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24.03.2006

Technik Die Sommerzeit spart keine Energie.

Darauf weisen die Energieerzeuger in Deutschland hin. Die Stromhersteller hatten untersuchen lassen, ob durch das Vorstellen der Uhr um eine Stunde der Energieverbrauch sinkt. Weil es abends länger hell ist, müsse das Licht später eingeschaltet werden. So soll Strom gespart werden. Das stimmt zwar, so der Verband der Elektrizitätswirtschaft; dieser Ersparnis werde aber dadurch aufgewogen, dass morgens die Heizungen höher gestellt würden. In Deutschland beginnt die Sommerzeit 2006 am 25. März und dauert bis zum 29. Oktober. Eine Energieersparnis wird seit der ersten Einführung einer Sommerzeit in Großbritannien 1916 immer wieder als Grund für die Zeitumstellung genannt. //[gät]//

Astronomie Kometen kreisen auch zwischen Mars und Jupiter.

Das berichten Forscher der Universität Hawaii im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten 300 Asteroiden untersucht. Dabei entdeckten sie drei, die sich wie ein Komet verhielten. So bildeten die Himmelsköper zum Beispiel in größerer Nähe zur Sonne einen Schweif und bestehen zum Teil aus gefrorenem Wasser. Für Astronomen ist das eine Überraschung; bislang galt es als sicher, dass Kometen im Kuiper-Gürtel entstanden. Die Forscher vermuten, dass noch weit mehr wasserhaltige Kometen zwischen Mars und Jupiter kreisen. Sie könnten sogar das Wasser zur Erde gebracht haben. //[gät]//

Internet Die "Encyclopaedia Britannica" weist eine Untersuchung des Fachblatts "Nature" zurück.

Das britische Fachblatt hatte im Dezember berichtet, Artikel der "Encyclopaedia" und des Online-Lexikons Wikipedia seien etwa gleich zuverlässig. Die Redaktion hatte 42 Artikel durch Testpersonen vergleichen lassen. Diese hätten in den Beiträgen der "Encyclopaedia" zahlreiche Fehler gefunden, berichtete "Nature" anschließend. Die Redaktion des Lexikons wies Untersuchung und Ergebnis jetzt zurück. Eine Überprüfung der zugänglichen Daten habe gezeigt, dass die ausgewählten Artikel zum Teil gekürzt waren - wodurch wesentliche Informationen fehlten, was zum Abzug führte. Mindestens zwei Artikel stammten nicht aus dem Lexikon selbst, sondern aus einem Jahrbuch und einer Ausgabe für Jugendliche. In einigen Fällen seien Texte von verschiedenen Artikeln zusammengefasst worden. Ferner hätten Wissenschaftler eine unpräzise Darstellung bemängelt; diese sei aber im Rahmen einer Enzyklopädie nicht angemessen. Die Redaktion forderte "Nature" auf, den Bericht zurückzuziehen. In einer ersten Stellungnahme bekräftigte das Journal, es halte an seinen Ergebnissen fest. //[gät]//

Quelle: Heise

Biologie Die ersten Männchen seit 200 Millionen Jahren...

...haben Forscher von der kleinen Krebstierart mit der Bezeichnung Darwinuliden-Ostracoden gefunden. Bislang waren von dieser Art nur Weibchen bekannt - ob als lebende Exemplare oder als Versteinerungen. Deshalb vermuteten die Wissenschaftler, dass die Süßwasserkrebse sich ungeschlechtlich fortpflanzen, indem die Weibchen ihre Eier klonen. Die drei jetzt gefundenen Männchen trugen jedoch keinen Samen. Entweder haben sie diesen bei einer Paarung aufgebraucht, so die Forscher. Dann stimmt die gängige Theorie nicht. Oder die Männchen sind funktionslos. Dann stimmt zwar die Theorie noch, die Männchen wären aber eine Fehlentwicklung aus einer Zeit, als sich die Tiere noch sexuell vermehrten. //[job]//

Biologie Linksgedrehte Häuser retten Schneckenleben.

Davon sind Forscher der Yale- und der Cornell Universität überzeugt. Das Haus von Meeresschnecken kann entweder rechts herum oder links herum gedreht sein; der Eingang liegt dann entweder rechts oder links der Achse. Liegt der Eingang links, haben Krebse offenbar Probleme, die Tiere zu fassen, so die Wissenschaftler: Bei der Untersuchung von 1772 Schneckenhäusern fanden die Forscher deutlich weniger Spuren von Krabbenzangen als bei rechtsgedrehten Häusern. Auch bei praktischen Versuchen mit lebenden Tieren zeigte sich, dass Krebse bei linksgedrehten Häusern den Angriff schnell aufgaben - die Schnecke konnte entkommen. Die Linksdrehung hat aber auch Nachteile, so die Wissenschaftler weiter: So erschwert sie etwa die Paarung der Tiere. Das könnte erklären, warum es nach wie vor so viele rechtsgedrehte Häuser gibt. //[gät]//

Biologie Stammzellen aus Mäusehoden könnten embryonale Stammzellen ersetzen.

Das berichten Wissenschaftler der Universität Göttingen im Fachblatt "Nature". Die Forscher hatten Stammzellen aus den Hoden erwachsener Mäuse isoliert, die sich unter bestimmten Umständen ähnlich verhielten wie embryonale Stammzellen. Aus solchen Zellen können Mediziner alle Zell- und Gewebetypen des menschlichen Organismus gewinnen. Für die neue Methode reiche eine einfache Gewebeprobe. Die Genetiker vermuten, dass Männer vergleichbare Zellen in ihren Hoden haben. Die Forscher wissen schon länger, dass bestimmte Zellen aus den Hoden neugeborener Mäuse - wie embryonale Stammzellen - zahlreiche Gewebetypen bilden können. Aber sie hatten bisher nicht nachweisen können, dass die neuen Stammzellen auch bei erwachsenen Tieren vorhanden sind. Sollten weitere Versuche diese Ergebnisse bestätigen, könnten mit der neuen Methode ethisch unbedenklich Stammzellen gewonnen werden, so die Forscher. Auf der Stammzellenforschung liegen große Hoffnungen für die Behandlung bislang unheilbarer Krankheiten. //[job]//
23.03.2006

Raumfahrt Astronauten dürfen nicht mehr im Weltraum spazieren gehen.

Die Geländer des US-amerikanischen Moduls der Raumstation sind offenbar nicht mehr sicher. Das teilte die NASA in Houston mit. Bei Hitzetests am Boden seien Probleme mit dem Material aufgetreten. Die US Weltraumorganisation will jetzt die Widerstandsfähigkeit der Geländer überprüfen. //[gät]//

Klima Eiszeiten am Südpol führten nicht zu mehr Plankton.

Wissenschaftler waren bislang sicher, dass sich Plankton während Eiszeiten erheblich vermehrte. Der Grund für diese Annahme war, dass durch das trockene Klima auf den angrenzenden Kontinenten mehr Staub und damit mehr Nährstoffe in die Ozeane geweht wurde. Diese Annahme stimmt zumindest für die Südhalbkugel so nicht, berichtet heute eine Forschergruppe aus Europa in „Nature“. Die Wissenschaftler hatten den längsten Eis-Bohrkern der Welt analysiert. Die Eisstange ist rund drei Kilometer lang und lässt Rückschlüsse auf acht aufeinander folgende Eiszeiten sowie den Zuständen im Meer zu. Die Analyse ergab, dass auch während der Eiszeiten entgegen der bisherigen Theorie nicht mehr Plankton im Ozean lebte als zu Warmzeiten. //[gät]//

Astronomie Nicht weit von der Sonne entfernt kreist ein Brauner Zwerg.

Braune Zwerge sind zu groß für einen Planeten, aber zu klein für einen Stern: Sie bilden daher eine Zwischenklasse. Einen solchen Himmelskörper hat ein Forscherteam unter Beteilung von Astronomen des Max Planck Instituts für Astronomie in Heidelberg in der Nähe der Sonne entdeckt: Der Braune Zwerg mit der Bezeichnung SCR 1845-6557 B ist rund 12,7 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist einen kleinen Stern. Der Braune Zwerg hat eine Oberflächentemperatur von 750 Grad Celsius, er zählt damit zu den kühlsten Zwergen. Die Forscher hoffen, seine Masse genau bestimmen und damit Aufschlüsse über den Aufbau von Braunen Zwergen gewinnen zu können. Innerhalb eines Radius von zwanzig Lichtjahren um die Sonne haben Astronomen bereits fünf Braune Zwerge entdeckt. //[gät]//

Quelle: MPG

Paläontologie Methan-Bildende Bakterien lebten bereits vor dreieinhalb Milliarden Jahren.

Das berichten Forscher des Tokio Instituts für Technologie im Fachblatt „Nature“. Die Wissenschaftler hatten Methaneinschlüsse in Ablagerungen aus Australien gefunden und analysiert. Die Kohlenstoffisotope des Gases weisen darauf hin, dass dieses Methan von Bakterien produziert wurde. Die Proben stammen aus dem Archaikum, sind also rund dreieinhalb Milliarden Jahren alt. Der älteste bisher bekannte Nachweis für methanbildende Bakterien ist 700 Millionen Jahre jünger als dieser neue Fund. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Methan im Archaikum eine entscheidende Rolle für die Klimaregulation gespielt hat. Methan ist ein sehr wirkungsvolles Klimagas. Methanerzeugende Bakterien gelten als eine der ältesten Lebensformen auf der Erde. //[job]//

Quelle: Nature

Informationstechnik Computer könnten künftig mit Lichtchips rechnen.

Lichtverarbeitende Prozessoren können schneller sein als konventionelle. Allerdings können die Schaltkreise nicht kleiner sein als die Wellenlänge des Lichts. Denn ein Lichtstrahl kann Leitungen und Löcher nur problemlos passieren, so lange sie größer sind als seine Wellenlänge. Die beträgt beim Infrarot-Licht, das in der Datenverarbeitung benutzt wird, 1,5 Mikrometer. Leitungen auf normalen Computerchips sind jedoch um ein vielfaches kleiner. Forscher aus Dänemark und Spanien haben jetzt eine Technik entwickelt, um diese Grenze zu umgehen. Wie sie im Fachblatt „Nature“ schreiben, frästen sie feine Rillen in eine Goldfolie. Fällt Licht auf diese Rillen, leiten sie die Wellen weiter - obwohl die Rillen selbst kleiner sind als die Wellenlänge des Lichts. Die Forscher hoffen jetzt, optische Chips entwickeln zu können. //[job]//

Geologie Die Erdbeben in Norddeutschland wurden nicht durch die Erdgasförderung ausgelöst.

Zwar kann die Förderung leichtere Erdstöße auslösen, diese seien jedoch in der Regel so gering, dass sie keine Gebäudeschäden verursachen. Davon äußerten sich die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover überzeugt. Die Erdbeben zwischen Hamburg und Bremen vom 20. Oktober 2004 habe jedoch die Stärke 4,5 gehabt. Deshalb geht die Bundesanstalt weiter davon aus, dass es sich bei diesem Beben um ein tektonisches und nicht um ein von Menschen hervorgerufenes gehandelt hat. Der Online-Dienst des SPIEGEL hatte berichtet, dass eine Forschergruppe der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe nach neueren Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen sei, das Epizentrum des Bebens habe in einer Tiefe von sieben Kilometern gelegen. In der selben Tiefe befinden sich die Erdgaslager, die ausgebeutet werden. Daher sähen Geologen in der Erdgasförderung die mögliche Ursache für das Beben. //[gät]//
22.03.2006

Biologie Forscher entdecken Syntax im Gesang von Buckelwalen.

Die Sprache der Buckelwale sei zwar nicht mit der menschlichen vergleichbar, in den Gesängen seien aber Elemente von Sprache zu erkennen, berichten Neurowissenschaftler des Howard Hughes Medical Institute in Chevy Chase im amerikanischen Maryland. Wie die Forscher in einer Online-Veröffentlichung des Fachmagazins Journal of the Acoustical Society of America berichten, haben sie die Ächzer, Rufe und Schreie mit Methoden der Informationstheorie ausgewertet. Damit konnten sie eine hierarchische Struktur sowie eine Art Satzbau einzelner Gesangselemente nachweisen. Bisher hätten nur Menschen die Fähigkeit bewiesen, solche Strukturen zur Kommunikation zu benutzen. Da die Wirkung von Seh- und Riechvermögen unter Wasser begrenzt ist, sind die Meeressäuger auf akustische Verständigung angewiesen. [jb]

Quelle: Howard Hughes Medical Institute/Journal of the Acoustical Society of America

Geophysik Der Amazonas-Regenwald wächst am stärksten während der Trockenzeit.

Allerdings ist dies nur beim intakten Teil des Urwaldes so. Wie Wissenschaftler der Universität Arizona in den Geophysical Research Letters schreiben, vermuten sie, dass die Wurzeln der Bäume im ursprünglichen Teil des Regenwaldes bis in tiefe Wasserschichten reichen. So können die Pflanzen die intensivere Sonnenstrahlung während der Trockenzeit zum Wachsen nutzen. Normalerweise wachsen Pflanzen während der Regenzeit am besten. Das ist auch in dem Teil des Amazonaswaldes so, der nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand ist. Die Erkenntnisse über den Stoffwechsel des Regenwaldes lieferten entscheidende Anhaltspunkte darüber, wie tropische Lebensräume funktionieren und wie Entwaldung die Artenvielfalt beeinflusst, schreiben die Forscher. Für ihre Untersuchung werteten sie fünf Jahre lang Satellitenaufnahmen aus. [jb]

Quelle: Geophysical Research Letters/Eurekalert

Tiermedizin Kabinett beschließt Forschungsprogramm zur Vogelgrippe.

Die Bundesregierung wird in den kommenden Jahren insgesamt 60 Millionen Euro zur Erforschung der Vogelgrippe bereitstellen. Das Kabinett billigte am Mittwoch in Berlin ein Vorhaben, mit dem Übertragungswege vom Tier zum Menschen erkundet werden sollen. Ziel ist es nach den Worten von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auch, einen Breitbandimpfstoff zu entwickeln, der gegen Varianten des gefährlichen H5N1-Virus wirkt. Der Chef des Bundesinstitutes für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter, äußerte sich vorsichtig optimistisch zur Eindämmung der Tierseuche. Experten rechnen mit einer möglichen Verfügbarkeit des Impfstoffes frühestens Ende 2007. [dk]

Medizin Defekter Ionenkanal weist den Weg zu Nervenerkrankungen.

Wissenschaftler des Instituts für Humangenetik der Justus-Liebig-Universität in Gießen haben gemeinsam mit Forschern anderer Institute im Ausland ein Gen identifiziert, das bei einer seltenen neurologischen Erkrankung mutiert ist. Bei der Krankheit degeneriert das Kleinhirn, es kommt zu Gehstörungen und Demenz. Das Gen enthält die Informationen für Kaliumkanalmoleküle, die den Informationstransport der Nervenzellen im Kleinhirn sichern. Die seltene Mutation stört den Ionenhaushalt der Zellen. In der Folge gehen sie langsam zu Grunde. Die Entdeckung der Ionenkanalstörung als Basis einer neurologischen Erkrankung sei besonders deshalb wichtig für die Forschung, weil sie Anhaltspunkte auch für die Entschlüsselung anderer häufiger Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer liefern könnte. Das schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Genetics. [dk]

Quelle: IdW-Ticker, www.uni-giessen.de

Psychologie Kleinkinder lernen Begriffe für interessante Gegenstände besser.

Welche Wörter kleine Kinder als erstes lernen, hängt von ihren Interessen ab. So prägen sie sich bereits im Alter von zehn Monaten die Namen von bunten Gegenständen, die zusätzlich noch spannende Geräusche von sich geben, sehr gut ein - im Gegensatz zu den Bezeichnungen langweiliger Objekte. Das haben amerikanische Forscher gezeigt. Ältere Kinder nutzen dagegen eine andere Strategie zum Lernen: Für sie sind Hinweise und Informationen, die sie von einer Bezugsperson erhalten, wichtiger als der Gegenstand selbst. In der Studie zeigten die Forscher der Temple-Universität in Philadelphia Kleinkindern im Alter von zehn Monaten verschiedene Gegenstände und sprachen ihnen gleichzeitig deren Namen vor. [dk]

Quelle: wissenschaft.de, mit Bezug auf Child Development

Paläontologie Pflanzenfressender Saurier machte einen ganz schön langen Hals.

Acht Meter lang war vermutlich der Hals des im Jahr 2002 in der Wüste Gobi gefundenen Pflanzenfressers. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt US-Forscher vom Amerikanischen Museum für Naturgeschichte in New York, als sie die Überreste genauer untersuchten. Die sechs gefundenen Halswirbelknochen sind je doppelt so groß wie ein Laib Brot. Insgesamt dürfte das Halsskelett des Sauriers wahrscheinlich 14 oder 15 solcher Knochen gezählt haben. Die neue Spezies mit dem Namen Erketu ellisoni lässt sich in die Familie der Titanosauridae einordnen, die wiederum Teil der Gruppe der Pflanzen fressenden Sauropoden ist. Sein langer Hals verlieh Erketu ellisoni eigenartige Proportionen, vermuten die Forscher. So soll sich über ein Drittel seiner gesamten Körperlänge vor seinen Schultern befunden haben. Wahrscheinlich habe der Riese seinen Hals die meiste Zeit nicht aufrecht in die Höhe gestreckt, sondern parallel zum Boden getragen, um dort nach Nahrung zu suchen, so die Wissenschaftler. Dass das Tier die Last seines großen Halses tragen konnte, verdankte es zum einen Lufteinschlüssen in den Wirbelknochen, die das Knochengewicht reduzierten. Außerdem hatten die größeren Wirbel V-förmige Kerben, die einen Bänderapparat beherbergt hätten, berichten die Paläontologen aus New York. [dk]

Quelle: wissenschaft-online, mit Bezug auf Nature Online

21.03.2006

Biologie Attraktive Vögel sind besser vor der Vogelgrippe geschützt....

…als ihre weniger attraktiven Artgenossen, zumindest gilt dies bei den Halsbandschnäppern. Diese Singvögel gehören zur Familie der Fliegenschnäpper. Davon zeigen sich Forscher der Universität von Uppsala in Schweden im Fachblatt "Acta Zoologica" überzeugt. Bei ihren Forschungen untersuchten sie die Attraktivitätsmerkmale im Federkleid der männlichen Vögel im Zusammenhang mit deren Gesundheit. Vögel, die über einen schwarzen Fleck auf dem Vorderhaupt verfügen, haben damit nicht nur gute Chancen bei der Partnerwahl, sondern auch ein funktionierendes Immunsystem. Durch ein intaktes Abwehrsystem sind diese attraktiven Vogelmännchen weniger von der Vogelgrippe bedroht als Halsbandschnäpper ohne das schwarze Kennzeichen, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: Acta Zoologica

Medizin Alternative Diagnostik erspart Neugeborenen unangenehme Untersuchungen.

Bei dieser Proteom-Methode reicht eine Urinprobe aus, anhand derer Mediziner feststellen können, ob Neugeborene eine Harnleiter-Verengung haben. Wie Forscher aus Toulouse und Hannover in einer Vorabveröffentlichung des Fachmagazins //Nature Medicine// berichten, können sie damit früher als bei herkömmlichen Methoden feststellen, ob ein Kind operiert werden muss. Bei der neuen Technik untersucht ein Computer bestimmte Eiweiße im Urin. Bislang konnten Säuglinge nur mit Hilfe von Kontrastmitteln, Narkosen und aufwändigen Flüssigkeitsentnahmen auf eine Harnleiterverengung, die zu Nierenschäden führen kann, untersucht werden. //[mst]//

Quelle: Nature Medicine

Biologie Paläontologen entdecken eine bislang unbekannte Affengattung.

Wie das Fachblatt "Proceedings of the National Academies of Sciences" heute berichtet, gelang es den Forschern aus Argentinien, einen unversehrten Schädel sowie einige Zähne eines ausgestorbenen Neuweltaffen aus rund 16,4 Millionen Jahren alten Gesteinsschichten zu bergen. Der Schädel eines erwachsenen Weibchens gehörte zur Familie der Kapuzinerartigen und verfügte über ein erstaunlich großes Frontalhirn. Der Fund mit den Namen //Killikaike blakei// ist ein Glücksfall, da es aus dieser Zeit kaum aussagekräftige Fossilien gibt, die die Frühzeit der Neuweltaffen beleuchten, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: PNAS

Technik Forscher entwickeln elektronische Schaltkreise aus Kunststoff.

Mit einem neuen Herstellungsverfahren könnte es Forschern aus Southampton bald möglich sein, ähnlich leistungsfähige Schaltkreise herzustellen, wie dies bislang nur mit Computerchips aus Silizium möglich ist. Die Chemiker entwickelten dazu Kunststoffe auf der Basis so genannter Thiophene, die Strom durch geordnete Kunststoffschichten sechsmal besser als herkömmlicher Kunststoff leiten. Wie sie in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "Nature Materials" schreiben, rücken die Kunststoffchips damit an die Geschwindigkeit und Stabilität von Siliziumschaltkreisen heran. //[mst]//

Quelle: Nature materials

Astronomie Mögliches Leben im All könnte von der Erde stammen.

Das haben kanadische Forscher mit einer Computersimulation errechnet. Wie der Online-Dienst des Fachblatts "Nature" berichtet, könnten irdische Bakterien durch einen Meteoriteneinschlag in den Weltraum geschleudert worden sein. Bei der Simulation handelte es sich um einen Einschlag, dessen Stärke dem des Meteoriteneinschlags vor rund 65 Millionen Jahren auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan entsprach. Bei der Hochrechnung sahen die Forscher, dass im Laufe von fünf Millionen Jahren etwa 100 Objekte auf dem Jupitersatellit Europa und 30 Objekte auf dem Saturnmond Titan landeten. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de/spiegel-online

Astronomie Astronomen wiegen zwei Braune Zwerge.

Dies gelang den Forschern von der Universität von Wisconsin durch die Auswertung der Daten, die sie in den zwölf Jahren seit der Entdeckung der beiden ungeborenen Sterne aus dem Orionnebel gesammelt haben. Demnach sind die beiden sich umkreisenden Braunen Zwerge 30- beziehungsweise 50 Mal größer als Jupiter und weisen dabei aber nur 3,5 und 5,5 Prozent der Masse unserer Sonne auf. Wie die Astronomen in einer Online-Vorabveröffentlichung des Fachblatts "Nature" schreiben, sind die beiden Zwerge, die sich unter der Wirkung der Schwerkraft aus interstellarem Gas und Staub gebildet haben, nur etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

20.03.2006

Medizin Es gab schon im Tierversuch Auffälligkeiten mit TGN 1412

Bereits vor dem dramatischen Ausgang des Medikamententests in London hat es bei Tierversuchen mit Wirkstoff TGN 1412 der Würzburger Firma TeGenero Auffälligkeiten gegeben. Das Pharmaunternehmen bestätigte heute, dass bei zwei von 20 Versuchsaffen eine deutliche Schwellung der Lymphknoten festgestellt worden war. Die Symptome seien aber deutlich anders gewesen als vor einer Woche bei der ersten klinischen Erprobung der Substanz an Menschen. Bei den Tests waren sechs Männer schwer erkrankt. Zwei von ihnen schweben immer noch in Lebensgefahr. Die Teilnehmer des Tests waren nach Angaben des Unternehmens auf die Lymphknotenschwellung der Tiere hingewiesen worden. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Physik Viren helfen, Nano-Werkzeuge zu bauen.

Britische Forscher haben auf Bohnenpflanzen spezialisierte Viren als Grundbausteine für Nano-Werkzeuge benutzt. Die so genannten Mosaik-Viren besitzen einen Durchmesser von gerade einmal 30 Nanometern. Den Forschern gelang es, an das Virus rund 240 organometallische Partikel anzukoppeln, die je ein elektronisch aktives Eisenatom enthielten. So sei ein winziger Kondensator entstanden, berichten die Forscher. Mit Hilfe von Mosaikviren könnten künftig noch weitere Werkzeuge – zum Beispiel Sensoren im Nano-Maßstab konstruiert werden. //[mawi]//

Quelle: BBC

Medizin Ein defektes Gen macht die Haut trocken und schuppig.

Schottische Forscher der Universität Dundee haben entdeckt, dass ein defektes Gen für ein Protein mit Namen "Fillagrin" häufig für allergisches Asthma und Hautekzeme verantwortlich ist. In den oberen Hautschichten werden gewöhnlich große Mengen Fillagrin hergestellt. Normalerweise besitzt jeder Mensch zwei intakte Kopien des Fillagrin-Gens. Bei einem von zehn Europäern sei eine Kopie des Gens aber defekt, dies erhöhe das Risiko, trockene, schuppige Haut zu entwickeln, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Bei einem von 500 Menschen seien sogar beide Kopien des Gens defekt. Diese Menschen litten besonders häufig unter Hautekzemen und Asthma. //[mawi]//

Quelle: Nature-Genetics

Technik Ein neuer Operationsroboter zeigt Tastsinn.

Italienische Ingenieure der Universität Verona haben einen Operationsroboter für chirurgische Eingriffe weiter entwickelt. Er leitet auch Tasteindrücke an den Operateur weiter. Die Aktionen des OP-Roboters werden vom Chirurgen per Joy-Stick an einer Computer-Konsole gesteuert. Für seine Entscheidungen musste sich der Operateur bislang vor allem auf das verlassen, was er am Videobildschirm sah. Das neue Roboter-System erfasst den Widerstand, der von einem Gewebe ausgeht. Der Operateur spürt also am Joy-Stick, ob der Roboter in die Haut schneidet - oder Knochen fräst.

Quelle: mig

Astronomie Die Erde entfernt sich von der Sonne.

Der Abstand zwischen Sonne und Erde nimmt pro 100 Jahre um zehn Meter zu Dies hätten neue Berechnungen mehrerer Forschergruppen ergeben, berichteten Bremer Froscher heute auf der Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in München. Messungen aus den letzten 120 Jahren seien noch einmal systematisch ausgewertet worden. Warum Erde und Sonne auseinander drifteten, könne mit der herkömmlichen Gravitationsphysik nicht erklärt werden, hieß es. //[mawi]//
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