Sonntag, 16.06.2019
 
07.03.2006

Medizin Sport ist gut für den Kopf

Und das nicht nur in jedem nachgeburtlichen Alter, sondern bereits zuvor. Zu diesem Ergebnis kommen Hirnforscher vom Max-Dellbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch. Sie hatten trächtige Mäuse untersucht und festgestellt, dass die späteren Jungen umso leistungsfähiger waren, je aktiver sich die Weibchen während der Tragzeit verhielten. Mäusebabies von Müttern, die gerne im Laufrad trainierten, kamen zunächst leicht untergewichtig zur Welt und hatten einen kleineren Hippocampus. Ab dem achten Tag nach der Geburt begann sich bei diesen Tieren jedoch die Nervenbildung deutlich zu beschleunigen. Fünf Wochen nach der Geburt besaßen sie dann etwa 40 Prozent mehr Nervenzellen im Hippocampus als die Kontrolltiere und ihr Gewicht hatte sich normalisiert. Die sportliche Aktivität erhöhe bei den Müttern wahrscheinlich die Produktion verschiedener Wachstumsfaktoren, die den Organismus der Nachkommen nachhaltig beeinflussen, vermuten die Forscher in der Fachzeitschrift: Proceedings of the National Academy of Sciences. Ob die Ergebnisse direkt auf den Menschen zu übertragen sind, ist bislang noch nicht klar. //[teja]//

Quelle: PNAS/Pressemitteilung Max-Delbrück-Centrum

Astronomie Riesiger Meteoritenkrater in der Sahara blieb zehn Millionen Jahre unentdeckt

Forscher der Universität Boston haben auf Satellitenaufnahmen einen bislang unbekannten Meteoritenkrater im ägyptischen Teil der Sahara entdeckt – unweit der Grenze zu Libyen. Mit einem Durchmesser von 31 Kilometern ist er der drittgrößte Einschlagkrater Afrikas. Nur die Vredefort-Formation und der Morokweng-Krater – beide in Südafrika - sind ausladender. Nach Ansicht der Forscher ist der Krater Folge des Aufpralls eines rund ein Kilometer großen Brockens. Möglichweise ist beim Aufprall dieses Brockens auch das gelblichgrüne "Wüstenglas" - ein transparenter Stein - entstanden, das an vielen Stellen dieser Gegend zu finden ist. //[Hermann-Michael Hahn]//

Quelle: Boston University News

Medizin Hörschnecke verstärkt tiefe Töne

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, weshalb die Hörschnecke im Innenohr eine Spiralform hat. Neben der Platzersparnis bietet der gewundene Aufbau klare Vorteile beim Hören. So sammele sich mit zunehmender Krümmung der Hörschnecke die Energie der Schallwelle am äußeren Rand der Spirale und werde nicht gleichmäßig über den gesamten Kanalquerschnitt verteilt. Die Sinneszellen in der Hörschnecke reagieren besonders empfindlich auf diese Energiebündelungen. In der schmalen Spitze ist diese Verstärkung am größten. Damit bringt die Spiralform Schallwellen niedriger Frequenzen einen Vorteil – das heißt: sie verstärkt besonders die tiefen Töne. //[teja]//

Quelle: Wissenschaft.de, Physical Review Letters Bd. 96 S. 088701

Chemie Vanillin lässt sich auch aus Kuh-Fladen gewinnen

Die Exkremente von Rindern enthalten den schwer verdaulichen Holzstoff Lignin aus den Zellwänden der Futterpflanzen. Wie japanische Biowissenschaftler herausfanden, genügt eine einstündige Hitze- und Druckbehandlung, und aus dem Lignin entsteht Vanillin. Das sei nicht einmal halb so teuer wie die Gewinnung des Aromastoffes aus Vanille-Schoten. Nun soll aus dem neuartigen Ansatz für das Recycling von Kuh-Dung Profit gezogen werden. In Kooperation mit der Chemie-Firma Sekisui ist eine große Prozess-Anlage geplant. Verbrauchern muss wegen der Fladen aber nicht flau werden: Das Vanillin von der Weide soll bloß in Körperpflegemitteln und Duftkerzen eingesetzt werden. //[Volker Mrasek]//

Quelle: afp, Tokio; Täufel et al.: Lebensmittel-Lexikon, Behr’s Verlag, Hamburg

Medizin Body-Mass-Index und Hüftumfang zeigen frühzeitig Gefäßschädigung an

Ein Team von der Warwick Medical School hat 260 gesunde Männer und Frauen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass es einen Zusammenhang zu geben scheint zwischen Gefäßschädigungen wie verengten oder verstopften Arterien und dem Grad an Übergewicht beziehungsweise Speck um die Taille. Im Einzelnen stellten sie fest, dass die Menge von löslichem E-Selektin – das ist ein Entzündungsmarker, der von den Gefäßwänden produziert wird – mit dem Body-Mass-Index und dem Verhältnis von Taille zu Hüfte korreliert: Jedem sE-Selektin-Anstieg um zwei Prozent stand eine Zunahme des Body-Mass-Index von einer Einheit gegenüber oder von 0.01 im Hüfte-Taille-Verhältnis. Die Wissenschaftler hoffen aus den Ergebnissen nun Präventions- und Behandlungsmethoden entwickeln zu können. Sie vermuten, dass sich bereits ohne großen Aufwand mit einer gesunden Diät das Niveau von löslichem E-Selektin mindern lasse. //[teja]//

Quelle: International Journal of Obesity, BBC

06.03.2006

Informationstechnik Der schnellste Computer Europas steht in Jülich

Der Hochleistungsrechner JUBL - Jülich Blue Gene/L - vom Forschungszentrum Jülich bietet ab heute eine Spitzenleistung von 46 Teraflops, also 46 Billionen Rechenschritte pro Sekunde. Der Rechner verfügt über 16.000 Prozessoren und einen Hauptspeicher von vier Tera-Bytes. Der Supercomputer ist der damit der schnellste Rechner Europas und soll vor allem Klimasimulationen berechnen, teilte Joachim Teusch bei der Eröffnung heute in Jülich mit. //[mst]//

Quelle: Pressemitteilung FZ-Jülich

Medizin Genetiker enthüllen die Ursache der Makula-Degeneration

Den Forscher der Columbia-Universität in New York zufolge bedingen zwei Gene die bei alten Menschen weit verbreitete Augenkrankheit. Wie sie heute in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts Nature Genetics schreiben, untersuchten sie bei einer Studie rund 1300 ältere Patienten. Bei drei Viertel aller Patienten mit der Augenkrankheit stellten sie bestimmte Variationen der Gene Faktor H und Faktor B fest. Faktor H stoppt die Reaktionen des Immunsystems, sobald keine Infektionsgefahr mehr vorliegt, während Faktor B die Immunreaktion aktiviert. Beide Gene zusammen ergeben ein komplexes Wechselspiel, bei dem es altersbedingt in 74 Prozent der untersuchten Fälle zu Störungen kam. Dies sei die Ursache für die bleibenden Ablagerungen im Zentrum des Auges in der Mitte der Netzhaut, schreiben die Genetiker. //[mst]//

Quelle: nature genetics

Biologie Forscher entwickeln genetisches Vorhersagemodell

Das fehlerhafte Anhängen von Methylgruppen an bestimmte DNS-Bausteine kann im schlimmsten Falle zu Krebs führen, da die Erbinformation nicht mehr korrekt abgelesen werden kann. Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken haben jetzt ein Programm entwickelt, mit dem sie die Verteilung von Methylgruppen im Erbgut gesunder Zellen vorhersagen können. Dieses Methylierungsmuster können sie dann mit dem Muster von Patienten vergleichen und auf diese Weise Konzepte für verträglichere Medikamente gegen Krebs entwickeln, schreiben sie im Fachblatt PLOS. //[mst]//

Quelle: PLOS, MPG Pressemitteilung

Medizin Hüftprothesen halten bis zu 20 Jahre

Das haben Wissenschaftler der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg in einer Langzeitstudie herausgefunden. Demnach sind Hüftprothesen länger haltbar als bisher angenommen. Dies sei vor allem für Patienten unter 55 Jahren wichtig, bei denen die Kunstgelenke stärker belastet werden, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung der Uniklinik. Die so genannten zementlosen Prothesen halten im Schnitt 17 Jahre. Da die Patienten, die ein künstliches Gelenk erhalten, in der Regel über 70 Jahre alt sind, fehlten bislang Daten über die Lebensdauer der Prothesen. In den vergangenen Jahren habe jedoch die Zahl der jüngeren Patienten zugenommen, die die Forschung an haltbareren und kleineren Prothesen vorantreiben, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Bierextrakte wirken entzündungshemmend

Das berichten Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck im Fachblatt International Immunopharmacolgy. Die Wissenschaftler hatten im Labor Entzündungsprozesse, die von dem Botenstoff Interferon-Gamma ausgelöst werden, durch einen Extrakt des Gerstensafts blockieren können. Die Forscher schreiben, dass es unerheblich war, ob das entzündungshemmende Extrakt aus normalem oder alkoholfreiem Bier gewonnen wurde. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Physik Forscher entwickeln dehnbare Nanohaut für elektrisches Papier

Dazu stellten die Forscher vom Rensselaer-Forschungsinstitut in Troy im Bundesstaat New York einen geordneten Wald von senkrecht stehenden Nanoröhrchen auf einer Halbleiteroberfläche her. Anschließend gossen sie ein elastisches Polymer über die Nanoröhrchen. Dadurch erhielten sie ein dehnbares Papier, das elektrisch leitfähig ist. Ein mögliches Einsatzgebiet für den neuen Kunststoff könnten hauchdünne Bildschirme sein, die zusammengerollt werden könnten, teilte das Institut mit. //[mst]//

Quelle: PCR-Pressrelease/wissenschaft.de

Raumfahrt Chinesische Raumanzüge eignen sich noch nicht für Weltraumspaziergänge

Das teilte heute die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua mit. Demnach kann die chinesische Raumfahrtbehörde ihren Plan nicht erfüllen, alle zwei Jahre einen bemannten Flug ins All mit einem Taikonauten mehr an Bord durchzuführen. Das Raumschiff Shenzhou VII wird wohl erst 2008 mit drei Besatzungsmitgliedern an Bord starten. Der Chefberater für bemannte Raummissionen, Hunag Chunping, sagte, dass die Schutzanzüge noch nicht dicht genug für einen Weltraumspaziergang seien. Dadurch würde sich der geplante Start um mindestens sechs Monate verschieben. //[mst]//

Quelle: Spiegel Online

03.03.2006

Medizin Kinder könnten künftig gegen Mittelohrentzündung geimpft werden.

Die Mittelohrentzündung zählt zu den häufigsten Infektionen bei kleinen Kindern. Sie kann durch zwei Erreger ausgelöst werden. Gegen beide gibt es zwar bereits Impfstoffe, doch in einem Fall wirkt dieser gerade bei kleinen Kindern zu schwach. Mediziner der Universität in Königgrätz in Tschechien haben jetzt einen Kombinations-Impfstoff gegen beide Erreger entwickelt. Wie sie in dem Fachblatt „The Lancet“ schreiben, haben Kinder, die mit diesem Stoff geimpft wurden, bis zum zweiten Lebensjahr rund ein Drittel weniger Mittelohrentzündungen als Kinder ohne diese Impfung. //[gät]//

Nanotechnik Das dünnste Goldkettchen der Welt ist ein Atom dick.

Die feine Atomkette haben Physiker der Universität Delft in Holland zusammen mit Wissenschaftlern aus den USA gefertigt. Sie reinigten dazu ein Silizium-Plättchen, schnitten eine Treppen-Struktur in dessen Oberfläche und bedampften diese mit Gold. Die Goldatome lagerten sich auf den winzigen Treppchen an und bildeten dabei eine Kette. Wie die Forscher in dem Fachblatt „Physical Review Letters“ berichten, zeigten Messungen, dass die Elektronen in dieser Kette den Gesetzen der Quantenmechanik gehorchen und zum Beispiel stehende Wellen bilden. Die Forscher hoffen, mit Hilfe des Verfahrens Leiterbahnen für Mikrochips herstellen zu können, die deutlich feiner sind als heutige. //[gät]//

Quelle: Physical Review Letters, Band 96, Artikel 076801

Technik Keramik könnte künftige Computerchips kühlen.

Dank des so genannten elektrokalorischen Effekts. Wird bei bestimmten Stoffen eine Spannung angelegt und danach abgeschaltet, sinkt die Temperatur in diesem Material. Üblicherweise reicht der Effekt nicht aus, um ihn technisch auszunutzen. Forscher der Universität Cambridge präsentieren jetzt jedoch im Fachblatt „Science“ eine Keramikmischung, die bei 222 Grad Celsius und 25 Volt Spannung 12 Grad Celsius verliert. Das ist mehr als 100 Mal stärker als die bisher bekannten Kühleffekte. Die Wissenschaftler sehen eine mögliche Anwendung dieses Effekts zum Kühlen von Computerchips oder Verbessern konventioneller Kühlschränke. //[gät]//

Ethologie Auch Schimpansen helfen sich gegenseitig.

Können die Tiere in Experimenten nicht allein an Futter gelangen, lassen sie sich von ihren Artgenossen unterstützen. Dabei wählen sie vor allem die Tiere aus, die sich bereits zu früheren Gelegenheiten hilfsbereit gezeigt haben. Das berichten zwei Forschergruppen des Max Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachblatt „Science“. Die Wissenschaftler hatten untersucht, ob Schimpansen kooperieren. Die Ergebnisse der Experimente legten nahe, dass die Tiere viel besser zusammenarbeiten können als bislang von Biologen vermutet wurde. //[gät]//

Quelle: Science, Band 311, Seite 1301, doi: 101126/science1121448

Umwelt Der Südpol hat seit drei Jahren Eis verloren.

Darauf deuten Gravitationsmessungen der „Grace“- Mission hin. Mit Hilfe dieser Satelliten können feine Veränderungen im Schwerefeld der Erde registriert werden. Die Messungen über dem Südpol zeigten, dass die Eismasse im Westen des Kontinents in den vergangenen drei Jahren um jeweils rund 150 Kubikkilometer geschrumpft ist. Das berichtet ein Forscherteam der Universitäten von Colorado und Kalifornien im Fachblatt „Science“. Der Meeresspiegel ist durch diese Schmelze jedes Jahr um rund 4 Millimeter gestiegen. Für die Wissenschaftler ist dieses Ergebnis eine Überraschung. Der UN-Klimarat hatte noch 2001 angenommen, dass die Eismasse auf dem Südpol wachsen werde. Grund dafür seien die häufigeren Niederschläge. Rund 90 Prozent der Eismasse der Erde lagern am Südpol. Sollte das gesamte Eis abtauen, stiege der Meeresspiegel um mehr als sechs Meter an. //[gät]//

Quelle: Science, doi 10.1126/science.1123785.

Astronomie Erdteleskope erblinden eher als errechnet.

Das befürchtet der britische Astronom Gerry Gilmore von der Universität Cambridge. In einem Interview mit dem Online-Dienst der BBC weist der Forscher darauf hin, dass durch den wachsenden Luftverkehr und die Klima-Erwärmung häufiger Wolken auftreten werden. Diese nähmen in den kommenden vierzig Jahren so stark zu, das Weltraum-Beobachtungen von der Erde aus zu keinem befriedigenden Ergebnis mehr führen werden. Darauf deuten Hochrechnungen hin, die für die Errichtung eines Extremely Large Telescopes erstellt wurden. Der britische Forscher macht vor allem die Zunahme der Billigfliegerei für das rasche Ende der erdgebundenen Sternenbeobachtung verantwortlich. Wörtlich sagte Gilmore: Man muss entweder billige Flüge nach Mallorca aufgeben oder die Astronomie. //[gät]//

Biologie Raubtiere schützen die Pflanzenwelt.

Das berichten Wissenschaftler von der Duke-Universität im „Journal of Ecology“. Die Forscher hatten über mehrere Jahre hinweg die Pflanzenwelt auf kleinen Inseln in den Stauseen Venezuelas beobachtetet. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass auf den Inseln nach elf Jahren ohne Raubtiere nur 37 Prozent der Sprösslinge wuchsen, die auf einer normalen Vergleichsfläche zu finden waren. Nach weiteren fünf Jahren war Zahl der jungen Triebe sogar auf ein Viertel der Vergleichsfläche geschrumpft. Die Arbeit untermauert in den Augen der Forscher die 1960 aufgestellte "Grün-Welt-These", der zufolge Raubtiere dafür sorgen, dass die Lebensgemeinschaft der Pflanzen stabil bleibt. //[gät]//

Quelle: Journal of Ecology Band 94, Seite 253 bis 263.

02.03.2006

Astronomie Das Methan auf Titan könnte in Eis eingeschlossen sein.

Das vermuten Wissenschaftler der Universität Nantes im Fachblatt "Nature". Die Raumsonde Cassini hatte große Mengen Methan in der Gashülle des Mondes gefunden, aber so gut wie kein Methan auf der Oberfläche. Da Methan unter Sonnenlicht langsam zersetzt wird, muss das Gas in der Atmosphäre ergänzt werden. Die französischen Forscher gehen davon aus, dass das Methan in Eis auf dem Saturnmond gebunden ist. Dieses bedeckt einen Ozean aus Wasser und Ammoniak. Bricht ein Vulkan aus, bringt er das Eis zum Schmelzen, und das Methan wird frei gesetzt. Sollte diese Theorie stimmen, müssten künftige Missionen Spuren dieses Ozeans finden können. //[gä]//

Quelle: nature

Raumfahrt Die Nasa hofft, in diesem Jahr drei Shuttle-Missionen zu starten.

Die Weltraumorganisation hat einen modifizierten Tank für die Raumschiffe erhalten. Von diesem sollen während des Starts keine Teile der Isolation mehr abbrechen. Der modifizierte Tank soll jetzt im Windtunnel getestet werden. Stellen diese Tests die Nasa-Techniker zufrieden, könnte die Discovery bereits im Mai starten - in diesem Jahr könnten dann noch zwei weitere Flüge folgen. Bei dem Start der Columbia-Fähre 2003 hatte ein Bruchstück der Isolation die Tragfläche beschädigt - die Fähre stürzte beim Wiedereintritt in die Atmosphäre ab. //[gä]//

Quelle: ap/bbc/newswise

Archäologie Die Ureinwohner von Peru kannten Mais bereits vor 4000 Jahren.

Damit haben sie rund 1000 Jahre früher in den Anden Mais angebaut als bislang bekannt war. Das haben amerikanische Forscher des Smithsonian Instituts bei Ausgrabungen eines Hauses in Peru herausgefunden. Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature" berichten, entdeckten sie dabei mikroskopisch kleine Überreste von Mais, Kartoffel und Pfeilwurz. Die Forscher haben damit den ältesten Nachweis von Maisanbau und -verarbeitung in den Anden entdeckt. Der Pfeilwurz-Fund deutet darauf hin, dass die Vorfahren der Inka, die auf 3600 Meter über dem Meeresspiegel lebten, Handel mit Menschen aus Tal-Regionen trieben. Im Gegensatz zu Mais und Kartoffel wächst Pfeilwurz nicht in solch großer Höhe. Auch der Mais dürfte ursprünglich auf diesem Wege von Mittelamerika zu ihnen gelangt sein. //[gä]//

Quelle: nature

Geologie Unter dem Yellowstone-Nationalpark rumort es.

Ein Teil des Gebiets hat sich seit 1995 um knapp zehn Zentimeter gehoben, ein anderer Teil um sechs Zentimeter gesenkt. Das notieren Wissenschaftler vom amerikanischen geologischen Dienst im Fachblatt "Nature". Die Forscher hatten die Bodenbewegung auf Radar-Bildern des europäischen Forschungssatelliten ERS-2 entdeckt. Sie führen diese auf eine erhöhte geothermische Aktivität zurück. Der Yellowstone-Nationalpark liegt auf einem so genannten Super-Vulkan, der an der Oberfläche kaum sichtbar ist. Ein Ausbruch hätte weit reichende Folgen: Große Teile der US-Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho in den Rocky Mountains verschwänden von der Landkarte. In den Vereinigten Staaten fielen kurzfristig Wasserversorgung, Elektrizität und Telekommunikation aus. Und der Ausbruch stieße so viel Asche in die Luft, dass weltweit mit Ernteausfällen zu rechnen wäre. Der Vulkan ist zuletzt vor 640.000 Jahren großflächig ausgebrochen. Dabei stieß er 1000 Kubikkilometer Asche und Gestein in die Atmosphäre. //[gä]//

Quelle: nature/sz

Psychologie Lob kann Menschen zum Klimaschutz ermuntern.

Das berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Limnologie in Plön und Meteorologie in Hamburg. Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe von verschiedenen Spielreihen, bei denen die Mitspieler durch ihr Verhalten einen Gewinn erzielen konnten, untersucht, unter welchen Bedingungen die Mitspieler bereit waren, sich für das Klima einzusetzen. Der Ausgang der Spiel-Runden zeige, dass sich die Mitspieler umso mehr für die Umwelt engagierten, je mehr sie durch ihr Handeln an Ansehen in der Öffentlichkeit gewinnen konnten – und je besser sie informiert waren. Die Wissenschaftler ziehen daraus den Schluss, dass die Politik Strategien entwickeln sollte, bei denen die Investitionen von Mitbürgern in den Klimaerhalt öffentlich publik gemacht werden. //[gä]//

Quelle: spektrumdirekt/idw

Informationstechnik Amateure haben einen deutschen U-Boot-Code aus dem zweiten Weltkrieg geknackt.

Der britische Geheimdienst konnte zwar schon während des Krieges die meisten verschlüsselten Funksprüche deutsche U-Boote mit Hilfe eines Computers knacken. An drei verschlüsselten Nachrichten scheiterte jedoch das System. Eine dieser Nachrichten ist jetzt von 46 Amateuren dechiffriert worden. Sie ließen auf ihren Rechnern ein für diesen Zweck geschriebenes Programm laufen, das jeweils Teile der Botschaft übersetzte. //[gä]//

Quelle: bbc-online

Archäologie Schon die Minoer kannten die Archimedische Spirale.

Die "Archimedische Spirale" ist eine Schraube mit mehreren Windungen, die zum Fördern von Wasser verwendet werden kann. Ihre Entwicklung wird auf Archimedes zurückgeführt, der um 290 vor Christus geboren wurde. Wissenschaftler der Technischen Universität von Athen haben jetzt jedoch Abbildungen einer ähnlichen Spirale gefunden, die mindestens 1340 Jahre älter sind und aus der Zeit der Minoer stammt. Die Spiralen sind sehr genau gezeichnet. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass die Zeichner über sehr gute Geometrie-Kenntnisse verfügten. //[gä]//

Quelle: wissenschaft.de

01.03.2006

Biologie Rauhautfledermaus fliegt Weltrekordstrecke

Eine Rauhautfledermaus hat eine neue Weltrekordstrecke geflogen. Die Distanz beträgt 1905 Kilometern. Markiert wurde die Rauhautfledermaus //Pipistrellus nathusii// in Lettland. Von da aus flog sie bis Kroatien. Wie das Bundesamt für Naturschutz heute mitteilte, war diese Wanderung zwischen dem Sommer- und Winterlebensraum die bislang weiteste Flugentfernung, die je bei einer Fledermaus dokumentiert wurde. //[mst]//

Quelle: idw

Gentechnik Neuer Gen-Tech-Weizen ist reich an Ballaststoffen

Ein neuartiger Gen-Tech-Weizen enthält weniger gut verdauliche Stärke und mehr Ballaststoff. Das berichtet ein australisch-britisches Forscherteam im Fachblatt "PNAS". Das Team von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) in Canberra veränderte bei dem Weizen zwei Gene. Die Gene SBEIIa und SBEIIb regulieren die Synthese von Stärke aus Amylopektin und Amylose. Das gut verdauliche Amylopektin ist gewöhnlich der Hauptbestandteil von Stärke. Dagegen besteht die Stärke in dem gentechnisch veränderten Weizen überwiegend aus Amylose. Diese Stärke-Art ist nur schwer oder gar nicht verdaulich. Die Ballaststoffe wirkten sich positiv auf die Verdauung aus, berichten die Forscher nach Tierversuchen. Eine ballaststoffreiche Ernährung könnte zudem das Risiko minimieren, an Diabetes sowie an Darmkrebs zu erkranken, schreiben die Forscher. //[mawi]//

Quelle: PNAS

Meeresforschung Methan vom Grund der Ozeane erwärmt die Atmosphäre

Methan vom Grund der Ozeane erwärmt die Atmosphäre. Und zwar sehr viel stärker als bisher angenommen. Das schreiben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in einer Online-Vorabveröffentlichung der Zeitschrift "Earth and Planetary Science Letters". Bislang gingen sie davon aus, dass Bakterien freigesetztes Methan am Meeresboden sofort zersetzen und unschädlich machen. Bei der Untersuchung eines Schlammvulkans in der Tiefsee zwischen Norwegen und Spitzbergen fanden die Wissenschaftler nun heraus, dass große Mengen Methan auch in oberflächennahe Wasserschichten gelangen. Die Forscher wollen jetzt mit einem Flugzeug ermitteln, wie viel Methan davon in die Luft gelangt. Methan ist ein 20 Mal wirksameres Klimagas als Kohlendioxid. //[job]//

Quelle: idw

Biologie Pflanzen locken Geckos mit farbigem Nektar an

Pflanzen locken Geckos mit farbigem Nektar an. Schweizer Wissenschaftler der Universität Zürich entdeckten dieses Phänomen auf der Insel Mauritius bei einem Glockenblumengewächs und zwei Malvengewächsen. Diese Pflanzen besitzen grellroten beziehungsweise grellgelben Nektar. Bei ihren Untersuchungen mit wilden Geckos konnten die Forscher zeigen, dass die Geckos den farbigen Nektar farblosen Alternativen vorziehen. Die Tag-Geckos der Art //Phelsuma ornata// sind den Forschern zufolge eine Form von Symbiose eingegangen. Ähnlich wie Bienen erhalten sie für ihre unabsichtlichen Bestäubungsdienste den farbigen Nektar, schreiben die Forscher in einer Online-Vorabveröffentlichung der "Biology Letters of the Royal Society". Die Blumen bieten den Geckos zudem ein ehrliches Signal, weil die Tiere schon von weitem sehen können, ob und wie viel Nektar eine Blüte bietet. //[Mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Astronomie Der Satellit Swift hat eine kosmische Explosion beobachtet

Der Satellit Swift hat eine kosmische Explosion beobachtet, die das astronomische Forschungsteam des Particle Physics and Astronomy Research Councils bislang nicht erklären kann. Der Forschungssatellit Swift hatte die Gammastrahleneruption in einer 440 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie beobachtet. Diese hielt knapp 40 Minuten lang an. Normalerweise dauern Gammastrahlenblitze nur wenige Sekunden oder Minuten. Wie das Forschungsinstitut im britischen Swindon heute mitteilte, könnte dies ein Vorbote einer Supernova sein. Die Astronomen hoffen, bald erstmals eine solch gewaltige Explosion beobachten zu können. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

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