Freitag, 26.02.2021
 
14.02.2012

Gesundheit Öffentliche Rauchverbote wirken auch im privaten Bereich

Rauchverbote im öffentlichen Raum führen nicht dazu, dass zum Ausgleich mehr zu Hause geraucht wird. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die in vielen europäischen Ländern verschärften Rauchergesetze auf das Raucherverhalten auswirken. Dabei zeigte sich, dass im Schnitt jeder vierte Raucher die gesetzgeberischen Vorgaben zum Anlass nahm, auch in den eigenen vier Wänden auf das Rauchen zu verzichten. In Deutschland waren es sogar 38 Prozent. Die Forscher befragten mehr als 4000 Raucher in Irland, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden jeweils vor und nach der Einführung von Rauchverboten in den Ländern. Die Studie ist Magazin Tobacco Control erschienen. //[luh]//

Gesundheit Feinstaubbelastung erhöht das Risiko von Schlaganfällen

Die Gesundheitsgefahren von Luftverschmutzung betreffen nicht nur die Atemwege. Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass eine erhöhte Feinstaubbelastung auch dem Gehirn schaden kann. Demnach erleiden Menschen, die verschmutzter Luft ausgesetzt sind, häufiger einen Schlaganfall. Umweltmediziner der Harvard University untersuchten mehr als 1700 Patienten, die in den vergangenen zehn Jahren einen Schlaganfall erlitten hatten. Waren die Kranken zuvor nachweislich erhöhten Feinstaubbelastungen ausgesetzt, bekamen sie häufiger einen Infarkt der Hirnarterien durch eine verringerte Durchblutung. Vor allem Ruß und Stickstoffdioxid erhöhten das Schlaganfallrisiko deutlich. Diese Form von Feinstaub wird vor allem durch Autos und Lkws verursacht. Die Studie ist im Fachmagazin "Archives of Internal Medicine" erschienen. //[luh]//

IT Google-Algorithmus simuliert chemische Reaktionen

Pagerank nennt Google ein spezielles Programm, mit dem der Suchdienst die Bedeutung von Internetseiten gewichtet. Dabei wird untersucht, wie stark einzelne Seiten im Netz mit anderen verlinkt, also verbunden sind. US-Chemiker haben den Pagerank-Algoritmus für ein ganz neues Einsatzfeld angepasst. Sie fanden heraus, dass sich das Programm hervorragend eignet, um die Reaktionen großer organischer Moleküle im Computer zu simulieren. Statt der Links im Internet, bildet die Software die Verteilung von Wasserstoffbrücken ab, die bei allen Stoffwechselprozessen in biologischen Systemen eine zentrale Rolle spielen. Die Studie ist im Magazin "Journal of Computational Chemistry" erschienen. //[luh]//

Umwelt Bei Quecksilber zeigt Umweltschutz eine paradoxe Wirkung

Durch strenge Gesetzgebung in Europa sinken seit Jahren die Quecksilberemissionen. Dennoch steigt zugleich bei Süßwasserfischen aus Seen die Quecksilberbelastung. Norwegische Forscher haben jetzt eine mögliche Erklärung für diese paradoxe Entwicklung gefunden: Durch verbesserte Luftreinhaltung gibt es heute weniger sauren Regen. Der gestiegene pH-Wert des Wassers vieler Seen führt dazu, dass mehr organischer Kohlenstoff aus dem Boden darin gelöst wird. Der Kohlenstoff wiederum reagiert mit Quecksilber, das normalerweise im Wasser nicht löslich ist. Dabei entsteht Methylquecksilber. Diese Verbindung wird leicht von Organismen aufgenommen und in der Nahrungskette angereichert. Die Studie ist im Magazin Environmental Science Technology erschienen. //[luh]//

Medizin Herzeigene Stammzellen verringern Narben im Herzgewebe

Mediziner aus den USA haben erstmals Patienten nach einem Herzinfarkt mit Stammzellen behandelt, die direkt aus den betroffenen Herzen stammen. Dabei zeigte sich, dass sich mit der Therapie der geschädigte Herzmuskel zum Teil regenerieren kann. Die Forscher isolierten aus kleinen Gewebeproben des Herzmuskels der Patienten die darin enthaltenen Stammzellen und vermehrten sie. In einem zweiten Eingriff spritzten sie Millionen dieser Stammzellen zurück an die Stellen des Herzmuskels, die infolge des Infarkts vernarbt waren. Bei Untersuchungen nach einem Jahr zeigte sich, dass der vernarbte Anteil der Herzmuskeln im Durchschnitt der Fälle um die Hälfte zurückgegangen war. Das Ergebnis stellt eine gängige Lehrmeinung infrage, wonach einmal zerstörtes Herzgewebe sich nicht mehr regenerieren kann. Noch ist unklar, ob sich die neue Therapie im klinischen Alltag bewährt. Die Studie, die im Fachmagazin "The Lancet" erschien, beruht nur auf 25 Patienten. Das Hauptziel bestand darin, die Sicherheit der Behandlung nachzuweisen. Als nächstes planen die Forscher eine sogenannte Phase-2-Studie mit mehreren hundert Probanden. //[luh]//

Quelle: The Lancet, doi: 10.1016/S0140-6736(12)60195-0

Biologie Das Leben entstand nicht Ur-Meer, sondern in Tümpeln und Pfützen

Diese neue Theorie präsentierten russische Forscher in den Proceedings der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA, "PNAS". Unter Urzeit-Biologen entfachten sie damit eine Debatte. Bisher galten Heißwasserquellen in der Tiefsee als vermutliche Brutstätte des Lebens. Die Forscher weisen in ihrer Studie aber darauf hin, dass die chemische Zusammensetzung des Zellplasmas von Zellen nicht so recht zu den chemischen Bedingungen im Meer passe. Eine größere Übereinstimmung fanden sie bei der Analyse oberflächlicher Tümpel rund um heiße Geysire und Schlote – wie es sie heute zum Beispiel im Yellowstone-Nationalpark gibt. Dort herrschen ähnlich hohe Konzentrationen an Zink, Mangan, Phosphor, Kalium und Natrium wie im internen Milieu von Zellen. Nach Ansicht der Forscher konnten sich die ersten zellulären Organismen nur dort entwickeln, wo auch außerhalb ihrer Zellhülle ein passendes chemisches Umfeld herrschte. Einige Fachkollegen bezeichnen diese Annahme allerdings als falsch. //[luh]//

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1117774109

13.02.2012

Biologie Die RNA-Welt gibt neue Rätsel auf

Das Erbmolekül DNA muss zunächst abgeschrieben werden - in das Botenmolekül RNA. Chinesische Forscher des Genomforschungszentrums Peking haben die Gesamtheit der RNA-Moleküle eines Menschen genauer untersucht und festgestellt: Nach der Abschrift der DNA passieren zuweilen noch Änderungen. Im RNA-Molekül werden einzelne Bausteine ausgetauscht – in diesem Fall ist dies insgesamt 22.688 Mal passiert. Die Pekinger Forscher gehen davon aus, dass es sich nicht um Abschreibefehler handelt. In 93 Prozent der Fälle würde Adenosin durch Inosin ersetzt – das als Guanosin gelesen werde, berichten die Genomforscher im Fachblatt "Nature Biotechnology". Warum einzelne Bausteine ausgetauscht werden, ist noch ein Rätsel, ebenso wie dieser Prozess gesteuert wird. Allein schon der Befund aber, dass RNA-Moleküle noch einmal verändert werden, bringt ein zentrales Dogma ins Wanken – nämlich dass RNA eine reine Abschrift der DNA ist. //[mawi]//

Quelle: Nature Biotechnology

Gesundheit Nanopartikel können die Eisenaufnahme im Darm stören

US-amerikanische Forscher haben die Wirkung von Nanopartikeln auf menschliche Zellen und auf Hühner erforscht. Für ihre Experimente nutzten sie 50 Nanometer große Partikel aus Polystyrol. Dieser Kunststoff wird in Lebensmittelverpackungen verwendet und gilt bislang als ungiftig. Allerdings könnten die Styrol-Kügelchen die Aufnahme von Eisen im Magen-Darm-System stören, schreiben die Forscher der Cornell-Universität in Ithaca im Fachblatt "Nature Nanotechnology". Bekamen Hühner Nanopartikel direkt in den Dünndarm verabreicht, nahmen die Hühner durch den Darm weniger Eisen auf als normal. Wurden sie über mehrere Wochen mit Nanopartikeln gefüttert, kam es zu Veränderungen an der Darmschleimhaut. Die Folge: die Eisenaufnahme stieg. Im Zellversuch an menschlichen Zellen der Darmschleimhaut führte eine hohe Dosis der Teilchen ebenfalls zu einem gesteigerten Eisentransport. Die Forscher betonen, dass weitere Studien notwendig sind, um gesicherte Rückschlüsse auf die Wirkung von Nanopartikeln ziehen zu können. //[mawi]//

Quelle: Nature Nanotechnology, doi: 10.1038/nano.2012.3

Klima Biosprit aus Raps, Palmöl oder Soja belastet das Klima

Und zwar mitunter stärker als konventionelle Treibstoffe aus Erdöl. Zu diesem Ergebnis, berichten Medien heute, kommt eine Untersuchung der EU-Kommission. Demnach schneiden nur Biokraftstoffe aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Mais klar besser ab als herkömmliche Kraftstoffe. In der Studie wurden auch die indirekten Folgen der Herstellung von Biokraftstoffen für deren Ökobilanz berücksichtigt – also etwa die Brandrodung von Regenwaldflächen zum Anbau von Biokraftstoffen. Die Biospritbranche warnte vor voreiligen Schlüssen: Die Studie beruhe auf Annahmen, die nicht realistisch seien, hieß es seitens des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). In Deutschland gebe es strenge Nachhaltigkeitskriterien. So dürften für den Anbau weder Regenwälder noch Torfmoore oder sonstige schützenswerte Flächen verwendet werden. //[mawi]//

Botanik Kieselalgen profitieren vom Klimawandel

Der Klimawandel hat zu einer dramatischen Verschiebung der Artenzusammensetzung bei den Algen im Nordatlantik und der Nordsee geführt. In den vergangenen 50 Jahren seien die einst dominierenden Dinoflagellaten stark zurückgegangen. Kieselalgen hingegen hätten sich stark vermehrt, berichten Forscher der britischen Swansea University im Fachblatt "Nature Climate Change". Ursache für das Phänomen sei einerseits die Erwärmung des Meerwassers und andererseits die Zunahme von Wind über der Meeresoberfläche. Beide Faktoren verstärkten sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Beide Algengruppen gehören zu den einzelligen Planktonorganismen, die an der Basis der Nahrungskette in den Ozeanen stehen. Die Arten-Verschiebung habe damit auch Auswirkungen auf größere Tiere wie Fische und Wale. Graeme Hays von der Universität Swansea sagte: "Stellen Sie sich vor, Sie blicken morgens in ihren Garten hinaus und das gesamte Gras ist plötzlich durch Büsche ersetzt Biologische Veränderungen in dieser Größenordnung haben wir im Nordatlantik gefunden." //[mawi]//

Quelle: Nature Climate Change, doi:10.1038/nclimate1388

10.02.2012

Planetologie Die Nasa wendet sich vom Mars ab.

Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf zwei ungenannte Nasa-Wissenschaftler. Demnach wolle die Nasa am Mars-Programm mehr als 200 Millionen Dollar einsparen. Die mit der Esa gemeinsam geplanten Missionen 2016 und 2018 sollten daher absagt werden. Die Landung 2016 soll unter anderem Aufschluss geben über die Atmosphäre des Mars und Daten für künftige Landemissionen sammeln. 2018 sollen zwei Marsrover auf dem Roten Planeten landen; das Fahrzeug der Esa soll über einen Bohrer verfügen, um Proben zu sammeln. Das Nasa-Budget soll kommende Woche vorgelegt werden. Die Planetenforschung soll dem Bericht zufolge um 300 Millionen Dollar gekürzt werden. //[gät]//

Quelle: AP

Mikrobiologie Ein Vogel-Bakterium verändert sich rasend schnell.

Und es hat ein Teil seines Erbguts – das ungefähr 50 Gene umfasst – in den vergangenen 20 Jahren verloren. Das schreibt ein internationales Forscherteam in "PLoS Genetics". Die Wissenschaftler hatten die Veränderungen mehrerer //Mycoplasma gallisepticum//-Stämme untersucht, die zwischen 1994 und 2007 gesammelt wurden. Das Bakterium befällt vor allem Geflügel, wechselte in den USA in den 90er-Jahren jedoch auf Singvögel über. Die starben reihenweise an der Infektion. Wie die Wissenschaftler schreiben, zeigt ein Vergleich der Proben, dass sich das Bakterium in einem unerwarteten Tempo veränderte. Unter anderem verlor es die Gene für sein Immunsystem. Die Forscher führen das auf fehlende Bakterienfeinde im Organismus der Singvögel zurück. //[gät]//

Genetik Den Schalter für den Pflanzenschutz vor UV-Strahlung…

… beschreiben Forscher des Scripps-Forschungsinstituts und der Universität Glasgow in "Science". Wie alle Lebewesen leiden auch Pflanzen unter kurzwelliger UV-Strahlung. Allerdings haben sie ein aufwändiges Reparatur- und Schutzprogramm in ihrem Erbgut verankert, was durch das UVR8-Protein aktiviert wird. Das Protein selbst ist dabei ein sogenanntes Dimer – ein aus zwei identischen Teilen aufgebautes Molekül. Die beiden Teile werden nur durch eine schwache Bindung zusammengehalten, trifft kurzwelliges UV-Licht auf die Zellen, löst sich diese Bindung, und die einzelnen Protein-Teile aktivieren dann die Schutzprogramme auf dem Erbmolekül. Diesen Teil des Pflanzenschutzes wollen die Wissenschaftler nun genauer untersuchen. //[gät]//

Quelle: Science

Technik Fahrtenschreiber sollen über Versicherungsprämien entscheiden.

Das ist das Ziel eines britischen Automobilclubs. Die Idee ist, dass einem Fahrzeug ein digitaler Fahrtenschreiber eingebaut wird. Der zeichnet das gefahrene Tempo auf, registriert knapp genommene Kurven oder scharfe Bremsungen. Das Gerät erhält auch einen Zugang zur Satelliten-Navigation, um die gefahrenen Straßen zu protokollieren. Die Auswertung dieser Daten soll dann zeigen, wie vorsichtig oder riskant der Fahrer oder die Fahrerin unterwegs waren– und die Prämie entsprechen dem Verhalten anpassen. Auch ein weiterer Nutzen wäre denkbar, so ein Sprecher des Clubs gegenüber der BBC: So könnten Temposünder zum Beispiel einen strengen Verweis von ihrer Versicherung erhalten. //[gät]//

Quelle: BBC

Forschungspolitik Immer mehr Forscher wollen den Elsevier Verlag boykottieren.

Vor rund drei Wochen rief der britische Mathematiker und Träger der Fields-Medaille Timothy Gowers in seinem Blog dazu auf, den Elsevier-Verlag zu boykottieren. Als Grund gab der Wissenschaftler an, der holländische Verlag verhindere den Austausch von Forschungsergebnissen, verkaufe seine Journale zu teuer, zwinge Bibliotheken, Fachjournale im Paket zu kaufen und unterstütze Regeln, die es ermöglichen, mit Steuergeld finanzierte Forschungsergebnisse geheim zu halten. Bis heute haben sich diesem Boykott mehr als 4800 Wissenschaftler angeschlossen, nur jeder Fünfte ist Mathematiker, 900 von ihnen aber Biologen oder Mediziner. Der Verlag gibt unter anderem die Journale "Cell" und "The Lancet" heraus. Welche ein Ergebnis der Boykott haben kann, ist unklar. Timothy Gowers selbst hofft, das Ergebnisse mathematischer Forschung künftig ohne große Verlage publiziert werden. //[gät]//

Quelle: <a href="http://www.nature.com/news/elsevier-boycott-gathers-pace-1.10010"> Natu

09.02.2012

Botanik Der älteste lebende Organismus scheint eine Neptungraspflanze zu sein.

Entlang der Küste vor der Balearen-Insel Formentera hat ein internationales Forscherteam die längste genetisch identische Neptungraswiese ausgemacht. Sie erstreckt sich über 15 Kilometer. Anhand der jährlichen Wachstumsrate des Seegrases schätzen die Wissenschaftler die Pflanze auf ein Alter zwischen 80.000 und 200.000 Jahre. damit wäre der Organismus fast doppelt so alt wie das Tasmanische Seegras , das auf 43.600 Jahre geschätzt wird. //[tj]//

Quelle: PLoS One

Medizin Kurzzeitiges Fasten verzögert das Wachstum eines Tumors.

Wie eine Studie der Universität von Southern California belegt, scheinen sich Krebszellen durch Fastenzyklen irritieren zu lassen. Extreme Schwankungen halten sie offenbar vom Wachstum ab. Wird zudem in Kombination mit einer Chemotherapie gefastet, dann verbessert sich der Behandlungserfolg deutlich. Das schreiben die amerikanischen Forscher in der Fachzeitschrift "Science Translational Medicine". Bislang haben sie ihr Verfahren jedoch nur im Mäuseversuch getestet. Doch da half die Kombination von Fasten und Chemotherapie bei den verschiedensten Krebsarten: von Brustkrebs über Hautkrebs bis hin zu Hirntumoren. Auch waren die Nebenwirkungen der Chemotherapie deutlich geringer. Ob sich die Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist noch unklar. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

Biologie Zebrastreifen schützen vor Insekten.

Was schon lange vermutet wurde, haben ungarische und schwedische Forscher jetzt bestätigt: Die Streifen im Fell von Zebras schützen sie vor blutsaugenden Insekten. Im "Journal of Experimental Biology" berichten die Wissenschaftler von ihren Experimenten mit verschieden farbigen und gestreiften Zebramodellen. Je schmaler und dem Tierfell am ähnlichsten die Streifen waren, desto wirksamer hielten sie Insekten ab. Offenbar haben Zebras im Laufe der Evolution das beste Anti-Insekten-Design für ihr Fell entwickelt, schlussfolgern die Forscher. //[tj]//

Quelle: <a href="http://jeb.biologists.org/content/215/5/iii"> Journal of Experimental B

Bionik Sonnenblumen sollen neuen Solarkraftwerken als Vorbild dienen.

Forscher der RWTH Aachen haben zusammen mit dem MIT ein neuartiges Design für Solarkraftwerke entwickelt. Um Stellfläche zu sparen und das Sonnenlicht effizienter als bislang in Energie umzuwandeln, orientieren sie sich an der Natur: genauer an Sonnenblumen. So wie bei diesen die Samen angeordnet sind, so werden die Spiegel der Solarkraftwerke aufgestellt: von der Mitte aus spiralförmig nach außen. Im Computermodell haben die Forscher errechnet, dass Spiegel, die auf diese Weise eng aneinander stehen, die Stellfläche um 20 Prozent reduzieren können. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung RWTH Aachen

Astronomie Eine Zwerggalaxie frisst die andere.

Zum ersten Mal haben Astronomen eine Zwerggalaxie dabei beobachten können, wie sie sich eine noch kleinere Galaxie einverleibt. Bislang konnte ein galaktischer Kannibalismus nur bei großen Sternensystemen wie unserer Milchstraße beobachtet werden. Das kosmische Drama spielt sich in 12,4 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Jagdhund ab. Zwei Forschergruppen haben dies unabhängig voneinander herausgefunden und in den Fachmagazinen "Nature" und "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht. Sie hoffen auf weitere Funde: Jetzt wo man wisse, wie eine halbverdaute Zwerggalaxie aussieht, sei man vermutlich in der Lage weitere Beispiele für einander verschlingende Minigalaxien aufzuspüren. //[tj]//

Quelle: Pressemitteilung Max-Planck-Gesellschaft

Umwelt Gletscher schmelzen langsamer als vermutet.

Viele Gletscher und Eisschilde auf der Welt werden kleiner, aber sie tauchen nicht so schnell wie in früheren Studien berechnet. Das ist das Ergebnis einer im Fachblatt "Nature" veröffentlichten Studie aus den USA. So hat das Abschmelzen der Eismassen auf der Erde zwischen 2003 und 2010 zwar den Meeresspiegel um 1,5 Millimeter pro Jahr ansteigen lassen. Doch haben die Eisfelder weniger Masse verloren als befürchtet. Vor allem in den Hochgebirgen Asiens sei der Masseverlust in den vergangenen Jahren fast zum Stillstand gekommen. //[tj]//

Quelle: Nature

08.02.2012

Medizin Zink kann Leben retten.

Zumindest kann das Spurenelement einer Studie zufolge die Sterberate bei Kindern mit Atemwegserkrankungen deutlich senken, wenn diese bei ihrer Behandlung neben dem Antibiotikum Zink verabreicht bekommen. Das schreiben ugandische Forscher aus Kampala im Fachblatt BMC Medicine. Bei ihrer Studie an 352 Kindern sind den Angaben zufolge zwölf Prozent der Patienten ohne Zinkbeigabe gestorben, bei denen mit Zinkbeigabe waren es nur vier Prozent. Bei Kindern mit einer HIV-Infektion sei der Effekt noch größer gewesen. Den Forschern zufolge ist eine unzureichende Zinkversorgung weitverbreitet. In Uganda liege der Mangel des Spurenelements demnach zum Teil bei bis zu 70 Prozent der empfohlenen Menge. Zinkmangel führt zu verzögertem Wachstum, Haarausfall und Entzündungen. [mst]

Quelle: www.biomedcentral.com/bmcmed

Medizin Die Sterberate bei älteren Brustkrebspatienten könnte niedriger sein.

Zwar sterben ältere Frauen häufiger an hormonbedingtem Brustkrebs als jüngere, jedoch nicht nur aufgrund ihres Alters, sondern unter Umständen auch aufgrund der Behandlung. Das berichten US-Mediziner im Fachblatt JAMA, nachdem sie für eine Studie die Daten von rund 10.000 Patientinnen untersucht haben, die nach den Wechseljahren aufgrund von hormonbedingtem Brustkrebs in Behandlung waren. Dabei sahen die Forscher, dass im Schnitt fünf Prozent der Patientinnen unter 65 Jahren binnen weniger Jahre nach der Diagnose starben - bei den über 75-Jährigen lag die Sterberate hingegen bei acht Prozent. Die Forscher führen diesen Unterschied auf die Behandlung zurück. Zwar wurden fast alle Frauen operiert, die älteren bekamen aber deutlich seltener eine Bestrahlung oder Chemotherapie. Als Grund wurden häufig befürchtete größere Nebenwirkungen angegeben. In einem Kommentar zu dieser Studie heißt es, dass auch bei älteren Frauen eine Chemotherapie nützen könnte, sofern diese Patientinnen insgesamt körperlich fit seien. [mst]

Quelle: JAMA (doi:10.1001/jama2012.84)

Telekommunikation Die Übertragung von Satellitentelefonen ist nicht sicher.

Bislang galten die Sicherheitsstandards A5-GMR-1 und A5-GMR-2 des Europäischen Instituts für Telekommunikations-Standards als abhörsicher. Forschern der Ruhr-Universität Bochum ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, die Übertragung von Satellitentelefonen mit einfachen Programmen aus dem Internet in kurzer Zeit zu entschlüsseln und erhebliche Sicherheitslücken offenzulegen. Weil die Satelliten-Standards ähnlich denen für das GSM-Handynetz seien, habe man deren Entschlüsselungsmethode abwandeln und für den eigenen Angriff übernehmen können, erklärten die Bochumer Wissenschaftler. [mst]

Quelle: http://gmr.crypto.rub.de/

Biologie Auch niedrige Frequenzen verursachen Stress bei Walen.

Neben den Geräuschen von Schiffschrauben setzen auch die Geräusche von Ölbohrungen und Echoloten Glattwalen permanent zu. Das schreiben Meeresbiologen in den Proceedings B der britischen Royal Society. Für ihre Studie hatten sie den Kot von Atlantischen Nordkapern untersucht. Die Untersuchungen fanden in einer Bucht statt, in der vor dem 11. September 2001 viel Verkehr geherrscht hatte, der danach reduziert wurde. In den ersten ruhigeren Tage konnten die Forscher bei den Tieren ein Viertel weniger Stresshormone nachweisen. Die Studienautoren vermuten, dass chronischer Stress bei den Walen zu Störungen des Wachstums, der Immunabwehr und der Fortpflanzung führen kann. Ein weiteres Problem der Tiere sei zudem, dass sie auf der Frequenz des Schiffsmotorenlärms kommunizieren. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc B (doi.10.1098/rspb.2011.2429)

Genetik Das Denisova-Genom ist komplett entschlüsselt.

Erstmals ist es Forschern gelungen, das gesamte Genom einer ausgestorbenen Menschenform aus einem Knochen zu entziffern. Bereits im Jahr 2010 hatten Paläogenetiker vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig die vorläufige Fassung der Erbanlagen des Denisova-Menschen präsentiert. Seit heute ist nun die vollständige Version des Genoms online abrufbar. Die DNA stammt von einem 30. bis 50.000 Jahre alten Fingerknochen, der in einer Höhle in Sibirien gefunden worden war. Er gehört zu einer ausgestorbenen Menschenform, die bis dahin unbekannt war. Die Denisova-Menschen sind zusammen mit den Neandertalern die nächsten Verwandten heute lebender Menschen. [Reuning/Mst]

Quelle: MPG

Biologie Primaten kommunizieren per Ultraschall.

Die Rufe von Philippinen-Koboldmakis erreichen Frequenzen von mehr als 70 Kilohertz. Das liegt weit oberhalb der Hörgrenze des Menschen, die bei rund 20 Kilohertz liegt. Damit können die kleinen nachtaktiven Halbaffen untereinander kommunizieren, ohne von Fressfeinden gehört zu werden. Das berichten Forscher der Humboldt State University in Kalifornien in den Biology Letters. Demnach handelt es sich um reine Ultraschalllaute, die die im südostasiatischen Regenwald lebenden Makis ausstoßen- eine bislang unbekannte Kommunikationsform bei Primaten. Das besondere Gehör ermöglicht es den Koboldmakis auch Beutetiere wie Insekten einfach aufzuspüren, so die Forscher. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi: 10.1098/rsbl.2011.1149)

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