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18.02.2016

Zoologie Eine Schnecke "fliegt" durchs Wasser

Limacina helicina gehört zur Gruppe der See-Schmetterlinge und ist Teil des Planktons arktischer Gewässer. Dort schwimmen die Tiere mithilfe abgeflachter Fortsätze, die aus der Schale hervortreten. Mit moderner Kameratechnik haben Biologen nun beobachtet, dass die Schnecken dabei dieselbe Technik nutzen wie Insekten beim Fliegen – ihre Flügel schlagen in Form einer acht. Fast alle anderen Plankton-Organismen bewegen sich dagegen paddelnd fort. Die Studie ist im "Journal of Experimental Biology" erschienen. [lp]

Quelle: J of Exp Biol - doi: 10.1242/jeb.129205

Technologie Forscher aus England haben offenbar ein neues Speichermedium entwickelt

Das schreibt die University of Southampton in einer Pressemitteilung. Dabei handelt es sich um eine Glasscheibe von der Größe eines Zwei-Euro-Stückes. Die Speicherkapazität liegt angeblich bei bis zu 360 Terabyte, und die Daten sollen auch bei hohen Temperaturen Milliarden Jahre lang auslesbar sein. Beim Beschreiben mit einem speziellen Laser bilden demnach Nanopunkte im Glas mehrdimensionale Strukturen. Ausgelesen werden die Daten, indem der Weg von Licht durch die Nanostrukturen mit einer Mischung aus optischem Mikroskop und Polarisationsfilter verfolgt wird. Die Universität meldet, dass bereits einige Werke mit der neuen Technik gespeichert worden seien, darunter die UN-Menschenrechts-Charta. Gestern präsentierten die Forscher ihre Entwicklung auf einer Konferenz in San Francisco. [lp]

Medizin Mediziner erforschen neuen Ansatz gegen Herzmuskelverdickung

In dessen Zentrum stehen lange Stücke nicht-codierender Ribonukleinsäure – RNA, die nicht in Proteine übersetzt wird. Welche Rolle diese Moleküle im Körper spielen, ist weitgehend unbekannt. In "Science Translational Medicine" schreiben Forscher jetzt, dass solch ein RNA-Stück namens "Chast" offenbar die krankhafte Verdickung des Herzmuskels fördert. Dadurch hat das Herz Probleme, genug Blut zirkulieren zu lassen. Die Folgen können tödlich sein. Im Labor entdeckten die Wissenschaftler besonders viel der entsprechenden RNA in Herzmuskelzellen von Mäusen mit Herzinsuffizienz.Experimente weisen darauf hin, dass die RNA den natürlichen Abbau der Herzmuskelzellen verhindert. Wurden die Nager mit einem speziellen Hemmstoff gegen die Chast-RNA behandelt, verbesserte sich ihre Herzfunktion wieder. Die Forscher hoffen, die Erkenntnisse künftig auf eine Therapie für menschliche Patienten übertragen zu können. [lp]

Quelle: Sci Trans Med

Pharmazie/Medizin Was bei dem Medikamententest in Frankreich passierte, ist weiterhin unklar

Bei dem Schmerzmittel-Test im französischen Rennes war im Januar ein Mensch gestorben, fünf weitere mussten ärztlich behandelt werden. Nun hat die französische Agentur für Medikamenten-Sicherheit ANSM einen Zwischenbericht zur Untersuchung des Vorfalls veröffentlicht. Demnach haben die Ergebnisse der vorangegangenen Tierversuche die Tests mit Menschen erlaubt. Auch die pharmazeutische Qualität des Produkts habe den Anforderungen entsprochen. Das Auftreten schwerwiegender unerwünschter Ereignisse nach fünf oder sechs täglichen Dosen von 50 Milligramm verweise auf einen Schwelleneffekt. Was genau diesen auslöst, ist aber noch unklar. Das Komitee kündigte an, seine Arbeit fortzusetzen. [lp]

Paläoanthropologie Neandertaler und Homo sapiens paarten sich früher als gedacht

Vor einigen Jahren wiesen Forscher Neandertaler-Gene im Erbgut moderner Menschen nach. Das Aufeinandertreffen fand nach den damaligen Analysen vor 47.000 bis 65.000 Jahren statt. Eine Studie von Evolutionsforschern in "Nature" legt nun nahe, dass sich Neandertaler und Homo sapiens bereits mehrere 10.000 Jahre früher getroffen und Sex gehabt haben. Die Wissenschaftler analysierten das Erbgut von Neandertalern aus dem sibirischen Altai-Gebirge, Spanien und Kroatien und die DNA heutiger Menschen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Gruppe moderner Menschen früh aus Afrika abwanderte und sich vor 100.000 Jahren vermutlich im Nahen Osten mit den Vorfahren der Neandertaler aus dem Altai vermischte.

Einen entsprechenden Austausch mit europäischen Neandertalern hat es damals offenbar nicht gegeben. Die früh aus Afrika abgewanderten Menschen starben später aus. Sie gehören damit nicht zu den Vorfahren heute lebender Nicht-Afrikaner. Die verließen Afrika erst vor 65.000 Jahren. [lp]

Quelle: Nature

Biologie Amateurwissenschaftler veröffentlichen Studie zur RNA-Faltung

Die Ribonukleinsäure übernimmt zentrale Aufgaben im Stoffwechsel der Zelle. Dabei falten sich die Moleküle zu komplexen, dreidimensionalen Strukturen. Mithilfe des Online-Spiels "Eterna" wollen Forscher die dahinter liegenden Regeln entschlüsseln – und setzen dabei auf die Hilfe von Laien-Spielern. Im "Journal of Molecular Biology" erscheint heute erstmals ein Fachartikel zur RNA-Faltung, der maßgeblich von solchen Laien geschrieben wurde. In der Studie beschreiben drei Amateurwissenschaftler und US-amerikanische Biochemiker spezifische Probleme, die ihnen beim Spielen begegnet sind. Die Einsichten sollen neue Wege eröffnen, um künftig RNA-Moleküle besser am Computer und später auch im Labor designen zu können. Bei "Eterna" bekommen Spieler Punkte, wenn sie ein vorgegebenes RNA-Molekül aus Einzelbausteinen konstruieren, den Nukleotiden. Mehr als 100.000 Spieler haben sich bis jetzt für das Citizen Science-Projekt im Internet auf der Seite Eternagame.org angemeldet. [lp]

Quelle: Journal of Molecular Biology - doi:10.1016/j.jmb.2015.11.013

17.02.2016

Ethnologie Die Bewohner der Osterinsel waren offenbar friedfertiger als gedacht

Bislang gingen Forscher davon aus, dass Kriege um knapper werdende Ressourcen im 18. Jahrhundert zum Kollaps der Insel-Gesellschaft führten. Nun bezweifelt ein Team von Anthropologen im Fachblatt "Antiquity" diese Sichtweise. Der Grund: Vermeintliche Speerspitzen aus der damaligen Zeit waren vermutlich keine Waffen sondern Allzweck-Werkzeuge.

Die Forscher analysierten Fotos der umstrittenen dreieckigen Objekte aus Obsidian, ein Gesteinsglas vulkanischen Ursprungs. Das Fazit: Die Objekte könnten zwar Verletzungen hervorrufen. Sie seien aber nicht gezielt hergestellt worden, um Widersacher damit zu töten. Sie seien vermutlich für friedliche Aktivitäten genutzt worden, beispielsweise das rituelle Ritzen der Haut.

Die Osterinsel liegt isoliert im Südostpazifik. Heute zählt sie zu Chile, von dessen Küste es knapp 4000 Kilometer entfernt ist.

Quelle: Antiquity

Raumfahrt Der Satellit Sentinel-3A hat seine Umlaufbahn in 815 Kilometer Höhe erreicht

Und bereits ein erstes Signal gesendet, dass von einer schwedischen Bodenstation empfangen wurde. Das meldet die Europäische Weltraumorganisation ESA. Gestern Abend um 18:57 Uhr war der Satellit an Bord einer Trägerrakete vom russischen Plessezk aus gestartet.

In einigen Tagen wird überprüft, ob alle Instrumente des Satelliten funktionieren. Die eigentliche Mission soll in fünf Monaten beginnen. "Sentinel-3A" soll dann im Rahmen des europäischen Umweltüberwachungs-Programms Copernicus die Wasserflächen der Erde vermessen.

In Japan startete heute ein weiterer Satellit mit einer Trägerrakete. Der Röntgensatellit namens Hitomi ist mit vier Teleskopen ausgerüstet. Er soll unter anderem neue Erkenntnisse zu Galaxienhaufen und schwarzen Löcher liefern.

Quelle: ESA, DPA

Medizin Laufen unterdrückt das Tumorwachstum

Zumindest bei Mäusen – darauf weist die Studie eines internationalen Teams von Medizinern hin. Erschienen ist sie im Fachmagazin "Cell Metabolism". In mehreren Laborexperimenten impften die Forscher den Nagern krebserregende Substanzen ein. Legten die Tiere danach täglich etwa fünf Kilometer im Laufrad zurück, bildeten sie seltener und deutlich kleinere Tumore als infizierte Mäuse aus einer Vergleichsgruppe ohne dieses Training. In jeder Gruppe waren dabei sechs bis 16 Versuchstiere.

Molekularbiologische Untersuchungen zeigten: Das durch das Laufen frei gesetzte Adrenalin setzt bei den Mäusen krebstötende Immunzellen in Bewegung. Injizierten die Forscher den Nagern Adrenalin, zeigte sich derselbe Effekt. Ob die Befunde auf den Menschen übertragbar sind, müssen zukünftige Studien erst zeigen.

Biologie Inseln schaffen Artenreichtum im Pazifik

Und zwar weil sich durch sie die Menge an Phytoplankton in nährstoffarmen Gewässern vergrößert. Die winzigen, Photosynthese-betreibenden Organismen wiederum bilden die Nahrungsgrundlage für ganze marine Ökosysteme. Diesen Zusammenhang beschreiben Meeresforscher in "Nature Communications".

Satellitenbilder und Vor-Ort-Beobachtungen von 35 pazifischen Koralleninseln zeigten, dass die inselnahen Gewässer bis zu 86 Prozent mehr Phytoplankton-Biomasse enthielten als der offene Ozean. Dabei spielten etwa das Gefälle des Meeresbodens und Nährstoffeintrag durch menschliche Besiedlung eine Rolle.

Der Phytoplankton-Reichtum verstärkt sich selbst: Kleine Fische locken größere Fische und Vögel an. Deren Ausscheidungen düngen das Wasser und lassen wiederum mehr Phytoplankton wachsen.

Viel Phytoplankton kann allerdings auch zu giftigen Algenblüten führen, notieren die Forscher.

Quelle: Nature Communications

Meteoriten Unter dem antarktischen Eis könnten eisenhaltige Meteoriten verborgen sein

Das vermuten Forscher der University of Manchester im Fachmagazin "Nature Communications". Die Theorie dahinter: Die eisenreichen kosmischen Gesteine erwärmen sich im antarktischen Sommer stärker als nicht-metallische, sinken dadurch dutzende Zentimeter tief ins Eis und bleiben dort gefangen.

Über zwei Drittel aller Meteoriten auf der Erde wurden in der Antarktis gesammelt. Grund ist die Strömungsdynamik des Eises, die die Meteoriten mit der Zeit zu spezifischen Strandungszonen an der Oberfläche transportiert. Allerdings wurden in der Antarktis bislang erstaunlich wenig eisenreiche Gesteine kosmischen Ursprungs entdeckt.

Mathematische Modelle und Laborexperimente der Wissenschaftler legen nun nahe, dass eisenreiche Meteoriten in den Strandungszonen durch Tau- und Gefrierprozesse nicht an die Oberfläche gelangen.

Quelle: Nature Communications

16.02.2016

Pestizide  Brasiliens Regierung: Kein Zusammenhang zwischen Schädelfehlbildungen und Pyriproxifen

Dieses Insektengift wird Wasser zugemischt und soll verhindern, dass sich Moskitos vermehren, die das Zika-Virus übertragen. Argentinische Ärzte hatten den Stoff mit Schädelfehlbildungen, der sogenannten Mikrozephalie, in Verbindung gebracht. Diesen Zusammenhang hat das brasilianische Gesundheitsministerium nun zurückgewiesen. Das Ministerium betonte, dass man nur von der WHO empfohlene Insektengifte benutze. Die Regierung geht davon aus, dass das Zika-Virus bei Schwangeren zu Schädelfehlbildungen der Kinder führt. Mittlerweile gibt es 41 bestätigte Fälle von Fehlbildungen, bei denen die Mutter sich mit Zika infiziert hatte. Das Zika-Virus gibt es bisher in 40 Ländern. [hell]

 

Quelle: dpa

Biologie US-Biologen untersuchen eine zig Millionen Jahre alte Blume

Sie ist in einem Bernstein eingeschlossen und daher gut erhalten. Gefunden wurde sie in einer Höhle in der Dominikanischen Republik. Die Pflanze gehört der Gattung der Brechbohnen an. Aus einer mit ihr verwandten Pflanze wird das Gift Strychnin gewonnen. Die Forscher haben sie im Magazin „Nature Plants" beschrieben. Das Alter der Blume schätzen sie auf 15 bis 45 Millionen Jahre. Dieser große Zeitraum ergibt sich aus der Tatsache, dass sich das Alter von Bernstein nicht genau bestimmen lässt. Die Wissenschaftler mussten es daher anhand anderer Fossilien am Fundort schätzen. Sie gehen davon aus, dass es sich bei der Pflanze um eine unbekannte Art handelt. Ihr neuer Name lautet „Strychnos electri" – In Anlehnung an „ḗlektron", die altgriechische Bezeichnung für Bernstein. Die Wissenschaftler hoffen aus den Analysen mehr darüber zu erfahren, wie die Wälder Amerikas aussahen, als der Norden und der Süden des Doppelkontinents noch nicht durch eine Landbrücke verbunden waren. [hell]

Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nplants.2016.5

Hirnforschung Je früher am Tag, desto besser das Prüfungsergebnis

Diesen Zusammenhang haben Forscher aus Dänemark erkannt. Sie untersuchten die Ergebnisse standardisierter Klassenarbeiten. Dabei nahmen sie insgesamt über zwei Millionen einzelne Prüfungen aus drei Schuljahren unter die Lupe. Das Ergebnis: Je später die Prüfung stattfand, desto schlechter waren die durchschnittlichen Zensuren. Ein weiteres Ergebnis war, dass Schüler direkt nach einer 20-minütige Pause im Durchschnitt besser abschnitten. Die Arbeit liefere zwei Erkenntnisse, notieren die Forscher im Magazin „PNAS": Erstens sollte man die geistige Ermüdung beim Entwurf von Lehrplänen beachten. Und zweitens ihren Einfluss auf die Ergebnisse standardisierter Tests berücksichtigen. [hell]



Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1516947113

Physik Ein metallisches Geflecht ist für Mikrowellen unsichtbar

Das bedeutet, dass dieses Material einen kleinen Teil des Mikrowellen-Spektrums weder bricht noch reflektiert. Forscher aus den USA und China haben es entwickelt und im Magazin „PNAS" beschrieben. Es besteht aus miteinander verbundenen Kupfer-Würfeln, die in einem Kunststoff eingebettet sind und so eine für Mikrowellen unsichtbare Schicht bilden. Das Material ist gerade für die Wellenlängen unsichtbar, die in der Astronomie und Satellitenkommunikation Verwendung finden. Daher könnte es etwa als Schutzschicht für Antennen dienen. [hell]



Quelle: http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1600521113

Biologie Forscher finden heraus, wie sich Medikamenten-Transporter im Körper tarnen

Um Wirkstoffe im Körper an die richtige Stelle zu befördern, nutzt man so genannte „Nanocarrier". Damit das Immunsystem des Menschen diese winzigen Transporter nicht angreift, beschichtet man sie mit Polyethylenglykol. Das wirkt wie eine Art Tarnkappe: Das Immunsystem erkennt den Transporter nicht. Wie diese Tarnung genau funktioniert, haben Forscher aus Mainz nun ermittelt. Sie konnten zeigen, dass nicht das Polyethylenglykol an sich die Tarnkappe ist. Vielmehr bindet diese Struktur natürliche Eiweiße aus dem Blut und tarnt sich auf diese Weise. Die Forscher präsentieren ihre Ergebnisse im Magazin „Nature Nanotechnology". Sie könnten den Transport von Medikamenten im Körper verbessern. [hell]



Quelle: http://nature.com/articles/doi:10.1038/nnano.2015.330

15.02.2016

Biologie Darwins hatte offenbar Recht mit seiner Theorie der sexuellen Selektion

Evolutionsbiologen der Universitäten Tübingen, Montpellier und Tampa haben an 66 Tierarten Geschlechterunterschiede analysiert. Sie kommen zu dem Schluss, dass Darwin Recht hatte. Seine Theorie der sexuellen Selektion sieht als grundlegendsten Geschlechterunterschied die Größe der Keimzellen an. Männchen produzieren viele kleine Spermien, Weibchen hingegen wenige große Eizellen. Der Effekt für die Rolle der Männchen: Rivalität um die Gunst der Weibchen. Dafür weitgehende Entbindung von der Brutpflege. Allerdings könnten die Geschlechterrollen durch Einflüsse der Umwelt geschwächt oder verstärkt werden, schreiben die Forscher im Fachblatt "Science Advances". So unterlägen bei Vögeln und Fischen mit vertauschten Geschlechterrollen die Weibchen einer stärkeren sexuellen Selektion, und überließen auch den Vätern den Großteil der Brutpflege. [mawi]

Materialforschung Eine neuartige Beschichtung soll es Bakterien ungemütlich machen

Züricher Materialwissenschaftler haben ein Polymer zur Beschichtung von Oberflächen entwickelt. Das Polymer soll verhindern, dass sich Bakterien ansiedeln und einen Biofilm bilden. Dafür sorgen wasseranziehende Seitenketten des Moleküls. Außerdem gibt es Seitenketten für die Bindung an Silizium und an Titan- oder Eisen-Oxide. Die Beschichtung sei sehr belastbar, sie widerstehe Säuren, Basen, hohen Salzkonzentrationen und Tensiden, berichten die Forscher im Fachblatt "Macromolecular Rapid Communications". Mögliche Anwendungen sehen die Wissenschaftler vor allem in der Medizintechnik – etwa für Biosensoren oder Implantate. Denkbar wäre auch, Verpackungen für besonders empfindliche Lebensmittel mit dem bakterienhemmenden Polymer zu beschichten. [mawi]

Quelle: Macromolecular Rapid Communications - doi: 10.1002/marc.201500683

Biologie Menschen in der Stadt leben mit anderen Bakterien zusammen ...

... als Menschen, die naturnah leben. Die Verstädterung verändert die Bakteriengemeinschaften, die an Wänden und auf Böden menschlicher Behausungen zu finden sind, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science Advances". Es fänden sich dann vermehrt Bakterien, die gewöhnlich in der menschlichen Mundhöhle oder im Darm leben. In traditionellen Urwald-Siedlungen im Amazonas-Becken hingegen seien eher Bakterien aus der Umwelt zu finden. Diese Unterschiede könnten sich eventuell auch auf die Gesundheit auswirken. Möglicherweise begünstige das Fehlen von typischen Umweltbakterien die Entstehung von Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht oder Allergien, so die Forscher. [mawi]

 

 

Quelle: Science Advances, - DOI: 10.1126/sciadv.1501061

Materialwissenschaft Van Goghs Schlafzimmer war tatsächlich lila

Es ist eines der bekanntesten Bilder der Welt: das "Schlafzimmer in Arles" von Vincent van Gogh: Eine schlichte Kammer mit Bett, Stühlen und Nachttisch. Auf dem Gemälde sieht man heute hellblaue Wände. Van Gogh aber hatte die Wände ursprünglich lila und nicht blau gemalt, berichten Forscher vom Art Institute in Chicago auf der Wissenschaftstagung AAAS in Washington. In zahlreichen Briefen habe van Gogh alle drei Versionen des Bildes immer als lila beschrieben. Als die Forscher kleine Proben der oberen Farbschichten der in Chicago hängenden Fassung des Bildes entnahmen und sie umdrehten - sahen sie plötzlich lila. Bei Untersuchungen der beiden anderen Versionen des Ölgemäldes in Museen in Amsterdam und Paris habe es ähnliche Ergebnisse gegeben.

Wahrscheinlich sei die Farbe auf der Oberfläche aufgrund von Lichteinwirkung über die Jahre verblasst und blauer geworden. Schon vor einigen Jahren hatten Forscher entdeckt, dass vom UV-Licht der Sonne offenbar chemische Reaktionen ausgelöst werden, die die strahlenden Farben Van Goghs beeinflussen können. [mawi]

Technologie Elektrogeräte werden immer kürzer genutzt

Die kurze Lebensdauer elektronischer Geräte sei aus ökologischer Sicht nicht akzeptabel, kritisierte das Umweltbundesamt heute in Dessau. Die Herstellung der Geräte verbrauche Ressourcen; Schadstoffe und Treibhausgase belasteten Umwelt und Klima.

Eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben Studie kommt zu dem Schluss, dass bei Unterhaltungselektronik und Informationstechnik häufig Technologiesprünge und der Wunsch nach einem neuen Gerät Auslöser für einen Neukauf sind. Eine gezielt kurze Produktlebensdauer, die die Hersteller mittels eingebauter Mängel möglicherweise erzeugen - die sogenannte geplante Obsoleszenz - konnte in der Studie nicht nachgewiesen werden.

Hersteller kalkulierten vielmehr mit einer bestimmten Produktlebensdauer.
Problematisch sei die mangelnde Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Man sehe dem Produkt nicht an, für welche Lebensdauer es konzipiert worden sei. Das Umweltbundesamt fordert eine Kennzeichnung, die die voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts in Nutzungsstunden angibt. Außerdem müssten Geräte repariert werden können. [mawi]

 

12.02.2016

Paläontologie Forscher finden Insekten in 100 Millionen Jahre altem Bernstein

US-amerikanische Forscher haben in Bernsteinen aus Myanmar, die etwa 100 Millionen Jahre alt sind, mehrere sozial lebende Insekten entdeckt, darunter Termiten und Ameisen.Die ältesten bislang gefundenen Termiten sind etwa 20 Millionen Jahre alt. Die soziale Kastenstruktur der Termiten und Ameisen entstand demnach vor mindestens 100 Millionen Jahren, und damit deutlich früher als bislang angenommen. Die Studie ist im Fachblatt "Current Biology" erschienen. [Jst]

Raumfahrt „Philae" fällt in ewigen Winterschlaf

Der Landeroboter „Philae" hat seine Mission auf dem Kometen „Tschuri" beendet. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR gehen davon aus, dass sich das Mini-Labor wahrscheinlich nicht mehr melden werde. Die Wissenschaftler würde auch keine Kommandos mehr senden, erklärte DLR-Projektleiter Stephan Ulamec. „Philaes" Energie reiche nicht mehr aus und die Elektronik sei zu kalt. Die europäische Raumsonde „Rosetta" hatte den Landeroboter im November 2014 nach zehnjähriger Reise auf dem Kometen abgesetzt. „Philae" gelangte aber an eine schattige Stelle und konnte weniger Sonnenenergie tanken als geplant. Trotzdem war es den Wissenschaftlern möglich, 60 Stunden lang Daten von „Philae" zu übertragen. [Jst]

Energiewirtschaft Ein Gasleck in den USA scheint wieder unter Kontrolle.

Wie das verantwortliche Unternehmen Southern California Gas mitteilte, habe man ein Gasleck bei Los Angeles wieder unter Kontrolle. Das Bohrloch müsse jetzt mit Zement dauerhaft abgedichtet werden. Seit Ende Oktober 2015 war aus dem Leck unkontrolliert Erdgas ausgetreten. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, nachdem Klagen über Kopfschmerzen, Nasenbluten und Übelkeit laut geworden waren. [Jst]

Zoologie Forscher haben geklärt, wie Wespen den Weg zurück zum Nest finden

Wenn Wespen ihr Nest verlassen, dann fliegen sie erst einige Male dorthin zurück, bevor sie auf Nahrungssuche gehen. Schon lange ist bekannt, dass sie diese "Lernflüge" stets in der gleichen Form fliegen, und zwar in immer größer werdenden Bögen vom Nest weg. Wenn sie von der Futtersuche zurückkommen, fliegen sie ähnliche Bögen, bevor sie ihr Nest wieder erreichen.

Jetzt haben Forscher aus Deutschland und Australien herausgefunden, wie die Wespen den Weg zurück zum Nest finden. Sie haben die Insekten in Australien mit Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt und ihre Flugrouten am Computer ausgewertet. Demnach schießen Wespen ein mentales Foto ihres Nestes und der Umgebung, wenn sie in einem Bogen darüber fliegen. Sie speichern dann ihre Position und die Richtung zum Nest ab. Kommen sie von der Nahrungssuche zurück und deckt sich die Umgebung mit der eines abgespeicherten Fotos, können sie die Richtung zum Nest rekonstruieren. Landmarken am Boden, wie etwa Felsen, helfen bei der Orientierung. Die Studie ist im Fachmagazin "Current Biology" erschienen. [Jst]

 

Geologie Wasserspeicher der Erde bremsen Meeresspiegelanstieg

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "Science". Die Wissenschaftler haben Satellitendaten der Jahre 2002 bis 2014 ausgewertet. Demnach habe es in der letzten Dekade mehr Niederschläge an Land gegeben als davor. Diese wurden dann von den Wasserspeichern der Erde, vor allem im Grundwasser, aufgenommen. Hauptsächlich dadurch seien die Meeresspiegel jährlich nur um 2,4 Millimeter angestiegen. Ohne diesen Effekt des Wasserspeicherns an Land hätte der Anstieg 3,2 Millimeter betragen.

Die Forscher machen klar, dass diese Wasserspeicherkapazität den Meeresspiegelanstieg nicht merklich abmildern kann. Komplexe klimatische Zusammenhänge könnten in Zukunft dazu führen, dass die Meeresspiegel wieder schneller ansteigen als in der Vergangenheit. [Jst]

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