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16.12.2016

Multiresistente Bakterien Reisende bringen Fleisch aus fernen Ländern mit

Und damit potenziell gefährliche Krankheitserreger. Deutsche Wissenschaftler haben illegal nach Deutschland eingeführtes Fleisch untersucht, das an den Flughäfen Frankfurt am Main und Berlin-Schönefeld aus dem Verkehr gezogen wurde.

Wie die Forscher im Fachmagazin "PLOS One" berichten, waren einige Fleischstücke mit multiresistenten Bakterien wie etwa Staphylococcus aureus kontaminiert.

Die Keime stammten nicht von den Tieren selbst, sondern waren menschlichen Ursprungs und lassen auf mangelnde Hygiene-Standards bei der Schlachtung und Verarbeitung schließen, so die Forscher.

Allein an den Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schönefeld wurden 2014 insgesamt 2,8 Tonnen Fleisch illegal von Passagieren mitgeführt. Dies erhöhe das Risiko für die Ausbreitung multiresistenter Keime in Europa, so die Wissenschaftler. [JSt]

Luftverschmutzung In Peking herrscht dicke Luft

Chinas Hauptstadt hat wegen enormer Luftverschmutzung die höchste Alarmstufe "Rot" ausgerufen. Damit gelten weitreichende Fahrbeschränkungen für Autos, einige Fabriken müssen die Produktion drosseln oder ganz stoppen.

Kindergärten und Schulen wurden geschlossen. 2014 hatte die chinesische Regierung Reformen angekündigt, die zur Verbesserung der Luftqualität beitragen sollen. [JSt]

Biologie Ein Frosch kann 50.000 Mal pro Nacht quaken

Zu diesem Schluss kommen Forscher des Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt am Main. Sie hatten Lautaufnahmen des Pfeiffroschs Leptodactylus mystacinus ausgewertet, die sie in der bolivianischen Savanne aufgenommen hatten.

Wie sie im Fachmagazin "Salamandra" schreiben, könne der nur wenige Zentimeter große Frosch in einer Nacht über 50.000 Rufe von sich geben. Mit den Rufen wollen männliche Tiere die Weibchen anlocken.

Die Forscher wollen nun untersuchen, wie die Frösche es schaffen, diese anstrengende Leistung über einen so langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. [JSt]

Biologie Forscher haben das Altern von Mäusen verlangsamt

Wie die Wissenschaftler aus den USA und Spanien im Fachmagazin "Cell" berichten, veränderten sie dafür nicht direkt das Genom der Tiere, sondern das sogenannte Epigenom. Das sind Molekül-Anhängsel an der DNA, die sich im Laufe der Zeit, etwa durch Umwelteinflüsse, verändern.

Die Forscher verabreichten Mäusen, die bereits deutliche Alterserscheinungen zeigten, das Antibiotikum Doxycyclin. Dadurch verwandelten sich ausgewachsene Zellen im Körper der Mäuse zu stammzellähnlichen Zellen, die in einem noch jungen Zustand sind.

Die Lebensdauer der Mäuse verlängerte sich von 18 auf 24 Wochen. Die Haut der Nager machte auf die Forscher einen vergleichsweise jugendlichen Eindruck, ebenso die Nieren, der Magen und das Herz-Kreislauf-System.

Die Wissenschaftler betonen, dass sich die Ergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen lassen. [JSt]

Virus In den USA leiden vier Prozent der Neugeborenen von Zika-infizierten Müttern an Mikrozepha

Das geht aus einer Studie im Fachmagazin "JAMA" hervor. An ihr hatten 442 schwangere Frauen teilgenommen. 18 von ihnen brachten ein Kind mit Mikrozephalie zur Welt. Zu ähnlichen Zahlen kam unlängst eine Studie in Brasilien.

Betroffene Babys haben einen kleineren Kopf als gewöhnlich und leiden an Hirnschäden. Bei Erwachsenen verläuft eine Zika-Infektion meist eher mild. Das durch Stechmücken übertragene Virus ist derzeit vor allem in Süd- und Mittelamerika verbreitet. [JSt]

Geologie Die größten und wertvollsten Diamanten entstanden tief im Erdinneren

Und zwar etwa 350 bis 750 Kilometer tief unter der Erdoberfläche, wo flüssige Metalle vorkommen. Das berichtet ein internationales Team von Forschern im Fachblatt "Science".

Sie hatten 53 besonders große Diamanten untersucht, vor allem die Einschlüsse darin. Bei 38 von ihnen bestanden diese unter anderem aus Eisen und Nickel.

Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass diese großen Diamanten tief im Erdinneren entstehen, wo die gefundenen Metalle in flüssiger Form vorkommen.

Allerdings können diese Diamanten nicht in größerer Tiefe als 750 Kilometer unter der Erdoberfläche entstanden sein: Die Forscher haben in einigen Exemplaren Einschlüsse aus Granat gefunden. Dieses Mineral ist nur bei einem Druck stabil, wie er oberhalb von 750 Kilometern herrscht. [JSt]

Asteroid Forscherteams haben sich das Eis auf Ceres genauer angeschaut

Bereits bekannt war, dass es auf Ceres Wassereis gibt. Wie die nun ausgewerteten Bilder und Daten der Raumsonde Dawn zeigen, nimmt der Anteil des Eises Richtung der beiden Pole zu. An den Polen beträgt der Eis-Anteil etwa 30 Prozent des gesamten Materials. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science".

Eine zweite Forschergruppe hatte Aufnahmen der Nordpolarregion ausgewertet, genauer, die von 634 Kratern. Bei zehn entdeckten die Wissenschaftler helle Ablagerungen im Inneren. Bei einem Krater konnten sie nachweisen, dass es sich dabei um Wassereis handelt, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Astronomy" schreiben. Sie gehen davon aus, dass es sich auch bei den hellen Ablagerungen der anderen Krater um Eis handelt. [JSt]

14.12.2016

Fracking Fracking beeinträchtigt doch die Trinkwasserqualität

Mit dieser Feststellung in einem gestern vorgestellten Bericht macht die US-Umweltbehörde EPA eine Kehrtwende. 2015 verlautete die Behörde noch, dass bislang kein Beweis dafür gefunden sei, dass Fracking systematisch das Wasser verunreinigt. Laut New York Times wurde dieser Satz nun gestrichen.

Stattdessen folgert die EPA, dass die umstrittene Gasfördermethode das Trinkwasser sehr wohl belastet: Fracking verbraucht demnach viel Wasser. Dieses wird mit chemischen Zusätzen versehen und unter hohem Druck in die Erde gepumpt. Danach muss es wieder aufgefangen und gereinigt werden.

Quelle: NYT / EPA

Biologie Forscher klären das Austernsterben in den USA

2011 verendeten in der Bucht von San Francisco binnen kurzer Zeit zahlreiche Austern. Der Grund für das Massensterben war bislang unklar. Diesen konnten nun Meeresbiologen aus Kalifornien eruieren. Wie sie in den Proceedings B der britischen Royal Society schreiben, wurden damals große Mengen an Süßwasser in die Bucht geschwemmt.

Dadurch sank der Salzgehalt des Meerwassers plötzlich dramatisch, was die Austern nicht überlebten.

Grund für den Wechsel waren die sogenannten Atmosphärischen Flüsse, mehrere tausend Kilometer lange Wasserdampfwolken, die zu starken Niederschlägen in der Region führten.

Quelle: RSBP 10.1098/rspb.2016.1462

Paläoanthropologei Forscher entdecken weitere der frühesten bekannten menschlichen Fußspuren

1978 entdeckten Wissenschaftler in Laetoli in Tansania Fußspuren von drei Frühmenschen, die nach einem Vulkanausbruch über frische Asche gelaufen waren. Die versteinerten Fußabdrücke belegen, dass Vertreter von Australopithecus afarensis bereits vor 3,66 Millionen Jahren permanent aufrecht liefen.

Jetzt hat ein internationales Paläoanthropologenteam neue Fußspuren von zwei weiteren Individuen entdeckt. Wie die Forscher im Fachblatt eLIFE schreiben, ermöglichen die Abdrücke von nunmehr fünf Homininen neue Einblicke in die sozialen Strukturen der menschlichen Vorfahren.

Demnach gab es damals einen großen Sexualdimorphismus - also große Männer und kleine Frauen.

Dies lasse den Schluss zu, dass die Gruppenzusammensetzungen denen heutiger Gorillas geähnelt haben dürfte, wo ein großes Alphamännchen eine Gruppe von deutlich kleineren Weibchen dominiert.

Quelle: eLife

Navigation Morgen startet das europäische Galileo-Programm

Am Donnerstag sollen erstmals Behörden, Firmen und Bürgern die Dienste der Galileo-Satelliten zur Verfügung stehen. Das teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Die Satelliten selbst seien nun bereit, ebenso wie die nötige Infrastruktur auf der Erde. Aktuell befinden sich 18 Galileo-Satelliten im Weltall. Bis 2020 sollen insgesamt 30 Satelliten ihren Dienst aufnehmen.

Mit Hilfe des Navigations- und Ortungssystems sollen Rettungsdienste, Autofahrer und Mobilfunknutzer auf bessere Navigationsdaten zurückgreifen können.

Damit soll es auch möglich sein, auf hoher See oder in den Bergen vermisste Personen innerhalb von nur zehn Minuten zu finden, wenn sie einen mit Galileo verbundenen Notruf absetzen.

Quelle: Europäische Komission

Geschlechtskrankheiten Mediziner lösen das Rätsel geschlechterspezifischer Infektionskrankheiten

Weshalb einige Infektionskrankheiten bei Männern zu schwereren Erkrankungen führen als bei Frauen, haben Mediziner aus Surrey untersucht. Wie sie im Fachblatt NATURE Communications darlegen, lässt sich dies nicht nur auf das bislang vermutete Zusammenspiel von Geschlechtshormonen und Immunsystem zurückführen.

Demnach sei es aus Sicht der Erreger günstiger, bei Frauen weniger schwere Symptome auszulösen als bei Männern. Der Grund: Frauen bieten bessere Verbreitungsoptionen.

Diese können Erreger nicht nur an Gleichaltrige übertragen, etwa beim Geschlechtsverkehr, sondern auch an Kinder durch Schwangerschaft und Stillen.

Die Mediziner hatten die Ausbreitungsmechanismen des HTLV-1-Virus untersucht, einem Erreger, der beim Menschen adulte T-Zell-Leukämie (ATL) verursachen kann.

Quelle: Nature Communications DOI: 10.1038/ncomms13849

13.12.2016

Astronomie Astronomen sind der Lösung eines kosmischen Rätsels näher gekommen

Im Januar haben Forscher einen Lichtblitz im All beobachtet. Die Quelle war knapp vier Milliarden Lichtjahre von uns entfernt und strahlte heller als 500 Milliarden Sonnen. Seit dem fragen sich Astronomen: Was könnte diesen Lichtblitz verursacht haben?

Weder eine Sternenexplosion noch ein supermassereiches schwarzes Loch, das einen Stern verschlingt, taugten ihrer Ansicht nach als Erklärung. Nun haben Beobachtungen mit verschiedenen Teleskopen gezeigt, dass das Licht doch aus der Umgebung eines schwarzen Lochs kam.

Im Magazin "Nature Astronomy" schlussfolgern Wissenschaftler aus elf Ländern, dass es sich dabei um ein schnell rotierendes schwarzes Loch handelt muss. Das wäre nämlich in der Lage, den Stern zu zerreißen. Ein Ereignis, das den Lichtblitz verursacht haben könnte.

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/s41550-016-0002

Geoengineering US-Forscher wollen die Erde kühlen und die Ozonschicht schonen

Um die Erde angesichts der globalen Erwärmung kühl zu halten, kann man Schwebepartikel in die Atmosphäre entlassen, die das Sonnenlicht reflektieren. Dieses so genannte "Geoengineering" hat jedoch eine Schwäche: Alle Partikel, die bisher dafür in Frage kommen, können die Ozonschicht gefährden.

Forscher der Harvard-University präsentieren im Magazin "PNAS" nun einen neuen Kandidaten: Das Mineral Kalkspat könne Sonnenlicht reflektieren und gleichzeitig die Ozonschicht schonen.

Das hätten Computersimulationen ergeben. Derzeit testen die Forscher im Labor, ob sich das weit verbreitete Material in den mittleren Schichten der Erdatmosphäre tatsächlich wie gewünscht verhalten würde.

Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1615572113

Raumfahrt Drache startet später

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat den ersten bemannten Flug seiner "Dragon"-Raumkapsel verschoben. Erst im Mai 2018 soll eine Falcon-Rakete das Raumschiff mit Astronauten an Bord ins All befördert. Ursprünglich war der Start für Ende 2017 geplant.

Das Unternehmen untersucht derzeit einen Unfall: Im September war eine Falcon-9-Rakte beim Auftanken explodiert. Der Plan für die bemannten Missionen sah vor, dass die Astronauten während der Betankung bereits an Bord der Rakete sein würden.

Das Unternehmen will gemeinsam mit der Nasa Astronauten zur ISS bringen. Derzeit sind solche Flüge ausschließlich mit russischen Sojus-Raketen möglich.

Quelle: NASA / The Verge

Autonomes Fahren Google legt sein Auto ohne Lenkrad auf Eis

Das berichtet der Silicon-Valley-Branchendienst "The Information" und beruft sich auf informierte Personen.

Demnach will Googles Mutterkonzern Alphabet die Entwicklung eines komplett selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale nicht weiter vorantreiben. Stattdessen arbeite der Konzern an einer "praktikableren" Lösung, die traditionelle Bedienelemente für einen menschlichen Fahrer vorsehe.

Bis Ende 2017 wolle Google dann einen kommerziellen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos auf den Markt zu bringen.

Laut dem Online-Portal Golem will der Konzern seine Pläne heute noch offiziell bekanntgeben.

Quelle: https://www.theinformation.com/google-scaled-back-self-driving-car-ambitions

Astronomie Ferner Planet könnte in "Rubin-Wolken“ gehüllt sein

Es handelt sich um einen Gasriesen, der über 1000 Lichtjahre von uns entfernt ist. Forscher aus dem Vereinigten Königreich haben mit dem Hubble Weltraumteleskop das Licht untersucht, das von der Atmosphäre des Planeten reflektiert wird.

Dabei stellten sie fest, dass sich diese Reflexionen ändern, was auf Winde hindeutet,  die Wolkensysteme in Bewegung setzen. Berechnungen zur Temperatur dieser Wolken legen nahe, dass es sich dabei wahrscheinlich um Partikel aus Korund handelt, berichten die Forscher im Magazin "Nature Astronomy".

Auf der Erde kommt dieses Mineral etwa in Form von Rubinen und Saphiren vor.

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/s41550-016-0004

Biologie Klimawandel macht Rentieren zu schaffen

Die größte wilde Rentierherde hat sich seit der Jahrtausendwende um 40 Prozent verkleinert. Das haben US-Wissenschaftler auf dem Treffen der "American Geophysical Union" erklärt.

Die Herde lebt auf der Taimyrhalbinsel im Norden Russlands und umfasst derzeit 600 000 Rentiere. Laut den Forschern müssen die Tiere ihr Wanderungsverhalten ändern, um sich vor Stechmücken zu schützen, die sich durch das wärmere Klima ausbreiteten. Außerdem würden die Rentiere menschlicher Aktivität ausweichen.

Forscher aus Norwegen und Schottland berichten derweil beim Treffen der "British Ecological Society", dass die Rentiere auf Spitzbergen immer kleiner werden: Seit den Neunzigern habe sich ihr Durchschnittsgewicht um zwölf Prozent verringert.

Grund könnten häufigere Regenfälle sein, die Eisschichten bilden und den Tieren die Nahrungssuche erschweren.

Die wärmeren Sommer führten gleichzeitig dazu, dass die Zahl der Rentiere auf Spitzbergen steige.

Quelle: Guardian / Time / Telegraph

12.12.2016

Biologie Sackflügelfledermäuse vertrauen bei der Partnerwahl auf ihre Nase

Das gilt zumindest für Weibchen der amerikanischen Sackflügelfledermaus. Die Tiere wählen mit Hilfe des Geruchs gezielt Männchen, die sich genetisch stark von ihnen unterscheiden, berichten deutsche Forscher in den "Scientific Reports". Im Duft der Männchen stecken offenbar Informationen zu deren Immunabwehr, dem sogenannten MHC-Komplex. Für die Nachkommen ist es von Vorteil, wenn sich dieser optimal mit dem der Weibchen ergänzt.

Die Wissenschaftler fingen knapp eintausend frei lebende Fledermäuse in Costa Rica. Sie untersuchten deren Verwandtschaftsverhältnisse, MHC-Gene sowie die Zusammensetzung bestimmter Rezeptoren in der Riech-Schleimhaut. Das Ergebnis: Die Weibchen mit den vielfältigsten Geruchsrezeptoren fanden am ehesten Partner mit komplementärer MHC-Genausstattung.

Dass männliche Sackflügelfledermäuse den Weibchen bei der Balz ein eigenes Parfum präsentieren, war bereits bekannt.

Es ist eine Mixtur aus Urin, Spucke und anderen Sekreten, die in zwei Haut-Täschchen auf den Flügeln gelagert wird.

Beim Balzen fächern die Männchen den Duft gezielt zu den Weibchen, indem sie einige Sekunden vor diesen im Rüttelflug in der Luft stehen.

Quelle: Scientific Reports DOI:10.1038/srep38490

Medizin Soziales Umfeld beeinflusst den Verlauf von Brustkrebs-Erkrankungen

Darauf weist eine Studie von Medizinern aus den USA und China im Fachmagazin "Cancer" hin. Den Untersuchungen zufolge trat bei Patientinnen, die sozial eher isoliert waren, nach einer Therapie häufiger wieder Krebs auf, als bei sozial gut eingebundenen Frauen. Auch die Sterbewahrscheinlichkeit war bei sozialer Isolation höher.

Die Forscher sammelten Daten von mehr als 9.000 Brustkrebspatientinnen und untersuchten, wie sich deren soziales Umfeld im Mittel über zehn Jahre auf den Krankheitsverlauf auswirkte. Das Ergebnis: Für sozial isolierte Frauen war das Risiko, dass der Krebs wieder auftauchte, um etwa ein Drittel höher, das Risiko an Brustkrebs zu sterben um etwa die Hälfte.

Künftige Studien seien notwendig, um zu verstehen, wie und warum soziale Kontakte die Heilungschancen beeinflussen, so die Wissenschaftler.

 

Quelle: Cancer DOI: 10.1002/cncr.30440

Zikaepedemie Aus den USA gibt es neue Meldungen zu Zika-Infektionen

Wie der Gouverneur von Florida am Freitagabend mitteilte, wird das Virus in dem US-Bundesstaat offenbar nicht mehr von Mücken übertragen. Den "Centers for Disease Control and Prevention" zufolge gab es in Florida bislang 184 Infektionen durch Stiche heimischer Mücken. Seit 45 Tagen sei aber kein solcher Fall mehr gemeldet worden, so der Gouverneur.

Im US-Bundesstaat Texas sind dagegen vier weitere Zika-Fälle aufgetreten, bei denen sich die Menschen offenbar durch örtliche Mücken infiziert haben.

Zunächst waren in den USA nur Fälle aufgetreten, bei denen Reisende das Virus mitgebracht hatten. In Florida hatte sich schließlich im Sommer ein Mensch vor Ort durch einen Mückenstich infiziert.

Das Zika-Virus kann bei ungeborenen Kindern zu schweren Schädelfehlbildungen führen.

Das Virus wird meist durch Gelbfiebermücken übertragen. In Einzelfällen können sich Menschen auch durch sexuelle Kontakte infizieren.

 

Quelle: DPA, APD, http://www.cdc.gov/zika/geo/united-states.html

Klimawandel Die Methankonzentrationen in der Atmosphäre steigen derzeit ungewöhnlich schnell

Davor warnen Klimaforscher aus Frankreich, Australien und den USA heute in einem Editorial der "Environmental Research Letters". Demnach stiegen die Konzentrationen des hochwirksamen Treibhausgases 2000 bis 2006 jährlich nur um etwa 0,5 Teilchen pro Milliarde. Ab 2007 nahmen die Konzentrationen dagegen jährlich mit mehr als zehnfach höherer Rate zu.

Die Gründe dafür sind noch weitgehend unklar. Steigender Kohleverbrauch in China, Lecks bei der Gasförderung durch Fracking in den USA sowie Rinderweiden und Reisfelder in den Tropen kommen laut den Wissenschaftlern als Methan-Quellen in Frage.

Die Autoren wollen die Entwicklung mit weiteren Klimaforschern morgen auf der Tagung der "American Geophysical Union" in San Francisco diskutieren.

Die Wirksamkeit von Methan als Treibhausgas ist weitaus höher als die von CO2. Die steigenden Konzentrationen könnten das Ziel gefährden, die Klimaerwärmung weltweit auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Quelle: Environmental Research Letters DOI:10.1088/1748-9326/11/12/120207

Astronomie wandernder Planet könnte zur Entstehung von Meteoriten beigetragen haben

Genauer der Entstehung einer einzigartigen Gruppe von Steinmeteoriten im Asteroidengürtel: sogenannte CB-Chondrite, die neben viel Kohlenstoff auch viel Eisen enthalten. Darauf weist eine Studie im Fachmagazin "Science Advances" hin. Die Astronomen stützten sich dabei auf neue Vermutungen zum Werdegang Jupiters. Demnach befand sich der Planet im frühen Sonnen-System weiter außen als heute und wanderte erst mit der Zeit näher zur Sonne.

Computersimulationen der Wissenschaftler zeigten nun: Als Jupiter am Asteroidengürtel entlang wanderte, könnte seine Gravitation dort für etwa 500.000 Jahre zu hohen Aufprall-Geschwindigkeiten von Himmelsobjekten geführt haben, mit den CB-Chondriten als Produkt dieser Kollisionen.

Die Simulationen zeigten auch: Bei den Kollisionen wurden Geschwindigkeiten erreicht, bei denen Eisen verdampft. Solches Eisen findet sich in kondensierter Form in den Chondriten wieder.

Modelle, die das Wandern von Planeten nicht berücksichtigen, könnten den Ursprung der speziellen Meteorite nicht so schlüssig nachvollziehen.

Quelle: Science Advances DOI 10.1126/sciadv.160165

Neurotechnologie Winzige Spule stimuliert die Aktivität von Nervenzellen

Ins Gehirn implantierte Elektroden werden bereits genutzt, um etwa Seh- und Hörstörungen auszugleichen oder neurologische Erkrankungen wie Parkinson zu behandeln. Die Elektroden können auf Dauer jedoch das umliegende Hirn-Gewebe vernarben lassen. Laut einem Team US-amerikanischer Mediziner könnten künftig auch winzige Spulen ins Gehirn implantiert werden. Der gebogene Draht soll die Hirnaktivität dabei durch magnetische Energie beeinflussen und Nervenzellen gezielter und schonender stimulieren können als Elektroden. Die Studie ist im Fachmagazin "Science Advances” erschienen.

Die Mini-Spule der Forscher besteht aus einem dünnen Draht mit einer einzigen scharfen Biegung. In Tests mit Hirngewebe von Mäusen erzeugten die Spulen einheitliche Reaktionen in gezielt addressierten Nervenregionen.

Bei lebenden Mäusen konnten die Forscher über implantierte Spulen die Bewegung der Schnurrhaare steuern.

Die Mini-Spulen wirken selbst dann, wenn sie von einer bio-kompatiblen Hülle umgeben sind. Daher seien sie besser verträglich für das umliegende Hirngewebe als Elektroden, vermuten die Wissenschaftler.

Quelle: Science Advances DOI: 10.1126/sciadv.1600889

09.12.2016

Raumfahrt Japan schickt Nachschub zur Internationalen Raumstation

Eine Trägerrakete mit einem unbemannten Raumschiff hob heute vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima ab. Der Transporter soll am 13. Dezember an der ISS andocken. An Bord des Frachters befinden sich etwa sechs Tonnen Versorgungsgüter, darunter ein Batteriesystem, Lebensmittel und Trinkwasser. Hinzu kommen sieben kleine Satelliten von Universitäten und Unternehmen. Der Start der Trägerrakete war eigentlich für den 1. Oktober geplant, musste aber wegen technischer Probleme verschoben werden.

Quelle: Agenturen

Biologie Kolibris fliegen in großer Höhe weniger agil

Zu diesem Schluss kommen kanadische Forscher im Fachblatt Current Biology. Sie hatten ausgewachsene Kolibris eingefangen und in eine Forschungsstation auf 3.800 Meter Höhe gebracht. Die Wissenschaftler filmten die Kolibris und stellten bei der Auswertung des Materials fest, dass die Fähigkeit zu beschleunigen und wendig zu fliegen in großer Höhe abnimmt, verglichen mit dem Flug auf Meereshöhe. Dies führen sie auf den niedrigeren Luftdruck in der Höhe zurück. Die Flügel der Kolibris könnten unter diesen Bedingungen nicht optimal arbeiten, so die Forscher.

Weitere Infos unter eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Fauna Ein 255 Millionen Jahre alter Kiefer enthält Zähne – und einen Tumor

Forscher aus den USA haben in einem fossilen Kiefer nicht nur die erwarteten Zähne entdeckt, sondern auch zahnähnliche Strukturen, die sie im Fachmagazin JAMA Oncology als Odontom beschreiben, als tumorähnliche Struktur im Kiefer. Odontome sind bei Säugetieren heutzutage recht weit verbreitet. Allerdings sind sie bereits vor mehr als 250 Millionen Jahren bei den entfernten Verwandten der Säugetiere aufgetreten, wie das Fossil nun belegt. Es gehört zu einer Gattung, die vor etwa 270 bis 250 Millionen Jahre lebte und entfernt mit den Säugetieren verwandt war.

Weitere Infos unter eurekalert.org

Quelle: Eurekalert

Schaltkreise Wissenschaftler haben die Speicherdauer von Quantenschaltern weiter verbessert

Diese supraleitenden Schaltkreise gehören zu den Kandidaten für die Darstellung von Quanten-Bits, kurz Qubits, mit denen Quantenrechner eines Tages Informationen deutlich schneller speichern und verarbeiten können sollen als heutige Computer. Einem internationalen Forscherteam ist es nun gelungen, den Zeitraum, über den supraleitende Schaltkreise eine Null oder Eins speichern können, zu verlängern.

Wie sie im Fachmagazin Science berichten, ist es ihnen gelungen, einzelne Elektronen, die den Speichervorgang stören, vorübergehend aus dem Schaltkreis zu entfernen. Dies sei mit Hilfe von Mikrowellenpulsen gelungen und habe die Lebensdauer der Qubits verdreifacht. Die störenden Elektronen würden durch die neue Technik nicht dauerhaft entfernt, sondern fließen immer wieder zurück in den Schaltkreis. Die Forscher arbeiten allerdings daran, die einzelnen Elektronen auf Dauer einzufangen.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: idw

Diabetes Wissenschaftler haben künstliche Beta-Zellen hergestellt

Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse sind dafür verantwortlich, den Blutzuckerspiegel durch die Ausschüttung von Insulin  zu regulieren. Bei Typ-1-Diabetikern funktionieren diese Zellen nicht mehr. Einem internationalen Team von Forschern ist es nun gelungen, künstliche Beta-Zellen herzustellen.

Wie sie im Fachblatt Science schreiben, kommen sie ohne Stammzellen aus. Stattdessen nutzen die Wissenschaftler Zelllinien, die auf Nierenzellen beruhen. Diese statteten sie zusätzlich mit einem Kalziumkanal und mit Genen aus, die für die Produktion von Insulin und einem weiteren Hormon zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich sind.

Die Forscher implantierten die künstlichen Beta-Zellen in diabetische Mäuse. Während der drei Wochen dauernden Testphase produzierten die Zellen zuverlässig und ausreichend die Blutzucker regulierenden Botenstoffe, so die Wissenschaftler.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: idw

Fund Forscher haben in Bernstein den Schwanz eines Dinosauriers entdeckt

Der Bernstein stammt aus Myanmar und ist etwa 100  Millionen Jahre alt. Darin eingeschlossen ist der gefiederte Schwanz eines Dinosauriers. Wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin Current Biology berichtet, gehörte er zu einem gefiederten Tier von der Größe eines Sperlings.

Dies sei nicht der erste Fund von Federn in Bernstein, jedoch der erste Fund von Dinosaurierteilen in dem Harz. Weiterhin bemerkenswert sei die gut erkennbare dreidimensionale Anordnung der Federn, so die Wissenschaftler.

Weitere Infos auf bbc.com

Quelle: BBCNews, Eurekalert

Biologie Die Fortpflanzung der Bärtierchen wurde erstmals im Detail festgehalten

Biologen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Universität Stuttgart haben das Liebesleben der etwa ein Millimeter großen Bärtierchen auf Video festgehalten. Nach einem komplexen Vorspiel könne die Paarung bis zu einer Stunde dauern, berichten die Forscher im Zoological Journal of the Linnean Society.

Während der Paarung legt das Weibchen seine Eier in einem sogenannten Häutungshemd ab und steigt aus seiner alten Haut heraus. Die Befruchtung findet dann außerhalb der Bärtierchenkörper im Häutungshemd statt. Die auch Wasserbären genannten Tiere gelten als unzerstörbar. Sie leben weltweit in Meeren, im Süßwasser und in feuchten Landlebensräumen wie etwa Mooskissen.

Weitere Infos auf idw-online.de

Quelle: Agenturen, idw

Silikon Forscher haben einen Drucksensor aus Hüpfknete gebaut

Hüpfknete ist eine Knetmasse auf Silikonbasis, die mal fest, mal zähflüssig sein kann und hüpft, wenn man sie zum Beispiel auf den Boden wirft. Wissenschaftler aus Irland und Großbritannien haben in die Knetmasse winzige Flocken aus Graphen eingearbeitet. Daraufhin war das Material leitend.

Wie die Forscher in Science schreiben, änderte sich der elektrische Widerstand deutlich, wenn sie Druck auf die Knete ausübten. Dabei reichten bereits kleine Druckveränderungen aus, etwa, wenn die Knetmasse an die Halsschlagader gehalten wurde. Auf Basis der Strom leitenden Knete ließen sich leichte Sensoren bauen, die etwa den Blutdruck oder die Atmung überwachen könnten.

Weitere Infos auf sciencemag.org

Quelle: ScienceNews, NatureNews

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