Seit 23:05 Uhr Das war der Tag

Sonntag, 20.10.2019
 
Seit 23:05 Uhr Das war der Tag
10.02.2016

Biologie Cyanobakterien nehmen Licht wahr

Cyanobakterien formen sich zu einer Linse und können damit Licht wahrnehmen. Das haben Biologen der Universität Freiburg herausgefunden und berichten darüber im Fachblatt "eLife". Zuvor war unklar, ob und wie die urtümlichen Bakterien überhaupt Helligkeit wahrnehmen können.

Nun beobachteten die Forscher, dass sich Cyanobakterien gezielt einer Lichtquelle nähern. Demnach benutzen die runden Einzeller ihre äußere Hülle als eine Art Linse, die das Licht auf der gegenüberliegenden Zellenseite bündelt.

Von diesem Brennpunkt bewegen sich die Bakterien dann weg und somit präzise auf die Lichtquelle zu. [mst]

 

Quelle: eLife (10.7554/eLife.12620)/idw

Erderwärmung Sonne und Kohlendioxid bedrohen Planeten gleichermaßen

Wissenschaftler des "Max-Planck-Instituts für Meteorologie" haben die langfristige Bewohnbarkeit der Erde untersucht. Dazu entwickelten sie ein dreidimensionales Atmosphärenmodell, welches sie im Fachblatt "Nature Communications" vorstellen.Demnach bedroht ein durch Kohlendioxid verursachter Strahlungsantrieb die Bewohnbarkeit erdähnlicher Planeten wie eine vergleichbare Erhöhung der solaren Einstrahlung.

Die Daten legen nahe, dass der derzeitige Zustand der Erde in mehreren zehn bis einigen hunderten Millionen Jahren in einem Klimaübergang enden wird, der ein neues stabiles Klima mit global gemittelten Bodentemperaturen über 60 Grad Celsius bringt.

Das neue Klima ist gegenüber weiteren Strahlungsantrieben stabil, was nahelegt, dass ein Planet dieses Klima für eine sehr lange Zeit beibehalten kann.

Der Planet würde über einen Zeitraum von hunderten Millionen bis zu einigen Milliarden Jahren unbewohnbar bleiben, so die Forscher. [mst]

Quelle: Nature Communications 7, 10627 (2016); doi:10.1038/ncomms10627

Reaktorforschung Auch Chinas Fusionsreaktor stellt Plasma her

Damit sei das Plasma fast drei Mal so heiß gewesen wie das Innere der Sonne.

Bei dem Experiment kam ein ringförmiger Reaktor zum Einsatz, um Wasserstoff auf extreme Temperaturen zu erhitzen. Mittels Magnetfelder wurde das Plasma von den Reaktorwänden ferngehalten – genau wie in Greifswald.

Strom wurde bei dem Versuch noch nicht gewonnen. [mst]

Quelle: South China Morning Post, 5. Feb 2016

Medizin In Deutschland gibt es immer mehr Zwillinge

Die Zahl der Zwillingsgeburten hat sich in den reichen Ländern seit 1975 nahezu verdoppelt. Das notieren Wissenschaftler des französischen Forschungsinstitut Ined im Fachblatt "Population and Development Review". So stieg in Deutschland die Zahl von 9,2 pro tausend Geburten im Jahr 1975 auf 17,4 im Jahr 2011.

Die Studienautoren führen den Anstieg auf den zunehmenden Einsatz von künstlicher Befruchtung seit den 1970er Jahren zurück. Dabei steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es mehrere Föten bei einer Schwangerschaft gibt.

Ebenso stieg die Zahl der Zwillingsgeburten in den USA von 9,5 auf 16,9, in Großbritannien von 9,9 auf 16,1, in Frankreich von 9,3 auf 17,4, in Dänemark von 9,6 auf 21,2 und in Südkorea von 5,0 auf 14,6.

Zwillingsgeburten sind ein Risiko für die Mütter, zudem werden diese Zwillinge häufiger verfrüht geboren, haben meist ein geringeres Geburtsgewicht und sterben eher in der Kindheit. [mst]

Quelle: Pison et al., Population and Development Review: 41, 629-649.

Klimaforschung In Australien gibt es immer mehr große Buschfeuer

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Frequenz der Brände in Australien um 40 Prozent erhöht. Das berichten Wissenschaftler der staatlichen Forschungsorganisation CSIRO.

Um herauszufinden, ob und wie die wiederkehrenden Feuer mit dem Klimawandel zusammenhängen, haben die Forscher ein lernfähiges Analyseprogramm entwickelt, schreiben sie im britischen Fachblatt "Royal Society Open Science".

Darin flossen Daten zu Bränden und Klimadaten der vergangenen acht Jahre ein.

Die Studienautoren wollen mithilfe dieser Daten präzise Vorhersagemodelle für das Auftreten der Buschfeuer erstellen.

Demnach schaffte es das Programm bei ersten Tests, aus den Klimadaten Hot-Spots drohender Buschfeuer mit einer Genauigkeit von 91 Prozent zu prognostizieren. [mst]

Quelle: R Soc open sci (10.1098/rsos.150241)

Erdbeben In Chile bebte die Erde

Gestern Abend hat ein Erdbeben der Stärke 6,3 den Norden Chiles erschüttert. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) lag das Zentrum des Bebens knapp 330 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Santiago de Chile in einer Tiefe von 31,5 Kilometern. Berichte über größere Schäden oder Opfer gibt es bisher nicht.

Chile liegt am pazifischen Feuerring, diese Region gilt als besonders erdbebengefährdet. Grund ist eine Kette von Vulkanen und seismologisch aktiven Gebieten, die den pazifischen Ozean umgeben.

Das letzte starke Erdbeben in Chile ereignete sich 2010 und hatte eine Stärke von 8,8. Dabei kam es zu einem Tsunami. Bei der Katastrophe starben mehr als 500 Menschen. [mst]

Quelle: United States Geological Survey

Schlafforschung Blitze sollen Jetlag verhindern

Mediziner der Universität von Standford stellen im "Journal of Clinical Investigation" eine Methode vor, mit der sie präventiv einen Jetlag verhindern können. Dies gelang, indem sie bei Probanden die innere Uhr im Vorhinein auf den neuen Rhythmus eichten. Dazu hatten sie die Studienteilnehmer in der Nacht vor dem Flug nach dem Einschlafen je eine Stunde lang entweder einem hellen Dauerlicht ausgesetzt oder einem Wechsel von zwei Millisekunden langen Blitzen und zehn Sekunden Dunkelheit. Am folgenden Tag ermittelten die Forscher, wann die abendliche Müdigkeit bei den Probanden einsetzte.

Die Teilnehmer, die den Blitzen ausgesetzt waren, wurden zwei Stunden später müde als an den Tagen zuvor. Auch der Spiegel des Schlafhormons Melatonin stieg bei ihnen später und langsamer an.

Obwohl sie das Flackerlicht nicht bemerkt hatten und ungestört weiterschliefen, hatten die Blitze den Tag-Nacht-Rhythmus verändert.

Mithilfe dieser Methode könnte nicht nur Menschen geholfen werden, die unter Jetlag leiden, sondern auch jenen, die in Wechselschichten arbeiten, hoffen die Forscher. [mst]

Quelle: The Journal of Clinical Investigation (10.1172/JCI82306)

09.02.2016

Biologie Blutsauger geben genetische Geheimnisse preis

Zecken ernähren sich parasitisch, indem sie das Blut ihrer Wirte saugen. Dabei übertragen sie Krankheitserreger – bei Menschen besonders oft Bakterien, die Lyme-Borreliose auslösen. Ein großes, internationales Forscherteam hat nun das Genom der in den USA verbreiteten, Borreliose-übertragenden Hirschzecke entschlüsselt und stellt es in "Nature Communications" vor. Die Erbgut-Daten geben Einblicke, welche Proteine an der Übertragung verschiedener Krankheitserreger beteiligt sind. In Zukunft könnten Forscher dieses Wissen nutzen, um Gegenmittel zu entwickeln. Zecken übertragen eine größere Vielfalt an Erregern als alle anderen blutsaugenden Gliederfüßer. Durch die so ausgelösten Krankheiten sterben jedes Jahr tausende Menschen und Tiere. [lp]

Klima In 10.000 Jahren könnte der Meeresspiegel 50 Meter höher liegen

Diese Prognose wagen Forscher in "Nature Climate Change". Verantwortlich sei der menschengemachte Klimawandel, der vor allem die Eismassen in Grönland und der Antarktis schmelzen ließe. Selbst wenn Klimaschutz-Maßnahmen in diesem Jahrhundert greifen, sei die Wirkung des bereits entlassenen Treibhausgases CO2 noch Jahrtausende lang zu spüren, warnen die Forscher. Für ihre Vorhersagen modellierten sie Szenarien, in denen sie die voraussichtlichen CO2-Emissionen bis 2300 variierten. Zusätzlich flossen Daten zum Zusammenspiel von CO2-Konzentration, Meeresspiegel und Temperatur aus den vergangenen 20.000 Jahren ein. Je nach Szenario steigt der Meeresspiegel in den kommenden 10.000 Jahren dabei um gut 20 bis 50 Meter an. Länder wie Bangladesh und die Niederlande würden dann großflächig überflutet. [lp]

Quelle: Nature

Zoologie  Haie haben 2015 so oft attackiert wie nie zuvor

Nach einem Bericht der Universität Florida kam es im vergangenen Jahr zu knapp 100 unprovozierten Angriffen auf Menschen. Sechs davon endeten tödlich. Die meisten Fälle wurden in den USA, Australien und Südafrika verzeichnet. Allein 30 Angriffe gab es im US-Bundesstaat Florida. Die Forscher machen vor allem das weltweite Bevölkerungswachstum und die zunehmende Begeisterung für Wassersport für die steigende Zahl der Zwischenfälle verantwortlich. Surfer wurden besonders oft attackiert. Insgesamt seien fatale Hai-Angriffe erstaunlich selten, schreiben die Forscher. 2015 starben zum Beispiel mehr Menschen durch Spinnenbisse oder Blitze. In Zukunft könnten Angriffe durch die Erwärmung der Meere allerdings weiter zunehmen, weil sich dadurch die Badesaison verlängert. Der bisherige Rekordwert für Hai-Angriffe stammt aus dem Jahr 2000 und lag bei 88. Damals starben elf Menschen durch die Attacken. [lp]

Psychologie Schlafentzug lässt Menschen falsche Geständnisse ablegen

Darauf weist eine Studie im Fachmagazin "PNAS" hin. US-Psychologen hatten knapp 90 Studenten Aufgaben am Computer gegeben. Dabei wurden jene mehrfach gewarnt, dass das Drücken der "Escape"-Taste zu Datenverlust führe. Danach durfte die eine Hälfte im Labor schlafen, die andere blieb wach. Am Morgen sollten alle ein Formular unterschreiben, das fälschlich behauptete, sie hätten die Taste gedrückt. Die Hälfte der unausgeschlafenen Studenten unterschrieb – während es bei den ausgeschlafenen nur 18 Prozent waren. Die Psychologen warnen vor Falschaussagen, die bei Verhören durch Schlafmangel entstehen könnten. Schätzungen zufolge beruht bis zu ein Viertel der fehlerhaften Verurteilungen in den USA auf falschen Geständnissen. [lp]

Quelle: PNAS

Biologie Forscher begeben sich auf neuronale Spur des Seufzens

Menschen seufzen spontan etwa zehn Mal pro Stunde, Nagetiere sogar dutzende Male. Biologen aus Kanada und den USA haben nun offenbar den Schaltkreis im Gehirn entdeckt, der den tiefen, langen Atmern zu Grunde liegt. Das Fachmagazin "Nature" präsentiert die Studie online. In Laborexperimenten mit Ratten identifizierten die Forscher zwei parallele Bahnen aus einigen Hundert Nervenzellen im Atemzentrum. Blockierten sie in diesem Bereich bestimmte Botenstoffe, seufzten die Tiere weniger oder gar nicht mehr. Andere Aspekte des Atmens wurden dabei nicht beeinflusst. Spontanes Seufzen dient vermutlich dazu, regelmäßig auch die kleinen Luftbläschen der Lunge zu füllen. Beim Menschen wird Seufzen außerdem mit Erschöpfung oder Erleichterung in Verbindung gebracht. Künftige Studien sollen nun mehr darüber verraten, welche körperlichen und emotionalen Ursachen normales Atmen in Seufzen verwandeln. [lp]

Quelle: Nature

Robotik Roboter-Kakerlaken könnten als Katastrophenhelfer dienen

Und zwar um nach Überlebenden in Schutthaufen zu suchen, schreiben Biologen im Fachmagazin "PNAS". Entscheidendes Vorbild für die Technik ist dabei das Exo-Skelett der Insekten: einzelne starre, aber gegeneinander bewegliche Platten. So eine Konstruktion ermögliche es, auch durch kleinste Öffnungen zu gelangen.

In Experimenten mit einem Hindernis-Parcour zeigte sich: Kakerlaken können in Sekundenbruchteilen durch winzige Spalten schlüpfen, indem sie ihr Exo-Skelett auf die halbe Größe zusammenpressen. Auch zusammengedrückt in engen Passagen bewegten sich die Tiere erstaunlich schnell fort. Außerdem überlebten sie unverletzt Kräfte, die das 900-Fache ihres Gewichts betrugen.

Inspiriert von ihren Experimenten, konstruierten die Forscher den Prototyp eines Handteller-großen Roboters, der sich auf halbe Größe komprimieren lässt und eine reibungsarme Oberfläche aufweist. [lp]

Quelle: PNAS

08.02.2016

Sprache Forscher kartieren die Schweizerdeutschen Dialekte neu

Wissenschaftler der Universitäten Cambridge, Bern und Zürich haben eine Smartphone-App entwickelt, um die Verbreitung von schweizerdeutschen Dialekten neu zu kartieren. Bei dem Crowdsource-Projekt sollen möglichst viele Schweizerdeutsche 16 Fragen beantworten und Sprechproben zur Verfügung stellen. Inzwischen hätten etwa 90.000 Nutzer die App heruntergeladen, berichten die Forscher im Online-Fachblatt PLOS One.

Die Verbreitung der Schweizerdeutschen Dialekte war zuletzt vor etwa 70 Jahren umfassend dokumentiert worden. 

Quelle: mawi, eurekalert.org

Astronomie Junge Sterne sind besonders hungrig

Junge Sterne sammeln ihre Masse nicht stetig über einen gewissen Zeitraum an, sie tun dies in kurzer Zeit. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift "Science Advances". Die Astronomen hatten mit dem Subaru 8,2-Meter Teleskop auf Mauna Kea in Hawaii den jungen Stern FU Orionis im Sternbild Orion beobachtet.

Sterne entstehen innerhalb einer rotierenden Wolke aus interstellarem Gas und Staub. Bevor eine solche Wolke den Stern erreicht, sammelt sich ein Großteil ihres Materials in einer zirkumstellaren Scheibe rund um den Stern. Wenn der Stern die dichten Gasklumpen aufnimmt, kommt es zu einem sprunghaften Anstieg seiner Leuchtkraft. Bei FU Orionis sei die Leuchtkraft über einen Zeitraum von nur einem Jahr um das 250-fache angestiegen, berichten die Forscher.

Ähnlich ist auch unsere Sonne entstanden. Die großen Planeten unseres Sonnensystems dürften glückliche Überlebende sein.

Quelle: mawi, Science Advances

Karolinska-Institut Der Generalsekretär der schwedischen Nobelversammlung ist zurückgetreten

Der Forschungsskandal um den umstrittenen Chirurgen Paolo Macchiarini am schwedischen Karolinska-Institut hat jetzt zum Rücktritt des Generalsekretärs der schwedischen Nobelversammlung, Urban Lendahl, geführt. Die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts vergibt alljährlich den Nobelpreis für Medizin.

Lendahl gehörte dem Forscherteam an, das Macchiarini 2010 ans Karolinska-Institut rekrutiert hatte. Der Chirurg hatte dort zwischen 2011 und 2012 mehreren Patienten Luftröhren aus Kunststoff implantiert und diese Operationen später auch in Russland durchgeführt. Sechs der insgesamt acht operierten Menschen starben. Später war bekannt geworden, dass der Chirurg Forschungsergebnisse gefälscht und Patienten über die Risiken der Methode falsch informiert hatte.

Gegen Macchiarini läuft mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Namhafte schwedische Forscher, darunter auch der Nobelpreisträger Arvid Carlsson forderten bereits den Rücktritt des gesamten Vorstands des Karolinska-Instituts. Dieser hatte Macchiarini von den Vorwürfen freigesprochen, obwohl er über den Forschungsbetrug und die Todesfälle informiert war.    

Quelle: Christine Westerhaus

Nachweis von Gravitationswelle Die Gerüchte verdichten sich

Seit Wochen kursieren Gerüchte, eine Arbeitsgruppe vom Ligo-Detektor, dem Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium in den USA, werde am 11. Februar auf einer Pressekonferenz bekanntgeben, dass erstmals der Nachweis von Gravitationswellen gelungen ist. Das Wissenschaftsmagazin "Science" schmückt in seiner Online-Ausgabe die Gerüchte mit weiteren Details aus: Die Ligo-Forscher hätten angeblich die Verschmelzung von zwei Schwarzen Löchern mitverfolgt, das eine mit einer Masse von 29 Sonnen, das andere mit 36 Sonnenmassen.

Albert Einstein hat in seiner Relativitätstheorie die Existenz von Gravitationswellen vorausgesagt. Trotz jahrzehntelanger intensiver Suche steht der erste direkte Nachweis aber noch aus. Das könnte sich schon bald ändern. Bislang aber ist noch nicht einmal bestätigt, dass am Donnerstag tatsächlich eine Pressekonferenz stattfinden wird.

Quelle: mawi, Science online

05.02.2016

Biologie/Chemie Wissenschaftler haben die Gitterstruktur von Diamanten nachgebaut...

... und zwar mit Hilfe von DNA und Gold-Nanopartikeln. Den Forschern ist es gelungen, aus unterschiedlich langen DNA-Strängen Tetraeder-förmige Gerüststrukturen zu konstruieren. In einer Flüssigkeit sind diese in der Lage, Gold-Nanopartikel an sich zu binden. So entstand eine Gitterstruktur, ähnlich der in einem Diamanten, aber in 100 Mal größerem Maßstab. Das Besondere: Die Gold-Nanopartikel ordneten sich im DNA-Gerüst von alleine an – durch Selbstorganisation. Die Forscher hätten das wegen der Vielzahl der Nanopartikel nicht von Hand bewerkstelligen können. Die neue Entwicklung könnte eines Tages für optische Materialien zum Einsatz kommen, die ihre Farbe ändern können oder bei Werkstoffen, die sehr leicht, aber auch sehr robust sein sollen. Die Studie ist in "Science" erschienen. [jst]

Biologie Geschädigte Stammzellen führen zu Haarausfall

Ein internationales Forscherteam hat den Haarausfall bei Mäusen untersucht. Sie stellten fest, dass das Erbgut der Stammzellen, die für die Bildung neuer Haare verantwortlich sind, mit zunehmendem Alter der Mäuse Schaden nimmt. Die DNA-Schäden führen dazu, dass ein Protein mit Namen Collagen 17A1 in den Stammzellen zerstört wird. In Folge dessen wandeln sie sich zu Hautzellen um, die keine Haare produzieren können. Dann schauten sich die Wissenschaftler die Haarfollikel, in denen die Haare wachsen, bei Frauen zwischen 22 und 70 Jahren an. Sie fanden bei den über 55-Jährigen eine geringere Konzentration von Collagen 17A1. Wie die Forscher in "Science" berichten, könnte das Collagen ein möglicher Ansatzpunkt sein, um dem Haarausfall entgegen zu wirken. [jst]

 

Zoologie Forscher haben 14 neue Vogelspinnen-Arten in den USA entdeckt

Amerikanische Biologen durchkämmten über zehn Jahre lang das Gebiet von zwölf Bundesstaaten im Südwesten der USA. Sie untersuchten den Körperbau, das Verhalten und das Erbgut von 3.000 Vogelspinnen. Bislang ging man davon aus, dass mehr als 50 Vogelspinnen-Arten in den USA beheimatet sind. Wie die Biologen nun im Fachblatt "ZooKeys" schreiben, seien es aber nur 29 Arten, 14 davon haben die Forscher sogar erstmals entdeckt. Die Größe der Spinnen reiche von 2 bis 15 Zentimeter, manche Arten kommen nur an einem einzigen Ort vor und sind deshalb in ihrem Bestand bedroht. Eine neue Spezies benannten die Forscher nach dem Sänger Johnny Cash. Sie wurde in der Nähe des Gefängnisses von Folsom gefunden, welches durch Cashs Lied "Folsom Prison Blues" berühmt wurde. [jst]

Paläoanthropologie Die ersten anatomisch modernen Menschen kamen vor 50.000 Jahren nach Europa...

... und zwar aus Afrika. Dass die Ausbreitung des modernen Menschen von Afrika aus in die ganze Welt erfolgte, scheint gesichert. Wann, auf welchen Wegen und in wie vielen Auswanderungswellen, darüber streiten sich die Wissenschaftler. Ein internationales Forscherteam hat nun die mitochondriale DNA von 55 europäischen Jägern und Sammlern untersucht, die vor 35.000 bis 7.000 Jahren lebten. Demnach sind Europäer, Asiaten, Amerikaner und Australier die Nachfahren einer einzigen Gruppe früher moderner Menschen, die sich vor 50.000 Jahren außerhalb Afrikas ausbreitete.

Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Current Biology" berichten, habe es zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.500 Jahren eine starke Veränderung in der Zusammensetzung des Erbguts bei den Europäern gegeben: Vermutlich sind damals sehr viele Menschen nach Europa eingewandert. [jst]

Zoologie Ein Virus und eine Milbe machen der Honigbiene zu schaffen

Das Flügeldeformationsvirus und die Varroa-Milbe können ganze Bienenvölker auslöschen. Forscher gehen davon aus, dass diese Kombination, und nicht die Varroa-Milbe allein, die Bienenbestände weltweit dezimiert. Die Varroa-Milbe kann das Virus auf die Honigbiene übertragen. Englische und Schweizer Wissenschaftler haben nun Viren- und Varroa-Erbgut aus 17 Ländern untersucht, um herauszufinden, auf welchen Wegen sich das Virus ausgebreitet hat.

Im Fachmagazin Science kommen sie zu dem Schluss, dass das Flügeldeformationsvirus zunächst nur bei der Europäischen Honigbiene zu finden war. In jüngster Zeit breitete es sich aber mit der Varroa-Milbe weltweit aus, und zwar vermutlich über den Handel mit Honigbienen. Die Forscher sprechen sich für strengere Kontrollen aus, wenn Honigbienen importiert werden. [jst]

Energie Marokko erntet Sonnenstrom im großen Stil

Der marokkanische König Mohammed VI. hat den riesigen Solarthermiepark "Noor1" am Rande der Sahara eröffnet. Die Anlage hat eine Kapazität von 160 Megawatt. Es handelt sich um den ersten Bauabschnitt eines Solarparks, der am Ende der größte der Welt sein soll. "Noor2" bis "Noor4" sollen folgen. Die komplette Anlage soll dann eine Fläche von 30 Quadratkilometern bedecken und eine Kapazität von 500 Megawatt haben. Damit könnten mehr als eine Million Haushalte mit Strom versorgt werden. [jst]

04.02.2016

Physik Elektronen reagieren auf Lichtpulse

Und zwar mit einer Verzögerung von etwa 100 Atto-Sekunden, also 100 Trillionsteln einer Sekunde. In "Nature" beschreiben Physiker erstmals eine Echtzeit-Messung dieser Wechselbeziehung von Licht und Materie.

Mithilfe von Attosekunden-Lichtblitzen regten die Forscher Krypton-Atome an. Daraufhin sandten deren Elektronen Vakuum-Ultraviolett-Strahlung aus. Anhand dieser konnten die Autoren die Zeitspanne messen, nach der die Elektronen auf die elektromagnetischen Kräfte des Lichts ansprachen.

Quantenoptiker arbeiten daran, in Zukunft Licht zu nutzen, um elektronische Schaltkreise zu steuern und so zu beschleunigen. [lp]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature16528

Biologie Forscher entwickeln eine Verjüngungskur für Mäuse.

Mit zunehmendem Alter sammeln sich im Körper seneszente Zellen an - Zellen, die sich nicht mehr teilen. Mediziner aus den USA haben solche nun aus Mäusen entfernt. Das habe die Lebensdauer der Nager verlängert und Alterserscheinungen verzögert, berichten sie in "Nature".

Die Forscher züchteten genmanipulierte Mäuse, bei denen sie seneszente Zellen medikamentös zerstören konnten. Taten sie das bei Tieren mittleren Alters, verlängerte sich deren Lebensdauer um bis zu 30 Prozent, die Organe verschlissen langsamer und das Tumorwachstum wurde gehemmt.

Ob und wie die Befunde auf Menschen übertragbar sind, müssen zukünftige Studien zeigen. [lp]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature16932

Forschungspolitik Korea und Israel investieren am meisten Geld in Forschung und Entwicklung.

Und zwar jeweils gut vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das berichtet die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, nach Auswertung der Daten von 41 Ländern aus dem Jahr 2014.

Deutschland investierte im entsprechenden Jahr 2,8 Prozent seines Bruttoinlandprodukts in Forschung und Entwicklung und lag damit in Europa unter anderem hinter Österreich, der Schweiz und Schweden.

China investierte erstmals mehr als zwei Prozent. Bereits 2006 hatte das Land angekündigt, künftig mehr Geld für Forschung und Entwicklung auszugeben. [lp]

Quelle: OECD, http://www.compareyourcountry.org/science-and-technology

Medizin Antibiotika helfen wenig bei der Behandlung mangelernährter Kinder

Bei Mangelernährung können bakterielle Infektionen den Körper zusätzlich belasten. Seit 1999 empfiehlt die WHO daher den Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika bei der Behandlung von Kindern, die unter schwerer, akuter Mangelernährung leiden. Das beeinflusst die Genesung aber offenbar nur minimal, schreiben Wissenschaftler im "New England Journal of Medicine".

In Niger hatten die Forscher mehr als 2000 Kleinkinder untersucht. Die waren mangelernährt, hatten aber keine weiteren gesundheitlichen Komplikationen. Zusätzlich zur normalen Ernährungstherapie erhielten die Kinder Antibiotika oder ein Placebo. Unabhängig davon erholten sich in beiden Gruppen etwa zwei Drittel von ihnen.

Angesichts der Kosten und Folgen wie Antibiotika-Resistenz sollte der Routineeinsatz überprüft werden, empfehlen die Wissenschaftler.

Schätzungen zufolge leiden weltweit etwa 19 Millionen Kinder unter fünf Jahren unter akuter Mangelernährung. [lp]

Quelle: DOI: 10.1056/NEJMoa1507024

Geophysik Forscher kommen dem Auslöser tiefer Erdbeben auf die Spur

Diese Beben treten in Tiefen von 70 bis 300 Kilometern in Subduktions-Zonen auf. In diesen Zonen schiebt sich eine tektonische Platte unter eine andere. Verantwortlich könnte dabei eine Eigenschaft des Minerals Lawsonit sein, schreiben Geologen jetzt im Fachblatt "Nature".

Laborexperimente mit unterschiedlichen Mineralien und einem Miniatur-Seismometer zeigten: Bei hohem Druck und hoher Temperatur wurde Lawsonit spröde und es kam zu ruckartigem Gleiten von Materialschichten gegeneinander - so wie bei Erdbeben.

Das Ergebnis könnte auch erklären, warum tiefe Beben häufiger in kalten als in warmen Subduktions-Zonen auftreten. In kalten Zonen ist die abtauchende Erdplatte älter und kühler - und enthält das Mineral Lawsonit. [lp]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature16501

Medizin Ein Kofferlabor könnte die Echtzeit-Überwachung von Ebola ermöglichen

Der Makona-Stamm des Virus löste die jüngste Ebola-Epidemie in Westafrika aus. Jede Kopie dieses Virus-Genoms enthält geschätzt etwa 20 Mutationen. Mithilfe von DNA-Sequenzierung kann diese kontinuierliche Evolution des Erregers nachverfolgt werden. Das ist wichtig, um künftige Ausbrüche frühzeitig zu bekämpfen. Eine Sequenzierung war allerdings in abgelegenen Gebieten aufgrund der technischen Anforderungen bisher kaum möglich.

Ein internationales Team von Forschern stellt nun in "Nature" ein Sequenzierlabor vor, das in einen Koffer passt und sich per USB mit einem Laptop verbinden lässt. Bei Feldversuchen im April 2015 im Ebola-Gebiet in Guinea lieferte das Gerät Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden. [lp]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature16996

Biologie Fruchtfliegen passen ihr Balzlied der Entfernung an.

Bislang dachten Forscher, nur Menschen und Singvögel könnten die Intensität akustischer Signale gezielt variieren. Offenbar ändern aber auch männliche Fruchtfliegen die Amplitude ihres "Gesangs" je nachdem, wie nah sie einem Weibchen sind. Das berichten Wissenschaftler der Princeton University im Fachmagazin "Neuron".

Die Forscher hatten die akustische Partnerwerbung mit empfindlichen Mikrofonen aufgenommen.

Beim Balzen verfolgen Fliegenmännchen die Weibchen und produzieren dabei über Flügelschwingungen Laute. Die weiblichen Fliegen hören sich diese Gesänge mitunter minutenlang an, bevor sie sich entscheiden.

Die Amplitude der Balzgesänge an die Entfernung des Weibchens anzupassen, könnte den Männchen helfen, Energie zu sparen und so länger um die Paarungspartnerin zu werben, schlussfolgern die Forscher. [lp]

Quelle: http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2015.12.035

MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 1 2 3 4 5 6

Forschung Aktuell

Computer und Kommunikation

Sternzeit

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk