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01.03.2010

Archäologie In Luxor fanden Archäologen einen monumentalen Steinkopf

Mehr als zwei Meter hoch ist der Kopf einer Statue von Pharao Amenhotep III. Archäologen entdeckten ihn in Luxor, dort, wo vor 3000 Jahren der Totentempel des Pharaos errichtet worden war. Vor einem Jahr bereits waren die Forscher auf den Körper der Monumentalstatue gestoßen. Amenhotep regierte von 1379 bis 1340 vor unserer Zeit. Er war der Vater von Echnaton. //[mawi]//

Medizin Stillen schützt Kinder vor Magen-Bakterien

Mediziner der Universität Göteborg haben in Bangladesch 250 Kinder von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren begleitet. Sie stellten fest: Wenn Mütter ihre Kinder stillen, dann ist das Risiko für die Kinder deutlich niedriger, sich mit dem Magen-Bakterium Helicobacter pylori anzustecken. Das Bakterium verursacht Magenschleimhautentzündungen und gilt als Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Mit der Muttermilch nehmen die Kinder eine Reihe von Abwehrmolekülen gegen Krankheitserreger auf. Die Forscher wollen jetzt die Eigenschaften der Antikörper gegen Helicobacter bestimmen und eine Impfung gegen das Bakterium entwickeln. Im Alter von zwei Jahren war bei jedem zweiten untersuchten Kind Helicobacter pylori nachweisbar. Die meisten Kinder steckten sich im Frühjahr oder Herbst an – zu einer Zeit also, in der auch andere Magen-Darm-Infektionen gehäuft auftreten. Die Forscher gehen davon aus, dass eine verbesserte Hygiene dazu beitragen kann, die Zahl der Neuansteckungen zu senken. //[mawi]//

Zoologie Wespen schützen ihre Larven mit Antibiotika

Mit einer Kombination von neun verschiedenen Antibiotika schützen Grabwespen ihre Larven vor Infektionen mit Bakterien und Pilzen. Hergestellt werden die Wirkstoffe von Bakterien, die in den Drüsen der Antennen von Wespenweibchen leben. Die Wespenweibchen verteilen die Bakterien an der Decke der Bruthöhlen, in denen die Larven heranwachsen. Die Brut nehme die Bakterien auf und spinne sie in die Seide ihres Kokons ein, berichten Forscher der Universität Regensburg im Fachblatt "Nature Chemical Biology". In den Nestern der Grabwespen herrscht ein feuchtwarmes Klima: ideale Bedingungen für Schimmel und Bakterien. Der Wirkstoffcocktail aus neun Komponenten bekämpfe ein sehr breites Spektrum an Mikroorganismen. Mit Einzelsubstanzen wäre dies nicht möglich, so die Forscher. Symbiosen von Insekten und Bakterien, die Hilfs- und Wirkstoffe produzieren, seien wahrscheinlich weiter verbreitet als bisher angenommen. //[mawi]//

Medizin Mediziner entwickeln eine Gentherapie gegen Muskelschwäche

Die Spinale Muskelatrophie wird durch einen Gendefekt verursacht. Die Folge: Motorische Nervenzellen im Rückenmark bilden sich zurück. Impulse vom Gehirn an die Muskeln werden nicht mehr zuverlässig weitergeleitet. Die Krankheit endet häufig mit einem sehr frühen Tod. Forscher der Ohio State University in Columbus berichten im Fachblatt "Nature Biotechnology", dass sie Mäuse mit Spinaler Muskelatrophie erfolgreich mit einer Gentherapie behandelt haben. Sie spritzten den Mäusen umgebaute Viren. Diese transportierten eine intakte Version des bei den Mäusen defekten Gens in die motorischen Nervenzellen im Rückenmark. Dank der Gentherapie verbesserte sich die Muskelfunktion deutlich. Die Tiere lebten im Schnitt 250 Tage. Nicht behandelte Vergleichstiere starben innerhalb von 15 Tagen. Auch bei einem Javaneraffen schlug die Behandlung an. An Menschen wurde sie bislang nicht getestet. //[mawi]//

Biologie Auf die richtige Faltung kommt es an

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen; sie sorgen für lebensnotwendige Energie. Die Mitochondrien sind aus rund 1000 verschiedenen Eiweißen zusammengesetzt. Forscher der Technischen Universität Karlsruhe haben jetzt bestimmt, wie und in welcher Reihenfolge die Eiweiße gefaltet werden, die zum Funktionieren der Mitochondrien wichtig sind. Dazu zerlegten sie Mitochondrien in ihre Einzelteile und setzten sie im Reagenzglas wieder zusammen. Störungen im Aufbau und in der Funktion von Mitochondrien gelten als mögliche Ursache für die Parkinsonsche Erkrankung oder bestimmter Formen von Muskelschwäche. //[mawi]//

Astronomie Bonner Forscher haben das Alter des Kosmos neu berechnet

Unser Universum ist 13,75 Milliarden Jahre alt. Das haben Astronomen der Universität Bonn gemeinsam mit US-amerikanischen Forschern berechnet. Sie werteten dazu Bilder des Weltraumteleskops Hubble aus. Das Ergebnis stimmt mit dem früherer Berechnungen überein. Allerdings ist die neue Rechnung exakter, denn die Forscher haben die Hubble-Konstante neu berechnet – also die Geschwindigkeit, mit der sich das Universum ausdehnt. Demnach ist das Universum maximal 170 Millionen Jahre älter oder 150 Millionen Jahre jünger als 13,75 Milliarden Jahre. Frühere Rechnungen hatten eine größere Schwankungsbreite. //[mawi]//
26.02.2010

Klimaforschung Ein neuer Rieseneisberg in der Antarktis wird kaum Einfluss auf das Klima haben

Das Eisstück war am 11. Februar abgebrochen; es hat etwa die Ausmaße von Luxemburg und erreicht eine Stärke von 400 Metern. Klimaforscher befürchten, dass der neue Eisberg / Meeresströmungen bis hin zum Nordatlantik verändern könnte. Wissenschaftler des Alfred Wegener Instituts in Bremerhaven traten diesen Befürchtungen jedoch entgegen. Die Veränderungen durch den Eisberg seien nicht gravierend, die Meeresströmungen im Atlantik daher nicht betroffen. Ausgelöst wurde der Bruch durch treibendes Eis ähnlichen Ausmaßes. Die Riesenscholle hatte die Spitze des Mertz-Tongue-Gletschers gerammt. In der Folge brach die bereits rissige Spitze ab und bildet jetzt einen neuen Riesen-Eisberg. //[gät]//

Zoologie Riffbarsche erkennen ihre Artgenossen mithilfe von UV-Licht

Manche Fischarten sehen für Menschen genau gleich aus. Erst in ultraviolettem Licht werden unterschiedliche Muster erkennbar. Bis jetzt vermuteten Biologen, dass die Muster keine Bedeutung für die Fische haben. Sie gingen davon aus, dass die Tiere das UV-Licht höchstens zur groben Orientierung nutzten. Experimente von Wissenschaftlern der Universität Queensland in Brisbane, Australien, weisen jetzt jedoch nach, dass die Tiere sehr wohl komplexe Muster im UV-Licht unterscheiden können. Anhand dieser Muster können sie auch ihre Artgenossen erkennen. Damit hätten die Tiere einen evolutionären Vorteil, so die Wissenschaftler im Fachblatt "Current Biology". Während sie für ihre Feinde unauffällig seien, könnten sie sich untereinander sehr gut erkennen. //[gät]//

Klimaforschung Der Walfang hat zum Klimawandel beigetragen

Davon sind US-Forscher der Universität in Maine überzeugt. Auf einem Treffen von Ozean-Forschern in Portland führten sie aus, dass Wale während sie wachsen große Mengen an Kohlenstoff speichern. Bleibt die Walherdengröße stabil, bleibt der Kohlenstoff dauerhaft gebunden. Durch die Jagd hat der Mensch diesen Speicher im Ozean gestört. Ein Teil des Kohlenstoffs gelangte direkt in die Lufthülle, denn Waltran wurde lange Zeit zu Lampenöl verarbeitet. Nach Schätzungen der Forscher haben 100 Jahre Walfang etwa so viel CO2 in die Umwelt freigesetzt wie das Abbrennen einen großen Waldes. Das sei zwar verglichen mit den anderen Aktivitäten des Menschen nicht viel, so die Wissenschaftler. Dennoch sei es sinnvoll zu überprüfen, ob nicht auch der vollständige Schutz der Wale einen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne. //[gät]//

Medizin Arm-Abbinden rettet Herzgewebe beim Infarkt

Das berichten Forscher vom Universitäts-Krankenhaus in Arhaus, Dänemark, im Fachblatt "The Lancet". Die Wissenschaftler hatten versuchsweise den linken Arm von Infarktpatienten, die ins Krankenhaus gefahren wurden, mit einer Blutdruckmanschette fünf Minuten lang eingeschnürt. Während der Fahrt wurde die Prozedur bis zu vier Mal wiederholt. Anschließend untersuchten die Forscher, wie und wo das Herz mit Sauerstoff versorgt wurde. Nach 30 Tagen wiederholten sie die Untersuchung. Die Mediziner stellten fest, dass bei den so behandelten Patienten bis zu 50 Prozent mehr Herzgewebe den Infarkt überstand als ohne das Abschnüren. Sie vermuten, dass das Blut, das nicht in den Arm floss, das Herz mit Sauerstoff versorgen konnte. Außerdem halten sie es für möglich, dass zusätzlich Schutzfunktionen des Körpers ausgelöst wurden. Bevor die Methode jedoch generell angewendet werden könne, müsse sie noch in einer großen Studie überprüft werden. //[gät]//

Chemie Diamantenharter Kohlenstoff nutzt sich kaum ab

Wissenschaftler des IBM-Forschungslabors in Zürich und der Universität Pennsylvania haben gemeinsam eine nanometerfeine Spitze aus Kohlenstoff entwickelt, die sich kaum abnutzt. Das Material besteht neben Kohlenstoff aus Silizium, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Mischung ist so hart, dass sie beim Gleiten über Silizium-Dioxyd zum Beispiel nur ein Atom pro Mikrometer zurückgelegte Strecke verliert. Diese Spitzen könnten für Rasterkraft-Mikroskope angewendet werden oder für Datenspeicher. Zukünftig kämen auch Nano-Lithographie oder die Fertigung winzigster Bauteile in Betracht. //[gät]//

Medizin Zur Brustkrebsvorsorge sollten Mediziner häufiger die Magnetresonanztomographie einsetzen

Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler aus Bonn aus ihren Untersuchungen. Im Fachblatt "Journal of clinical Oncology" legen sie dar, dass sie über eine Zeitraum von fünf Jahren bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko in 25 von 27 Fällen einen entstehenden Tumor mitgilfe des Magnetresonanz-Tomographen, kurz MRT, erkennen konnten. Sonographie oder Mammographie gaben deutlich unschärfere Hinweise. Eine Kombination von MRT und Mammographie oder Sonographie verbesserte die Quote nicht. Die Forscher sind daher überzeugt, dass zur Früherkennung die Magnetresonanztomographie allein ausreicht. Nach den derzeit geltenden Richtlinien soll die MRT zur Brustkrebsdiagnose ausschließlich zusätzlich zur Mammographie eingesetzt werden. //[gät]//
25.02.2010

Medizin Eine eingeschränkte Lungenfunktion hat auch genetische Ursachen

Greifswalder Forscher haben die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung COPD näher untersucht. An dieser Erkrankung leidet in Deutschland jeder zehnte Erwachsene über 40 Jahren. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen, doch familiäre Häufungen deuteten auf genetische Ursachen. Die Wissenschaftler konnten jetzt tatsächlich fünf Gene identifizieren, die bei der COPD und anderen Lungenfunktionsstörungen eine Rolle spielen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht. Die Forscher hatten bei über 20.000 Probanden die genetischen Variationen an 2,5 Millionen Positionen des menschlichen Genoms untersucht und mit den individuellen Lungenfunktionswerten verglichen. In fünf verschiedenen Bereichen des Ergbuts waren genetische Varianten mit Änderungen der Lungenfunktion verbunden. Nach diesem Fund überprüften die Forscher das Ergebnis an weiteren 33.000 Probanden und wurden bestätigt. Die neu identifizierten Gene sind bei Entgiftungs- Entzündungs- und Heilungsprozessen beteiligt. //[tj]//

Neurowissenschaft Die Abneigung gegen Ungerechtigkeit ist im menschlichen Gehirn verankert

Forschern aus den USA und Irland ist es gelungen im Gehirn die Bereiche zu identifizieren, die für die Bewertung von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zuständig sind. Im Fachmagazin "Nature" beschreiben die Wissenschaftler ihre Studie, bei der sie Teilnehmer eines Spieles um Geld beobachteten. Gleichzeitig überwachten sie deren Gehirne mit der Magnetresonanztomographie. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Gehirne von Bevorteilten als auch die der Benachteiligten in denselben Regionen reagierten, wenn es im Spiel zu Ungleichheiten kam. Eine erhöhte Aktivität wurde im präfrontalen Cortex und im Striatum festgestellt. Beide Hirnregionen spielen eine wichtige Rolle, wenn Informationen verarbeitet und bewertet werden. Da diese Regionen reagierten - ganz gleich, ob eine ungerechte Aktion zum eigenen Vor- oder Nachteil war – nehmen die Forscher dies als Beweis dafür, dass die Abneigung gegen Ungerechtigkeit in diesen Bereichen des Gehirns verankert ist. //[tj]//

Erziehung Kinder lernen lieber von Erwachsenen als von Gleichaltrigen

Dies liegt daran, dass kleine Kinder das Verhalten von Erwachsenen als unbedingtes Vorbild ansehen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Im "British Journal of Developmental Psychology" berichten sie von einer Studie mit Kindern im Alter von drei bis vier Jahren. Die Kinder imitierten vorgegebenes Verhalten von Erwachsenen nicht nur, sondern griffen sogar korrigierend ein, wenn ein anderes Kind den Anweisungen nicht folgte. Offenbar bewerten Kinder das von Erwachsenen gezeigte Prinzip nicht nur als das Bessere, sondern als das grundsätzlich Richtige und speichern es als eine Art Standard ab, so das Resümee der Forscher. Das Vertrauen in Vorbilder sei enorm groß – Erwachsenen sollte ihre Verantwortung bewusst sein. //[tj]//

Astronomie Ein Mutterstern knetet seinen Exoplaneten heiß

Der Gasplanet WASP -12b hat Astronomen lange vor ein Rätsel gestellt. Der Stern ist wesentlich größer als er sein dürfte und extrem heiß. Er ist bald doppelt so groß wie der größte Planet unseres Sonnensystems, der Jupiter. Wie das Fachmagazin "Nature" schreibt, scheint nun die Lösung der Extreme gefunden: Der Gasplanet rast im Tiefflug über seinen Heimatstern. Diese Nähe heizt den Planeten stark auf und setzt ihn starken Anziehungskräften aus. Diese verformen den Planeten unablässig, blähen ihn auf seine enorme Größe auf und das wiederum heizt ihn zusätzlich auf. //[tj]//

Umwelt Auch der Atlantik ist voller Plastikmüll

US-amerikanische Forscher haben im Nordatlantik riesige Flächen von Plastikmüll entdeckt. Die schwimmende Müllhalde sei dem schon länger bekannten Phänomen im Pazifik vergleichbar. Das berichtete die Organisation „Sea Education Association“ bei einem Treffen von Meeresforschern in Portland. Oberhalb der karibischen Inseln, zwischen dem 22 und 38. Grad nördlicher Breite sei die Mülldichte besonders groß. Dort schwämmen bis zu 200.000 Plastikstücke je Quadratkilometer auf der Meeresoberfläche. Die meisten hätten einen Durchmesser von nicht einmal einem Zentimeter. //[tj]//

Technologie Ein Gefühlsdetektor weiß, warum Babys schreien

Japanische Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, die anhand des Weinens darauf hin überprüft, ob das Kind müde ist, Hunger hat oder an Schmerzen leidet. Dazu analysiert das Programm sowohl die Frequenz der Schreie als auch das Klangspektrum der Laute. In ersten Tests, so die Forscher im "International Jouurnal of Biometrics", habe die Software die Ursache des Babyschreiens absolut zuverlässig erkannt. Nun soll ein tragbares Gerät für Eltern und Babysitter entwickelt werden. //[tj]//
24.02.2010

Medizin In Dänemark ist eine Frau nach einer Krebsbehandlung und einer Eierstocktransplantation zweimal kurz hintereinander Mutter geworden.

Das berichtet die Europäische Gesellschaft für menschliche Fortpflanzung. Die heute 32-jährige Frau musste sich vor sechs Jahren wegen Knochenkrebs einer Chemotherapie unterziehen. Vor der Behandlung wurde Gewebe ihres rechten Eierstocks eingefroren. Nach der erfolgreichen Krebsbehandlung pflanzten ihr die Chirurgen einen Teil des Gewebes wieder in den Eierstock. Mit einer leichten Hormonbehandlung setzte der Eisprung wieder ein und die junge Frau wurde schwanger. Ein Jahr nach der Geburt eines gesunden Mädchens war sie erneut schwanger, diesmal sogar ganz ohne Hormontherapie. Dies sei weltweit einmalig. [tj]

Quelle: Alphagalileo

Biologie Die Ähnlichkeit mit einem Giftfisch kann vorteilhaft sein.

Ein in Korallenriffen beheimateter Schleimfisch , der Plagiotremus laudandus hat eine raffinierte Überlebensstrategie gewählt. Er ähnelt einem giftigen Riffbewohner, dem Meiacanthus atrodorsalis. Daraus zieht er gleich doppelten Vorteil: Einerseits wird er seltener angegriffen, weil er für gefährlich erachtet wird; andererseits macht er dicke Beute, weil man ihn für friedlich hält, denn sein giftiges Ebenbild ist kein Räuber wie er selbst. Diese raffinierte Mimikry haben australische Forscher entdeckt, als sie den Schleimfisch in Indonesien und Australien beobachteten. Bislang - so das Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" - gingen Wissenschaftler davon aus, dass bei Tieren jeweils nur eine von insgesamt drei Imitationsstrategie existiert: Nachahmung, um Angriffen zu entgehen, Nachahmung um leichter Beute zu machen oder Nachahmung, um einen Fortpflanzungspartner zu finden. Dass es in der Natur aber auch eine Kombination von zwei Imitationsstrategien gibt, das wurde jetzt erstmals am Schleimfisch Plagiotremus laudandus nachgewiesen. [tj]

Quelle: Proceedings

Biologie Kleine Hunde stammen von Wölfen in Mesopotamien ab.

Die Urahnen aller kleinen Hunderassen lebten im Nahen Osten. Das meinen US-amerikanische Forscher aus Los Angeles. Sie hatten Gene von kleinen Hunden mit der Gensequenz von Wölfen aus dem Gebiet zwischen Euphrat und Tigris verglichen. Im Mittelpunkt standen dabei Varianten eines bestimmten Gens, des IGF1. Schon in früheren Studien hatten sie zu einer entsprechenden Abstammungshypothese geführt. Die jetzige Analyse zeigte zwar, dass die im Nahen Osten lebenden Wolfspopulationen nicht über dieselbe Variante des IGF1 verfügen wie kleine Hunde, doch über sehr ähnliche Basenpaar-Variationen. Bei größeren domestizierten Hunden ist dieses Gen nur äußerst selten nachzuweisen. Deshalb- so die Forscher im Fachblatt "BMC Biology" - sei davon auszugehen, dass kleine Rassen wie Boston- und Norfolk-Terrier, Pekinesen oder Chihuahua ursprünglich von mesopotamischen Wolfen abstammen. Dass die Tiere dabei eine Verkleinerung durchmachten, sei ein bekannter Effekt der Domestizierung. Auch Schweine, Ziegen oder Rinder nahmen in der Größe ab, nachdem sie zu Nutztieren wurden. [tj]

Quelle: BMC Biology

Medizin Die Mammografie bringt offenbar keinen besonderen Mehrwert.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Multicenter-Studie in Deutschland, die im "Journal of Clinical Oncology" veröffentlicht wird. An der Studie hatten zwischen 2002 und 2007 knapp 700 Frauen teilgenommen, die ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko trugen. Sie wurden jährlich sowohl mit Mammografie als auch mit Ultraschall und der sogenannten Magnetresonanztomografie untersucht. Im genannten Zeitraum konnte bei 27 Frauen Brustkrebs oder eine Vorstufe davon entdeckt werden. 25 der Tumoren wurden mit der Magnetresonanztomografie aufgespürt. Dieses Ergebnis belege erneut eindrucksvoll, dass eine wirkliche Früherkennung allein mit der Magnetresonanztomografie möglich sei - kommentiert die Studienleiterin Christiane Kuhl von der Universitätsklinik Bonn die Auswertung. Mammografie und Ultraschall brächten keinen besonderen Mehrwert. Die aktuellen Früherkennungs-Leitlinien in Deutschland setzen bisher jedoch entgegengesetzte Prioritäten. Eine Magnetresonanztomografie ist nicht die Regel und wird bei Frauen mit einem besonderen Risiko nur zusätzlich zu Mammografie und Ultraschall durchgeführt. Damit erhöhe sich aber die Strahlenbelastung für diese Frauen unnötig, so die Bonner Radiologin. Die bisherigen Leitlinien müssten auf den Prüfstand. [tj]

Quelle: Uni Bonn

23.02.2010

Raumfahrt Computerprobleme auf der ISS sind gelöst

Durch einen Fehler im Computersystem der Internationalen Raumstation ISS war am vergangenen Sonntag die Verbindung zur Erde kurzfristig unterbrochen. Mittlerweile haben die Fachleute im Kontrollzentrum Houston den Fehler gefunden: Ein Computerprogramm sei daran schuld, das Daten aus dem Columbus-Modul in einzelne Pakete aufteilt und zur Erde sendet, teilt die NASA auf ihrer Internet-Seite mit. Das Lebenserhaltungssystem der ISS sei von dem Schaden nicht betroffen gewesen, für die fünfköpfige Mannschaft habe keine Gefahr bestanden, ließ die NASA außerdem wissen. //[reu]//

Medizin US-Regierung will mehr Stammzell-Linien fördern

Die Nationalen Gesundheitsinstitute NIH wollen in Zukunft auch solche Projekte fördern, bei denen an Stammzellen geforscht wird, die aus sehr jungen Embryonen stammen. Das meldet der Online-Dienst des Fachjournals "Nature". Bisher mussten die Zellen einem Embryo entnommen werden, der sich im Blastozysten-Stadium befindet. Zukünftig sollen auch solche Zelllinien gefördert werden, die Embryonen im Morula-Stadium entstammen, also nicht älter als ungefähr vier Tage sind. Einige Hochschulen und Firmen hatten bei den NIH angefragt, ob die Förderung ausgedehnt werden könne, denn Zellen aus einem frühen Stadium des Embryos hätten sich als robuster und vielseitiger erwiesen als konventionelle Zelllinien. //[reu]//

Neurowissenschaft Forscher finden den Sitz der Intelligenz im Gehirn

Ein Neurologen-Team aus Kalifornien hat zeigen können, welche Gehirnareale für die sogenannte allgemeine Intelligenz zuständig sind. Die Wissenschaftler konnten erstmals zeigen, dass Intelligenz nicht das gesamte Gehirn benötigt, jedoch auch nicht in einem einzelnen Bereich lokalisiert ist. Gefunden haben die Forscher ein klar abgegrenztes, weit verzweigtes Netzwerk in Stirn- und Scheitellappen, schreiben sie im Fachblatt "PNAS". Die Wissenschaftler hatten rund 240 Patienten mit unterschiedlichen Hirnschädigungen untersucht. Die räumliche Lage dieser Defekte war bei allen Probanden genau bekannt. Die Studienteilnehmer hatten vorher einen Intelligenztest abgelegt. Mit diesen Daten konnten die Forscher zeigen, wie die geschädigten Gehirnregionen mit dem allgemeinen Faktor der Intelligenz zusammenhängen, der als grober Richtwert für die mentale Leistungsfähigkeit angesehen wird. //[reu]//

Zoologie Ein Frosch hält die Treue

Zoologen aus den USA haben erstmals eine zweifellos monogame Amphibienart entdeckt: den südamerikanischen Pfeil-Gift-Frosch //Ranitomeya imitator//. Dass Männchen und Weibchen dieser Spezies einander tatsächlich treu sind, konnten die Forscher mithilfe von Gentests nachweisen. Auch von anderen Froscharten vermuten Experten, dass sie monogam leben. Einen genetischen Nachweis aber hat es dafür bisher noch nicht gegeben. //[reu]//

Medizin Gallensteine können Typhus-Erreger beherbergen

Bakterien, die Typhus verursachen, lagern sich auf der Oberfläche von Gallensteinen ab und bilden dort eine widerstandsfähige Kolonie, einen sogenannten Biofilm. Das haben Mediziner aus Mexiko und den USA herausgefunden. Das erklärt, warum bei einigen Typhus-Patienten Antibiotika nichts gegen die Krankheit ausrichten. Die Bakterien in dem Biofilm bauen nämlich eine Schutzschicht um sich herum, welche die medizinischen Wirkstoffe abwehrt. Bei solchen Patienten bleibe häufig als einzige Behandlungsmethode, die Gallenblase zu entfernen, berichten die Wissenschaftler. Sie hoffen, mit den neuen Erkenntnissen in Zukunft bessere Therapien entwickeln zu können. //[reu]//

Medizin In Deutschland wird in diesem Jahr fast jede Minute eine neue Krebsdiagnose gestellt werden

Diese Hochrechnung legte heute das Robert-Koch-Institut anläßlich des Deutschen Krebskongresses in Berlin vor. Die häufigste Krebsart bei Männern wird Prostatakrebs sein, bei Frauen Brustkrebs. Es ist das erste mal, dass das Robert-Koch-Institut eine Prognose für das laufende Jahr wagt. Die Experten stützen sich dabei auf Daten von 2006. Außerdem heißt es in ihrer Studie, dass die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen seit 1990 um fast 30 Prozent gestiegen sei. Als Grund nennen die Fachleute die demografische Entwicklung: Die Babyboomer-Generation erreicht langsam das Krebs-Risiko-Alter ab 60 Jahren. //[reu]//
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