Sonntag, 24.01.2021
 
03.03.2010

Medizin Ein kleines Molekül löst heftige Entzündungen im Nervensystem aus

Seit einigen Jahren wissen Forscher bereits, dass das Signal-Molekül CD95L bei Zellen den programmierten Zelltod, die Apoptose auslöst. CD95L wird deshalb auch "Todesbote" genannt. Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg haben jetzt im Tierversuch beobachtet, dass das Molekül nach einer Rückenmarksverletzung Zellen des Immunsystems in großer Zahl anlockt und so schwere Entzündungsreaktionen verursacht. Die schädliche Entzündungsreaktion könnte ein weiterer Grund dafür sein, dass Rückenmarksverletzungen nicht spontan verheilen. Tatsächlich erholten sich genetisch veränderte Mäuse, die kein CD95 L bilden können, schneller als Kontrolltiere. Die Forscher wollen jetzt untersuchen, ob CD95L auch eine Rolle spielt bei der Entstehung von entzündlichen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Rheumatoider Arthritis. Dann ließen sich diese Krankheiten möglicherweise erfolgreich mit einem Wirkstoff behandeln, der den Signalstoff blockiert. //[mawi]//

Zoologie Je länger die Hörner, umso mehr Nachkommen gibt es

Das gilt zumindest für Kotkäfer-Weibchen. Sie setzen ihre Hörner ein, um sich bei der Brutpflege einen Vorteil gegenüber anderen Weibchen zu verschaffen, berichten Forscher der University of Western Australia in Crawley im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B". Kotkäferweibchen sammeln Dung, drehen ihn zu Kugeln und legen in jeder Kugel ein Ei ab. Weibchen mit großem Horn gelangen zu mehr Mist und verteidigen ihre Brut erfolgreicher als Käferweibchen mit kleineren Hörnern. Kleinen Kotkäferweibchen mit kleinem Horn werden häufiger schon fertig gedrehte Kugeln durch Konkurrentinnen entwendet, die dann eigene Eier in die Kugeln ablegen. //[mawi]//

Medizin Fußballstadien sind schlecht auf Herzinfarkte von Fans vorbereitet

Von 187 Stadien in zehn Ländern hat mehr als jedes vierte Stadion kein Elektroschockgerät, mit dem sich lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen behandeln lassen. Bei drei von vier Vereinen seien die Mitarbeiter nicht mit Wiederbelebungsmaßnahmen vertraut. Es gebe auch keine speziellen Schulungen, kritisieren europäische Sportmediziner im Fachblatt "European Heart Journal". Es müsse dringend dafür gesorgt werden, dass die Sicherheit von Spielern und Zuschauern besser werde, heißt es in der Studie. Für die schlechte Ausstattung machen die Mediziner die Nachlässigkeit der Vereine verantwortlich. Im Untersuchungszeitraum der Studie, der Saison 2005/2006, erlitten 77 Zuschauer einen Herzinfarkt. //[mawi]//

Medizin Alzheimer-typische Ablagerungen im Gehirn schützen vor Krankheitserregern

Mediziner der US-amerikanischen Harvard University haben die für Alzheimer-Patienten typischen Eiweißablagerungen im Gehirn genauer untersucht und festgestellt: Die beta-Amyloid-Plaques wirkten in Laborversuchen als effektive Barriere gegen diverse Krankheitserreger. Die Forscher testeten künstlich erzeugte Beta-Amyloid-Proteine gegen 15 standardmäßig verwendete Krankheitserreger. Die Beta-Amyloid-Proteine zeigten in acht Fällen eine starke antimikrobielle Wirkung, in sieben davon begrenzten sie die Vermehrung der Erreger sogar stärker als das für seine antimikrobielle Wirkung bekannte menschliche Protein LL-37. Die Versuche legten den Schluss nahe, dass Beta-Amyloid kein Abfallprodukt des Gehirnstoffwechsels sei, sondern es sich um einen normalen Bestandteil des hirn-internen Immunsystems handelt, schrieben die Forscher im Online-Fachblatt "PloS ONE". //[mawi]//

Raumfahrt "Mars Express" nähert sich Phobos an

Heute Abend um 21.55 Uhr MEZ wird sich die europäische Raumsonde "Mars Express" dem Marsmond Phobos bis auf 67 Kilometer nähern – und damit so nahe kommen wie nie zuvor. Forscher erhoffen sich von der Passage neue Erkenntnisse über den Ursprung des Mondes. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA besteht dabei erstmals die Möglichkeit, das Schwerefeld von Phobos zu vermessen. Fotos wird es keine geben – Mars Express nähert sich dem Mond von der Nachtseite her. //[mawi]//

Gesundheit Franzosen machen sich schlanker und größer, als sie sind

Und zwar Männer und Frauen gleichermaßen. Wenn sie ihr Gewicht und ihre Größe angeben sollen, machen sich Franzosen im Schnitt etwa ein Kilogramm leichter und knapp einen Zentimeter größer. Das ist das Ergebnis einer Studie eines französischen Gesundheitsinstituts mit etwa 630 Teilnehmern. Die Studienteilnehmer wussten, dass ihre Angaben überprüft werden sollten. Bei Umfragen zum Thema Übergewicht müsse man immer mit diesem sogenannten "Obelix-Syndrom" rechnen, so die Forscher. Obelix, der Gallier aus den Comics leugnet stets sein Übergewicht. //[mawi]//
02.03.2010

Psychologie Stress macht rücksichtslos

Nur wenn ausreichend Zeit da ist, hat soziales Verhalten eine Chance. Zu diesem Ergebnis kommen Wirtschaftsforscher der Universität Zürich nach der Analyse von zwei Schiffs-Katastrophen im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Am 7. Mai 1915 sank die britische RMS Lusitania nach deutschem Torpedo-Beschuss innerhalb von 18 Minuten. Bei dem Kampf ums Überleben schafften es nur die Stärksten im Alter von 16 bis 35 Jahren in die Rettungsboote. Anders beim Untergang der Titanic am 14. April 1912, der sich über zwei Stunden und 40 Minuten hinzog. Hier blieb den Menschen Zeit zum Abwägen. Dabei setzte sich die Rücksicht auf schwächere Mitglieder der Gemeinschaft eher durch. Man hielt sich an die Losung des Kapitäns, Kinder und Frauen zuerst in die Boote zu lassen. //[mawi]//

Planetologie Auch am Nordpol des Mondes gibt es Eis

Ein US-amerikanisches Radargerät hat an die 40 Krater voll mit gefrorenem Wasser entdeckt. Die Krater hätten einen Durchmesser zwischen 1,6 bis 15 Kilometern, teilte die Raumfahrtbehörde NASA mit. Das Radargerät befindet sich an Bord einer indischen Raumsonde, die um den Mond kreist. Im vergangen Jahr hatten Astronomen Hinweise auf gefrorenes Wasser am Südpol des Mondes gefunden. //[mawi]//

Paläontologie Dino-Babys dienten Urzeit-Schlangen als Zwischenmahlzeit

Das ergab die Auswertung eines 67 Millionen Jahre alten Fossilien-Fundes durch Paläontologen der Universität Michigan. Der Fund enthält eine 3,50 Meter lange Schlange neben einem Gelege von Dinosaurier-Eiern. Einige Eier sind aufgebrochen. Das Fossil, das 1987 in Westindien entdeckt worden war, gilt zudem als Beleg dafür, dass Schlangen zu dieser Zeit bereits bewegliche Kieferknochen hatten. Möglicherweise waren die Schlangen eine der wenigen natürlichen Feinde der Sauropoden, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "PLoS Biology". //[mawi]//

Medizin Die Diabetes-Behandlung der Zukunft könnte ohne Insulin auskommen

Darauf deuten Ergebnisse von Tierversuchen hin, die Diabetes-Forscher aus Dallas im Fachblatt "PNAS" vorstellen. Sie behandelten zuckerkranke Mäuse mit dem Hormon Leptin. Das 1994 entdeckte Hormon Leptin wird in Fettzellen des Körpers gebildet. Es signalisiert dem Gehirn, satt zu sein. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Regulation des Fettstoffwechsels. Bei diabetes-kranken Mäusen senkte Leptin den Blutzucker-Spiegel ähnlich effektiv wie Insulin. Durch seine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel habe Leptin möglicherweise weniger Nebenwirkungen als das Insulin, so die Forscher. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 müssen lebenslang Insulin spritzen, da die Bauchspeicheldrüse das körpereigene Hormon nicht mehr herstellt. Nebenwirkungen der Insulin-Therapie sind Übergewicht und Schäden an Gefäßen durch erhöhte Cholesterinwerte. Die Forscher gehen davon aus, dass eine ergänzende Leptin-Gabe helfen könnte, die Nebenwirkungen der Insulin-Therapie abzumildern. //[mawi]//

Raumfahrt Glonass wächst

Russland hat gestern Abend drei neue Satelliten für sein Satelliten-Navigationssystem Glonass in eine Umlaufbahn gebracht. Die Satelliten umkreisen die Erde in gut 19.000 Kilometern Höhe. Die Zahl der Glonass-Satelliten wuchs damit auf 23. Allerdings sind nur 18 aktiv. Das Gesamtsystem sieht 30 Satelliten vor. //[mawi]//
01.03.2010

Archäologie In Luxor fanden Archäologen einen monumentalen Steinkopf

Mehr als zwei Meter hoch ist der Kopf einer Statue von Pharao Amenhotep III. Archäologen entdeckten ihn in Luxor, dort, wo vor 3000 Jahren der Totentempel des Pharaos errichtet worden war. Vor einem Jahr bereits waren die Forscher auf den Körper der Monumentalstatue gestoßen. Amenhotep regierte von 1379 bis 1340 vor unserer Zeit. Er war der Vater von Echnaton. //[mawi]//

Medizin Stillen schützt Kinder vor Magen-Bakterien

Mediziner der Universität Göteborg haben in Bangladesch 250 Kinder von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren begleitet. Sie stellten fest: Wenn Mütter ihre Kinder stillen, dann ist das Risiko für die Kinder deutlich niedriger, sich mit dem Magen-Bakterium Helicobacter pylori anzustecken. Das Bakterium verursacht Magenschleimhautentzündungen und gilt als Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Mit der Muttermilch nehmen die Kinder eine Reihe von Abwehrmolekülen gegen Krankheitserreger auf. Die Forscher wollen jetzt die Eigenschaften der Antikörper gegen Helicobacter bestimmen und eine Impfung gegen das Bakterium entwickeln. Im Alter von zwei Jahren war bei jedem zweiten untersuchten Kind Helicobacter pylori nachweisbar. Die meisten Kinder steckten sich im Frühjahr oder Herbst an – zu einer Zeit also, in der auch andere Magen-Darm-Infektionen gehäuft auftreten. Die Forscher gehen davon aus, dass eine verbesserte Hygiene dazu beitragen kann, die Zahl der Neuansteckungen zu senken. //[mawi]//

Zoologie Wespen schützen ihre Larven mit Antibiotika

Mit einer Kombination von neun verschiedenen Antibiotika schützen Grabwespen ihre Larven vor Infektionen mit Bakterien und Pilzen. Hergestellt werden die Wirkstoffe von Bakterien, die in den Drüsen der Antennen von Wespenweibchen leben. Die Wespenweibchen verteilen die Bakterien an der Decke der Bruthöhlen, in denen die Larven heranwachsen. Die Brut nehme die Bakterien auf und spinne sie in die Seide ihres Kokons ein, berichten Forscher der Universität Regensburg im Fachblatt "Nature Chemical Biology". In den Nestern der Grabwespen herrscht ein feuchtwarmes Klima: ideale Bedingungen für Schimmel und Bakterien. Der Wirkstoffcocktail aus neun Komponenten bekämpfe ein sehr breites Spektrum an Mikroorganismen. Mit Einzelsubstanzen wäre dies nicht möglich, so die Forscher. Symbiosen von Insekten und Bakterien, die Hilfs- und Wirkstoffe produzieren, seien wahrscheinlich weiter verbreitet als bisher angenommen. //[mawi]//

Medizin Mediziner entwickeln eine Gentherapie gegen Muskelschwäche

Die Spinale Muskelatrophie wird durch einen Gendefekt verursacht. Die Folge: Motorische Nervenzellen im Rückenmark bilden sich zurück. Impulse vom Gehirn an die Muskeln werden nicht mehr zuverlässig weitergeleitet. Die Krankheit endet häufig mit einem sehr frühen Tod. Forscher der Ohio State University in Columbus berichten im Fachblatt "Nature Biotechnology", dass sie Mäuse mit Spinaler Muskelatrophie erfolgreich mit einer Gentherapie behandelt haben. Sie spritzten den Mäusen umgebaute Viren. Diese transportierten eine intakte Version des bei den Mäusen defekten Gens in die motorischen Nervenzellen im Rückenmark. Dank der Gentherapie verbesserte sich die Muskelfunktion deutlich. Die Tiere lebten im Schnitt 250 Tage. Nicht behandelte Vergleichstiere starben innerhalb von 15 Tagen. Auch bei einem Javaneraffen schlug die Behandlung an. An Menschen wurde sie bislang nicht getestet. //[mawi]//

Biologie Auf die richtige Faltung kommt es an

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen; sie sorgen für lebensnotwendige Energie. Die Mitochondrien sind aus rund 1000 verschiedenen Eiweißen zusammengesetzt. Forscher der Technischen Universität Karlsruhe haben jetzt bestimmt, wie und in welcher Reihenfolge die Eiweiße gefaltet werden, die zum Funktionieren der Mitochondrien wichtig sind. Dazu zerlegten sie Mitochondrien in ihre Einzelteile und setzten sie im Reagenzglas wieder zusammen. Störungen im Aufbau und in der Funktion von Mitochondrien gelten als mögliche Ursache für die Parkinsonsche Erkrankung oder bestimmter Formen von Muskelschwäche. //[mawi]//

Astronomie Bonner Forscher haben das Alter des Kosmos neu berechnet

Unser Universum ist 13,75 Milliarden Jahre alt. Das haben Astronomen der Universität Bonn gemeinsam mit US-amerikanischen Forschern berechnet. Sie werteten dazu Bilder des Weltraumteleskops Hubble aus. Das Ergebnis stimmt mit dem früherer Berechnungen überein. Allerdings ist die neue Rechnung exakter, denn die Forscher haben die Hubble-Konstante neu berechnet – also die Geschwindigkeit, mit der sich das Universum ausdehnt. Demnach ist das Universum maximal 170 Millionen Jahre älter oder 150 Millionen Jahre jünger als 13,75 Milliarden Jahre. Frühere Rechnungen hatten eine größere Schwankungsbreite. //[mawi]//
26.02.2010

Klimaforschung Ein neuer Rieseneisberg in der Antarktis wird kaum Einfluss auf das Klima haben

Das Eisstück war am 11. Februar abgebrochen; es hat etwa die Ausmaße von Luxemburg und erreicht eine Stärke von 400 Metern. Klimaforscher befürchten, dass der neue Eisberg / Meeresströmungen bis hin zum Nordatlantik verändern könnte. Wissenschaftler des Alfred Wegener Instituts in Bremerhaven traten diesen Befürchtungen jedoch entgegen. Die Veränderungen durch den Eisberg seien nicht gravierend, die Meeresströmungen im Atlantik daher nicht betroffen. Ausgelöst wurde der Bruch durch treibendes Eis ähnlichen Ausmaßes. Die Riesenscholle hatte die Spitze des Mertz-Tongue-Gletschers gerammt. In der Folge brach die bereits rissige Spitze ab und bildet jetzt einen neuen Riesen-Eisberg. //[gät]//

Zoologie Riffbarsche erkennen ihre Artgenossen mithilfe von UV-Licht

Manche Fischarten sehen für Menschen genau gleich aus. Erst in ultraviolettem Licht werden unterschiedliche Muster erkennbar. Bis jetzt vermuteten Biologen, dass die Muster keine Bedeutung für die Fische haben. Sie gingen davon aus, dass die Tiere das UV-Licht höchstens zur groben Orientierung nutzten. Experimente von Wissenschaftlern der Universität Queensland in Brisbane, Australien, weisen jetzt jedoch nach, dass die Tiere sehr wohl komplexe Muster im UV-Licht unterscheiden können. Anhand dieser Muster können sie auch ihre Artgenossen erkennen. Damit hätten die Tiere einen evolutionären Vorteil, so die Wissenschaftler im Fachblatt "Current Biology". Während sie für ihre Feinde unauffällig seien, könnten sie sich untereinander sehr gut erkennen. //[gät]//

Klimaforschung Der Walfang hat zum Klimawandel beigetragen

Davon sind US-Forscher der Universität in Maine überzeugt. Auf einem Treffen von Ozean-Forschern in Portland führten sie aus, dass Wale während sie wachsen große Mengen an Kohlenstoff speichern. Bleibt die Walherdengröße stabil, bleibt der Kohlenstoff dauerhaft gebunden. Durch die Jagd hat der Mensch diesen Speicher im Ozean gestört. Ein Teil des Kohlenstoffs gelangte direkt in die Lufthülle, denn Waltran wurde lange Zeit zu Lampenöl verarbeitet. Nach Schätzungen der Forscher haben 100 Jahre Walfang etwa so viel CO2 in die Umwelt freigesetzt wie das Abbrennen einen großen Waldes. Das sei zwar verglichen mit den anderen Aktivitäten des Menschen nicht viel, so die Wissenschaftler. Dennoch sei es sinnvoll zu überprüfen, ob nicht auch der vollständige Schutz der Wale einen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne. //[gät]//

Medizin Arm-Abbinden rettet Herzgewebe beim Infarkt

Das berichten Forscher vom Universitäts-Krankenhaus in Arhaus, Dänemark, im Fachblatt "The Lancet". Die Wissenschaftler hatten versuchsweise den linken Arm von Infarktpatienten, die ins Krankenhaus gefahren wurden, mit einer Blutdruckmanschette fünf Minuten lang eingeschnürt. Während der Fahrt wurde die Prozedur bis zu vier Mal wiederholt. Anschließend untersuchten die Forscher, wie und wo das Herz mit Sauerstoff versorgt wurde. Nach 30 Tagen wiederholten sie die Untersuchung. Die Mediziner stellten fest, dass bei den so behandelten Patienten bis zu 50 Prozent mehr Herzgewebe den Infarkt überstand als ohne das Abschnüren. Sie vermuten, dass das Blut, das nicht in den Arm floss, das Herz mit Sauerstoff versorgen konnte. Außerdem halten sie es für möglich, dass zusätzlich Schutzfunktionen des Körpers ausgelöst wurden. Bevor die Methode jedoch generell angewendet werden könne, müsse sie noch in einer großen Studie überprüft werden. //[gät]//

Chemie Diamantenharter Kohlenstoff nutzt sich kaum ab

Wissenschaftler des IBM-Forschungslabors in Zürich und der Universität Pennsylvania haben gemeinsam eine nanometerfeine Spitze aus Kohlenstoff entwickelt, die sich kaum abnutzt. Das Material besteht neben Kohlenstoff aus Silizium, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Mischung ist so hart, dass sie beim Gleiten über Silizium-Dioxyd zum Beispiel nur ein Atom pro Mikrometer zurückgelegte Strecke verliert. Diese Spitzen könnten für Rasterkraft-Mikroskope angewendet werden oder für Datenspeicher. Zukünftig kämen auch Nano-Lithographie oder die Fertigung winzigster Bauteile in Betracht. //[gät]//

Medizin Zur Brustkrebsvorsorge sollten Mediziner häufiger die Magnetresonanztomographie einsetzen

Diesen Schluss ziehen Wissenschaftler aus Bonn aus ihren Untersuchungen. Im Fachblatt "Journal of clinical Oncology" legen sie dar, dass sie über eine Zeitraum von fünf Jahren bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko in 25 von 27 Fällen einen entstehenden Tumor mitgilfe des Magnetresonanz-Tomographen, kurz MRT, erkennen konnten. Sonographie oder Mammographie gaben deutlich unschärfere Hinweise. Eine Kombination von MRT und Mammographie oder Sonographie verbesserte die Quote nicht. Die Forscher sind daher überzeugt, dass zur Früherkennung die Magnetresonanztomographie allein ausreicht. Nach den derzeit geltenden Richtlinien soll die MRT zur Brustkrebsdiagnose ausschließlich zusätzlich zur Mammographie eingesetzt werden. //[gät]//
25.02.2010

Medizin Eine eingeschränkte Lungenfunktion hat auch genetische Ursachen

Greifswalder Forscher haben die Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung COPD näher untersucht. An dieser Erkrankung leidet in Deutschland jeder zehnte Erwachsene über 40 Jahren. Hauptrisikofaktor ist das Rauchen, doch familiäre Häufungen deuteten auf genetische Ursachen. Die Wissenschaftler konnten jetzt tatsächlich fünf Gene identifizieren, die bei der COPD und anderen Lungenfunktionsstörungen eine Rolle spielen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht. Die Forscher hatten bei über 20.000 Probanden die genetischen Variationen an 2,5 Millionen Positionen des menschlichen Genoms untersucht und mit den individuellen Lungenfunktionswerten verglichen. In fünf verschiedenen Bereichen des Ergbuts waren genetische Varianten mit Änderungen der Lungenfunktion verbunden. Nach diesem Fund überprüften die Forscher das Ergebnis an weiteren 33.000 Probanden und wurden bestätigt. Die neu identifizierten Gene sind bei Entgiftungs- Entzündungs- und Heilungsprozessen beteiligt. //[tj]//

Neurowissenschaft Die Abneigung gegen Ungerechtigkeit ist im menschlichen Gehirn verankert

Forschern aus den USA und Irland ist es gelungen im Gehirn die Bereiche zu identifizieren, die für die Bewertung von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit zuständig sind. Im Fachmagazin "Nature" beschreiben die Wissenschaftler ihre Studie, bei der sie Teilnehmer eines Spieles um Geld beobachteten. Gleichzeitig überwachten sie deren Gehirne mit der Magnetresonanztomographie. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Gehirne von Bevorteilten als auch die der Benachteiligten in denselben Regionen reagierten, wenn es im Spiel zu Ungleichheiten kam. Eine erhöhte Aktivität wurde im präfrontalen Cortex und im Striatum festgestellt. Beide Hirnregionen spielen eine wichtige Rolle, wenn Informationen verarbeitet und bewertet werden. Da diese Regionen reagierten - ganz gleich, ob eine ungerechte Aktion zum eigenen Vor- oder Nachteil war – nehmen die Forscher dies als Beweis dafür, dass die Abneigung gegen Ungerechtigkeit in diesen Bereichen des Gehirns verankert ist. //[tj]//

Erziehung Kinder lernen lieber von Erwachsenen als von Gleichaltrigen

Dies liegt daran, dass kleine Kinder das Verhalten von Erwachsenen als unbedingtes Vorbild ansehen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Im "British Journal of Developmental Psychology" berichten sie von einer Studie mit Kindern im Alter von drei bis vier Jahren. Die Kinder imitierten vorgegebenes Verhalten von Erwachsenen nicht nur, sondern griffen sogar korrigierend ein, wenn ein anderes Kind den Anweisungen nicht folgte. Offenbar bewerten Kinder das von Erwachsenen gezeigte Prinzip nicht nur als das Bessere, sondern als das grundsätzlich Richtige und speichern es als eine Art Standard ab, so das Resümee der Forscher. Das Vertrauen in Vorbilder sei enorm groß – Erwachsenen sollte ihre Verantwortung bewusst sein. //[tj]//

Astronomie Ein Mutterstern knetet seinen Exoplaneten heiß

Der Gasplanet WASP -12b hat Astronomen lange vor ein Rätsel gestellt. Der Stern ist wesentlich größer als er sein dürfte und extrem heiß. Er ist bald doppelt so groß wie der größte Planet unseres Sonnensystems, der Jupiter. Wie das Fachmagazin "Nature" schreibt, scheint nun die Lösung der Extreme gefunden: Der Gasplanet rast im Tiefflug über seinen Heimatstern. Diese Nähe heizt den Planeten stark auf und setzt ihn starken Anziehungskräften aus. Diese verformen den Planeten unablässig, blähen ihn auf seine enorme Größe auf und das wiederum heizt ihn zusätzlich auf. //[tj]//

Umwelt Auch der Atlantik ist voller Plastikmüll

US-amerikanische Forscher haben im Nordatlantik riesige Flächen von Plastikmüll entdeckt. Die schwimmende Müllhalde sei dem schon länger bekannten Phänomen im Pazifik vergleichbar. Das berichtete die Organisation „Sea Education Association“ bei einem Treffen von Meeresforschern in Portland. Oberhalb der karibischen Inseln, zwischen dem 22 und 38. Grad nördlicher Breite sei die Mülldichte besonders groß. Dort schwämmen bis zu 200.000 Plastikstücke je Quadratkilometer auf der Meeresoberfläche. Die meisten hätten einen Durchmesser von nicht einmal einem Zentimeter. //[tj]//

Technologie Ein Gefühlsdetektor weiß, warum Babys schreien

Japanische Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, die anhand des Weinens darauf hin überprüft, ob das Kind müde ist, Hunger hat oder an Schmerzen leidet. Dazu analysiert das Programm sowohl die Frequenz der Schreie als auch das Klangspektrum der Laute. In ersten Tests, so die Forscher im "International Jouurnal of Biometrics", habe die Software die Ursache des Babyschreiens absolut zuverlässig erkannt. Nun soll ein tragbares Gerät für Eltern und Babysitter entwickelt werden. //[tj]//
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