Montag, 01.03.2021
 
Seit 11:55 Uhr Verbrauchertipp
24.02.2012

Technik Auch Flugzeuge könnten beim Bremsen Strom gewinnen.

Diese beim Landen gewonnene Energie ließe sich nutzen, um Flugzeuge übers Rollfeld fahren zu lassen. Davon zeigt sich der Beirat für Luftfahrtforschung in Europa überzeugt. Derzeit rollen Flugzeuge von der Landebahn zum Terminal und umgekehrt mit Hilfe ihrer Turbinen. Dies sei Energieverschwendung und außerdem sehr laut, so der Beirat. Andererseits vernichten die Bremsen eines Airbus A320 bei der Landung in der Spitze eine Energiemenge, die gut drei Megawatt entspricht. Daher sollten Techniken zur Bremsenergie-Gewinnung und leichte Speicher für Flugzeuge auf die Forschungsagenda gesetzt werden. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Biologie Ein süßer Geschmack im Wasser lässt Zebrafische fliehen.

Wird ein Zebrafisch verwundet, stieben die übrigen Tiere auseinander. Biologen führen das auf einen Schreckstoff zurück, der sich im Wasser verbreitet. Nach Versuchen im Labor vermutet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Current Biology" nun, dass zu diesem Schreckstoff im Falle der Zebrafische noch ein zweiter Stoff hinzukommt, eine Zuckerverbindung. Sie entsteht, wenn die Haut dieser Fische verletzt wird. Diese Zuckerverbindung sei eine bisher unbekannte Klasse von Geruchsstoffen für Fische, so die Wissenschaftler weiter. Sie vermuten, dass sich anhand von Fischen die Natur von Angst gut untersuchen ließe. //[gät]//

Quelle: Current Biology

Biologie Das Hirn von Nacktmullen schützt sich vor Sauerstoffmangel.

Sauerstoff dient in Hirnzellen unter anderem dazu, den Austausch von Calcium zu regulieren. Die Nervenzellen nutzen Calcium zum Beispiel für die Speicherung von Erinnerungen. Zuviel davon lässt Nervenzellen jedoch absterben – was eintritt, wenn das Hirn zuwenig Sauerstoff erhält und daher die Nervenzellen die Aufnahme von Calcium nicht mehr stoppen können. Ein US-Forscherteam berichtet nun in "PLoS One", dass die Hirne von Nachtmullen wesentlich toleranter gegenüber Sauerstoffmangel sind: Sie können die Calcium-Wege in die Nervenzellen offenbar verschließen. Der Mechanismus ist dabei derselbe, über den Babys noch verfügen. Die Forscher hoffen, diesen Mechanismus künstlich auslösen und damit Infarktpatienten zum Beispiel vor dem Hirntod schützen zu können. //[gät]//

Virologie Das Vogelgrippevirus könnte weniger tödlich sein als bisher angenommen.

Davon zeigen sich Forscher der Mount Sinai School of Medicine in New York überzeugt. Die Wissenschafter begründen ihre Überzeugung in "Science" damit, dass die Schätzungen bisher auf den Daten der Weltgesundheitsorganisation beruhen. Diese habe aber nur die schweren Fälle einer H5N1 Infektion erfasst, nicht jedoch leichte. Daraus ergab sich eine hohe Sterblichkeitsquote von 50 bis 90 Prozent. Eine Analyse von 20 internationalen Studien ergab jedoch, dass sich im Blut von rund zwei Prozent der untersuchten Testpersonen Spuren einer H5N1 Infektion nachweisen lassen. Würden sich tatsächlich im Schnitt so viele der gefährdeten Menschen infiziert haben, und wäre das Virus so gefährlich, wie aufgrund der WHO-Daten vermutet, hätte es sehr viele Tote geben müssen. Die Wissenschaftler rufen dazu auf, die Gefährlichkeit des H5N1 Virus besser zu untersuchen. //[gät]//

Quelle: Science

Umwelt Im Boden rund um Straßen sammeln sich Metallspuren.

Je älter eine Straße ist, desto mehr Zinkoxid, Barium, Kupfer oder Antimon sind im Boden neben dem Asphalt nachzuweisen. Das berichten Forscher aus Spanien. Sie haben Bodenproben von vier Straßen verglichen, von denen die älteste seit 60 Jahren, die jüngste seit anderthalb befahren wird. Die Metallspuren stammen von Bremsen und Reifen. Sie sind jedoch nicht alle auf gleiche Weise giftig. Es komme vor allem darauf an, ob die Metalle Salze bilden können, die dann wasserlöslich sind und von Pflanzen aufgesogen werden können. Unter diesem Gesichtspunkt müssten vor allem Zink und Barium besonders beobachtet werden, so die Wissenschaftler. //[gät]//

Quelle: Alphagalileo

23.02.2012

Medizin Multiple Sklerose läßt sich abschwächen – zumindest im Tierversuch.

Bei der Multiplen Sklerose werden die Myelinumhüllungen der Nervenzellen im zentralen Nervensystem angegriffen und zwar von den körpereigenen Abwehrzellen. Es kommt daraufhin zu Sehstörungen und Lähmungserscheinungen. Bonner Forscher haben nun den Mechanismus entdeckt, der die Krankheitssymptome beeinflusst. In erster Linie ist es der Rezeptor CCR4 . Er ist dafür verantwortlich, dass Zellen des Immunsystems im Organismus wandern. Speziell bei der MS befeuert der Rezeptor die Entzündung der Myelinumhüllungen und der damit einhergehenden Ausfallerscheinungen, indem er eine Kettenreaktion in Gang setzt. Im Mausmodell zeigte sich, dass man den Rezeptor genetisch ausschalten kann und damit auch die folgenden entzündlichen Prozesse nicht mehr weiterlaufen. Im Fachblatt PNAS dämpfen die Forscher jedoch die Hoffnung für Patienten. Bis aus der Erkenntnis neue Therapien werden, sei es noch ein langer Weg. //[tj]//

Quelle: PNAS

Archäologie Das älteste Felsbild auf dem amerikanischen Kontinent zeigt einen geschnäbelten Menschen.

30 Zentimeter groß ist sie, die menschenähnliche Figur, die vor mehr als 10.500 Jahren im heutigen Brasilien in eine Kalksteinwand geritzt wurde. An jeder Hand trägt die Felsfigur nur drei Finger, ihr Kopf ist wie ein C geformt und gleicht einem großen Schnabel. Der Phallus des Wesens ist übergroß. So beschrieben brasilianische Archäologen ihren Fund im Fachmagazin "PLOS One". Aufgrund des Alters der Felsritzung gehen sie davon aus, dass die ersten Menschen bereits vor weit mehr als 11.000 Jahren den amerikanischen Kontinent besiedelten. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0032228">

Medizin Malariagebiete ändern sich schneller als gedacht.

In der Fachzeitschrift "Environmental Health Perspectives" stellen Kölner Forscher die Ergebnisse ihrer Studie vor. Danach wird sich die Malaria in Afrika in den nächsten Jahrzehnten anders verbreiten als heute. Simulationen ergeben, dass bis zum Jahr 2050 zunehmend dichter besiedelte Gebiete in Westafrika betroffen sein werden – wie zum Beispiel der Süden Nigers oder auch über 2000 Meter hoch gelegene Gebiete wie das Hochland Ostafrikas. Besonders dort werde die Gefahr, an Malaria zu sterben, zunehmen, prognostizieren die Forscher der Universität Köln. //[tj]//

Quelle: Pressemeldung Uni Köln

Biologie In einer Tiefe von zwei Kilometern leben offenbar noch Insekten.

Ein russisch-spanisches Forscherteam hat in der Krubera-Woronja-Höhle in der Schwarzmeerregion Abchasiens Springschwänze entdeckt, die in einer Tiefe von 1980 Metern leben. Tiefer in einer Höhle lebende Insekten wurden bislang noch nicht gefunden. Die Biologen entdeckten gleich vier neue Arten von Springschwänzen: Sie alle sind klein, bleich, augenlos und haben einen extrem gut entwickelten chemischen Sinn. //[tj]//

Quelle: Terrestrial Arthropod Reviews, Band 5, Seiten 1ff

Biologie Männer sterben voraussichtlich nicht aus.

Das für Männer spezifische Y-Chromosom geht nicht langsam aber unaufhaltsam zugrunde- wie einige Experten vermutet hatten. Zwar – so schreiben US-amerikanische Forscher im Fachblatt "Nature" – habe es bei den Vorfahren der Menschen in den Millionen Jahren der Evolution mehrfach einen rapiden Genverlust auf dem Y-Chromosom gegeben. In den vergangenen 25 Millionen Jahren sei es aber zu keinem wesentlichen Schwund mehr gekommen. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Mit 30 Millionen Kilometern pro Stunde bläst der Wind am Schwarzen Loch.

Diese überraschende Geschwindigkeit haben Forscher der US-Weltraumbehörde Nasa bei einem Objekt entdeckt, dass rund 28.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Es handelt sich um ein kleines stellares Schwarzes Loch, dass nur etwa die fünf- bis zehnfache Masse der Sonne besitzt. Überraschenderweise entfacht die sie umgebende Gasscheibe eine Windstärke, die sonst nur bei supermassiven Schwarzen Löchern gemessen wird. Damit seien die Winde, die kosmische Version eines Hurrikans, so die Astronomen in den "Astrophysical Journal Letters". //[tj]//

Quelle: Astrophysical Journal Letters

22.02.2012

Biologie Biologen beobachten beinlose Blindwühlen.

Forscher der Universität von Delhi haben erstmals seit Jahrzehnten eine neue Familie von Amphibien entdeckt. Dabei muten die im Nordosten Indiens heimischen Vertreter der Chikilidae wie Regenwürmer an. Erwachsene Tiere werden bis zu 23 Zentimeter lang und besitzen weder Vorder- noch Hinterextremitäten, notieren die Naturforscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Demnach besitzen diese Blindwühlen ein großes Maul, welches sie aber nur zum Fressen und nicht zum Verteidigen benutzen. Die Forscher haben bei ihrer Feldstudie mehrere Arten der Blindwühlen entdeckt. Genetische Analysen bestätigten, dass es sich um eine gänzlich neue Familie handelt. Die heutigen Vertreter sind demnach vor mehr als 140 Millionen Jahren aus einer anderen Blindwühlengruppe in Afrika hervorgegangen, vermuten die Studienautoren. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098/rspbb.2012.0150)

Biologie Züricher Forscher beschreiben ein neues Bakterium.

Streptococcus tigurinus konnten die Mikrobiologen bei Patienten nachweisen, die an schweren Infektionen der Herzklappe oder Hirnhäute litten. Im International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology merken sie an, dass die Häufigkeit des Bakteriums erst noch untersucht werden muss, ebenso ob es überhaupt eine Erkrankung hervorruft. Die neue Bakterien-Art gehört zu den sogenannten vergründenden Streptokokken. Diese greifen rote Blutkörperchen an und bauen deren Hämoglobin ab, wodurch grünliche Abbauprodukte entstehen. Zwar gehören diese Bakterien zu den normalen Besiedlern der Mundhöhle, unter Umständen können sie aber ins Blut eingeschwemmt werden und dort Infektionen verursachen. [mst]

Quelle: idw-online

Medizin Freispruch für Kaffee.

Zumindest zeigen die Ergebnisse der EPIC-Deutschland-Studie, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen erhöht. Im Gegenteil: Regelmäßiger Kaffeekonsum geht demnach sogar mit einem verminderten Risiko für Typ-2-Diabetes einher. An der Studie der Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke nehmen mehr als 42.600 Frauen und Männer teil. Die Ergebnisse wurden im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Probanden, die täglich mehr als vier Tassen koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten im Vergleich zu Studienteilnehmern, die durchschnittlich weniger als eine Tasse tranken, ein um 23 Prozent verringertes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an. [mst]

Quelle: www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract, idw-online

Medizin Das Schmallenberg-Virus breitet sich weiter aus.

Wie das Friedrich-Loeffler-Institut gestern mitteilte, sind in Deutschland in mittlerweile 668 landwirtschaftlichen Betrieben Tiere befallen. Das sind 29 Betriebe mehr als am Vortag. Das Schmallenberg-Virus führt bei Rindern und Schafen zu Tot- und Fehlgeburten. Es wurde erstmals vergangenen November nachgewiesen. Der Erreger wird bisherigen Erkenntnissen zufolge von Stechmücken übertragen und stellt für Menschen kein Gesundheitsrisiko dar. An einem Impfstoff werde gearbeitet. Neben Deutschland sind bislang auch Belgien, die Niederlande und Großbritannien betroffen. [mst]

Raumfahrt Das Weltraumteleskop Hubble erspäht einen "Wasserplaneten".

Die neue Art von Exoplaneten besteht aus wesentlich mehr Wasser als alle bisher bekannten Planetenarten. Grundlage der Untersuchung war der Exoplanet GJ 1214b im Sternbild Schlangenträger. Er ist rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Zwar wurde er bereits 2009 entdeckt, jedoch studierten jetzt erst Wissenschaftler des Harvard-Smithsonian Instituts für Astrophysik mithilfe einer Hubble-Kamera die Gasmischung der Atmosphäre. Demnach muss seine Atmosphäre aus Wasserdampf bestehen. Der Exoplanet ist ungefähr siebenmal schwerer als die Erde und 2,7-mal so groß wie unser Planet. Die Durchschnittstemperatur beträgt 230 Grad Celsius. [mst]

Quelle: http://hubblesite.org

Paläontologie Forscher entdecken einen "Schnappschuss" der Urgeschichte.

Als solchen bezeichneten Berliner Paläontologen versteinerte Fußabdrücke eine Elefantenherde, die sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgemacht haben. Die rund sieben Millionen Jahre alte Abdrücke sind die ältesten bekannten Nachweise dieser Art, schreiben die Forscher vom Berliner Museum für Naturkunde in den Biology Letters. Eine Herde von mindestens 13 Elefanten unterschiedlichen Alters stapfte damals im Schlamm von Abu Dhabi. Deutlich zu sehen sind demnach die Abdrücke des Alphaweibchens, das vermutlich als ältestes Gruppenmitglied die Herde anführte. Einen größeren Fußabdruck konnten die Forscher etwas abseits der anderen ausmachen, er stammt von einem Elefantenbullen. Die versteinerten Spuren waren jahrtausendelang verschüttet und kamen kürzlich erst durch Bodenerosion wieder zutage. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2011.1185)

21.02.2012

Biologie Antibiotika in der Tierhaltung schufen multiresistenten Erreger

Mindestens ein Stamm des multiresistenten Bakteriums Staphylokokkus aureus, kurz MRSA, ist in der Tierhaltung durch den Einsatz von Antibiotika entstanden. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt mBio. Die sogenannte CC398-Variante des Bakteriums sprang vom Menschen auf Nutztiere über und wurde dort erst resistent gegen verschiedene Antibiotika. Nun infiziere das Bakterium wieder Menschen. Verbreitet sei es vor allem in den USA und in Europa. Der Stamm sei in den USA bei rund 50 Prozent von untersuchten Fleischproben aus dem Handel gefunden worden, berichten die Forscher. Für ihre Studie hatten sie das Erbgut von knapp 90 MRSA-Proben aus 19 Ländern und vier Kontinenten untersucht und daraus die Verwandtschaftsverhältnisse abgeleitet. //[reu]//

Medizin Der EHEC-Erreger in Hamburg gehört nicht zum Epidemie-Stamm

Der Tod eines sechsjährigen Mädchens in Hamburg an den Folgen einer EHEC-Infektion geht nicht auf den Erregertyp O104 des vergangenen Jahres zurück. Ein Schnelltest habe keine Übereinstimmung ergeben. Das teilte die Gesundheitssenatorin der Hansestadt heute mit. Der aktuelle Erregertyp ist allerdings noch nicht bekannt. Dafür ist eine sogenannte Serotypisierung notwendig. Mit Ergebnissen wird nicht vor kommender Woche gerechnet. //[reu]//

Zoologie Tintenfische haben einen scharfen Blick für polarisiertes Licht

Das haben britische Wissenschaftler herausgefunden, indem sie den Tieren Filme auf einem speziellen Monitor zeigten, der die Bilder nicht farblich auflöste, sondern im Polarisationszustand des Lichts. Die Reaktion der Tintenfische konnten die Biologen an dem Farbwechsel erkennen, mit dem die Sepien üblicherweise auf Änderungen in der Umwelt eingehen. Dabei zeigte sich, dass Tintenfische noch sehr feine Unterschiede im Polarisationszustand erkennen konnten. Sie haben den schärfsten Blick für polarisiertes Licht der je bei einem Lebewesen festgestellt wurde, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology". Für das menschliche Auge ist diese Eigenschaft des Lichts ohne Hilfsmittel nicht zu erkennen. Bienen nutzen das teilpolarisierte Himmelslicht, um sich zu orientieren. //[reu]//

Quelle: Current Biology

Wissenschaft Prominenter Umweltforscher bekennt sich zum Datendiebstahl

Der Wissenschaflter Peter H. Gleick hat sich in seinem Huffington Post Blog dazu bekannt, unter Vorspiegelung einer falschen Identität an Dokumente des Heartland Instituts gelangt zu sein. Er erklärt, dass er sein Handeln mittlerweile zutiefst bedauere. Die Dokumente waren vergangene Woche auf der Website eines kanadischen Klimaschutz-Aktivisten veröffentlicht worden. Sie sollen belegen, dass die konservative Stiftung Heartland Institut eine Kampagne geplant habe, mit der sie an öffentlichen Schulen in den USA eine Kontroverse um die Klimaforschung anstoßen wollte. Die Unterlagen enthalten unter anderem Strategiepapiere, Listen von Geldgebern und Informationen über Mitarbeiter des Heartland Instituts. Die Stiftung aus Chicago erklärte, Gleicks einfache Entschuldigung reiche nicht aus, den entstandenen Schaden zu beheben. Sie berate zurzeit mit einem Rechtsbeistand über weitere Schritte. //[reu]//

Botanik Russische Forscher brachten 30.000 Jahre alte Blumen zum Blühen

Sie nutzten dabei Pflanzenteile, die der sibirische Permafrostboden konserviert hatte – in den Futterverstecken von eiszeitlichen Erdhörnchen. Die Forscher wählten Pflanzen der Art Silene stenophylla aus, die zur Gattung der Leimkräuter gehört. Sie entnahmen aus den unreifen Früchten der Pflanze embryonales Gewebe und entwickelten daraus im Labor kleine Setzlinge. Zum Vergleich zogen sie auch Nachkommen aus den Samen von heute lebenden Pflanzen der gleichen Art. Sie unterschieden sich in der Form der Blütenblätter. Der Erfolg des Versuches unterstreiche, wie wichtig Permafrostböden als Lagerstätte für Leben seien, das längst von der Erde verschwunden geglaubt schien, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". //[reu]//

Quelle: PNAS

20.02.2012

Planetologie Das Innere des Mondes ist flüssig und zugleich sehr schwer

Im Gegensatz zur Erde gibt es auf dem Mond keine aktiven Vulkane mehr. Spuren, die auf Mondvulkanismus hindeuten, sind Milliarden Jahre alt. Dabei legen Mond-Beben-Daten nahe, dass es in den Tiefen des Mondes reichlich flüssiges Magma gibt. Forscher aus Amsterdam haben gemeinsam mit französischen, britischen und schweizerischen Kollegen eine Erklärung dafür gefunden, warum es auf dem Mond keine spektakulären Vulkanausbrüche gibt. Sie haben im Labor Mondgestein nach dem Vorbild von Proben der Apollo Missionen hergestellt. Dann haben sie das Gestein extrem hohem Druck und einer Temperatur von etwa 1500 Grad Celsius ausgesetzt. Mithilfe starker Röntgenstrahlen analysierten sie die Dichte der Proben. Das Magma tief im Innern des Mondes ist wahrscheinlich zu dicht und damit zu schwer, um an die Oberfläche zu steigen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Geosciences". Das könnte sich ändern, wenn sich der Mond weiter abkühlt. Dann würde sich die Zusammensetzung des Magmas ändern, es würde dann möglicherweise leicht genug um aufzusteigen. //[mawi]//

Quelle: Nature Geosciences

Physik Der kleinste Transistor besteht aus nur einem Atom

Wissenschaftler von der australischen Universität von New South Wales berichten, dass es möglich ist, aus einem einzelnen Atom gezielt einen funktionierenden Transistor herzustellen. Transistoren sind als Schalter und Verstärker von elektrischen Signalen die wichtigsten Komponenten von Computerchips. Mithilfe eines Rastertunnelmikroskops ätzten die Forscher in ein Silizium-Kristall eine winzige Furche, in die sie Phosphoratome ablegten. Anschließend entfernten sie überschüssige Atome, das verbliebene Phosphoratom verbanden sie fest mit dem Kristall. In der extremen Kälte von flüssigem Helium funktioniere das Konstrukt als kleinster Transistor der Welt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology". In der Vergangenheit gab es bereits Tranistoren von der Größe von Atomen. Doch diese seien meist zufällig entstanden und nicht aufgrund eines genauen Bauplans, betonen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Nature Nanotechnology Online

Biologie Aus Stammzellen sollen einmal Frikadellen werden

Im Oktober wollen niederländische Forscher das erste mithilfe von Stammzellen aus Rindermuskeln gewonnene Fleisch präsentieren. Das Gewebe aus dem Labor solle einmal so schmecken und aussehen wie echtes Fleisch, kündigte Mark Post von der Universität Maastricht auf der AAAS in Vancouver an. Bislang habe er erst winzige Streifen des neuen Fleisches im Labor produziert. Es seien mehrere tausend davon nötig, um etwa eine Frikadelle herzustellen. Bis das Laborfleisch im großen Maßstab hergestellt werden könne, würden aber noch Jahre vergehen. Die Tierzucht sei bei weitem die größte anhaltende Umweltkatastrophe, warnte der Biochemiker Patrick Brown von der kalifornischen Stanford Universität in Vancouver. Die derzeitige Gewinnung von Fleischprodukten verbrauche mehr landwirtschaftliche Fläche, Wasser und Getreide als jedes andere Nahrungsmittel für Menschen. //[mawi]//

Quelle: AAAS

Medizin In Hamburg ist ein Mädchen an einer EHEC-Infektion gestorben

Das sechsjährige Mädchen starb am Wochenende. Die Hamburger Gesundheitsbehörde teilte heute mit, es würden Lebensmittelproben untersucht. Erste Ergebnisse des Instituts für Hygiene und Umwelt stehen noch aus. Bei dem Tod der Erstklässlerin handele es sich um einen Einzelfall. Es gebe keine weiteren Krankheitsfälle im Umfeld der Familie. Unklar ist, ob der Todesfall in Zusammenhang mit dem EHEC-Ausbruch im vergangenen Jahr steht. Damals hatten sich knapp 4000 Menschen mit einem EHEC-Erreger vom Typ O 104: H4 infiziert. 53 Menschen waren an den Folgen der Infektion gestorben. //[mawi]//

Biologie Der neue BAI ist dem alten Body-Mass-Index nicht überlegen

US-amerikanische Forscher haben im letzten Jahr eine neue Gleichung vorgelegt, um den Körperfettanteil eines Menschen einfach und genau abzuschätzen. Der sogenannte Body-Adiposity-Index – kurz: BAI – berücksichtigt neben der Körperlänge den Hüftumfang einer Person. Basis für den herkömmlichen Body-Mass-Index hingegen sind Körpergewicht und Körperlänge. In einer Studie in der Fachzeitschrift "Diabetologia" kommen Potsdamer Ernährungsforscher und Tübinger Diabetes-Forscher zu dem Schluss, dass der BAI bei der Einschätzung des Körperfettanteils dem BMI nicht überlegen ist. Gerade bei Männern liefere der neue Index häufig ungenaue Resultate. Als Alternative zum BMI komme der neue Index nicht in Frage, so die Forscher. Sinnvoll sei aber - zusätzlich zum BMI – den Bauchumfang zu messen. Fettdepots im Bauchraum gelten als besonders ungesund. Der Bauchumfang von Männern sollte nicht größer als 102 Zentimeter sein, der von Frauen nicht größer als 88 Zentimeter. //[mawi]//

Quelle: DIfE Potsdam-Rehbrücke

MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 1 2 3 4

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk