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21.02.2014

Astronomie Auch Schwarze Löcher haben Wolken.

Die Gasschwaden in der Umgebung von Schwarzen Löchern ähneln gewaltigen Gewitterwolken, die sich immer wieder vor die kosmischen Objekte schieben. Das ist das Ergebnis einer Langzeitbeobachtung mit dem amerikanischen Röntgen-Satelliten RXTE. Der hatte über 16 Jahre hinweg regelmäßig die gleichen Objekte ins Visier genommen. Ausgewertet wurden die Daten von einem internationalen Forscherteam. Die Gaswolken entstehen, wenn Schwarze Löcher Materie aus dem Universum ansaugen. Dann bildet sich ein Ring aus heißem Gas, das verdichtet und somit stark aufgeheizt wird. Bisher waren die Experten davon ausgegangen, dass diese Ringe recht homogen strukturiert sind – wie riesige Donuts. Veröffentlicht wurde die Studie in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1093/mnras/stt2492

Chemie Ein Test spürt Gluten auf.

Spanische Chemiker haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich noch geringste Spuren der Eiweiß-Substanz Gluten nachweisen lassen. Herkömmliche Tests arbeiten auf Basis von Antikörpern und zeigen Gluten an bis zu einer Konzentration von 20 ppm. Der neue Nachweis funktioniert auch noch bei 0,5 ppm. Bei ihm binden keine Antikörper an die Substanz, sondern Aptamere. Das sind kurze, einsträngige DNA-Abschnitte, die an spezifische Moleküle andocken können. Damit gelingt ein besonders empfindlicher Nachweis, schreiben die Forscher in "Analytical Chemistry". Gluten ist ein Gemisch von Eiweißverbindungen und kommt in verschiedenen Getreidearten vor. Manche Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit reagieren auch schon auf geringste Spuren davon mit starken Verdauungsstörungen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1021/ac404151n

Biochemie Ein Molekülkleber beschleunigt die Heilung.

Ein künstlich hergestellter Eiweiß-Komplex hilft deutlich besser bei der Heilung von Wunden und Knochenverletzungen als die natürlichen Proteine, zumindest im Tierversuch an Mäusen. Das berichten Forscher aus Japan und der Schweiz im Fachmagazin "Science". Die Biowissenschaftler sind davon ausgegangen, dass bei der Wundheilung nicht genug Proteine, die das Wachstum unterstützen, an dem Bindegewebe zwischen den Zellen haften bleiben. Deshalb haben sie einen natürlichen Klebstoff entwickelt, der zwischen den Wachstumsmolekülen und dem Gewebe vermittelt. Dadurch konnte der Heilungsprozess beschleunigt werden. Dieser Ansatz dürfte nach Ansicht der Forscher neue Anwendungen in der Regenerativen Medizin ermöglichen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247663

Physik Vibrationen könnten Handys laden.

Einen Nanogenerator, der Energie aus Schwingungen bezieht und sie in Strom umwandelt, hat ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Advanced Energy Materials" präsentiert. Das Bauteil könnte auf eine schwingende Oberfläche geklebt werden, etwa im Auto, und Elektrizität liefern, um ein Mobiltelefon zu laden. Herzstück des Generators ist eine schwammartige Schicht des Kunststoffs PVDF. Dieses piezoelektrische Material wandelt Bewegung um in elektrischen Strom. Der kann abgeleitet werden durch Kontakte auf beiden Seiten der Schicht. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1002/aenm.201301624

Paläoozeanografie Der Nordatlantik war einst warm und instabil.

Eine Strömung im Nordatlantik war während einer Warmzeit vor rund 120.000 Jahren deutlich instabiler als heutzutage. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Anhand eines Bohrkerns untersuchten die Wissenschaftler die Sedimente, die sich damals am Meeresboden südlich von Grönland abgelagert hatten. Aus der Abfolge der Schichten konnten sie herauslesen, dass es im Laufe der Warmzeit zu Unregelmäßigkeiten bei der Zirkulation des Nordatlantischen Tiefenwassers gekommen war. Die meisten dieser Störungen hielten einige Jahrhunderte lang an. Das Nordatlantische Tiefenwasser ist ein wichtiger Teil der globalen Meeresströmungen. Die Forscher glauben, dass sich ähnliche Unregelmäßigkeiten auch in Zukunft wieder zeigen könnten. Daraus dürften sich dann unerwartete Folgen für das regionale Klima im Nordatlantik ergeben. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1248667

Neurowissenschaften Hunde besitzen, ähnlich wie Menschen, bestimmte Gehirnareale, mit denen sie Sprache verarb

Darüber können sie auch den emotionalen Gehalt wahrnehmen, der über die Stimme transportiert wird. Das berichten Forscher aus Ungarn im Fachblatt „Current Biology". Die Wissenschaftler hatten elf Hunde in einem Magnetresonanztomographen untersucht. Sie spielten den Tieren Stimmen und Geräusche vor und zeichneten auf, welche Gehirnregionen darauf ansprachen. Die Ergebnisse verglichen sie mit Beobachtungen an Menschen. Bei beiden Gruppen lagen die aktiven Gehirnareale an ähnlicher Position der Hörrinde und schienen ähnlich zu funktionieren. Nach Angaben der Forscher handelt es ich hierbei um die erste Studie, welche die Gehirnaktivität zweier Arten vergleiche, die zwar das gleiche soziale Umfeld teilten, aber evolutionär weit voneinander entfernt seien. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2014.01.058

Onkologie Sport hilft bei der Tumorabwehr

Intensiver Sport kann eine  unterstützen und den Patienten besser vor einem Rückfall schützen. Das haben Forscher aus Köln heute auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin berichtet.  Patienten mit einer guten Fitness besitzen nach Angaben der Forscher mehr natürliche Killerzellen. Die sind in der Lage, Tumorzellen zu erkennen und abzutöten. Sportliche Patienten seien damit besser gerüstet für den Kampf gegen das Wiederauftreten der Krankheit.  Für ihre Untersuchung hatten die Mediziner fünfzehn Krebspatienten auf einen Halbmarathon vorbereitet, während sie den Immunstatus der Probanden überwachten.  [reu]

 

 

Quelle: IDW-Online

20.02.2014

Neurowissenschaften Miles Davis improvisiert. Aber was macht sein Gehirn dabei?

Mediziner der John Hopkins Universität haben die die Gehirne von Jazzmusikern untersucht, die improvisieren und auf ihren Instrument spontan mit dem Publikum und anderen Musikern kommunizieren. Dazu nutzten sie die funktionelle Magnetresonanztomografie und stellten sehr heftige Aktivität in den Gehirnarealen fest, die normalerweise mit gesprochener Sprache zu tun haben und mit der Syntax – also der Fähigkeit Sätze zu bilden. Gleichzeitig waren jene Bereiche beinahe inaktiv, die mit Semantik zu tun haben, das heißt der Bedeutung von Sprache. Das Resümee der Forscher: Bei Sprache und Musik wird Bedeutung im Gehirn auf völlig andere Weise hervorgebracht. Musiker benutzen die Struktur als Anker und dementsprechende Hirnareale, bei Sprechern steht der reine Inhalt im Vordergrund. Die Ergebnisse stehen in "PLoS One". [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0088665

Teilchenphysik Physiker haben die Elektronenmasse neu bestimmt.

Da Elektronen extrem klein und leicht sind, können sie mit keiner Waage der Welt direkt gewogen werden. Deshalb sind Physiker auf indirekte Methoden angewiesen. Doch damit weiß man immer noch nicht, wie viel ein Elektron genau wiegt. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg haben die Elektronenmasse nun neu bestimmt und sind mit ihrem Verfahren 13 Mal genauer als es bislang möglich war. Das berichten sie im Fachmagazin "Nature". Die Forscher hatten die bisher üblichen Messungen mit der sogenannten Penningfalle abgewandelt und konnten somit die Präzision erhöhen. Sie bestimmten die die Masse des Elektrons auf etwas mehr als ein Zweitausendstel der Masse eines Protons. Der genaue Wert beträgt 0,000548579909067 der Protonenmasse. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature13026

Medizin Langes Sitzen macht gebrechlich.

Einen großen Teil seines Tages sitzend zu verbringen, verstärke das Risiko im Alter selbst einfache Alltagsaufgaben nicht mehr selbstständig bewältigen zu können. Auch wer Sport treibe, könne damit langes Sitzen nicht ohne Weiteres ausgleichen. Das berichten US-Forscher aufgrund einer Studie mit über 2000 Menschen jenseits der 60 Jahre. Die Teilnehmer hatten über mehrere Tage Beschleunigungsmesser getragen, die ihre körperliche Aktivität aufzeichneten. Die Daten wurden dann in Beziehung zur körperlichen Gebrechlichkeit gesetzt. Das Ergebnis: Unabhängig von der Zeit, die jemand für moderate oder starke Bewegung aufbrachte, gab es einen Zusammenhang zwischen Sitzdauer und Alltagseinschränkung. Jede Stunde pro Tag, die jemand sitzend tätig oder auch untätig war, steigerte die Wahrscheinlichkeit für Altersgebrechen um 46 Prozent. Die Forscher raten vor allem älteren Menschen sich so viel wie möglich zu bewegen – und sei es nur einfaches Gehen. [tj]

 

Quelle: Physical Activity & Health

Kerntechnik Erneut gab es eine schwere Panne im Atomkraftwerk Fukushima.

Rund 100 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sind aus einem Leck in einem Tank der havarierten Anlage ausgetreten und im Boden versickert. Das Problem sei gestern entstanden, als ein Sperrventil an dem riesigen Behälter versehentlich offen geblieben war. Der japanische Energiekonzern Tepco geht davon aus, dass dabei unter anderem Strontium-90 in stark erhöhter Konzentration freigesetzt wurde. Allerdings sei das verseuchte Wasser rund 700 Meter vom Meer entfernt ausgetreten. Da es keine Entwässerung des Geländes zum Ozean hin gäbe, hält Tepco es für unwahrscheinlich, dass radioaktive verseuchtes Wasser in den Pazifik gelangt ist. Das Leck habe heute gestopft werden können. Die japanische Atomaufsichtsbehörde schloss unterdessen nicht aus, dass ernsthafte Risiken für die Umwelt entstanden sein können. [tj]

 

Quelle: Agenturen

Planetologie Die Esa geht auf Zwillingssuche.

Die Europäische Raumfahrtagentur Esa hat eine neue Mission angekündigt: Plato. Bis zum Jahr 2024 soll eine gleichnamige Raumsonde ins All aufbrechen und eine Million Sterne nach einem der Erde ähnlichen Planeten absuchen. Dafür wird die Sonde mit 34 Teleskopen und Kameras ausgestattet. Die so erfassten Daten zu Masse, Radius und Zusammensetzung der Planeten sollen in einem Datenzentrum des Max-Planck Instituts für Sonnensystemforschung ausgewertet werden. Plato folgt auf die Missionen Corot und Kepler, die zahlreiche Exoplaneten entdeckt hatten und im vergangenen Sommer beendet wurden. [tj]

 

Quelle: Agenturen

19.02.2014

Verkehr Leuchtgeweihe sollen Unfallzahlen senken.

Rentierzüchter in Lappland testen derzeit eine neue Methode, um die Zusammenstöße von Pkw und Tier zu reduzieren. Wie der finnische Rentierzüchterverband mitteilte, seien zunächst 20 Tiere im Bezirk Rovaniemi angesprüht worden. Dabei handelt es sich um eine haltbare Leuchtfarbe für die Geweihe und ein abwaschbares Spray für das Fell. Sollten sich die Tests bewähren, soll das Spray bei allen Rentieren der Region eingesetzt werden. Dem Züchterverband zufolge gibt es in Lappland jedes Jahr zwischen 3.000 bis 5.000 Verkehrsunfälle mit Rentieren.

[mst]

      

Quelle: http://yle.fi

Biologie Forscher entdecken Akne-Bakterien in Weinpflanzen.

Das Haut-Bakterium Propionibacterium acnes type Zappae lebt in der Rinde und im Mark eines Weinstocks und ist für sein Überleben auf den pflanzlichen Wirt angewiesen. Das berichten italienische Wissenschaftler im Fachblatt Molecular Biology and Evolution. Die Wissenschaftler hatten den bislang unbekannten Bakterienstamm bei genetischen Analysen von Wein-Pflanzen-Proben entdeckt, die sie an verschiedenen Orten im Nordosten Italiens genommen hatten. Demnach haben sich die Bakterien in den Weinpflanzen an eine völlig neue, intrazelluläre Nisc angepasst. Rekonstruktionen zufolge haben Menschen vor rund 7.000 Jahren Weinpflanzen mit diesem Hautbakterium infiziert. In dieser Zeit wurde Wein erstmals kultiviert. Propionibacterium acnes ist ein Bakterium der Haut, von dem einige Stämme in bestimmten Fällen an der Entstehung von Akne beteiligt sein können.

[mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Menschen sind keine repräsentativen Säugetiere.

Zumindest wenn es um die Wahrnehmung ultravioletter Strahlung geht. Das ist das Fazit einer Studie zweier Forscher aus London, die sie in den Proceedings B der britischen Royal Society vorstellen. Die Wissenschaftler hatten die Linsen von 38 Säugetierarten untersucht, die sie von Schlachthöfen, Zoologischen Gärten und Tierarztpraxen bezogen hatten. Während Menschen ultraviolettes Licht meist nur indirekt wahrnehmen können, zum Beispiel in Form fluoreszierender Farben im Schwarzlicht, weisen die nun untersuchten tierischen Linsen eine bislang unbekannt hohe UV-Durchlässigkeit auf. Spitzenreiter waren demnach die Hausratte und die Hausmaus, bei denen mehr als 80 Prozent des längerwelligen UV-A-Lichts durch die Linse bis zur lichtempfindlichen Netzhaut gelangen. Als ebenfalls gute Seher des UV-A-Lichts erweisen sich Igel, Hund, Fledermaus, Okapi, Katze und Hausschwein. Am unteren Ende der Wertung stehen neben den Menschen alle anderen untersuchten Primaten wie Makaken oder Lemuren, sowie Kamele, Pferde und Erdmännchen, die allesamt auf Werte von weniger als 10 Prozent UV-Durchlässigkeit kamen.

[mst]

Quelle: Proc R. Soc B (10.1097/rsdpb.2013.2995)

Materialwissenschaften Ingenieure entwickeln einen wiederverwendbaren Klebestreifen.

US-Forscher aus Pittsburgh haben eine klebrige Oberfläche mit Selbstreinigungsmechanismus entwickelt. Damit lässt sich auch nach einer Verschmutzung binnen kurzer Zeit wieder die ursprüngliche Klebefähigkeit erreichen, schreiben sie im Journal of the Royal Society Interface. Als Vorbild dienten die Füße von Geckos. Diese ziehen ihre Zehen bei jedem Schritt ein Stück weit über den Untergrund und streifen große Schmutzpartikel ab. Kleinere Partikel lagern sich zwischen den Härchen auf der Fußsohle und in darunter liegenden Hautfalten ein. Die Ingenieure bauten dieses System mithilfe elastischer Mikrohärchen nach, auf denen sie Glaskugeln haften ließen, die Schmutzpartikel darstellten. Um die Selbstreinigungskräfte zu testen, pressten die Forscher einen dieser Klebestreifen auf eine Platte und verschoben ihn seitwärts. Nach acht bis zehn Durchgängen erreichte der Klebstreifen wieder 80 bis 100 Prozent seiner ursprünglichen Leistungsfähigkeit.

[mst]

Quelle: R. Soc. Interface (10.1098/rsif.2013.1205)/KIT

Forschungspolitik Drittmittel werden immer wichtiger.

2011 warb ein Professor an einer deutschen Universität ohne Berücksichtigung der medizinischen Einrichtungen im Durchschnitt Drittmittel in Höhe von rund 232.000 Euro ein. Das ist eine Steigerung um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Insgesamt wurden von den Universitäten 5,9 Milliarden Euro an Drittmitteln eingeworben. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Peter Strohschneider, sieht diese Entwicklung skeptisch. Die DFG werde zunehmend in die Rolle des Grundfinanzierers von Universitäten gedrängt, dies sei jedoch nicht ihre Aufgabe.

[mst]

                  

Landwirtschaft Die Schweinepest könnte bald Deutschland erreichen.

Nach den ersten bestätigten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Polen und Litauen bewege sich der hochinfektiöse Erreger nach Westen. Das teilte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, auf der Insel Riems mit. Eine Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union könne daher nicht ausgeschlossen werden. Für Wild- und Hauschweine ist das Virus hochgefährlich, es kann direkt als auch indirekt übertragen werden. Bislang gibt es keinen Impfstoff. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich. Russland hat mittlerweile einen Importstopp für europäisches Schweinefleisch erlassen.

[mst]

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut, Agenturen

Umwelt Im Atomkraftwerk Brunsbüttel liegen rostige Atommüllfässer.

In einer Kaverne im stillgelegten AKW Brunsbüttel sind 18 rostige Fässer mit Atommüll entdeckt worden. Wie das Umweltministerium in Schleswig-Holstein bestätigte, bestehe keine Gefahr für die Umwelt. Die korrodierten Fässer seien bei Kamera-Inspektionen entdeckt worden. Die Atomaufsicht habe sich mit dem Betreiber Vattenfall darauf verständigt, für die betroffenen Fässer eine Bergungseinrichtung zu entwickeln. Diese soll es ermöglichen, die Fässer zu transportieren, ohne dass radioaktive Stoffe frei werden. In den mit Betonriegeln verschlossenen Kavernen im AKW Brunsbüttel lagern 631 Stahlfässer. In diesen werden Verdampferkonzentrate, Filterharze und Mischabfälle aus dem Betrieb des Reaktors gelagert.

[mst]

18.02.2014

Biologie/Medizin Japanische Stammzellenstudie wird nachträglich geprüft

Das hat das Forschungsinstitut RIKEN im japanischen Kobe mitgeteilt. Die Studie hatte vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt. Forscher des Instituts beschreiben darin, dass Körperzellen von Mäusen sich mittels Zitronensäure umprogrammieren ließen. Die Zellen würden daraufhin die Vielseitigkeit embryonaler Stammzellen erwerben. Nach der Veröffentlichung im Fachblatt "Nature" zeigten Blogger im Internet Ungereimtheiten in den Abbildungen der Studie auf. So sei zum Beispiel der Teil einer Abbildung rotiert und in ein anderes Bild montiert worden, heißt es auf einem Online-Portal. RIKEN teilte mit, dass man die Studie nun zusammen mit externen Wissenschaftlern untersuche. [hell]

    

Quelle: Nature / Science Insider

Geologie Wissenschaftler klären jahrzehntealtes Gletscher-Unglück auf

Dazu simulierten sie die Eisbewegungen des Aletschgletschers in den Schweizer Alpen. Dort waren vor 88 Jahren vier Männer bei einem Schneesturm verunglückt. Erst 2012 gab das Eis drei ihrer Leichen frei. Sie lagen mehr als zehn Kilometer gletscherabwärts vom Unglücksort. Wie die Forscher im "Journal of Glaciology" beschreiben, konnten sie anhand der Fundstelle den ungefähren Ort des Unglücks bestimmen. Bisher nahm man an, die Vier seien von einer Lawine erfasst worden oder in eine Gletscherspalte gefallen. Die neuen Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass sie die Orientierung verloren hatten und erfroren sind. [hell]

Zoologie Elefanten trösten einander

So zumindest interpretieren Amerikanische Forscher das Verhalten von 26 asiatischen Elefanten. Die Wissenschaftler hatten die Tiere in einem thailändischen Gehege in Stresssituationen beobachtet. Schreckte ein Elefant zum Beispiel vor einer Schlange zurück, näherten sich andere Elefanten häufiger als in entspannten Kontrollsituationen. Die hinzukommenden Elefanten stießen hohe, zirpende Laute aus, berührten das Gesicht des gestressten Tieres mit ihrem Rüssel oder schoben ihren Rüssel in das Maul des anderen. Damit machten sich die tröstenden Tiere verletzbar, schreiben die Forscher im Fachmagazin "PeerJ". Schließlich liefen sie Gefahr, gebissen zu werden. Nach Ansicht der Wissenschaftler ähnelt dieses Verhalten daher einer menschlichen Umarmung oder einem Handschlag. Nun müsse untersucht werden, ob auch wildlebende Elefanten ihre Artgenossen trösten. Bislang war ein solches Verhalten unter anderem von Menschenaffen und einigen Rabenvögeln bekannt. [hell]

    

Quelle: PeerJ2:e278;DOI10.7717/peerj.278

IT Computerchips könnten in Zukunft über optische Signale kommunizieren

Denn ein notwendiges Bauteil dafür haben Forscher am Karlsruher Insitute of Technology entwickelt. Bisher sind die Chips in Computern über elektrische Leitungen verbunden. Damit sie mit Licht anstatt mit Strom kommunizieren, muss man ihre elektrischen Signale in optische umwandeln. Dazu ist ein sogenannter Hochgeschwindigkeits-Phasenmodulator notwendig. Wie die Forscher im Journal "Nature Photonics" schreiben, haben sie nun das weltweit kleinste derartige Bauteil entwickelt. Es misst gerade mal 29 Mikrometer. Damit ist es kürzer, als ein menschliches Haar breit ist. Daten lassen sich mittels Licht schneller und energieeffizienter übertragen als mit Strom. So basiert etwa das Internet auf Glasfaserkabeln. Der neue Phasenmodulator besteht aus zwei parallelen Goldelektroden. Zwischen ihnen befindet sich ein elektro-optischer Kunststoff. Er verändert seinen Brechungsindex in Abhängigkeit von der Spannung an den Elektroden und wandelt so Stromsignale in optische Signale um. [hell]

Psychologie Stresshormone können Finanzmarktkrisen begünstigen

Denn sie führen dazu, dass Menschen Risiken scheuen und zu irrationalem Pessimismus neigen. Das haben Ökonomen und Mediziner der Universität Cambridge herausgefunden. Eine frühere Feldstudie an der Londoner Börse hatte gezeigt: Waren die Märkte über einen längeren Zeitraum unruhig, erhöhte sich der Cortisolspiegel der Händler. Den Einfluss dieses Stresshormons auf die Risikofreude untersuchten die Forscher nun im Labor. Das Ergebnis: Haben Menschen über mehrere Tage hinweg einen erhöhten Cortisolspiegel, scheuen sie das Risiko. Das könne Finanzmarktkrisen begünstigen, schreiben die Autoren im Fachblatt "PNAS". Denn gerade wenn die Märkte unruhig seien – etwa während eines Börsencrashs – müssten Händler bereit sein, Risiken einzugehen. [hell]

 

    

Quelle: PNAS

17.02.2014

Raumfahrt Das Rätsel um den "Donut"-Stein auf dem Mars scheint gelöst

Der Stein ist vier Zentimeter groß und ähnelt der Form nach einem in den USA beliebten fettigen Gebäckstück. Der so genannte "Donut"-Stein war Anfang Januar plötzlich auf einem Foto aufgetaucht, das der Marsrover "Opportunity" zur Erde gefunkt hatte.

NASA-Wissenschaftler glauben, das Rätsel jetzt gelöst zu haben. Der runde Stein sei Teil eines größeren Steins gewesen. "Opportunity" habe ihn während der Fahrt mit einem seiner Räder abgebrochen. Das habe eine Analyse der  Reifenspuren im Marssand ergeben.

Opportunity rollt seit zehn Jahren auf dem Mars - auf der Suche nach Spuren von Wasser und Leben. [mawi]

Quelle: NASA, Agenturen

Pflanzenschutz Dünger destabilisiert die Graslandschaften

Zusätzlicher Stickstoff lässt Kultur-Pflanzen besser wachsen. Ein internationales Forscherteam hat nun allerdings den Einfluss von Dünger auf Graslandschaften an 41 Standorten auf fünf Kontinenten untersucht und beunruhigende Trends ausgemacht: Ein Übermaß an Stickstoff lasse die Zahl der verschiedenen Gras-Arten schrumpfen. Der Grund: Nicht alle Gräser profitierten gleichermaßen von dem zusätzlichen Nährstoffangebot. Dies führe zu Verdrängungseffekten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature".    

Bleiben Graslandschaften unbeeinflusst, sprießen verschiedene Gras-Arten zu unterschiedlichen Zeiten besonders gut. Diese Ungleichzeitigkeit stärke die Widerstandkraft des jeweiligen Ökosystems, so die Forscher. Steige der Stickstoffeintrag, verringere sich hingegen die Stabilität des Ökosystems.

Die Verbrennung von fossilen Energien sorge dafür, dass sich selbst in entlegenen Gegenden der Stickstoff-Eintrag erhöht. Zudem wird in großen Mengen Dünger vom Ackerland verweht. [mawi]

Quelle: eurekalert.org

Epidemologie Die Spanische Grippe hatte ihren Ursprung offenbar in Nordamerika

Forscher der Universität von Arizona haben gemeinsam mit Kollegen in Edinburgh einen Stammbaum der Influenza-Viren erstellt. Sie erfassen darin Viren, die Vögel, Menschen, Pferde und Schweine befallen. In jeder Art verändere sich das Influenza-Virus unterschiedlich schnell, so die Forscher im Fachblatt "Nature". Der neue Stammbaum mache es möglich, einige Influenza-Wellen besser zu erklären.

So sei es in den 1870er-Jahren zu einem Ausbruch der Pferde-Influenza gekommen. Dieses Virus habe dann offenbar Hühner und anderes Zuchtgeflügel befallen.

Der Stammbaum lege auch die Annahme nahe, dass Vogelgrippeviren Auslöser waren für die sogenannte "Spanische Grippe" von 1918. Anders als bislang angenommen, sei das Virus aber wahrscheinlich nicht von Wildtieren sondern von Zuchtgeflügel auf den Menschen übertragen worden - und zwar in Nordamerika. [mawi ]

Quelle: eurekalert.org

Zoologie Auch Seelöwen besitzen Taktgefühl

Das fünfjährige Seelöwen-Weibchen Ronan kann den Kopf im Takt von Musik bewegen. Taktwechsel bereiten ihr keine Schwierigkeiten. Zu schnelleren Musikstücken nicke Ronan schneller, zu langsameren Stücken langsamer, berichteten Meeresbiologen der University of California in Santa Cruz auf der AAAS in Chicago. Das Tier könne - nach jahrelangem Training - inzwischen auch bei ihr unbekannten Titeln den Takt erkennen und mitmachen. Bislang war von einigen Vögeln - etwa von Kakadus - bekannt, dass sie im Takt der Musik mit dem Kopf nicken oder mit den Füßen trampeln können. Forscher gingen davon aus, dass dies nur Tiere können, die auch in der Lage sind, Geräusche oder menschliche Laute nachzuahmen. Seelöwen können das nicht. Vielleicht besitzen neben Seelöwen noch zahlreiche weitere Säugetiere Taktgefühl. Es scheine so, als hätten wir Menschen einfach nicht richtig hingeschaut, so die Forscher. [mawi] 

Quelle: Agenturen

Klimawandel Die Erwärmung der Arktis hat Folgen für Europa und Nordamerika

In den vergangenen zwanzig Jahren sei eine Abschwächung des polaren Jetstreams registriert worden, berichten Klimaforscher der Rutgers University, New Jersey, auf der AAAS in Chicago. Der polare Jetstream ist eine Luftströmung, die in großer Höhe von West nach Ost verläuft und bestimmend für das Klima in Europa und Nordamerika ist. Eine Folge der Abschwächung des polaren Jetstreams sei, dass Wetterphänomene dazu neigten, länger als gewöhnlich anzudauern. Die Arktis habe sich schneller erwärmt als der Rest des Globus. Das geringere Temperaturgefälle zu südlichen Breiten könnte ein wichtiger Faktor sein für die Verlangsamung des polaren Jetstreams. [mawi]

 

Quelle: AAAS, Agenturen

Biologie Mädchen bekommen mehr Muttermilch...

…Jungen bekommen dafür fettere. Die Muttermilch unterscheide sich je nach Geschlecht des Nachwuchses sowohl in der Quantität als auch in ihrer Zusammensetzung, berichteten Forscher der Harvard University Boston auf der AAAS in Chicago. Die Muttermilch für männlichen Nachwuchs enthalte mehr Fett und Proteine - und damit mehr Energie. Weiblicher Nachwuchs bekomme dafür mehr Milch. Solche geschlechtsspezifischen Unterschiede seien in Studien an Menschen, Affen und anderen Säugetieren nachgewiesen worden. Bislang sei noch nicht geklärt, wie stark beim Menschen die auf das Geschlecht abgestimmte Muttermilch die kindliche Entwicklung beeinflusst. [mawi]

Quelle: AAAS, Agenturen

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