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14.03.2006

Umwelt Kohlendioxid-Konzentration höher denn je.

Im Vergleich zu der Zeit vor der Industrialisierung sei die Menge an Kohlendioxid in der Atmosphäre um 35 Prozent gestiegen. Das berichtet die UN Klima- und Wetteragentur WMO in ihrem heute vorgestellten Jahresbericht zu den Daten von 2004. Die Menge an Methangas habe sich sogar um 155 Prozent erhöht, die von Distickstoffoxid – bekannter als Lachgas – um 18 Prozent . //[tj]//

Quelle: Agenturen

Astronomie Kometenstaub kompliziert das Rätsel um die Herkunft von "Wild 2".

Die Proben, die von der US-Raumsonde "Stardust" im Januar zur Erde gebracht wurden, geben Forschern neue Rätsel auf. So weisen die Proben vom Kometen "Wild 2" sowohl Spuren von extrem hohen wie von extrem tiefen Temperaturen auf. Entgegen den bisherigen Annahmen von Astrophysikern besteht der Komet nicht ausschließlich aus Eis, Staub und Gas, sondern ist offenbar ein viel komplexeres Gebilde. Manche Materialien seien sehr nahe bei der Sonne entstanden, andere wiederum in großer Entfernung von ihr. Überraschend sei auch der Fund des Gestein bildenden Minerals Olivin in den Staubproben, berichtete heute der wissenschaftliche Leiter der Stardust-Mission, Donald Brownlee. //[teja]//

Quelle: Eurekalert

Medizin Joints schaden dem Gedächtnis.

Wer über einen längeren Zeitraum Cannabis raucht, der muss damit rechnen, dass sein Gedächtnis immer schlechter funktioniert. Zu diesem Ergebnis kommen griechische Wissenschaftler. Über einen Zeitraum von zehn Jahren untersuchten sie Cannabis-Konsumenten, die mindestens vier Mal in der Woche einen Joint rauchten. Die Ergebnisse verglichen sie mit Abstinenzlern. Dabei überprüften die Forscher mit verschiedenen Standardtests die Merkfähigkeit, die Aufmerksamkeit und die Reaktionszeiten der 17- bis 49jährigen Testpersonen. Das Ergebnis: in allen Kategorien nahm die Leistung mit der Konsumdauer von Cannabis ab. Langzeitkonsumenten waren in ihrer Merkfähigkeit um 50 Prozent schlechter als Abstinenzler. Die festgestellten Defizite in den Gehirnleistungen hängen ausschließlich mit der Konsumdauer von Cannabis zusammen, erklärten die Forscher. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung und Intelligenzquotient seien herausgerechnet worden. //[tj]//

Quelle: Neurology, Band 66, Seite 737

Biologie Raupenfraß führt zum Stromausfall in Pflanzenzellen.

Wie ein deutsch-italienisches Forscherteam in der Fachzeitschrift "Plant Physiology" schreibt, könnte dieser "Stromausfall" bei Limabohnen nachgewiesen werden. Sobald das Blattgewebe von Raupen des Ägyptischen Baumwollwurms angefressen wurde, änderte sich die natürliche elektrische Spannung über den Membranen von Pflanzenzellen. Das Membranpotenzial bricht offenbar an einer Stelle schlagartig ein und innerhalb von Sekunden verbreitet sich die Depolarisation über das gesamte attackierte Blatt. Die Folge dieses Stromausfalls: die Pflanzenzellen können kaum noch reagieren und auf den Raupenfraß nicht mehr mit entsprechenden Abwehrmaßnahmen antworten. Nun wollen die Forscher die Identität, die Herkunft und die Wirkungsweise jener Substanz aufklären, die beim Fraßvorgang für die elektrischen Effekte in den Pflanzenzellen verantwortlich ist. //[tj]//

Quelle: Plant Physiology/ idw

Medizin Antibiotika im Babyalter erhöht das Risiko für Asthma.

Eine kanadische Studie mit über 12.000 Kindern zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen früher Antibiotika Einnahme und späterer Asthmaerkrankung. Kinder, die vor ihrem ersten Geburtstag mindestens einmal ein Antibiotikum gegen eine Infektion eingenommen hatten, entwickelten später doppelt so häufig eine Atemwegserkrankung wie Kinder ohne eine antibiotische Therapie. Mit jeder zusätzlichen Behandlung im ersten Lebensjahr stieg das Risiko. In der Fachzeitschrift "Chest" empfehlen die Forscher deshalb mit Antibiotika im Kindesalter besonders vorsichtig umzugehen. //[tj]//

Quelle: Chest, Band129, Seite 3

Astronomie Forscher blicken auf die erdabgewandte Seite der Sonne.

Mit einem neuen Verfahren ist es Forschern der Stanford Universität gelungen, erstmals die gesamte erdabgewandte Seite der Sonne sichtbar zu machen. Dazu nutzten sie Daten des Forschungssatelliten SOHO. Mit einer Methode, die dem medizinischen Ultraschall vergleichbar ist, der so genannten Helioseismologie, und einem neuen Rechen-Algorithmus liefert der Satellit Bilder von der Rückseite der Sonne. Die neue Technik soll es ermöglichen, Sonnenstürme auf der erdabgewandten Seite zuverlässig vorherzusagen. Die Forscher könnten dann rechtzeitig vor Röntgen- und Höhenstrahlung warnen, ehe sie die Erde erreicht und möglicherweise elektronische Geräte störe. //[job]//

Quelle: Eurekalert

13.03.2006

Raumfahrt Super-Ariane brachte zwei Satelliten ins All

Im vierten Anlauf gelang es der europäischen Ariane-Rakete in der Nacht zum Sonntag in Französisch-Guayana, zwei Fernmeldesatelliten in den Weltraum zu bringen. Die ersten drei Starts waren kurzfristig aus technischen Gründen verschoben worden. Das teilte Arianespace gestern in Evry bei Paris mit. Die Ariane 5 ECA kann mit fast zehn Tonnen ein Drittel mehr Last befördern als die klassische Ariane 5. //[mst]//

Quelle: BBC-News/süddeutsche

Medizin Rotwein kann gegen entzündetes Zahnfleisch helfen

Das berichten Forscher der Laval-Universität von Quebec auf der Jahrestagung der amerikanischen Vereinigung für Dentalforschung in Orlando. Demnach können die im Rotwein enthaltenen Polyphenole helfen, Zahnfleischentzündungen vorzubeugen und zu heilen. Polyphenole gehören zu den Antioxidantien, die im Körper schädliche freie Radikale auffangen. Bei ihren Untersuchungen gaben sie Mäusen Bestandteile von Bakterien, die Zahnfleischentzündungen auslösten. Gaben sie jedoch vor dem Bakterienbefall Polyphenole hinzu, setzen die Bakterien deutlich weniger freie Radikale frei als ohne Rotweinextrake. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Biologie Duftmischung aktiviert mehr Gehirnzellen als einzelne Duftnoten

Das berichtet die Nobelpreisträgerin Linda Buck vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle im Fachblatt SCIENCE. Demnach ist eine Mischung aus verschiedenen Duftstoffen mehr als die Summe ihrer Teile. Bei ihrer Forschung an Mäusen sah sie, dass eine Kombination von verschiedenen Düften mehr Nervenzellen im Geruchszentrum im Gehirn anregen, als dies die Düfte einzeln vermögen. Linda Buck vermutet, dass dies der Grund sein könnte, warum Menschen bei einem Duft von zwei völlig verschiedenen Substanzen - etwa einer Rosenblüte und einer Gewürznelke - den Duft einer blühenden Nelke in der Nase haben. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Biologie Aale leiden an hoher Dioxinbelastung

Bereits kleinste Mengen solcher Gifte genügen, um die Entwicklung von Aal-Embryonen zu schädigen. Wie Forscher der Universität Leiden in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts Naturwissenschaften schreiben, haben sie damit einen wichtigen Grund für den Zusammenbruch der Aal-Population gefunden. Bislang hatten die Forscher angenommen, Überfischung sei dafür die Ursache. Wie jetzt sie herausfanden, reicheren sich im Laufe der Zeit durch die Dioxin-Belastung in den Flüssen im Fett-Vorrat der Tiere Dioxine an. Diese sind hochtoxisch und können den Hormonhaushalt und das Erbmaterial der Aale verändern, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: AlphaGalileo

Internet Google ermöglicht Mars-Erkundung

Der Anbieter der Internetsuchmaschine Google stellte am Wochenende eine Karte des roten Planeten ins Internet, die man - wie die bisherigen Karten der Erde und des Monds - verschieben und heranzoomen kann. Wie die Arizona State University, die die Bilder des Mars zur Verfügung stellte, heute mitteilte, stammen die Aufnahmen überwiegend von der Marsexpedition Odyssey 2001. Die minimale Auflösung liege bei 230 Metern. Damit sei es möglich, Detailaufnahmen der Landeplätze der Marsfahrzeuge Spirit und Opportunity zu sehen. //[mst]//

Quelle: dpa

Biologie Australische Forscher entdecken Unterwasser-Ameisen

Die Biologen der James Cook Universität in Brisbane entdeckten die Tiere per Zufall. Bei Filmaufnahmen in den Mangroven setzten sie eine Ameise auf einen Stein im Wasser, damit sie nicht wegrennen konnte. Zu ihrer Überraschung stieg die Ameise der Art Polyrchas sokolova ins Wasser und schwamm davon. Bei näheren Untersuchungen sahen sie, dass die Ameisen in einer Umgebung leben, die überwiegend unter Wasser liegt. Die Ameisen tragen auch ihr Futter schwimmend zum Nest, teilten die Forscher mit. //[mst]//

Quelle: dpa

Biologie Erstmals ist H5N1-Verdacht bei deutschem Nutzgeflügel aufgetreten

Sieben Enten-Küken waren gestern in einem Betrieb in Oberbayern verendet. Ein Schnell-Test hat in den Kadavern der Vögel Influeza-A-Viren nachgewiesen. Daraufhin haben die bayrischen Behörden vorsichtshalber den gesamten Bestand noch in der Nacht keulen lassen. Ob die jungen Enten an der gefährlichen H5N1-Variante des Grippe-Erregers verendet sind, prüfen derzeit Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems. Der niedersächsische Betrieb, aus dem die Jung-Enten stammten, wurde gesperrt und untersucht – dort gebe es bisher keinen Verdacht auf die Krankheit, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. //[mst]//

Quelle: dpa/ap

10.03.2006

Biologie Eine vermeintlich neue Nagetierart ist tatsächlich ein lebendes Fossil.

Das notieren Wissenschaftler des Carnegie-Museums für Naturgeschichte in Pittsburgh im Fachblatt SCIENCE. Die Forscher hatten die Knochen eines jüngst entdeckten Säugetieres mit denen der längst ausgestorbenen Familie der Diato-myidae verglichen und dabei große Ähnlichkeiten entdeckt. Im Fachblatt SCIENCE ordnen sie daher das in Laos lebende Tiere dieser Gattung zu. Die Nagetierart sieht aus wie eine Mischung aus Ratte und Eichhörnchen. Ein US-Forscher hatte es auf einem Markt in Laos entdeckt und einer neuen Säugetierfamilie zugeordnet. [gä]

Quelle: Science

Geophysik Das Beringmeer wird seinen Bewohnern zu warm.

Muscheln, Schnecken und Krabben, die auf Temperaturen um den Gefrierpunkt angewiesen sind, ziehen sich langsam aus dem Meer zwischen Alaska und Sibirien zurück. Ihnen folgen Wale und Robben, schreiben Forscher der Universität von Tennessee und Kollegen in SCIENCE. Die Wissenschafter beobachten das Meer seit 1988. In dieser Zeit versiegte der Zustrom kalten Schmelzwassers im Sommer. Dadurch steigen die Wassertemperaturen im Beringmeer an. [gä]

Quelle: Science

Astronomie Auf Enceladus sprühen Eis-Geysire.

Das berichtet ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für Kernphysik in Heidelberg im Fachblatt SCIENCE. Die Forschergruppe ist den Eis-Vulkanen auf dem Saturnmond durch eine Kombination von Staub-Messungen der Raumsonde Cassini und Computer-Simulationen auf die Spur gekommen. Die Vulkane oder Geysire befinden sich in den jüngeren und wärmeren Gefilden im Süden des Eismondes. Astronomen hatten bereits nach dem ersten Vorbeiflug von Cassini im letzen Jahr vermutet, dass es Eis-Vulkane geben könnte. Enceladus ist damit der dritte Himmelskörpers neben Erde und dem Jupitermond Io, auf dem Vulkane nachgewiesen wurden. [gä]

Quelle: Science

Ingenieurwissenschaften Ebbe und Flut lassen Pfeiler von Pfahlbauten reifen.

Pfahlgründungen werden mit der Zeit stärker belastbar als sie es beim Bau waren. Das berichten Ingenieure der Technischen Universität Harburg. Die Wissenschaftler untersuchten die Betonpfähle des Kai-Speichers A aus dem Jahr 1963 in der Hamburger Speicherstadt. Dabei stellten sie fest, dass durch die Tide auch das Grundwasser in diesem Bereich immer wieder steigt und fällt. Dabei verdichtet es nach und nach den Boden; das Fundament kann dadurch mehr tragen. Das Pfahlbauten mit der Zeit mehr tragen können als zu Beginn sei zwar bekannt, so die Wissenschaftler; die Gründe dafür waren aber bislang unbekannt. Auf dem früheren Kaffee- und Kakaospeicher soll die Elbphilharmonie Hamburg entstehen. Dafür soll eine Konstruktion aus Glas und Stahl das bestehende Gebäude ergänzen. Neue Fundamente sind den Untersuchungen zufolge nicht erforderlich. [gä]

Quelle: TU Harburg

Archäologie Die Polynesier besiedelten die Osterinsel 800 Jahre später als angenommen.

Das notiert ein US-Wissenschaftlerteam im Fachblatt SCIENCE. Die Forscher hatten bei Ausgrabungen in der einzigen Sanddüne der Insel Spuren der ersten Siedler gefunden, die sie auf das 12. Jahrhundert nach Christi datierten. Damit müsse die Siedlungsgeschichte der Osterinsel umgeschrieben werden, so die Wissenschaftler; bislang hatten Forscher vermutet, dass die ersten Polynesier schon um 400 die Insel besiedelten. Die Wissenschaftler vermuten jetzt, dass die Menschen schon kurz nach ihrer Ankunft die berühmten Steinskulpturen schufen. Und den Raubbau am ursprünglichen Palmenwald der Insel begannen. Damit zerstörten sie nach und nach ihre eigene Lebensgrundlage. [gä]

Quelle: spektrumdirekt/eurekalert

Physik Strom aus Kernfusion wird es wahrscheinlich nie geben.

Davon ist einer der Mitentwickler der Atombombe, der Physiker William Parkins, überzeugt. Nach 40 Jahren Forschung - und Kosten von 20 Milliarden Dollar - sei man von Fusionskraftwerken noch immer Jahrzehnte entfernt. Die technischen Probleme des erforderlichen Schutzmantels zum Beispiel ließen sich kaum zu vernünftigen Preisen lösen, für einige Probleme werde es überhaupt keine Lösung geben, schreibt der Forscher im Fachblatt SCIENCE. William Parkins ist vor der Veröffentlichung seines Artikels gestoben. Der Herausgeber von SCIENCE zeigte sich von den Ausführungen so überzeugt, dass er sie dennoch in Druck gehen ließ. [gä]

Quelle: science/new scientist

Physik Das Fachmagazin NATURE zweifelt an der Bläschen-Fusion.

Eine solche Kernfusion hatte der Physiker Rusi Taleyar-khan 2002 präsentiert. Er hatte in Acetonmolekülen Wasserstoff-Ionen durch Deuterium ersetzt, mit einem Neutronenstrahl Bläschen erzeugt und durch Ultraschall die Bläschen wieder zerstört. Dabei seien die Deuterium-Ionen verschmolzen, zeigte sich der Physiker überzeugt. Die NATURE-Redakteure weisen darauf hin, dass sowohl das US-Energieministerium als auch enge Mitarbeiter des Physikers an der Purdue-University erhebliche Zweifel an Taleyar-khans Ergebnissen und Methoden geäußert haben. Zudem hat bisher kein unabhängiger Wissenschaftler sein Experiment wiederholen können. [gä]

Quelle: wissenschaft.de/nature-online

09.03.2006

Astronomie Astronomen haben eine 12,8 Milliarden Jahre alte Explosion im All beobachtet

Vermutlich war es ein Riesenstern, der seine Existenz innerhalb von 80 Sekunden mit einer gewaltigen Explosion aushauchte. Dieser gigantische Ausbruch von Gammastrahlung in den Tiefen des Alls fand vor 12,8 Milliarden Jahren statt - nach kosmischen Maßstäben kurz nach dem Urknall. Die Explosion fand so weit von der Erde entfernt statt, dass ihr Licht jetzt erst die Erde erreicht hat. Die Gammastrahlung war vom NASA-Satelliten Swift registriert und von mehreren Observatorien beobachtet worden. Über die Explosion berichten drei Forschergruppen in Nature. [gm]

Quelle: Nature

Genetik Vom Affen unterscheidet uns die Arbeitsweise unserer Gene.

Mensch und Affe sind genetisch gesehen sehr enge Verwandte. Bei Schimpansen weisen weniger als vier Prozent des Gen-Codes Unterschiede zum Menschen auf. Dennoch sind letztere und erstere deutlich verschieden. Wie Forscher von der Universität Chicago in der Fachzeitschrift "Nature" schreiben, liegt dies an der Art und Weise, wie die Gene arbeiten. Für die Studie wurden 1056 Gene in Leberproben von vier Primaten untersucht. Die Tests ergaben: die meisten Gene erzeugen Zellen und Signale auf die gleiche Weise. Unterschiede gibt es bei denjenigen Genen, die solche Prozesse auch bei anderen Genen beeinflussen. Bei diesen Genen waren die Abweichung vier Mal so hoch. [tj]

Quelle: Nature

Medizin Der Verursacher der Schlafkrankheit ist ohne Peitsche weniger tödlich.

Neue Erkenntnisse über den Parasiten, der die afrikanische Schlafkrankheit verursacht, machen Hoffnung auf wirksamere Medikamente. Bisher dachten die Wissenschaftler, der Einzeller benutze seinen peitschenförmigen Schwanz, die so genannte Geißel nur zum Fortbewegen. Biologen der Universität Oxford haben jetzt herausgefunden, dass sie auch eine lebenswichtige Funktion hat. Die Forscher blockierten die Geißel, indem sie ein bestimmtes Protein ausschalteten. Darauf hin konnte sich der Mikroorganismus nicht mehr teilen und vermehren und starb schließlich ab. Das berichtet die Fachzeitschrift Nature. [jb]

Quelle: Nature

Informatik Star-Wars-Software entschlüsselt die Bauweise von Kathedralen

Mit einem Programm, das eigentlich virtuelle Personen oder Kleidungsstücke für Spielfilme animiert, wollen amerikanische Wissenschaftler architektonische Geheimnisse von Kathedralen lüften. Das berichtet das Team des Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT. Die Software entschlüsselt beispielsweise die physikalischen Kräfte in architektonischen Bögen oder hilft neue Bauformen zu entwickeln. Das Programm könne komplexe Gebäude innerhalb weniger Minuten dreidimensional auf dem Bildschirm darstellen und Veränderungen an der Konstruktion unmittelbar umsetzen. So lässt sich doppelt sparen: an der Entwicklungszeit und an unnötigen Baumaterialien. Mit der Software wollen die MIT-Forscher auch historischen Techniken auf die Spur kommen: Viele Methoden, die beim Bau mittelalterlicher Gebäude verwendet wurden, seien bis heute Geheimnisse der Baumeister und ihrer Gilden geblieben. [jb]

Quelle: Eurekalert

Biologie Haie können sich nicht in die Tiefsee zurückziehen.

Haifische gehören zu den ältesten Gruppen von Fischen : seit 100 Millionen Jahren bevölkern sie die Ozeane. Die Vorstellung, dass sie sich im Laufe dieser Zeit an die extremen Bedingungen in der Tiefsee angepasst haben, ist falsch. Eine internationale Studie, an der das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften beteiligt war, zeigt erstmals: Haie kommen unterhalb von 3000 Metern im Meer nicht vor. Diese Erkenntnis werfe ein anderes Licht auf die Überlebenschancen der Raubfische, warnen die Wissenschaftler. Gefährdet seien Haie zum einen, weil sie langsam wachsen und nur wenig Nachwuchs produzieren. Zum anderen beschränkt sich ihr Lebensraum fast ausschließlich auf Gebiete intensiver Fischerei. Eine Zuflucht der Haie in die Tiefen des Meeres sei nicht möglich. [tj]

Quelle: Leibniz-Institut für Meereswissenschaften

Medizin Leichte Stromstöße helfen gegen Schnarchen.

Amerikanische Wissenschaftler haben eine Behandlungsmethode entwickelt, die nächtliches Schnarchen beenden soll. Dazu benötigt werden: ein Mikrophon, eine Drahtspule unter dem Kopfkissen des Schläfers und eine Drahtspule in der Gaumenmuskulatur des Schlafenden. Mit dem Mikrophon sollen die Schlafgeräusche aufgenommen werden, ab einer bestimmten Lautstärke- die das System individuell erlernt - erzeugt die Kopfkissenspule kabellos einen elektrischen Strom in den Miniaturdrähten im Gaumen des Schläfers. Ein paar niedrige Stromstöße pro Sekunde stimulieren die Gaumenmuskulatur. Sie spannt sich an und verhindert damit ein geräuschvolles Flatter des weichen Gaumengewebes im Atemluftstrom. Wie stark die elektrischen Pulse sein müssen und wie lang, das sei von Schnarcher zu Schnarcher verschieden, berichten die Forscher vom Institut für biomedizinische Technik an der Universität von Südkalifornien (USC) im New Scientist. [tj]

Quelle: New Scientist

08.03.2006

Biologie Schon die Ur-Amphibien konnten rennen.

Das schreiben Biologen aus den USA im Fachblatt PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY: B. Der Gang von Hunden, Katzen oder Pferden folgt stets dem gleichen Prinzip: Beim Schreiten bewegt sich der Körperschwerpunkt zuerst nach oben, das Tier wird etwas langsamer, und dann wieder nach unten - wobei das Tier schneller wird. Rennt ein Vierbeiner dagegen, ist er genau in der Mitte der Schritte am schnellsten. Die Forscher haben jetzt die Bewegung von Brückeneidechsen und Tigersalamandern vermessen. Beide Tierarten gelten als sehr alt und beide zeigen genau den gleichen Bewegungsablauf wie die Säugetiere. Die Forscher vermuten daher, dass schon die ersten Vierbeiner, die Amphibien rennen konnten. Schnell werden sie dabei aber nicht gewesen sein, weil sie sich bei jedem Schritt nicht nur vorwärts, sondern auch auf- und ab bewegten. [gä]

Quelle: wissenschaft.de

Anthropologie Die Essgewohnheiten der Menschen änderten sich offenbar schon in der Steinzeit.

Darauf deuten neue Untersuchungen an Weisheitszähnen von Steinzeitmenschen hin. Anthropologen gehen davon aus, dass sich Probleme mit Weisheitszähnen erst seit der Umstellung der Ernährung durch die Landwirtschaft eingestellt haben. Weil das Essen weicher ist, sind die hinteren Backenzähne nicht mehr notwendig. Die Folge ist, dass sie oft nicht mehr durch das Zahnfleisch durchbrechen. Bis jetzt gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese Entwicklung erst nach der Steinzeit begann. Forscher des Field-Museums in Chicago haben jetzt jedoch stecken gebliebene Weisheitszähne in dem Schädel einer Frau gefunden, die in der jüngeren Altsteinzeit vor 13 bis 15 tausend Jahren gelebt hatte. Da die Frau 25 bis 35 Jahre alt wurde, vermuten die Wissenschaftler nun, dass die Menschen bereits in der Steinzeit ihre Essgewohnheiten änderten. Die Forscher wollen jetzt das Skelett der Frau untersuchen um herauszufinden, wovon sie sich ernährt hat. [gä]

Quelle: Anthropologen

Archäologie Ägypter fuhren bereits vor 4000 Jahren zur See.

Darauf deuten mehrere Wracks hin, die Archäologen der Florida State University in der Nähe des Roten Meeres entdeckt haben. Wie die Forscher in dem INTERNATIONAL JOURNAL OF NAUTICAL ARCHAEOLOGY schreiben, deuten Fraßspuren von Pfahlmuscheln im Gebälk der Boote darauf hin, dass sie tatsächlich im Salzwasser eingesetzt wurden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Schiffe die Reste der Expedition sind, die unter dem Pharao A-men-em-het III, versuchte, das Goldland Punt zu erreichen. A-men-em-het III lebte zwischen 1853 bis 1805 vor Christus. [gä]

Quelle: spektrumdirekt

Biologie Ian Wilmut hat das Schaf Dolly offenbar nicht selbst geklont.

Während eines Prozesses in Edinburgh sagte der Professor, dass er zwar die Leitung des Teams inne hatte, jedoch weder die Klon-Technik entwickelt noch die ersten Experimente durchgeführt hat, die zum Klonschaf Dolly führten. Das berichtet der britische DAILY TELEGRAPH. Auf Nachfrage bestätigte Wilmut, er habe Dolly nicht geschaffen. Zwei Drittel des Erfolges könne sich vielmehr sein Kollege Keith Campbell zuschreiben. Der Name Ian Wilmut sei nur aufgrund einer Abmachung mit Campbell stets als erster genannt worden. Ein aus Indien stammender Mikrobiologe hatte Wilmut verklagt, dieser habe seine Ideen gestohlen. [gä]

Quelle: spektrumdirekt

Biologie Forscher entdecken eine blinde, haarige Krabbe in der Tiefsee.

Das Krustentier ist rund 15 Zentimeter lang und weiß; seine Scheren sind vollkommen behaart. Das berichtet ein französisch-amerikanisches Forscherteam. Das Tier ist in den Augen der Wissenschaftler so ungewöhnlich, dass sie es zu einer eigenen Familie zählen. Kiwa hirsuta, so der neue wissenschaftliche Name des krebsartigen Tieres, lebt in der Nähe heißer, giftiger Quellen am Meeresgrund. In seinen Haaren gedeihen sehr viele Bakterien; Forscher vermuten, dass diese die giftigen Bestandteile im Wasser aufnehmen und das Tier auf diese Weise schützen. [gä]

Quelle: bbc-online

Medizin Weichmacher in Medikamentenhüllen könnten doch keine Gefahr für Ungeborene bergen.

Darauf weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn hin. Das Institut reagiert auf einen Bericht des ARD-Magazins PLUSMINUS. Das hatte berichtet, der Weichmacher Dibutyl-Phtalat, kurz DBP, werde in den Kapseln von Medikamenten in einer Konzentration eingesetzt, die bei Föten zur Schäden führen könnte. Nach Angabe des Instituts werde zwar bei vielen Medikamenten der zulässige Grenzwert tatsächlich überschritten; die Werte blieben jedoch stets unterhalb der Grenze, bei der sich in Experimenten mit Tieren eine Wirkung gezeigt habe. [gä]
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