Freitag, 26.02.2021
 
08.02.2012

Medizin Zink kann Leben retten.

Zumindest kann das Spurenelement einer Studie zufolge die Sterberate bei Kindern mit Atemwegserkrankungen deutlich senken, wenn diese bei ihrer Behandlung neben dem Antibiotikum Zink verabreicht bekommen. Das schreiben ugandische Forscher aus Kampala im Fachblatt BMC Medicine. Bei ihrer Studie an 352 Kindern sind den Angaben zufolge zwölf Prozent der Patienten ohne Zinkbeigabe gestorben, bei denen mit Zinkbeigabe waren es nur vier Prozent. Bei Kindern mit einer HIV-Infektion sei der Effekt noch größer gewesen. Den Forschern zufolge ist eine unzureichende Zinkversorgung weitverbreitet. In Uganda liege der Mangel des Spurenelements demnach zum Teil bei bis zu 70 Prozent der empfohlenen Menge. Zinkmangel führt zu verzögertem Wachstum, Haarausfall und Entzündungen. [mst]

Quelle: www.biomedcentral.com/bmcmed

Medizin Die Sterberate bei älteren Brustkrebspatienten könnte niedriger sein.

Zwar sterben ältere Frauen häufiger an hormonbedingtem Brustkrebs als jüngere, jedoch nicht nur aufgrund ihres Alters, sondern unter Umständen auch aufgrund der Behandlung. Das berichten US-Mediziner im Fachblatt JAMA, nachdem sie für eine Studie die Daten von rund 10.000 Patientinnen untersucht haben, die nach den Wechseljahren aufgrund von hormonbedingtem Brustkrebs in Behandlung waren. Dabei sahen die Forscher, dass im Schnitt fünf Prozent der Patientinnen unter 65 Jahren binnen weniger Jahre nach der Diagnose starben - bei den über 75-Jährigen lag die Sterberate hingegen bei acht Prozent. Die Forscher führen diesen Unterschied auf die Behandlung zurück. Zwar wurden fast alle Frauen operiert, die älteren bekamen aber deutlich seltener eine Bestrahlung oder Chemotherapie. Als Grund wurden häufig befürchtete größere Nebenwirkungen angegeben. In einem Kommentar zu dieser Studie heißt es, dass auch bei älteren Frauen eine Chemotherapie nützen könnte, sofern diese Patientinnen insgesamt körperlich fit seien. [mst]

Quelle: JAMA (doi:10.1001/jama2012.84)

Telekommunikation Die Übertragung von Satellitentelefonen ist nicht sicher.

Bislang galten die Sicherheitsstandards A5-GMR-1 und A5-GMR-2 des Europäischen Instituts für Telekommunikations-Standards als abhörsicher. Forschern der Ruhr-Universität Bochum ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, die Übertragung von Satellitentelefonen mit einfachen Programmen aus dem Internet in kurzer Zeit zu entschlüsseln und erhebliche Sicherheitslücken offenzulegen. Weil die Satelliten-Standards ähnlich denen für das GSM-Handynetz seien, habe man deren Entschlüsselungsmethode abwandeln und für den eigenen Angriff übernehmen können, erklärten die Bochumer Wissenschaftler. [mst]

Quelle: http://gmr.crypto.rub.de/

Biologie Auch niedrige Frequenzen verursachen Stress bei Walen.

Neben den Geräuschen von Schiffschrauben setzen auch die Geräusche von Ölbohrungen und Echoloten Glattwalen permanent zu. Das schreiben Meeresbiologen in den Proceedings B der britischen Royal Society. Für ihre Studie hatten sie den Kot von Atlantischen Nordkapern untersucht. Die Untersuchungen fanden in einer Bucht statt, in der vor dem 11. September 2001 viel Verkehr geherrscht hatte, der danach reduziert wurde. In den ersten ruhigeren Tage konnten die Forscher bei den Tieren ein Viertel weniger Stresshormone nachweisen. Die Studienautoren vermuten, dass chronischer Stress bei den Walen zu Störungen des Wachstums, der Immunabwehr und der Fortpflanzung führen kann. Ein weiteres Problem der Tiere sei zudem, dass sie auf der Frequenz des Schiffsmotorenlärms kommunizieren. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc B (doi.10.1098/rspb.2011.2429)

Genetik Das Denisova-Genom ist komplett entschlüsselt.

Erstmals ist es Forschern gelungen, das gesamte Genom einer ausgestorbenen Menschenform aus einem Knochen zu entziffern. Bereits im Jahr 2010 hatten Paläogenetiker vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig die vorläufige Fassung der Erbanlagen des Denisova-Menschen präsentiert. Seit heute ist nun die vollständige Version des Genoms online abrufbar. Die DNA stammt von einem 30. bis 50.000 Jahre alten Fingerknochen, der in einer Höhle in Sibirien gefunden worden war. Er gehört zu einer ausgestorbenen Menschenform, die bis dahin unbekannt war. Die Denisova-Menschen sind zusammen mit den Neandertalern die nächsten Verwandten heute lebender Menschen. [Reuning/Mst]

Quelle: MPG

Biologie Primaten kommunizieren per Ultraschall.

Die Rufe von Philippinen-Koboldmakis erreichen Frequenzen von mehr als 70 Kilohertz. Das liegt weit oberhalb der Hörgrenze des Menschen, die bei rund 20 Kilohertz liegt. Damit können die kleinen nachtaktiven Halbaffen untereinander kommunizieren, ohne von Fressfeinden gehört zu werden. Das berichten Forscher der Humboldt State University in Kalifornien in den Biology Letters. Demnach handelt es sich um reine Ultraschalllaute, die die im südostasiatischen Regenwald lebenden Makis ausstoßen- eine bislang unbekannte Kommunikationsform bei Primaten. Das besondere Gehör ermöglicht es den Koboldmakis auch Beutetiere wie Insekten einfach aufzuspüren, so die Forscher. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi: 10.1098/rsbl.2011.1149)

07.02.2012

Geologie Eine russische Bohrmannschaft ist vermutlich zum Wostok-See durchgebrochen

Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti meldet, dass es Wissenschaftlern gelungen ist, den Wostok-See anzubohren, der unter einer gut vier Kilometer dicken Eisdecke in der Antarktis liegt. Das Forscherteam selbst hat diese Neuigkeit noch nicht bestätigt. Ein amerikanischer Biologe, der mit den russischen Wissenschaftlern in Kontakt steht, teilte der BBC gestern mit, der Durchbruch stehe kurz bevor. Der Wostok-See ist schätzungsweise 14 Millionen Jahre alt. Das Wasser selbst ist deutlich jünger. Es könnte Kälte liebende Organismen enthalten, die der Wissenschaft bisher noch unbekannt sind. //[reu]//

Quelle: Science Insider

Chemie Chemiker synthetisieren ein Wagenrad

Wissenschaftler aus den USA haben ein geladenes Molekül hergestellt, das einem Wagenrad ähnelt: Im Zentrum sitzt ein Metallatom, entweder Niob oder Tantal, welches von zehn Bor-Atomen umgeben ist, die sich alle im selben Abstand zum Zentralteilchen befinden und alle in derselben Ebene liegen. Das Gebilde hält damit den Rekord für die höchste Zahl von umgebenden Atomen, die es bisher in einem flachen Molekül gibt. Vorgestellt wurde es im Fachmagazin "Angewandte Chemie International Edition". Die Chemiker erhoffen sich von dieser Substanz neue Erkenntnisse über die Natur von chemischen Bindungen. //[reu]//

Quelle: RSC Chemistry World, Angewandte Chemie International Edition - DOI: 10.1002/ange

Medizin Ein Medikament gegen Krebs kann auf die Knochen gehen

Ein Medikament zur Vorbeugung von Brustkrebs bei Frauen schädigt einer neuen Studie zufolge die Knochen. Forscher aus Kanada hatten rund 350 Frauen nach den Wechseljahren untersucht. Eine Messung der Knochendichte zeigte, dass der Wirkstoff Exemestan aus der Klasse der Aromatase-Inhibitoren dazu beitrug, dass die Dichte der Knochen abnahm. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen. Gleichzeitig zeigte die Studie aber auch, dass der Wirkstoff tatsächlich das Risiko senkt, an Brustkrebs zu erkranken. Im Fachblatt "The Lancet Oncology" empfehlen die Forscher daher, die beiden Risiken gegeneinander abzuwägen. Frauen, die das Medikament einnehmen, sollten auf ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D achten. //[reu]//

Quelle: The Lancet Oncology - DOI:10.1016/S1470-2045(11)70389-8

Anthropologie Menschen von der Osterinsel haben vermutlich Südamerika besucht

Ein Wissenschaftler der Universität von Oslo vermutet, dass Bewohner der Osterinsel im Südostpazifik im 15. Jahrhundert bis nach Südamerika gelangt sind – und anschließend wieder zurück. Dabei hätten sie Menschen vom Festland auf die Osterinsel mitgenommen, schreibt der Forscher in den "Philosophical Transactions of the Royal Society B". Er stützt sich dabei auf genetische Untersuchungen, die er an Blutproben vorgenommen hat. Die stammen von Nachfahren der Inselbewohner, die heutzutage in Peru leben. Unter deren Erbanlagen fanden sich auch Gene, die für das Immunsystem wichtig sind, und auf eine Verwandtschaft mit südamerikanischen Ureinwohnern hindeuten. In den Genpool seien sie gelangt, bevor die Menschen von der Osterinsel in den 1860ern nach Peru verschleppt wurden. //[reu]//

Quelle: Science Now, Philosophical Transactions of the Royal Society B - DOI: 10.1098/rs

Biologie Anfälligkeit auf Anthrax variiert stark

Nur ein einziges Gen ist dafür verantwortlich, wie anfällig Menschen auf das tödliche Bakteriengift Anthrax reagieren. Manche Personen sind durch die Erbanlage nahezu immun gegen das Toxin, andere hingegen extrem anfällig. Das berichten Forscher aus Kalifornien im Fachmagazin "PNAS". Die Empfindlichkeit gegenüber dem Gift kann von Mensch zu Mensch um den Faktor 30.000 schwanken. Ausschlaggebend sei die Aktivität des sogenannten CMG2-Gens. Die Wissenschaftler vermuten, dass die entsprechende Eiweißverbindung, das CMG2-Protein, dem Anthraxgift den Zugang zu den Körperzellen erleichtert. Diese Ergebnisse könnten dabei helfen, neue Mittel zu entwickeln, die Menschen vor dem Toxin des Milzbranderregers schützen können. //[reu]//

Quelle: PNAS

06.02.2012

Medizin Manche Menschen sind vor Ansteckung mit Tuberkulose geschützt

Ein internationales Forscherteam um Christian Meyer vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg hat eine Genvariante entdeckt, die offenbar vor einer Ansteckung mit dem Tb-Erreger, dem Mycobacterium tuberculosis, schützt. Die Forscher nutzten Daten aus dem Internationalen 1000-Genome-Projekt, außerdem die genetischen Daten von mehr als 1300 Menschen mit und 1800 Menschen ohne Tuberkulose. Sie entdeckten, dass Menschen mit einer bestimmten Variante einer Genregion auf Chromosom 11 in direkter Nachbarschaft des WT1-Gens vor einer Ansteckung mit Tuberkulose geschützt sind. Die genetische Variante scheint weit verbreitet zu sein. Die Forscher fanden sie bei Menschen in Ghana, Gambia, Indonesien aber auch in Russland. Das WT1-Gen spiele eine wichtige Rolle im Vitamin D-Stoffwechsel. Außerdem unterdrücke es die Bildung von Interleukin 10, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Genetics. Wie genau aber die Genvariante vor einer Ansteckung schützt, ist noch unklar. //[mawi]//

Quelle: Nature Genetics, doi: 10.1038/ng.1080

Klima Rodungen an Berghängen wirken sich nur wenig auf Berggletscher aus

Das haben Forscher am Kilimandscharo in Afrika beobachtet. Die durch Entwaldung verursachten lokalen Klimaveränderungen seien nicht stark genug, um das Schrumpfen oder Wachsen des Gipfelgletschers signifikant zu beeinflussen, schreiben die Forscher von der Universität Innsbruck im Fachblatt "Nature Climate Change". Die Hypothese, dass lokale Veränderungen die Gletscherschmelze verstärkten, könne daher nicht bestätigt werden. Die Forscher stellten fest, dass die Entwaldung rund um den Kilimandscharo vor allem den Niederschlag über den Gipfelgletschern geändert hat. Allerdings nahmen dabei der Regen und der Schnee auf der Nordseite zu, auf der Südseite ab. Dadurch schrumpfte der Gletscher zwar auf der Südseite um 7 bis 17 Prozent, wuchs aber dafür an der anderen Seite. Insgesamt habe sich dadurch die Gesamt-Gletschermasse kaum verändert. Für das Schrumpfen des Gletschers seien eindeutig die großräumigen Klimaeinflüsse entscheidender gewesen. //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change; doi:10.1038/nclimate1390

Medizin Auch Jungen sollten sich gegen Papilloma-Viren impfen lassen

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta hat jetzt offiziell zu Routine-Impfungen gegen Humane Papilloma-Viren HPV auch bei Jungen aufgerufen. Für Mädchen gilt die Impfempfehlung in den USA seit 2006, in Deutschland seit 2007. Die CDC empfehlen die Impfung für Jungen im Alter zwischen elf und zwölf Jahren; außerdem empfehlen sie die Impfung von Männern im Alter von 22 bis 26, wenn diese ein geschwächtes Immunsystem haben oder homosexuell sind. Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs verursachen aber auch Warzen und Krebserkrankungen im Anal- und Genitalbereich sowie im Mund und im Rachen-Raum. Die Impfung schützt nur vor der Ansteckung mit besonders häufigen und als gefährlich eingestuften Papilloma-Viren. //[mawi]//

Geologie Vulkanausbrüche erschweren die Auswertung von Jahresringen

An den Wachstumsringen eines Baumes lässt sich ableiten, welche Wetterbedingungen an seinem Standort herrschten. Aus der Analyse verschiedener Bäume an verschiedenen Standorten und zu verschiedenen Zeiten lässt sich das Klima vergangener Jahre oder auch Jahrhunderte rekonstruieren. Forscher der Penn State University weisen im Fachblatt "Nature Geoscience" darauf hin, dass sich in diese Chronologie Fehler einschleichen können. Nach einem Vulkanausbruch etwa, fielen die Temperaturen oft stark ab, weil sich der Himmel durch den Staub stark verfinstere. Dies wirke sich auf das Wachstum der Bäume aus. Bei plötzlich abfallenden Temperaturen wüchsen manche Bäume kaum oder gar nicht. Die Folge: Der Baum bildet keinen Wachstumsring aus. Die Auswirkung eines Vulkanausbruchs auf das Klima könnte unterschätzt werden, wenn eine Analyse sich einzig auf die Auswertung der Baumringe stütze, warnen die Forscher. //[mawi]//
03.02.2012

Raumfahrt Der Iran hat seinen dritten Satelliten ins All geschossen.

Das berichtet der Fernsehsender al-Alam. Der Satellit mit der Bezeichnung Navid ist demnach 50 Kilogramm schwer und umkreist die Erde in einer Höhe von rund 375 Kilometern alle 90 Minuten einmal. Seine Aufgabe ist nach Angabe des Leiters des iranischen Weltraumprogramms "Bilder von der Erde aufnehmen". Die Trägerrakete vom Typ Simorgh kann nach offiziell bekannten Daten eine Last von 60 Kilogramm in eine Höhe von 500 Kilometern schießen. Navid ist der dritte Satellit des Irans, der im All kreist. Seine Dienstzeit wird mit voraussichtlich 1,5 Jahren angegeben. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Drei neue Planeten wurden diese Woche entdeckt.

Einer dieser drei könnte einen lebensfreundlichen Rahmen bieten, hoffen Forscher der Universität Göttingen und der Carnegie Institution in Washington. Der fragliche Planet hat eine Masse, die etwa 4,5 Mal so groß wie die der Erde ist. Die Astronomen vermuten nach den ersten Daten, dass es sich um einen erdähnlichen Planeten handeln könnte. Er kreist um einen nur 22 Lichtjahre entfernten Stern; sein Jahr dauert nur 28,25 Tage. Weil sein Heimatstern aber ein roter Zwerg ist, bekommt dieser Planet nur sehr wenig Energie, gerade genug, um in etwa Temperaturen der Erde zu erreichen. Weitere Messungen sollen die Hoffnungen der Wissenschaftler erhärten. Forscher aus Israel berichten unterdessen von zwei Doppelsternsystemen, die von je einem Planeten umkreist werden, im Sternbild des Schwan. Die beiden Planeten umkreisen ihr Zwillingssystem in 131 beziehungsweise 289 Tagen. Damit kennen Astronomen bis jetzt drei planetenumkreiste Doppelsterne. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Raumfahrt Der nächste Sojus-Flug zur ISS wird verschoben.

Darauf haben sich die Raumfahrtagenturen Roskosmos und Nasa geeinigt. Grund ist, dass die Rückkehrkapsel der Sojus TMA 04 M undicht ist. Wo sich das Leck befindet und wie es entstand, teilte Roskosmos nicht mit. Die Sojus-Kapsel soll jetzt statt am 30. März am 15 Mai starten. Dadurch könnten sich die weiteren Flüge zur ISS auch verschieben. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Medizin An Malaria sterben deutlich mehr Menschen als bisher angenommen.

Geht die Weltgesundheitsorganisation von 655.000 Menschen aus, die 2010 an der Malaria gestorben sind, könnten es tatsächlich 1,24 Millionen gewesen sein. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Washington in Seattle in "The Lancet". Die Wissenschaftler stützen sich auf eine neue Datenbasis und neue Computermodelle, mit denen sie die Daten ausgewertet haben. Diese Modelle ergaben auch, dass deutlich mehr Erwachsene der Krankheit erlagen als bislang unter Medizinern als gesichert galt. Hält diese Analyse einer Überprüfung stand, könnte das bedeuten, dass Menschen doch keine Immunität gegen Malaria entwickeln, wenn sie als Kinder infiziert werden. In einem Trend stimmen jedoch die Zahlen der WHO und der Forschergruppe aus Washington überein: Beide gehen davon aus, dass die Zahl der Toten sinkt. Die Forschung wurde finanziert von der Bill and Melinda Gates Foundation //[gät]//
02.02.2012

Biologie Quallenboom ist kein weltweiter Trend.

Massenvermehrungen von Quallen haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu sensationsheischenden Medienberichten geführt. Zu den weit verbreiteten Aussagen gehört die Annahme, dass der Mensch durch die Überfischung der Weltmeere und dem Klimawandel einen weltweiten Boom der Quallen auslösen könnte. Jetzt hat eine internationale Gruppe von Meeresforschern Zweifel an diesem Szenario geäußert. Wie die Wissenschaftler im Magazin "BioScience" berichten, gebe es keine Hinweise dafür, dass die Zunahme der Quallenpopulation ein globales Phänomen sei. In manchen Ozeanregionen hätte die Zahl der Quallen in den vergangenen Jahrzehnten sogar abgenommen oder sei zyklischen Schwankungen unterworfen. Um künftig genauere statistische Analysen zu ermöglichen, haben die Forscher begonnen, eine globale Datenbank der Quallenvorkommen aufzubauen. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1525/bio.2012.62.2.9

Technik Herzschlag treibt Herzschrittmacher.

Herzschrittmacher benötigen zwar nur sehr wenig Energie, dennoch muss von Zeit zu Zeit ihre Batterie gewechselt werden. US-Forscher der Universität von Michigan haben jetzt den Prototyp einer autarken Stromversorgung entwickelt, bei welcher der Herzschrittmacher seine Energie direkt aus den Bewegungen des Herzens gewinnt. Die Wissenschaftler bauten einen miniaturisierten Energiewandler aus Piezokeramik, der in die Brusthöhle eingesetzt werden kann. Die vom Herzschlag ausgelösten Schwingungen im Gewebe genügen, um im Piezoelement kurze Stromimpulse zu erzeugen. Wie die Forscher im Magazin "Applied Physics Letters" berichten, reiche die Energiemenge selbst bei einem schwachen Puls stets aus, um einen Herzschrittmacher zu betreiben. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1063/1.3679102

Umwelt Elefanten sollen in Australien als Brandschützer dienen.

Das hat der Umweltbiologe David Bowman von der Universität von Tasmanien in einem Kommentar im Fachmagazin "Nature" vorgeschlagen. Die Dickhäuter könnten helfen, tropisches Bartgras zu bekämpfen, das nach Australien eingeschleppt wurde und sich dort rasant ausbreitet. Die wuchernden Gräser steigern das Risiko für verheerende Buschbrände. Das bis zu vier Meter hohe Gras sei für die in Australien heimischen Tiere zu groß und zu robust, schreibt David Bowman. Elefanten hingegen wären geeignet, den Bewuchs kurz zu halten. Um zu verhindern, dass die eingeführten Elefanten sich zur Plage entwickeln könnten, solle die Population streng überwacht werden. /[luh]/

Quelle: Nature

Medizin Nach anstrengendem Training kann eine Massage die Heilung von verletzten Muskeln ankurbeln.

Was Sportler schon lange aus subjektiver Erfahrung wissen, haben kanadische Forscher nun wissenschaftlich untermauert. Die Forscher ließen Probanden ein intensives Radfahrtraining absolvieren. Anschließend entnahmen sie aus den Oberschenkelmuskeln rechts und links jeweils kleine Gewebeproben. Zuvor wurde jeweils ein Muskel noch für 10 Minuten massiert, der andere nicht. Im Vergleich der Proben zeigte sich: Im massierten Gewebe waren die Entzündungszeichen gehemmt. Zudem war die Aktivität von Genen erhöht, die den Nachschub von Mitochondrien in den Zellen ankurbeln. Die Studie ist im Magazin "Science Translational Medicine" erschienen. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1126/scitranssmed.3002882

Rohstoffe Die Suche nach Schiefergas in Polen stockt.

Polen setzt große Hoffnung darauf, durch die Förderung von unkonventionellem Erdgas aus Schiefergestein zur Energie-Großmacht in Europa aufzusteigen. Doch diese Träume könnten sich als allzu hochtrabend erweisen. Die bisherigen Probebohrungen seien enttäuschend verlaufen, teilte der US-Energiekonzern Exxon Mobile mit, der an der Gassuche in Polen beteiligt ist. Schon vor drei Wochen hatte die Regierung in Warschau zudem bekanntgegeben, dass für 2012 deutlich weniger Bohrgenehmigungen beantragt worden seien als erhofft. Schiefergas ist in tiefen Gesteinsschichten gebunden und kann nur gefördert werden, wenn das Gestein mit speziellen Sprengverfahren aufgebrochen wird. Umweltschützer kritisieren dieses sogenannte Fracking als ökologisch bedenklich. /[luh]/

Quelle: Agenturen

Genetik Springende Gene bestimmen Fellmuster bei Kühen.

Kühe mit ungewöhnlich blumigen Fellmustern verdanken ihr Aussehen sogenannten springenden Genen. Das berichten Schweizer und belgische Forscher im Magazin "Nature". Springende Gene sind Abschnitte im Genom, die ihre Position verändern können, indem sie auf ein anderes Chromosom wechseln. Die Forscher suchten nach den genetischen Ursachen für auffällige Fellmuster, die bei manchen Kühen der Rassen „Schweizer Braunvieh“ oder „Weißblaue Belgier“ auftreten. Dabei entdeckten sie, dass bei diesen Tieren ein Gen, das die Fellfarbe beeinflusst, in mutierter Form doppelt vorkommt. Zudem ist die Kopie auf unterschiedlichen Chromosomen zu finden. Es ist der erste Nachweis, dass springende Gene auch bei Säugetieren auftreten. /[luh]/

Quelle: DOI:10.1038/nature10757

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