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25.02.2014

Medizin Essigsäure tötet gefährliche Bakterien.

Und zwar die Mykobakterien, zu denen die Erreger von Tuberkulose und Lepra zählen. Das berichtet ein Forscherteam aus Venezuela, Frankreich und den USA. 30 Minuten in einer sechsprozentigen Essigsäurelösung reichten aus, um verschiedene Stämme von Tuberkuloseerregern abzutöten, schreiben die Wissenschaftler im Journal "mBio". Viele der Mykobakterien sind resistent gegenüber gängigen Desinfektionsmitteln. Bisher nutzt man in Laboren und Krankenhäusern oft ätzende Chlorbleiche oder teure Spezial-Desinfektionsmittel gegen die Bakterien. Günstige und schonende Alternativen sind vor allem in Entwicklungsländern gefragt.

[hell]

Quelle: Eurekalert; idw

Biologie Historische Schätze im Berliner Naturkundemuseum

Wissenschaftler aus den USA und Deutschland haben im Berliner Naturkundemuseum eine Entdeckung gemacht: 23 Amphibien- und Reptilienpräparate des Hauses gehören zur Sammlung des Holländers Albertus Seba. Damit stammt das älteste Exemplar der Abteilung nicht wie bisher angenommen aus den 1770er-Jahren, sondern ist gut 40 Jahre älter. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass etwa eine Felsenpython, in deren aufgeschlitztem Bauch ein Vogel zu sehen ist, im Katalog einer Seba-Kollektion auftaucht. Viele der 23 Präparate haben Typenstatus, dienten also als Grundlage für die Erstbeschreibung der jeweiligen Tierart. Die Sammlung Sebas gilt als berühmtestes Naturalienkabinett des 18. Jahrhunderts. Schon mehrfach wurde vermutet, dass einige Präparate des Berliner Museums aus der Sammlung stammen.

[hell]

Quelle: idw; Agenturen

Biologie Forscher kommen widerstandsfähigen Moskitos auf die Spur.

Mit nur einer Gen-Veränderung können Moskitos widerstandsfähig gegen DDT und andere Insektizide werden. Das haben Wissenschaftler der Hochschule für Tropenmedizin im englischen Liverpool herausgefunden. Dazu verglichen sie das Erbgut einer resistenten Stechmücken-Population aus Benin mit dem Erbgut anderer Moskitos, die nicht resistent waren. Dabei entdeckten die Forscher eine Veränderung an einem GsTe2 genannten Gen, wie sie im Magazin "Genome Biology" schreiben. Dank der Veränderung können die Moskitos Moleküle der Insektizide so aufspalten, dass die Mittel ihre Wirkung verlieren. Das Gen wiesen die Wissenschaftler auch bei resistenten Stechmücken aus anderen Ländern nach. Sie setzten es außerdem Fruchtfliegen ein, die daraufhin ebenfalls resistent gegen DDT und andere Chemikalien wurden. Mit der Arbeit könnten Tests entwickelt werden, um eine Widerstandsfähigkeit von Moskitos gegen bestimmte Insektizide frühzeitig zu erkennen. Die Widerstandsfähigkeit von Moskitos gegen Insektizide ist ein Problem bei der Bekämpfung von Malaria.

[hell]

Quelle: Eurekalert; Agenturen

Biologie Algen erkennen farbiges Licht.

Zu dem Ergebnis kommt eine Studie kalifornischer Wissenschaftler. Sie haben dafür Phytochrome von 20 marinen Algenarten untersucht. Phytochrome sind Proteine, die Lichtreize messen. In Landpflanzen erkennen sie nur rotes Licht und sorgen zum Beispiel dafür, dass die Gewächse Schatten erkennen und daraufhin ihr Wachstum anpassen. Im Meer absorbiert das Wasser das meiste rote Licht, weshalb die Algen nicht allein darauf reagieren können. Erstmals haben Forscher nun gezeigt, welche Farben Algen stattdessen erkennen. Wie sie im Fachblatt PNAS schreiben, registrierten die Wasserpflanzen neben rotem auch orangenes, grünes und blaues Licht. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch Fortschritte in der Landwirtschaft. Mit den neuen Erkenntnissen könnte man Feldfrüchte entwickeln, die unter verschiedenen Lichtbedingungen wachsen.

[hell]

Quelle: PNAS

Medizin Uni Düsseldorf leitet Disziplinarverfahren gegen Herzspezialisten ein.

Der mittlerweile emeritierte Kardiologe Bodo-Eckehard Strauer hatte 2001 mit seiner Stammzellenforschung für Aufsehen gesorgt. Damals hatte er einen Herzinfarkt-Patienten erstmals mit dessen eigenen Knochenmark-Stammzellen behandelt. Es folgten Studien an weiteren Patienten. In den letzten Jahren gab es Zweifel, ob diese Therapie wirklich zu einer Erholung nach einem Infarkt führte und ob die Studien sauber durchgeführt waren. Ende 2012 begannen zwei Kommissionen, die Arbeit Strauers zu untersuchen, teilte ein Sprecher der Uni Düsseldorf mit. Die Wissenschaftler sichteten dabei über 500 Patientenakten aus den Studien des Kardiologen. Auf Grundlage dieser Prüfungen hat die Uni Düsseldorf nun das Disziplinarverfahren eingeleitet. Genaue Ergebnisse der Prüfungen nannte die Uni nicht.

[hell]

Quelle: dpa; Uni Düsseldorf

24.02.2014

Medizin Schon im Mittelalter litten Menschen unter Zahnfleischentzündungen

Forscher der Universitäten Oklahoma und Zürich haben den Zahnstein von rund 1000 Jahre alten Skeletten untersucht. Im Zahnstein bleiben Bakterien und auch Nahrungsreste über lange Zeit gut erhalten.

So entdeckten sie Bakterien, die Ursache sind für eine Zahnfleischentzündung. Es handele sich im Wesentlichen um die gleichen Erreger, die auch heute noch eine Parodontitis verursachen - trotz deutlicher Veränderungen bei Zahnhygiene und Ernährung, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature".

In den Bakterien fanden sie zahlreiche Gen-Gruppen, die eine wichtige Rolle spielen bei der Entstehung von Antibiotika-Resistenzen. Zudem entdeckten sie auch Erbsubstanz-Spuren von Nahrungsbestandteilen – etwa von verschiedenen Gemüsen und Getreidesorten. Mit üblichen archäologischen Methoden sei der Speiseplan von Menschen oft nur schwer zu rekonstruieren, so die Forscher.

Der Fund zeige, wie sich die menschliche Mundflora historisch entwickelt und angepasst habe. Dies helfe, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen besser zu verstehen. [mawi]

Quelle: eurekalert.org

Medizin/Biologie Forscher entdecken neue Möglichkeit, die Entwicklung des Malaria-Parasiten zu stören

Der Malaria-Erreger Plasmodium falciparum hat einen komplexen Lebenszyklus. So befällt er im Menschen zunächst die Leber. Die nächste Etappe durchlebt er in den roten Blutzellen. In diesem Stadium macht er den Menschen krank. Von Mücken kann der Erreger in dieser Form aber nicht aufgenommen werden. Dazu muss er zu männlichen und weiblichen Formen heranreifen, den so genannten Gametozyten. Britische und US-amerikanische Forscher haben entdeckt, wie die Bildung von Gametozyten angestoßen wird. Es geschehe durch das Protein AP2-G, berichten sie im Fachblatt "Nature". Plasmodien, bei denen das Gen für das Protein entfernt wurde, konnten keine Gametozyten bilden. Die Forscher wollen jetzt nach Wirkstoffen suchen, die gezielt das Protein blockieren. Sie hoffen auf neue Möglichkeiten, den Infektionskreislauf "Mensch-Mücke-Mensch" unterbrechen zu können. [mawi]

Zoologie Der Monarchfalter macht sich rar

Jedes Jahr ziehen Amerikanische Monarchfalter in riesigen Schwärmen von Kanada und den USA aus in ihre warmen Winterquartiere im bewaldeten Hochland von Zentralmexiko. Dabei legen sie über 4000 Kilometer zurück. Die Zahl der orange-rot gezeichneten Schmetterlinge sei innerhalb weniger Jahre dramatisch zurückgegangen. In Zentralmexiko seien nur noch sieben Winterkolonien gezählt worden, so das Ergebnis einer Studie, die der WWF Deutschland heute in Berlin vorstellte. Ursachen seien vor allem die intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden in Kanada und den USA. Erst Mitte Februar hatten Schmetterlingsforscher, Schriftsteller und Künstler einen besseren Schutz des Monarchfalters gefordert. [mawi]

Astronomie Auch kleine Galaxien wollen größer werden

Galaxien wachsen, indem sie sich kleinere Galaxien einverleiben oder mit ihnen verschmelzen. Jetzt haben Astronomen das bisher kleinste Beispiel für den Überrest einer solchen Galaxienverschmelzung identifiziert: die Zwerggalaxie Andromeda II. Den Forschern war aufgefallen, dass die Sterne der Zwerggalaxie ein ungewöhnliches Bewegungsmuster aufweisen: Sie drehen sich nicht – ähnlich einem Rad - um eine Symmetrie-Achse sondern sie vollführen bei der Rotation eine Art Taumelbewegung. Die Analyse der Bewegung von mehr als 700 Sternen in der Galaxie zeigte, dass sie aus zwei unterschiedlichen Sterngruppen besteht: Zum einen gebe es die Sterne der ursprünglichen Andromeda II-Zwerggalaxie und andererseits die Sterne der mit ihr verschmolzenen anderen Zwerggalaxie, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Das ungewöhnliche Rotationsmuster stamme aus jener Phase, in der die kleinere der Zwerggalaxien die größere vor dem Verschmelzen umkreiste. [mawi]

Quelle: Nature

Geologie Die Erde könnte tatsächlich viereinhalb Milliarden Jahre alt sein

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es vor rund 4,5 Milliarden Jahren einen Zusammenstoß gab zwischen der jungen Erde und einem anderen Himmelsobjekt. Aus dem Material, das ins All geschleudert wurde, hat sich der Mond gebildet. Als der Magmaozean an der Erdoberfläche abkühlte, bildeten sich die ersten Gesteine der heutigen Erdkruste. Unklar war bislang, wann dies geschah. Ein internationales Geologen-Team hat jetzt Proben eines Zirkonkristalls aus den Jack Hills in Australien untersucht. Die drei Proben seien im Durchschnitt 4,374 Milliarden Jahre alt, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience". Für ihre Altersbestimmung nutzten sie die sogenannte Bleiisotopen-Datierung sowie die Atomsonden-Tomografie. Demnach hätten sich die ersten Gesteine sehr früh gebildet – nämlich bereits 160 Millionen Jahre nach der Entstehung unseres Sonnensystems. [mawi]

21.02.2014

Astronomie Auch Schwarze Löcher haben Wolken.

Die Gasschwaden in der Umgebung von Schwarzen Löchern ähneln gewaltigen Gewitterwolken, die sich immer wieder vor die kosmischen Objekte schieben. Das ist das Ergebnis einer Langzeitbeobachtung mit dem amerikanischen Röntgen-Satelliten RXTE. Der hatte über 16 Jahre hinweg regelmäßig die gleichen Objekte ins Visier genommen. Ausgewertet wurden die Daten von einem internationalen Forscherteam. Die Gaswolken entstehen, wenn Schwarze Löcher Materie aus dem Universum ansaugen. Dann bildet sich ein Ring aus heißem Gas, das verdichtet und somit stark aufgeheizt wird. Bisher waren die Experten davon ausgegangen, dass diese Ringe recht homogen strukturiert sind – wie riesige Donuts. Veröffentlicht wurde die Studie in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1093/mnras/stt2492

Chemie Ein Test spürt Gluten auf.

Spanische Chemiker haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich noch geringste Spuren der Eiweiß-Substanz Gluten nachweisen lassen. Herkömmliche Tests arbeiten auf Basis von Antikörpern und zeigen Gluten an bis zu einer Konzentration von 20 ppm. Der neue Nachweis funktioniert auch noch bei 0,5 ppm. Bei ihm binden keine Antikörper an die Substanz, sondern Aptamere. Das sind kurze, einsträngige DNA-Abschnitte, die an spezifische Moleküle andocken können. Damit gelingt ein besonders empfindlicher Nachweis, schreiben die Forscher in "Analytical Chemistry". Gluten ist ein Gemisch von Eiweißverbindungen und kommt in verschiedenen Getreidearten vor. Manche Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit reagieren auch schon auf geringste Spuren davon mit starken Verdauungsstörungen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1021/ac404151n

Biochemie Ein Molekülkleber beschleunigt die Heilung.

Ein künstlich hergestellter Eiweiß-Komplex hilft deutlich besser bei der Heilung von Wunden und Knochenverletzungen als die natürlichen Proteine, zumindest im Tierversuch an Mäusen. Das berichten Forscher aus Japan und der Schweiz im Fachmagazin "Science". Die Biowissenschaftler sind davon ausgegangen, dass bei der Wundheilung nicht genug Proteine, die das Wachstum unterstützen, an dem Bindegewebe zwischen den Zellen haften bleiben. Deshalb haben sie einen natürlichen Klebstoff entwickelt, der zwischen den Wachstumsmolekülen und dem Gewebe vermittelt. Dadurch konnte der Heilungsprozess beschleunigt werden. Dieser Ansatz dürfte nach Ansicht der Forscher neue Anwendungen in der Regenerativen Medizin ermöglichen. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1247663

Physik Vibrationen könnten Handys laden.

Einen Nanogenerator, der Energie aus Schwingungen bezieht und sie in Strom umwandelt, hat ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Advanced Energy Materials" präsentiert. Das Bauteil könnte auf eine schwingende Oberfläche geklebt werden, etwa im Auto, und Elektrizität liefern, um ein Mobiltelefon zu laden. Herzstück des Generators ist eine schwammartige Schicht des Kunststoffs PVDF. Dieses piezoelektrische Material wandelt Bewegung um in elektrischen Strom. Der kann abgeleitet werden durch Kontakte auf beiden Seiten der Schicht. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1002/aenm.201301624

Paläoozeanografie Der Nordatlantik war einst warm und instabil.

Eine Strömung im Nordatlantik war während einer Warmzeit vor rund 120.000 Jahren deutlich instabiler als heutzutage. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Anhand eines Bohrkerns untersuchten die Wissenschaftler die Sedimente, die sich damals am Meeresboden südlich von Grönland abgelagert hatten. Aus der Abfolge der Schichten konnten sie herauslesen, dass es im Laufe der Warmzeit zu Unregelmäßigkeiten bei der Zirkulation des Nordatlantischen Tiefenwassers gekommen war. Die meisten dieser Störungen hielten einige Jahrhunderte lang an. Das Nordatlantische Tiefenwasser ist ein wichtiger Teil der globalen Meeresströmungen. Die Forscher glauben, dass sich ähnliche Unregelmäßigkeiten auch in Zukunft wieder zeigen könnten. Daraus dürften sich dann unerwartete Folgen für das regionale Klima im Nordatlantik ergeben. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1126/science.1248667

Neurowissenschaften Hunde besitzen, ähnlich wie Menschen, bestimmte Gehirnareale, mit denen sie Sprache verarb

Darüber können sie auch den emotionalen Gehalt wahrnehmen, der über die Stimme transportiert wird. Das berichten Forscher aus Ungarn im Fachblatt „Current Biology". Die Wissenschaftler hatten elf Hunde in einem Magnetresonanztomographen untersucht. Sie spielten den Tieren Stimmen und Geräusche vor und zeichneten auf, welche Gehirnregionen darauf ansprachen. Die Ergebnisse verglichen sie mit Beobachtungen an Menschen. Bei beiden Gruppen lagen die aktiven Gehirnareale an ähnlicher Position der Hörrinde und schienen ähnlich zu funktionieren. Nach Angaben der Forscher handelt es ich hierbei um die erste Studie, welche die Gehirnaktivität zweier Arten vergleiche, die zwar das gleiche soziale Umfeld teilten, aber evolutionär weit voneinander entfernt seien. [reu]

 

Quelle: DOI: 10.1016/j.cub.2014.01.058

Onkologie Sport hilft bei der Tumorabwehr

Intensiver Sport kann eine  unterstützen und den Patienten besser vor einem Rückfall schützen. Das haben Forscher aus Köln heute auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin berichtet.  Patienten mit einer guten Fitness besitzen nach Angaben der Forscher mehr natürliche Killerzellen. Die sind in der Lage, Tumorzellen zu erkennen und abzutöten. Sportliche Patienten seien damit besser gerüstet für den Kampf gegen das Wiederauftreten der Krankheit.  Für ihre Untersuchung hatten die Mediziner fünfzehn Krebspatienten auf einen Halbmarathon vorbereitet, während sie den Immunstatus der Probanden überwachten.  [reu]

 

 

Quelle: IDW-Online

20.02.2014

Neurowissenschaften Miles Davis improvisiert. Aber was macht sein Gehirn dabei?

Mediziner der John Hopkins Universität haben die die Gehirne von Jazzmusikern untersucht, die improvisieren und auf ihren Instrument spontan mit dem Publikum und anderen Musikern kommunizieren. Dazu nutzten sie die funktionelle Magnetresonanztomografie und stellten sehr heftige Aktivität in den Gehirnarealen fest, die normalerweise mit gesprochener Sprache zu tun haben und mit der Syntax – also der Fähigkeit Sätze zu bilden. Gleichzeitig waren jene Bereiche beinahe inaktiv, die mit Semantik zu tun haben, das heißt der Bedeutung von Sprache. Das Resümee der Forscher: Bei Sprache und Musik wird Bedeutung im Gehirn auf völlig andere Weise hervorgebracht. Musiker benutzen die Struktur als Anker und dementsprechende Hirnareale, bei Sprechern steht der reine Inhalt im Vordergrund. Die Ergebnisse stehen in "PLoS One". [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1371/journal.pone.0088665

Teilchenphysik Physiker haben die Elektronenmasse neu bestimmt.

Da Elektronen extrem klein und leicht sind, können sie mit keiner Waage der Welt direkt gewogen werden. Deshalb sind Physiker auf indirekte Methoden angewiesen. Doch damit weiß man immer noch nicht, wie viel ein Elektron genau wiegt. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg haben die Elektronenmasse nun neu bestimmt und sind mit ihrem Verfahren 13 Mal genauer als es bislang möglich war. Das berichten sie im Fachmagazin "Nature". Die Forscher hatten die bisher üblichen Messungen mit der sogenannten Penningfalle abgewandelt und konnten somit die Präzision erhöhen. Sie bestimmten die die Masse des Elektrons auf etwas mehr als ein Zweitausendstel der Masse eines Protons. Der genaue Wert beträgt 0,000548579909067 der Protonenmasse. [tj]

 

Quelle: DOI: 10.1038/nature13026

Medizin Langes Sitzen macht gebrechlich.

Einen großen Teil seines Tages sitzend zu verbringen, verstärke das Risiko im Alter selbst einfache Alltagsaufgaben nicht mehr selbstständig bewältigen zu können. Auch wer Sport treibe, könne damit langes Sitzen nicht ohne Weiteres ausgleichen. Das berichten US-Forscher aufgrund einer Studie mit über 2000 Menschen jenseits der 60 Jahre. Die Teilnehmer hatten über mehrere Tage Beschleunigungsmesser getragen, die ihre körperliche Aktivität aufzeichneten. Die Daten wurden dann in Beziehung zur körperlichen Gebrechlichkeit gesetzt. Das Ergebnis: Unabhängig von der Zeit, die jemand für moderate oder starke Bewegung aufbrachte, gab es einen Zusammenhang zwischen Sitzdauer und Alltagseinschränkung. Jede Stunde pro Tag, die jemand sitzend tätig oder auch untätig war, steigerte die Wahrscheinlichkeit für Altersgebrechen um 46 Prozent. Die Forscher raten vor allem älteren Menschen sich so viel wie möglich zu bewegen – und sei es nur einfaches Gehen. [tj]

 

Quelle: Physical Activity & Health

Kerntechnik Erneut gab es eine schwere Panne im Atomkraftwerk Fukushima.

Rund 100 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sind aus einem Leck in einem Tank der havarierten Anlage ausgetreten und im Boden versickert. Das Problem sei gestern entstanden, als ein Sperrventil an dem riesigen Behälter versehentlich offen geblieben war. Der japanische Energiekonzern Tepco geht davon aus, dass dabei unter anderem Strontium-90 in stark erhöhter Konzentration freigesetzt wurde. Allerdings sei das verseuchte Wasser rund 700 Meter vom Meer entfernt ausgetreten. Da es keine Entwässerung des Geländes zum Ozean hin gäbe, hält Tepco es für unwahrscheinlich, dass radioaktive verseuchtes Wasser in den Pazifik gelangt ist. Das Leck habe heute gestopft werden können. Die japanische Atomaufsichtsbehörde schloss unterdessen nicht aus, dass ernsthafte Risiken für die Umwelt entstanden sein können. [tj]

 

Quelle: Agenturen

Planetologie Die Esa geht auf Zwillingssuche.

Die Europäische Raumfahrtagentur Esa hat eine neue Mission angekündigt: Plato. Bis zum Jahr 2024 soll eine gleichnamige Raumsonde ins All aufbrechen und eine Million Sterne nach einem der Erde ähnlichen Planeten absuchen. Dafür wird die Sonde mit 34 Teleskopen und Kameras ausgestattet. Die so erfassten Daten zu Masse, Radius und Zusammensetzung der Planeten sollen in einem Datenzentrum des Max-Planck Instituts für Sonnensystemforschung ausgewertet werden. Plato folgt auf die Missionen Corot und Kepler, die zahlreiche Exoplaneten entdeckt hatten und im vergangenen Sommer beendet wurden. [tj]

 

Quelle: Agenturen

19.02.2014

Verkehr Leuchtgeweihe sollen Unfallzahlen senken.

Rentierzüchter in Lappland testen derzeit eine neue Methode, um die Zusammenstöße von Pkw und Tier zu reduzieren. Wie der finnische Rentierzüchterverband mitteilte, seien zunächst 20 Tiere im Bezirk Rovaniemi angesprüht worden. Dabei handelt es sich um eine haltbare Leuchtfarbe für die Geweihe und ein abwaschbares Spray für das Fell. Sollten sich die Tests bewähren, soll das Spray bei allen Rentieren der Region eingesetzt werden. Dem Züchterverband zufolge gibt es in Lappland jedes Jahr zwischen 3.000 bis 5.000 Verkehrsunfälle mit Rentieren.

[mst]

      

Quelle: http://yle.fi

Biologie Forscher entdecken Akne-Bakterien in Weinpflanzen.

Das Haut-Bakterium Propionibacterium acnes type Zappae lebt in der Rinde und im Mark eines Weinstocks und ist für sein Überleben auf den pflanzlichen Wirt angewiesen. Das berichten italienische Wissenschaftler im Fachblatt Molecular Biology and Evolution. Die Wissenschaftler hatten den bislang unbekannten Bakterienstamm bei genetischen Analysen von Wein-Pflanzen-Proben entdeckt, die sie an verschiedenen Orten im Nordosten Italiens genommen hatten. Demnach haben sich die Bakterien in den Weinpflanzen an eine völlig neue, intrazelluläre Nisc angepasst. Rekonstruktionen zufolge haben Menschen vor rund 7.000 Jahren Weinpflanzen mit diesem Hautbakterium infiziert. In dieser Zeit wurde Wein erstmals kultiviert. Propionibacterium acnes ist ein Bakterium der Haut, von dem einige Stämme in bestimmten Fällen an der Entstehung von Akne beteiligt sein können.

[mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Menschen sind keine repräsentativen Säugetiere.

Zumindest wenn es um die Wahrnehmung ultravioletter Strahlung geht. Das ist das Fazit einer Studie zweier Forscher aus London, die sie in den Proceedings B der britischen Royal Society vorstellen. Die Wissenschaftler hatten die Linsen von 38 Säugetierarten untersucht, die sie von Schlachthöfen, Zoologischen Gärten und Tierarztpraxen bezogen hatten. Während Menschen ultraviolettes Licht meist nur indirekt wahrnehmen können, zum Beispiel in Form fluoreszierender Farben im Schwarzlicht, weisen die nun untersuchten tierischen Linsen eine bislang unbekannt hohe UV-Durchlässigkeit auf. Spitzenreiter waren demnach die Hausratte und die Hausmaus, bei denen mehr als 80 Prozent des längerwelligen UV-A-Lichts durch die Linse bis zur lichtempfindlichen Netzhaut gelangen. Als ebenfalls gute Seher des UV-A-Lichts erweisen sich Igel, Hund, Fledermaus, Okapi, Katze und Hausschwein. Am unteren Ende der Wertung stehen neben den Menschen alle anderen untersuchten Primaten wie Makaken oder Lemuren, sowie Kamele, Pferde und Erdmännchen, die allesamt auf Werte von weniger als 10 Prozent UV-Durchlässigkeit kamen.

[mst]

Quelle: Proc R. Soc B (10.1097/rsdpb.2013.2995)

Materialwissenschaften Ingenieure entwickeln einen wiederverwendbaren Klebestreifen.

US-Forscher aus Pittsburgh haben eine klebrige Oberfläche mit Selbstreinigungsmechanismus entwickelt. Damit lässt sich auch nach einer Verschmutzung binnen kurzer Zeit wieder die ursprüngliche Klebefähigkeit erreichen, schreiben sie im Journal of the Royal Society Interface. Als Vorbild dienten die Füße von Geckos. Diese ziehen ihre Zehen bei jedem Schritt ein Stück weit über den Untergrund und streifen große Schmutzpartikel ab. Kleinere Partikel lagern sich zwischen den Härchen auf der Fußsohle und in darunter liegenden Hautfalten ein. Die Ingenieure bauten dieses System mithilfe elastischer Mikrohärchen nach, auf denen sie Glaskugeln haften ließen, die Schmutzpartikel darstellten. Um die Selbstreinigungskräfte zu testen, pressten die Forscher einen dieser Klebestreifen auf eine Platte und verschoben ihn seitwärts. Nach acht bis zehn Durchgängen erreichte der Klebstreifen wieder 80 bis 100 Prozent seiner ursprünglichen Leistungsfähigkeit.

[mst]

Quelle: R. Soc. Interface (10.1098/rsif.2013.1205)/KIT

Forschungspolitik Drittmittel werden immer wichtiger.

2011 warb ein Professor an einer deutschen Universität ohne Berücksichtigung der medizinischen Einrichtungen im Durchschnitt Drittmittel in Höhe von rund 232.000 Euro ein. Das ist eine Steigerung um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Insgesamt wurden von den Universitäten 5,9 Milliarden Euro an Drittmitteln eingeworben. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Peter Strohschneider, sieht diese Entwicklung skeptisch. Die DFG werde zunehmend in die Rolle des Grundfinanzierers von Universitäten gedrängt, dies sei jedoch nicht ihre Aufgabe.

[mst]

                  

Landwirtschaft Die Schweinepest könnte bald Deutschland erreichen.

Nach den ersten bestätigten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Polen und Litauen bewege sich der hochinfektiöse Erreger nach Westen. Das teilte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, auf der Insel Riems mit. Eine Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union könne daher nicht ausgeschlossen werden. Für Wild- und Hauschweine ist das Virus hochgefährlich, es kann direkt als auch indirekt übertragen werden. Bislang gibt es keinen Impfstoff. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich. Russland hat mittlerweile einen Importstopp für europäisches Schweinefleisch erlassen.

[mst]

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut, Agenturen

Umwelt Im Atomkraftwerk Brunsbüttel liegen rostige Atommüllfässer.

In einer Kaverne im stillgelegten AKW Brunsbüttel sind 18 rostige Fässer mit Atommüll entdeckt worden. Wie das Umweltministerium in Schleswig-Holstein bestätigte, bestehe keine Gefahr für die Umwelt. Die korrodierten Fässer seien bei Kamera-Inspektionen entdeckt worden. Die Atomaufsicht habe sich mit dem Betreiber Vattenfall darauf verständigt, für die betroffenen Fässer eine Bergungseinrichtung zu entwickeln. Diese soll es ermöglichen, die Fässer zu transportieren, ohne dass radioaktive Stoffe frei werden. In den mit Betonriegeln verschlossenen Kavernen im AKW Brunsbüttel lagern 631 Stahlfässer. In diesen werden Verdampferkonzentrate, Filterharze und Mischabfälle aus dem Betrieb des Reaktors gelagert.

[mst]

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