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28.02.2012

Umwelt Die japanische Regierung befürchtete Tokios Ende

Die japanische Regierung hatte zum Zeitpunkt des Atomunfalls von Fukushima Vorkehrungen zur Evakuierung der Hauptstadt getroffen. Das geht aus einem Bericht hervor, den eine unabhängige Untersuchungskommission heute veröffentlicht hat. In dem Papier heißt es weiter, unmittelbar nach dem Unglück habe der Betreiber Tepco alle Mitarbeiter aus dem Kraftwerk abziehen wollen. Den Experten zufolge wäre der Meiler in diesem Fall weiter zerstört worden und hätte weitaus höhere Schäden angerichtet, als dies ohnehin der Fall war. Der Bericht wirft der japanischen Regierung weiterhin vor, sie habe die Risiken einer Kernschmelze heruntergespielt und die eigene Bevölkerung über die Gefahr im Dunkeln gelassen. //[reu]//

Psychologie Reiche Menschen haben eine positive Einstellung zur Gier

Das glauben Psychologen aus den USA und Kanada, die in einer siebenteiligen Studie das ethische Verhalten von Menschen untersucht haben, welche unterschiedlichen sozialen Schichten angehören. Dabei zeigte sich nach Angaben der Forscher, dass reiche Menschen eher dazu bereit sind, moralische Regeln zu brechen. Sie finden weniger als ärmere Menschen etwas dabei, sich zu nehmen, was sie wollen. Das läge eben daran, dass reiche Menschen eine positivere Einstellung zur Gier hätten, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PNAS". Die Wissenschaftler stützen sich bei ihrer Analyse auf Feldstudien im Straßenverkehr, auf geplante Experimente im Verhaltenslabor und die Auswertung von Fragebögen. //[reu]//

Quelle: PNAS

Medizin Resistente Keime tauchen wieder auf Frühgeborenen-Station auf

Die Bakterien, die vergangene Woche auf der Frühgeborenen-Station im Klinikum Bremen-Mitte gefunden worden sind, gehören wahrscheinlich zum selben Stamm wie die Erreger, an denen dort im September 2011 mindestens drei Kleinkinder gestorben waren. Nach Angaben eines Bochumer Speziallabors handelt es sich um ESBL-Klebsiellen. Diese Bakterien können eine Substanz absondern, die bestimmte Antibiotika unwirksam macht. Gefunden worden sind sie durch eine Routineuntersuchung an drei Frühgeborenen. Die betroffenen Kinder sind nicht erkrankt. Der am Freitag verhängte Aufnahmestopp wird vorerst aufrecht erhalten. Erst Anfang Januar war die Station nach umfangreichen Desinfektionen und Umbauten wiedereröffnet worden. Ob die Ursache des erneuten Keimbefalls der Abteilung geklärt werden könne, ist nach Angaben des Klinikbetreibers ungewiss. //[reu]//

Klima Die Klimaerwärmung bringt Schnee nach Europa

Für die kalten und schneereichen Winter auf der Nordhalbkugel ist das Abschmelzen der arktischen Eismassen mit verantwortlich. Das schreiben Wissenschaftler aus Atlanta heute im Fachblatt "PNAS". Durch die Eisschmelze in der Arktis gebe es über dem Atlantik mehr dauerhafte Hochdruckgebiete, welche wiederum verhindern, dass wärmere Luft nach Norden einströmt. Stattdessen bringe kalte und feuchte Luft vom Nordpol der Nordhalbkugel große Schneemassen, heißt es in der Studie. Dieses Phänomen sei seit dem Jahr 2007 zu beobachten und betreffe neben Europa auch die USA und China. //[reu]//

Quelle: PNAS

Pharmazie Gängige Schlafmittel erhöhen das Sterberisiko

Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern aus Kalifornien und Wyoming. Die Untersuchung zeige erstmals, dass bereits niedrige Dosen von Schlafmitteln negative Folgen auf die Gesundheit nach sich ziehen. Schon wer 18 oder weniger Tabletten pro Jahr einnehme, habe eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben, schreiben die Mediziner im Online-Journal "BMJ Open". Die Forscher hatten den gesundheitlichen Werdegang von fast 35.000 Patienten verfolgt. Ungefähr ein Drittel davon hatte Schlafmittel konsumiert. Durch einen Vergleich mit den übrigen Patienten konnten die Experten bestimmen, wie sich das auf die Sterblichkeitsraten auswirkte. Obwohl die Zahl der gestorbenen Probanden insgesamt recht klein war, gab es doch signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen. //[reu]//
27.02.2012

Biologie Frauen besitzen Stammzellen für die Bildung von Eizellen

Lehrmeinung war bislang, dass Frauen mit einer festgelegten Zahl von Eizellen auf die Welt kommen. US-amerikanische Forscher des Massachusetts General Hospital in Boston berichten jetzt im Fachblatt "Nature Medicine", dass sie aus Eierstockgewebe Stammzellen isoliert haben, die zu neuen Eizellen heranreiften. Die Forscher um Jonathan Tilly setzten mit einem fluoreszierenden grünen Protein markierte Stammzellen in unreife Eizellen ein und pflanzten diese in Eierstockgewebe ein. Daraufhin entstanden neue Eizellen, die grün leuchteten. In weiteren Experimenten soll die Überlebensfähigkeit der Eizellen getestet werden. Eines Tages, so Tilly, könne es eine unbegrenzte Zahl menschlicher Eizellen geben. Die Stammzellen ließen sich auch – anders als Eizellen – problemlos einfrieren, lagern und jederzeit entnehmen. Jonathan Tilly ist Mitgründer des US-Unternehmens OvaScience, das die Erkenntnisse vermarkten will. [mawi]

Quelle: Nature Medicine Online

Biologie Spermien lassen sich doch nicht von Maiglöckchenduft lenken

Im Jahr 2003 haben Bochumer und US-amerikanische Forscher die Maiglöckchen-Duft-These im Fachblatt "Science" propagiert. Danach werden männliche Spermien zur Befruchtung der Eizelle von Düften geleitet. Die These vom Maiglöckchenduft beruhe auf einem Labor-Artefakt, kritisieren jetzt Bonner Max-Planck-Wissenschaftler im Online-Fachblatt "EMBO Journal". Spermien funktionierten nicht wie Riechzellen in der Nase. Bislang habe man auch weder diesen noch einen anderen Duftstoff im weiblichen Genitaltrakt nachweisen können. Allein unter Laborbedingungen und hoch dosiert imitiere der Duftstoff die Wirkung des weiblichen Sexualhormons Progesteron. Spermien folgten diesem geruchslosen chemischen Lockstoff zur Befruchtung der Eizelle - mittels hochempfindlicher Sensoren. Das Progesteron, so hätten Experimente jetzt gezeigt, aktiviere spezielle Ionenkanäle. Dann ströme Kalzium in die Spermien-Zelle ein, das wiederum rege die Steuerungsaktivität an. //[mawi]//

Quelle: EMBO J. Online; doi: 10.1038/emboj.2012.30

Biologie Die hellsten Bakterien überleben

Forscher der Hebrew University in Jerusalem haben das Leuchten von Meeresbakterien in der Tiefsee untersucht. Einige Bakterienarten verständigen sich untereinander. Nur, wenn sie genug Futter finden und wenn sie zahlreich genug sind, schalten sie um und beginnen zu leuchten. In der Online-Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences” PNAS berichten die Forscher, durch das Licht würden Fressfeinde angelockt. Zooplankton nehme die Bakterien auf, könne sie aber nicht verdauen. Nun beginne das Zooplankton selbst zu leuchten und locke so eigene Fressfeinde an – also Fische. akterien wiederum fänden im Verdauungssystem eines Fisches einen paradiesischen Ort vor: einen sicheren Platz, reich an Nährstoffen. Außerdem transportiere der Fisch die Bakterien in die Weiten des Ozeans. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Gesundheit Manche Menschen reagieren besonders empfindlich auf Arsen

Das hat auch genetische Ursachen, berichten Forscher der Columbia University gemeinsam mit Kollegen aus Bangladesch im Fachblatt "PLoS Genetics". Sie hatten das Erbgut von rund 3000 Menschen untersucht, die seit vielen Jahren in Bangladesch Arsen-verseuchtem Trinkwasser ausgesetzt sind. Eine chronische Arsenvergiftung führt unter anderem zu Hautveränderungen, chronischen Lungenkrankheiten und Diabetes. Bei der Analyse entdeckten die Forscher im Erbgut von Menschen, die besonders empfindlich auf Arsen reagierten und Hautveränderungen ausbildeten, typische genetische Varianten. Die Folge: Sie können Arsen schlechter in ungiftigere Formen verstoffwechseln. Die Forscher wollen jetzt erproben, ob zusätzliche Dosen Folsäure beim Arsenabbau helfen könnten und sich so Folgekrankheiten vorbeugen ließe. In Bangladesch haben rund 77 Millionen Menschen einzig Zugang zu Trinkwasser, das stark mit Arsen belastet ist. //[mawi]//

Quelle: PLoS Genetics

Medizin Botox lindert angeblich Depressionen

Erste Hinweise auf diese Wirkung fanden Forscher aus Hannover und Basel in einer kleinen Studie an 30 Menschen mit Depressionen. Die Hälfte der Studienteilnehmer bekam Botulinumtoxin in die Stirn gespritzt, die andere Hälfte erhielt eine Schein-Injektion. Bei zehn Patienten in der Botox-Gruppe habe sich die Schwere der Symptome nach sechs Wochen mindestens halbiert, berichten die Forscher im "Journal of Psychiatric Research".Der genaue Wirkmechanismus ist noch unklar. Die Forscher vermuten, dass Mimik nicht nur Stimmungen ausdrückt, sondern umgekehrt auch auf die Stimmung zurückwirken kann. Emotionen wie Ärger, Angst oder Traurigkeit führen zur Aktivierung von Muskeln im Bereich der unteren mittleren Stirn. Das Botulinumtoxin führt zu einer vorübergehenden Lähmung dieser Muskeln und könnte so die Wechselwirkung zwischen Mimik und Stimmung unterbrechen. In einer größeren Studie müsse noch abgeklärt werden, unter welchen Bedingungen Botox Depressionen lindern könne, betonen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Universität Basel

24.02.2012

Technik Auch Flugzeuge könnten beim Bremsen Strom gewinnen.

Diese beim Landen gewonnene Energie ließe sich nutzen, um Flugzeuge übers Rollfeld fahren zu lassen. Davon zeigt sich der Beirat für Luftfahrtforschung in Europa überzeugt. Derzeit rollen Flugzeuge von der Landebahn zum Terminal und umgekehrt mit Hilfe ihrer Turbinen. Dies sei Energieverschwendung und außerdem sehr laut, so der Beirat. Andererseits vernichten die Bremsen eines Airbus A320 bei der Landung in der Spitze eine Energiemenge, die gut drei Megawatt entspricht. Daher sollten Techniken zur Bremsenergie-Gewinnung und leichte Speicher für Flugzeuge auf die Forschungsagenda gesetzt werden. //[gät]//

Quelle: Eurekalert

Biologie Ein süßer Geschmack im Wasser lässt Zebrafische fliehen.

Wird ein Zebrafisch verwundet, stieben die übrigen Tiere auseinander. Biologen führen das auf einen Schreckstoff zurück, der sich im Wasser verbreitet. Nach Versuchen im Labor vermutet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Current Biology" nun, dass zu diesem Schreckstoff im Falle der Zebrafische noch ein zweiter Stoff hinzukommt, eine Zuckerverbindung. Sie entsteht, wenn die Haut dieser Fische verletzt wird. Diese Zuckerverbindung sei eine bisher unbekannte Klasse von Geruchsstoffen für Fische, so die Wissenschaftler weiter. Sie vermuten, dass sich anhand von Fischen die Natur von Angst gut untersuchen ließe. //[gät]//

Quelle: Current Biology

Biologie Das Hirn von Nacktmullen schützt sich vor Sauerstoffmangel.

Sauerstoff dient in Hirnzellen unter anderem dazu, den Austausch von Calcium zu regulieren. Die Nervenzellen nutzen Calcium zum Beispiel für die Speicherung von Erinnerungen. Zuviel davon lässt Nervenzellen jedoch absterben – was eintritt, wenn das Hirn zuwenig Sauerstoff erhält und daher die Nervenzellen die Aufnahme von Calcium nicht mehr stoppen können. Ein US-Forscherteam berichtet nun in "PLoS One", dass die Hirne von Nachtmullen wesentlich toleranter gegenüber Sauerstoffmangel sind: Sie können die Calcium-Wege in die Nervenzellen offenbar verschließen. Der Mechanismus ist dabei derselbe, über den Babys noch verfügen. Die Forscher hoffen, diesen Mechanismus künstlich auslösen und damit Infarktpatienten zum Beispiel vor dem Hirntod schützen zu können. //[gät]//

Virologie Das Vogelgrippevirus könnte weniger tödlich sein als bisher angenommen.

Davon zeigen sich Forscher der Mount Sinai School of Medicine in New York überzeugt. Die Wissenschafter begründen ihre Überzeugung in "Science" damit, dass die Schätzungen bisher auf den Daten der Weltgesundheitsorganisation beruhen. Diese habe aber nur die schweren Fälle einer H5N1 Infektion erfasst, nicht jedoch leichte. Daraus ergab sich eine hohe Sterblichkeitsquote von 50 bis 90 Prozent. Eine Analyse von 20 internationalen Studien ergab jedoch, dass sich im Blut von rund zwei Prozent der untersuchten Testpersonen Spuren einer H5N1 Infektion nachweisen lassen. Würden sich tatsächlich im Schnitt so viele der gefährdeten Menschen infiziert haben, und wäre das Virus so gefährlich, wie aufgrund der WHO-Daten vermutet, hätte es sehr viele Tote geben müssen. Die Wissenschaftler rufen dazu auf, die Gefährlichkeit des H5N1 Virus besser zu untersuchen. //[gät]//

Quelle: Science

Umwelt Im Boden rund um Straßen sammeln sich Metallspuren.

Je älter eine Straße ist, desto mehr Zinkoxid, Barium, Kupfer oder Antimon sind im Boden neben dem Asphalt nachzuweisen. Das berichten Forscher aus Spanien. Sie haben Bodenproben von vier Straßen verglichen, von denen die älteste seit 60 Jahren, die jüngste seit anderthalb befahren wird. Die Metallspuren stammen von Bremsen und Reifen. Sie sind jedoch nicht alle auf gleiche Weise giftig. Es komme vor allem darauf an, ob die Metalle Salze bilden können, die dann wasserlöslich sind und von Pflanzen aufgesogen werden können. Unter diesem Gesichtspunkt müssten vor allem Zink und Barium besonders beobachtet werden, so die Wissenschaftler. //[gät]//

Quelle: Alphagalileo

23.02.2012

Medizin Multiple Sklerose läßt sich abschwächen – zumindest im Tierversuch.

Bei der Multiplen Sklerose werden die Myelinumhüllungen der Nervenzellen im zentralen Nervensystem angegriffen und zwar von den körpereigenen Abwehrzellen. Es kommt daraufhin zu Sehstörungen und Lähmungserscheinungen. Bonner Forscher haben nun den Mechanismus entdeckt, der die Krankheitssymptome beeinflusst. In erster Linie ist es der Rezeptor CCR4 . Er ist dafür verantwortlich, dass Zellen des Immunsystems im Organismus wandern. Speziell bei der MS befeuert der Rezeptor die Entzündung der Myelinumhüllungen und der damit einhergehenden Ausfallerscheinungen, indem er eine Kettenreaktion in Gang setzt. Im Mausmodell zeigte sich, dass man den Rezeptor genetisch ausschalten kann und damit auch die folgenden entzündlichen Prozesse nicht mehr weiterlaufen. Im Fachblatt PNAS dämpfen die Forscher jedoch die Hoffnung für Patienten. Bis aus der Erkenntnis neue Therapien werden, sei es noch ein langer Weg. //[tj]//

Quelle: PNAS

Archäologie Das älteste Felsbild auf dem amerikanischen Kontinent zeigt einen geschnäbelten Menschen.

30 Zentimeter groß ist sie, die menschenähnliche Figur, die vor mehr als 10.500 Jahren im heutigen Brasilien in eine Kalksteinwand geritzt wurde. An jeder Hand trägt die Felsfigur nur drei Finger, ihr Kopf ist wie ein C geformt und gleicht einem großen Schnabel. Der Phallus des Wesens ist übergroß. So beschrieben brasilianische Archäologen ihren Fund im Fachmagazin "PLOS One". Aufgrund des Alters der Felsritzung gehen sie davon aus, dass die ersten Menschen bereits vor weit mehr als 11.000 Jahren den amerikanischen Kontinent besiedelten. //[tj]//

Quelle: <a href="http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0032228">

Medizin Malariagebiete ändern sich schneller als gedacht.

In der Fachzeitschrift "Environmental Health Perspectives" stellen Kölner Forscher die Ergebnisse ihrer Studie vor. Danach wird sich die Malaria in Afrika in den nächsten Jahrzehnten anders verbreiten als heute. Simulationen ergeben, dass bis zum Jahr 2050 zunehmend dichter besiedelte Gebiete in Westafrika betroffen sein werden – wie zum Beispiel der Süden Nigers oder auch über 2000 Meter hoch gelegene Gebiete wie das Hochland Ostafrikas. Besonders dort werde die Gefahr, an Malaria zu sterben, zunehmen, prognostizieren die Forscher der Universität Köln. //[tj]//

Quelle: Pressemeldung Uni Köln

Biologie In einer Tiefe von zwei Kilometern leben offenbar noch Insekten.

Ein russisch-spanisches Forscherteam hat in der Krubera-Woronja-Höhle in der Schwarzmeerregion Abchasiens Springschwänze entdeckt, die in einer Tiefe von 1980 Metern leben. Tiefer in einer Höhle lebende Insekten wurden bislang noch nicht gefunden. Die Biologen entdeckten gleich vier neue Arten von Springschwänzen: Sie alle sind klein, bleich, augenlos und haben einen extrem gut entwickelten chemischen Sinn. //[tj]//

Quelle: Terrestrial Arthropod Reviews, Band 5, Seiten 1ff

Biologie Männer sterben voraussichtlich nicht aus.

Das für Männer spezifische Y-Chromosom geht nicht langsam aber unaufhaltsam zugrunde- wie einige Experten vermutet hatten. Zwar – so schreiben US-amerikanische Forscher im Fachblatt "Nature" – habe es bei den Vorfahren der Menschen in den Millionen Jahren der Evolution mehrfach einen rapiden Genverlust auf dem Y-Chromosom gegeben. In den vergangenen 25 Millionen Jahren sei es aber zu keinem wesentlichen Schwund mehr gekommen. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Mit 30 Millionen Kilometern pro Stunde bläst der Wind am Schwarzen Loch.

Diese überraschende Geschwindigkeit haben Forscher der US-Weltraumbehörde Nasa bei einem Objekt entdeckt, dass rund 28.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Es handelt sich um ein kleines stellares Schwarzes Loch, dass nur etwa die fünf- bis zehnfache Masse der Sonne besitzt. Überraschenderweise entfacht die sie umgebende Gasscheibe eine Windstärke, die sonst nur bei supermassiven Schwarzen Löchern gemessen wird. Damit seien die Winde, die kosmische Version eines Hurrikans, so die Astronomen in den "Astrophysical Journal Letters". //[tj]//

Quelle: Astrophysical Journal Letters

22.02.2012

Biologie Biologen beobachten beinlose Blindwühlen.

Forscher der Universität von Delhi haben erstmals seit Jahrzehnten eine neue Familie von Amphibien entdeckt. Dabei muten die im Nordosten Indiens heimischen Vertreter der Chikilidae wie Regenwürmer an. Erwachsene Tiere werden bis zu 23 Zentimeter lang und besitzen weder Vorder- noch Hinterextremitäten, notieren die Naturforscher in den Proceedings B der britischen Royal Society. Demnach besitzen diese Blindwühlen ein großes Maul, welches sie aber nur zum Fressen und nicht zum Verteidigen benutzen. Die Forscher haben bei ihrer Feldstudie mehrere Arten der Blindwühlen entdeckt. Genetische Analysen bestätigten, dass es sich um eine gänzlich neue Familie handelt. Die heutigen Vertreter sind demnach vor mehr als 140 Millionen Jahren aus einer anderen Blindwühlengruppe in Afrika hervorgegangen, vermuten die Studienautoren. [mst]

Quelle: Proc.R.Soc.B (doi:10.1098/rspbb.2012.0150)

Biologie Züricher Forscher beschreiben ein neues Bakterium.

Streptococcus tigurinus konnten die Mikrobiologen bei Patienten nachweisen, die an schweren Infektionen der Herzklappe oder Hirnhäute litten. Im International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology merken sie an, dass die Häufigkeit des Bakteriums erst noch untersucht werden muss, ebenso ob es überhaupt eine Erkrankung hervorruft. Die neue Bakterien-Art gehört zu den sogenannten vergründenden Streptokokken. Diese greifen rote Blutkörperchen an und bauen deren Hämoglobin ab, wodurch grünliche Abbauprodukte entstehen. Zwar gehören diese Bakterien zu den normalen Besiedlern der Mundhöhle, unter Umständen können sie aber ins Blut eingeschwemmt werden und dort Infektionen verursachen. [mst]

Quelle: idw-online

Medizin Freispruch für Kaffee.

Zumindest zeigen die Ergebnisse der EPIC-Deutschland-Studie, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen erhöht. Im Gegenteil: Regelmäßiger Kaffeekonsum geht demnach sogar mit einem verminderten Risiko für Typ-2-Diabetes einher. An der Studie der Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke nehmen mehr als 42.600 Frauen und Männer teil. Die Ergebnisse wurden im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Probanden, die täglich mehr als vier Tassen koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten im Vergleich zu Studienteilnehmern, die durchschnittlich weniger als eine Tasse tranken, ein um 23 Prozent verringertes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an. [mst]

Quelle: www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract, idw-online

Medizin Das Schmallenberg-Virus breitet sich weiter aus.

Wie das Friedrich-Loeffler-Institut gestern mitteilte, sind in Deutschland in mittlerweile 668 landwirtschaftlichen Betrieben Tiere befallen. Das sind 29 Betriebe mehr als am Vortag. Das Schmallenberg-Virus führt bei Rindern und Schafen zu Tot- und Fehlgeburten. Es wurde erstmals vergangenen November nachgewiesen. Der Erreger wird bisherigen Erkenntnissen zufolge von Stechmücken übertragen und stellt für Menschen kein Gesundheitsrisiko dar. An einem Impfstoff werde gearbeitet. Neben Deutschland sind bislang auch Belgien, die Niederlande und Großbritannien betroffen. [mst]

Raumfahrt Das Weltraumteleskop Hubble erspäht einen "Wasserplaneten".

Die neue Art von Exoplaneten besteht aus wesentlich mehr Wasser als alle bisher bekannten Planetenarten. Grundlage der Untersuchung war der Exoplanet GJ 1214b im Sternbild Schlangenträger. Er ist rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Zwar wurde er bereits 2009 entdeckt, jedoch studierten jetzt erst Wissenschaftler des Harvard-Smithsonian Instituts für Astrophysik mithilfe einer Hubble-Kamera die Gasmischung der Atmosphäre. Demnach muss seine Atmosphäre aus Wasserdampf bestehen. Der Exoplanet ist ungefähr siebenmal schwerer als die Erde und 2,7-mal so groß wie unser Planet. Die Durchschnittstemperatur beträgt 230 Grad Celsius. [mst]

Quelle: http://hubblesite.org

Paläontologie Forscher entdecken einen "Schnappschuss" der Urgeschichte.

Als solchen bezeichneten Berliner Paläontologen versteinerte Fußabdrücke eine Elefantenherde, die sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgemacht haben. Die rund sieben Millionen Jahre alte Abdrücke sind die ältesten bekannten Nachweise dieser Art, schreiben die Forscher vom Berliner Museum für Naturkunde in den Biology Letters. Eine Herde von mindestens 13 Elefanten unterschiedlichen Alters stapfte damals im Schlamm von Abu Dhabi. Deutlich zu sehen sind demnach die Abdrücke des Alphaweibchens, das vermutlich als ältestes Gruppenmitglied die Herde anführte. Einen größeren Fußabdruck konnten die Forscher etwas abseits der anderen ausmachen, er stammt von einem Elefantenbullen. Die versteinerten Spuren waren jahrtausendelang verschüttet und kamen kürzlich erst durch Bodenerosion wieder zutage. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2011.1185)

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