Freitag, 17.09.2021
 
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13.02.2014

Medizin Wer kokst, riskiert einen Schlaganfall.

Für junge Menschen sei Koksen sogar der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall. Diesen Zusammenhang haben US-Mediziner auf der Tagung der Amerikanischen Schlaganfall Gesellschaft mit Zahlen unterfüttert. In den ersten 24 Stunden nach dem Konsum von Kokain steige das Risiko um ein Vielfaches an. Ein Schlaganfall sei dann sechs- bis siebenmal wahrscheinlicher als ohne Drogenkonsum. Die Mediziner hatten für ihre Studien die Daten von über 1000 Schlaganfallpatienten zwischen 15 und 49 Jahren mit der gleichen Anzahl von Menschen ohne Hirninfarkt verglichen. In beiden Gruppen hatte mehr als ein Viertel Erfahrungen mit Kokain. //[tj]//

 

Quelle: Agenturen

Paläontologie Erst als gefiederte Dinosaurier bunt wurden, lernten sie auch zu fliegen.

US-amerikanische Forscher haben sich die Form der Pigmentkörperchen vorgenommen und zwar bei lebenden Vögeln, Säugetieren und Reptilien ebenso wie bei ausgestorbenen Vertretern von Eidechsen, Dinosauriern und Flugsauriern. Pigmentkörperchen sind im Inneren der Pigmentzellen zu finden und beinhalten Melanin, das Haut, Haare oder Federn ihre Farbe verleiht. Wie das Fachblatt "Nature" schreibt, sei die Untersuchung der Maniraptora besonders aufschlussreich gewesen. Die Maniraptora war eine Gruppe von Dinosauriern , aus der später Vögel hervorgingen. Bei ihnen nahm die Farbenvielfalt der Federn zu. Vermutliche hätten physiologische Veränderungen dazu geführt, dass sich auch der Energiestoffwechsel der Tiere änderte. Die Farbenvielfalt der Federn sei das äußere Zeichen einer Veränderung gewesen, die zur Flugfähigkeit führte. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.10038/nature12973

Raumfahrt Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Auch beim "Jadehasen" – Chinas unbemanntem Mondrover – der in der Landessprache Yutu heißt. Zwei Monate nach der Landung auf dem Mond schien seine Mission zunächst gescheitert zu sein. Vertreter des chinesischen Raumfahrtprogramms befürchteten gestern, dass Yutu "erfroren" sein könnte. Denn am 25 Januar hatte es technische Probleme gegeben und so konnte das kleine Forschungsmobil nicht auf die bevorstehende 14tägige Kältephase vorbereitet werden. Nach Ende der extremen Temperaturen von bis zu minus 180 Grad Celsius stellte sich heute Nacht jedoch heraus, dass der Mondrover Signale empfangen kann. Allerdings bestünden weiterhin mechanische Auffälligkeiten. Was das im Einzelnen bedeutet, werden die nächsten Tage zeigen. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Paläontologie Der Kiefer der Wirbeltiere entstand vor 400 Millionen Jahren.

… und zwar bei den Panzerfischen. In "Nature" berichten schwedische und französische Biologen, wie sie ein Fossil der Art //Romundina stellina// untersucht haben– das war einer der frühesten Vertreter der Panzerfische. Dabei entdeckten sie, dass der Fisch zwei getrennte Nasenlöcher besass. Allerdings befanden sich die Nasenlöcher hinter der Oberlippe – so wie dies bei Wirbeltieren ohne Kiefer der Fall ist. Damit sei dieser Panzerfisch ein Zwischenschritt in der Evolution hin zu Wirbeltieren mit Kiefern – und die machen heute die überragende Mehrheit aus. Wirbeltiere ohne Kiefer gibt es heute nur noch zwei: das sind die Neunaugen und die Schleimaale. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12980c

Physik Zwei Strategien führen zum Ziel.

Beim Dart ist es ja so, dass bei jedem Pfeilwurf der Zeitpunkt, an dem der Dart die Hand verlässt, variiert. Menschen sind eben keine Roboter. Weshalb schaffen es da Profis konstant und mit höchster Präzision die Dartscheibe zu treffen? Das haben sich japanische Forscher aus Osaka gefragt und ein Experiment mit sieben Kameras aufgenommen: Je acht Dartexperten und acht Anfänger mussten 60 Pfeile auf die Dartscheibe werfen. Die Kameraaufnahmen zeigten anschließend: Es gibt nicht eine, sondern zwei verschiedene Erfolgsstrategien: die einen gleichen die Schwankung des Abwurfzeitpunkts mit der Handmuskulatur aus, bei den anderen ist die Schwankung geringer, weil das Timing besser ist. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone0088536

12.02.2014

Klima Windparks beeinflussen das regionale Klima kaum

Ein internationales Forscherteam widerlegt im Fachblatt "Nature Communications" die These, dass große Windparks langfristig Einfluss auf das Wetter haben. Die Wissenschaftler hatten die Folgen der Windkraftanlagen für das europaweite Wetter im Jahr 2020 simuliert.

Selbst im Extremfall würden die Einflüsse der Windparks auf das Wetter gegenüber jährlichen Schwankungen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nicht ins Gewicht fallen.

Lediglich im Winter könne es durch Windturbinenfelder in Kopplung mit anderen Faktoren zu minimalen Wetterveränderungen kommen.

Minimal bedeutet ein Anstieg der Temperaturen um 0,3 Grad und eine Zunahme der Regenmenge von maximal fünf Prozent - und das auch nur, wenn es neben den Wirbelstromeffekten der Windräder ein schwaches, aber ausdauerndes Hochdruckgebiet über Europa gibt. [Mst]

Quelle: Nature Communications

Parasiten Schnecken helfen Egeln

Ökologen der Universität Duisburg-Essen haben das Wirts-Parasiten-System der Leberegel in Ägypten untersucht. Demnach spielt ein invasives Weichtier eine entscheidende Rolle, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLOS ONE". Denn die aus Nordamerika stammenden Wasserschnecken begünstigen die Infektion mit gefährlichen Leberegeln. Diese Parasiten befallen die Lebern von Rindern, Schafen und Menschen, wo sie großen Schaden anrichten.

Demnach stellen die eingeschleppten Schnecken einen optimalen Zwischenwirt dar, in den sich die frisch geschlüpften Leberegellarven bohren, und sich nach einer weiteren Entwicklung ungeschlechtlich vermehren.

Dadurch steigern die fremden Arten die Infektionsrate in Ägypten erheblich, so die Studienautoren. [Mst]

Quelle: PLOS ONE

Neurowissenschaft Forscher untersuchen Stressspuren im Gehirn

Neurowissenschaftler der University of California in Berkeley haben an Ratten untersucht, weshalb eine permanente seelische Belastung anfälliger für Phobien, Depressionen oder Demenz macht. Wie die Forscher im Fachblatt "Molecular Psychiatry" darlegen, entstehen im Hippocampus weniger neue Gehirnzellen, wenn das Gehirn mit Stresshormonen überflutet wird.

Stattdessen werden vermehrt sogenannte Hüllzellen gebildet. Die dauerhafte Produktion dieser Zellen stört unter anderem die Bildung neuer Verknüpfungen im Gehirn.

Dadurch kommt es bei dauerhaftem Stress zu Störungen im Gedächtnis, die Spuren im Gehirn hinterlassen. [Mst]

Quelle: Molecular Psychiatry

Mikrobiologie Mediziner entdecken "nordisches Hüftgold"

Wie stark die Zusammensetzung der Darmflora je nach Klimazone variiert, haben Forscher aus Kalifornien und Arizona an mehr als 1.000 Probanden untersucht. Dabei konzentrierten sich die Mikrobiologen auf bestimmte Firmicutes-Bakterien. Diese Stämme leben im menschlichen Darm und sind für die Bildung von Wärmeschützenden Fettschichten zuständig. Wer viele dieser Bakterien im Darm besitzt, kann Nahrung leicht verwerten und rasch Fettpolster anlegen.

Wie die Forscher im Fachblatt "Biology Letters" berichten, entdeckten sie bei Probanden aus nördlicheren und kühleren Regionen häufiger größere Konzentrationen dieser Bakterien als bei Studienteilnehmern, die aus südlicheren, wärmeren Gebieten stammen.

Demnach können Menschen aus kälteren Regionen schneller Fettpolster anlegen als Menschen, deren Vorfahren einen solchen Kälteschutz nicht benötigten. [Mst]

Quelle: Biology Letters

Medizin Enzyme können wiederbelebt werden

Forscher der Medizinischen Hochschule in Hannover haben eine Substanz entdeckt, die einem zerstörten Protein seine enzymatische Aktivität zurückverleiht. Demnach repariert das Molekül EMD 57033 kaputte Proteine binnen Minuten. Durch die Substanz wird ein zuvor beschädigtes Protein wieder aktiv und kann sich richtig falten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Elife".

Erste Tests bei schwachen Herzmuskelzellen seien erfolgreich verlaufen. Das zuvor beschädigte Gewebe wurde dadurch gestärkt.

Diese Methode könnte etwa nach einem Herzinfarkt hilfreich sein, hoffen die Studienautoren. Ebenso könnte die Substanz bei der Lagerung von Spenderherzen zum Einsatz kommen, um für eine Stabilität des Muskelgewebes zu sorgen. [Mst]

Quelle: Elife/Medizinische Hochschule Hannover

Biologie Charles Darwin bekommt ein Geburtstagsgeschenk

Der britische Naturforscher Charles Darwin hatte vor 180 Jahren

in Argentinien einen Käfer entdeckt, der erst jetzt wissenschaftlich beschrieben wurde. Anlässlich seines 205. Geburtstags heute präsentiert das Open Access Journal "ZooKeys" die Spezies Darwinilus sedarisi.

Das Insekt gehört zur Familie der Kurzflügler. Dieses sogenannte "Darwin-Exemplar" galt beim Londoner Museum für Naturgeschichte lange als verschollen, bis es ein US-Forscher 2008 in einer Leihgabe des Museums ausfindig machte.

Trotz großangelegter Recherchen konnten Zoologen weltweit bislang nur im Berliner Naturkundemuseum ein weiteres altes Exemplar dieser Käfer-Art finden.

Möglicherweise ist diese gerade neu beschriebene Spezies bereits ausgestorben. [Mst]

Quelle: EurekAlert!

11.02.2014

Medizin Brustkrebsmedikament kann krankmachende Pilze abtöten

Tamoxifen ist ein Medikament zur Behandlung von Brustkrebs. Forscher der Universität von Rochester im Bundesstaat New York haben entdeckt, dass der Wirkstoff auch Kryptokokken abtöten kann. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem verursachen diese Pilze lebensbedrohliche Entzündungen der Lunge oder des Gehirns. Bei Brustkrebspatientinnen blockiert Tomoxifen die Wirkung des Geschlechtshormons Östrogen, um so einem Krankheitsrückfall vorzubeugen. Gegen Kryptokokken wirkt das Medikament anders. Es stört den Kalzium-Haushalt der Pilze. Kleine Veränderungen der Wirkstoffformulierung steigerten die pilzabtötende Wirkung erheblich, berichten die Forscher im Fachblatt "mBio". Neue und kostengünstige Wirkstoffe gegen Kryptokokken-Infektionen werden dringend gebraucht: Seit den 50er Jahren nutzen Ärzte eine Kombination von zwei Medikamenten. In ärmeren Ländern weichen Mediziner häufig auf ein günstiges, aber schlecht wirksames Medikament ("Fluconazol") aus. Kryptokokken-Infektionen fordern jedes Jahr über 600 000 Menschenleben. Betroffen sind insbesondere HIV-Infizierte. [mawi]

 

   

Quelle: mBio

Neurowissenschaft Neurologen lösen Rätsel, vor dem schon Galileo Galilei stand

Der italienische Gelehrte fragte sich nämlich, warum die Venus mit bloßem Auge betrachtet größer erscheint als der Jupiter. Galileo wusste, dass Jupiter von der Erde betrachtet eigentlich größer aussehen müsste. Eine Studie von US-Forschern legt nun nahe: Diese optische Täuschung könnte damit zu tun haben, dass die Venus heller leuchtet als Jupiter. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS" beschrieben, reagiert das Hirn auf dunkle Reize anders als auf helle. Die Nervenzellen, die für helle Objekte empfänglich sind, neigen dazu, die Objekte zu verzerren. Anders verhalten sich die Zellen, die auf dunkle Objekte reagieren: Sie bilden das Gesehene präzise ab. Aus diesem Grund erscheint ein heller Punkt auf dunklem Grund größer als ein dunkler Punkt gleicher Größe auf hellem Hintergrund. Diese Eigenschaft könnte frühen Menschen etwa dabei geholfen haben, Angreifer im Dunkeln besser zu erkennen. Sie sorgt auch dafür, dass wir schwarzen Text auf weißem Papier besser lesen können als umgekehrt. [hell]

    

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1310442111

Technologie Neuer Elektrolyt könnte Lithium-Ionen-Akkus sicherer machen

Die Akkus versorgen von Handys bis hin zu Flugzeugen fast alle modernen Geräte mit Strom. Wenn sie jedoch zu heiß werden, können sie sich entzünden - ein Sicherheitsrisiko. Das liegt am Elektrolyt der Akkus. Durch diese Flüssigkeit bewegen sich die Lithium-Ionen, wenn der Akku geladen wird. Der Elektrolyt ist auch der leicht entzündliche und damit gefährliche Teil der Stromspeicher. Schon öfter ließ er Batterien in Flammen aufgehen. Eine Erfindung amerikanischer Wissenschaftler könnte diese Gefahr bannen. Wie die Forscher im Fachblatt "PNAS" beschreiben, lässt sich das nicht-brennbare Material Perfluorpolyether als Elektrolyt nutzen. In diesem Polymer kann man Lithium-Salze lösen. Das unterscheidet es von den meisten anderen Polymeren und macht es als Elektrolyt nutzbar. [hell]

    

Quelle: PNAS - doi: 10.1073/pnas.1314615111

Botanik Flaschenkürbis gelangte über Atlantik nach Amerika

Zu dem Schluss kommen Forscher der Penn State Universität in den USA. Bisher dachte man, Menschen hätten die Pflanze vor mehr als 10.000 Jahren aus Afrika über Asien und die Beringstraße nach Amerika gebracht. Die neuen Auswertungen widersprechen dieser Erklärung. Die Forscher verglichen das Erbgut von amerikanischen Kürbissen mit dem seiner Verwandten auf anderen Kontinenten. Das Ergebnis: Der amerikanische Flaschenkürbis ist näher mit dem afrikanischen als dem asiatischen verwandt. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das Saatgut der Pflanze ohne menschliche Hilfe über den Atlantik aus Afrika nach Amerika gelangte. Diese Theorie untermauerten sie, indem sie die Strömungen im Atlantik zur fraglichen Zeit simulierten. Der Flaschenkürbis gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Kulturpflanzen. Seit Jahrtausenden nutzen ihn Menschen als Nahrung oder zum Bau von Gefäßen und Musikinstrumenten. [hell]

    

Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1318678111

Paläontologie Urzeitliche Mammut-Zähne in Bottrop gefunden

Und zwar bei Bauarbeiten an einem unterirdischen Abwasserkanal. Wie der zuständige Wasserwirtschaftsverband mitteilt, handelt es sich um drei Mammut-Backenzähne. Daneben hätten Archäologen noch ein Rippenfragment eines eiszeitlichen Tieres gefunden.Das genaue Alter der Knochen ist unklar. Es wird jedoch vermutet, dass sie 50.000 bis 70.000 Jahre alt sind. [hell]

Psychologie/Psychiatrie Das Empfinden von Schönheit lässt sich manipulieren

Und zwar mit chemischen Mitteln. Das hat ein Experiment in Schweden gezeigt. Eine Gruppe Männer sollte sich Frauengesichter auf einem Bildschirm angucken und ihre Attraktivität bewerten. Forscher ermittelten dabei die Zeit, wie lange die Männer auf die Fotos schauten. In einem zweiten Durchgang stellten sie den Männern die gleiche Aufgabe. Nur verabreichten sie diesmal einer Gruppe der Männer Opioide. Diese Substanzen schüttet das Gehirn bei positiven Erfahrungen aus. Eine andere Gruppe bekam einen Stoff, der die Opioid-Rezeptoren blockiert. Testpersonen, die Opioide verabreicht bekamen, fanden die zuvor als attraktiv bewerteten Gesichter noch attraktiver und schauten sie länger an, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Molecular Psychiatry". Waren die Opioid-Rezeptoren hingegen blockiert, fanden die Probanden selbst die schönsten Gesichter weniger attraktiv. [hell]

 

Quelle: Wissenschaft.de / Molecular Psychiatry

10.02.2014

Zoologie Dammhirsche hören, wie fit ihr Gegner ist

Männliche Dammhirsche können in der Hochphase der Brunftzeit stündlich mehr als 3.000 Brunftrufe produzieren. Die Art und Weise, wie sie rufen, spiegelt offenbar die körperliche Verfassung der Tiere wieder, haben Forscher der Queen Mary Universität in London jetzt entdeckt. Artgenossen könnten  zudem anhand der Rufe abschätzen, wie fit oder erschöpft ein Tier sei, schreiben die Forscher im Fachblatt "Behavioural Ecology". Sie hatten Männchen Rufe von Artgenossen vorgespielt und die Reaktionen der Tiere beobachtet. Schnell auf einander folgendes Röhren nahmen die Tiere als bedrohlich wahr. Offenbar sind Tiere, die in schneller Abfolge röhren, noch besonders motiviert und aggressiv – auf jeden Fall aber in guter körperlicher Verfassung. Männliche Dammhirsche können während der Brunft mehr als ein Viertel ihres Körpergewichts abnehmen. Konkurrenten um Weibchen richtig einzuschätzen, und schnell zu entscheiden, wann Kämpfen sich lohnt und wann eine Flucht angesagt ist, könnte helfen, kraftsparend durch die anstrengende Brunftzeit zu kommen, so die Forscher. [mawi]

Zoologie Es leben viel mehr Fische im Meer als gedacht

Forscher der University of Western Australia haben einen neuen Anlauf unternommen, die Zahl der Fische zu schätzen. Sie konzentrierten sich auf Wassertiefen zwischen 200 und 1.000 Metern, die sogenannte mesopelagische Zone. Dort gebe es bezogen auf die Biomasse den größten Fischreichtum überhaupt, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblattes "Nature Communications". Bisherige Schätzungen basieren auf Daten von Fischtrawlern, die mit Schleppnetzen fischen. Sie gehen von einer Fisch-Biomasse von etwa einer Milliarde Tonnen aus. Die australischen Forscher, die Messungen von Echoloten ausgewertet haben, vermuten bis zu zehn Milliarden Tonnen Fisch in der mesopelagischen Zone. Die Ergebnisse könnten weitreichende Folgen auch für die Klimaforschung haben. So müssten die Modelle zum Kohlenstoffkreislauf in den Weltmeeren auf den neuen Fischreichtum angepasst werden. [mawi]

Quelle: Nature Communications

Medizin Forscher finden sieben weitere Gen-Varianten, die Diabetes 2-Risiko erhöhen

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Genetikern der britischen Universität Oxford hat die Erbgut-Daten von mehr als 48.000 Diabetes-Patienten mit denen von knapp 140.000 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Dabei entdeckten sie sieben weitere Gen-Varianten, die das Risiko erhöhen an Diabetes 2 zu erkranken.  Jede einzelne Gen-Variante habe nur einen geringen Einfluss, so die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Aber jede neu entdeckte Variante helfe, den eigentlichen Krankheitsmechanismus besser zu verstehen. Die Forscher hatten die Analyse für verschiedene ethnische Gruppen getrennt durchgeführt. Die Überraschung: Viele Risiko-Genvarianten sind in allen ethnischen Gruppen zu finden.  [mawi]

Astronomie Astronomen entdecken Stern aus den Anfängen des Universums

Der rund 6000 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern sei vor 13,6 Milliarden Jahren entstanden und damit das älteste bekannte Objekt im Universum, berichten Forscher der australischen Sternwarte Mont Stromlo in Canberra im Fachblatt "Nature". Der Stern sei nur rund 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden. Das Fehlen jeglichen nachweisbaren Eisens im Lichtspektrum des Sterns habe zu dem Altersnachweis geführt, berichten die Forscher. Der Eisenanteil könne daher als eine Art Uhr für das Alter eines Sterns herangezogen werden.Auf der Sternenliste hat das neu entdeckte Objekt die Nummer SMSS J031300.36-670839.3.  [mawi]

Quelle: Nature

Zoologie Im Kopenhagener Zoo ist eine gesunde Giraffe getötet worden

Das eineinhalb Jahre alte Tier "Marius" war gestern betäubt und per Bolzenschuss getötet worden. Es habe nicht mehr genügend Platz im Zoo gegeben, hieß es zur Begründung. Wegen Inzuchtgefahr habe das Tier auch nicht in einen anderen europäischen Tierpark umziehen können. Ein Teil des Tieres wurde an die Löwen im Zoo verfüttert. Im Vorfeld hatten in einer Internet-Petition mehr als 27.000 Menschen die Rettung von "Marius" gefordert. [mawi]

07.02.2014

Biochemie Ein Eiweißmolekül blendet das Immunsystem.

Eine Bakterienart aus der Gattung der Mykoplasmen verfügt über ein Protein, das eine Vielzahl verschiedener Antikörper abwehren kann. Auf diese Weise dürfte es dem Bakterium gelingen, sich dem Immunsystem seines Wirts zu entziehen. Das berichten Forscher aus den USA im Fachmagazin "Science". Das sogenannte Protein M bindet dabei an eine besondere Stelle der Abwehrmoleküle, die sich von Antikörper zu Antikörper kaum unterscheidet. Dadurch blockiert es die Kontaktstellen, mit denen die Antikörper sich an Krankheitserreger anheften. Die Forscher glauben, dass sich das Protein M nutzen lässt, um im Labor Antikörper zu gewinnen und zu reinigen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1246135

Biologie Eine neue Walspezies taucht auf

Ein internationales Forscherteam beschreibt heute im Fachmagazin "Marine Mammal Science" eine neue Art aus der Familie der Schnabelwale, nämlich Mesoplodon hotaula. Ein Exemplar dieser Spezies war bereits im Jahr 1963 entdeckt worden, aber nicht als eigene Art erkannt. Genetische Untersuchungen haben nun ergeben, dass diese Art nicht identisch ist mit anderen Schnabelwalen. Dem Wal auf die Spur gekommen waren die Forscher, indem sie zunächst ein Stück Trockenfleisch untersucht hatten. Später fanden sie Teile eines Schädels, dessen DNA mit derjenigen aus dem Fleisch übereinstimmte. Im Jahr 2009 schließlich entdeckten die Zoologen einen Kadaver des Säugers, der ebenfalls dasselbe Erbgut aufwies. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1111/mms.12113

Biologie Eine neue Walspezies taucht auf

Ein internationales Forscherteam beschreibt heute im Fachmagazin "Marine Mammal Science" eine neue Art aus der Familie der Schnabelwale, nämlich Mesoplodon hotaula. Ein Exemplar dieser Spezies war bereits im Jahr 1963 entdeckt worden, aber nicht als eigene Art erkannt. Genetische Untersuchungen haben nun ergeben, dass diese Art nicht identisch ist mit anderen Schnabelwalen. Dem Wal auf die Spur gekommen waren die Forscher, indem sie zunächst ein Stück Trockenfleisch untersucht hatten. Später fanden sie Teile eines Schädels, dessen DNA mit derjenigen aus dem Fleisch übereinstimmte. Im Jahr 2009 schließlich entdeckten die Zoologen einen Kadaver des Säugers, der ebenfalls dasselbe Erbgut aufwies. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1111/mms.12113

Medizin Ein Medikament, das entwässernd wirkt, könnte auch davor schützen, dass Kinder Symptome vo

Das legt zumindest eine Studie nahe, die an Mäusen und Ratten durchgeführt wurde. Wissenschaftler aus Frankreich hatten dazu den Wirkstoff an trächtige Nager verabreicht, die besonders häufig eine Form von Autismus entwickeln. Das Auftreten der Symptome bei dem Nachwuchs der Muttertiere konnte durch das Medikament reduziert werden. Die Forscher glauben, dass bei den autistischen Jungtieren während der Geburt bestimmte Gehirnprozesse nicht ablaufen. Das liege daran, dass die Salzkonzentration in den Zellen sehr hoch sei. Der untersuchte Wirkstoff vermindert den Salzgehalt. Das Gehirn reagiert dadurch auf die Geburt wie bei gesunden Tieren, berichten die Forscher im Fachblatt "Science". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247190

Meteorologie Ein Wetterphänomen kehrt regelmäßig wieder.

Das Muster, mit dem sich Luftmassen auf der Südhalbkugel der Erde bewegen, wiederholt sich alle zwanzig bis dreißig Tage. Das berichten Forscher aus Colorado heute im Fachmagazin "Science". Diese Oszillation sei überraschenderweise bisher übersehen worden. Es handele sich um ein untypisches Phänomen, da die meisten Muster dieser Art in den Tropen aufträten. So weit südlich sei solch eine Oszillation in der Vergangenheit nicht registriert worden. Die Beobachtung könne helfen, die Wettervorhersagen zu verbessern und Einblicke geben in die physikalischen Prozesse, die das weltweite Klima bestimmen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247190

Virologie Ein Pflanzen-Virus enthüllt sein wahres Alter.

Ein Virus, das Gerste befällt, existiert schon seit mindestens zwei Jahrtausenden – und nicht erst seit 150 Jahren, wie man bisher geglaubt hatte. Das berichten englische Forscher in den "Scientific Reports". Sie hatten das Erbgut des Gerstenstreifenmosaik-Virus untersucht. Das besteht nicht aus DNA, sondern aus RNA, die deutlich schneller zerfällt. Auf Gerstenkörnern aus einem ägyptischen Grab konnten die Forscher jedoch Viren finden, deren Erbgut noch intakt war. Diese Körner sind 750 Jahre alt. Aus dem Vergleich des historischen Genoms mit dem heutigen Genom des Virus konnten die Wissenschaftler berechnen, dass der Erreger vor rund 2000 Jahren entstanden ist. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1038/srep04003

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