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29.03.2006

Medizin Forscher finden neues Metastase-Gen.

S100P nennen Wissenschaftler der Universität Liverpool ihre Entdeckung. Bisher sind drei weitere Gene bekannt, die dafür sorgen, dass Krebszellen aus dem Primärtumor sich im Körpergewebe anreichern und dort Metastasen bilden. Die Liverpooler Wissenschaftler entdeckten das Gen S100P in zehn verschiedenen Körpergeweben, darunter Lunge, Herz, sowie Sexualorgane und Darm. Im gesunden Organismus sorge S100P offenbar für die ausreichende Zirkulation weißer Blutkörperchen, so die Wissenschaftler. Erst im Tumor entfalte es durch das massenhafte Zellwachstum eine negative Wirkung. Die Forscher suchen nun nach Medikamenten, die bei Tumorpatienten die Wirkung des Metastasen-Gens unterdrücken können. //[dk]//

Quelle: alphagalileo.org

Medizin Hirnstammzellen reparieren Rückenmark.

Dieses Resultat haben kanadische Wissenschaftler im Labor erzielt, als sie Stammzellen aus dem Gehirn erwachsener Mäuse in Ratten mit verletztem Rückenmark implantierten. Damit die Stammzelltransplantation Erfolg hatte, musste sie allerdings in einem bestimmten Zeitfenster nach der Verletzung erfolgen, so die Forscher. Ziel war, die Bildung der Schutzschicht, des so genannten Myelins, um die Nervenzellen zu erreichen. Bei einer Rückenmarksverletzung ist das Absterben der Nervenzellen vor allem darauf zurückzuführen, dass kein Myelin mehr produziert wird. In dem kanadischen Versuch überlebten die transplantierten Mäusezellen dank eines Gemisches aus körpereigenen wachstumsfördernden Proteinen und Medikamenten, die die Immunabwehr im Körper der Ratten unterdrückten. Dort verwandelte sich ein Drittel der verpflanzten Zellen in voll funktionsfähige myelinproduzierende Zellen. Die so behandelten Ratten waren zwar nicht völlig geheilt, bewegten sich aber besser als vor der Behandlung. Allerdings funktionierte die Stammzellenbehandlung nur bei Tieren, bei denen die Verletzung noch nicht lange zurücklag. //[dk]//

Quelle: wissenschaft.de, The Journal of Neuroscience

Archäologie Die Himmelsscheibe von Nebra wurde oft umgearbeitet.

Das ist das Ergebnis einer jetzt vorgestellten Spezialanalyse in einem Labor der Universität Magdeburg. Demnach waren ursprünglich auf der Scheibe lediglich Sonne, Mond und Sterne einschließlich der Plejaden zur Benutzung als astronomische Uhr abgebildet. Irgendwann im Laufe der etwa 400-jährigen Nutzung sei die Scheibe dann mehrmals verändert worden, so die beteiligten Archäologen. So kamen etwa Horizontbögen hinzu, mit denen die Winter- und Sommersonnenwende bestimmt wurden. Die Himmelsscheibe gilt als die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt und wird derzeit mit anderen Funden aus der Bronzezeit in Mannheim gezeigt. //[dk]//

Ingenieurwissenschaften Zinkoxid macht Bildschirme transparent.

Ein wichtiger Schritt hin zu durchsichtigen Displays ist jetzt Werkstoffwissenschaftlern der TU Braunschweig gelungen. Sie haben erstmals einen völlig durchsichtigen Bildpunkt zum Leuchten gebracht. Das Verfahren ebnet den Weg zu einer neuen Generation von durchscheinenden Bildschirmen. Auf klaren Fensterscheiben oder flexiblen durchsichtigen Folien können dadurch in Zukunft farbige Bilder und elektronische Informationen erscheinen. Darüber berichten die Braunschweiger Forscher in der Fachzeitschrift "Advanced Materials". Basis der Forschung sind organische Leuchtdioden, kurz OLEDs (organic light emitting diodes). Diese gelten, weil sie äußerst dünn sind und wenig Strom verbrauchen, als Nachfolger der LCD-Technik und werden heute schon teilweise eingesetzt. Die Bildpunkte in OLED-Displays werden jedoch wie bei LCDs durch Dünnschichttransistoren aus Silizium angesteuert. Dieses konnten die Braunschweiger Forscher nun durch das transparente Zinkoxid ersetzen. Damit lassen sich die Transistoren übereinander statt bisher nebeneinander aufbauen, die Displays werden damit völlig durchsichtig und ermöglichen zahlreiche neue Anwendungen, ob in der Unterhaltungselektronik, in der Automobil- und Medizintechnik. //[dk]//

Quelle: Advanced Materials, Band 18, Seite 738

Medizin Gentherapie soll Amputationen vorbeugen.

Ein entsprechendes Gen-Therapeutikum wird derzeit an der Universität Münster intensiv getestet. Es habe bei ersten Versuchen an Testpersonen zu guten Ergebnissen geführt, meldet die Münsteraner Hochschule. Ziel ist es, Beinamputationen bei Menschen mit Durchblutungsstörungen zu verhindern. In Deutschland leidet jeder vierte über 65 unter massiven Durchblutungsstörungen der unteren Extremitäten. In einer ersten Studie mit 125 Freiwilligen konnten die Gefäßheilkundler in Münster die Amputationsrate um 50 Prozent senken. Das in Münster entwickelte Medikament enthält die Erbinformation für einen Wachstumsfaktor aus dem menschlichen Erbgut, der das Wachstum von Blutgefäßen steuert. Das Mittel wird in die Beinmuskeln injiziert. Derzeit werden diverse Gen-Medikamente gegen Durchblutungsstörungen getestet, zugelassen ist noch keines. In Münster sollen jetzt in einer so genannten Phase III-Studie 500 Menschen das Medikament erhalten. //[dk]//

Ozeanographie Frühwarnsystem soll Riffe schützen.

Auf einer Konferenz in Australien haben Wissenschaftler erste Schritte auf dem Weg zu einem weltweiten Frühwarnsystem zum Schutz von Korallenriffen beschlossen. Ein erstes System mit Temperatur- und chemischen Sensoren soll auf rund 400 Kilometern Länge am weltgrößten Riff installiert werden, dem australischen Great Barrier Reef. Das geht aus einem Plan hervor, auf den sich die 60 Forscher aus zehn Ländern heute geeinigt haben. Am Ende soll ein weltweites System auf Riffen Verschmutzung und Temperatur messen. Die Sensoren wurden bereits in Taiwan, Florida und in der Südsee getestet. Korallenriffe gelten weltweit als gefährdet sowohl durch Verschmutzung der Meere als auch durch die Klimaerwärmung. Das Phänomen gilt aber als schlecht erforscht. //[dk]//
28.03.2006

Biologie Singvögel formen ihre Töne ähnlich wie Menschen….

…..in der Kehle. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam machte Röntgenaufnahmen von singenden "Roten Kardinälen". Der Stimmapparat der Singvögel zeichne sich durch große Flexibilität aus, schreiben die Froscher im Fachblatt PNAS. Die Vögel dehnten ihre Stimmbänder beim Singen zyklisch. Diese Bewegung pflanze sich in den Rachen fort, drücke ihn leicht zusammen und schaffe dabei freien Raum, der die tieferen Töne hergebe. Biologen hatten bislang geglaubt, dass der Stimmtrakt von Vögeln starr sei und dass die Tiere die verschieden hohe Töne durch unterschiedliche Öffnung des Schnabels formen. //[mawi]//

Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences (Bd. 103, S. 5543).

Biologie Das Verhalten von Küchenschaben ist extrem berechenbar.

Das berichten Forscher der Universität von Brüssel im Fachblatt PNAS. In Laborversuchen boten sie 50 Küchenschaben jeweils mehrere Zufluchtsorte zur freien Auswahl an. Die Küchenschaben sorgten immer dafür, dass ein Gleichgewicht entstand: zwischen persönlichem Schutz auf der einen Seite und einer optimaler Größe der Gruppe. Für die Schabe stelle es einen Vorteil dar, Teil einer möglichst großen Gruppe zu sein. Andererseits bestehe die Gefahr, keinen Zugang zu erhalten zu einem bereits übervollen Zufluchtsort. Das Verhalten lasse sich in einem mathematischen Modell vorhersagen und führe zu einem - für jedes Tier - optimalen Ergebnis, so die Forscher. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online: DOI 10.1073/pnas.057877103

Forschungspolitik Schavan fordert weitere Forschungsinvestitionen.

In der Bundestagsdebatte über den Haushalt 2006 rief Bundesforschungsministerin Annette Schavan zu weiteren Investitionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung auf. Nur durch ein starkes Bündnis von Bund, Ländern und der Wirtschaft könne Deutschland bis 2010 den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt auf drei Prozent zu erhöhen. Die EU hatte im Jahr 2000 diese so genannte Lissabon-Strategie ausgegeben. Deutschland ist derweil in der vom Weltwirtschaftsforum (WEF) erstellten Rangfolge der technologisch innovativsten Länder der Welt vom 14. auf den 17. Platz abgefallen. Das geht aus dem heute veröffentlichten Welttechnologiebericht 2005-2006 hervor. Auf Platz eins seien die USA, gefolgt von Singapur, Dänemark, Island und Finnland. //[mawi]//

Medizin Nur etwa jeder fünfte HIV-Patient in Afrika hat Zugang zu AIDS-Medikamenten.

Das ist ein Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO und des UN-Programms UNAIDS. Das im Dezember 2003 ausgegebene Ziel, bis zum Jahr 2005 drei Millionen Patienten in Entwicklungsländern den Zugang zu antiviralen Medikamenten zu verschaffen, wurde weit verfehlt. Nach Angaben der WHO bekommen lediglich 1,3 Millionen Menschen diese Medikamente. WHO und UNAIDS machen eine schlechte Zusammenarbeit der Partner und mangelnden Nachschub an Medikamenten für das Scheitern der so genannten "3 by 5" Initiative verantwortlich. //[mawi]//

Quelle: WHO-Online

Psychologie Ein Stresshormon kann Spinnenangst lindern.

Ein internationales Forscherteam hat Phobikern – also Menschen, die etwa auf den Anblick einer Spinne mit Angstzuständen reagieren, das Stresshormon Kortisol verabreicht. Später wurden die Versuchsteilnehmer dem Angst auslösenden Reiz ausgesetzt. Die Testpersonen hatten weniger Angst als gewöhnlich. Eine Behandlung mit Kortisol könne Phobien lindern, wenn nicht ganz verschwinden lassen, schreiben die Forscher im Fachblatt PNAS. Das Stresshormon blockiere das Abrufen von Erinnerungen, die mit Furcht gekoppelt seien, erläutern die Wissenschaftler. //[mawi]//

Quelle: PNAS Band 103, Seite 5585, DOI: 10.1073/pnas.0509184103)

Forschungspolitik Braunschweig ist die "Stadt der Wissenschaft 2007".

Das gab die Jury des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft heute in Dresden bekannt. Braunschweig setzte sich im Finale gegen Aachen und Freiburg durch. Die Verleihung des Titels ist mit einem Preisgeld von 125.000 Euro verbunden. Aktueller Titelträger ist Dresden. //[mawi]//
27.03.2006

Medizin Die Mechanismen der Großhirnfaltung sind aufgeklärt.

Das berichten Neurowissenschaftler der internationalen Universität Bremen und Boston University in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts PLoS. Demnach entstehen die charakteristischen Gehirnwindungen bei Primaten hauptsächlich durch mechanische Kräfte. Diese kommen durch Faserspannungen zustande, die von Nervenverbindungen zwischen unterschiedlichen Arealen der Gehirnoberfläche ausgeübt werden. Stark vernetzte Regionen bilden demzufolge Hügel aus, während Furchen ein Zeichen nur wenig vernetzter Gebiete sind. Die Wissenschaftler konnten zudem zeigen, dass die Faltenbildung Einfluss auf die gesamte weitere Entwicklung der Gehirnarchitektur hat. //[mst]//

Quelle: idw

Physik Das Wachstumsverhalten von Nerven wird vom Zufall bestimmt.

Davon zeigen sich Physiker der Universität Leipzig überzeugt. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Physical Review Letters" schreiben, untersuchten sie das Wachstumsverhalten von Neuriten. Dabei wollten sie herausfinden, wie die Natur ein System erschaffen kann, das nicht von Fluktuationen und Rauschen beeinträchtigt wird. Zu ihrer Überraschung stellten sie fest, dass Nervenzellen aber gerade das Rauschen nutzen, um die schwachen Signale, welche die Zellen zu ihrem Ziel leiten, zu verstärken. Damit bedient sich die Natur des Zufalls, indem sie einen Mechanismus schafft, der das Detektieren von Wachstumssignalen besser ermöglicht als ein kontrolliertes System, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: Uni Leipzig

Biologie Forscher klonen transgene Schweine mit gesundem Speck.

Die genmanipulierten Ferkel tragen ein zusätzliches Gen, das ungesättigte Omega-3-Fettsäuren produziert, die für den Menschen lebenswichtig sind. Bei ihren Forschungen an der Universität von Pittsburgh hatten die Wissenschaftler Schweineembryonen geklont und Säuen eingepflanzt. Einige lebende Ferkel trugen das veränderte Fett-1-Gen in sich, auf das die Forscher ihre Hoffnung zur Produktion von Schweinen mit Omega-3-Fettsäuren setzen. Die Wissenschaftler hoffen, dass Schweine zukünftig die Produktion dieser Fettsäuren übernehmen können, da die globalen Fischbestände zurückgehen, die bislang die überwiegenden Omega-3-Fettsäuren-Lieferanten sind, schreiben sie heute im Fachblatt "Nature Biotechnology". //[mst]//

Quelle: eurekalert

Physik Elektronen lassen sich fesseln.

Jedoch nur für einen kurzen Augenblick. Wie Forscher des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik in Halle berichten, haben sie bei ihren Untersuchungen Laserstrahlen in einem bestimmten Winkel auf Kupferplatten geschossen. Entscheidend dabei war die Schwingungsrichtung des Lichts, dessen Wellen in einem Laser parallel laufen. Sobald die Lichtwellen das Kupfer erreichten, gaben sie zwar den Elektronen einen kräftigen Schub, jedoch beschleunigten die Elektronen parallel und nicht von der Kupferplatte weg. Dadurch bewegten sich die Elektronen zwar heftig, blieben jedoch nur in einer Ebene über dem Kupferplättchen, schreiben die Forscher in den "Physical Review Letters". //[mst]//

Quelle: MPG

Astronomie Ein galaktischer Superwind schaltet einen Quasar an.

Zumindest den Quasar 4C37.43, der rund vier Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Forscher der University of Hawaii in Honolulu berichten in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "The Astrophysical Journal", dass ein galaktischer Superwind, der bei der Geburt des Quasars entstand, das Gas aufheizt und Röntgenlicht aussenden lässt. Aufnahmen des Röntgenteleskops Chandra ließen keinen anderen Schluss zu, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

Geologie Erst die Pflanzen schufen die Kontinente.

Davon geht der dänische Geologe Minik Rosing von der Universität Kopenhagen aus. Seiner Theorie zufolge, über die der "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, entstand zeitgleich mit den ersten photosynthetisch aktiven Mikroben der erste Granit vor etwa vier Milliarden Jahren. Demzufolge veränderte die Photosynthese die geochemischen Kreisläufe der Erde derart, dass die daraus entstandene Energie die Gesteine schneller verwittern ließ. Erst dieser Prozess machte aus Basalt Granit und damit in weiteren Prozessen die Kontinente. Als Beleg für seine Theorie führt der Geologe weiter an, dass auf keinem weiteren Himmelskörper Granit zu finden sei. //[mst]//

Quelle: wissenschaft.de

24.03.2006

Technik Die Sommerzeit spart keine Energie.

Darauf weisen die Energieerzeuger in Deutschland hin. Die Stromhersteller hatten untersuchen lassen, ob durch das Vorstellen der Uhr um eine Stunde der Energieverbrauch sinkt. Weil es abends länger hell ist, müsse das Licht später eingeschaltet werden. So soll Strom gespart werden. Das stimmt zwar, so der Verband der Elektrizitätswirtschaft; dieser Ersparnis werde aber dadurch aufgewogen, dass morgens die Heizungen höher gestellt würden. In Deutschland beginnt die Sommerzeit 2006 am 25. März und dauert bis zum 29. Oktober. Eine Energieersparnis wird seit der ersten Einführung einer Sommerzeit in Großbritannien 1916 immer wieder als Grund für die Zeitumstellung genannt. //[gät]//

Astronomie Kometen kreisen auch zwischen Mars und Jupiter.

Das berichten Forscher der Universität Hawaii im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten 300 Asteroiden untersucht. Dabei entdeckten sie drei, die sich wie ein Komet verhielten. So bildeten die Himmelsköper zum Beispiel in größerer Nähe zur Sonne einen Schweif und bestehen zum Teil aus gefrorenem Wasser. Für Astronomen ist das eine Überraschung; bislang galt es als sicher, dass Kometen im Kuiper-Gürtel entstanden. Die Forscher vermuten, dass noch weit mehr wasserhaltige Kometen zwischen Mars und Jupiter kreisen. Sie könnten sogar das Wasser zur Erde gebracht haben. //[gät]//

Internet Die "Encyclopaedia Britannica" weist eine Untersuchung des Fachblatts "Nature" zurück.

Das britische Fachblatt hatte im Dezember berichtet, Artikel der "Encyclopaedia" und des Online-Lexikons Wikipedia seien etwa gleich zuverlässig. Die Redaktion hatte 42 Artikel durch Testpersonen vergleichen lassen. Diese hätten in den Beiträgen der "Encyclopaedia" zahlreiche Fehler gefunden, berichtete "Nature" anschließend. Die Redaktion des Lexikons wies Untersuchung und Ergebnis jetzt zurück. Eine Überprüfung der zugänglichen Daten habe gezeigt, dass die ausgewählten Artikel zum Teil gekürzt waren - wodurch wesentliche Informationen fehlten, was zum Abzug führte. Mindestens zwei Artikel stammten nicht aus dem Lexikon selbst, sondern aus einem Jahrbuch und einer Ausgabe für Jugendliche. In einigen Fällen seien Texte von verschiedenen Artikeln zusammengefasst worden. Ferner hätten Wissenschaftler eine unpräzise Darstellung bemängelt; diese sei aber im Rahmen einer Enzyklopädie nicht angemessen. Die Redaktion forderte "Nature" auf, den Bericht zurückzuziehen. In einer ersten Stellungnahme bekräftigte das Journal, es halte an seinen Ergebnissen fest. //[gät]//

Quelle: Heise

Biologie Die ersten Männchen seit 200 Millionen Jahren...

...haben Forscher von der kleinen Krebstierart mit der Bezeichnung Darwinuliden-Ostracoden gefunden. Bislang waren von dieser Art nur Weibchen bekannt - ob als lebende Exemplare oder als Versteinerungen. Deshalb vermuteten die Wissenschaftler, dass die Süßwasserkrebse sich ungeschlechtlich fortpflanzen, indem die Weibchen ihre Eier klonen. Die drei jetzt gefundenen Männchen trugen jedoch keinen Samen. Entweder haben sie diesen bei einer Paarung aufgebraucht, so die Forscher. Dann stimmt die gängige Theorie nicht. Oder die Männchen sind funktionslos. Dann stimmt zwar die Theorie noch, die Männchen wären aber eine Fehlentwicklung aus einer Zeit, als sich die Tiere noch sexuell vermehrten. //[job]//

Biologie Linksgedrehte Häuser retten Schneckenleben.

Davon sind Forscher der Yale- und der Cornell Universität überzeugt. Das Haus von Meeresschnecken kann entweder rechts herum oder links herum gedreht sein; der Eingang liegt dann entweder rechts oder links der Achse. Liegt der Eingang links, haben Krebse offenbar Probleme, die Tiere zu fassen, so die Wissenschaftler: Bei der Untersuchung von 1772 Schneckenhäusern fanden die Forscher deutlich weniger Spuren von Krabbenzangen als bei rechtsgedrehten Häusern. Auch bei praktischen Versuchen mit lebenden Tieren zeigte sich, dass Krebse bei linksgedrehten Häusern den Angriff schnell aufgaben - die Schnecke konnte entkommen. Die Linksdrehung hat aber auch Nachteile, so die Wissenschaftler weiter: So erschwert sie etwa die Paarung der Tiere. Das könnte erklären, warum es nach wie vor so viele rechtsgedrehte Häuser gibt. //[gät]//

Biologie Stammzellen aus Mäusehoden könnten embryonale Stammzellen ersetzen.

Das berichten Wissenschaftler der Universität Göttingen im Fachblatt "Nature". Die Forscher hatten Stammzellen aus den Hoden erwachsener Mäuse isoliert, die sich unter bestimmten Umständen ähnlich verhielten wie embryonale Stammzellen. Aus solchen Zellen können Mediziner alle Zell- und Gewebetypen des menschlichen Organismus gewinnen. Für die neue Methode reiche eine einfache Gewebeprobe. Die Genetiker vermuten, dass Männer vergleichbare Zellen in ihren Hoden haben. Die Forscher wissen schon länger, dass bestimmte Zellen aus den Hoden neugeborener Mäuse - wie embryonale Stammzellen - zahlreiche Gewebetypen bilden können. Aber sie hatten bisher nicht nachweisen können, dass die neuen Stammzellen auch bei erwachsenen Tieren vorhanden sind. Sollten weitere Versuche diese Ergebnisse bestätigen, könnten mit der neuen Methode ethisch unbedenklich Stammzellen gewonnen werden, so die Forscher. Auf der Stammzellenforschung liegen große Hoffnungen für die Behandlung bislang unheilbarer Krankheiten. //[job]//
23.03.2006

Raumfahrt Astronauten dürfen nicht mehr im Weltraum spazieren gehen.

Die Geländer des US-amerikanischen Moduls der Raumstation sind offenbar nicht mehr sicher. Das teilte die NASA in Houston mit. Bei Hitzetests am Boden seien Probleme mit dem Material aufgetreten. Die US Weltraumorganisation will jetzt die Widerstandsfähigkeit der Geländer überprüfen. //[gät]//

Klima Eiszeiten am Südpol führten nicht zu mehr Plankton.

Wissenschaftler waren bislang sicher, dass sich Plankton während Eiszeiten erheblich vermehrte. Der Grund für diese Annahme war, dass durch das trockene Klima auf den angrenzenden Kontinenten mehr Staub und damit mehr Nährstoffe in die Ozeane geweht wurde. Diese Annahme stimmt zumindest für die Südhalbkugel so nicht, berichtet heute eine Forschergruppe aus Europa in „Nature“. Die Wissenschaftler hatten den längsten Eis-Bohrkern der Welt analysiert. Die Eisstange ist rund drei Kilometer lang und lässt Rückschlüsse auf acht aufeinander folgende Eiszeiten sowie den Zuständen im Meer zu. Die Analyse ergab, dass auch während der Eiszeiten entgegen der bisherigen Theorie nicht mehr Plankton im Ozean lebte als zu Warmzeiten. //[gät]//

Astronomie Nicht weit von der Sonne entfernt kreist ein Brauner Zwerg.

Braune Zwerge sind zu groß für einen Planeten, aber zu klein für einen Stern: Sie bilden daher eine Zwischenklasse. Einen solchen Himmelskörper hat ein Forscherteam unter Beteilung von Astronomen des Max Planck Instituts für Astronomie in Heidelberg in der Nähe der Sonne entdeckt: Der Braune Zwerg mit der Bezeichnung SCR 1845-6557 B ist rund 12,7 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist einen kleinen Stern. Der Braune Zwerg hat eine Oberflächentemperatur von 750 Grad Celsius, er zählt damit zu den kühlsten Zwergen. Die Forscher hoffen, seine Masse genau bestimmen und damit Aufschlüsse über den Aufbau von Braunen Zwergen gewinnen zu können. Innerhalb eines Radius von zwanzig Lichtjahren um die Sonne haben Astronomen bereits fünf Braune Zwerge entdeckt. //[gät]//

Quelle: MPG

Paläontologie Methan-Bildende Bakterien lebten bereits vor dreieinhalb Milliarden Jahren.

Das berichten Forscher des Tokio Instituts für Technologie im Fachblatt „Nature“. Die Wissenschaftler hatten Methaneinschlüsse in Ablagerungen aus Australien gefunden und analysiert. Die Kohlenstoffisotope des Gases weisen darauf hin, dass dieses Methan von Bakterien produziert wurde. Die Proben stammen aus dem Archaikum, sind also rund dreieinhalb Milliarden Jahren alt. Der älteste bisher bekannte Nachweis für methanbildende Bakterien ist 700 Millionen Jahre jünger als dieser neue Fund. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Methan im Archaikum eine entscheidende Rolle für die Klimaregulation gespielt hat. Methan ist ein sehr wirkungsvolles Klimagas. Methanerzeugende Bakterien gelten als eine der ältesten Lebensformen auf der Erde. //[job]//

Quelle: Nature

Informationstechnik Computer könnten künftig mit Lichtchips rechnen.

Lichtverarbeitende Prozessoren können schneller sein als konventionelle. Allerdings können die Schaltkreise nicht kleiner sein als die Wellenlänge des Lichts. Denn ein Lichtstrahl kann Leitungen und Löcher nur problemlos passieren, so lange sie größer sind als seine Wellenlänge. Die beträgt beim Infrarot-Licht, das in der Datenverarbeitung benutzt wird, 1,5 Mikrometer. Leitungen auf normalen Computerchips sind jedoch um ein vielfaches kleiner. Forscher aus Dänemark und Spanien haben jetzt eine Technik entwickelt, um diese Grenze zu umgehen. Wie sie im Fachblatt „Nature“ schreiben, frästen sie feine Rillen in eine Goldfolie. Fällt Licht auf diese Rillen, leiten sie die Wellen weiter - obwohl die Rillen selbst kleiner sind als die Wellenlänge des Lichts. Die Forscher hoffen jetzt, optische Chips entwickeln zu können. //[job]//

Geologie Die Erdbeben in Norddeutschland wurden nicht durch die Erdgasförderung ausgelöst.

Zwar kann die Förderung leichtere Erdstöße auslösen, diese seien jedoch in der Regel so gering, dass sie keine Gebäudeschäden verursachen. Davon äußerten sich die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover überzeugt. Die Erdbeben zwischen Hamburg und Bremen vom 20. Oktober 2004 habe jedoch die Stärke 4,5 gehabt. Deshalb geht die Bundesanstalt weiter davon aus, dass es sich bei diesem Beben um ein tektonisches und nicht um ein von Menschen hervorgerufenes gehandelt hat. Der Online-Dienst des SPIEGEL hatte berichtet, dass eine Forschergruppe der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe nach neueren Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen sei, das Epizentrum des Bebens habe in einer Tiefe von sieben Kilometern gelegen. In der selben Tiefe befinden sich die Erdgaslager, die ausgebeutet werden. Daher sähen Geologen in der Erdgasförderung die mögliche Ursache für das Beben. //[gät]//
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