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25.02.2016

Chirurgie Der Druck auf Paolo Macchiarini wächst

Das berichtet das Fachmagazin "Science": Der Chirurg am schwedischen Karolinska-Institut steht im Zentrum eines Skandals: Als er zwischen 2011 und 2012 mehreren Menschen Luftröhren aus Kunststoff implantierte, starb ein Großteil der Patienten. Macchiarini wird vorgeworfen, Forschungsergebnisse gefälscht und Patienten über die Risiken falsch informiert zu haben.

Das Karolinska-Institut kündigte nun den Versuch an, alle Verbindungen mit Macchiarini abzubrechen, bevor dessen Vertrag im November ausläuft.

Außerdem räumte das Fachmagazin "The Lancet" in einem Brief ein, dass eine dort veröffentlichte Studie Macchiarinis falsche Angaben enthalte.

Sowohl das Wissenschaftsmagazin als auch das Karolinska-Institut hatten den Chirurg lange in Schutz genommen.

Mitte Februar war bereits der Vize-Kanzler des Instituts zurückgetreten. Anfang der Woche bat auch der Forschungsdekan um Entlassung.

Quelle: Science DOI: 10.1126/science.aaf4101

Biologie Gorillas summen und singen bei der Nahrungsaufnahme

Und zwar vor allem die erwachsenen Männchen. Die Laute koordinieren die Aktivität der Gruppe und zeigen an, wann gefressen und wann weiter gezogen wird, vermuten Biologen im Fachmagazin "Plos One". Dass vor allem Männchen die Laute produzieren, könnte damit zusammenhängen, dass die Silberrücken als Anführer über die Aktivität der Gruppe bestimmen.

Die Wissenschaftler beobachteten zwei Gruppen Westlicher Flachlandgorillas in der Republik Kongo. Zwei charakteristische Vokalisationen traten nur bei der Nahrungsaufnahme auf: lange und tiefe Töne oder eine Reihe kurzer Töne unterschiedlicher Höhe. Meist äußerte dabei nur ein Tier der Gruppe die Laute.

Eine zweite Interpretation der Forscher: Der Gesang könnte Wohlbefinden ausdrücken, wenn besonders schmackhafte Samen und Blüten verzehrt werden.

Quelle: Plos One DOI: 10.1371/journal.pone.0144197

Pestizide Deutsches Bier enthält offenbar Glyphosat

Das berichtet das Umweltinstitut München – ein eingetragener Verein, der sich unter anderem für Öko-Landbau engagiert. Bei Labortests wurden in 14 Biersorten Spuren von Glyphosat festgestellt – ein weit verbreitetes Pestizid, das in Verdacht steht, krebserregend zu sein. Im extremsten Fall lag der Wert fast 300-fach über dem Grenzwert für Trinkwasser.

Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung sind selbst die höchsten gemeldeten Werte unbedenklich.

Ein Erwachsener müsse an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken, um gesundheitlich bedenkliche Mengen an Glyphosat aufzunehmen, so das BfR.

Gestern wies die Grünen-Fraktion im Europa-Parlament darauf hin, dass die EU-Kommission die Zulassung des Pflanzengifts um 15 Jahre verlängern will.

Die Grünen kritisierten, dass offenbar nicht die Gesundheit der Menschen, sondern die Interessen der Agrarindustrie im Fokus stünden.

Aus Kreisen der Kommission verlautete, dass die Entscheidung Anfang März fallen soll.

Quelle: DPA, AFPD, http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/umweltinst

Biologie Die Zähne verraten mehr als bislang gedacht

Die Zähne sind im Lauf der menschlichen Stammesgeschichte immer kleiner geworden – vermutlich einhergehend mit einer veränderten Ernährung. Der zugrunde liegende Mechanismus war aber unklar. Jetzt haben Forscher die Backenzähne fossiler und moderner Menschen untersucht und stellen in "Nature" fest: Sie folgen einer einfachen Regel – der hemmenden Kaskade. Dabei legt ein Zahn die Größe des danach wachsenden Nachbarzahns fest. Das macht es möglich, Gebissabschnitte aufgrund eines einzigen gefundenen Zahns zu rekonstruieren.

Die Erkenntnisse könnten helfen, künftige Funde menschlicher Fossilien besser einzuordnen, argumentieren die Studienautoren.

Quelle: Nature http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature16972

Biologie Korallen wachsen besser, wenn das Wasser entsäuert wird

Dass die Versauerung der Meere den Kolonie-bildenden Nesseltieren zusetzt, ist bekannt. Jetzt konnten Biologen den Effekt allerdings erstmals in einem kontrollierten Feld-Experiment in freier Natur nachweisen und von anderen Faktoren wie Temperatur, Überfischung und Umweltverschmutzung trennen. Ihre Studie erscheint im Fachmagazin "Nature".

Die Meeresforscher nahmen sich eine Lagune im südlichen Great Barrier Reef vor, die bei Ebbe vom umliegenden Ozean getrennt ist. Dort schütteten sie Natrium-Hydroxid ins Wasser – eine Chemikalie, die es alkalischer macht, also weniger sauer – bis das Wasser den vorindustriellen Wert erreichte. Sie konnten nachweisen, dass dadurch die Kalk-Skelette der Korallen innerhalb weniger Wochen um sieben Prozent stärker wuchsen als zuvor.

Vom Menschen produziertes Kohlenstoffdioxid wird zu einem großen Anteil von den Ozeanen absorbiert und führt zu deren zunehmender Versauerung.

Quelle: Nature http://nature.com/articles/doi:10.1038/nature17155

Anthropologie Das Auswildern von Tieren birgt Risiken

Weil ihr Lebensraum zerstört wird, gelangen viele bedrohte Wildtiere in Auffangstationen. Von dort werden sie oft wieder ausgewildert. Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie warnen nun in den "Scientific Reports" davor, dass durch solche Programme unterschiedliche Unterarten vermischt werden. Das wiederum könne das Überleben beider Populationen gefährden.

Die Forscher hatten Orang-Utans im indonesischen Nationalpark Tanjung Puting studiert. Erbgutanalysen der Affen zeigten: Unwissentlich wurde eine ortsfremde und genetisch verschiedene Unterart in den Park entlassen, die sich eigentlich vor knapp 180.000 Jahren von der ansässigen getrennt hat.

Die Vermischung zweier lange genetisch getrennter Populationen könne bei Tieren zu Krankheit und verminderter Fortpflanzung führen, schreiben die Forscher.

Sie plädieren daher dafür, beide Orang-Utan-Unterarten getrennt voneinander zu halten und auszuwildern.

Ob bei den Orang-Utans tatsächlich eine Auskreuzungs-Depression vorliegt, lässt sich allerdings anhand der vorliegenden Daten nicht eindeutig sagen.

Quelle: Quelle: Scientififc Reports DOI - 10.1038/srep22026

24.02.2016

Medizin Experten warnen vor einer sexuellen Übertragung des Zika-Virus.

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC prüft vierzehn neue Zika-Fälle bei Frauen, die sich möglicherweise durch Sexualkontakte infiziert haben. Die Zahl der Verdachtsfälle zeige, dass eine Übertragung auf diesem Wege häufiger stattfinden könnte als bislang gedacht. In zwei Fällen wurde das Virus bei Frauen bestätigt, die selbst nicht in Länder gereist waren, wo das Virus mittlerweile weit verbreitet ist. Ihre männlichen Partner hingegen seien zuvor in solchen Gegenden gewesen, heißt es in dem Bericht der Behörde. Die Männer würden derzeit auf Zika getestet. Die Behörde erneuerte ihren Aufruf an alle Menschen, die sich in den betroffenen Gebieten aufhalten zum Gebrauch von Kondomen oder zum vollständigen Verzicht auf Geschlechtsverkehr. [ar]

 

Quelle: AFP

Biologie Nicht nur Vögel könnten Magnetfelder ins Auge nehmen.

Auch Hunde und Affen besitzen Moleküle in ihren Augen, mit denen Vögel das Magnetfeld der Erde wahrnehmen. Die lichtempfindliche Substanz Crypto-chrom 1a ist bei den Vögeln dafür zuständig. Sie befindet sich in den Lichtsinneszellen und wird vom Magnetfeld aktiviert. So erkennen die Tiere die Neigung der Feldlinien im Vergleich zur Erdoberfläche. Eine Gruppe deutscher Forscher hat nun ganz ähnliche Moleküle in der Netzhaut von Säugetieren gefunden. So kommt es zum Beispiel vor in den Sinneszellen von Hunden, Wölfen, Bären und Füchsen, also bei hundeartigen Raubtieren. Bei Katzen, Löwen und Tiger hingegen wurden die Forscher nicht fündig. Bei den Affen kommt die Verbindung zum Beispiel im Orang-Utan vor. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Säugetiere auf diese Weise ebenfalls das Erdmagnetfeld wahrnehmen, wie sie in den "Scientific Reports" schreiben. [ar]

Quelle: Eurekalert, Scientific Reports, DOI: 10.1038/srep21848

Chemie Ein natürlicher Süßstoff wird noch süßer.

Aber er wird dafür auch etwas weniger natürlich. Wissenschaftler aus Japan haben den Pflanzenstoff Thaumatin mit Röntgenstrahlung untersucht, um herauszufinden, welche Bausteine des Proteins für seinen süßen Geschmack verantwortlich sind. Sie fanden heraus, dass vor allem die basischen Aminosäuren diesen Sinneseindruck vermitteln. Daraufhin haben die Forscher gezielt die sauren Bausteine des Moleküls gegen basische ausgetauscht. Die Süßkraft des Thaumatins konnten sie damit fast verdoppeln, wie die Wissenschaftler in den "Scientific Reports" berichten. [ar]

Quelle: Eurekalert, Scientific Reports

Umwelt Zunehmende Trockenheit bedroht fast alle Wälder in den USA.

In den vergangenen zwanzig Jahren haben ansteigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster zu einer stärkeren Trockenheit im Wald geführt. Das gelte fast überall auf dem nordamerikanischen Kontinent. Bisher war man davon ausgegangen, dass vor allem der Westen der USA von den Klimaänderungen betroffen sei. Ein internationales Forscherteam konnte nun aber zeigen, dass auch die artenreichen Laubwälder der östlichen Staaten unter den Veränderungen leiden dürften. Es gebe deutliche Hinweise darauf, dass die heutigen Wälder sich nicht schnell genug auf den raschen Klimawandel einstellen. Denn viele Baumarten könnten nicht in Gegenden ausweichen, die für sie günstiger sind, wie zum Beispiel höhere Lagen. Das schreiben die Forscher im Fachmagazin "Global Change Biology". Für ihre Studie hatten sie mehrere hundert Einzelpublikationen ausgewertet. [ar]

Quelle: idw, Global Change Biology, DOI: 10.1111/gcb.13160

Medizin Hilfe bei Skorpion-Stichen.

Medikamente, die Entzündungen hemmen, könnten vielleicht auch Menschen helfen, die von einem Skorpion gestochen wurden. Das legen Versuche an Mäusen nahe, die von Forschern aus Brasilien durchgeführt wurden. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass das Gift des brasilianischen gelben Skorpions zu einer schweren Entzündungsreaktion in den Lungen der Nager führte. Die Mäuse konnten vor dem Erstickungstod bewahrt werden, wenn ihnen ein Entzündungshemmer verabreicht wurde. Das berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Communications". Die Wissenschaftler hoffen nun, dass sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen lassen. Denn das einzige Medikament, das gegen das Gift des Skorpions zur Verfügung steht, ist ein Antiserum, das in manchen Fällen zu allergischen Abwehrreaktionen bei den Patienten führen kann. [ar]

Quelle: Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms10760

23.02.2016

Biologie Schlafstörungen und Depressionen könnten zusammenhängen

US-Forscher haben diesen genetischen Zusammenhang erkannt. Dabei gingen sie zunächst vom Erbgut von nur drei Patienten aus. Sie alle litten an Schlafstörungen und an Winterdepressionen.

Im Erbgut der Patienten fanden die Wissenschaftler Veränderungen in einem Gen, das mit der inneren Uhr in Verbindung steht. Sie schleusten diese Gen-Veränderung Mäusen ein. Bekamen diese Tiere dann nur einige Stunden Licht am Tag, verschob sich ihr Tag-Nacht-Rhythmus und sie zeigten Merkmale einer Depression.

Die Forscher konnten damit einen genetischen Zusammenhang zwischen Winterdepressionen und Schlafstörungen aufzeigen. Im Fachblatt „PNAS" resümieren sie, dass die Entdeckung dabei helfen könnte, neue Therapien zu entwickeln. [hell]

Wetter In Europa lag diesen Winter unterdurchschnittlich wenig Schnee

Zu dem Ergebnis kommen Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Sie werteten dazu Satellitenbilder aus und verglichen diese mit Daten aus früheren Jahren. Demnach war der aktuelle Winter - bisher - was die Dauer der Schneebedeckung angeht deutlich ärmer als ein durchschnittlicher Winter. Gerade ein großer Teil er Alpen sei über 40 Tage länger schneefrei geblieben als im Durchschnitt, heißt es in einer Erklärung des DLR.

Die Ergebnisse sind nicht nur für Skifahrer interessant. Die Schneebedeckung hat auch Einfluss auf die Vegetation, die Wasserversorgung und die Energiegewinnung. Die Analyse der Schneebedeckung kann helfen, hier mögliche Veränderungen zu erkennen und darauf zu reagieren. [hell]

Medizin Ein elektronisches Stethoskop soll Ärzte unterstützen

Forscher aus Japan haben es entwickelt und in den „Annals of Internal Medicine" beschrieben. Es kann die Lungengeräusche von Patienten aufzeichnen und dann mit einem Computerprogramm automatisch auswerten.

Für das Programm ließen die Forscher zunächst Experten die Lungengeräusche von knapp 900 Patienten klassifizieren. Mit den Ergebnissen erstellten sie eine mathematische Formel, die die Länge, Frequenz und Intensität von Lungengeräuschen beurteilt.

Das Programm wertet die aufgezeichneten Geräusche anhand dieser Formel aus und liefert dem Arzt eine grobe Diagnose.

Ärzte müssen Lungengeräusche manchmal unter schwierigen Bedingungen bewerten, etwa in einer vollen Notaufnahme. Dabei könnte das Programm sie in Zukunft unterstützen. [hell]

Glyptodonten Forscher haben gepanzerten, eiszeitlichen Giganten einige Geheimnisse entlockt

Die Glyptodonten bevölkerten vor zig Millionen Jahren Amerika. Einige Vertreter dieser Säugetierfamilie wurden bis zu zwei Tonnen schwer und vier Meter lang. Sie schützten sich mit einem Panzer und einem knüppelartigen, stacheligen Schwanz.

Bisher war unklar, wie diese Giganten in den Stammbaum der Säugetiere einzuordnen seien. Forscher ist es nun aber gelungen, Erbgut-Fragmente aus einem fossilen Glyptodonten-Panzer zu gewinnen. Die Analyse ergab, dass die Glyptodonten eng mit den heutigen Gürteltieren verwandt sind. So beschreiben es die Wissenschaftler im Magazin „Current Biology".

Die heute ausgestorbenen Panzertiere hätten sich vor 35 Millionen Jahren von den restlichen Gürteltieren abgespalten. Der letzte gemeinsame Vorfahre der heutigen Gürteltiere und der alten Glyptodonten habe lediglich sechs Kilogramm gewogen.

Das legt nahe, dass die Tiere während ihrer Evolution stark wuchsen, bis sie ein Körpergewicht von zwei Tonnen erreichten, bevor sie vor Ende der letzten Eiszeit ausstarben. [hell]

Statistische Methode Im 20. Jahrhundert stieg der Meeresspiegel besonders schnell

Zumindest schneller als in den 27 Jahrhunderten davor. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Magazin „PNAS".

Die Wissenschaftler nutzten Daten aus 24 Orten auf der ganzen Welt. Mit einer statistischen Methode berechneten sie daraus die globalen Meeresspiegel der letzten 3.000 Jahre. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass der Meeresspiegel seit 1900 um 14 Zentimeter gestiegen ist stärker als in irgendeinem Jahrhundert davor.

In einer weiteren Studie, die in der gleichen "PNAS"-Ausgabe erschienen ist, schätzen Wissenschaftler, dass der Meeresspiegel im 21. Jahrhundert um bis zu 1,3 Meter steigen könnte. Die Annahme bei dieser Prognose ist, dass weiterhin fossile Brennstoffe genutzt werden. [hell]

22.02.2016

Umweltverschmutzung Mikroplastik vor New York

Vor New York schwimmen Millionen Plastikteile.

Insgesamt etwa 165 Millionen Plastikteile schwimmen in den Gewässern vor New York - pro Quadratkilometer mehr als 250 Tausend -, teilte die Umweltorganisation Baykeeper mit. Sie hatte gemeinsam mit Forschern der Rutgers und der State University of New York sechs Monate lang an 18 Messstellen die Zahl der Plastikteile ermittelt. Auf Basis dieser Ergebnisse errechneten sie die Gesamtzahl der Plastikteile.

Bei den Teilen handelt es sich zu 85 Prozent um Partikel von bis zu fünf Millimetern Größe. Diese Mikropartikel seien insbesondere für Fische und andere Meerestiere gefährlich, weil die Tiere sie mit Nahrung verwechselten.

Quelle: mawi, "New York Times"

Geowissenschaften Längst vergangene Einschläge

Vor 790.000 Jahren gab es mehrere kosmische Einschläge auf der Erde.

Geowissenschaftler der Universität Heidelberg haben Gesteinsgläser aus verschiedenen Erdteilen untersucht. Solche sogenannten Tektiten entstehen bei Einschlägen von Asteroiden oder Kometen.
Die Proben aus Asien, Australien, Kanada und Zentralamerika wiesen ein fast identisches Alter auf, unterschieden sich aber chemisch zum Teil deutlich. Dies deute auf separate Einschläge hin, die etwa zur gleichen Zeit stattgefunden haben müssten, schreiben die Forscher in den "Geochimica et Cosmochimica Acta".

Die kosmischen Einschläge vor 790 Tausend Jahren hätten gravierende Folgen gehabt: Feuer und Erdbeben im Umkreis hunderter Kilometer um die Einschlagsorte sowie gewaltige Tsunamis beim Einschlag in den Ozean. Weil Staub und Gase in hohe Schichten der Atmosphäre geschleudert wurden, kam es weltweit zu einer Beeinträchtigung der Sonneneinstrahlung. Es wurde kälter und auch die Biomasseproduktion war beeinträchtigt.

Quelle: mawi,Geochimica et Cosmochimica Acta

Biologie Neue Schlangenart entdeckt

Biologen haben eine neue Schlangenart in Europa entdeckt.

Europas Wirbeltiere gelten als gut erforscht. Selten gelingt die Entdeckung einer neuen Art - wie jetzt die der "Iberischen Ringelnatter". Forscher der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden haben gemeinsam mit einem internationalen Team mehr als 300 Schlangen aus verschiedenen Sammlungen untersucht. Dabei haben sie Merkmale des Körperbaus - etwa Eigenschaften des Knochenbaus oder die Zahl der Schuppen - mit genetischen Merkmalen verknüpft. So konnten sie nachweisen, dass die Iberische Ringelnatter, Natrix astreptophora, keine Unterart der weit verbreiteten eurasiatischen Ringelnatter, sondern eine eigene Art ist.

Die Iberische Ringelnatter kommt in der nordafrikanischen Maghreb-Region, auf der Iberischen Halbinsel und im Süden Frankreichs vor. Allein in Südfrankreich nahe der Pyrenäen treffen eurasiatische und iberische Ringelnatter aufeinander.

Quelle: mawi, idw

Sexuelle Gewalt gegen Kinder Mehr als eine Millionen Opfer in Deutschland

Forscher schätzen: Mehr als eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland sind Opfer sexualisierter Gewalt.

Noch immer fehle es in Deutschland an validen Zahlen, wie oft Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs würden, sagte heute der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, bei der Vorstellung einer an der Universitätsklinik Ulm erstellten Expertise. Die Ulmer Kinder- und Jugend-Psychiater hatten europäische nationale Studien ausgewertet und Häufigkeitsangaben für Deutschland abgeleitet. Demnach sind in der Bundesrepublik von insgesamt 13 Millionen Kindern mehr als eine Million von sexuellem Missbrauch betroffen. Vermutlich an die 200.000 von diesen hätten besonders schwere Formen des Missbrauchs wie etwa Vergewaltigungen erlitten. Mädchen seien deutlich häufiger betroffen als Jungen.

Ausgehend von dem Experten-Papier soll die Forschung zur Situation in Deutschland aufgebaut werden.

Quelle: mawi, Agenturen, https://beauftragter-missbrauch.de/presse-service/pressemitteil

Japan Bakterien-Pumpe entwickelt

Japanische Forscher haben eine Bakterien-Pumpe umgebaut.

Wissenschaftler am Nagoya Institute of Technology haben mit einem Rhodopsin-Protein experimentiert. Es stammt aus dem Meeresbakterium Krokinobakter eikastus und dient ihm als Pumpe. Es kann Natrium oder auch Lithium in die Bakterienzelle hinein- oder aus der Zelle herauspumpen.

Die Forscher veränderten gezielt die genetische Information für die Pumpe und setzten diese in E. coli-Bakterien ein. Die Bakterien stellten daraufhin Pumpen her, die radioaktives Cäsium transportieren können, berichten die Forscher im "Journal of Physical Chemistry Letters". Allerdings arbeiten die Bakterien-Pumpen nicht im Dunkeln. Sie brauchen Licht, um Cäsium-137 in die Bakterienzelle einzuschleusen.

Die Bakterien-Pumpen könnten in großer Menge hergestellt werden, glauben die Forscher, um mit ihrer Hilfe radioaktiv verseuchtes Wasser zu reinigen. Radioaktives Cäsium-137 hat eine Halbwertzeit von etwa 30 Jahren.

 

 

Quelle: mawi, eurekalert.org

19.02.2016

Cygnus Ein Schwan verglüht

Anfang Dezember hatte der unbemannte Raumfrachter Cygnus – lateinisch für Schwan – mehr als 3.500 Kilogramm Lebensmittel und Ausrüstung an die Internationale Raumstation geliefert.

Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, haben die Astronauten der ISS heute den mit 1,5 Tonnen Müll befüllten Raumtransporter abgekoppelt. Cygnus ist nicht wiederverwendbar und verglüht in der Erdatmosphäre.

Den nächsten Cygnus-Transporter erwartet die ISS im März. Der Raumfrachter wird von der privaten Firma Orbital ATK entwickelt und betrieben. [lp]

Medizin Stress beim Vater wirkt sich auch auf die Nachkommen aus

Der Nachwuchs gestresster Mäuse-Männchen weist häufiger einen hohen Blutzucker-Spiegel auf als der von entspannten Vätern. Das berichten chinesische Mediziner im Fachmagazin „Cell Metabolism". Verantwortlich dafür sind epigenetische Veränderungen im Sperma der Nager - durch die Umwelt beeinflusste molekulare Mechanismen, die die Aktivität von Genen steuern.

Vor der Paarung hatten die Forscher die Mäusemännchen über zwei Wochen täglich für zwei Stunden in enge Plastikröhren gesperrt. Danach hatten die Tiere erhöhte Spiegel von Stresshormonen im Blut.

Die Stresshormone führen dazu, dass sich zusätzliche Methyl-Gruppen an einem Gen im Sperma der Männchen anlagern. Diese Gen-Modifizierung wiederum bewirkt, dass die Zuckerproduktion in der Leber der Nachkommen außer Kontrolle gerät. [lp]

Neurowissenschaft Auf Befehl zu handeln, schwächt das Verantwortungsgefühl für Untaten

Und das schlägt sich auch in der Aktivität von Hirnströmen der Täter nieder. Darauf weist eine Studie von Neurowissenschaftlern aus London und Brüssel im Fachblatt „Current Biology" hin.

In verschiedenen Experimenten verpassten Versuchsteilnehmer einem Mitspieler leichte Stromstöße oder Geldbußen – freiwillig oder auf Anweisung der Versuchsleiter. Das Ergebnis: Unter Zwang nahmen die Teilnehmer die Konsequenz ihres Handelns langsamer wahr. Auch die Aktivität der zeitgleich per EEG aufgezeichneten Hirnströme war abgeschwächt.

Das Gefühl der Selbstwirksamkeit und eigenen Verantwortung nehme offenbar ab, wenn eine Handlung unter Zwang geschieht, schlussfolgern die Forscher.

In den 1960er-Jahren hatte der New Yorker Psychologe Stanley Milgram ähnliche Experimente zum Gehorsam gegenüber Autoritäten durchgeführt.

Damals konnte er zeigen, dass sich die Mehrzahl der Versuchsteilnehmer vom Versuchsleiter dazu bringen ließ, einer anderen Person Stromstöße zu geben. [lp]

Biologie Darmpilze sollen bei der Herstellung von Biotreibstoff helfen

Die Pilze leben in pflanzenfressenden Säugetieren wie Ziegen, Schafen und Pferden. Dort sondern sie Enzyme ab, die dabei helfen, die Nahrung der Tiere abzubauen. Wissenschaftler haben jetzt eine Reihe dieser Enzyme aus Kotproben analysiert und festgestellt, dass sie teils effizienter Biomasse zerlegen als derzeit kommerziell genutzte Pilze. Sie könnten künftig helfen, Pflanzen-material in Bio-Treibstoff zu verwandeln, schreiben die Forscher in „Science".

Die Enzyme der Darmpilze taten sich besonders beim Zerkleinern von Lignocellulose hervor. Das bildet die Zellwand verholzter Pflanzen und damit eines der wesentlichen Ausgangsmaterialien für Biokraftstoff.

Bei einem Pilz der Gattung Piromyces fiel den Wissenschaftlern auf, dass unterschiedliche Enzyme koordiniert arbeiten und so den Abbau effizient machen. [lp]

Virologie Antikörper eines Ebola-Überlebenden nähren Hoffnung

Und zwar darauf, in Zukunft Immuntherapien oder einen Impfstoff gegen die Krankheit zu entwickeln. Das schreiben Forscher im Fachmagazin „Science".

Sie haben knapp 350 Antikörper aus Immunzellen eines Mannes isoliert, der eine Infektion mit dem Virus überlebt hatte. Die Antikörper wirken auf unterschiedliche Regionen von Proteinen auf der Virus-Oberfläche. In einer Versuchsreihe mit Ebola-infizierten Mäusen waren die Antikörper besonders effizient, die den Stiel eines Proteins in der Virus-Membran angreifen. Damit behandelt, betrugen die Überlebensraten der Mäuse 60 bis 100 Prozent.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll nun weiter geforscht werden. [lp]

Botanik Orchideen derselben Art duften im Tal stärker als in den Bergen

Das haben Schweizer herausgefunden, genauer Botaniker aus Zürich. Der Grund sind offenbar unterschiedliche Vorlieben der bestäubenden Insekten. Die unterscheiden sich je nach Standort der Pflanze. Die Studie ist in „Plos One" erschienen.

Die Forscher untersuchten jeweils vier Populationen der Wohlriechenden Händelwurz in Tälern und auf Bergen der Schweiz. Dabei sammelten sie Daten zu Anzahl, Farbe und Geruch der Orchideen-Blüten. Um den Grad der Bestäubung zu messen, zählten sie später die Anzahl der Früchte.

Im Tal bevorzugten Bestäuber deutlich die stärker duftenden Orchideen. Zudem entließen die Pflanzen dort größere Mengen bestimmter Duftstoffe. Bei Farbe und Blütenzahl zeigten die Insekten dagegen keine regionale Vorliebe. [lp]

MO DI MI DO FR SA SO
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