Montag, 24.06.2019
 
10.03.2006

Biologie Eine vermeintlich neue Nagetierart ist tatsächlich ein lebendes Fossil.

Das notieren Wissenschaftler des Carnegie-Museums für Naturgeschichte in Pittsburgh im Fachblatt SCIENCE. Die Forscher hatten die Knochen eines jüngst entdeckten Säugetieres mit denen der längst ausgestorbenen Familie der Diato-myidae verglichen und dabei große Ähnlichkeiten entdeckt. Im Fachblatt SCIENCE ordnen sie daher das in Laos lebende Tiere dieser Gattung zu. Die Nagetierart sieht aus wie eine Mischung aus Ratte und Eichhörnchen. Ein US-Forscher hatte es auf einem Markt in Laos entdeckt und einer neuen Säugetierfamilie zugeordnet. [gä]

Quelle: Science

Geophysik Das Beringmeer wird seinen Bewohnern zu warm.

Muscheln, Schnecken und Krabben, die auf Temperaturen um den Gefrierpunkt angewiesen sind, ziehen sich langsam aus dem Meer zwischen Alaska und Sibirien zurück. Ihnen folgen Wale und Robben, schreiben Forscher der Universität von Tennessee und Kollegen in SCIENCE. Die Wissenschafter beobachten das Meer seit 1988. In dieser Zeit versiegte der Zustrom kalten Schmelzwassers im Sommer. Dadurch steigen die Wassertemperaturen im Beringmeer an. [gä]

Quelle: Science

Astronomie Auf Enceladus sprühen Eis-Geysire.

Das berichtet ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Kernphysik in Heidelberg im Fachblatt SCIENCE. Die Forschergruppe ist den Eis-Vulkanen auf dem Saturnmond durch eine Kombination von Staub-Messungen der Raumsonde Cassini und Computer-Simulationen auf die Spur gekommen. Die Vulkane oder Geysire befinden sich in den jüngeren und wärmeren Gefilden im Süden des Eismondes. Astronomen hatten bereits nach dem ersten Vorbeiflug von Cassini im letzen Jahr vermutet, dass es Eis-Vulkane geben könnte. Enceladus ist damit der dritte Himmelskörpers neben Erde und dem Jupitermond Io, auf dem Vulkane nachgewiesen wurden. [gä]

Quelle: Science

Ingenieurwissenschaften Ebbe und Flut lassen Pfeiler von Pfahlbauten reifen.

Pfahlgründungen werden mit der Zeit stärker belastbar als sie es beim Bau waren. Das berichten Ingenieure der Technischen Universität Harburg. Die Wissenschaftler untersuchten die Betonpfähle des Kai-Speichers A aus dem Jahr 1963 in der Hamburger Speicherstadt. Dabei stellten sie fest, dass durch die Tide auch das Grundwasser in diesem Bereich immer wieder steigt und fällt. Dabei verdichtet es nach und nach den Boden; das Fundament kann dadurch mehr tragen. Das Pfahlbauten mit der Zeit mehr tragen können als zu Beginn sei zwar bekannt, so die Wissenschaftler; die Gründe dafür waren aber bislang unbekannt. Auf dem früheren Kaffee- und Kakaospeicher soll die Elbphilharmonie Hamburg entstehen. Dafür soll eine Konstruktion aus Glas und Stahl das bestehende Gebäude ergänzen. Neue Fundamente sind den Untersuchungen zufolge nicht erforderlich. [gä]

Quelle: TU Harburg

Archäologie Die Polynesier besiedelten die Osterinsel 800 Jahre später als angenommen.

Das notiert ein US-Wissenschaftlerteam im Fachblatt SCIENCE. Die Forscher hatten bei Ausgrabungen in der einzigen Sanddüne der Insel Spuren der ersten Siedler gefunden, die sie auf das 12. Jahrhundert nach Christi datierten. Damit müsse die Siedlungsgeschichte der Osterinsel umgeschrieben werden, so die Wissenschaftler; bislang hatten Forscher vermutet, dass die ersten Polynesier schon um 400 die Insel besiedelten. Die Wissenschaftler vermuten jetzt, dass die Menschen schon kurz nach ihrer Ankunft die berühmten Steinskulpturen schufen. Und den Raubbau am ursprünglichen Palmenwald der Insel begannen. Damit zerstörten sie nach und nach ihre eigene Lebensgrundlage. [gä]

Quelle: spektrumdirekt/eurekalert

Physik Strom aus Kernfusion wird es wahrscheinlich nie geben.

Davon ist einer der Mitentwickler der Atombombe, der Physiker William Parkins, überzeugt. Nach 40 Jahren Forschung - und Kosten von 20 Milliarden Dollar - sei man von Fusionskraftwerken noch immer Jahrzehnte entfernt. Die technischen Probleme des erforderlichen Schutzmantels zum Beispiel ließen sich kaum zu vernünftigen Preisen lösen, für einige Probleme werde es überhaupt keine Lösung geben, schreibt der Forscher im Fachblatt SCIENCE. William Parkins ist vor der Veröffentlichung seines Artikels gestoben. Der Herausgeber von SCIENCE zeigte sich von den Ausführungen so überzeugt, dass er sie dennoch in Druck gehen ließ. [gä]

Quelle: science/new scientist

Physik Das Fachmagazin NATURE zweifelt an der Bläschen-Fusion.

Eine solche Kernfusion hatte der Physiker Rusi Taleyar-khan 2002 präsentiert. Er hatte in Acetonmolekülen Wasserstoff-Ionen durch Deuterium ersetzt, mit einem Neutronenstrahl Bläschen erzeugt und durch Ultraschall die Bläschen wieder zerstört. Dabei seien die Deuterium-Ionen verschmolzen, zeigte sich der Physiker überzeugt. Die NATURE-Redakteure weisen darauf hin, dass sowohl das US-Energieministerium als auch enge Mitarbeiter des Physikers an der Purdue-University erhebliche Zweifel an Taleyar-khans Ergebnissen und Methoden geäußert haben. Zudem hat bisher kein unabhängiger Wissenschaftler sein Experiment wiederholen können. [gä]

Quelle: wissenschaft.de/nature-online

09.03.2006

Astronomie Astronomen haben eine 12,8 Milliarden Jahre alte Explosion im All beobachtet

Vermutlich war es ein Riesenstern, der seine Existenz innerhalb von 80 Sekunden mit einer gewaltigen Explosion aushauchte. Dieser gigantische Ausbruch von Gammastrahlung in den Tiefen des Alls fand vor 12,8 Milliarden Jahren statt - nach kosmischen Maßstäben kurz nach dem Urknall. Die Explosion fand so weit von der Erde entfernt statt, dass ihr Licht jetzt erst die Erde erreicht hat. Die Gammastrahlung war vom NASA-Satelliten Swift registriert und von mehreren Observatorien beobachtet worden. Über die Explosion berichten drei Forschergruppen in Nature. [gm]

Quelle: Nature

Genetik Vom Affen unterscheidet uns die Arbeitsweise unserer Gene.

Mensch und Affe sind genetisch gesehen sehr enge Verwandte. Bei Schimpansen weisen weniger als vier Prozent des Gen-Codes Unterschiede zum Menschen auf. Dennoch sind letztere und erstere deutlich verschieden. Wie Forscher von der Universität Chicago in der Fachzeitschrift "Nature" schreiben, liegt dies an der Art und Weise, wie die Gene arbeiten. Für die Studie wurden 1056 Gene in Leberproben von vier Primaten untersucht. Die Tests ergaben: die meisten Gene erzeugen Zellen und Signale auf die gleiche Weise. Unterschiede gibt es bei denjenigen Genen, die solche Prozesse auch bei anderen Genen beeinflussen. Bei diesen Genen waren die Abweichung vier Mal so hoch. [tj]

Quelle: Nature

Medizin Der Verursacher der Schlafkrankheit ist ohne Peitsche weniger tödlich.

Neue Erkenntnisse über den Parasiten, der die afrikanische Schlafkrankheit verursacht, machen Hoffnung auf wirksamere Medikamente. Bisher dachten die Wissenschaftler, der Einzeller benutze seinen peitschenförmigen Schwanz, die so genannte Geißel nur zum Fortbewegen. Biologen der Universität Oxford haben jetzt herausgefunden, dass sie auch eine lebenswichtige Funktion hat. Die Forscher blockierten die Geißel, indem sie ein bestimmtes Protein ausschalteten. Darauf hin konnte sich der Mikroorganismus nicht mehr teilen und vermehren und starb schließlich ab. Das berichtet die Fachzeitschrift Nature. [jb]

Quelle: Nature

Informatik Star-Wars-Software entschlüsselt die Bauweise von Kathedralen

Mit einem Programm, das eigentlich virtuelle Personen oder Kleidungsstücke für Spielfilme animiert, wollen amerikanische Wissenschaftler architektonische Geheimnisse von Kathedralen lüften. Das berichtet das Team des Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT. Die Software entschlüsselt beispielsweise die physikalischen Kräfte in architektonischen Bögen oder hilft neue Bauformen zu entwickeln. Das Programm könne komplexe Gebäude innerhalb weniger Minuten dreidimensional auf dem Bildschirm darstellen und Veränderungen an der Konstruktion unmittelbar umsetzen. So lässt sich doppelt sparen: an der Entwicklungszeit und an unnötigen Baumaterialien. Mit der Software wollen die MIT-Forscher auch historischen Techniken auf die Spur kommen: Viele Methoden, die beim Bau mittelalterlicher Gebäude verwendet wurden, seien bis heute Geheimnisse der Baumeister und ihrer Gilden geblieben. [jb]

Quelle: Eurekalert

Biologie Haie können sich nicht in die Tiefsee zurückziehen.

Haifische gehören zu den ältesten Gruppen von Fischen : seit 100 Millionen Jahren bevölkern sie die Ozeane. Die Vorstellung, dass sie sich im Laufe dieser Zeit an die extremen Bedingungen in der Tiefsee angepasst haben, ist falsch. Eine internationale Studie, an der das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften beteiligt war, zeigt erstmals: Haie kommen unterhalb von 3000 Metern im Meer nicht vor. Diese Erkenntnis werfe ein anderes Licht auf die Überlebenschancen der Raubfische, warnen die Wissenschaftler. Gefährdet seien Haie zum einen, weil sie langsam wachsen und nur wenig Nachwuchs produzieren. Zum anderen beschränkt sich ihr Lebensraum fast ausschließlich auf Gebiete intensiver Fischerei. Eine Zuflucht der Haie in die Tiefen des Meeres sei nicht möglich. [tj]

Quelle: Leibniz-Institut für Meereswissenschaften

Medizin Leichte Stromstöße helfen gegen Schnarchen.

Amerikanische Wissenschaftler haben eine Behandlungsmethode entwickelt, die nächtliches Schnarchen beenden soll. Dazu benötigt werden: ein Mikrophon, eine Drahtspule unter dem Kopfkissen des Schläfers und eine Drahtspule in der Gaumenmuskulatur des Schlafenden. Mit dem Mikrophon sollen die Schlafgeräusche aufgenommen werden, ab einer bestimmten Lautstärke- die das System individuell erlernt - erzeugt die Kopfkissenspule kabellos einen elektrischen Strom in den Miniaturdrähten im Gaumen des Schläfers. Ein paar niedrige Stromstöße pro Sekunde stimulieren die Gaumenmuskulatur. Sie spannt sich an und verhindert damit ein geräuschvolles Flatter des weichen Gaumengewebes im Atemluftstrom. Wie stark die elektrischen Pulse sein müssen und wie lang, das sei von Schnarcher zu Schnarcher verschieden, berichten die Forscher vom Institut für biomedizinische Technik an der Universität von Südkalifornien (USC) im New Scientist. [tj]

Quelle: New Scientist

08.03.2006

Biologie Schon die Ur-Amphibien konnten rennen.

Das schreiben Biologen aus den USA im Fachblatt PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY: B. Der Gang von Hunden, Katzen oder Pferden folgt stets dem gleichen Prinzip: Beim Schreiten bewegt sich der Körperschwerpunkt zuerst nach oben, das Tier wird etwas langsamer, und dann wieder nach unten - wobei das Tier schneller wird. Rennt ein Vierbeiner dagegen, ist er genau in der Mitte der Schritte am schnellsten. Die Forscher haben jetzt die Bewegung von Brückeneidechsen und Tigersalamandern vermessen. Beide Tierarten gelten als sehr alt und beide zeigen genau den gleichen Bewegungsablauf wie die Säugetiere. Die Forscher vermuten daher, dass schon die ersten Vierbeiner, die Amphibien rennen konnten. Schnell werden sie dabei aber nicht gewesen sein, weil sie sich bei jedem Schritt nicht nur vorwärts, sondern auch auf- und ab bewegten. [gä]

Quelle: wissenschaft.de

Anthropologie Die Essgewohnheiten der Menschen änderten sich offenbar schon in der Steinzeit.

Darauf deuten neue Untersuchungen an Weisheitszähnen von Steinzeitmenschen hin. Anthropologen gehen davon aus, dass sich Probleme mit Weisheitszähnen erst seit der Umstellung der Ernährung durch die Landwirtschaft eingestellt haben. Weil das Essen weicher ist, sind die hinteren Backenzähne nicht mehr notwendig. Die Folge ist, dass sie oft nicht mehr durch das Zahnfleisch durchbrechen. Bis jetzt gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese Entwicklung erst nach der Steinzeit begann. Forscher des Field-Museums in Chicago haben jetzt jedoch stecken gebliebene Weisheitszähne in dem Schädel einer Frau gefunden, die in der jüngeren Altsteinzeit vor 13 bis 15 tausend Jahren gelebt hatte. Da die Frau 25 bis 35 Jahre alt wurde, vermuten die Wissenschaftler nun, dass die Menschen bereits in der Steinzeit ihre Essgewohnheiten änderten. Die Forscher wollen jetzt das Skelett der Frau untersuchen um herauszufinden, wovon sie sich ernährt hat. [gä]

Quelle: Anthropologen

Archäologie Ägypter fuhren bereits vor 4000 Jahren zur See.

Darauf deuten mehrere Wracks hin, die Archäologen der Florida State University in der Nähe des Roten Meeres entdeckt haben. Wie die Forscher in dem INTERNATIONAL JOURNAL OF NAUTICAL ARCHAEOLOGY schreiben, deuten Fraßspuren von Pfahlmuscheln im Gebälk der Boote darauf hin, dass sie tatsächlich im Salzwasser eingesetzt wurden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Schiffe die Reste der Expedition sind, die unter dem Pharao A-men-em-het III, versuchte, das Goldland Punt zu erreichen. A-men-em-het III lebte zwischen 1853 bis 1805 vor Christus. [gä]

Quelle: spektrumdirekt

Biologie Ian Wilmut hat das Schaf Dolly offenbar nicht selbst geklont.

Während eines Prozesses in Edinburgh sagte der Professor, dass er zwar die Leitung des Teams inne hatte, jedoch weder die Klon-Technik entwickelt noch die ersten Experimente durchgeführt hat, die zum Klonschaf Dolly führten. Das berichtet der britische DAILY TELEGRAPH. Auf Nachfrage bestätigte Wilmut, er habe Dolly nicht geschaffen. Zwei Drittel des Erfolges könne sich vielmehr sein Kollege Keith Campbell zuschreiben. Der Name Ian Wilmut sei nur aufgrund einer Abmachung mit Campbell stets als erster genannt worden. Ein aus Indien stammender Mikrobiologe hatte Wilmut verklagt, dieser habe seine Ideen gestohlen. [gä]

Quelle: spektrumdirekt

Biologie Forscher entdecken eine blinde, haarige Krabbe in der Tiefsee.

Das Krustentier ist rund 15 Zentimeter lang und weiß; seine Scheren sind vollkommen behaart. Das berichtet ein französisch-amerikanisches Forscherteam. Das Tier ist in den Augen der Wissenschaftler so ungewöhnlich, dass sie es zu einer eigenen Familie zählen. Kiwa hirsuta, so der neue wissenschaftliche Name des krebsartigen Tieres, lebt in der Nähe heißer, giftiger Quellen am Meeresgrund. In seinen Haaren gedeihen sehr viele Bakterien; Forscher vermuten, dass diese die giftigen Bestandteile im Wasser aufnehmen und das Tier auf diese Weise schützen. [gä]

Quelle: bbc-online

Medizin Weichmacher in Medikamentenhüllen könnten doch keine Gefahr für Ungeborene bergen.

Darauf weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn hin. Das Institut reagiert auf einen Bericht des ARD-Magazins PLUSMINUS. Das hatte berichtet, der Weichmacher Dibutyl-Phtalat, kurz DBP, werde in den Kapseln von Medikamenten in einer Konzentration eingesetzt, die bei Föten zur Schäden führen könnte. Nach Angabe des Instituts werde zwar bei vielen Medikamenten der zulässige Grenzwert tatsächlich überschritten; die Werte blieben jedoch stets unterhalb der Grenze, bei der sich in Experimenten mit Tieren eine Wirkung gezeigt habe. [gä]
07.03.2006

Medizin Sport ist gut für den Kopf

Und das nicht nur in jedem nachgeburtlichen Alter, sondern bereits zuvor. Zu diesem Ergebnis kommen Hirnforscher vom Max-Dellbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch. Sie hatten trächtige Mäuse untersucht und festgestellt, dass die späteren Jungen umso leistungsfähiger waren, je aktiver sich die Weibchen während der Tragzeit verhielten. Mäusebabies von Müttern, die gerne im Laufrad trainierten, kamen zunächst leicht untergewichtig zur Welt und hatten einen kleineren Hippocampus. Ab dem achten Tag nach der Geburt begann sich bei diesen Tieren jedoch die Nervenbildung deutlich zu beschleunigen. Fünf Wochen nach der Geburt besaßen sie dann etwa 40 Prozent mehr Nervenzellen im Hippocampus als die Kontrolltiere und ihr Gewicht hatte sich normalisiert. Die sportliche Aktivität erhöhe bei den Müttern wahrscheinlich die Produktion verschiedener Wachstumsfaktoren, die den Organismus der Nachkommen nachhaltig beeinflussen, vermuten die Forscher in der Fachzeitschrift: Proceedings of the National Academy of Sciences. Ob die Ergebnisse direkt auf den Menschen zu übertragen sind, ist bislang noch nicht klar. //[teja]//

Quelle: PNAS/Pressemitteilung Max-Delbrück-Centrum

Astronomie Riesiger Meteoritenkrater in der Sahara blieb zehn Millionen Jahre unentdeckt

Forscher der Universität Boston haben auf Satellitenaufnahmen einen bislang unbekannten Meteoritenkrater im ägyptischen Teil der Sahara entdeckt – unweit der Grenze zu Libyen. Mit einem Durchmesser von 31 Kilometern ist er der drittgrößte Einschlagkrater Afrikas. Nur die Vredefort-Formation und der Morokweng-Krater – beide in Südafrika - sind ausladender. Nach Ansicht der Forscher ist der Krater Folge des Aufpralls eines rund ein Kilometer großen Brockens. Möglichweise ist beim Aufprall dieses Brockens auch das gelblichgrüne "Wüstenglas" - ein transparenter Stein - entstanden, das an vielen Stellen dieser Gegend zu finden ist. //[Hermann-Michael Hahn]//

Quelle: Boston University News

Medizin Hörschnecke verstärkt tiefe Töne

Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, weshalb die Hörschnecke im Innenohr eine Spiralform hat. Neben der Platzersparnis bietet der gewundene Aufbau klare Vorteile beim Hören. So sammele sich mit zunehmender Krümmung der Hörschnecke die Energie der Schallwelle am äußeren Rand der Spirale und werde nicht gleichmäßig über den gesamten Kanalquerschnitt verteilt. Die Sinneszellen in der Hörschnecke reagieren besonders empfindlich auf diese Energiebündelungen. In der schmalen Spitze ist diese Verstärkung am größten. Damit bringt die Spiralform Schallwellen niedriger Frequenzen einen Vorteil – das heißt: sie verstärkt besonders die tiefen Töne. //[teja]//

Quelle: Wissenschaft.de, Physical Review Letters Bd. 96 S. 088701

Chemie Vanillin lässt sich auch aus Kuh-Fladen gewinnen

Die Exkremente von Rindern enthalten den schwer verdaulichen Holzstoff Lignin aus den Zellwänden der Futterpflanzen. Wie japanische Biowissenschaftler herausfanden, genügt eine einstündige Hitze- und Druckbehandlung, und aus dem Lignin entsteht Vanillin. Das sei nicht einmal halb so teuer wie die Gewinnung des Aromastoffes aus Vanille-Schoten. Nun soll aus dem neuartigen Ansatz für das Recycling von Kuh-Dung Profit gezogen werden. In Kooperation mit der Chemie-Firma Sekisui ist eine große Prozess-Anlage geplant. Verbrauchern muss wegen der Fladen aber nicht flau werden: Das Vanillin von der Weide soll bloß in Körperpflegemitteln und Duftkerzen eingesetzt werden. //[Volker Mrasek]//

Quelle: afp, Tokio; Täufel et al.: Lebensmittel-Lexikon, Behr’s Verlag, Hamburg

Medizin Body-Mass-Index und Hüftumfang zeigen frühzeitig Gefäßschädigung an

Ein Team von der Warwick Medical School hat 260 gesunde Männer und Frauen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass es einen Zusammenhang zu geben scheint zwischen Gefäßschädigungen wie verengten oder verstopften Arterien und dem Grad an Übergewicht beziehungsweise Speck um die Taille. Im Einzelnen stellten sie fest, dass die Menge von löslichem E-Selektin – das ist ein Entzündungsmarker, der von den Gefäßwänden produziert wird – mit dem Body-Mass-Index und dem Verhältnis von Taille zu Hüfte korreliert: Jedem sE-Selektin-Anstieg um zwei Prozent stand eine Zunahme des Body-Mass-Index von einer Einheit gegenüber oder von 0.01 im Hüfte-Taille-Verhältnis. Die Wissenschaftler hoffen aus den Ergebnissen nun Präventions- und Behandlungsmethoden entwickeln zu können. Sie vermuten, dass sich bereits ohne großen Aufwand mit einer gesunden Diät das Niveau von löslichem E-Selektin mindern lasse. //[teja]//

Quelle: International Journal of Obesity, BBC

06.03.2006

Informationstechnik Der schnellste Computer Europas steht in Jülich

Der Hochleistungsrechner JUBL - Jülich Blue Gene/L - vom Forschungszentrum Jülich bietet ab heute eine Spitzenleistung von 46 Teraflops, also 46 Billionen Rechenschritte pro Sekunde. Der Rechner verfügt über 16.000 Prozessoren und einen Hauptspeicher von vier Tera-Bytes. Der Supercomputer ist der damit der schnellste Rechner Europas und soll vor allem Klimasimulationen berechnen, teilte Joachim Teusch bei der Eröffnung heute in Jülich mit. //[mst]//

Quelle: Pressemitteilung FZ-Jülich

Medizin Genetiker enthüllen die Ursache der Makula-Degeneration

Den Forscher der Columbia-Universität in New York zufolge bedingen zwei Gene die bei alten Menschen weit verbreitete Augenkrankheit. Wie sie heute in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts Nature Genetics schreiben, untersuchten sie bei einer Studie rund 1300 ältere Patienten. Bei drei Viertel aller Patienten mit der Augenkrankheit stellten sie bestimmte Variationen der Gene Faktor H und Faktor B fest. Faktor H stoppt die Reaktionen des Immunsystems, sobald keine Infektionsgefahr mehr vorliegt, während Faktor B die Immunreaktion aktiviert. Beide Gene zusammen ergeben ein komplexes Wechselspiel, bei dem es altersbedingt in 74 Prozent der untersuchten Fälle zu Störungen kam. Dies sei die Ursache für die bleibenden Ablagerungen im Zentrum des Auges in der Mitte der Netzhaut, schreiben die Genetiker. //[mst]//

Quelle: nature genetics

Biologie Forscher entwickeln genetisches Vorhersagemodell

Das fehlerhafte Anhängen von Methylgruppen an bestimmte DNS-Bausteine kann im schlimmsten Falle zu Krebs führen, da die Erbinformation nicht mehr korrekt abgelesen werden kann. Forscher des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken haben jetzt ein Programm entwickelt, mit dem sie die Verteilung von Methylgruppen im Erbgut gesunder Zellen vorhersagen können. Dieses Methylierungsmuster können sie dann mit dem Muster von Patienten vergleichen und auf diese Weise Konzepte für verträglichere Medikamente gegen Krebs entwickeln, schreiben sie im Fachblatt PLOS. //[mst]//

Quelle: PLOS, MPG Pressemitteilung

Medizin Hüftprothesen halten bis zu 20 Jahre

Das haben Wissenschaftler der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg in einer Langzeitstudie herausgefunden. Demnach sind Hüftprothesen länger haltbar als bisher angenommen. Dies sei vor allem für Patienten unter 55 Jahren wichtig, bei denen die Kunstgelenke stärker belastet werden, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung der Uniklinik. Die so genannten zementlosen Prothesen halten im Schnitt 17 Jahre. Da die Patienten, die ein künstliches Gelenk erhalten, in der Regel über 70 Jahre alt sind, fehlten bislang Daten über die Lebensdauer der Prothesen. In den vergangenen Jahren habe jedoch die Zahl der jüngeren Patienten zugenommen, die die Forschung an haltbareren und kleineren Prothesen vorantreiben, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Bierextrakte wirken entzündungshemmend

Das berichten Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck im Fachblatt International Immunopharmacolgy. Die Wissenschaftler hatten im Labor Entzündungsprozesse, die von dem Botenstoff Interferon-Gamma ausgelöst werden, durch einen Extrakt des Gerstensafts blockieren können. Die Forscher schreiben, dass es unerheblich war, ob das entzündungshemmende Extrakt aus normalem oder alkoholfreiem Bier gewonnen wurde. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Physik Forscher entwickeln dehnbare Nanohaut für elektrisches Papier

Dazu stellten die Forscher vom Rensselaer-Forschungsinstitut in Troy im Bundesstaat New York einen geordneten Wald von senkrecht stehenden Nanoröhrchen auf einer Halbleiteroberfläche her. Anschließend gossen sie ein elastisches Polymer über die Nanoröhrchen. Dadurch erhielten sie ein dehnbares Papier, das elektrisch leitfähig ist. Ein mögliches Einsatzgebiet für den neuen Kunststoff könnten hauchdünne Bildschirme sein, die zusammengerollt werden könnten, teilte das Institut mit. //[mst]//

Quelle: PCR-Pressrelease/wissenschaft.de

Raumfahrt Chinesische Raumanzüge eignen sich noch nicht für Weltraumspaziergänge

Das teilte heute die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua mit. Demnach kann die chinesische Raumfahrtbehörde ihren Plan nicht erfüllen, alle zwei Jahre einen bemannten Flug ins All mit einem Taikonauten mehr an Bord durchzuführen. Das Raumschiff Shenzhou VII wird wohl erst 2008 mit drei Besatzungsmitgliedern an Bord starten. Der Chefberater für bemannte Raummissionen, Hunag Chunping, sagte, dass die Schutzanzüge noch nicht dicht genug für einen Weltraumspaziergang seien. Dadurch würde sich der geplante Start um mindestens sechs Monate verschieben. //[mst]//

Quelle: Spiegel Online

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