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01.02.2016

Atlantik Der führungslose Frachter vor Frankreichs Küste wird abgeschleppt

Das seit Tagen durch die Biskaya treibende Frachtschiff "Modern Express" ist vor der französischen Atlantikküste gestoppt worden. Das Schiff werde nach Westen aufs offene Meer geschleppt, teilte die französische Meerespräfektur für den Atlantik heute mit. Es bestehe aber weiterhin die Gefahr, dass die Schleppleine reiße.

Der Frachter war in Schieflage geraten und drohte, an der Küste aufzulaufen. Er sei heute nur noch 44 Kilometer von der Bucht von Arcachon bei Bordeaux entfernt gewesen, so die Behörde.

Das Schiff hat 300 Tonnen Treibstoff  sowie 3600 Tonnen Holz und Baumaschinen an Bord.

 

Französische Atlantik-Präfektur

Quelle: mawi, Französische Atlantik-Präfektur

ESA und Airbus Eine Relais-Station soll für einen schnellen Datentransport sorgen

Eine Proton-Rakete hat am Samstag den Telekommunikationssatelliten Eutelsat 9B ins All gebracht. Am Satelliten angedockt ist die rund 50 Kilogramm schwere Relaisstation EDRS-A.

Die Relaisstation soll mit Lasertechnik Daten von Satelliten oder Überwachungsflugzeugen einsammeln und zur Erde übertragen. Damit können Beobachtungsdaten viel schneller zu Nutzern in Europa.

Zwei weitere Datenrelaisstationen sollen bis 2020 gestartet werden.

Das Projekt der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Partnerschaft mit Airbus soll einen Engpass bei der Übermittlung von Daten aus dem All auflösen.

Quelle: mawi, dpa, esa

Biologie Hochleistungsameisen können Ökosysteme dominieren

Wissenschaftler der Universität Mainz haben in tropischen Regenwäldern im südamerikanischen Französisch-Guayana und im südostasiatischen Borneo die Bedeutung von Ameisenarten in Ökosystemen untersucht. Beim Verbrauch von Nahrungsressourcen dominierten oft nur wenige Ameisenarten – oder gar eine einzige. Dies könne ein Ökosystem anfällig machen.

Auf den Versuchsflächen in Borneo war die aktivste Ameisenart alleine für mehr als die Hälfte des gesamten Nahrungsverbrauchs verantwortlich.

Ein Rückgang oder gar ein Verschwinden einer solchen Art lasse sich durch  andere Arten kaum kompensieren, berichten die Forscher im Fachblatt "Ecology".

Ein weiterer Befund: Wenn tagsüber und nachts verschiedene Ameisen-Arten aktiv waren, erhöhte sich die Stabilität des Ökosystems.

 

Quelle: mawi, Ecology

Rechenzentren Microsoft will Daten-Wolken im Meer versenken

Der Software-Konzern Microsoft will Rechenzentren auf dem Meeresgrund oder knapp unterhalb der Wasseroberfläche errichten. Neue Speicherkapazitäten ließen sich ohne die an Land üblichen Platzprobleme schnell bereitstellen, hieß es zur Begründung.

Zum anderen würden sich solche Module wegen der niedrigen Umgebungstemperatur und der guten Wärmeleitung von Wasser sehr effizient kühlen lassen, so eine Forschergruppe des Konzerns. Die zum Betrieb benötigte Energie lasse sich mit Hilfe von Turbinen aus Meeresströmungen oder der Gezeitenbewegung gewinnen.

Bei ersten Tests mit einem Prototyp ging es auch um mögliche Auswirkungen auf die Unterwasserwelt. Die Erwärmung der Umgebung sei minimal gewesen, berichten die Forscher. Zudem arbeite das Modul praktisch geräuschlos.

Quelle:

http://www.projectnatick.com/

http://www.nytimes.com

http://www.heise.de

Quelle: mawi/ Michael Gessat

Biologie Britische Forscher dürfen menschliche Embryonen gezielt verändern...

... allerdings nur zu Forschungszwecken. Die zuständige Behörde, die Human Fertilisation and Embryology Authority gab heute Forschern am Londoner Francis Crick Institute grünes Licht, Embryonen mit Hilfe der CRISPR/cas Technik gezielt genetisch zu verändern.

Die Embryonen dürfen ausschließlich für die Forschung verwendet werden. Sie dürfen nicht einer Frau eingesetzt werden.

Die Wissenschaftler des Crick Institutes wollen erforschen, was in den ersten sieben Tagen nach der Befruchtung einer Eizelle geschieht. Sie erhoffen sich ein besseres Verständnis für die Ursachen von Fehlgeburten.

Die Embryonen sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen.

Im April 2015 hatten chinesische Forscher erstmals menschliche Embryonen mit der CRISPR/cas-Technik verändert. Sie wollten Defekte an dem Gen korrigieren, das Ursache ist für die Entstehung einer Sichelzell-Anämie.

Genetische Veränderungen an Embryonen sind umstritten und in vielen Ländern nicht erlaubt. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz solche  Manipulationen.

Quelle: mawi, Agenturen, Nature

29.01.2016

Biologie Eine gute Tarnung hilft wirklich vor dem Gefressen werden

Was lange vermutet wurde und im Freiland nur sehr schwierig nachzuweisen ist, scheint nun belegt zu sein.

Forscher haben die Tarnung von bodenbrütenden Vogelarten in Zambia untersucht. Mit Hilfe von Digitalkameras und Computermodellen, die das Sehvermögen der Feinde der Vögel abbilden, konnten sie erstmals zeigen, dass der Grad der Tarnung direkt mit der Überlebenschance der Vögel zusammenhängt.

Das gelte sowohl für den Nachwuchs in den Eiern am Boden, als auch für die brütenden Vögel auf den Nestern, wie die Wissenschaftler in den Scientific Reports berichten. [JSt]

Quelle: Eurekalert

Biologie Menschen sind mit Schuld am Aussterben der Donnervögel

Davon gehen US-Forscher aus, nachdem sie Eierschalenreste der zu den Donnervögeln gehörenden Art Genyornis newtoni untersucht hatten.

Die Schalen stammten aus über 200 Fundstellen in Australien und wurden auf ein Alter zwischen 54.000 und 44.000 Jahren datiert, als Menschen Australien bereits besiedelt hatten.

Zersetzungsprozesse in den Eierschalen belegten, so die Wissenschaftler, dass die Schalen einer großen Hitze ausgesetzt waren – aber nur manche Teile davon. Damit scheide ein Buschfeuer als Ursache aus. Wahrscheinlicher sei, dass Menschen die Eier erhitzten und die Schalen ungleichmäßig anbrannten.

Genyornis newtoni war etwa zwei Meter groß und flugunfähig. Vor etwa 40.000 Jahren starb die Art aus. [JSt]       

Quelle: Eurekalert, dpa

Biologie Fledermäuse müssen ihr eigenes Echo hören können...

...wenn sie bei der Jagd nach Insekten erfolgreich sein wollen.

Viele Fledermausarten sind bei der nächtlichen Futtersuche in Gruppen unterwegs. Die Tiere stoßen Rufe im Ultraschallbereich aus, die von möglichen Beutetieren wie Insekten als Echo zurückgeworfen werden.

Israelische Forscher haben nun untersucht, wie Fledermäuse in diesem Ruf-Wirrwarr ihren eigenen Ruf samt Echo wahrnehmen können. Die Wissenschaftler stellten eine nächtliche Jagdszene nach, indem sie  Weißrandfledermäuse mit einer Flut aus Fledermausrufen beschallten.

Die Fledermäuse stießen daraufhin lautere Rufe aus, die sie zudem öfters wiederholten. Auch riefen sie im Stimmendurcheinander länger, wie die Wissenschaftler in den Proceedings B der Britischen Royal Society schreiben. [JSt]                

Quelle: Eurekalert, ProceedingsB

GPS-Messgeräte In Japan gehen stille Beben schweren Erdbeben voraus

Japanische und amerikanische Forscher haben über 6.100 Erdbeben der Stärke 2,5 und größer ausgewertet, die in den Jahren 1984 bis 2011 vor und in Japan aufgetreten sind.

Dabei sind ihnen sogenannte stille Beben aufgefallen, die in Gruppen regelmäßig widerkehren. Bei stillen Beben gleiten zwei tektonische Platten aneinander entlang oder untereinander, allerdings sehr langsam, so dass es zu keinen seismischen Erschütterungen kommt.

Ihr Auftreten konnte von GPS-Messgeräten in Japan festgehalten werden. Dass es stille Beben gibt, war bekannt. Die Wissenschaftler konnten nun aber nachweisen, dass sie in Japan etwa alle drei Jahre, also regelmäßig auftreten, und zwar auch vor starken Erdbeben.

Stille Beben könnten künftig einmal helfen, starke Beben vorherzusagen, wie die Forscher in Science schreiben. [JSt]

Quelle: Nature News, Science

Wissenschaftshistoriker Bereits vor über 2000 Jahren nutzten Astronomen die Geometrie...

... um den Lauf von Planeten zu bestimmen.

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftshistoriker der Berliner Humboldt-Universität im Fachblatt Science. Sie hatten die Keilschrift auf fünf Tontafeln ausgewertet, die im einstigen Babylon, im heutigen Irak, gefunden worden waren. Sie stammen aus der Zeit zwischen 350 und 50 vor Christus.

Auf ihnen werde die Bahn des Jupiters beschrieben und näherungsweise berechnet, und zwar als Fläche einer Figur. Die Tafeln enthalten keine Zeichnungen, aus den Texten gehe aber hervor, dass die Figur, deren Fläche die babylonischen Astronomen berechnet hatten, ein Trapez ist, so die Wissenschaftler.

Bislang ging man davon aus, dass Astronomen solche geometrischen Herleitungen erst im 14. Jahrhundert durchgeführt haben. [JSt]

 

Quelle: idw, dpa

28.01.2016

Pharmastudie Schwere Nebenwirkungen wären vermeidbar gewesen

Die französische Arzneimittelbehörde hat einen ersten Zwischenbericht zu einer klinischen Pharmastudie veröffentlicht, die vor zwei Wochen vorzeitig beendet wurde. Denn bei den Versuchen war ein Proband ums Leben gekommen, nachdem er den Wirkstoff eingenommen hatte. Der Bericht kritisiert, dass die Studie nicht sofort abgebrochen wurde, nachdem der erste Proband schwere Symptome gezeigt hatte. Vielmehr hätten fünf weitere Patienten am Folgetag  ebenfalls eine Dosis des potentiellen Arzneimittels erhalten. Drei von ihnen entwickelten daraufhin schwere Nebenwirkungen.  Ein ähnlicher Fall hatte vor zehn Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatten die Probanden einer klinischen Studie in London den Wirkstoff gleichzeitig eingenommen und daraufhin  schwere Nebenwirkungen entwickelt. [Reu]

 

Quelle: Deutsche Apotheker-Zeitung

Chemie Ein gereinigter Katalysator funktioniert besser

Forscher aus Berlin und Darmstadt haben einen preiswerten und hochwirksamen Katalysator für Brennstoffzellen hergestellt. Er sei geeignet, das teure Platinmetall zu ersetzten, das heutzutage üblicherweise verwendet wird. Er besteht aus vielen kleinen Komplexen aus Eisen- und Stickstoffatomen. Sie sind in Schichten aus Graphen, also Kohlenstoff, eingelagert.  Dieser Katalysatortyp ist bereits seit einigen Jahren bekannt. Den Forschern ist es jedoch gelungen, das Material von Verunreinigungen zu befreien. Dadurch steigt die Aktivität des Reaktionsbeschleunigers stark an. Die katalytische Wirkung der Komplexe reicht durch diese Behandlung an die von Platin heran, schreiben die Wissenschaftler im Journal of the American Chemical Society. [Reu]

doi: 10.1021/jacs.5b11015

 

Quelle: idw, JACS

Virus Zika versetzt die WHO in Alarmbereitschaft

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will am kommenden Montag entscheiden, ob ein weltweiter Gesundheitsnotstand ausgerufen werden muss, weil sich das Zika-Virus in Lateinamerika immer weiter ausbreitet. Die Experten der Organisation seien extrem alarmiert, teilte die WHO heute in Genf mit. In manchen Gegenden verbreite sich der Erreger nahezu explosionsartig. Allein in Brasilien gebe es möglicherweise 1,5 Millionen Zika-Fälle.  Zugleich warnte die UN-Organisation vor Panik. Die Epidemie sei nicht mit Ebola zu vergleichen. Das Virus werde von Mücken übertragen, die sich mit den üblichen Mitteln bekämpfen ließen.  Das Zika-Virus steht im Verdacht, schwere Schädel-Fehlbildungen  bei Ungeborenen zu verursachen, wenn die werdenden Mütter sich damit infizieren. Ansonsten ruft das Virus bloß Symptome hervor, wie sie typisch sind für eine Grippe-Erkrankung. [Reu]

 

Quelle: dpa, AFP

Medizin Eine genetische Studie beleuchtet die Ursachen von Schizophrenie

Wissenschaftler aus Boston haben entdeckt, dass eine bestimmte Genvariante das Risiko dafür erhöht, an Schizophrenie zu erkranken. Diese Erbanlage  erfüllt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, ist aber auch für das Trennen von Synapsen verantwortlich. Synapsen sind die Verbindungen zwischen Nervenzellen, an denen ein elektrischer Impuls über chemische Signale weiter geleitet wird. Im Fachjournal Nature argumentieren die Forscher, dass das fehlerhafte Kappen dieser Kontaktstellen gerade bei Heranwachsenden zum Entstehen der Krankheit beitragen könne.  Die Wissenschaftler hoffen, dass die Erkenntnisse  dabei helfen können, eine Therapie zu entwickeln. Bisher gibt es zwar Medikamente, die bei einer Schizophrenie verschrieben werden, aber sie schwächen bloß die Symptome und bekämpfen nicht die Ursache. [Reu]

doi:10.1038/nature16549

 

Quelle: Eurekalert, Nature

Medizin Forscher konnten einen Gendefekt in menschlichen Stammzellen reparieren

Forscher aus den USA konnten einen Gendefekt in menschlichen Stammzellen reparieren, der für eine bestimmte Form der Netzhaut-Degeneration verantwortlich ist. Sie hoffen, dass es dadurch möglich wird, über ein Million Menschen vor dem Erblinden zu retten. Die Wissenschaftler nutzten eine Methode des sogenannten Genome Editing, nämlich CRISPR/Cas9. Damit ist es ihnen gelungen, den fehlerhaften Buchstaben im genetischen Code durch den korrekten Baustein zu ersetzen. Das berichten die Wissenschaftler in den „Scientific Reports".  Die Stammzellen haben die Forscher aus der Haut von Patienten gewonnen. Die Zellen mit dem berichtigten Gen könnten in Retina-Zellen umgewandelt werden und ins Auge transplantiert werden. In der Netzhaut sollen sie dann erkranktes Gewebe ersetzen. [Reu]

DOI: 10.1038/srep19969

 

Quelle: Eurekalert, Scientific Reports

27.01.2016

Medizin Die Versorgung von Herz-Patienten wird immer besser.

1990 verstarben in Deutschland durchschnittlich knapp 325 Einwohner pro 100.000 an den häufigsten Herzkrankheiten. Diese Sterbeziffer ist bis 2013 um 17,2 Prozent zurückgegangen auf knapp 269. Diese Zahlen präsentierte heute der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Karl-Heinz Kuck bei der Vorstellung des Deutschen Herzbericht 2015 in Berlin. Während die Sterbeziffern bei den durch Minderdurchblutung bewirkten Herzkrankheiten, bei Herzschwäche und angeborenen Herzfehlern zurückgingen, verzeichneten die Experten bei Herzklappenkrankheiten und Herzrhythmusstörungen einen gegenläufigen Trend. 2013 verstarben in Deutschland 64,4 von 100.000 Einwohnern am akuten Herzinfarkt. Dies sein gegenüber 1990 ein Rückgang von rund 40 Prozent. [mst]

Quelle: DGK

Physik Informatiker planen ein GPS für den Mars.

Erkundungsroboter auf dem Roten Planeten sollten den eigenen Standort und den ihrer Begleiter möglichst exakt kennen. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) suchen daher nach Möglichkeiten, die bis zu 4.000 Kilometer langen, 600 Kilometer breiten und sieben Kilometer tiefen Marstäler zu erkunden. Dies könnte mit einem Schwarm von Drohnen, Rovern und Laufrobotern möglich sein. Forscher der Universität Würzburg entwickeln daher ein lokales Ortungs- und Landesystem. Dazu sollen zunächst zwei Objekte ihren Abstand messen, danach soll schrittweise die Zahl der Objekte erhöht werden. Es sei denkbar, dass in ein paar Jahren Quadrocopter durch einen fränkischen Steinbruch fliegen und dort eine Landung auf dem Mars simulieren, heißt es in einer Mitteilung der Universität Würzburg. Ob die Würzburger Software tatsächlich einmal auf dem Mars zum Einsatz kommen wird, ist noch nicht absehbar. [mst]

Quelle: idw-online

Medizin In China sterben immer mehr Menschen an Krebs.

Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachblatt CA: A Cancer Journal for Clinicians erscheint. Demnach sterben laut einer Berechnung von Medizinern des National Cancer Centers in Peking täglich rund 7.500 Menschen in China an Krebs. Hochgerechnet gibt es im Jahr damit 4,3 Millionen neue Krebsdiagnosen und 2,8 Millionen Krebstote. Die Forscher hatten Daten aus 72 Krebsregistern der Jahre 2009 bis 2011 ausgewertet. Demnach liegt die Sterblichkeit durch Krebserkrankungen bei Männern in China bei 166 auf 100.000 Einwohner - und ist damit rund doppelt so hoch wie bei Frauen. Die häufigsten Krebsformen in China bei Männern sind demnach Lungen-, Magen-, Speiseröhren-, Leber- und Darmkrebs, bei Frauen Brust-, Lungen-, Magen-, Darm- und Speiseröhrenkrebs. Rund ein Viertel aller tödlichen Krebserkrankungen in China geht auf das Rauchen zurück. [mst]

Quelle: CAAC (CA Caancer J Clin 2016;000:000-000)

Medizin Antibiotika können langfristig Schäden verursachen.

Bekommen Kinder vor ihrem zweiten Lebensjahr sogenannte Makrolid-Antibiotika verabreicht, verändern diese Medikamente die schützende Darmflora nachhaltig. Dadurch werde die gesundheitliche Entwicklung im Laufe des Lebens beeinträchtigt, schreiben Immunbiologen der Universität Helsinki im Fachblatt NATURE Communications. Patienten, die im frühen Kindesalter mit diesen leicht verträglichen Antibiotika behandelt wurden, litten später häufiger unter Asthma, zudem wiesen sie ein erhöhtes Risiko für Übergewicht auf im Gegensatz zu Patienten, denen als Kind diese Medikamente nicht verschrieben wurden. Daher solle die Notwendigkeit einer Antibiotikum-Gabe sehr genau geprüft werden, fordern die Wissenschaftler. [mst]

Quelle: Nature Communications (10.1038/ncomms10410)

Biologie Manche Erreger sind extreme Sexmuffel.

Das gilt vor allem für Trypanosoma bruceri gambiense, dem Erreger der Schlafkrankheit. Der Parasit kann sich geschlechtlich fortpflanzen oder ungeschlechtlich durch Klonen. Infektionsbiologen der Universität Glasgow haben herausgefunden, dass der Parasit seit mehreren tausend Jahren auf die Option der sexuellen Rekombination verzichtet hat, notieren die Wissenschaftler im Fachblatt eLife. Dadurch gibt es nur noch eine genetische Variante des Erregers. Im Laufe der Zeit wird der Parasit anfälliger für Mutationen. Diese Tendenz könnte langfristig zu seinem Verschwinden führen, da Fehler im Erbgut nicht mehr ausgeglichen werden können. An der Schlafkrankheit erkranken jedes Jahr in tropischen Gebieten mehrere Millionen Menschen; unbehandelt kann die Infektionskrankheit tödlich enden. [mst]

Quelle: eLife (10.7554/eLife.11473)

Biologie Teufelskärpflinge sind hart im Nehmen.

Vertreter von Cyprinodon diabolis gehören zur seltensten Fischart der Welt. Grund ist ihr Verbreitungsgebiet. Diese Tiere leben in der trockensten Wüste der Erde, dem Tal des Todes in Kalifornien. Nur dort, im sogenannten Devil's Hole, wurden Teufelskärpflinge nachgewiesen. Bislang war unklar, wie die maximal 150 Tiere in dem mehr als 30 Grad Celsius warmen Wasser seit langer Zeit isoliert überleben konnten und wie sie überhaupt dorthin gekommen sind. Biologen aus North Carolina berichten in den Proceedings B der britischen Royal Society von ihren genetischen Analysen. Demnach sind vor 10.000 Jahren die ersten Vertreter dieser Gattung nach Kalifornien gekommen, damals war das Tal überflutet. Vor 830 bis 105 Jahren wurde das Devil's Hole dann erstmals besiedelt. Da es keine durchgehende Verbindung zwischen den einzelnen Quellen gibt, müssen die Fische entweder bei Regenfällen oder durch den Transport von Vögeln dorthin gebracht worden sein. Trotz dieser recht kurzen Zeit habe es überraschend viele anatomische Veränderungen beziehungsweise Anpassungen an die neue Umwelt gegeben, so die Forscher. [mst]

Quelle: Proc R Soc B (doi: 10.1098/rspb.2015.2334)

26.01.2016

Reinigung  Ein Filter befreit Wasser effizient von Schwermetallen

Der Filter besteht aus Aktivkohle und Fasern aus Molkenproteinen - zwei Komponenten also, die günstig erhältlich sind. Saugt man Wasser mit einem Vakuum durch den Filter, bleiben Schwermetalle daran hängen.

Forscher der ETH Zürich haben den Filter entwickelt und im Magazin "Nature Nanotechnology" beschrieben. Er könnte dabei helfen, verschmutztes Wasser zu reinigen oder Edelmetalle in industriellen Prozessen zu recyceln.

Das Besondere an dem Filter ist, dass er universal funktioniert. Er nimmt eine Vielzahl von Schwermetallen wie Blei, Quecksilber, Gold und auch radioaktive Substanzen wie Uran auf.

Außerdem ist die Kapazität des Filters größer als bei bisherigen Lösungen. Man braucht zum Beispiel nur ein Kilo der Proteinfasern, um 90.000 Liter Wasser zu reinigen.

Bei Tests mit Quecksilberchlorid konnte der Filter die Konzentration im Wasser bei nur einem Durchlauf um mehr als 99 Prozent senken.

Bei Blei Versuchen mit Blei-Salzen war das Ergebnis sogar noch besser.

Quelle: hell, nature.com

Klimawandel Die Ausdehnung des Wassers in den Ozeanen wird unterschätzt

Zu dem Schluss kommen Forscher aus Deutschland im Fachmagazin "PNAS".

Die Meeresspeigel steigen nicht nur an, weil Eis schmilzt, sondern auch weil die Ozeane sich erwärmen und ihr Wasser sich ausdehnt. Bisher bezifferte man diesen Anstieg auf 0,7 bis maximal einen Millimeter pro Jahr.

Mit Satellitentaten zur Meereshöhe und zum Erdschwerefeld berechneten die Forscher nun andere Zahlen. Demnach steige der Meeresspiegel durch die Ausdehnung des Wassers um 1,4 Millimeter pro Jahr - also doppelt so stark wie bisher angenommen.  

Mit den Ergebnissen lassen sich die Folgen des Klimawandels besser abschätzen. 

Quelle: hell, pnas.org

Verbindung Ein Planet und ein Stern führen eine Fernbeziehung

Beide sind über 100 Lichtjahre von uns entfernt und beide sind seit acht Jahren bekannt. Bisher ging man aber davon aus, dass sich der Planet alleine durchs All bewegt; also keinen Stern hat, den er umkreist.

Doch jetzt haben Astronomen eine Verbindung zwischen dem vermeintlich einsamen Planeten und dem Stern hergestellt. Ihren Berechnungen zufolge umkreist der Planet den Stern in einer extrem weiten Umlaufbahn. Die Distanz zwischen den beiden beträgt eine Billion Kilometer.

Damit ist der Planet knapp 7.000 Mal weiter von seinem Zentralgestirn entfernt als unsere Erde von der Sonne. Für eine Umrundung benötigt er etwa 900.000 Jahre, schreiben die Forscher in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society".

Es handelt sich um das am weitesten voneinander entfernte bisher bekannte Paar aus Stern und Planet. 

Quelle: hell, ras.org.uk

Astronomie Forscher haben das bisher schärfste Bild geschossen

Dazu kombinierten sie die Daten von 15 Radioteleskopen auf der Erde und einem 10 Meter großen Weltraumteleskop. So erhielten sie ein virtuelles Radioteleskop von achtfachem Erddurchmesser.

Sie beobachteten damit die aktive Galaxie BL Lac. In ihrem Zentrum befindet sich ein massereiches schwarzes Loch, das zwei Jets aus Teilchen in entgegengesetzte Richtungen hinausschießt.

Mit den Beobachtungen konnten die Forscher unter anderem ein Modell für die Kernregionen aktiver Galaxien bestätigen. Es besagt, dass die Rotation des zentralen schwarzen Lochs Magnetfelder spiralförmig verbiegt. Das sei bei der beobachteten Galaxie der Fall gewesen, notieren die Wissenschaftler im "Astophysical Journal"

Quelle: hell, iopscience.iop.org

Stickstoff-Emissionen  Wissenschaftler errechnen globale "Stickstoff-Fußabdrücke"

Stickstoff ist in Form von Stickoxiden oder Ammoniak umweltschädlich und gesundheitsgefährdend. Diese Verbindungen entstehen bei der Landwirtschaft oder bei der Nutzung fossiler Brennstoffe.

Ein internationales Forscherteam hat nun systematisch untersucht, was die Stickstoff-Emissionen genau verursacht.

Die Wissenschaftler kommen im Fachblatt "Nature Geoscience"zu dem Ergebnis, dass der Konsum in China, Indien und den Vereinigten Staaten für gut die Hälfte der weltweiten Stickstoff-Emissionen verantwortlich ist.

Das heißt nicht, dass die Emissionen tatsächlich in dem Land stattfinden, in dem sie verursacht werden. Länder wie Japan, Deutschland und das Vereinigte Königreich etwa verursachen in anderen Staaten einen genau so großen Stickstoffausstoß wie bei sich selbst. Der Grund dafür sind Waren, die im Ausland für diese Staaten produziert werden. 

Quelle: hell, nature.com

Itkillik River  Ein Fluss in Alaska erodiert sein Ufer im Rekordtempo

Ein internationales Forscherteam hat das Ufer des Itkillik River in Alaska unter die Lupe genommen. Der Boden an der beobachteten Stelle besteht zu 80 Prozent aus Eis und zu 20 Prozent aus gefrorenen Sedimenten. In der Vergangenheit hat dieses bis zu 40 Meter tiefe Eis die Ufer des Flusses stabilisiert.

Dieser Stabilitätsmechanismus kann aber versagen, wenn zwei Faktoren zusammenkommen: Zum einen muss der Fluss lange Zeit fließendes Wasser führen und zum anderen muss die Uferlinie direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein.

Dadurch schmilzt das Eis und der Fluss kann den Boden abtragen. An einer Stelle konnten die Forscher beobachten, wie sich der Fluss pro Jahr knapp 20 Meter in den Boden fraß, berichten sie im Magazin "Geomorphology". Ein Rekord.

Solches Wissen kann bei der Planung von Siedlungen und Brücken hilfreich sein. 

Quelle: hell, sciencedirect.com

Forschung Alzheimertypische Hirnablagerungen möglicherweise übertragbar

Die Wissenschaftler untersuchten die Gehirne von sieben relativ jungen Patienten, die an der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung verstorben waren.

Die Verstorbenen hatten Jahre zuvor eine Hirnhaut-Transplantation erhalten und sich so angesteckt. Die Methode wurde wegen dieses Risikos bereits vor Jahren eingeschränkt.

Wie sich nun herausstellte, übertrug die Hirnhaut auch Alzheimertypische Hirnablagerungen auf die Empfänger, notieren die Forscher im Fachblatt "Swiss Medical Weekly".

Die Studie legt nahe, dass Merkmale von Alzheimer übertragbar sein können. 

Quelle: hell, mediadesk.uzh.ch

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