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10.03.2010

Biologie Es besteht doch noch Hoffnung für den Tasmanischen Teufel.

Ein ansteckender Gesichtskrebs droht das Beuteltier auszurotten. Nun berichten australische Forscher in den Proceedings der britischen Royal Society, dass sie erste Hinweise gefunden haben, wonach die Teufel möglicherweise doch in der Wildnis überleben könnten. Genetische Varianten im Immunsystem einiger Tiere aus dem Nordwesten Tasmaniens könnten daher resistent gegenüber der tödlich verlaufenden Krankheit sein. Der Tumor wird durch Beißen von Teufel zu Teufel übertragen. Nach der Infektion bilden sich Knoten und Geschwüre um die Schnauze, die sich später über den ganzen Körper ausbreiten. Erkrankte Tiere verhungern, weil sie nicht mehr fressen können. Seit 1996 habe sich der Bestand des großen Beuteltiers um rund 70 Prozent verringert. //[mst]//

Quelle: press Royal Society

Astronomie Astronomen entdecken rasende Sternleichen.

In gerade einmal 5,4 Minuten umrunden die beiden Sterne des Doppelsternsystems HM Cancri einander. Damit ist HM Cancri der Doppelstern mit der kürzesten bislang bekannten Umlaufzeit, zudem der engste bisher entdeckte Doppelstern, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters". Das Doppelsternsystem liegt fast 16.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus zwei Weißen Zwergen: ausgebrannten Sonnen, die Kohlenstoff, Sauerstoff und Helium in einer stark verdichteten Form enthalten. //[mst]//

Quelle: The Astrophysical Journal Letters

Medizin Abwehrzellen beeinflussen die Schwere eines Schlaganfalls.

Bislang konzentrierten sich Mediziner bei der Erforschung von Schlaganfällen vor allem auf die Blutgerinnung. Jetzt haben Forscher aus Würzburg entdeckt, dass auch bestimmte Immunzelllen, sogenannte T-Zellen, bei akuten Schlaganfällen eine schädigende Wirkung ausüben, schreiben sie im Fachblatt "Blood". Bei ihren Untersuchungen an Mäusen sahen sie, dass Schlaganfälle harmloser verliefen, wenn die eigentlich für die Abwehr von Krankheitserregern zuständigen Zellen im Blut fehlten. Wie dieser Mechanismus funktioniert, wissen die Mediziner noch nicht. //[mst]//

Quelle: idw-online.de

Medizin Übergewicht schützt den Körper anfangs vor Krankheiten.

US-amerikanischen Forschern zufolge ist Fettleibigkeit anfangs nicht der Verursacher von Symptomen wie Diabetes, hohen Cholesterinwerten oder Herzproblemen, sondern zunächst ein Schutz dagegen. Dies ist das Fazit einer Übersichtsstudie zu bisherigen Untersuchungen zur Fettleibigkeit, die im Fachblatt "Trends in Endocrinology and Metabolism" erscheint. Den Medizinern zufolge dienen Fettansammlungen der Speicherung von Fett am richtigen Ort- im Fettgewebe. Dadurch werde der Körper vor der negativen Wirkung des Fettes geschützt. Erst wenn das Fettgewebe durch ein Übermaß an Kalorienzufuhr seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, entfalte das Fett seine schädliche Wirkung. //[mst]//

Quelle: Trends in Endocrinology and Metabolism

Genetik Paläogenetiker gewinnen Erbmaterial aus den Eierschalen ausgestorbener Riesenvögel.

Aus den inneren Membranen von Eierschalen konnte ein internationales Forscherteam Teile der DNA rekonstruieren. Das älteste der insgesamt 19 untersuchten Eier aus Australien, Neuseeland und Madagaskar stammt von einer Emu-Art und ist 19.000 Jahre alt. Auch waren die Forscher unter anderem bei den Eierschalen des Riesenvogels Moa erfolgreich, der in Neuseeland lebte. Ebenso konnten sie altes Erbgut aus den Schalen des madagassischen Elefantenvogels gewinnen. Allerdings gelang es ihnen nicht, die DNA von 50.000 Jahre alten Überresten des australischen Donnervogels zu isolieren. Dort sei das Erbgut bereits zu stark zersetzt gewesen, berichten die Genetiker in den Proceedings der britischen Royal Society. //[mst]//

Quelle: Press Royal Society

Biologie Briten wollen japanischen Knöterich mit japanischen Blattflöhen bekämpfen.

In diesen Tagen soll erstmals in die EU ein Insekt eingeführt werden, um eine invasive Pflanze zu bekämpfen, die sich unkontrolliert ausbreitet. Wie das britische Forschungsinstitut CABI mitteilte, werden Biologen den aus Japan stammenden Blattfloh in einigen Regionen Englands freisetzen, der den Japanischen Knöterich bekämpfen soll. Die Wurzeln der bis zu drei Meter hohen Pflanze sprengen Risse in Asphalt und Mauerwerk. Dadurch entstehen in Großbritannien jährlich Schäden von geschätzten 160 Millionen Euro. Vorerst wollen die Forscher die Insekten nur in wenigen Gebieten aussetzen, um deren Wirkung und Verbreitung zu beobachten. //[mst]//

Quelle: www.defra.gov.uk

09.03.2010

Geologie Erdbeben hat südamerikanische Städte verrückt.

Durch das Erdbeben in Chile am 27. Februar ist nach Aussagen eines internationalen Forscherteams die gesamte Stadt Concepción um drei Meter nach Westen verschoben worden. Andere Städte in weiten Teilen des Kontinents haben ebenfalls ihre Lage verändert, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires zum Beispiel sei um drei Zentimeter nach Westen gerückt, sagten die Geowissenschaftler, die hochgenaue GPS-Daten ausgewertet hatten. Das Erdbeben der Stärke 8,8 war eines der schwersten seit Beginn der Messungen. //[reu]//

Biologie Schmerz liegt im Erbgut.

Eine kleine Veränderung an einem Gen kann darüber entscheiden, wie intensiv ein Mensch Schmerzen empfindet. Das haben Forscher aus dem englischen Cambridge herausgefunden. Das Gen enthält Informationen über die Architektur von kleinen Kanälen in der Hülle von Nervenzellen. Diese Kanäle helfen den Zellen dabei, Nervenimpulse abzufeuern. Ein einzelner fehlerhafter Baustein auf dem Gen kann die Funktionsweise der Kanäle offenbar stören. Denn Menschen mit dieser Variante empfinden Schmerz deutlich stärker als solche Personen, die nicht über die Abweichung verfügen. Die Genetiker aus England schätzen, dass jeder Zehnte diese Veränderung in seinem Erbgut trägt. //[reu]//

Zoologie Chamäleons züngeln auch bei Kälte blitzschnell.

Selbst bei tiefen Temperaturen kann die Zunge dieser Reptilienart schlagartig hervor schießen. Das berichten Zoologen aus Florida heute im Fachblatt "PNAS". Überraschend ist diese Beobachtung, weil sich die Muskeln dieser wechselwarmen Tiere bei Kälte deutlich langsamer bewegen als bei heißen Außentemperaturen. Die Chamäleon-Zunge hingegen verfügt über elastisches Bindegewebe, das ihr ganz besondere mechanische Eigenschaften verleiht. Die schnelle Zunge verschafft den Tieren einen Vorteil: Sie können damit schon in den frühen Morgenstunden auf Insektenfang gehen, wenn andere Echsen noch nicht aktiv sind. //[reu]//

Justiz Karlsruhe weist Klage gegen Cern-Experiment zurück.

Das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde einer Frau zurück gewiesen, die aus Angst vor dem Weltuntergang ein physikalisches Experiment am Teilchenbeschleuniger LHC in Genf verbieten lassen wollte. Die Frau habe über ihr generelles Mißtrauen gegenüber physikalischen Gesetzen hinaus nicht darlegen können, warum die Vernichtung der Erde drohe, hieß es in dem Beschluss, der heute in Karlsruhe veröffentlicht wurde. In dem Protonenbeschleuniger sollen Teilchen mit einer hohen Geschwindigkeit aufeinander geschossen werden, um so den Urknall zu simulieren. Den Fachleuten zufolge könnten bei dem Experiment kleine schwarze Löcher entstehen. Die wären nach überwiegender Meinung allerdings so klein, dass sie keinen Schaden anrichten können. //[reu]//

Biologie Die Ernährung von Schwangeren beeinflusst die Gen-Aktivität in der Gebärmutter.

Das legt eine Untersuchung nahe, die US-Forscher an Mäusen durchgeführt haben. Es zeigte sich außerdem, dass weibliche Föten besser als männliche vor Ernährungsfehlern der Mutter geschützt sind. Die Wissenschaftler der Universität von Missouri hatten weibliche Mäuse auf Diät gesetzt: Einige Tiere erhielten eine sehr fetthaltige Nahrung, andere eine fettarme und eine weitere Gruppe eine ausgewogene Nahrung. Die Tiere wurden dann befruchtet Am 13. Tag der Trächtigkeit untersuchten die Forscher, welche Gene in den Plazenten der Embryonen aktiv waren. Jede Ernährungsweise führte zu einem ganz eigenen Aktivitätsmuster, fanden die Forscher heraus. War die Ernährung der Mutter unausgewogen, machte sich das vor allem beim weiblichen Nachwuchs bemerkbar. Dort wurden in der Plazenta mehr Gene eingeschaltet als bei den männlichen Embryonen. Diese ungleich verteilte Pufferfunktion könnte nach Ansicht der Wissenschaftler erklären, warum Töchter im späteren Leben ein geringeres Risiko für bestimmte Erkrankungen haben als Söhne. //[reu]//
08.03.2010

Biologie Nicht nur im Krankenhaus herrscht die Resistenz.

Auch Bodenbakterien werden zunehmend unempfindlich gegen Antibiotika. Das haben Wissenschaftler aus Großbritannien und den Niederlanden herausgefunden. Sie hatten Erdproben untersucht, die aus einem Zeitraum von über 60 Jahren stammten. Im Erbgut der Bodenbakterien suchten sie nach bestimmten Resistenzgenen. Die Analyse ergab, dass im Lauf der Jahre die Widerstandsfähigkeit zugenommen hatte. Alle Proben stammten aus derselben Region. Daher empfehlen die Forscher nun, auch Mikroben an anderen Orten auf Resistenzen gegen Antibiotika zu prüfen. //[reu]//

Medizin "Gehirnwäsche" kann Babys retten.

Frühgeborenen Kindern, die unter einer Gehirnblutung leiden, kann eine spezielle Technik helfen, bei der das Gehirn der jungen Patienten langsam gespült wird. Das berichten Mediziner aus dem englischen Bristol. Den Kleinkindern werden zwei Röhrchen in die mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume im Gehirn eingeführt. Ungefähr drei Tage lang fließt dann eine Ersatzflüssigkeit durch die Kammern und spült das Blut heraus. In einer randomisierten Studie konnten die Mediziner zeigen, dass die Überlebenschancen der Kleinkinder dadurch deutlich steigen, verglichen mit denen von Babys, die eine Standard-Behandlung erhalten. //[reu]//

Physik Einstein-Manuskript erblickt das Licht der Öffentlichkeit.

Die Israelische Akademie der Wissenschaften hat gestern weltweit zum ersten mal das Originalmanuskript der Relativitätstheorie von Albert Einstein ausgestellt. Bis zum 25. März ist der Text in Jerusalem zu sehen. Das Manuskript ist 1916 entstanden und umfaßt 46 Seiten. Einstein hatte es im Jahr 1925 der Hebräischen Universität Jerusalem zu ihrer Gründung übereignet. //[reu]//

Geologie Erdbeben fordert Menschenleben.

Bei einem Erdbeben der Stärke Sechs sind im Osten der Türkei knapp 60 Menschen ums Leben gekommen. Das Land wird öfter von Erdstößen erschüttert, denn die Kontinentalplatten von Afrika und Eurasien stoßen dort aneinander. Deutsche und holländische Seismologen erklärten, das Beben in der Türkei stehe in keinem Zusammenhang mit den jüngsten Katastrophen in Haiti und Chile. //[reu]//

Physik Plastik leitet Wärme.

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, einen der industriell meistgenutzten Kunststoffe in einen Wärmeleiter zu verwandeln. Sie haben dazu Polyethylen aus einer Lösung heraus zu einem hauchdünnen Faden gezogen. In der Längsrichtung des Fadens, und auch nur in dieser Richtung, transportierte das Material Wärme ähnlich gut wie Eisen, Platin und andere Metalle – und damit 300 Mal besser als unbehandeltes Polyethylen. Dass der Kunststoff sich vom thermischen Isolator zum Wärmeleiter verwandelt, liegt offenbar daran, dass die langen Kettenmoleküle sich parallel zueinander anlagern. Die Forscher glauben, dass das Material eine praktische Anwendung hat, zum Beispiel in Wärmetauschern und zur Kühlung von Prozessoren. //[reu]//

Medizin Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle für die Aktivierung unseres Immunsystems.

Das berichten Wissenschaftler aus Kopenhagen heute im Fachblatt "Nature Immunology". Nur wenn der Organismus über ausreichend Vitamin D verfügt, können die Killerzellen der Körperabwehr ihre Arbeit aufnehmen und Viren und Bakterien bekämpfen. Bei dem Kontakt mit solch einem Eindringling fährt die Killerzelle, auch T-Zelle genannt, eine molekulare Antenne aus und prüft, ob genug Vitamin D verfügbar ist. Ist das der Fall, setzt eine ganze Reaktionskaskade ein. Am Ende vervielfältigt sich die T-Zelle und bildet Hunderte identischer Zellen, die alle auf den Krankheitserreger fokussiert sind. Dass Vitamin D das Immunsystem beeinflussen könne, sei bereits bekannt gewesen, schreiben die dänischen Forscher. Wie grundlegend seine Funktion jedoch ist, sei bislang übersehen worden. //[reu]//

Raumfahrt Die Nasa findet Schmutz im All.

Zwei kleine Körner Sternenstaub hat die amerikanische Weltraumagentur in einer Probe entdeckt, die von der Sonde "Stardust" im Jahr 2006 zur Erde gebracht worden ist. Eingebettet waren die Körner in eine poröse Substanz, welche als interstellarer Staubfänger diente. Laienforscher hatten dabei geholfen, die Staubkörner in der Probe zu finden. Interstellarer Staub bildet sich, wenn Sterne Gas ins Weltall schleudern, das dann zu kleinen Partikeln kondensiert. //[reu]//
05.03.2010

Technologie Mobiltelefone sollen künftig Lippen lesen können

Auch während einer Konferenz, eines Theaterstücks, in der Oper oder im Kino ließe sich dann noch telefonieren. Das berichtet die BBC unter Berufung auf Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie. Die Techniker stützen sich auf die Elektro-Myographie. Dabei werden elektrische Signale sich bewegender Muskeln aufgezeichnet. Aus den Aufzeichnungen von Lippenbewegungen lassen die Forscher Worte und Sätze errechnen. Derzeit sind für die Erfassung noch Elektroden notwendig. Doch die Wissenschaftler hoffen, die Technik so weiter entwickeln zu können, dass sie auch in Mobiltelefone eingebaut werden kann. //[gät]//

Medizin Aids ist die häufigste Todesursache für Frauen im gebärfähigen Alter geworden

Das berichten Mitarbeiter des Aids-Programms der UNO zu Beginn einer zehntägigen Konferenz in New York. 70 Prozent der Frauen wurden weltweit zu ungeschütztem Sex gezwungen; ihr Anteil an den Neuinfektionen mit HIV wächst derzeit unverhältnismäßig stark. So sind in Teilen Afrikas 60 Prozent der HIV-Infizierten Frauen. Bisherige Schutzprogramme seien kaum auf die Situation der Frauen eingegangen. Das UN-Aids-Programm will daher einen neuen Fünf-Jahres-Plan auflegen, der vor allem den Frauen helfen soll. //[gät]//

Klima Der Kohlendioxydausstoß Deutschlands war 2009 geringer als zuvor

Er sank nach Angaben des Bundesumweltamtes um etwa 80 Millionen Tonnen. Das ist ein Minus von 8,4 Prozent. Die Reduktion geht vor allem auf den geringeren Strombedarf der Industrie infolge der Wirtschaftskrise zurück. Die Energieversorger erzeugten weniger Strom und verzichteten vor allem darauf, Steinkohle zu verfeuern. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Verbrauch von Steinkohle für die Stromerzeugung um 12,5 Prozent, der von Braunkohle um 3,2 von 100. Die Umweltprämie – inoffiziell auch Abwrackprämie genannt – hatte dagegen keine spürbare Auswirkung auf den CO2-Ausstoß. Das deckt sich mit einer Untersuchung des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg, IFEU. Deren Forscher hielten fest, dass die neu gekauften Autos zwar weniger verbrauchten als die verschrotteten, für eine spürbare Reduktion des CO2-Ausstoßes habe das Förderprogramm aber nicht gereicht. //[gät]//

Paläontologie Ob ein Asteroid die Dinosaurier auslöschte oder eine Flut von Vulkanausbrüchen, bleibt unter Paläontologen umstritten

Kernfrage ist die Datierung der Katastrophe, die sich auf der Halbinsel Yukatan vor rund 60 Millionen Jahren ereignete. Ein internationales Wissenschaftlerteam legt heute in "Science" eine Auswertung der 20 wichtigsten Studien der vergangenen Jahre vor. Sie zieht daraus den Schluß, der Asteroid habe so schwere Verwüstungen ausgelöst, dass Flora und Fauna darauf mit massenhaftem Aussterben reagierten. Kritiker sind jedoch nicht überzeugt: Sie weisen darauf hin, dass jüngere Untersuchungen nachgewiesen haben, dass der Asteroid 300.000 Jahre vor dem Beginn des Massenaussterbens die Erde rammte. Das Science-Team habe keine neuen Untersuchungen über den Aufprall des Asteroiden vorgelegt, sondern lediglich alte neu zusammengefaßt – und damit diesen Fehler nicht korrigiert. //[gät]//
04.03.2010

Astronomie Ein Neu entdeckter Stern bestätigt die Wachstumstheorie der Astronomen

Seit 1978 ging man davon aus, dass große Galaxien, wie die Milchstraße dadurch wachsen, dass sie kleinere Nachbarn schlucken. Nachgewiesen werden konnte das bislang nicht. Denn: wenn Zwerggalaxien tatsächlich die Bausteine zum Beispiel der Milchstraße sind, dann müssten die Sterne in den Zwerggalaxien metallarm sein – so metallarm wie eben die sehr alten Sterne im Umkreis der Milchstraße. Amerikanische Astronomen konnten jetzt mit einem hochauflösenden Spektrographen einen Stern aufspüren, der eine fünf Mal geringere Metallkonzentration als die bisher in Zwerggalaxien entdeckten Sterne aufwies. In "Nature" berichten sie über den Stern 1020549, der die Wachstumstheorie bestätigt. //[tj]//

Paläontologie Möglicherweise sind Dinosaurier um einiges älter als gedacht

In einer Gesteinsschicht im südlichen Tansania hat ein internationales Forscherteam 240 Millionen Jahre alte Fossilien entdeckt. Sie stammen von Silesauriden – einer Tiergruppe, die mit den Dinosauriern eng verwandt ist, aber zehn Millionen Jahre vor den ältesten bekannten Dinosauriern lebte. Die fast vollständig zu rekonstruierenden Skelette zeigen, dass die Silesauriden viele Charakteristiken mit den Dinosaurier teilen, ihnen aber auch einige Dino-Eigenschaften fehlen. Der Verwandtschaftsgrad sei vergleichbar mit der Nähe zwischen Mensch und Schimpanse. Dies deute darauf hin – so die Forscher im Fachmagazin "Nature" – dass sich die gemeinsamen Vorfahren von Silesauriden und Dinosauriern sehr viel früher in Untergruppen aufspalteten als bislang vermutet. Die Abstammungslinien müßten sich schon vor 240 Millionen Jahren getrennt haben – und dass hieße: Dinosaurier sind 10 Millionen Jahre älter als das älteste bekannte Dinofossil mit 230 Millionen Jahren. //[tj]//

Medizin Die Medikamente Tamoxifen und Paroxetin sollten nicht gemeinsam eingenommen werden

Diese Warnung sprachen heute die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft aus. Sie beziehen sich dabei auf eine kanadische Studie. In dieser Studie wurde untersucht, ob es Wechselwirkungen gibt, wenn Frauen gleichzeitig das Brustkrebs-Medikament Tamoxifen und das Antidepressivum Paroxetin einnehmen. Dabei zeigte sich: Je länger die Medikamente zusammen eingenommen wurden, desto höher war das Risiko der Patientinnen, an Brustkrebs zu sterben. Die Erklärung hierfür: Tamoxifen muß im Körper durch ein Enzym in der Leber in eine wirksame Form umgewandelt werden. Das Antidepressivum Paroxetin blockiert dieses Enzym jedoch dauerhaft und verringert dadurch die Wirksamkeit von Tamoxifen. Die deutschen Pharmazeuten empfehlen allen betroffenen Patientinnen, sich an ihren Arzt zu wenden. //[tj]//

Medizin Immer mehr Menschen in Deutschland sind depressiv

Zwischen 2004 und 2008 hat die Zahl der depressiven Menschen um 23 Prozent zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der viertgrößten Krankenkasse KKH-Allianz. Besonders betroffen seien junge Männer unter 20 Jahren. Hier habe die Erkrankung um 41 Prozent zugenommen. Als Ursache vermuten die Autoren der Studie zum einen Existenzängste die mit der Wirtschaftskrise verbundenen sind, zum anderen nehme die Orientierungslosigkeit in der globalisierten Gesellschaft zu. //[tj]//
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