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03.03.2006

Medizin Kinder könnten künftig gegen Mittelohrentzündung geimpft werden.

Die Mittelohrentzündung zählt zu den häufigsten Infektionen bei kleinen Kindern. Sie kann durch zwei Erreger ausgelöst werden. Gegen beide gibt es zwar bereits Impfstoffe, doch in einem Fall wirkt dieser gerade bei kleinen Kindern zu schwach. Mediziner der Universität in Königgrätz in Tschechien haben jetzt einen Kombinations-Impfstoff gegen beide Erreger entwickelt. Wie sie in dem Fachblatt „The Lancet“ schreiben, haben Kinder, die mit diesem Stoff geimpft wurden, bis zum zweiten Lebensjahr rund ein Drittel weniger Mittelohrentzündungen als Kinder ohne diese Impfung. //[gät]//

Nanotechnik Das dünnste Goldkettchen der Welt ist ein Atom dick.

Die feine Atomkette haben Physiker der Universität Delft in Holland zusammen mit Wissenschaftlern aus den USA gefertigt. Sie reinigten dazu ein Silizium-Plättchen, schnitten eine Treppen-Struktur in dessen Oberfläche und bedampften diese mit Gold. Die Goldatome lagerten sich auf den winzigen Treppchen an und bildeten dabei eine Kette. Wie die Forscher in dem Fachblatt „Physical Review Letters“ berichten, zeigten Messungen, dass die Elektronen in dieser Kette den Gesetzen der Quantenmechanik gehorchen und zum Beispiel stehende Wellen bilden. Die Forscher hoffen, mit Hilfe des Verfahrens Leiterbahnen für Mikrochips herstellen zu können, die deutlich feiner sind als heutige. //[gät]//

Quelle: Physical Review Letters, Band 96, Artikel 076801

Technik Keramik könnte künftige Computerchips kühlen.

Dank des so genannten elektrokalorischen Effekts. Wird bei bestimmten Stoffen eine Spannung angelegt und danach abgeschaltet, sinkt die Temperatur in diesem Material. Üblicherweise reicht der Effekt nicht aus, um ihn technisch auszunutzen. Forscher der Universität Cambridge präsentieren jetzt jedoch im Fachblatt „Science“ eine Keramikmischung, die bei 222 Grad Celsius und 25 Volt Spannung 12 Grad Celsius verliert. Das ist mehr als 100 Mal stärker als die bisher bekannten Kühleffekte. Die Wissenschaftler sehen eine mögliche Anwendung dieses Effekts zum Kühlen von Computerchips oder Verbessern konventioneller Kühlschränke. //[gät]//

Ethologie Auch Schimpansen helfen sich gegenseitig.

Können die Tiere in Experimenten nicht allein an Futter gelangen, lassen sie sich von ihren Artgenossen unterstützen. Dabei wählen sie vor allem die Tiere aus, die sich bereits zu früheren Gelegenheiten hilfsbereit gezeigt haben. Das berichten zwei Forschergruppen des Max Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachblatt „Science“. Die Wissenschaftler hatten untersucht, ob Schimpansen kooperieren. Die Ergebnisse der Experimente legten nahe, dass die Tiere viel besser zusammenarbeiten können als bislang von Biologen vermutet wurde. //[gät]//

Quelle: Science, Band 311, Seite 1301, doi: 101126/science1121448

Umwelt Der Südpol hat seit drei Jahren Eis verloren.

Darauf deuten Gravitationsmessungen der „Grace“- Mission hin. Mit Hilfe dieser Satelliten können feine Veränderungen im Schwerefeld der Erde registriert werden. Die Messungen über dem Südpol zeigten, dass die Eismasse im Westen des Kontinents in den vergangenen drei Jahren um jeweils rund 150 Kubikkilometer geschrumpft ist. Das berichtet ein Forscherteam der Universitäten von Colorado und Kalifornien im Fachblatt „Science“. Der Meeresspiegel ist durch diese Schmelze jedes Jahr um rund 4 Millimeter gestiegen. Für die Wissenschaftler ist dieses Ergebnis eine Überraschung. Der UN-Klimarat hatte noch 2001 angenommen, dass die Eismasse auf dem Südpol wachsen werde. Grund dafür seien die häufigeren Niederschläge. Rund 90 Prozent der Eismasse der Erde lagern am Südpol. Sollte das gesamte Eis abtauen, stiege der Meeresspiegel um mehr als sechs Meter an. //[gät]//

Quelle: Science, doi 10.1126/science.1123785.

Astronomie Erdteleskope erblinden eher als errechnet.

Das befürchtet der britische Astronom Gerry Gilmore von der Universität Cambridge. In einem Interview mit dem Online-Dienst der BBC weist der Forscher darauf hin, dass durch den wachsenden Luftverkehr und die Klima-Erwärmung häufiger Wolken auftreten werden. Diese nähmen in den kommenden vierzig Jahren so stark zu, das Weltraum-Beobachtungen von der Erde aus zu keinem befriedigenden Ergebnis mehr führen werden. Darauf deuten Hochrechnungen hin, die für die Errichtung eines Extremely Large Telescopes erstellt wurden. Der britische Forscher macht vor allem die Zunahme der Billigfliegerei für das rasche Ende der erdgebundenen Sternenbeobachtung verantwortlich. Wörtlich sagte Gilmore: Man muss entweder billige Flüge nach Mallorca aufgeben oder die Astronomie. //[gät]//

Biologie Raubtiere schützen die Pflanzenwelt.

Das berichten Wissenschaftler von der Duke-Universität im „Journal of Ecology“. Die Forscher hatten über mehrere Jahre hinweg die Pflanzenwelt auf kleinen Inseln in den Stauseen Venezuelas beobachtetet. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass auf den Inseln nach elf Jahren ohne Raubtiere nur 37 Prozent der Sprösslinge wuchsen, die auf einer normalen Vergleichsfläche zu finden waren. Nach weiteren fünf Jahren war Zahl der jungen Triebe sogar auf ein Viertel der Vergleichsfläche geschrumpft. Die Arbeit untermauert in den Augen der Forscher die 1960 aufgestellte "Grün-Welt-These", der zufolge Raubtiere dafür sorgen, dass die Lebensgemeinschaft der Pflanzen stabil bleibt. //[gät]//

Quelle: Journal of Ecology Band 94, Seite 253 bis 263.

02.03.2006

Astronomie Das Methan auf Titan könnte in Eis eingeschlossen sein.

Das vermuten Wissenschaftler der Universität Nantes im Fachblatt "Nature". Die Raumsonde Cassini hatte große Mengen Methan in der Gashülle des Mondes gefunden, aber so gut wie kein Methan auf der Oberfläche. Da Methan unter Sonnenlicht langsam zersetzt wird, muss das Gas in der Atmosphäre ergänzt werden. Die französischen Forscher gehen davon aus, dass das Methan in Eis auf dem Saturnmond gebunden ist. Dieses bedeckt einen Ozean aus Wasser und Ammoniak. Bricht ein Vulkan aus, bringt er das Eis zum Schmelzen, und das Methan wird frei gesetzt. Sollte diese Theorie stimmen, müssten künftige Missionen Spuren dieses Ozeans finden können. //[gä]//

Quelle: nature

Raumfahrt Die Nasa hofft, in diesem Jahr drei Shuttle-Missionen zu starten.

Die Weltraumorganisation hat einen modifizierten Tank für die Raumschiffe erhalten. Von diesem sollen während des Starts keine Teile der Isolation mehr abbrechen. Der modifizierte Tank soll jetzt im Windtunnel getestet werden. Stellen diese Tests die Nasa-Techniker zufrieden, könnte die Discovery bereits im Mai starten - in diesem Jahr könnten dann noch zwei weitere Flüge folgen. Bei dem Start der Columbia-Fähre 2003 hatte ein Bruchstück der Isolation die Tragfläche beschädigt - die Fähre stürzte beim Wiedereintritt in die Atmosphäre ab. //[gä]//

Quelle: ap/bbc/newswise

Archäologie Die Ureinwohner von Peru kannten Mais bereits vor 4000 Jahren.

Damit haben sie rund 1000 Jahre früher in den Anden Mais angebaut als bislang bekannt war. Das haben amerikanische Forscher des Smithsonian Instituts bei Ausgrabungen eines Hauses in Peru herausgefunden. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature" berichten, entdeckten sie dabei mikroskopisch kleine Überreste von Mais, Kartoffel und Pfeilwurz. Die Forscher haben damit den ältesten Nachweis von Maisanbau und -verarbeitung in den Anden entdeckt. Der Pfeilwurz-Fund deutet darauf hin, dass die Vorfahren der Inka, die auf 3600 Meter über dem Meeresspiegel lebten, Handel mit Menschen aus Tal-Regionen trieben. Im Gegensatz zu Mais und Kartoffel wächst Pfeilwurz nicht in solch großer Höhe. Auch der Mais dürfte ursprünglich auf diesem Wege von Mittelamerika zu ihnen gelangt sein. //[gä]//

Quelle: nature

Geologie Unter dem Yellowstone-Nationalpark rumort es.

Ein Teil des Gebiets hat sich seit 1995 um knapp zehn Zentimeter gehoben, ein anderer Teil um sechs Zentimeter gesenkt. Das notieren Wissenschaftler vom amerikanischen geologischen Dienst im Fachblatt "Nature". Die Forscher hatten die Bodenbewegung auf Radar-Bildern des europäischen Forschungssatelliten ERS-2 entdeckt. Sie führen diese auf eine erhöhte geothermische Aktivität zurück. Der Yellowstone-Nationalpark liegt auf einem so genannten Super-Vulkan, der an der Oberfläche kaum sichtbar ist. Ein Ausbruch hätte weit reichende Folgen: Große Teile der US-Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho in den Rocky Mountains verschwänden von der Landkarte. In den Vereinigten Staaten fielen kurzfristig Wasserversorgung, Elektrizität und Telekommunikation aus. Und der Ausbruch stieße so viel Asche in die Luft, dass weltweit mit Ernteausfällen zu rechnen wäre. Der Vulkan ist zuletzt vor 640.000 Jahren großflächig ausgebrochen. Dabei stieß er 1000 Kubikkilometer Asche und Gestein in die Atmosphäre. //[gä]//

Quelle: nature/sz

Psychologie Lob kann Menschen zum Klimaschutz ermuntern.

Das berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Limnologie in Plön und Meteorologie in Hamburg. Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe von verschiedenen Spielreihen, bei denen die Mitspieler durch ihr Verhalten einen Gewinn erzielen konnten, untersucht, unter welchen Bedingungen die Mitspieler bereit waren, sich für das Klima einzusetzen. Der Ausgang der Spiel-Runden zeige, dass sich die Mitspieler umso mehr für die Umwelt engagierten, je mehr sie durch ihr Handeln an Ansehen in der Öffentlichkeit gewinnen konnten – und je besser sie informiert waren. Die Wissenschaftler ziehen daraus den Schluss, dass die Politik Strategien entwickeln sollte, bei denen die Investitionen von Mitbürgern in den Klimaerhalt öffentlich publik gemacht werden. //[gä]//

Quelle: spektrumdirekt/idw

Informationstechnik Amateure haben einen deutschen U-Boot-Code aus dem zweiten Weltkrieg geknackt.

Der britische Geheimdienst konnte zwar schon während des Krieges die meisten verschlüsselten Funksprüche deutsche U-Boote mit Hilfe eines Computers knacken. An drei verschlüsselten Nachrichten scheiterte jedoch das System. Eine dieser Nachrichten ist jetzt von 46 Amateuren dechiffriert worden. Sie ließen auf ihren Rechnern ein für diesen Zweck geschriebenes Programm laufen, das jeweils Teile der Botschaft übersetzte. //[gä]//

Quelle: bbc-online

Archäologie Schon die Minoer kannten die Archimedische Spirale.

Die "Archimedische Spirale" ist eine Schraube mit mehreren Windungen, die zum Fördern von Wasser verwendet werden kann. Ihre Entwicklung wird auf Archimedes zurückgeführt, der um 290 vor Christus geboren wurde. Wissenschaftler der Technischen Universität von Athen haben jetzt jedoch Abbildungen einer ähnlichen Spirale gefunden, die mindestens 1340 Jahre älter sind und aus der Zeit der Minoer stammt. Die Spiralen sind sehr genau gezeichnet. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass die Zeichner über sehr gute Geometrie-Kenntnisse verfügten. //[gä]//

Quelle: wissenschaft.de

01.03.2006

Biologie Rauhautfledermaus fliegt Weltrekordstrecke

Eine Rauhautfledermaus hat eine neue Weltrekordstrecke geflogen. Die Distanz beträgt 1905 Kilometern. Markiert wurde die Rauhautfledermaus //Pipistrellus nathusii// in Lettland. Von da aus flog sie bis Kroatien. Wie das Bundesamt für Naturschutz heute mitteilte, war diese Wanderung zwischen dem Sommer- und Winterlebensraum die bislang weiteste Flugentfernung, die je bei einer Fledermaus dokumentiert wurde. //[mst]//

Quelle: idw

Gentechnik Neuer Gen-Tech-Weizen ist reich an Ballaststoffen

Ein neuartiger Gen-Tech-Weizen enthält weniger gut verdauliche Stärke und mehr Ballaststoff. Das berichtet ein australisch-britisches Forscherteam im Fachblatt "PNAS". Das Team von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) in Canberra veränderte bei dem Weizen zwei Gene. Die Gene SBEIIa und SBEIIb regulieren die Synthese von Stärke aus Amylopektin und Amylose. Das gut verdauliche Amylopektin ist gewöhnlich der Hauptbestandteil von Stärke. Dagegen besteht die Stärke in dem gentechnisch veränderten Weizen überwiegend aus Amylose. Diese Stärke-Art ist nur schwer oder gar nicht verdaulich. Die Ballaststoffe wirkten sich positiv auf die Verdauung aus, berichten die Forscher nach Tierversuchen. Eine ballaststoffreiche Ernährung könnte zudem das Risiko minimieren, an Diabetes sowie an Darmkrebs zu erkranken, schreiben die Forscher. //[mawi]//

Quelle: PNAS

Meeresforschung Methan vom Grund der Ozeane erwärmt die Atmosphäre

Methan vom Grund der Ozeane erwärmt die Atmosphäre. Und zwar sehr viel stärker als bisher angenommen. Das schreiben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in einer Online-Vorabveröffentlichung der Zeitschrift "Earth and Planetary Science Letters". Bislang gingen sie davon aus, dass Bakterien freigesetztes Methan am Meeresboden sofort zersetzen und unschädlich machen. Bei der Untersuchung eines Schlammvulkans in der Tiefsee zwischen Norwegen und Spitzbergen fanden die Wissenschaftler nun heraus, dass große Mengen Methan auch in oberflächennahe Wasserschichten gelangen. Die Forscher wollen jetzt mit einem Flugzeug ermitteln, wie viel Methan davon in die Luft gelangt. Methan ist ein 20 Mal wirksameres Klimagas als Kohlendioxid. //[job]//

Quelle: idw

Biologie Pflanzen locken Geckos mit farbigem Nektar an

Pflanzen locken Geckos mit farbigem Nektar an. Schweizer Wissenschaftler der Universität Zürich entdeckten dieses Phänomen auf der Insel Mauritius bei einem Glockenblumengewächs und zwei Malvengewächsen. Diese Pflanzen besitzen grellroten beziehungsweise grellgelben Nektar. Bei ihren Untersuchungen mit wilden Geckos konnten die Forscher zeigen, dass die Geckos den farbigen Nektar farblosen Alternativen vorziehen. Die Tag-Geckos der Art //Phelsuma ornata// sind den Forschern zufolge eine Form von Symbiose eingegangen. Ähnlich wie Bienen erhalten sie für ihre unabsichtlichen Bestäubungsdienste den farbigen Nektar, schreiben die Forscher in einer Online-Vorabveröffentlichung der "Biology Letters of the Royal Society". Die Blumen bieten den Geckos zudem ein ehrliches Signal, weil die Tiere schon von weitem sehen können, ob und wie viel Nektar eine Blüte bietet. //[Mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Astronomie Der Satellit Swift hat eine kosmische Explosion beobachtet

Der Satellit Swift hat eine kosmische Explosion beobachtet, die das astronomische Forschungsteam des Particle Physics and Astronomy Research Councils bislang nicht erklären kann. Der Forschungssatellit Swift hatte die Gammastrahleneruption in einer 440 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie beobachtet. Diese hielt knapp 40 Minuten lang an. Normalerweise dauern Gammastrahlenblitze nur wenige Sekunden oder Minuten. Wie das Forschungsinstitut im britischen Swindon heute mitteilte, könnte dies ein Vorbote einer Supernova sein. Die Astronomen hoffen, bald erstmals eine solch gewaltige Explosion beobachten zu können. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

28.02.2006

Medizin Eine Katze auf Rügen verendete an der Vogelgrippe.

Bei dem am Wochenende in der Nähe der Wittower Fähre aufgefundenen Tier sei eine Infektion mit dem H5N1-Virus festgestellt worden, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut heute in Riems mit. Ob es sich um die hoch ansteckende Virus-Variante handele, werde derzeit noch untersucht. Es handelt sich um die erste nachgewiesene H5N1-Infektion eines Säugetiers in Deutschland. Aus Tierversuchen niederländischer Forscher der Universität Rotterdam ist bekannt, dass Katzen grundsätzlich empfänglich sind für das Vogelgrippevirus, wenn sie mit dem Virus infizierte Beutetiere fressen. In Thailand waren im Jahr 2004 in einem Zoo Tiger an den Folgen der Vogelgrippe verendet. Sie waren mit infizierten Hühnern gefüttert worden. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Physik Ein Magnetfeld bringt Kunststoff in seine ursprüngliche Form.

Polymerforscher am GKSS-Forschungszentrum Teltow stellen im Fachblatt PNAS einen neuartigen Kunststoff mit Formgedächtnis vor. In den Kunststoff sind magnetische Nanoteilchen eingearbeitet. Wird ein Magnetfeld angelegt, erwärmen sich die Partikel und mit ihnen der Kunststoff. Er kehrt wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Anwendungsmöglichkeiten sehen die Forscher vor allem in der Medizin. So könnte die Form von implantierten Katheter von außen durch die Haut gezielt gesteuert werden. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Archäologie Forscher finden das "Pompeji" Indonesiens.

Archäologen der Universität von Rhode Island in Kingston haben in Indonesien unter einer drei Meter dicken Ascheschicht Überreste eines Dorfes gefunden. Es gehörte zum Königreich Tambora, das 1815 bei einem Vulkanausbruch verschüttet worden war. Damals kamen mehr als 100.000 Menschen um. Die Forscher fanden ein Pfahlhaus, die Überreste von zwei Erwachsenen sowie Bronzeschalen, Keramiktöpfe und Eisenwerkzeug. Der Fund belege einen gewissen Wohlstand der Einwohner von Tambora. Sie waren in Südostasien für ihren Honig, ihre Pferde sowie für Sandelholz bekannt. Die Forscher vermuten unter der Asche unter anderem einen hölzernen Palast, den sie bei einer weiteren Expedition finden wollen. Der Ausbruch des Vulkans Tambora 1815 hatte weltweite Auswirkungen. In Europa und den USA führte er zu einem besonders kalten Sommer 1816, zu Ernteausfällen und zu Hungersnöten. //[mawi]//

Quelle: bdw-Ticker

Medizin Dieselbe Gen-Veränderung kann zu verschiedenen Tumoren führen.

Frauen, die die Gene BRCA 1 oder BCRA 2 tragen, haben ein hohes Risiko, an Brustkrebs oder/und an Eierstockkrebs zu erkranken. Forscher des Israelischen Brustkrebskonsortiums kommen in einer im Fachblatt PNAS veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass Frauen, in deren Familien Brustkrebsfälle auftraten, häufiger selbst an Brustkrebs erkranken. Gab es in ihrer Familie Eierstockkrebs-Erkrankungen, so war ihr Risiko höher an Eierstockkrebs zu erkranken als an Brustkrebs. Auch familiäre Faktoren, so die Forscher, hätten also einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, mit der sich eine bestimmte Tumor-Art entwickle. Der neue Fund könne helfen, Frauen mit dem höchsten Eierstock-Krebs-Risiko zu identifizieren. Eierstock-Krebs ist seltener als Brustkrebs – aber auch schwieriger zu diagnostizieren. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Forschungspolitik Christliche Gruppen wollen die Stammzellforschung in Kalifornien stoppen.

Mit zwei Klagen wollen christlich-konservative Gruppen in Kalifornien ein staatlich gefördertes Großprojekt zur Stammzellforschung verhindern. Beim Prozessauftakt gestern in San Francisco argumentierten die Kläger, das Budget des "Kalifornischen Instituts für Regenerative Medizin" unterliege keiner staatlichen Kontrolle, dies sei verfassungswidrig. Im November 2004 hatten sich die kalifornischen Wähler in einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen, dass ihr Bundesstaat die Forschung an embryonalen Stammzellen mit insgesamt drei Milliarden US-Dollar fördert. Im vergangenen Mai hatte San Francisco den Zuschlag für den Sitz des Stammzellforschungsinstituts erhalten. Durch die beiden Klagen hat sich die Ausschüttung von Forschungsgeldern verzögert. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Hubble schießt ein riesiges Familien-Foto.

Das Weltraumteleskop "Hubble" hat das bislang detailreichste Foto einer Galaxie aufgenommen. Die Aufnahme zeigt rund 25 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie M101 im Sternbild Großer Bär. Der Durchmesser von M101 ist mit rund 170.000 Lichtjahren fast doppelt so groß wie der unserer Milchstraße. M101 enthält nach Schätzungen von Astronomen der europäischen Raumfahrtagentur Esa in Garching rund eine Billion Sterne. Das Hubble-Foto entstand von März 1994 bis Januar 2003 und setzt sich aus 51 Einzelaufnahmen zusammen. Wegen der langen Reisezeit des Lichts von M101 zu uns, ist die Galaxie auf dem Foto zur Zeit des Miozäns zu sehen, als auf der Erde die ersten Säugetiere und Elefantenarten auftauchten. //[mawi]//
27.02.2006

Astronomie Astronomen sind dem Röntgenschein der Milchstraße auf die Spur gekommen.

Er stammt von Millionen erloschener Stern. Das haben Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde Nasa festgestellt, als sie die Daten des Röntgensatelliten Rossi auswerteten. Das schimmernde Band der Milchstraße war schon zu Zeiten von Galileo Galilei bekannt. Der Lichtschein setzt sich aus einzelnen Lichtquellen zusammen, so genannten Weißen Zwergen. Das sind schwach leuchtende oder bereits erloschene Sterne. //[kar]//

Lebensmitteltechnologie Die fettärmste Wurst kommt von Verpackungstechnikern.

Und zwar von Forschern des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising. Die haben gemeinsam mit Metzgern eine Wurst entwickelt, die nur 2,5 Prozent Fett enthält. Normalerweise bestehen Würste aus Fett, Wasser, Eiweißstoffen, Speck, Schwarte, Knorpel und vielem, vielem mehr. Ohne Fett werden Würste trocken und bröselig. Die neue Wurst besteht dagegen überwiegend aus Hinterschinken, der selbst fettarm ist. Dieser Schinken wird mit Hilfe einer Zerkleinerungsmaschine zerfasert. Den Wissenschaftlern zufolge bleiben damit die Proteine erhalten, die den Geschmack und die Beschaffenheit von Würsten prägen. //[kar]//

Quelle: fhg

Ernährung Kohl kann vor Bauchspeicheldrüsenkrebs schützen.

Davon sind Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm überzeugt. Die Wissenschaftler haben sieben Jahre lang die Essgewohnheiten von knapp 90.000 Männern und Frauen beobachtet. Am Ende der Studie stellte sich heraus, dass diejenigen, die regelmäßig Kohl aßen, weniger anfällig für Bauchspeicheldrüsenkrebs waren als die übrigen Teilnehmer der Studie. Die Forscher stellten dagegen keinen Zusammenhang fest zwischen der Krebserkrankung und dem Verzehr von Obst- oder Gemüse. //[kar]//

Geologie Ein See im Osten Sibiriens birgt ein uraltes Geheimnis.

Der See ist der Überrest eines Meteoriteneinschlags vor 3,6 Millionen Jahren. Das berichten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Zeitschrift „Geology“. Die Wissenschaftler haben den Boden unterhalb des Sees mit seismischen Wellen durchleuchtet. Die Messgeräte zogen die Forscher auf einem Floß über den See, der kreisrund ist und einen Durchmesser von 18 Kilometern hat. Der Boden rund um den See herum ist bis zu 600 Meter tief gefroren. in der Mitte des Sees türmt sich Gestein, das vermutlich beim Aufprall des Meteoriten in die Luft geschleudert wurde und dann wieder herunterfiel. Darunter sind die Ablagerungen des Sees, in denen vermutlich die Entwicklung des arktischen Klimas dokumentiert ist. //[kar]//

Quelle: AWI

Neurologie Erinnerung ist eine Frage der Verfassung.

Nämlich der Verfassung des Gehirn. Nur wenn das eine entsprechende Bereitschaft hat, etwas ins Langzeitgedächtnis zu übernehmen, geschieht dies auch. Das haben Wissenschaftler des University College in London beobachtet und beschrieben in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“. Die Wissenschaftler konfrontieren Testpersonen mit einem Sprachtest und beobachteten gleichzeitig die Gehirnströme. Dabei stellten sie fest: Je besser sich die Testpersonen auf die Worte konzentrierten, desto besser blieben sie im Gedächtnis haften. Wurden die Testpersonen auf den Test eingestimmt, spiegelte sich diese Konzentration in den Gehirnströmen wider, noch bevor das erste Wort überhaupt gezeigt wurde. Die Forscher schließen daraus, dass für die Gedächtnisbildung auch die Vorleistung des Gehirns wichtig ist. //[kar]//

Quelle: Nature Neuroscience, doi: 10.1038/nn1663

Sonnenphysik Die Gasausbrüche der Sonne treffen auch den Mars und die Erde.

Entsprechende Partikelströme haben Raumsonden, Röntgensatelliten und Radar-Stationen registriert. Das berichten amerikanische Wissenschafter in der Zeitschrift „Science“. Demnach handelt es sich um die erste Messung einer Sonneneruption auf zwei verschiedenen Planenten. Die Forscher wollen jetzt die Aufzeichnungen vergleichen und die Auswirkungen der Gasausbrüche untersuchen. //[kar]//

Mikrobiologie Bakterien machen Styropor den Garaus.

Wissenschaftler der Universität Hamburg und des University College in Dublin haben Styropor erhitzt und bei einer Temperatur von rund 500 Grad Celsius in ein Öl verwandelt. Damit fütterten sie ein Bakterium namens //Pseudomonas putida//. Das produzierte daraus einen Kunststoff, der sich biologisch abbauen lässt. Jedes Jahr fallen weltweit 14 Millionen Tonnen Styropor-Abfall an, aber nur ein Prozent davon wird wieder verwendet. Styropor ist ein langlebiger Kunststoff, der sich nicht zersetzt. //[kar]//

Quelle: science & technology, doi: 10.1021/es0517668 S0013-936X(05)01766-9

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