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04.02.2014

Raumfahrt Auch das All muss sauber gehalten werden

Dazu haben die NASA, die ESA und zehn weitere Raumfahrtagenturen nun Richtlinien veröffentlich. Sie sollen dafür sorgen, dass die Verschmutzung um die Erde nicht außer Kontrolle gerät. Denn Weltraumschrott bedroht Satelliten und Raumschiffe. Zu den neuen Regeln gehört etwa, dass Raumfahrzeuge auch nach ihren Missionen nicht explodieren sollen – weder planmäßig noch versehentlich. Falls Selbstzerstörungs-Mechanismen getestet werden, dann nur in geringer Höhe. So können die Reste schnell in der Atmosphäre verglühen. [hel]

Neurowissenschaft Andreas Kreiters Hirnforschung an Affen bleibt erlaubt

Das hat gestern das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Die Versuche, bei denen der Bremer Forscher Elektroden in die Gehirne von 24 Makaken eingepflanzt hat, seien "ethisch vertretbar" gewesen. Damit folgten die Richter dem Bremer Oberverwaltungsgericht. Das hatte bereits 2012 ähnlich geurteilt. Eine Revision ist nicht mehr möglich. Der an der Uni Bremen für Tierversuche verantwortliche Reinhard Fischer zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, hingegen sagte, der Beschluss werfe den Tierschutz um 20 Jahre zurück. Der Streit um die Affenversuche tobt schon seit den 90er-Jahren. Der Neurobiologe Kreiter will mit den Tests herausfinden, wie Neuronen im Gehirn zusammenwirken. Die Ergebnisse sollen zur besseren Diagnostik von Epilepsiepatienten dienen. [hel]

Biologie Muttermilch wirkt über Säuglingsalter hinaus

Das haben Forscher der University of Kentucky herausgefunden. Dazu untersuchten die Wissenschaftler gentechnisch veränderte Mäuse. Bei den Tieren war die Produktion des sogenannten SIg-A ausgeschaltet. Dieser Antikörper befindet sich normalerweise in der Muttermilch. Mäusekinder, die Milch ohne SIg-A zu trinken bekamen, wiesen im Erwachsenenalter eine veränderte Genaktivität auf. Die betroffenen Gene ähneln dem menschlichen Erbgut. Die entsprechenden menschlichen Gene spielen bei Darmentzündungen eine Rolle. [hel]

Materialforschung Forscher schauen sich mikroskopische Strukturen von Knochen ab

 ... und entwickeln so besonders leichte und stabile Materialien. Knochen bestehen aus nanometer-großen Fachwerkstrukturen. Das besondere an diesen Strukturen ist, dass ihre Form und Ausrichtung an die Last angepasst sind, die der jeweilige Knochen aushalten muss. Nun haben es Karlsruher Forscher geschafft, diese Strukturen nachzuahmen, schreiben sie in der Fachzeitschrift "PNAS". Dazu nutzten sie dreidimensionale Laser-Lithographie. Dabei härtet ein Laser ein Keramik-Polymer-Gemisch an bestimmten Stellen und druckt die winzigen Strukturen so aus. [hel]

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Quelle: PNAS

Neurowissenschaft Risikofreude lässt sich vorhersagen

Risikofreude lässt sich mithilfe der Hirnaktivität vorhersagen. Das haben Wissenschaftler der University of Texas herausgefunden. Dazu ließen sie Testpersonen einen virtuellen Ballon aufpumpen. Mit jedem Pumpstoß stieg die Belohnung für die Probanden – aber auch das Risiko, dass der Ballon platzt und sie leer ausgehen. Die Forscher betrachteten dabei die Hirnaktivität der Testpersonen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie. Vor der Entscheidung aufzuhören waren etwa Hirnareale aktiv, die typischerweise das Kurzzeitgedächtnis und die Aufmerksamkeit beeinflussen. So konnten die Wissenschaftler mit einer Trefferquote von 72 Prozent vorhersagen, wie sich eine Testperson entscheiden würde. [hel]

 

Zoologie Moskito-Spermien können riechen

Diese Fähigkeit nutzen sie dazu, die Eier der Weibchen zum richtigen Zeitpunkt zu befruchten. Wie Forscher der Vanderbilt University in Nashville herausgefunden haben, reagieren die Spermien auf einen speziellen Botenstoff der Weibchen, indem sie verstärkt mit ihren Geißeln schlagen, also losschwimmen. Weibliche Moskitos paaren sich ein Mal im Leben und speichern das Sperma in speziellen Organen. Weil sie erst nach einer Blutmahlzeit Eier produzieren können, dürfen die Spermien erst losschwimmen, wenn die Weichen so weit sind. Die Erkenntnisse könnten zur Kontrolle bedrohlicher Insektenpopulationen genutzt werden. Etwa, indem man Männchen freilässt, die durch Manipulation des "Spermien-Geruchsinns" steril gemacht wurden. Diese Konkurrenz für gesunde Männchen könnte die Zahl der Insekten verringern. [hel]

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Quelle: PNAS

03.02.2014

Medizin Hepatitis-C-Virus ist sexuell übertragbar

Offizielle Lehrmeinung war lange: Das Hepatitis C-Virus wird nur über Blut übertragen – also etwa bei Bluttransfusionen oder durch den Austausch von Drogenspritzen. Mediziner vom Universitätsspital Zürich haben jetzt systematisch untersucht, ob Hepatitis C auch sexuell übertragbar ist. Sie nutzten dazu auch die Daten der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie. Sie fanden über 1500 Paare, bei denen sich ein Partner beim anderen mit HIV angesteckt hatte. Ebenfalls bekannt war, ob sie auch mit Hepatitis C infiziert waren. Es zeigte sich, dass HIV-Patienten mit einem Hepatitis C- positiven Partner ein zwei bis drei Mal so hohes Risiko haben, ebenfalls mit Hepatitis C infiziert zu sein. Das erhöhte Risiko sei nicht allein bei drogenabhängigen, sondern auch bei homosexuellen und bei heterosexuellen HIV-Patienten zu beobachten, betonen die Mediziner. Die Forscher gehen davon aus, dass Kondome vor einer Ansteckung mit Hepatitis C schützen  [mawi]

Quelle: Journal of Epidemiology online - doi: 10.1093/ije/dyt276

Gesundheit Immer mehr Menschen weltweit erkranken an Krebs

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass im Jahr 2030 über 20 Millionen Krebserkrankungen diagnostiziert werden. 2012 waren es noch 14 Millionen Krebsfälle. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen seien von diesem Trend besonders betroffen. Als Ursache gelten auch veränderte Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum und mangelnde Bewegung. Viele dieser Länder seien allerdings kaum für einen solchen Anstieg der Zahlen bei den Krebskranken gerüstet, heißt es im heute in Lyon und London vorgestellten Weltkrebsbericht 2014. Mehr als die Hälfte der Krebserkrankungen könne vermieden werden, wenn der aktuelle Wissensstand umgesetzt würde, betonte die Internationale Krebsforschungsagentur IARC in Lyon. So sollte auch in Schwellen- und Entwicklungsländern eine Gesetzgebung wie in vielen Industrienationen eingeführt werden, um die Umweltverschmutzung zu reduzieren und Tabak- und Alkoholkonsum zu begrenzen. [mawi]

WHO, IARC, 

Geologie Schnellster Gletscher Grönlands nimmt weiter an Fahrt auf

Der Jakobshavn Isbrae gilt seit 20 Jahren als schnellster Gletscher Grönlands. Seine Geschwindigkeit sei inzwischen drastisch gestiegen, teilten die Universität von Washington und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Das habe die Analyse von Daten der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X ergeben. Die Fließgeschwindigkeiten des Gletschers seien 2012 und 2013 im Jahresdurchschnitt fast dreimal höher gewesen als vor 20 Jahren. Im Sommer 2012 habe er mehr als 46 Meter am Tag zurückgelegt. Die zunehmende Geschwindigkeit bedeute auch einen dramatischen Verlust an Eismasse. [mawi]

Sportwissenschaft Vitaminpillen nutzen nichts beim Ausdauertraining ...

... im Gegenteil. Vitamin-C- und E-Präparate behinderten Prozesse, mit denen Muskelzellen normalerweise auf Ausdauertraining reagierten, berichten Norwegische Sportwissenschaftler im "Journal of Physiology". Die Forscher hatten junge, gesunde Männer und Frauen täglich zusätzliche 1000 Milligramm Vitamin C sowie 235 Milligramm Vitamin E schlucken lassen. In einer Vergleichsgruppe bekamen die Teilnehmer Scheinpräparate. Beide Gruppen absolvierten elf Wochen lang ein Ausdauertraining – mit drei bis vier Trainingseinheiten die Woche. Vor und nach dem Training wurden Blutproben und Muskelbiopsien genommen. Der Befund: In beiden Gruppen verbesserten sich die Blutwerte. Bei den Teilnehmern, die keine zusätzlichen Vitamine geschluckt hatten, stellten sich die Muskeln besser auf das Training ein. Ihre Muskelzellen in den Beinen bildeten verstärkt Mitochondrien, das sind Zellorganellen, die die Zelle mit Energie versorgen. [mawi]

Quelle: Journal of Physiology - DOI: 10.1113/jphysiol.2013.267419

Robotik Roboter lernt wie Honigbiene

Berliner Forscher haben einen Roboter entwickelt, der Umgebungsreize wahrnimmt und lernt, auf sie zu reagieren. Als Vorbild diente den Wissenschaftlern das Nervensystem von Honigbienen. Der Roboter ist mit einer Kamera ausgestattet und an einen Computer angeschlossen, der das sensomotorische Netzwerk des Insektengehirns nachbildet. In einem Experiment setzten die Wissenschaftler den Roboter in die Mitte einer kleinen Arena, an deren Wänden sie rote und blaue Objekte angebracht hatten. Steuerte der Roboter ein rotes Objekt an, lösten die Wissenschaftler ein Lichtsignal aus – also einen Belohnungsimpuls. Die Verarbeitung der roten Farbe mit der zeitgleichen Belohnung führte nun dazu, dass der Roboter gezielt rote Objekte ansteuerte und blaue mied. Ähnlich wie in Experimenten mit Honigbienen habe ein einziger Versuchsdurchgang zum Lernen ausgereicht, so die Forscher. [mawi]

31.01.2014

Physiologie Wissenschaftler aus St. Louis haben eine körpereigene Substanz entdeckt, die das Wachstum.

Im Fachmagazin "PLOS Genetics" schreiben die Forscher, dass daraus ein Medikament gegen Knochenschwund entstehen könnte. Untersucht hatten die Mediziner eine Verbindung aus der Familie der WNT-Proteine. Das sind Signalstoffe, die in Körperzellen eindringen können, um dort das Wachstum zu regulieren. Das untersuchte Molekül WNT-7B regt zum Beispiel die Vermehrung von Osteoblasten an. Das sind Zellen, die den Knochen aufbauen. Mäuse, deren Körper besonders viel WNT-7B herstellte, bauten auch schneller neue Knochensubstanz auf. Als nächstes möchten die Forscher versuchen, den Mechanismus dieses Wachstums besser zu verstehen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pgen.1004145

Biologie Liebende Lemuren duften im Duett.

Der Duft eines Körper-Sekrets, das bestimmte Primaten der Gattung Sifakas nutzen, um ihr Revier zu markieren, ähnelt sich bei Tieren, die in einer festen Partnerschaft leben. Das berichten Forscher der Duke University im Fachmagazin "Animal Behaviour". Die Biologen hatten über Monate hinweg das Sekret der Lemuren eingesammelt und auf seine Bestandteile hin untersucht. Bei Primatenpärchen, die bereits gemeinsamen Nachwuchs in die Welt gesetzt hatten, ähnelte sich das Duftprofil stärker als bei kinderlosen Pärchen. Wahrscheinlich hätten sie durch den engen körperlichen Kontakt bestimmte Bakterien ausgetauscht, die für den Duft verantwortlich seien, glauben die Forscher. //[reu]//

 

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.anbehav.2013.11.019

Umwelt Sellafield arbeitet mit reduzierter Belegschaft.

Erhöhte Werte von Radioaktivität an der englischen Atomanlage sind nach Angaben des Betreibers natürlichen Ursprungs. Es handele sich um Hintergrundstrahlung, die von dem Edelgas Radon ausgehe. Wegen leicht erhöhter Werte von Radioaktivität waren Mitarbeiter der Atomanlage im englischen Sellafield heute dazu aufgefordert worden, zuhause zu bleiben. Das Werk lief im normalen Betrieb weiter, allerdings nur mit den wichtigsten Mitarbeitern. Die Radioaktivitätswerte hatten über denen gelegen, die im Schnitt natürlich auftreten, aber jedoch weit unter jenen, bei denen Mitarbeiter reagieren müssten. In Sellafield gibt es unter anderem ein Atomkraftwerk und eine Wiederaufbereitungsanlage. //[reu]//

 

Quelle: Agenturen

Chemie Die Produktion von H2O2 könnte billiger werden.

Chemiker aus Japan haben einen Katalysator entdeckt, mit dem sich Wasserstoffperoxid preiswert herstellen lassen könnte. Wasserstoffperoxid wird verwendet als Desinfektions- und Bleichmittel, aber auch als Reagenz in der chemischen Industrie. Die großtechnische Herstellung ist zur Zeit noch relativ energieaufwändig und kostenintensiv. Der Katalysator der japanischen Forscher besteht aus einem Polymer auf Basis von Kohlenstoff und Stickstoff. Unter der Einwirkung von Licht kann diese Substanz den Wasserstoff aus einem Alkoholmolekül abspalten und auf Luftsauerstoff übertragen, so dass Wasserstoffperoxid entsteht. Das berichten die Forscher im Fachmagazin "ACS Catalysis". Mit diesem Katalysator entstehen nur zehn Prozent Nebenprodukte. Die Gesamtausbeute ist allerdings verhältnismäßig niedrig. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1021/cs401208c

Technik Eine künstliche Zunge unterscheidet Biersorten am Geschmack.

Forscher aus Spanien haben eine elektronische Zunge entwickelt, die verschiedene Biersorten an deren chemischer Zusammensetzung erkennt. So kann sie unterscheiden zwischen Schwarzbier, Lager, Pils und anderen Sorten. Die Trefferquote des Systems liegt bei rund 80 Prozent. Die künstliche Zunge besteht aus 21 Sensoren, die auf bestimmte Salze ansprechen, zum Beispiel auf Ammonium- oder Natriumsalze wie auch auf Nitrate und Chloride. Daraus ergibt sich ein Muster, das typisch ist für eine ganz bestimmte Biersorte, wie die Forscher im Fachmagazin "Food Chemistry" schreiben. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.foodchem.2013.05.091

Meeresforschung Die Feen haben nichts damit zu tun…

…dass sich in der Ostsee vor der Insel Møn sogenannte Feenkreise bilden. Bei diesen Strukturen handelt es sich Seegras, das in Form eines Kreises am Meeresboden wächst. Dänische Forscher haben entdeckt dass sich im Bereich der Wurzeln dieser Pflanzen Sedimente ablagern, die giftige Schwefelverbindungen enthalten. Diese Substanzen können die Seegräser absterben lassen. Besonders anfällig dafür sind die alten Pflanzen. Und da Seegras von innen nach außen wächst, sterben vor allem die Pflanzen im Zentrum. Auf diese Weise entstehen die Ringe, wie die Forscher im Fachmagazin "Marine Biology" berichten. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1007/s00227-013-2340-3

30.01.2014

Forschungsstrategie Ohne die richtigen Fragen sind medizinische Studien nichts!

Das stellen US-amerikanische Wissenschaftler unumwunden fest. Im Fachmagazin "Science Translational Medicine" kritisieren sie die sogenannte evidenzbasierte Medizin. Diese versucht für jeden Patienten individuelle Entscheidungen zu treffen und zwar auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Daten. Doch dabei würden Studienergebnisse nicht richtig gelesen. Zu häufig bewerte man nur die Qualität der Antworten, anstatt sich zu fragen, ob die zugrundeliegenden Fragestellungen überhaupt hilfreich sind. Wenn bei Untersuchungen die tatsächliche Behandlungsrealität nur am Rande beachtet wird, dann brächten die Ergebnisse für andere Patienten wenig. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3007649

Biologie Manche Schlangen fliegen wie ein Ufo durch die Luft.

Zwar sind Schlangen meist erdverbunden, aber es gibt Ausnahmen: die Schmuckbaumnattern. Sie leben auf Bäumen und können fliegen - von einem Baum zum anderen. Bei ihren bis zu 30 Meter weiten Gleitflügen ziehen sie ihren Körper zu einer Art Ufo zusammen. Das berichtet das Fachblatt "Journal of Experimental Biology". Dazu spreizen die Schlangen nach dem Absprung ihre Rippen ab und ziehen ihren Körper auseinander. So ist der Körperquerschnitt dann nicht mehr rund, sondern erhält einen abgeplatteten Umriss. Da der Körper damit wie ein breitgezogenes Dreieck mit leicht eingedellter Unterseite aussieht, erinnerte er an ein Ufo. Je nach Aufstellwinkel verändert sich die Fluggeschwindigkeit und der Auftrieb. Forschern der Virginia Tech University im amerikanischen Blacksburg zufolge variieren die Schmuckbaumnattern ihre Körperspreizung während des Fluges. Und das sähe aus, als würden die Schlangen in der Luft schwimmen. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1242/jeb.090902

Biologie Bei Zebrafischen sind Tarnung und Sonnenschutz eins.

Die beinahe durchsichtigen Zebrafisch-Embryonen passen sich an ihren Untergrund an und können bei Bedarf eine etwas dunklere Farbe annehmen. Lange dachten Forscher, dass sie dies tun, um sich vor möglichen Fressfeinden zu tarnen. Doch jetzt haben Neurobiologen der Universität Zürich entdeckt, dass dieser Tarnmechanismus ursprünglich wohl als Sonnenschutz entwickelt wurde. Im Embryonalstadium kann kurzwelliges Sonnenlicht das Erbgut in den Zellen der Zebrafische schädigen. Und so haben die Embryonen der Zebrafische Hautzellen, die schon am zweiten Tag nach der Befruchtung Pigmente besitzen, die sich bei starker Sonneneinstrahlung in den Zellen verteilen und die Embryonen dunkler erscheinen lassen. Sobald die Haut im Laufe der Entwicklung nicht mehr transparent ist, benötigen die Zebrafische keinen Sonnenschutz mehr und der Mechanismus dient nur noch Tarnzwecken. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0087372

Medizin Antioxidantien fördern Lungenkrebs.

Zumindest bei Mäusen ist dies jetzt nachgewiesen. Antioxidantien wie die Vitamine A, C und E gelten gemeinhin als gesund. Sie sollen verhindern, dass schädliche Formen von Sauerstoff oder andere Radikale das Erbgut durch oxidativen Stress schädigen und es in der Folge zu Krebs kommen kann. Allerdings ist die Wirkung von Antioxidantien nicht eindeutig gesichert. Die jetzt in "Science Translational Medicine" veröffentlichte schwedische Studie zeigt sogar schädliche Folgen auf. Die Forscher hatten bei Mäusen Vorstufen von Lungenkrebs ausgelöst und ihnen dann Vitamin E und N-Acetylcystein in das Futter gemischt. Beide Stoffe regten das Krebswachstum an. Vermutlich werde das körpereigene Schutzsystem heruntergefahren, wenn Antioxidantien im Spiel sind, resümieren die Forscher. Noch sei aber nicht geklärt, ob die Ergebnisse auf den Menschen mit Lungenkrebs übertragbar sind. Unklar sei auch ob Antioxidantien das Lungenkrebsrisiko bei gesunden Menschen erhöhen oder nicht. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3007653

Astronomie In der Nähe von Braunen Zwergen ist es ziemlich ungemütlich.

"Stark bewölkt bei rund 1000 Grad und leichtem Eisregen" so lautet die erste Wettervorhersagen für einen Braunen Zwerg – also einen Zwitter aus Stern und Planet. Astronomen vom Max Planck Institut in Heidelberg haben eine erste Oberflächenkarte des Braunen Zwergs mit dem Namen Luhmann 168 erstellt. Er ist 6,5 Lichtjahre von uns entfernt – was für astronomischen Entfernungen vergleichsweise wenig ist. Diese Karte ermöglicht es, dass Wetter des Braunen Zwergs zu bestimmen. Wettervorhersagen dürfe man allerdings noch nicht erwarten. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12955

29.01.2014

Biologie Vor Grönland gedeihen Korallenriffe.

Kanadische Meeresbiologen haben bei einer Forschungsreise das erste intakte Riff von Kaltwasserkorallen vor Grönland entdeckt. Die Entdeckung vor dem Südwesten der Insel sei per Zufall gelungen, als sie bei einer Wasserprobe in 900 Metern Tiefe auf das Riff stießen. Bislang waren zwar einzelne Korallenarten vor Grönland bereits bekannt, ein intaktes Riff wie in Norwegen oder Island jedoch noch nicht, teilte die Technische Universität von Dänemark mit, die die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen vornehmen wird.

[mst]

Quelle: ScienceDaily

Ingenieurwissenschaften Wasser ersetzt Tintenpatrone.

Chinesische Ingenieure haben ein wiederbeschreibbares Spezialpapier entwickelt, bei dem der Farbstoff direkt im Papier sitzt. Gedruckt wird mit Wasserkontakt, schreiben die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Das Material besteht aus Papier, darüber befindet sich eine Schicht aus Polyethylenglykol, dann ein Dünnfilm mit dem Farbstoff und darüber eine Schutzschicht. Ein Vorteil sei auch die Wiederverwendbarkeit. Denn das gedruckte Bild habe nur eine Haltbarkeit von 22 Stunden. Danach sei das Wasser getrocknet und das Blatt wieder weiß.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4044)

Biologie Fliegen sind lernfähig.

Zumindest die zu den Wollschwebern gehörenden Insekten von Megapalpus capansis. Denn diese Fliegen fallen nur anfangs auf den Trick einer Blütenpflanze herein, schreiben Biologen aus Südafrika in den Proceedings B der britischen Royal Society. Um Insekten als Bestäuber anzulocken, ahmen Korbblütler von Gorteria diffusa mit ihren Blütenblättern einige Merkmale weiblicher Insekten nach, die die männlichen Fliegen anziehen sollen. Während die paarungsbereiten Männchen vergeblich in der Blüte nach einem Weibchen suchen, bestäuben sie unbewusst in dieser Zeit die Pflanze. Eine gewisse Lernfähigkeit der Getäuschten konnten die Forscher nun beobachten. Nach mehreren vergeblichen Versuchen stellten die Männchen die für sie nutzlosen Paarungsflüge ein. Die Forscher vermuten, dass diese Imitation der Pflanzen ein Selektionsmerkmal ist. Nur jene, die Fliegenmännchen verführen können, würden auch bestäubt. Dadurch habe sich die Imitation zu einer erstaunlichen Detailtreue entwickelt.

[mst] 

Quelle: Proc.R.Soc.B (10.1098/rspb.2013.2861)

Musikwissenschaft Bei Streichquartetten gibt es verschiedene Hierarchien.

Wer den Takt bei der Kammermusik angibt, berichten Forscher aus England im Journal of the Royal Society Interface. Sie wollten wissen, welcher der Spieler von Geige, Cello und Bratsche die Geschwindigkeit vorgibt, nach der sich die anderen richten. Dazu sollten zwei professionelle Quartette ungeprobt einen 48 Noten langen Ausschnitt aus Haydns Streichquartett Opus 74 Nummer 1 spielen; das ganze wurde 14-mal wiederholt. Dabei sahen die Forscher, dass erfahrene Musiker ihr Spiel unbewusst immer etwa ab dem gleichen Maß der Abweichung synchronisieren. Das Timing dieser Ausgleichsmaßnahmen entspreche nahezu dem in theoretischen Modellen ermittelten Idealwert für eine Vierergruppe. Jedoch gab es in beiden Gruppen Unterschiede: Während bei einer Gruppe ein Geiger den Takt vorgab, dem die drei anderen folgten, regierten die Spieler des anderen Quartetts abwechselnd untereinander. Die Taktvorgaben beziehungsweise das Reagieren darauf seien aber so minimal gewesen, dass die Musiker selbst nicht wussten, wer den Takt vorgibt und wer folgt.

[mst]

Quelle: J.R.Soc Interface (10.1098/rsif.2013.1125)

Biologie Der "laufende" Fisch ist vom Aussterben bedroht.

Das sogenannte "mexikanische Wassermonster", der Axolotl, ist ein Schwanzlurch, dessen einziger bekannter Lebensraum ein Gebiet in Mexiko ist. Biologen der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko haben nun vier Monate lang dort nach frei lebenden Tieren gesucht und dabei keine Exemplare mehr gefunden. Die knapp 30 Zentimeter langen Tiere sind dunkelgrau oder braun marmoriert und haben ein breites Maul mit abgerundeter Schnauze. 1998 gab es den Forschern zufolge noch 6.000 Axolotls pro Quadratkilometer dort. Fünf Jahre später waren es tausend und 2008 nur noch 100. Grund für den Rückgang sei die zunehmende Umweltverschmutzung, ebenso das Vordringen der Menschen in den Lebensraum der Tiere. Im Februar soll eine neue Expedition starten, die verbliebene Tiere aufspüren soll. Einige Axolotls werden in Zoos und Aquarien gehalten.

[mst]

Medizin Ein Eiweiß agiert als Störsender.

Mediziner verabreichen Patienten mit Krebserkrankungen mitunter das Eiweißmolekül Interferon-beta (IFN-ß), weil es das Tumorwachstum eindämmen kann. Den dahinterstehenden Prozess haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) nun erstmals entschlüsselt. Über ihre Erkenntnisse berichten sie im International Journal of Cancer. Demnach behindert das Eiweißmolekül die Kommunikation zwischen Immunzellen und Krebsgewebe. Dadurch wird der Tumor nicht effizient an die für ihn lebensnotwendige Blutzufuhr angeschlossen und kann nur langsam weiter wachsen.

[mst]

Quelle: idw-online/Int J Cancer (10.1002/ijc.28551)

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