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06.02.2012

Medizin Manche Menschen sind vor Ansteckung mit Tuberkulose geschützt

Ein internationales Forscherteam um Christian Meyer vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg hat eine Genvariante entdeckt, die offenbar vor einer Ansteckung mit dem Tb-Erreger, dem Mycobacterium tuberculosis, schützt. Die Forscher nutzten Daten aus dem Internationalen 1000-Genome-Projekt, außerdem die genetischen Daten von mehr als 1300 Menschen mit und 1800 Menschen ohne Tuberkulose. Sie entdeckten, dass Menschen mit einer bestimmten Variante einer Genregion auf Chromosom 11 in direkter Nachbarschaft des WT1-Gens vor einer Ansteckung mit Tuberkulose geschützt sind. Die genetische Variante scheint weit verbreitet zu sein. Die Forscher fanden sie bei Menschen in Ghana, Gambia, Indonesien aber auch in Russland. Das WT1-Gen spiele eine wichtige Rolle im Vitamin D-Stoffwechsel. Außerdem unterdrücke es die Bildung von Interleukin 10, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Genetics. Wie genau aber die Genvariante vor einer Ansteckung schützt, ist noch unklar. //[mawi]//

Quelle: Nature Genetics, doi: 10.1038/ng.1080

Klima Rodungen an Berghängen wirken sich nur wenig auf Berggletscher aus

Das haben Forscher am Kilimandscharo in Afrika beobachtet. Die durch Entwaldung verursachten lokalen Klimaveränderungen seien nicht stark genug, um das Schrumpfen oder Wachsen des Gipfelgletschers signifikant zu beeinflussen, schreiben die Forscher von der Universität Innsbruck im Fachblatt "Nature Climate Change". Die Hypothese, dass lokale Veränderungen die Gletscherschmelze verstärkten, könne daher nicht bestätigt werden. Die Forscher stellten fest, dass die Entwaldung rund um den Kilimandscharo vor allem den Niederschlag über den Gipfelgletschern geändert hat. Allerdings nahmen dabei der Regen und der Schnee auf der Nordseite zu, auf der Südseite ab. Dadurch schrumpfte der Gletscher zwar auf der Südseite um 7 bis 17 Prozent, wuchs aber dafür an der anderen Seite. Insgesamt habe sich dadurch die Gesamt-Gletschermasse kaum verändert. Für das Schrumpfen des Gletschers seien eindeutig die großräumigen Klimaeinflüsse entscheidender gewesen. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change; doi:10.1038/nclimate1390

Medizin Auch Jungen sollten sich gegen Papilloma-Viren impfen lassen

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta hat jetzt offiziell zu Routine-Impfungen gegen Humane Papilloma-Viren HPV auch bei Jungen aufgerufen. Für Mädchen gilt die Impfempfehlung in den USA seit 2006, in Deutschland seit 2007. Die CDC empfehlen die Impfung für Jungen im Alter zwischen elf und zwölf Jahren; außerdem empfehlen sie die Impfung von Männern im Alter von 22 bis 26, wenn diese ein geschwächtes Immunsystem haben oder homosexuell sind. Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs verursachen aber auch Warzen und Krebserkrankungen im Anal- und Genitalbereich sowie im Mund und im Rachen-Raum. Die Impfung schützt nur vor der Ansteckung mit besonders häufigen und als gefährlich eingestuften Papilloma-Viren. //[mawi]//

Geologie Vulkanausbrüche erschweren die Auswertung von Jahresringen

An den Wachstumsringen eines Baumes lässt sich ableiten, welche Wetterbedingungen an seinem Standort herrschten. Aus der Analyse verschiedener Bäume an verschiedenen Standorten und zu verschiedenen Zeiten lässt sich das Klima vergangener Jahre oder auch Jahrhunderte rekonstruieren. Forscher der Penn State University weisen im Fachblatt "Nature Geoscience" darauf hin, dass sich in diese Chronologie Fehler einschleichen können. Nach einem Vulkanausbruch etwa, fielen die Temperaturen oft stark ab, weil sich der Himmel durch den Staub stark verfinstere. Dies wirke sich auf das Wachstum der Bäume aus. Bei plötzlich abfallenden Temperaturen wüchsen manche Bäume kaum oder gar nicht. Die Folge: Der Baum bildet keinen Wachstumsring aus. Die Auswirkung eines Vulkanausbruchs auf das Klima könnte unterschätzt werden, wenn eine Analyse sich einzig auf die Auswertung der Baumringe stütze, warnen die Forscher. //[mawi]//
03.02.2012

Raumfahrt Der Iran hat seinen dritten Satelliten ins All geschossen.

Das berichtet der Fernsehsender al-Alam. Der Satellit mit der Bezeichnung Navid ist demnach 50 Kilogramm schwer und umkreist die Erde in einer Höhe von rund 375 Kilometern alle 90 Minuten einmal. Seine Aufgabe ist nach Angabe des Leiters des iranischen Weltraumprogramms "Bilder von der Erde aufnehmen". Die Trägerrakete vom Typ Simorgh kann nach offiziell bekannten Daten eine Last von 60 Kilogramm in eine Höhe von 500 Kilometern schießen. Navid ist der dritte Satellit des Irans, der im All kreist. Seine Dienstzeit wird mit voraussichtlich 1,5 Jahren angegeben. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Drei neue Planeten wurden diese Woche entdeckt.

Einer dieser drei könnte einen lebensfreundlichen Rahmen bieten, hoffen Forscher der Universität Göttingen und der Carnegie Institution in Washington. Der fragliche Planet hat eine Masse, die etwa 4,5 Mal so groß wie die der Erde ist. Die Astronomen vermuten nach den ersten Daten, dass es sich um einen erdähnlichen Planeten handeln könnte. Er kreist um einen nur 22 Lichtjahre entfernten Stern; sein Jahr dauert nur 28,25 Tage. Weil sein Heimatstern aber ein roter Zwerg ist, bekommt dieser Planet nur sehr wenig Energie, gerade genug, um in etwa Temperaturen der Erde zu erreichen. Weitere Messungen sollen die Hoffnungen der Wissenschaftler erhärten. Forscher aus Israel berichten unterdessen von zwei Doppelsternsystemen, die von je einem Planeten umkreist werden, im Sternbild des Schwan. Die beiden Planeten umkreisen ihr Zwillingssystem in 131 beziehungsweise 289 Tagen. Damit kennen Astronomen bis jetzt drei planetenumkreiste Doppelsterne. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Der nächste Sojus-Flug zur ISS wird verschoben.

Darauf haben sich die Raumfahrtagenturen Roskosmos und Nasa geeinigt. Grund ist, dass die Rückkehrkapsel der Sojus TMA 04 M undicht ist. Wo sich das Leck befindet und wie es entstand, teilte Roskosmos nicht mit. Die Sojus-Kapsel soll jetzt statt am 30. März am 15 Mai starten. Dadurch könnten sich die weiteren Flüge zur ISS auch verschieben. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Medizin An Malaria sterben deutlich mehr Menschen als bisher angenommen.

Geht die Weltgesundheitsorganisation von 655.000 Menschen aus, die 2010 an der Malaria gestorben sind, könnten es tatsächlich 1,24 Millionen gewesen sein. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Washington in Seattle in "The Lancet". Die Wissenschaftler stützen sich auf eine neue Datenbasis und neue Computermodelle, mit denen sie die Daten ausgewertet haben. Diese Modelle ergaben auch, dass deutlich mehr Erwachsene der Krankheit erlagen als bislang unter Medizinern als gesichert galt. Hält diese Analyse einer Überprüfung stand, könnte das bedeuten, dass Menschen doch keine Immunität gegen Malaria entwickeln, wenn sie als Kinder infiziert werden. In einem Trend stimmen jedoch die Zahlen der WHO und der Forschergruppe aus Washington überein: Beide gehen davon aus, dass die Zahl der Toten sinkt. Die Forschung wurde finanziert von der Bill and Melinda Gates Foundation //[gät]//
02.02.2012

Biologie Quallenboom ist kein weltweiter Trend.

Massenvermehrungen von Quallen haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu sensationsheischenden Medienberichten geführt. Zu den weit verbreiteten Aussagen gehört die Annahme, dass der Mensch durch die Überfischung der Weltmeere und dem Klimawandel einen weltweiten Boom der Quallen auslösen könnte. Jetzt hat eine internationale Gruppe von Meeresforschern Zweifel an diesem Szenario geäußert. Wie die Wissenschaftler im Magazin "BioScience" berichten, gebe es keine Hinweise dafür, dass die Zunahme der Quallenpopulation ein globales Phänomen sei. In manchen Ozeanregionen hätte die Zahl der Quallen in den vergangenen Jahrzehnten sogar abgenommen oder sei zyklischen Schwankungen unterworfen. Um künftig genauere statistische Analysen zu ermöglichen, haben die Forscher begonnen, eine globale Datenbank der Quallenvorkommen aufzubauen. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1525/bio.2012.62.2.9

Technik Herzschlag treibt Herzschrittmacher.

Herzschrittmacher benötigen zwar nur sehr wenig Energie, dennoch muss von Zeit zu Zeit ihre Batterie gewechselt werden. US-Forscher der Universität von Michigan haben jetzt den Prototyp einer autarken Stromversorgung entwickelt, bei welcher der Herzschrittmacher seine Energie direkt aus den Bewegungen des Herzens gewinnt. Die Wissenschaftler bauten einen miniaturisierten Energiewandler aus Piezokeramik, der in die Brusthöhle eingesetzt werden kann. Die vom Herzschlag ausgelösten Schwingungen im Gewebe genügen, um im Piezoelement kurze Stromimpulse zu erzeugen. Wie die Forscher im Magazin "Applied Physics Letters" berichten, reiche die Energiemenge selbst bei einem schwachen Puls stets aus, um einen Herzschrittmacher zu betreiben. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1063/1.3679102

Umwelt Elefanten sollen in Australien als Brandschützer dienen.

Das hat der Umweltbiologe David Bowman von der Universität von Tasmanien in einem Kommentar im Fachmagazin "Nature" vorgeschlagen. Die Dickhäuter könnten helfen, tropisches Bartgras zu bekämpfen, das nach Australien eingeschleppt wurde und sich dort rasant ausbreitet. Die wuchernden Gräser steigern das Risiko für verheerende Buschbrände. Das bis zu vier Meter hohe Gras sei für die in Australien heimischen Tiere zu groß und zu robust, schreibt David Bowman. Elefanten hingegen wären geeignet, den Bewuchs kurz zu halten. Um zu verhindern, dass die eingeführten Elefanten sich zur Plage entwickeln könnten, solle die Population streng überwacht werden. /[luh]/

Quelle: Nature

Medizin Nach anstrengendem Training kann eine Massage die Heilung von verletzten Muskeln ankurbeln.

Was Sportler schon lange aus subjektiver Erfahrung wissen, haben kanadische Forscher nun wissenschaftlich untermauert. Die Forscher ließen Probanden ein intensives Radfahrtraining absolvieren. Anschließend entnahmen sie aus den Oberschenkelmuskeln rechts und links jeweils kleine Gewebeproben. Zuvor wurde jeweils ein Muskel noch für 10 Minuten massiert, der andere nicht. Im Vergleich der Proben zeigte sich: Im massierten Gewebe waren die Entzündungszeichen gehemmt. Zudem war die Aktivität von Genen erhöht, die den Nachschub von Mitochondrien in den Zellen ankurbeln. Die Studie ist im Magazin "Science Translational Medicine" erschienen. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1126/scitranssmed.3002882

Rohstoffe Die Suche nach Schiefergas in Polen stockt.

Polen setzt große Hoffnung darauf, durch die Förderung von unkonventionellem Erdgas aus Schiefergestein zur Energie-Großmacht in Europa aufzusteigen. Doch diese Träume könnten sich als allzu hochtrabend erweisen. Die bisherigen Probebohrungen seien enttäuschend verlaufen, teilte der US-Energiekonzern Exxon Mobile mit, der an der Gassuche in Polen beteiligt ist. Schon vor drei Wochen hatte die Regierung in Warschau zudem bekanntgegeben, dass für 2012 deutlich weniger Bohrgenehmigungen beantragt worden seien als erhofft. Schiefergas ist in tiefen Gesteinsschichten gebunden und kann nur gefördert werden, wenn das Gestein mit speziellen Sprengverfahren aufgebrochen wird. Umweltschützer kritisieren dieses sogenannte Fracking als ökologisch bedenklich. /[luh]/

Quelle: Agenturen

Genetik Springende Gene bestimmen Fellmuster bei Kühen.

Kühe mit ungewöhnlich blumigen Fellmustern verdanken ihr Aussehen sogenannten springenden Genen. Das berichten Schweizer und belgische Forscher im Magazin "Nature". Springende Gene sind Abschnitte im Genom, die ihre Position verändern können, indem sie auf ein anderes Chromosom wechseln. Die Forscher suchten nach den genetischen Ursachen für auffällige Fellmuster, die bei manchen Kühen der Rassen „Schweizer Braunvieh“ oder „Weißblaue Belgier“ auftreten. Dabei entdeckten sie, dass bei diesen Tieren ein Gen, das die Fellfarbe beeinflusst, in mutierter Form doppelt vorkommt. Zudem ist die Kopie auf unterschiedlichen Chromosomen zu finden. Es ist der erste Nachweis, dass springende Gene auch bei Säugetieren auftreten. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1038/nature10757

01.02.2012

Neurowissenschaften Testosteron macht kompromisslos.

Je dominanter ein Mensch ist, desto höher ist meist auch sein Spiegel des Sexualhormons. Das berichten Neurowissenschaftler vom University College London in den Proceedings B der britischen Royal Society. Bei Tests hatten die Forscher Frauen entweder Testosteron oder ein Placebo verabreicht. Die Probandinnen sollten anschließend in Zweiergruppen gemeinsame Entscheidungen aushandeln. Dabei sahen die Studienautoren, dass die Frauen mit erhöhtem Testosteronspiegel eher ihre eigene Meinung überschätzten und ihr Gegenüber zu Entscheidungen drängten. Zudem war ihre Bereitschaft zur Kooperation deutlich geringer als bei den Teilnehmerinnen, die das Placebo erhalten hatten. Diese Ergebnisse zeigen, dass Testosteron dominantes Verhalten fördert, so die Forscher. [mst]

Quelle: Proc. R.Soc. B (doi:10.1098/sppb.2011.2523)

Raumfahrt Die Ursache des Absturzes der russischen Raumsonde Phobos-Grunt ist geklärt.

Dem Untersuchungsbericht zufolge sei es eine Mischung aus menschlichem Versagen und technischen Fehlern gewesen sein, teilte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin mit. Nach dem Raketenstart am 9. November vergangenen Jahres ist der Bordrechner so stark von der kosmischen Strahlung irritiert worden, dass die russische Sonde die Erdumlaufbahn nicht verlassen konnte. Der Verlust der 120 Millionen Euro teuren Sonde sei möglicherweise auf gefälschte Hardware im Bordrechner zurückzuführen, die Russland in Asien eingekauft habe. Das sagte der Leiter der staatlichen Untersuchungskommission, Juri Koptew. Demnach sei ein Großteil der Elektronik der rund 13,5 Tonnen schweren Sonde nicht zur Verwendung im All geeignet gewesen. Phobos-Grunt war am 15. Januar unkontrolliert in den Pazifik gestürzt. [mst]

Quelle: www.roscosmos.ru

Medizin Gutachter empfehlen, die wichtigsten Daten des Supervirus unter Verschluss zu halten.

Wie das US-Magazin "Science" auf seiner Website berichtet, haben Gutachter des amerikanischen Gesundheitsministeriums Grippe-Forschern empfohlen, die wichtigsten Daten von einem im Labor entwickelten Supervirus unter Verschluss zu halten. Demnach haben sie Bedenken, dass "eine detaillierte Veröffentlichung der Experimente Einzelnen, Organisationen oder Regierungen helfen könnte, ähnliche Viren für schädigende Zwecke herzustellen". Die an der Forschung beteiligten Wissenschaftler hatten bereits Mitte Januar freiwillig ihre Experimente mit der neuen Variante des Vogelgrippe-Erregers H5N1 für 60 Tage unterbrochen als klar wurde, dass es nur weniger Mutationen bedarf, um den tödlichen Erreger unter Säugetieren - Menschen eingeschlossen - hochansteckend zu machen. [mst]

Quelle: www.sciencemag.org

Geophysik Küstenbereiche könnten die Ozonschicht schädigen.

Denn die Küstengewässer des tropischen Westpazifik produzieren in großem Ausmaß natürliche Halogenverbindungen. Das ist eins der Ergebnisse einer Feldmesskampagne, die im südchinesischen Meer im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts SHIVA durchgeführt wurde. Die Forscher hatten Ende 2011 auf den Hoheitsgebieten von Malaysia, Brunei und den Philippinen die ozeanischen Quellen und atmosphärischen Transportwege der natürlichen Chlor-, Brom- und Jodverbindungen untersucht, die zu den sogenannten Ozon abbauenden Stoffen gehören. Demnach bilden Mikroorganismen wie Makroalgen und Phytoplankton natürliche Halogenverbindungen und geben diese in die Luft ab. [mst]

Quelle: IDW

Biologie Spinnen kastrieren sich bei der Paarung.

Dies hat für die Männchen einer tropischen Seidenspinnenart gleich zwei Vorteile, schreiben Forscher aus Singapur in den Biology Letters. Zum einen können sie dadurch nach der Paarung vor dem Weibchen fliehen, da es sich mitunter nach erfolgreicher Kopulation das Männchen einverleibt. Zum anderen sichern so die Männchen den Erfolg auf Nachwuchs. Demnach verfügen die männlichen Gliedertiere über einen Taster, der die Spermien überträgt. Zur Paarung steckt das Männchen diesen in den Genitalbereich des Weibchens, um ihn sich anschließend vom Körper zu reißen. Das Befruchtungsorgan stößt auch lange Zeit nach der Trennung vom Körper des Männchens weiter Spermien aus, die das Weibchen einlagert. Zugleich verpfropft der Taster den Genitalbereich des Weibchens und hindert somit konkurrierende Männchen daran, in eine Spermienkonkurrenz zu treten. Der Preis für diese Selbstkastration sei zwar eine Zeugungsunfähigkeit, der Lohn hingegen eine sichere Vaterschaft und eine Überlebenschance hinsichtlich der Kannibalismus praktizierenden Weibchen, so die Forscher. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2011.1202)

31.01.2012

Zoologie Würgeschlangen bedrohen die Everglades

In den Everglade-Sümpfen im US-Bundesstaat Florida beobachten Ranger seit Jahren eine stete Abnahme der Populationen von Waschbären, Ratten, Rotluchsen und anderen Säugetieren. Jetzt haben Forscher die Ursache dafür gefunden. Burmesische Python-Schlangen, die ursprünglich von Reptilienfreunden als Haustiere gehalten wurden, sind in der Wildnis heimisch geworden. Weil sie dort außer besonders großen Alligatoren keine Fressfeinde mehr haben, vermehren sie sich stark und dezimieren die Bestände anderer Tiere. Nach Ansicht der Forscher könnte sich das Ökosystem der Everglades durch die gefräßigen Schlangen in Zukunft stark verändern. Die Studie ist in den "Proceedings" erschienen. //[luh]//

Quelle: PNAS - doi:10.1073/pnas.1115226109

Klima US-Klimaforscher wappnen sich gegen Kritiker

Klimawissenschaftler in den USA sehen sich immer häufiger juristischen Klagen von sogenannten Klimaskeptikern ausgesetzt. Ein Problem dabei sind die Kosten, die mit den Verfahren auf die Forscher zukommen. Als Abhilfe hat der Physiker Scott Mandia vom Suffolk County Community College gemeinsam mit Kollegen einen Fonds zur Verteidigung der Klimaforschung gegründet. Der Fonds diene nicht nur dem Schutz einzelner Forscher, sondern auch des wissenschaftlichen Arbeitens an sich, heißt es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Durch Spenden sind bereits 25.000 Dollar zusammengekommen. //[luh]//

Medizin Krebstherapie führt auch bei späteren Generationen noch zu Genveränderungen

Das haben US-Forscher zumindest bei Versuchen mit Mäusen nachgewiesen. Sie beobachteten, dass herkömmliche Chemotherapien nicht nur zu Mutationen im Erbgut der behandelten Tiere führte, sondern auch bei deren Nachkommen. Die Studie ist im Fachmagazin "PNAS" erschienen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Chemotherapie die Erbsubstanz DNA für längere Zeit destabilisieren kann. Ob diese Erkenntnisse an Mäusen auch auf Menschen übertragen werden können, ist unklar. Die beteiligten Forscher sehen ein mögliches Generationsrisiko bei Chemotherapien im Kindesalter. Die Mehrzahl der Krebspatienten im Erwachsenenalter sei in der Regel schon zu alt, um noch Kinder zu zeugen. //[luh]//

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1119396109

Technologie Laser lenkt Gewehrkugel ins Ziel

Forscher der Sandia National Laboratories in den USA haben den Prototyp einer steuerbaren Gewehrmunition entwickelt. Die Kleinkaliberpatrone fliegt automatisch auf ein per Laserstrahl markiertes Ziel zu. An der Spitze der Patrone sitzt ein optischer Sensor, der den Laserstrahl erkennt. Eine integrierte Elektronik lenkt kleine Ruder am hinteren Ende so aus, dass die Patrone im Flug feine Richtungsänderungen vollzieht, um stets genau auf den Laserpunkt zuzufliegen. Nach Angaben der Forscher lässt sich so die Treffsicherheit vor allem auf weite Distanzen von über 1000 Meter um mehr als das Zehnfache verbessern. //[luh]//

Quelle: Sandia National Laboratories

Biologie Transgener Mais schadet Bienenlarven nicht

Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Würzburg. Sie untersuchten, wie gut Bienen die Pollen von gentechnisch verändertem Mais in ihrer Nahrung vertragen. Sogenannter Bt-Mais enthält ein Gen als Bauplan für ein Protein, das die Pflanzen vor Fraßschädlingen schützen soll. Die Forscher testeten, inwieweit Pollen von Bt-Pflanzen das Wachstum von Bienenlarven hemmen, wenn diese damit gefüttert werden. Beim Vergleich mit Larven, die mit konventionellem Maispollen aufgezogen wurden, fanden sie keinen Unterschied. Die Studie ist im Fachmagazin "PLoS One" erschienen. //[luh]//

Quelle: PLoS One, doi:10.1371/journal.pone.0028174

Geologie Die Kleine Eiszeit wurde durch Vulkanausbrüche ausgelöst

Um die Mitte des vergangenen Jahrtausends wurde es weltweit kälter, und vor allem Europa erlebte ab dem 16. Jahrhundert sehr strenge Winter. Klimatologen bezeichnen diese Periode als die Kleine Eiszeit. US-Forscher von der University of Colorado haben jetzt erstmals aufklären können, was zu dieser Klimaschwankung führte. In Gletschersedimenten fanden sie Hinweise auf mehrere große Vulkanausbrüche. Die Vulkane spuckten riesige Mengen an Schwefel in die Atmosphäre. Diese Aerosole reflektierten einen Teil der Sonnenstrahlung. Daraus ergab sich ein kühlender Prozess, der sich selbst verstärkte. In den kalten Jahren bildete sich mehr Eis in der Arktis, und Gletscher begannen zu wachsen. Die Eisflächen reflektierten ihrerseits mehr Sonnenstrahlung, wodurch das kühle Klima letztendlich über Jahrhunderte hinweg erhalten blieb. Die Studie ist in den "Geophysical Research Letters" erschienen. //[luh]//

Quelle: GRL, doi:10.1029/2011GL050168

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