierende Studien in der Schweiz. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Bern in zwei Studien, die in PLOS One und PLOS Biology erscheinen.

Die Forscher begutachteten knapp 1.300 bewilligte Tierversuchs-Anträge der vergangenen Jahre und 50 Studien. Sie überprüften, ob sieben grundlegende Methoden erwähnt wurden, die vor einer Verzerrung der Ergebnisse schützen. Dazu zählt etwa, ob die Tiere zufällig unterschiedlichen Behandlungsgruppen zugeordnet wurden, und ob die Forscher die Ergebnisse blind ausgewertet haben. Diese beiden Methoden wurden in weniger als einem Fünftel der Studien beschrieben.

In der zweiten Studie verschickten die Autoren Fragebögen an knapp 2.000 Wissenschaftler. Dabei gaben wesentlich mehr Forscher an, die Methoden gegen Ergebnis-Verzerrungen anzuwenden, als in den Anträgen und Studien genannt wurden.

Die Methoden präzise darzulegen, sei eine Grundvoraussetzung, um Tierversuche ethisch zu rechtfertigen und reproduzierbar zu machen, argumentieren die Autoren.

Quelle: PLOS One, PLOS Biology

Medizin Das Gehirn interpretiert wiederholte Diäten als kurze Hungersnöte

Und bringt deshalb den Körper dazu, mehr Fett für künftige Phasen von Nahrungsknappheit einzulagern. Diesen Zusammenhang vermuten Forscher der Universität von Bristol im Fachmagazin "Evolution, Medicine and Public Health". Der Effekt könne den bei Diäten häufig auftretenden Jojo-Effekt erklären.

Die Forscher berechneten mit Hilfe eines Modells wie sich ein hypothetischer Organismus bei wiederholt auftretender Nahrungsknappheit verhalten sollte. Das Ergebnis: Der Organismus baut zwischen zwei Hungersnöten bzw. Diäten zusätzliches Gewicht auf.

Das Modell beruht auf Beobachtungen bei Tieren – zum Beispiel Vögel, die im Winter wenig Nahrung finden.

Um tatsächlich abzunehmen, sollten Menschen dauerhaft nur etwas weniger essen und Sport treiben - nicht aber die Kalorienzufuhr kurzzeitig drastisch reduzieren.

In einer anderen Studie hatten Forscher für den Jojo-Effekt kürzlich Darm-Bakterien verantwortlich gemacht, die an fettreiche Ernährung angepasst sind.

Quelle: Evolution, Medicine and Public Health,

Umwelt In Mexiko hat die UN-Artenschutz-Konferenz begonnen

Zum Auftakt des zweiwöchigen Gipfels trafen sich am Freitag die Umwelt-Minister der beinahe 200 Mitgliedsstaaten. Sie berieten über Maßnahmen gegen das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Im mexikanischen Cancún verabschiedeten sie eine sechsseitige Erklärung. Demnach soll der Artenschutz künftig stärker im Regierungshandeln verankert sein. Zudem sollen umwelt-schädliche Subventionen in Landwirtschaft und Fischerei abgebaut werden.

Umweltschützer warnen zum Beispiel davor, dass der starke Pestizid-Einsatz Blütenbestäuber wie Bienen gefährdet. Die Tiere sind ein entscheidender Faktor für die Produktion von Nahrungsmitteln.

Die UN-Artenschutz-Konferenz findet alle zwei Jahre statt.

Quelle: DPA, www.cbd.int

Medizin Eine Handvoll Nüsse pro Tag kann vor schweren Erkrankungen schützen

Das geht aus einer Analyse von Medizinern aus Großbritannien und Norwegen hervor. Der zufolge haben Menschen, die täglich mindestens 20 Gramm Nüsse essen, beispielsweise ein geringeres Risiko für Herz-Erkrankungen und Krebs. Die Studie erscheint im Fachmagazin "BMC Medicine".

Die Wissenschaftler griffen für ihre Studie auf Daten aus 29 publizierten Studien mit Hunderttausenden Teilnehmern zurück, mit deren Hilfe sie deren Ernährung mit einer Reihe von Krankheiten in Verbindung setzen konnten.

Eine Handvoll Nüsse pro Tag kann demnach das Risiko für Koronare Herzkrankheiten um ein Drittel verringern; das für Krebs um 15 Prozent.

Auch das Risiko an Atemwegserkrankungen, Diabetes oder Infektionen zu sterben, sank bei regelmäßigem Nuss-Konsum.

Grund für den Effekt sei die Nährstoff-Zusammensetzung von Nüssen: Ballaststoffe, Magnesium und mehrfach ungesättigte Fettsäuren verringerten das Risiko für Herz-Erkrankungen.

Wal- und Pekan-Nüsse enthielten darüber hinaus große Mengen an Antioxidantien, die vor Krebs schützen könnten, notieren die Forscher.

Quelle: BMC Medicine

Onkologie Wissenschaftler legen einen Bericht zu weltweiten Krebs-Fällen vor

Demnach gab es im Jahr 2015 global gesehen 17,5 Millionen solcher Fälle. Knapp neun Millionen Menschen starben in diesem Zeitraum an einer Tumor-Erkrankung. Die Studie ist im Fachmagazin "JAMA Oncology" erschienen.

Die Forscher sammelten Daten zu 32 unterschiedlichen Krebs-Erkrankungen in knapp 200 Ländern zwischen 1990 und 2015. Zwischen 2005 und 2015 nahmen die Krebsfälle demnach um etwa ein Drittel zu. Ursachen dafür sind laut der Studie vor allem die Alterung und das Wachstum der Bevölkerung.

Bei Männern trat global gesehen Prostatakrebs am häufigsten auf, bei Frauen Brustkrebs.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache weltweit. Schätzungen zu den entsprechenden weltweiten Fallzahlen seien notwendig, um Gegenmaßnahmen zu planen, schreiben die Studienautoren.

Quelle: JAMA Oncology

Australisches Outback Wo die Dingos verschwinden, breiten sich holzige Sträucher aus

Dieser Zusammenhang gilt für das australische Outback. Holziges Buschwerk hat sich dort in den vergangenen Jahrzehnten stark ausgebreitet. Im "Journal of Animal Ecology" begründen Forscher das Phänomen nun mit einer Effekt-Kaskade: In den betroffenen Gebieten werden Dingos gezielt dezimiert. Dadurch könnten sich Füchse und Katzen ausbreiten, die kleine Säugetiere fressen. Diese ernährten sich wiederum von Samen holziger Sträucher. Durch den Rückgang der Pflanzenfresser wächst also das Buschwerk unkontrolliert.

Die Wissenschaftler verglichen für ihre Studie die Zustände auf beiden Seiten des mehr als 5.000 Kilometer langen Dingo-Zauns in New South Wales. Westlich des Zauns sind Dingos häufig, östlich kommen die verwilderten Hunde nur selten vor. Luftaufnahmen zeigten, dass die Bedeckung mit strauchiger Vegetation in den Dingo-armen Gebieten bis zu 48 Prozent größer war.

In einem zweiten Schritt zeigten die Forscher, dass kleine, Pflanzen-fressende Säugetiere häufiger in Gebieten mit wenig Buschwerk vorkommen.

Bislang war vermutet worden, dass vor allem die Überweidung durch Nutztiere zum Ausbreiten der holzigen Vegetation beigetragen hat.

Auswildern von kleinen Pflanzenfressern könnte in den betroffenen Gebieten wieder zum Rückgang des Buschwerks beitragen.

Quelle: Journal of Animal Ecology

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