Sonntag, 19.09.2021
 
Seit 13:05 Uhr Informationen am Mittag
06.02.2014

Biologie Dohlen vertreiben ihre Konkurrenten mit ihrem stechenden Blick

Dohlen nutzen natürliche Baumhöhlen um zu brüten. Die Nistplätze sind natürlich begrenzt und die Konkurrenz groß. Wie schaffen es die Krähenvögel da, ihre Nester zu schützen? Diese Frage stellten sich britische Wissenschaftler der Universität Cambridge – und die Antwort geben sie in der aktuellen Ausgabe der "Biology Letters": Mit ihren Augen. Dohlen haben eine fast weiße Iris. Im Kontrast zu ihrem dunklen Federkleid wirkt ihr Blick dadurch stechend. Das flößt anderen Angst ein und vertreibt die Konkurrenten. [bud]

 

Quelle: DOI: 10.1098/rsbl.2013.1077

Biologie Eine bislang unbekannte Quallenart ist über einen Meter breit.

Entdeckt wurden die Riesenquallen von Spaziergängern in Tasmanien. Dem australischen Forschungsinstitut CSIRO zufolge gehört die neue Art zur Familie der sogenannten "Löwenmähnenquallen". Ob ihrer Farbe – weiß und pink – wurde der Riesenqualle auch gleich ein Spitzname verpasst: "Rotznase". [tj]

 

Quelle: Agenturen

Medizin Mit Joghurt lässt sich das Diabetesrisiko senken.

Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie mit über 4200 Teilnehmern. Diejenigen von ihnen, die in der Woche gut 600 Gramm Joghurt aßen, verringerten ihr Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken um 28 Prozent. Auch der Verzehr ähnlicher Molkereiprodukte wie fettarme Frischkäsesorten etwa haben einen vergleichbaren Effekt. Erklären können sich das die Wissenschaftler der Universität Cambridge nicht – noch nicht, schreiben sie im Fachmagazin "Diabetologia". Möglicherweise sei es nicht der Verzehr von Joghurt beziehungsweise anderen Molkereiprodukten als solcher, der zu einem geringeren Diabetes-Risiko führe, sondern gehe auf die darin enthaltenen gesundheitsfördernden Stoffe zurück, als da wären: Vitamin D, Calcium, Magnesium, Vitamin K 2 oder probiotische Bakterien. [bud]

 

Quelle: DOI: 10.1007/s00125-014-3176-1

Neurowissenschaften Eine Woche Dunkelheit verbessert das Gehör.

Im Fachmagazin "Neuron" berichten Forscher von ihrem Versuch mit gesunden Mäusen. Sie hatten die Tier sechs bis acht Tage lang in absoluter Dunkelheit gehalten. Anschließend konnten die Mäuse deutlich besser hören: Sie konnten geringe Lautstärken wahrnehmen und Tonhöhen besser unterscheiden als zuvor. Dies liege daran, dass sich die Neuronen im Hörzentrum der Großhirnrinde während der Dunkelphase verändern. Sie leiten Signale, die sie empfangen, schneller und haben mehr Synapsen gebildet. Bislang ging man davon aus, dass sich Nervenverschaltungen in der Großhirnrinde im späteren Leben nicht mehr verändern. Das scheint aber doch möglich. Zwar wisse man noch nicht wie lange Menschen im Dunkeln verbringen müssten, bis sich ihr Gehör verbessert – und ob das überhaupt jemand freiwillig tun würde. Auch sei noch nicht klar, wie lange der Effekt einer "Dunkelbehandlung" anhalten würde. Denn bei Mäusen ließ das gestärkte Gehör nach einigen Wochen bei normalen Lichtverhältnissen wieder nach. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.neuron.2013.11.023

Prothetik Ein internationales Forscherteam von der Polytechnischen Hochschule in Lausanne hat die Ha

Das besondere an ihr ist: Sie leitet Tastsignale der künstlichen Hand ans Gehirn weiter – Patienten können damit wieder fühlen. Um das zu ermöglichen haben die Forscher an jedem Finger der Prothese Sensoren angebracht. Sie messen die Spannung in den künstlichen Sehnen, also ob ein Gegenstand weicher oder härter ist. Derartige Informationen werden über Drähte an die Nerven des Patienten im Oberarm übertragen. Die Nerven leiten dann die Signale zum Gehirn und der Patient kann reagieren, etwa in dem er seinen Griff dem jeweiligen Objekt anpasst. Der Prototyp kam bei dem dänischen Patienten, der die künstliche Hand testete, gut an. Allerdings ist die Handprothese noch nicht zuendeentwickelt – bis sie alltagstauglich und also marktreif ist, wird es nach Einschätzung der Forscher noch einige Jahre dauern. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3006820

05.02.2014

Biologie Kontrolleure bestätigen einen zweiten BSE-Fall in Deutschland.

Binnen weniger Wochen haben Experten den bundesweit zweiten Fall von Rinderwahnsinn nach fünf Jahren Ruhe entdeckt. Bei der Schlachtung einer elfjährigen Kuh im nordrhein-westfälischen Lübbecke sei die sogenannte atypische BSE nachgewiesen worden. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um eine seltene Einzeltiererkrankung. Eine Gefährdung der Verbraucher bestehe demnach nicht. Die Kuh stamme aus Brandenburg, dort war im Januar der erste BSE-Fall seit 2009 aufgetreten. Eine Verbindung beider Fälle sei bisher nicht bekannt. Die atypische BSE kann spontan bei älteren Tieren auftreten und steht im Gegensatz zur klassischen Erkrankung nicht im Zusammenhang mit infektiösem Futter.

[mst]

Astronomie Astronomen untersuchen eine kosmische Erdnuss.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen haben zusammen mit Kollegen eines internationalen Forscherteams erstmals einen detaillierten Blick in das Innere eines Asteroiden werfen können. Bei dem Himmelskörper handelt es sich um Itokawa, einen knapp 600 Meter langen Asteroiden, der regelmäßig an der Erde vorbeifliegt. Dieser könnte das Ergebnis einer Kollision zweier Brocken sein, denn er besteht zu einem Teil aus massivem Felsgestein, zum anderen aus einer Art Schutt oder Sand, notieren die Forscher im Fachjournal Astronomy & Astrophysics. Darauf lasse zumindest die beschleunigte Rotation des Asteroiden schließen. Der Effekt sei jedoch minimal. Um gerade einmal rund 45 Millisekunden verkürzt sich die Zeit für eine vollständige Rotation von Itokawa binnen eines Jahres.

[mst]

Biologie Hummeln sind doch "Überflieger".

Biologen der Universität von Kalifornien in Berkeley haben östlich des Himalaja-Gebirges Hummeln auf einer Höhe von mehr als 3.200 Metern eingesammelt. Um zu testen, wie sich das Flugverhalten in größeren Höhen verändert, nahmen sie die Insekten mit ins Labor. In kleinen Flugkammern senkten die Forscher dazu stetig den Luftdruck. Im Fachblatt Biology Letters schreiben sie, dass die Hummeln den fehlenden Auftrieb ausglichen, indem sie den Winkel ihres Flügelschlags erweiterten. Daher konnten alle Tiere der Art Bombus impetuosus noch bei einem Luftdruck fliegen, der 7.500 Metern Höhe entspricht. Zwei der Tiere flogen sogar noch bei mehr als 9.000 simulierten Höhenmetern. Damit könnten sie - theoretisch - auch den Mount Everest überfliegen, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2013.0922)

Medizin Forscher warnen vor Vogelgrippeviren.

Das neue Virus H10N8, das in China vor zwei Monaten ein erstes Todesopfer gefordert hatte, kann sich leichter unter Menschen ausbreiten als andere Vogelgrippeviren. Wie chinesische Forscher im Medizin-Journal THE LANCET schreiben, habe das Virus ein pandemisches Potenzial, welches nicht unterschätzt werden sollte. Im Dezember war im Osten Chinas eine 73-jährige Frau an den Folgen einer H10N8-Infektion gestorben. In dem Gebiet sei Ende Januar eine weitere Erkrankung entdeckt worden. Eine Analyse deute darauf hin, dass das Virus genetische Eigenheiten entwickelt habe, die es ihm erlauben könnten, sich in Menschen rasch zu vervielfältigen.

[mst]

Quelle: The LANCET (10.1016/S0140-6736)

Chemie Nano-Goldfäden ermöglichen ultradünne Drucksensoren.

Chemiker aus Australien haben hochempfindliche Drucksensoren entwickelt, die aus einem speziellen Papier und Nano-Goldfäden bestehen. Der Fühler sei ähnlich empfindlich wie die derzeit besten Drucksensoren, notieren die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Die Wissenschaftler hatten das Papier wiederholt in eine Flüssigkeit mit Gold-Nanofäden getaucht, anschließend umhüllten sie dieses mit zwei 0,5 Millimeter dünnen Kunststoff-Schichten, von denen eine Titan-Gold-Elektroden enthält. Je mehr Druck auf den Sensor ausgeübt wird, desto mehr Goldfäden werden gegen die Elektroden gedrückt und desto mehr Strom fließt. Da die Sensoren auch auf Schallwellen reagieren, könnten diese Sensoren auch als Mikrofone eingesetzt werden, zudem in Kunsthaut oder Touchscreens.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4132)

Paläontologie Glutwolken töteten und konservierten Dinosaurier.

Die im Norden Chinas gelegene Jehol Biota Formation beherbergt eine große Vielfalt an versteinerten Tieren und Pflanzen, die vor rund 130 Millionen Jahren lebten. Weshalb sich die Insekten, Amphibien, Fische, Säugetiere und Dinosaurier so gut erhalten haben, war bislang unklar. Nun berichten Geologen der Nanjing University im Fachblatt NATURE Communications, dass pyroklastische Ströme für das einstige Massensterben verantwortlich sein können. Das ergab die Untersuchung von 14 Vogel- und Dinosaurier-Fossilien, die alle von einer feinen Schicht vulkanischer Asche umschlossen sind. Demnach könnten Vulkanausbrüche jene Glutwolken erzeugt haben, die die Tiere in umliegende Gewässer rissen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4151)

04.02.2014

Raumfahrt Auch das All muss sauber gehalten werden

Dazu haben die NASA, die ESA und zehn weitere Raumfahrtagenturen nun Richtlinien veröffentlich. Sie sollen dafür sorgen, dass die Verschmutzung um die Erde nicht außer Kontrolle gerät. Denn Weltraumschrott bedroht Satelliten und Raumschiffe. Zu den neuen Regeln gehört etwa, dass Raumfahrzeuge auch nach ihren Missionen nicht explodieren sollen – weder planmäßig noch versehentlich. Falls Selbstzerstörungs-Mechanismen getestet werden, dann nur in geringer Höhe. So können die Reste schnell in der Atmosphäre verglühen. [hel]

Neurowissenschaft Andreas Kreiters Hirnforschung an Affen bleibt erlaubt

Das hat gestern das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Die Versuche, bei denen der Bremer Forscher Elektroden in die Gehirne von 24 Makaken eingepflanzt hat, seien "ethisch vertretbar" gewesen. Damit folgten die Richter dem Bremer Oberverwaltungsgericht. Das hatte bereits 2012 ähnlich geurteilt. Eine Revision ist nicht mehr möglich. Der an der Uni Bremen für Tierversuche verantwortliche Reinhard Fischer zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, hingegen sagte, der Beschluss werfe den Tierschutz um 20 Jahre zurück. Der Streit um die Affenversuche tobt schon seit den 90er-Jahren. Der Neurobiologe Kreiter will mit den Tests herausfinden, wie Neuronen im Gehirn zusammenwirken. Die Ergebnisse sollen zur besseren Diagnostik von Epilepsiepatienten dienen. [hel]

Biologie Muttermilch wirkt über Säuglingsalter hinaus

Das haben Forscher der University of Kentucky herausgefunden. Dazu untersuchten die Wissenschaftler gentechnisch veränderte Mäuse. Bei den Tieren war die Produktion des sogenannten SIg-A ausgeschaltet. Dieser Antikörper befindet sich normalerweise in der Muttermilch. Mäusekinder, die Milch ohne SIg-A zu trinken bekamen, wiesen im Erwachsenenalter eine veränderte Genaktivität auf. Die betroffenen Gene ähneln dem menschlichen Erbgut. Die entsprechenden menschlichen Gene spielen bei Darmentzündungen eine Rolle. [hel]

Materialforschung Forscher schauen sich mikroskopische Strukturen von Knochen ab

 ... und entwickeln so besonders leichte und stabile Materialien. Knochen bestehen aus nanometer-großen Fachwerkstrukturen. Das besondere an diesen Strukturen ist, dass ihre Form und Ausrichtung an die Last angepasst sind, die der jeweilige Knochen aushalten muss. Nun haben es Karlsruher Forscher geschafft, diese Strukturen nachzuahmen, schreiben sie in der Fachzeitschrift "PNAS". Dazu nutzten sie dreidimensionale Laser-Lithographie. Dabei härtet ein Laser ein Keramik-Polymer-Gemisch an bestimmten Stellen und druckt die winzigen Strukturen so aus. [hel]

Zur Original-Meldung

Quelle: PNAS

Neurowissenschaft Risikofreude lässt sich vorhersagen

Risikofreude lässt sich mithilfe der Hirnaktivität vorhersagen. Das haben Wissenschaftler der University of Texas herausgefunden. Dazu ließen sie Testpersonen einen virtuellen Ballon aufpumpen. Mit jedem Pumpstoß stieg die Belohnung für die Probanden – aber auch das Risiko, dass der Ballon platzt und sie leer ausgehen. Die Forscher betrachteten dabei die Hirnaktivität der Testpersonen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie. Vor der Entscheidung aufzuhören waren etwa Hirnareale aktiv, die typischerweise das Kurzzeitgedächtnis und die Aufmerksamkeit beeinflussen. So konnten die Wissenschaftler mit einer Trefferquote von 72 Prozent vorhersagen, wie sich eine Testperson entscheiden würde. [hel]

 

Zoologie Moskito-Spermien können riechen

Diese Fähigkeit nutzen sie dazu, die Eier der Weibchen zum richtigen Zeitpunkt zu befruchten. Wie Forscher der Vanderbilt University in Nashville herausgefunden haben, reagieren die Spermien auf einen speziellen Botenstoff der Weibchen, indem sie verstärkt mit ihren Geißeln schlagen, also losschwimmen. Weibliche Moskitos paaren sich ein Mal im Leben und speichern das Sperma in speziellen Organen. Weil sie erst nach einer Blutmahlzeit Eier produzieren können, dürfen die Spermien erst losschwimmen, wenn die Weichen so weit sind. Die Erkenntnisse könnten zur Kontrolle bedrohlicher Insektenpopulationen genutzt werden. Etwa, indem man Männchen freilässt, die durch Manipulation des "Spermien-Geruchsinns" steril gemacht wurden. Diese Konkurrenz für gesunde Männchen könnte die Zahl der Insekten verringern. [hel]

 Zur Original-Meldung

Quelle: PNAS

03.02.2014

Medizin Hepatitis-C-Virus ist sexuell übertragbar

Offizielle Lehrmeinung war lange: Das Hepatitis C-Virus wird nur über Blut übertragen – also etwa bei Bluttransfusionen oder durch den Austausch von Drogenspritzen. Mediziner vom Universitätsspital Zürich haben jetzt systematisch untersucht, ob Hepatitis C auch sexuell übertragbar ist. Sie nutzten dazu auch die Daten der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie. Sie fanden über 1500 Paare, bei denen sich ein Partner beim anderen mit HIV angesteckt hatte. Ebenfalls bekannt war, ob sie auch mit Hepatitis C infiziert waren. Es zeigte sich, dass HIV-Patienten mit einem Hepatitis C- positiven Partner ein zwei bis drei Mal so hohes Risiko haben, ebenfalls mit Hepatitis C infiziert zu sein. Das erhöhte Risiko sei nicht allein bei drogenabhängigen, sondern auch bei homosexuellen und bei heterosexuellen HIV-Patienten zu beobachten, betonen die Mediziner. Die Forscher gehen davon aus, dass Kondome vor einer Ansteckung mit Hepatitis C schützen  [mawi]

Quelle: Journal of Epidemiology online - doi: 10.1093/ije/dyt276

Gesundheit Immer mehr Menschen weltweit erkranken an Krebs

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass im Jahr 2030 über 20 Millionen Krebserkrankungen diagnostiziert werden. 2012 waren es noch 14 Millionen Krebsfälle. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen seien von diesem Trend besonders betroffen. Als Ursache gelten auch veränderte Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum und mangelnde Bewegung. Viele dieser Länder seien allerdings kaum für einen solchen Anstieg der Zahlen bei den Krebskranken gerüstet, heißt es im heute in Lyon und London vorgestellten Weltkrebsbericht 2014. Mehr als die Hälfte der Krebserkrankungen könne vermieden werden, wenn der aktuelle Wissensstand umgesetzt würde, betonte die Internationale Krebsforschungsagentur IARC in Lyon. So sollte auch in Schwellen- und Entwicklungsländern eine Gesetzgebung wie in vielen Industrienationen eingeführt werden, um die Umweltverschmutzung zu reduzieren und Tabak- und Alkoholkonsum zu begrenzen. [mawi]

WHO, IARC, 

Geologie Schnellster Gletscher Grönlands nimmt weiter an Fahrt auf

Der Jakobshavn Isbrae gilt seit 20 Jahren als schnellster Gletscher Grönlands. Seine Geschwindigkeit sei inzwischen drastisch gestiegen, teilten die Universität von Washington und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Das habe die Analyse von Daten der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X ergeben. Die Fließgeschwindigkeiten des Gletschers seien 2012 und 2013 im Jahresdurchschnitt fast dreimal höher gewesen als vor 20 Jahren. Im Sommer 2012 habe er mehr als 46 Meter am Tag zurückgelegt. Die zunehmende Geschwindigkeit bedeute auch einen dramatischen Verlust an Eismasse. [mawi]

Sportwissenschaft Vitaminpillen nutzen nichts beim Ausdauertraining ...

... im Gegenteil. Vitamin-C- und E-Präparate behinderten Prozesse, mit denen Muskelzellen normalerweise auf Ausdauertraining reagierten, berichten Norwegische Sportwissenschaftler im "Journal of Physiology". Die Forscher hatten junge, gesunde Männer und Frauen täglich zusätzliche 1000 Milligramm Vitamin C sowie 235 Milligramm Vitamin E schlucken lassen. In einer Vergleichsgruppe bekamen die Teilnehmer Scheinpräparate. Beide Gruppen absolvierten elf Wochen lang ein Ausdauertraining – mit drei bis vier Trainingseinheiten die Woche. Vor und nach dem Training wurden Blutproben und Muskelbiopsien genommen. Der Befund: In beiden Gruppen verbesserten sich die Blutwerte. Bei den Teilnehmern, die keine zusätzlichen Vitamine geschluckt hatten, stellten sich die Muskeln besser auf das Training ein. Ihre Muskelzellen in den Beinen bildeten verstärkt Mitochondrien, das sind Zellorganellen, die die Zelle mit Energie versorgen. [mawi]

Quelle: Journal of Physiology - DOI: 10.1113/jphysiol.2013.267419

Robotik Roboter lernt wie Honigbiene

Berliner Forscher haben einen Roboter entwickelt, der Umgebungsreize wahrnimmt und lernt, auf sie zu reagieren. Als Vorbild diente den Wissenschaftlern das Nervensystem von Honigbienen. Der Roboter ist mit einer Kamera ausgestattet und an einen Computer angeschlossen, der das sensomotorische Netzwerk des Insektengehirns nachbildet. In einem Experiment setzten die Wissenschaftler den Roboter in die Mitte einer kleinen Arena, an deren Wänden sie rote und blaue Objekte angebracht hatten. Steuerte der Roboter ein rotes Objekt an, lösten die Wissenschaftler ein Lichtsignal aus – also einen Belohnungsimpuls. Die Verarbeitung der roten Farbe mit der zeitgleichen Belohnung führte nun dazu, dass der Roboter gezielt rote Objekte ansteuerte und blaue mied. Ähnlich wie in Experimenten mit Honigbienen habe ein einziger Versuchsdurchgang zum Lernen ausgereicht, so die Forscher. [mawi]

31.01.2014

Physiologie Wissenschaftler aus St. Louis haben eine körpereigene Substanz entdeckt, die das Wachstum.

Im Fachmagazin "PLOS Genetics" schreiben die Forscher, dass daraus ein Medikament gegen Knochenschwund entstehen könnte. Untersucht hatten die Mediziner eine Verbindung aus der Familie der WNT-Proteine. Das sind Signalstoffe, die in Körperzellen eindringen können, um dort das Wachstum zu regulieren. Das untersuchte Molekül WNT-7B regt zum Beispiel die Vermehrung von Osteoblasten an. Das sind Zellen, die den Knochen aufbauen. Mäuse, deren Körper besonders viel WNT-7B herstellte, bauten auch schneller neue Knochensubstanz auf. Als nächstes möchten die Forscher versuchen, den Mechanismus dieses Wachstums besser zu verstehen. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pgen.1004145

Biologie Liebende Lemuren duften im Duett.

Der Duft eines Körper-Sekrets, das bestimmte Primaten der Gattung Sifakas nutzen, um ihr Revier zu markieren, ähnelt sich bei Tieren, die in einer festen Partnerschaft leben. Das berichten Forscher der Duke University im Fachmagazin "Animal Behaviour". Die Biologen hatten über Monate hinweg das Sekret der Lemuren eingesammelt und auf seine Bestandteile hin untersucht. Bei Primatenpärchen, die bereits gemeinsamen Nachwuchs in die Welt gesetzt hatten, ähnelte sich das Duftprofil stärker als bei kinderlosen Pärchen. Wahrscheinlich hätten sie durch den engen körperlichen Kontakt bestimmte Bakterien ausgetauscht, die für den Duft verantwortlich seien, glauben die Forscher. //[reu]//

 

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.anbehav.2013.11.019

Umwelt Sellafield arbeitet mit reduzierter Belegschaft.

Erhöhte Werte von Radioaktivität an der englischen Atomanlage sind nach Angaben des Betreibers natürlichen Ursprungs. Es handele sich um Hintergrundstrahlung, die von dem Edelgas Radon ausgehe. Wegen leicht erhöhter Werte von Radioaktivität waren Mitarbeiter der Atomanlage im englischen Sellafield heute dazu aufgefordert worden, zuhause zu bleiben. Das Werk lief im normalen Betrieb weiter, allerdings nur mit den wichtigsten Mitarbeitern. Die Radioaktivitätswerte hatten über denen gelegen, die im Schnitt natürlich auftreten, aber jedoch weit unter jenen, bei denen Mitarbeiter reagieren müssten. In Sellafield gibt es unter anderem ein Atomkraftwerk und eine Wiederaufbereitungsanlage. //[reu]//

 

Quelle: Agenturen

Chemie Die Produktion von H2O2 könnte billiger werden.

Chemiker aus Japan haben einen Katalysator entdeckt, mit dem sich Wasserstoffperoxid preiswert herstellen lassen könnte. Wasserstoffperoxid wird verwendet als Desinfektions- und Bleichmittel, aber auch als Reagenz in der chemischen Industrie. Die großtechnische Herstellung ist zur Zeit noch relativ energieaufwändig und kostenintensiv. Der Katalysator der japanischen Forscher besteht aus einem Polymer auf Basis von Kohlenstoff und Stickstoff. Unter der Einwirkung von Licht kann diese Substanz den Wasserstoff aus einem Alkoholmolekül abspalten und auf Luftsauerstoff übertragen, so dass Wasserstoffperoxid entsteht. Das berichten die Forscher im Fachmagazin "ACS Catalysis". Mit diesem Katalysator entstehen nur zehn Prozent Nebenprodukte. Die Gesamtausbeute ist allerdings verhältnismäßig niedrig. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1021/cs401208c

Technik Eine künstliche Zunge unterscheidet Biersorten am Geschmack.

Forscher aus Spanien haben eine elektronische Zunge entwickelt, die verschiedene Biersorten an deren chemischer Zusammensetzung erkennt. So kann sie unterscheiden zwischen Schwarzbier, Lager, Pils und anderen Sorten. Die Trefferquote des Systems liegt bei rund 80 Prozent. Die künstliche Zunge besteht aus 21 Sensoren, die auf bestimmte Salze ansprechen, zum Beispiel auf Ammonium- oder Natriumsalze wie auch auf Nitrate und Chloride. Daraus ergibt sich ein Muster, das typisch ist für eine ganz bestimmte Biersorte, wie die Forscher im Fachmagazin "Food Chemistry" schreiben. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.foodchem.2013.05.091

Meeresforschung Die Feen haben nichts damit zu tun…

…dass sich in der Ostsee vor der Insel Møn sogenannte Feenkreise bilden. Bei diesen Strukturen handelt es sich Seegras, das in Form eines Kreises am Meeresboden wächst. Dänische Forscher haben entdeckt dass sich im Bereich der Wurzeln dieser Pflanzen Sedimente ablagern, die giftige Schwefelverbindungen enthalten. Diese Substanzen können die Seegräser absterben lassen. Besonders anfällig dafür sind die alten Pflanzen. Und da Seegras von innen nach außen wächst, sterben vor allem die Pflanzen im Zentrum. Auf diese Weise entstehen die Ringe, wie die Forscher im Fachmagazin "Marine Biology" berichten. //[reu]//

 

Quelle: DOI: 10.1007/s00227-013-2340-3

MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 1 2

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk