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22.02.2012

Biologie Biologen beobachten beinlose Blindwühlen.

Forscher der Universität von Delhi haben erstmals seit Jahrzehnten eine neue Familie von Amphibien entdeckt. Dabei muten die im Nordosten Indiens heimischen Vertreter der Chikilidae wie Regenwürmer an. Erwachsene Tiere werden bis zu 23 Zentimeter lang und besitzen weder Vorder- noch Hinterextremitäten, notieren die Naturforscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Demnach besitzen diese Blindwühlen ein großes Maul, welches sie aber nur zum Fressen und nicht zum Verteidigen benutzen. Die Forscher haben bei ihrer Feldstudie mehrere Arten der Blindwühlen entdeckt. Genetische Analysen bestätigten, dass es sich um eine gänzlich neue Familie handelt. Die heutigen Vertreter sind demnach vor mehr als 140 Millionen Jahren aus einer anderen Blindwühlengruppe in Afrika hervorgegangen, vermuten die Studienautoren. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098/rspbb.2012.0150)

Biologie Züricher Forscher beschreiben ein neues Bakterium.

Streptococcus tigurinus konnten die Mikrobiologen bei Patienten nachweisen, die an schweren Infektionen der Herzklappe oder Hirnhäute litten. Im International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology merken sie an, dass die Häufigkeit des Bakteriums erst noch untersucht werden muss, ebenso ob es überhaupt eine Erkrankung hervorruft. Die neue Bakterien-Art gehört zu den sogenannten vergründenden Streptokokken. Diese greifen rote Blutkörperchen an und bauen deren Hämoglobin ab, wodurch grünliche Abbauprodukte entstehen. Zwar gehören diese Bakterien zu den normalen Besiedlern der Mundhöhle, unter Umständen können sie aber ins Blut eingeschwemmt werden und dort Infektionen verursachen. [mst]

Quelle: idw-online

Medizin Freispruch für Kaffee.

Zumindest zeigen die Ergebnisse der EPIC-Deutschland-Studie, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen erhöht. Im Gegenteil: Regelmäßiger Kaffeekonsum geht demnach sogar mit einem verminderten Risiko für Typ-2-Diabetes einher. An der Studie der Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke nehmen mehr als 42.600 Frauen und Männer teil. Die Ergebnisse wurden im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Probanden, die täglich mehr als vier Tassen koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten im Vergleich zu Studienteilnehmern, die durchschnittlich weniger als eine Tasse tranken, ein um 23 Prozent verringertes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an. [mst]

Quelle: www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract, idw-online

Medizin Das Schmallenberg-Virus breitet sich weiter aus.

Wie das Friedrich-Loeffler-Institut gestern mitteilte, sind in Deutschland in mittlerweile 668 landwirtschaftlichen Betrieben Tiere befallen. Das sind 29 Betriebe mehr als am Vortag. Das Schmallenberg-Virus führt bei Rindern und Schafen zu Tot- und Fehlgeburten. Es wurde erstmals vergangenen November nachgewiesen. Der Erreger wird bisherigen Erkenntnissen zufolge von Stechmücken übertragen und stellt für Menschen kein Gesundheitsrisiko dar. An einem Impfstoff werde gearbeitet. Neben Deutschland sind bislang auch Belgien, die Niederlande und Großbritannien betroffen. [mst]

Raumfahrt Das Weltraumteleskop Hubble erspäht einen "Wasserplaneten".

Die neue Art von Exoplaneten besteht aus wesentlich mehr Wasser als alle bisher bekannten Planetenarten. Grundlage der Untersuchung war der Exoplanet GJ 1214b im Sternbild Schlangenträger. Er ist rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Zwar wurde er bereits 2009 entdeckt, jedoch studierten jetzt erst Wissenschaftler des Harvard-Smithsonian Instituts für Astrophysik mithilfe einer Hubble-Kamera die Gasmischung der Atmosphäre. Demnach muss seine Atmosphäre aus Wasserdampf bestehen. Der Exoplanet ist ungefähr siebenmal schwerer als die Erde und 2,7-mal so groß wie unser Planet. Die Durchschnittstemperatur beträgt 230 Grad Celsius. [mst]

Quelle: http://hubblesite.org

Paläontologie Forscher entdecken einen "Schnappschuss" der Urgeschichte.

Als solchen bezeichneten Berliner Paläontologen versteinerte Fußabdrücke eine Elefantenherde, die sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgemacht haben. Die rund sieben Millionen Jahre alte Abdrücke sind die ältesten bekannten Nachweise dieser Art, schreiben die Forscher vom Berliner Museum für Naturkunde in den Biology Letters. Eine Herde von mindestens 13 Elefanten unterschiedlichen Alters stapfte damals im Schlamm von Abu Dhabi. Deutlich zu sehen sind demnach die Abdrücke des Alphaweibchens, das vermutlich als ältestes Gruppenmitglied die Herde anführte. Einen größeren Fußabdruck konnten die Forscher etwas abseits der anderen ausmachen, er stammt von einem Elefantenbullen. Die versteinerten Spuren waren jahrtausendelang verschüttet und kamen kürzlich erst durch Bodenerosion wieder zutage. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2011.1185)

21.02.2012

Biologie Antibiotika in der Tierhaltung schufen multiresistenten Erreger

Mindestens ein Stamm des multiresistenten Bakteriums Staphylokokkus aureus, kurz MRSA, ist in der Tierhaltung durch den Einsatz von Antibiotika entstanden. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt mBio. Die sogenannte CC398-Variante des Bakteriums sprang vom Menschen auf Nutztiere über und wurde dort erst resistent gegen verschiedene Antibiotika. Nun infiziere das Bakterium wieder Menschen. Verbreitet sei es vor allem in den USA und in Europa. Der Stamm sei in den USA bei rund 50 Prozent von untersuchten Fleischproben aus dem Handel gefunden worden, berichten die Forscher. Für ihre Studie hatten sie das Erbgut von knapp 90 MRSA-Proben aus 19 Ländern und vier Kontinenten untersucht und daraus die Verwandtschaftsverhältnisse abgeleitet. //[reu]//

Medizin Der EHEC-Erreger in Hamburg gehört nicht zum Epidemie-Stamm

Der Tod eines sechsjährigen Mädchens in Hamburg an den Folgen einer EHEC-Infektion geht nicht auf den Erregertyp O104 des vergangenen Jahres zurück. Ein Schnelltest habe keine Übereinstimmung ergeben. Das teilte die Gesundheitssenatorin der Hansestadt heute mit. Der aktuelle Erregertyp ist allerdings noch nicht bekannt. Dafür ist eine sogenannte Serotypisierung notwendig. Mit Ergebnissen wird nicht vor kommender Woche gerechnet. //[reu]//

Zoologie Tintenfische haben einen scharfen Blick für polarisiertes Licht

Das haben britische Wissenschaftler herausgefunden, indem sie den Tieren Filme auf einem speziellen Monitor zeigten, der die Bilder nicht farblich auflöste, sondern im Polarisationszustand des Lichts. Die Reaktion der Tintenfische konnten die Biologen an dem Farbwechsel erkennen, mit dem die Sepien üblicherweise auf Änderungen in der Umwelt eingehen. Dabei zeigte sich, dass Tintenfische noch sehr feine Unterschiede im Polarisationszustand erkennen konnten. Sie haben den schärfsten Blick für polarisiertes Licht der je bei einem Lebewesen festgestellt wurde, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Für das menschliche Auge ist diese Eigenschaft des Lichts ohne Hilfsmittel nicht zu erkennen. Bienen nutzen das teilpolarisierte Himmelslicht, um sich zu orientieren. //[reu]//

Quelle: Current Biology

Wissenschaft Prominenter Umweltforscher bekennt sich zum Datendiebstahl

Der Wissenschaflter Peter H. Gleick hat sich in seinem Huffington Post Blog dazu bekannt, unter Vorspiegelung einer falschen Identität an Dokumente des Heartland Instituts gelangt zu sein. Er erklärt, dass er sein Handeln mittlerweile zutiefst bedauere. Die Dokumente waren vergangene Woche auf der Website eines kanadischen Klimaschutz-Aktivisten veröffentlicht worden. Sie sollen belegen, dass die konservative Stiftung Heartland Institut eine Kampagne geplant habe, mit der sie an öffentlichen Schulen in den USA eine Kontroverse um die Klimaforschung anstoßen wollte. Die Unterlagen enthalten unter anderem Strategiepapiere, Listen von Geldgebern und Informationen über Mitarbeiter des Heartland Instituts. Die Stiftung aus Chicago erklärte, Gleicks einfache Entschuldigung reiche nicht aus, den entstandenen Schaden zu beheben. Sie berate zurzeit mit einem Rechtsbeistand über weitere Schritte. //[reu]//

Botanik Russische Forscher brachten 30.000 Jahre alte Blumen zum Blühen

Sie nutzten dabei Pflanzenteile, die der sibirische Permafrostboden konserviert hatte – in den Futterverstecken von eiszeitlichen Erdhörnchen. Die Forscher wählten Pflanzen der Art Silene stenophylla aus, die zur Gattung der Leimkräuter gehört. Sie entnahmen aus den unreifen Früchten der Pflanze embryonales Gewebe und entwickelten daraus im Labor kleine Setzlinge. Zum Vergleich zogen sie auch Nachkommen aus den Samen von heute lebenden Pflanzen der gleichen Art. Sie unterschieden sich in der Form der Blütenblätter. Der Erfolg des Versuches unterstreiche, wie wichtig Permafrostböden als Lagerstätte für Leben seien, das längst von der Erde verschwunden geglaubt schien, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

20.02.2012

Planetologie Das Innere des Mondes ist flüssig und zugleich sehr schwer

Im Gegensatz zur Erde gibt es auf dem Mond keine aktiven Vulkane mehr. Spuren, die auf Mondvulkanismus hindeuten, sind Milliarden Jahre alt. Dabei legen Mond-Beben-Daten nahe, dass es in den Tiefen des Mondes reichlich flüssiges Magma gibt. Forscher aus Amsterdam haben gemeinsam mit französischen, britischen und schweizerischen Kollegen eine Erklärung dafür gefunden, warum es auf dem Mond keine spektakulären Vulkanausbrüche gibt. Sie haben im Labor Mondgestein nach dem Vorbild von Proben der Apollo Missionen hergestellt. Dann haben sie das Gestein extrem hohem Druck und einer Temperatur von etwa 1500 Grad Celsius ausgesetzt. Mithilfe starker Röntgenstrahlen analysierten sie die Dichte der Proben. Das Magma tief im Innern des Mondes ist wahrscheinlich zu dicht und damit zu schwer, um an die Oberfläche zu steigen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Geosciences". Das könnte sich ändern, wenn sich der Mond weiter abkühlt. Dann würde sich die Zusammensetzung des Magmas ändern, es würde dann möglicherweise leicht genug um aufzusteigen. //[mawi]//

Quelle: Nature Geosciences

Physik Der kleinste Transistor besteht aus nur einem Atom

Wissenschaftler von der australischen Universität von New South Wales berichten, dass es möglich ist, aus einem einzelnen Atom gezielt einen funktionierenden Transistor herzustellen. Transistoren sind als Schalter und Verstärker von elektrischen Signalen die wichtigsten Komponenten von Computerchips. Mithilfe eines Rastertunnelmikroskops ätzten die Forscher in ein Silizium-Kristall eine winzige Furche, in die sie Phosphoratome ablegten. Anschließend entfernten sie überschüssige Atome, das verbliebene Phosphoratom verbanden sie fest mit dem Kristall. In der extremen Kälte von flüssigem Helium funktioniere das Konstrukt als kleinster Transistor der Welt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology". In der Vergangenheit gab es bereits Tranistoren von der Größe von Atomen. Doch diese seien meist zufällig entstanden und nicht aufgrund eines genauen Bauplans, betonen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Nature Nanotechnology Online

Biologie Aus Stammzellen sollen einmal Frikadellen werden

Im Oktober wollen niederländische Forscher das erste mithilfe von Stammzellen aus Rindermuskeln gewonnene Fleisch präsentieren. Das Gewebe aus dem Labor solle einmal so schmecken und aussehen wie echtes Fleisch, kündigte Mark Post von der Universität Maastricht auf der AAAS in Vancouver an. Bislang habe er erst winzige Streifen des neuen Fleisches im Labor produziert. Es seien mehrere tausend davon nötig, um etwa eine Frikadelle herzustellen. Bis das Laborfleisch im großen Maßstab hergestellt werden könne, würden aber noch Jahre vergehen. Die Tierzucht sei bei weitem die größte anhaltende Umweltkatastrophe, warnte der Biochemiker Patrick Brown von der kalifornischen Stanford Universität in Vancouver. Die derzeitige Gewinnung von Fleischprodukten verbrauche mehr landwirtschaftliche Fläche, Wasser und Getreide als jedes andere Nahrungsmittel für Menschen. //[mawi]//

Quelle: AAAS

Medizin In Hamburg ist ein Mädchen an einer EHEC-Infektion gestorben

Das sechsjährige Mädchen starb am Wochenende. Die Hamburger Gesundheitsbehörde teilte heute mit, es würden Lebensmittelproben untersucht. Erste Ergebnisse des Instituts für Hygiene und Umwelt stehen noch aus. Bei dem Tod der Erstklässlerin handele es sich um einen Einzelfall. Es gebe keine weiteren Krankheitsfälle im Umfeld der Familie. Unklar ist, ob der Todesfall in Zusammenhang mit dem EHEC-Ausbruch im vergangenen Jahr steht. Damals hatten sich knapp 4000 Menschen mit einem EHEC-Erreger vom Typ O 104: H4 infiziert. 53 Menschen waren an den Folgen der Infektion gestorben. //[mawi]//

Biologie Der neue BAI ist dem alten Body-Mass-Index nicht überlegen

US-amerikanische Forscher haben im letzten Jahr eine neue Gleichung vorgelegt, um den Körperfettanteil eines Menschen einfach und genau abzuschätzen. Der sogenannte Body-Adiposity-Index – kurz: BAI – berücksichtigt neben der Körperlänge den Hüftumfang einer Person. Basis für den herkömmlichen Body-Mass-Index hingegen sind Körpergewicht und Körperlänge. In einer Studie in der Fachzeitschrift "Diabetologia" kommen Potsdamer Ernährungsforscher und Tübinger Diabetes-Forscher zu dem Schluss, dass der BAI bei der Einschätzung des Körperfettanteils dem BMI nicht überlegen ist. Gerade bei Männern liefere der neue Index häufig ungenaue Resultate. Als Alternative zum BMI komme der neue Index nicht in Frage, so die Forscher. Sinnvoll sei aber - zusätzlich zum BMI – den Bauchumfang zu messen. Fettdepots im Bauchraum gelten als besonders ungesund. Der Bauchumfang von Männern sollte nicht größer als 102 Zentimeter sein, der von Frauen nicht größer als 88 Zentimeter. //[mawi]//

Quelle: DIfE Potsdam-Rehbrücke

17.02.2012

Medizin Trauer ist keine Krankheit.

Trauernde Menschen sollten daher auch nicht Antidepressiva als Standard-Therapie erhalten. Davon zeigt sich die Redaktion des "Lancet" überzeugt. Sie kritisiert damit die Neuauflage von Behandlungsrichtlinien der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft. In diesen wurde bisher festgehalten, dass Menschen nach Trauerfällen nicht auf Depressionen untersucht werden sollten. Denn die Symptome bei Trauer und bei Depressionen sind ähnlich, und das kann zu Fehldiagnosen führen. Die Neuauflage enthält diese Richtlinien jedoch nicht. Sie würde daher einer Behandlung von Trauer mit Antidepressiva Tür und Tor öffnen. //[gät]//

Quelle: The Lancet

Biologie Fruchtfliegenmaden trinken Alkohol als Schlupfwespen-Medizin.

Schlupfwespen legen ihre Eier in die Larven der Taufliege. Dort schlüpft die Nachkommenschaft der Wespe, frisst die Made von innen auf und verpuppt sich dann. Ganz hilflos ist der Wirt gegen diesen Fraß jedoch offenbar nicht. Das geht aus einer Untersuchung von Forschern aus Atlanta hervor, die sie in "Current Biology" veröffentlichen. Demnach sucht die Taufliegenlarve nach dem Stich der Wespe gezielt besonders vergorene Früchte auf, und nimmt große Mengen Alkohol zu sich. Der Alkohol tötet das Ei im Körper des Wirts ab; zudem wird die Made seltener von Wespen angegriffen. Wie die Forscher weiter schreiben, ist das der erste Nachweis einer quasi medizinischen Anwendung von Alkohol in der Natur. Allerdings hilft die Behandlung nicht gegen alle Schlupfwespenarten gleich gut. //[gät]//

Quelle: Current Biology

Biologie Pflanzen sind Hybridwesen.

Sie entstanden aus einem Cyanobakterium, einer Alge und einem Bakterium der Chlamydien. Das schreibt ein US-Forscherteam in "Science". Die Wissenschaftler hatten das Erbgut einer sehr alten einzelligen Algenart untersucht und festgestellt, dass der Teil der Zelle, der für die Photosynthese zuständig ist, noch Spuren des ursprünglichen Cyanobakterien-Genoms enthält. Allerdings, so die Wissenschaftler weiter, hätten sich die beiden nur mit Hilfe von Genen eines Chlamydien-ähnlichen Bakteriums verbinden können. Sehr wahrscheinlich habe diese Verbindung nur einmal stattgefunden. Die ersten photosynthesefähigen Lebewesen dürften vor rund 1,6 Milliarden Jahren entstanden sein. //[gät]//

Quelle: Science

Materialforschung Eisen und Kohlenstoff-Nanofasern könnten den Weg zu Biomasse-Kunststoff weisen.

Das hoffen Forscher aus Belgien und den Niederlanden. In "Science" präsentieren die Wissenschaftler eine neue Klasse von Katalysatoren mit deren Hilfe Biomasse zu Ethylen und Propylen, umstrukturiert werden kann. Ethylen und Propylen sind Grundstoffe für die Kunststoffproduktion, sie werden normalerweise aus Öl gewonnen. Chemiker haben zwar schon versucht, diese Stoffe aus Biomasse mit Hilfe von Eisen-Katalysatoren zu gewinnen, bis jetzt entstand dabei jedoch auch viel Methan. Die Benelux-Forscher lösten das Problem, in dem sich winzige Eisenpartikel auf feinsten Kohlenstoff-Fasern platzierten, und dabei immer ein Zwischenraum zwischen den Metallteilchen frei ließen. //[gät]//

Quelle: Science

Medizin Winzige Roboter aus DNS-Molekülen sollen Krebszellen angreifen.

Die winzige Maschine ist nur 45 Nanometer weit und 35 hoch; sie sieht aus wie ein Käfig mit sechs Ecken. Die Wände bestehen aus Erbgut-Molekülen, die auf besondere Weise gefaltet wurden und durch eine Art Riegel zusammenhalten. Diese Riegel sind so beschaffen, dass sie sich an eine Krebszelle andocken. Dann öffnen sie sich, und setzen den Inhalt des Käfigs direkt am Ziel frei. In ersten Experimenten mit Zellkulturen bestückten Forscher der Harvard - University die Transporter mit auf die Zielzellen zugeschnittenen Botenstoffen, die deren programmierten Zelltod auslösten. Die Wissenschaftler betonen in "Science", dass dies erst die ersten Versuche sein – derzeit arbeiten sie an einer Variante, die im Tierversuch eingesetzt werden kann. //[gät]//

Quelle: Science

Klimaforschung Perlmutt könnte als Temperaturarchiv der Ozeane dienen.

Diese These vertreten Forscher der University of Wisconsin-Madison im "Journal of the American Chemical Society". Das Wachstum von Perlmutt in Muscheln erlaubt demnach zwei Rückschlüsse: Zum einen, in welcher Tiefe das Tier gelebt hat; zum anderen, bei welcher Temperatur das Perlmutt sich ablagerte. Das zeigten die Untersuchungen an zeitgenössischen Muscheln. Die Forscher wollen nun prüfen, ob sich das Ergebnis auch auf fossile Weichtiere übertragen lässt. Dann stünde Wissenschaftlern ein neues Klimaarchiv zur Verfügung. //[gät]//

Quelle: Journal of the American Chemical Society

16.02.2012

Medizin Die Weltgesundheitsorganisation sollte Alkoholmissbrauch stärker bekämpfen.

Das fordert eine britische Wissenschaftlerin im Fachmagazin "Nature". Jährlich – so die Forscherin der Universität Oxford - sterben etwa 2,5 Millionen Menschen an den Folgen von Alkohol. Das seien mehr Todesfälle als durch Tuberkulose, Malaria oder Aids. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sei das einzige Organ für globale Gesundheit, das rechtlich verbindliche Konventionen erlassen kann. Deshalb sei sie in der Pflicht, ein Abkommen zu erstellen, ähnlich dem für die Kontrolle des Tabakkonsums. In der Folge könnten dann die einzelnen Nationen entsprechende Rechtsgrundlagen schaffen und Gelder im Kampf gegen den Alkohol bereitstellen. //[tj]//

Quelle: Nature

Umwelt In überdüngten Seen schrumpft die Artenvielfalt.

Bei einer Untersuchung der Schweizer Seen stellte sich heraus: Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten hat sich die Zahl der einheimischen Fischarten - der Felchen - dramatisch verringert: nur 60 Prozent überlebten die Zeit zwischen 1950 und 1990, in der die Seen überdüngt wurden. Im Fachjournal "Nature" erläutern Forscher der Universität Bern weshalb: so führte die Überdüngung dazu, dass im tiefen Wasser der Seen kaum noch Sauerstoff vorhanden war. Die dort lebenden Felchenarten mussten in seichteres Wasser ausweichen. Hier nun kreuzten sie sich mit verwandten Arten und verloren in nur wenigen Generationen ihre genetische und funktionale Einzigartigkeit. Dieser Prozess wird auch als "Umkehr der Artenentstehung" bezeichnet. //[tj]//

Quelle: Nature

Paläontologie Verkrümmte Dinosaurierskelette deuten nicht auf Todeskrämpfe hin.

Mit weit geöffnetem Maul, den Kopf und den Schwanz stark über den Rücken geborgen – in dieser verkrümmten Körperhaltung wurden viele fossile Dinosaurier gefunden. Lange gingen Wissenschaftler davon aus, dass Krämpfe kurz vor dem Tod der Tiere für die Haltung verantwortlich waren. Paläontologen aus Basel und Mainz widersprechen der These. Sie haben mithilfe eines Experimentes herausgefunden: Die Krümmungen entstanden erst während der Zersetzung einer Dinosaurierleiche. Ursächlich dafür ist das sogenannte Ligamentum elasticum – ein Band, das die Wirbel vom Hals bis zum Schwanz oberseitig miteinander verbindet. Dieses Band ist so vorgespannt, dass es einen starken Zug zwischen den Wirbeln ausübt. Wenn ein Dinosaurier nach seinem Tod unter Wasser geriet, wo die Wirkung der Schwerkraft weitgehend aufgehoben ist, dann konnten sich die Zugkräfte entspannen. //[tj]//

Quelle: Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments

Biologie Meckern ist nicht gleich meckern.

Schon in den ersten Wochen ihres Lebens passen Ziegen ihr Meckern an ihr soziales Umfeld an – versuchen sich an den Lauten der Geschwister und anderer Artgenossen. Das konnten jetzt Biologen von der Queen Mary University in London nachweisen. Sie zeichneten die eben gehörten Laute von Ziegenkitzen auf. Dabei ähnelte sich das Meckern von Tieren, die in einer Gruppe aufwuchsen, stärker, als das von zwar verwandten, aber nicht zusammen lebenden Tieren. Offenbar- so die Forscher im Fachblatt "Animal Behaviour" -sind neben Menschen und Primaten auch andere Säugetiere in der Lage sich an Dialekte ihrer Umgebung anzupassen. //[tj]//

Quelle: Animal Behaviour

Umwelt Japan senkt die Strahlengrenzwerte für Lebensmittel.

Über ein Jahr nach dem GAU im Atomkraftwerk Fukushima will Japan die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel wieder deutlich absenken. Nach der Atomkatastrophe hatte der japanische Staat zunächst für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte einen Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt und von 500 Bequerel pro Kilogramm für Getreide, Fisch, Gemüse und andere Lebensmittel. Jetzt sollen die Grenzwerte auf 10 – maximal 100 Becquerel sinken. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Astronomen kommen der vorgegaukelten Supernova einen Schritt näher.

Als "vorgegaukelte Supernova" wird eine Eruption bezeichnet, die zwar viele Merkmale einer Supernova-Explosion besitzt, den Stern aber nicht zerstört. Im Carinanebel in unserer Milchstraße ereignete sich Mitte des 19. Jahrhunderts ein derartiges Phänomen. Dank einer Art Lichtecho haben Astronomen die gewaltige Sterneruption noch einmal beobachten können. Dabei stellten sie fest, dass sie anders abgelaufen sein muss als gedacht: Der enorme Helligkeitsausbruch ereignete sich bei deutlich geringeren Temperaturen, die bei rund 4700 Grad Celsius lagen. Diese vergleichsweise niedrige Temperatur setzte dem Eruptionsmechanismus Grenzen. In "Nature" vermuten die Astronomen, dass eine energiereiche Druckwelle den Ausbruch ausgelöst hat. Die genaue Ursache für die Große Eruption bleibe aber noch ungeklärt. //[tj]//

Quelle: Nature

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