Freitag, 17.09.2021
 
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11.02.2014

Medizin Brustkrebsmedikament kann krankmachende Pilze abtöten

Tamoxifen ist ein Medikament zur Behandlung von Brustkrebs. Forscher der Universität von Rochester im Bundesstaat New York haben entdeckt, dass der Wirkstoff auch Kryptokokken abtöten kann. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem verursachen diese Pilze lebensbedrohliche Entzündungen der Lunge oder des Gehirns. Bei Brustkrebspatientinnen blockiert Tomoxifen die Wirkung des Geschlechtshormons Östrogen, um so einem Krankheitsrückfall vorzubeugen. Gegen Kryptokokken wirkt das Medikament anders. Es stört den Kalzium-Haushalt der Pilze. Kleine Veränderungen der Wirkstoffformulierung steigerten die pilzabtötende Wirkung erheblich, berichten die Forscher im Fachblatt "mBio". Neue und kostengünstige Wirkstoffe gegen Kryptokokken-Infektionen werden dringend gebraucht: Seit den 50er Jahren nutzen Ärzte eine Kombination von zwei Medikamenten. In ärmeren Ländern weichen Mediziner häufig auf ein günstiges, aber schlecht wirksames Medikament ("Fluconazol") aus. Kryptokokken-Infektionen fordern jedes Jahr über 600 000 Menschenleben. Betroffen sind insbesondere HIV-Infizierte. [mawi]

 

   

Quelle: mBio

Neurowissenschaft Neurologen lösen Rätsel, vor dem schon Galileo Galilei stand

Der italienische Gelehrte fragte sich nämlich, warum die Venus mit bloßem Auge betrachtet größer erscheint als der Jupiter. Galileo wusste, dass Jupiter von der Erde betrachtet eigentlich größer aussehen müsste. Eine Studie von US-Forschern legt nun nahe: Diese optische Täuschung könnte damit zu tun haben, dass die Venus heller leuchtet als Jupiter. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS" beschrieben, reagiert das Hirn auf dunkle Reize anders als auf helle. Die Nervenzellen, die für helle Objekte empfänglich sind, neigen dazu, die Objekte zu verzerren. Anders verhalten sich die Zellen, die auf dunkle Objekte reagieren: Sie bilden das Gesehene präzise ab. Aus diesem Grund erscheint ein heller Punkt auf dunklem Grund größer als ein dunkler Punkt gleicher Größe auf hellem Hintergrund. Diese Eigenschaft könnte frühen Menschen etwa dabei geholfen haben, Angreifer im Dunkeln besser zu erkennen. Sie sorgt auch dafür, dass wir schwarzen Text auf weißem Papier besser lesen können als umgekehrt. [hell]

    

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1310442111

Technologie Neuer Elektrolyt könnte Lithium-Ionen-Akkus sicherer machen

Die Akkus versorgen von Handys bis hin zu Flugzeugen fast alle modernen Geräte mit Strom. Wenn sie jedoch zu heiß werden, können sie sich entzünden - ein Sicherheitsrisiko. Das liegt am Elektrolyt der Akkus. Durch diese Flüssigkeit bewegen sich die Lithium-Ionen, wenn der Akku geladen wird. Der Elektrolyt ist auch der leicht entzündliche und damit gefährliche Teil der Stromspeicher. Schon öfter ließ er Batterien in Flammen aufgehen. Eine Erfindung amerikanischer Wissenschaftler könnte diese Gefahr bannen. Wie die Forscher im Fachblatt "PNAS" beschreiben, lässt sich das nicht-brennbare Material Perfluorpolyether als Elektrolyt nutzen. In diesem Polymer kann man Lithium-Salze lösen. Das unterscheidet es von den meisten anderen Polymeren und macht es als Elektrolyt nutzbar. [hell]

    

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1314615111

Botanik Flaschenkürbis gelangte über Atlantik nach Amerika

Zu dem Schluss kommen Forscher der Penn State Universität in den USA. Bisher dachte man, Menschen hätten die Pflanze vor mehr als 10.000 Jahren aus Afrika über Asien und die Beringstraße nach Amerika gebracht. Die neuen Auswertungen widersprechen dieser Erklärung. Die Forscher verglichen das Erbgut von amerikanischen Kürbissen mit dem seiner Verwandten auf anderen Kontinenten. Das Ergebnis: Der amerikanische Flaschenkürbis ist näher mit dem afrikanischen als dem asiatischen verwandt. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das Saatgut der Pflanze ohne menschliche Hilfe über den Atlantik aus Afrika nach Amerika gelangte. Diese Theorie untermauerten sie, indem sie die Strömungen im Atlantik zur fraglichen Zeit simulierten. Der Flaschenkürbis gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Kulturpflanzen. Seit Jahrtausenden nutzen ihn Menschen als Nahrung oder zum Bau von Gefäßen und Musikinstrumenten. [hell]

    

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1318678111

Paläontologie Urzeitliche Mammut-Zähne in Bottrop gefunden

Und zwar bei Bauarbeiten an einem unterirdischen Abwasserkanal. Wie der zuständige Wasserwirtschaftsverband mitteilt, handelt es sich um drei Mammut-Backenzähne. Daneben hätten Archäologen noch ein Rippenfragment eines eiszeitlichen Tieres gefunden.Das genaue Alter der Knochen ist unklar. Es wird jedoch vermutet, dass sie 50.000 bis 70.000 Jahre alt sind. [hell]

Psychologie/Psychiatrie Das Empfinden von Schönheit lässt sich manipulieren

Und zwar mit chemischen Mitteln. Das hat ein Experiment in Schweden gezeigt. Eine Gruppe Männer sollte sich Frauengesichter auf einem Bildschirm angucken und ihre Attraktivität bewerten. Forscher ermittelten dabei die Zeit, wie lange die Männer auf die Fotos schauten. In einem zweiten Durchgang stellten sie den Männern die gleiche Aufgabe. Nur verabreichten sie diesmal einer Gruppe der Männer Opioide. Diese Substanzen schüttet das Gehirn bei positiven Erfahrungen aus. Eine andere Gruppe bekam einen Stoff, der die Opioid-Rezeptoren blockiert. Testpersonen, die Opioide verabreicht bekamen, fanden die zuvor als attraktiv bewerteten Gesichter noch attraktiver und schauten sie länger an, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Molecular Psychiatry". Waren die Opioid-Rezeptoren hingegen blockiert, fanden die Probanden selbst die schönsten Gesichter weniger attraktiv. [hell]

 

Quelle: Wissenschaft.de / Molecular Psychiatry

10.02.2014

Zoologie Dammhirsche hören, wie fit ihr Gegner ist

Männliche Dammhirsche können in der Hochphase der Brunftzeit stündlich mehr als 3.000 Brunftrufe produzieren. Die Art und Weise, wie sie rufen, spiegelt offenbar die körperliche Verfassung der Tiere wieder, haben Forscher der Queen Mary Universität in London jetzt entdeckt. Artgenossen könnten  zudem anhand der Rufe abschätzen, wie fit oder erschöpft ein Tier sei, schreiben die Forscher im Fachblatt "Behavioural Ecology". Sie hatten Männchen Rufe von Artgenossen vorgespielt und die Reaktionen der Tiere beobachtet. Schnell auf einander folgendes Röhren nahmen die Tiere als bedrohlich wahr. Offenbar sind Tiere, die in schneller Abfolge röhren, noch besonders motiviert und aggressiv – auf jeden Fall aber in guter körperlicher Verfassung. Männliche Dammhirsche können während der Brunft mehr als ein Viertel ihres Körpergewichts abnehmen. Konkurrenten um Weibchen richtig einzuschätzen, und schnell zu entscheiden, wann Kämpfen sich lohnt und wann eine Flucht angesagt ist, könnte helfen, kraftsparend durch die anstrengende Brunftzeit zu kommen, so die Forscher. [mawi]

Zoologie Es leben viel mehr Fische im Meer als gedacht

Forscher der University of Western Australia haben einen neuen Anlauf unternommen, die Zahl der Fische zu schätzen. Sie konzentrierten sich auf Wassertiefen zwischen 200 und 1.000 Metern, die sogenannte mesopelagische Zone. Dort gebe es bezogen auf die Biomasse den größten Fischreichtum überhaupt, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblattes "Nature Communications". Bisherige Schätzungen basieren auf Daten von Fischtrawlern, die mit Schleppnetzen fischen. Sie gehen von einer Fisch-Biomasse von etwa einer Milliarde Tonnen aus. Die australischen Forscher, die Messungen von Echoloten ausgewertet haben, vermuten bis zu zehn Milliarden Tonnen Fisch in der mesopelagischen Zone. Die Ergebnisse könnten weitreichende Folgen auch für die Klimaforschung haben. So müssten die Modelle zum Kohlenstoffkreislauf in den Weltmeeren auf den neuen Fischreichtum angepasst werden. [mawi]

Quelle: Nature Communications

Medizin Forscher finden sieben weitere Gen-Varianten, die Diabetes 2-Risiko erhöhen

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Genetikern der britischen Universität Oxford hat die Erbgut-Daten von mehr als 48.000 Diabetes-Patienten mit denen von knapp 140.000 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Dabei entdeckten sie sieben weitere Gen-Varianten, die das Risiko erhöhen an Diabetes 2 zu erkranken.  Jede einzelne Gen-Variante habe nur einen geringen Einfluss, so die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Aber jede neu entdeckte Variante helfe, den eigentlichen Krankheitsmechanismus besser zu verstehen. Die Forscher hatten die Analyse für verschiedene ethnische Gruppen getrennt durchgeführt. Die Überraschung: Viele Risiko-Genvarianten sind in allen ethnischen Gruppen zu finden.  [mawi]

Astronomie Astronomen entdecken Stern aus den Anfängen des Universums

Der rund 6000 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern sei vor 13,6 Milliarden Jahren entstanden und damit das älteste bekannte Objekt im Universum, berichten Forscher der australischen Sternwarte Mont Stromlo in Canberra im Fachblatt "Nature". Der Stern sei nur rund 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden. Das Fehlen jeglichen nachweisbaren Eisens im Lichtspektrum des Sterns habe zu dem Altersnachweis geführt, berichten die Forscher. Der Eisenanteil könne daher als eine Art Uhr für das Alter eines Sterns herangezogen werden.Auf der Sternenliste hat das neu entdeckte Objekt die Nummer SMSS J031300.36-670839.3.  [mawi]

Quelle: Nature

Zoologie Im Kopenhagener Zoo ist eine gesunde Giraffe getötet worden

Das eineinhalb Jahre alte Tier "Marius" war gestern betäubt und per Bolzenschuss getötet worden. Es habe nicht mehr genügend Platz im Zoo gegeben, hieß es zur Begründung. Wegen Inzuchtgefahr habe das Tier auch nicht in einen anderen europäischen Tierpark umziehen können. Ein Teil des Tieres wurde an die Löwen im Zoo verfüttert. Im Vorfeld hatten in einer Internet-Petition mehr als 27.000 Menschen die Rettung von "Marius" gefordert. [mawi]

07.02.2014

Biochemie Ein Eiweißmolekül blendet das Immunsystem.

Eine Bakterienart aus der Gattung der Mykoplasmen verfügt über ein Protein, das eine Vielzahl verschiedener Antikörper abwehren kann. Auf diese Weise dürfte es dem Bakterium gelingen, sich dem Immunsystem seines Wirts zu entziehen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin "Science". Das sogenannte Protein M bindet dabei an eine besondere Stelle der Abwehrmoleküle, die sich von Antikörper zu Antikörper kaum unterscheidet. Dadurch blockiert es die Kontaktstellen, mit denen die Antikörper sich an Krankheitserreger anheften. Die Forscher glauben, dass sich das Protein M nutzen lässt, um im Labor Antikörper zu gewinnen und zu reinigen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1246135

Biologie Eine neue Walspezies taucht auf

Ein internationales Forscherteam beschreibt heute im Fachmagazin "Marine Mammal Science" eine neue Art aus der Familie der Schnabelwale, nämlich Mesoplodon hotaula. Ein Exemplar dieser Spezies war bereits im Jahr 1963 entdeckt worden, aber nicht als eigene Art erkannt. Genetische Untersuchungen haben nun ergeben, dass diese Art nicht identisch ist mit anderen Schnabelwalen. Dem Wal auf die Spur gekommen waren die Forscher, indem sie zunächst ein Stück Trockenfleisch untersucht hatten. Später fanden sie Teile eines Schädels, dessen DNA mit derjenigen aus dem Fleisch übereinstimmte. Im Jahr 2009 schließlich entdeckten die Zoologen einen Kadaver des Säugers, der ebenfalls dasselbe Erbgut aufwies. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1111/mms.12113

Biologie Eine neue Walspezies taucht auf

Ein internationales Forscherteam beschreibt heute im Fachmagazin "Marine Mammal Science" eine neue Art aus der Familie der Schnabelwale, nämlich Mesoplodon hotaula. Ein Exemplar dieser Spezies war bereits im Jahr 1963 entdeckt worden, aber nicht als eigene Art erkannt. Genetische Untersuchungen haben nun ergeben, dass diese Art nicht identisch ist mit anderen Schnabelwalen. Dem Wal auf die Spur gekommen waren die Forscher, indem sie zunächst ein Stück Trockenfleisch untersucht hatten. Später fanden sie Teile eines Schädels, dessen DNA mit derjenigen aus dem Fleisch übereinstimmte. Im Jahr 2009 schließlich entdeckten die Zoologen einen Kadaver des Säugers, der ebenfalls dasselbe Erbgut aufwies. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1111/mms.12113

Medizin Ein Medikament, das entwässernd wirkt, könnte auch davor schützen, dass Kinder Symptome vo

Das legt zumindest eine Studie nahe, die an Mäusen und Ratten durchgeführt wurde. Wissenschaftler aus Frankreich hatten dazu den Wirkstoff an trächtige Nager verabreicht, die besonders häufig eine Form von Autismus entwickeln. Das Auftreten der Symptome bei dem Nachwuchs der Muttertiere konnte durch das Medikament reduziert werden. Die Forscher glauben, dass bei den autistischen Jungtieren während der Geburt bestimmte Gehirnprozesse nicht ablaufen. Das liege daran, dass die Salzkonzentration in den Zellen sehr hoch sei. Der untersuchte Wirkstoff vermindert den Salzgehalt. Das Gehirn reagiert dadurch auf die Geburt wie bei gesunden Tieren, berichten die Forscher im Fachblatt "Science". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247190

Meteorologie Ein Wetterphänomen kehrt regelmäßig wieder.

Das Muster, mit dem sich Luftmassen auf der Südhalbkugel der Erde bewegen, wiederholt sich alle zwanzig bis dreißig Tage. Das berichten Forscher aus Colorado heute im Fachmagazin "Science". Diese Oszillation sei überraschenderweise bisher übersehen worden. Es handele sich um ein untypisches Phänomen, da die meisten Muster dieser Art in den Tropen aufträten. So weit südlich sei solch eine Oszillation in der Vergangenheit nicht registriert worden. Die Beobachtung könne helfen, die Wettervorhersagen zu verbessern und Einblicke geben in die physikalischen Prozesse, die das weltweite Klima bestimmen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247190

Virologie Ein Pflanzen-Virus enthüllt sein wahres Alter.

Ein Virus, das Gerste befällt, existiert schon seit mindestens zwei Jahrtausenden – und nicht erst seit 150 Jahren, wie man bisher geglaubt hatte. Das berichten englische Forscher in den "Scientific Reports". Sie hatten das Erbgut des Gerstenstreifenmosaik-Virus untersucht. Das besteht nicht aus DNA, sondern aus RNA, die deutlich schneller zerfällt. Auf Gerstenkörnern aus einem ägyptischen Grab konnten die Forscher jedoch Viren finden, deren Erbgut noch intakt war. Diese Körner sind 750 Jahre alt. Aus dem Vergleich des historischen Genoms mit dem heutigen Genom des Virus konnten die Wissenschaftler berechnen, dass der Erreger vor rund 2000 Jahren entstanden ist. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1038/srep04003

06.02.2014

Biologie Dohlen vertreiben ihre Konkurrenten mit ihrem stechenden Blick

Dohlen nutzen natürliche Baumhöhlen um zu brüten. Die Nistplätze sind natürlich begrenzt und die Konkurrenz groß. Wie schaffen es die Krähenvögel da, ihre Nester zu schützen? Diese Frage stellten sich britische Wissenschaftler der Universität Cambridge – und die Antwort geben sie in der aktuellen Ausgabe der "Biology Letters": Mit ihren Augen. Dohlen haben eine fast weiße Iris. Im Kontrast zu ihrem dunklen Federkleid wirkt ihr Blick dadurch stechend. Das flößt anderen Angst ein und vertreibt die Konkurrenten. [bud]

 

Quelle: DOI: 10.1098/rsbl.2013.1077

Biologie Eine bislang unbekannte Quallenart ist über einen Meter breit.

Entdeckt wurden die Riesenquallen von Spaziergängern in Tasmanien. Dem australischen Forschungsinstitut CSIRO zufolge gehört die neue Art zur Familie der sogenannten "Löwenmähnenquallen". Ob ihrer Farbe – weiß und pink – wurde der Riesenqualle auch gleich ein Spitzname verpasst: "Rotznase". [tj]

 

Quelle: Agenturen

Medizin Mit Joghurt lässt sich das Diabetesrisiko senken.

Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie mit über 4200 Teilnehmern. Diejenigen von ihnen, die in der Woche gut 600 Gramm Joghurt aßen, verringerten ihr Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken um 28 Prozent. Auch der Verzehr ähnlicher Molkereiprodukte wie fettarme Frischkäsesorten etwa haben einen vergleichbaren Effekt. Erklären können sich das die Wissenschaftler der Universität Cambridge nicht – noch nicht, schreiben sie im Fachmagazin "Diabetologia". Möglicherweise sei es nicht der Verzehr von Joghurt beziehungsweise anderen Molkereiprodukten als solcher, der zu einem geringeren Diabetes-Risiko führe, sondern gehe auf die darin enthaltenen gesundheitsfördernden Stoffe zurück, als da wären: Vitamin D, Calcium, Magnesium, Vitamin K 2 oder probiotische Bakterien. [bud]

 

Quelle: DOI: 10.1007/s00125-014-3176-1

Neurowissenschaften Eine Woche Dunkelheit verbessert das Gehör.

Im Fachmagazin "Neuron" berichten Forscher von ihrem Versuch mit gesunden Mäusen. Sie hatten die Tier sechs bis acht Tage lang in absoluter Dunkelheit gehalten. Anschließend konnten die Mäuse deutlich besser hören: Sie konnten geringe Lautstärken wahrnehmen und Tonhöhen besser unterscheiden als zuvor. Dies liege daran, dass sich die Neuronen im Hörzentrum der Großhirnrinde während der Dunkelphase verändern. Sie leiten Signale, die sie empfangen, schneller und haben mehr Synapsen gebildet. Bislang ging man davon aus, dass sich Nervenverschaltungen in der Großhirnrinde im späteren Leben nicht mehr verändern. Das scheint aber doch möglich. Zwar wisse man noch nicht wie lange Menschen im Dunkeln verbringen müssten, bis sich ihr Gehör verbessert – und ob das überhaupt jemand freiwillig tun würde. Auch sei noch nicht klar, wie lange der Effekt einer "Dunkelbehandlung" anhalten würde. Denn bei Mäusen ließ das gestärkte Gehör nach einigen Wochen bei normalen Lichtverhältnissen wieder nach. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.neuron.2013.11.023

Prothetik Ein internationales Forscherteam von der Polytechnischen Hochschule in Lausanne hat die Ha

Das besondere an ihr ist: Sie leitet Tastsignale der künstlichen Hand ans Gehirn weiter – Patienten können damit wieder fühlen. Um das zu ermöglichen haben die Forscher an jedem Finger der Prothese Sensoren angebracht. Sie messen die Spannung in den künstlichen Sehnen, also ob ein Gegenstand weicher oder härter ist. Derartige Informationen werden über Drähte an die Nerven des Patienten im Oberarm übertragen. Die Nerven leiten dann die Signale zum Gehirn und der Patient kann reagieren, etwa in dem er seinen Griff dem jeweiligen Objekt anpasst. Der Prototyp kam bei dem dänischen Patienten, der die künstliche Hand testete, gut an. Allerdings ist die Handprothese noch nicht zuendeentwickelt – bis sie alltagstauglich und also marktreif ist, wird es nach Einschätzung der Forscher noch einige Jahre dauern. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1126/scitranslmed.3006820

05.02.2014

Biologie Kontrolleure bestätigen einen zweiten BSE-Fall in Deutschland.

Binnen weniger Wochen haben Experten den bundesweit zweiten Fall von Rinderwahnsinn nach fünf Jahren Ruhe entdeckt. Bei der Schlachtung einer elfjährigen Kuh im nordrhein-westfälischen Lübbecke sei die sogenannte atypische BSE nachgewiesen worden. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um eine seltene Einzeltiererkrankung. Eine Gefährdung der Verbraucher bestehe demnach nicht. Die Kuh stamme aus Brandenburg, dort war im Januar der erste BSE-Fall seit 2009 aufgetreten. Eine Verbindung beider Fälle sei bisher nicht bekannt. Die atypische BSE kann spontan bei älteren Tieren auftreten und steht im Gegensatz zur klassischen Erkrankung nicht im Zusammenhang mit infektiösem Futter.

[mst]

Astronomie Astronomen untersuchen eine kosmische Erdnuss.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen haben zusammen mit Kollegen eines internationalen Forscherteams erstmals einen detaillierten Blick in das Innere eines Asteroiden werfen können. Bei dem Himmelskörper handelt es sich um Itokawa, einen knapp 600 Meter langen Asteroiden, der regelmäßig an der Erde vorbeifliegt. Dieser könnte das Ergebnis einer Kollision zweier Brocken sein, denn er besteht zu einem Teil aus massivem Felsgestein, zum anderen aus einer Art Schutt oder Sand, notieren die Forscher im Fachjournal Astronomy & Astrophysics. Darauf lasse zumindest die beschleunigte Rotation des Asteroiden schließen. Der Effekt sei jedoch minimal. Um gerade einmal rund 45 Millisekunden verkürzt sich die Zeit für eine vollständige Rotation von Itokawa binnen eines Jahres.

[mst]

Biologie Hummeln sind doch "Überflieger".

Biologen der Universität von Kalifornien in Berkeley haben östlich des Himalaja-Gebirges Hummeln auf einer Höhe von mehr als 3.200 Metern eingesammelt. Um zu testen, wie sich das Flugverhalten in größeren Höhen verändert, nahmen sie die Insekten mit ins Labor. In kleinen Flugkammern senkten die Forscher dazu stetig den Luftdruck. Im Fachblatt Biology Letters schreiben sie, dass die Hummeln den fehlenden Auftrieb ausglichen, indem sie den Winkel ihres Flügelschlags erweiterten. Daher konnten alle Tiere der Art Bombus impetuosus noch bei einem Luftdruck fliegen, der 7.500 Metern Höhe entspricht. Zwei der Tiere flogen sogar noch bei mehr als 9.000 simulierten Höhenmetern. Damit könnten sie - theoretisch - auch den Mount Everest überfliegen, so die Forscher.

[mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2013.0922)

Medizin Forscher warnen vor Vogelgrippeviren.

Das neue Virus H10N8, das in China vor zwei Monaten ein erstes Todesopfer gefordert hatte, kann sich leichter unter Menschen ausbreiten als andere Vogelgrippeviren. Wie chinesische Forscher im Medizin-Journal THE LANCET schreiben, habe das Virus ein pandemisches Potenzial, welches nicht unterschätzt werden sollte. Im Dezember war im Osten Chinas eine 73-jährige Frau an den Folgen einer H10N8-Infektion gestorben. In dem Gebiet sei Ende Januar eine weitere Erkrankung entdeckt worden. Eine Analyse deute darauf hin, dass das Virus genetische Eigenheiten entwickelt habe, die es ihm erlauben könnten, sich in Menschen rasch zu vervielfältigen.

[mst]

Quelle: The LANCET (10.1016/S0140-6736)

Chemie Nano-Goldfäden ermöglichen ultradünne Drucksensoren.

Chemiker aus Australien haben hochempfindliche Drucksensoren entwickelt, die aus einem speziellen Papier und Nano-Goldfäden bestehen. Der Fühler sei ähnlich empfindlich wie die derzeit besten Drucksensoren, notieren die Forscher im Fachblatt NATURE Communications. Die Wissenschaftler hatten das Papier wiederholt in eine Flüssigkeit mit Gold-Nanofäden getaucht, anschließend umhüllten sie dieses mit zwei 0,5 Millimeter dünnen Kunststoff-Schichten, von denen eine Titan-Gold-Elektroden enthält. Je mehr Druck auf den Sensor ausgeübt wird, desto mehr Goldfäden werden gegen die Elektroden gedrückt und desto mehr Strom fließt. Da die Sensoren auch auf Schallwellen reagieren, könnten diese Sensoren auch als Mikrofone eingesetzt werden, zudem in Kunsthaut oder Touchscreens.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4132)

Paläontologie Glutwolken töteten und konservierten Dinosaurier.

Die im Norden Chinas gelegene Jehol Biota Formation beherbergt eine große Vielfalt an versteinerten Tieren und Pflanzen, die vor rund 130 Millionen Jahren lebten. Weshalb sich die Insekten, Amphibien, Fische, Säugetiere und Dinosaurier so gut erhalten haben, war bislang unklar. Nun berichten Geologen der Nanjing University im Fachblatt NATURE Communications, dass pyroklastische Ströme für das einstige Massensterben verantwortlich sein können. Das ergab die Untersuchung von 14 Vogel- und Dinosaurier-Fossilien, die alle von einer feinen Schicht vulkanischer Asche umschlossen sind. Demnach könnten Vulkanausbrüche jene Glutwolken erzeugt haben, die die Tiere in umliegende Gewässer rissen.

[mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms4151)

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