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18.02.2014

Biologie/Medizin Japanische Stammzellenstudie wird nachträglich geprüft

Das hat das Forschungsinstitut RIKEN im japanischen Kobe mitgeteilt. Die Studie hatte vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt. Forscher des Instituts beschreiben darin, dass Körperzellen von Mäusen sich mittels Zitronensäure umprogrammieren ließen. Die Zellen würden daraufhin die Vielseitigkeit embryonaler Stammzellen erwerben. Nach der Veröffentlichung im Fachblatt "Nature" zeigten Blogger im Internet Ungereimtheiten in den Abbildungen der Studie auf. So sei zum Beispiel der Teil einer Abbildung rotiert und in ein anderes Bild montiert worden, heißt es auf einem Online-Portal. RIKEN teilte mit, dass man die Studie nun zusammen mit externen Wissenschaftlern untersuche. [hell]

    

Quelle: Nature / Science Insider

Geologie Wissenschaftler klären jahrzehntealtes Gletscher-Unglück auf

Dazu simulierten sie die Eisbewegungen des Aletschgletschers in den Schweizer Alpen. Dort waren vor 88 Jahren vier Männer bei einem Schneesturm verunglückt. Erst 2012 gab das Eis drei ihrer Leichen frei. Sie lagen mehr als zehn Kilometer gletscherabwärts vom Unglücksort. Wie die Forscher im "Journal of Glaciology" beschreiben, konnten sie anhand der Fundstelle den ungefähren Ort des Unglücks bestimmen. Bisher nahm man an, die Vier seien von einer Lawine erfasst worden oder in eine Gletscherspalte gefallen. Die neuen Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass sie die Orientierung verloren hatten und erfroren sind. [hell]

Zoologie Elefanten trösten einander

So zumindest interpretieren Amerikanische Forscher das Verhalten von 26 asiatischen Elefanten. Die Wissenschaftler hatten die Tiere in einem thailändischen Gehege in Stresssituationen beobachtet. Schreckte ein Elefant zum Beispiel vor einer Schlange zurück, näherten sich andere Elefanten häufiger als in entspannten Kontrollsituationen. Die hinzukommenden Elefanten stießen hohe, zirpende Laute aus, berührten das Gesicht des gestressten Tieres mit ihrem Rüssel oder schoben ihren Rüssel in das Maul des anderen. Damit machten sich die tröstenden Tiere verletzbar, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PeerJ". Schließlich liefen sie Gefahr, gebissen zu werden. Nach Ansicht der Wissenschaftler ähnelt dieses Verhalten daher einer menschlichen Umarmung oder einem Handschlag. Nun müsse untersucht werden, ob auch wildlebende Elefanten ihre Artgenossen trösten. Bislang war ein solches Verhalten unter anderem von Menschenaffen und einigen Rabenvögeln bekannt. [hell]

    

Quelle: PeerJ2:e278;DOI10.7717/peerj.278

IT Computerchips könnten in Zukunft über optische Signale kommunizieren

Denn ein notwendiges Bauteil dafür haben Forscher am Karlsruher Insitute of Technology entwickelt. Bisher sind die Chips in Computern über elektrische Leitungen verbunden. Damit sie mit Licht anstatt mit Strom kommunizieren, muss man ihre elektrischen Signale in optische umwandeln. Dazu ist ein sogenannter Hochgeschwindigkeits-Phasenmodulator notwendig. Wie die Forscher im Journal "Nature Photonics" schreiben, haben sie nun das weltweit kleinste derartige Bauteil entwickelt. Es misst gerade mal 29 Mikrometer. Damit ist es kürzer, als ein menschliches Haar breit ist. Daten lassen sich mittels Licht schneller und energieeffizienter übertragen als mit Strom. So basiert etwa das Internet auf Glasfaserkabeln. Der neue Phasenmodulator besteht aus zwei parallelen Goldelektroden. Zwischen ihnen befindet sich ein elektro-optischer Kunststoff. Er verändert seinen Brechungsindex in Abhängigkeit von der Spannung an den Elektroden und wandelt so Stromsignale in optische Signale um. [hell]

Psychologie Stresshormone können Finanzmarktkrisen begünstigen

Denn sie führen dazu, dass Menschen Risiken scheuen und zu irrationalem Pessimismus neigen. Das haben Ökonomen und Mediziner der Universität Cambridge herausgefunden. Eine frühere Feldstudie an der Londoner Börse hatte gezeigt: Waren die Märkte über einen längeren Zeitraum unruhig, erhöhte sich der Cortisolspiegel der Händler. Den Einfluss dieses Stresshormons auf die Risikofreude untersuchten die Forscher nun im Labor. Das Ergebnis: Haben Menschen über mehrere Tage hinweg einen erhöhten Cortisolspiegel, scheuen sie das Risiko. Das könne Finanzmarktkrisen begünstigen, schreiben die Autoren im Fachblatt "PNAS". Denn gerade wenn die Märkte unruhig seien – etwa während eines Börsencrashs – müssten Händler bereit sein, Risiken einzugehen. [hell]

 

    

Quelle: PNAS

17.02.2014

Raumfahrt Das Rätsel um den "Donut"-Stein auf dem Mars scheint gelöst

Der Stein ist vier Zentimeter groß und ähnelt der Form nach einem in den USA beliebten fettigen Gebäckstück. Der so genannte "Donut"-Stein war Anfang Januar plötzlich auf einem Foto aufgetaucht, das der Marsrover "Opportunity" zur Erde gefunkt hatte.

NASA-Wissenschaftler glauben, das Rätsel jetzt gelöst zu haben. Der runde Stein sei Teil eines größeren Steins gewesen. "Opportunity" habe ihn während der Fahrt mit einem seiner Räder abgebrochen. Das habe eine Analyse der  Reifenspuren im Marssand ergeben.

Opportunity rollt seit zehn Jahren auf dem Mars - auf der Suche nach Spuren von Wasser und Leben. [mawi]

Quelle: NASA, Agenturen

Pflanzenschutz Dünger destabilisiert die Graslandschaften

Zusätzlicher Stickstoff lässt Kultur-Pflanzen besser wachsen. Ein internationales Forscherteam hat nun allerdings den Einfluss von Dünger auf Graslandschaften an 41 Standorten auf fünf Kontinenten untersucht und beunruhigende Trends ausgemacht: Ein Übermaß an Stickstoff lasse die Zahl der verschiedenen Gras-Arten schrumpfen. Der Grund: Nicht alle Gräser profitierten gleichermaßen von dem zusätzlichen Nährstoffangebot. Dies führe zu Verdrängungseffekten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature".    

Bleiben Graslandschaften unbeeinflusst, sprießen verschiedene Gras-Arten zu unterschiedlichen Zeiten besonders gut. Diese Ungleichzeitigkeit stärke die Widerstandkraft des jeweiligen Ökosystems, so die Forscher. Steige der Stickstoffeintrag, verringere sich hingegen die Stabilität des Ökosystems.

Die Verbrennung von fossilen Energien sorge dafür, dass sich selbst in entlegenen Gegenden der Stickstoff-Eintrag erhöht. Zudem wird in großen Mengen Dünger vom Ackerland verweht. [mawi]

Quelle: eurekalert.org

Epidemologie Die Spanische Grippe hatte ihren Ursprung offenbar in Nordamerika

Forscher der Universität von Arizona haben gemeinsam mit Kollegen in Edinburgh einen Stammbaum der Influenza-Viren erstellt. Sie erfassen darin Viren, die Vögel, Menschen, Pferde und Schweine befallen. In jeder Art verändere sich das Influenza-Virus unterschiedlich schnell, so die Forscher im Fachblatt "Nature". Der neue Stammbaum mache es möglich, einige Influenza-Wellen besser zu erklären.

So sei es in den 1870er-Jahren zu einem Ausbruch der Pferde-Influenza gekommen. Dieses Virus habe dann offenbar Hühner und anderes Zuchtgeflügel befallen.

Der Stammbaum lege auch die Annahme nahe, dass Vogelgrippeviren Auslöser waren für die sogenannte "Spanische Grippe" von 1918. Anders als bislang angenommen, sei das Virus aber wahrscheinlich nicht von Wildtieren sondern von Zuchtgeflügel auf den Menschen übertragen worden - und zwar in Nordamerika. [mawi ]

Quelle: eurekalert.org

Zoologie Auch Seelöwen besitzen Taktgefühl

Das fünfjährige Seelöwen-Weibchen Ronan kann den Kopf im Takt von Musik bewegen. Taktwechsel bereiten ihr keine Schwierigkeiten. Zu schnelleren Musikstücken nicke Ronan schneller, zu langsameren Stücken langsamer, berichteten Meeresbiologen der University of California in Santa Cruz auf der AAAS in Chicago. Das Tier könne - nach jahrelangem Training - inzwischen auch bei ihr unbekannten Titeln den Takt erkennen und mitmachen. Bislang war von einigen Vögeln - etwa von Kakadus - bekannt, dass sie im Takt der Musik mit dem Kopf nicken oder mit den Füßen trampeln können. Forscher gingen davon aus, dass dies nur Tiere können, die auch in der Lage sind, Geräusche oder menschliche Laute nachzuahmen. Seelöwen können das nicht. Vielleicht besitzen neben Seelöwen noch zahlreiche weitere Säugetiere Taktgefühl. Es scheine so, als hätten wir Menschen einfach nicht richtig hingeschaut, so die Forscher. [mawi] 

Quelle: Agenturen

Klimawandel Die Erwärmung der Arktis hat Folgen für Europa und Nordamerika

In den vergangenen zwanzig Jahren sei eine Abschwächung des polaren Jetstreams registriert worden, berichten Klimaforscher der Rutgers University, New Jersey, auf der AAAS in Chicago. Der polare Jetstream ist eine Luftströmung, die in großer Höhe von West nach Ost verläuft und bestimmend für das Klima in Europa und Nordamerika ist. Eine Folge der Abschwächung des polaren Jetstreams sei, dass Wetterphänomene dazu neigten, länger als gewöhnlich anzudauern. Die Arktis habe sich schneller erwärmt als der Rest des Globus. Das geringere Temperaturgefälle zu südlichen Breiten könnte ein wichtiger Faktor sein für die Verlangsamung des polaren Jetstreams. [mawi]

 

Quelle: AAAS, Agenturen

Biologie Mädchen bekommen mehr Muttermilch...

…Jungen bekommen dafür fettere. Die Muttermilch unterscheide sich je nach Geschlecht des Nachwuchses sowohl in der Quantität als auch in ihrer Zusammensetzung, berichteten Forscher der Harvard University Boston auf der AAAS in Chicago. Die Muttermilch für männlichen Nachwuchs enthalte mehr Fett und Proteine - und damit mehr Energie. Weiblicher Nachwuchs bekomme dafür mehr Milch. Solche geschlechtsspezifischen Unterschiede seien in Studien an Menschen, Affen und anderen Säugetieren nachgewiesen worden. Bislang sei noch nicht geklärt, wie stark beim Menschen die auf das Geschlecht abgestimmte Muttermilch die kindliche Entwicklung beeinflusst. [mawi]

Quelle: AAAS, Agenturen

14.02.2014

Chemie Membranen aus Kohlenstoff reinigen Wasser.

Forscher aus Großbritannien konnten zeigen, dass ein Material auf Basis von Graphen sich als effektiver Wasserfilter eignet. Graphen ist eine Form des Kohlenstoffs. Die Atome sind in einer Schicht angeordnet und bilden Sechsecke, die an Bienenwaben erinnern. Untersucht haben die Wissenschaftler Graphenoxid, eine Sauerstoffverbindung des Materials, das sich zu Molekülstapeln anordnen lässt. Dadurch entstehen feine Poren. Durch diese Poren kann Wasser sehr schnell hindurch wandern, wie die Physiker festgestellt haben und im Fachblatt "Science" berichten. Größere Moleküle und Ionen werden jedoch zurück gehalten. Als nächstes möchten die Forscher versuchen, den Durchmesser der Poren für ganz spezielle Anwendungsfälle maßzuschneidern. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1245711

Genetik Eine Karte zeigt die Vermischung der Gene.

Britische und deutsche Forscher stellen heute eine Weltkarte vor, mit der sie die genetische Geschichte von 95 menschlichen Populationen aus Europa, Afrika, Asien und Südamerika über vier Jahrtausende hinweg beleuchten. Anhand der Karte lässt sich ablesen, welche Auswirkung auf das Erbgut bestimmte historische Ereignisse gehabt haben, wie etwa die Begegnung europäischer Händler mit Menschen aus China entlang einstiger Handelsrouten. Die Forscher hatten für ihre Studie das Erbgut von rund 1500 Menschen untersucht. Anhand bestimmter DNA-Blöcke konnten sie darauf schließen, wie nah bestimmte Populationen miteinander verwandt sind. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachblatt "Science". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1243518

Tiermedizin Eine Katzenkrankheit infiziert auch Wale.

Kanadische Biologen haben bei Beluga-Walen in arktischen Gewässern den Parasiten Toxoplasma gondii nachgewiesen. Der Einzeller befällt üblicherweise vor allem Katzen und löst bei ihnen die Toxoplasmose aus, die zu Blindheit führen kann. Die Wissenschaftler befürchten, dass die Erreger von den Walen auf Menschen übertragen werden könnten, weil viele Inuit das Fleisch der Säuger verzehren. Für gesunde Menschen ist eine Infektion unproblematisch, aber bei Schwangeren kann der Parasit das ungeborene Kind schädigen. Vorgestellt haben die Forscher ihre Ergebnisse auf der Jahrestagung der Wissenschaftsorganisation AAAS in Chicago. Sie weisen ferner darauf hin, dass durch den Klimawandel in der Arktis immer mehr Pathogene in die nordischen Gewässer vordringen. [reu]

 

Quelle: Eurekalert

Biologie Orang-Utans sind bodenständiger als gedacht.

Orang-Utans bewegen sich weitaus häufiger am Boden als bisher angenommen. Das hat ein internationales Forscherteam im Regenwald von Malaysia und Indonesien beobachtet. Wie die Zoologen im Fachmagazin "Scientific Reports" berichten, hätten auch weibliche Orang-Utans die Baumwipfel verlassen, um sich auf dem Boden fortzubewegen. Das sei nun zum ersten Mal dokumentiert worden. Bisherige Erkenntnisse über die Fortbewegung der Affen basierten auf direkten Beobachtungen. Für die nun veröffentlichte Studie hatten die Wissenschaftler mit Foto- und Videofallen gearbeitet, um das Verhalten der scheuen Tiere einzufangen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1038/srep04024

Psychologie Aufhören kann glücklich machen.

Wer das Rauchen aufgibt, wird glücklicher. Die Stimmung werde dadurch mindestens so stark angehoben wie durch eine Behandlung mit Antidepressiva. Das berichten britische Forscher, nachdem sie 26 Studien zu diesem Thema ausgewertet hatten. Wem es gelungen war, mit dem Rauchen aufzuhören, war weniger depressiv, ängstlich oder gestresst. Menschen, denen der Versuch geglückt war, hatten eine positivere Sicht auf die Dinge als diejenigen, die mit dem Versuch gescheitert waren, schreiben die Forscher im "British Medical Journal". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1136/bmj.g1151

Meteorologie Tropische Vulkanausbrüche vermiesen den Sommer in Europa.

Der afrikanische und asiatische Monsun könnten der Faktor sein, der Vulkanausbrüche in den Tropen mit verregneten Sommern in Europa verbindet. Belege für diese These präsentiert ein internationales Forscherteam im "Journal of Climate". Durch die Eruptionen gelangen feine Staubpartikel in die Stratosphäre, die das Sonnenlicht reflektieren. Damit verbunden ist eine Abkühlung der Kontinente, wodurch der Monsun schwächer wird. Das wiederum führt dazu, dass sich über dem Atlantik verstärkt Gewitter bilden. Dieser Vorgang könne die erhöhten Niederschläge in Teilen Europas erklären, glauben die Forscher. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1175/JCLI-D-13-00524.1

13.02.2014

Medizin Wer kokst, riskiert einen Schlaganfall.

Für junge Menschen sei Koksen sogar der größte Risikofaktor für einen Schlaganfall. Diesen Zusammenhang haben US-Mediziner auf der Tagung der Amerikanischen Schlaganfall Gesellschaft mit Zahlen unterfüttert. In den ersten 24 Stunden nach dem Konsum von Kokain steige das Risiko um ein Vielfaches an. Ein Schlaganfall sei dann sechs- bis siebenmal wahrscheinlicher als ohne Drogenkonsum. Die Mediziner hatten für ihre Studien die Daten von über 1000 Schlaganfallpatienten zwischen 15 und 49 Jahren mit der gleichen Anzahl von Menschen ohne Hirninfarkt verglichen. In beiden Gruppen hatte mehr als ein Viertel Erfahrungen mit Kokain. //[tj]//

 

Quelle: Agenturen

Paläontologie Erst als gefiederte Dinosaurier bunt wurden, lernten sie auch zu fliegen.

US-amerikanische Forscher haben sich die Form der Pigmentkörperchen vorgenommen und zwar bei lebenden Vögeln, Säugetieren und Reptilien ebenso wie bei ausgestorbenen Vertretern von Eidechsen, Dinosauriern und Flugsauriern. Pigmentkörperchen sind im Inneren der Pigmentzellen zu finden und beinhalten Melanin, das Haut, Haare oder Federn ihre Farbe verleiht. Wie das Fachblatt "Nature" schreibt, sei die Untersuchung der Maniraptora besonders aufschlussreich gewesen. Die Maniraptora war eine Gruppe von Dinosauriern , aus der später Vögel hervorgingen. Bei ihnen nahm die Farbenvielfalt der Federn zu. Vermutliche hätten physiologische Veränderungen dazu geführt, dass sich auch der Energiestoffwechsel der Tiere änderte. Die Farbenvielfalt der Federn sei das äußere Zeichen einer Veränderung gewesen, die zur Flugfähigkeit führte. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.10038/nature12973

Raumfahrt Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Auch beim "Jadehasen" – Chinas unbemanntem Mondrover – der in der Landessprache Yutu heißt. Zwei Monate nach der Landung auf dem Mond schien seine Mission zunächst gescheitert zu sein. Vertreter des chinesischen Raumfahrtprogramms befürchteten gestern, dass Yutu "erfroren" sein könnte. Denn am 25 Januar hatte es technische Probleme gegeben und so konnte das kleine Forschungsmobil nicht auf die bevorstehende 14tägige Kältephase vorbereitet werden. Nach Ende der extremen Temperaturen von bis zu minus 180 Grad Celsius stellte sich heute Nacht jedoch heraus, dass der Mondrover Signale empfangen kann. Allerdings bestünden weiterhin mechanische Auffälligkeiten. Was das im Einzelnen bedeutet, werden die nächsten Tage zeigen. //[tj]//

Quelle: Agenturen

Paläontologie Der Kiefer der Wirbeltiere entstand vor 400 Millionen Jahren.

… und zwar bei den Panzerfischen. In "Nature" berichten schwedische und französische Biologen, wie sie ein Fossil der Art //Romundina stellina// untersucht haben– das war einer der frühesten Vertreter der Panzerfische. Dabei entdeckten sie, dass der Fisch zwei getrennte Nasenlöcher besass. Allerdings befanden sich die Nasenlöcher hinter der Oberlippe – so wie dies bei Wirbeltieren ohne Kiefer der Fall ist. Damit sei dieser Panzerfisch ein Zwischenschritt in der Evolution hin zu Wirbeltieren mit Kiefern – und die machen heute die überragende Mehrheit aus. Wirbeltiere ohne Kiefer gibt es heute nur noch zwei: das sind die Neunaugen und die Schleimaale. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature12980c

Physik Zwei Strategien führen zum Ziel.

Beim Dart ist es ja so, dass bei jedem Pfeilwurf der Zeitpunkt, an dem der Dart die Hand verlässt, variiert. Menschen sind eben keine Roboter. Weshalb schaffen es da Profis konstant und mit höchster Präzision die Dartscheibe zu treffen? Das haben sich japanische Forscher aus Osaka gefragt und ein Experiment mit sieben Kameras aufgenommen: Je acht Dartexperten und acht Anfänger mussten 60 Pfeile auf die Dartscheibe werfen. Die Kameraaufnahmen zeigten anschließend: Es gibt nicht eine, sondern zwei verschiedene Erfolgsstrategien: die einen gleichen die Schwankung des Abwurfzeitpunkts mit der Handmuskulatur aus, bei den anderen ist die Schwankung geringer, weil das Timing besser ist. //[tj]//

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone0088536

12.02.2014

Klima Windparks beeinflussen das regionale Klima kaum

Ein internationales Forscherteam widerlegt im Fachblatt "Nature Communications" die These, dass große Windparks langfristig Einfluss auf das Wetter haben. Die Wissenschaftler hatten die Folgen der Windkraftanlagen für das europaweite Wetter im Jahr 2020 simuliert.

Selbst im Extremfall würden die Einflüsse der Windparks auf das Wetter gegenüber jährlichen Schwankungen und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels nicht ins Gewicht fallen.

Lediglich im Winter könne es durch Windturbinenfelder in Kopplung mit anderen Faktoren zu minimalen Wetterveränderungen kommen.

Minimal bedeutet ein Anstieg der Temperaturen um 0,3 Grad und eine Zunahme der Regenmenge von maximal fünf Prozent - und das auch nur, wenn es neben den Wirbelstromeffekten der Windräder ein schwaches, aber ausdauerndes Hochdruckgebiet über Europa gibt. [Mst]

Quelle: Nature Communications

Parasiten Schnecken helfen Egeln

Ökologen der Universität Duisburg-Essen haben das Wirts-Parasiten-System der Leberegel in Ägypten untersucht. Demnach spielt ein invasives Weichtier eine entscheidende Rolle, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLOS ONE". Denn die aus Nordamerika stammenden Wasserschnecken begünstigen die Infektion mit gefährlichen Leberegeln. Diese Parasiten befallen die Lebern von Rindern, Schafen und Menschen, wo sie großen Schaden anrichten.

Demnach stellen die eingeschleppten Schnecken einen optimalen Zwischenwirt dar, in den sich die frisch geschlüpften Leberegellarven bohren, und sich nach einer weiteren Entwicklung ungeschlechtlich vermehren.

Dadurch steigern die fremden Arten die Infektionsrate in Ägypten erheblich, so die Studienautoren. [Mst]

Quelle: PLOS ONE

Neurowissenschaft Forscher untersuchen Stressspuren im Gehirn

Neurowissenschaftler der University of California in Berkeley haben an Ratten untersucht, weshalb eine permanente seelische Belastung anfälliger für Phobien, Depressionen oder Demenz macht. Wie die Forscher im Fachblatt "Molecular Psychiatry" darlegen, entstehen im Hippocampus weniger neue Gehirnzellen, wenn das Gehirn mit Stresshormonen überflutet wird.

Stattdessen werden vermehrt sogenannte Hüllzellen gebildet. Die dauerhafte Produktion dieser Zellen stört unter anderem die Bildung neuer Verknüpfungen im Gehirn.

Dadurch kommt es bei dauerhaftem Stress zu Störungen im Gedächtnis, die Spuren im Gehirn hinterlassen. [Mst]

Quelle: Molecular Psychiatry

Mikrobiologie Mediziner entdecken "nordisches Hüftgold"

Wie stark die Zusammensetzung der Darmflora je nach Klimazone variiert, haben Forscher aus Kalifornien und Arizona an mehr als 1.000 Probanden untersucht. Dabei konzentrierten sich die Mikrobiologen auf bestimmte Firmicutes-Bakterien. Diese Stämme leben im menschlichen Darm und sind für die Bildung von Wärmeschützenden Fettschichten zuständig. Wer viele dieser Bakterien im Darm besitzt, kann Nahrung leicht verwerten und rasch Fettpolster anlegen.

Wie die Forscher im Fachblatt "Biology Letters" berichten, entdeckten sie bei Probanden aus nördlicheren und kühleren Regionen häufiger größere Konzentrationen dieser Bakterien als bei Studienteilnehmern, die aus südlicheren, wärmeren Gebieten stammen.

Demnach können Menschen aus kälteren Regionen schneller Fettpolster anlegen als Menschen, deren Vorfahren einen solchen Kälteschutz nicht benötigten. [Mst]

Quelle: Biology Letters

Medizin Enzyme können wiederbelebt werden

Forscher der Medizinischen Hochschule in Hannover haben eine Substanz entdeckt, die einem zerstörten Protein seine enzymatische Aktivität zurückverleiht. Demnach repariert das Molekül EMD 57033 kaputte Proteine binnen Minuten. Durch die Substanz wird ein zuvor beschädigtes Protein wieder aktiv und kann sich richtig falten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Elife".

Erste Tests bei schwachen Herzmuskelzellen seien erfolgreich verlaufen. Das zuvor beschädigte Gewebe wurde dadurch gestärkt.

Diese Methode könnte etwa nach einem Herzinfarkt hilfreich sein, hoffen die Studienautoren. Ebenso könnte die Substanz bei der Lagerung von Spenderherzen zum Einsatz kommen, um für eine Stabilität des Muskelgewebes zu sorgen. [Mst]

Quelle: Elife/Medizinische Hochschule Hannover

Biologie Charles Darwin bekommt ein Geburtstagsgeschenk

Der britische Naturforscher Charles Darwin hatte vor 180 Jahren

in Argentinien einen Käfer entdeckt, der erst jetzt wissenschaftlich beschrieben wurde. Anlässlich seines 205. Geburtstags heute präsentiert das Open Access Journal "ZooKeys" die Spezies Darwinilus sedarisi.

Das Insekt gehört zur Familie der Kurzflügler. Dieses sogenannte "Darwin-Exemplar" galt beim Londoner Museum für Naturgeschichte lange als verschollen, bis es ein US-Forscher 2008 in einer Leihgabe des Museums ausfindig machte.

Trotz großangelegter Recherchen konnten Zoologen weltweit bislang nur im Berliner Naturkundemuseum ein weiteres altes Exemplar dieser Käfer-Art finden.

Möglicherweise ist diese gerade neu beschriebene Spezies bereits ausgestorben. [Mst]

Quelle: EurekAlert!

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