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15.03.2010

Medizin Bananen könnten die Aids-Medikamente der Zukunft liefern.

Bananen enthalten großen Mengen von Lectin. Das Bananen-Lectin erwies sich in Zell-Versuchen als wirksamer Hemmstoff gegen das Immunschwächevirus HIV, berichten Forscher der Universität von Michigan im "Journal of Biological Chemistry". Offenbar bindet das Lectin an Zuckerketten auf dem Oberflächenprotein gp120 des Aids-Virus. Dadurch, dass das Lectin an das Aids-Virus koppelt, kann das Virus keine neue Zelle infizieren. In Laborversuchen erwies sich das Bananen-Lectin als so wirksam wie die Kombination von zwei herkömmlichen Aids-Medikamenten. Die Forscher sind davon überzeugt, einen neuen, kostengünstigen und viel versprechenden Wirkstoff entdeckt zu haben. Er könnte etwa die Basis für ein Vaginal-Gel bilden, das Frauen vor einer Ansteckung mit HIV schützt. //[mawi]//

Genetik Das Erbgut von Hydra ist entschlüsselt.

Forscher aus Deutschland, Österreich, Japan und den USA haben die Reihenfolge der Bausteine im Erbgut des Süßwasserpolypen Hydra bestimmt. Das Erbgut umfasst 1,2 Milliarden Basenpaare. Mit geschätzten 20.000 Genen sei das Genom ähnlich komplex wie die Genome von Maus und Mensch, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Hydra ist ein beliebter Modellorganismus von Genetikern. Denn die Millimeter bis wenige Zentimeter großen Süßwasserpolypen können sich in fünf Tagen vollständig erneuern und damit theoretisch unendlich alt werden. //[mawi]//

Zoologie Der Wärmesensor von Schlangen nimmt bei Säugetieren Scharfes wahr.

Forscher der Universität von Kalifornien haben den Wärmesensor von Schlangen genauer untersucht. Grubenottern, Boas oder Pythons nutzen dieses sogenannte Grubenorgan für den nächtlichen Beutefang. Vertiefungen am Kopf sind mit zahlreichen Nervenenden durchsetzt. Sie registrieren feinste Temperaturschwankungen. So machen die Schlangen warmblütige Beutetiere auch bei völliger Dunkelheit ausfindig.Im Fachblatt "Nature" berichten die Forscher, dass spezielle Proteine in dem Organ, die sogenannten TRPA1-Kanäle, die Wärmestrahlen aufnehmen und sie in Nervenimpulse umwandeln. Bei Säugetieren hingegen reagierten die TRPA1-Kanäle nur auf chemische Verbindungen. Sie sind Sensoren für scharfe Stoffe, wie sie im japanischen Meerrettich und anderen Senfpflanzen vorkommen. Die Forscher bewerten dieses Ergebnis auch als Beleg für die hohe Anpassungsfähigkeit von sensorischen Systemen in der Evolution. //[mawi]//

Medizin Krebszellen haken sich mit winzigen Tentakeln in Organen fest.

Forscher der Universität von Maryland haben entdeckt, dass Brustkrebszellen feine tentakelartige Ausstülpungen bilden, sobald sie sich vom Haupttumor gelöst haben. Mit diesen könnten sie sich etwa an Blutgefäßwänden festhalten, längere Zeit überleben, um dann in andere Organe einzuwandern. Der Befehl zum Ausfahren der Mikro-Tentakel scheine von einem speziellen Protein zu kommen, dem sogenannten Tau-Protein, berichten die Forscher im Fachblatt "Oncogene". In Tests habe eine Blockade des Tau-Proteins dazu geführt, dass die Tentakel in sich zusammenfielen. In Laborversuchen zeigte sich auch, dass bestimmte Krebsmedikamente das Wachstum der Tentakel fördern und so möglicherweise zur Metastasenbildung beitragen. Dieses Phänomen wollen die Forscher jetzt genauer untersuchen. //[mawi]//

Raumfahrt Phobos offenbart sich als rundlicher Klumpen mit kleinen Kratern.

Die Raumsonde "Mars Express" habe bei ihrem nahen Vorbeiflug am Marsmond die bislang detailreichsten Bilder von Phobos aufgenommen, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esaheute in Paris mit. Die Bilder ließen vermuten, dass Phobos an einigen Stellen hohl sei. Einige Aufnahmen zeigen auch die Stelle, an der eine für 2011 oder 2012 geplante russische Mission landen soll. "Mars Express" hatte sich Anfang März bis auf knapp 70 Kilometer Phobos angenähert. Forscher erhoffen sich von den Mars-Express-Daten auch neue Erkenntnisse über die Entstehung des Mondes. So ist bislang unklar, ob er gleichzeitig mit dem Mars entstand - oder später. //[mawi]//

Neurowissenschaft Eine Überraschung zieht alle Konzentration auf sich.

Forscher der Vanderbilt Universität in Nashville haben die Hirnaktivität von Menschen beobachtet, die auf einem Bildschirm Buchstabenreihen nach dem Buchstaben X absuchen sollten. Ein plötzlich eingeblendetes Gesicht lenkte sie kurzfristig ab. Anschließend übersahen die Versuchsteilnehmer die nächsten Xe. Erst nach einer Weile steigerte sich wieder ihre Leistung auf das Niveau vor dem Überraschungsmoment. Offenbar könne das Gehirn sich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren, es müsse zwischen ihnen hin- und herschalten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Es dauere dann eine Weile, bis die volle Aufmerksamkeit wieder auf eine Sache fokussiert ist. //[mawi]//
12.03.2010

Physik Forscher wollen mit Lärm Wasserstoff erzeugen.

Die Wissenschaftler der Universität von Wisconsin haben aus Zinkoxid und Barium-Titanat winzige Kristalle konstruiert, die sich verformen und eine Spannung erzeugen, wenn sie mit Ultraschall beschallt werden. Unter Wasser lösen diese Kristalle dabei eine chemische Reaktion aus, die die Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, schreiben die Forscher im Fachblatt "JOURNAL OF PHYSICAL CHEMISTRY LETTERS". Sie tauften den von ihnen hervorgerufenen Effekt piezoelektrochemisch und hoffen, damit aus vibrierenden Maschinen oder Wind kleine Mengen an Strom erzeugen zu können. [gä]

Quelle: eurekalert

Physik Die Allgemeine Relativitätstheorie gilt auch über eine Entfernung von drei Milliarden Lichtjahren.

Davon ist Reinabelle Reyes von der Universität Princeton überzeugt. Im Fachblatt "Nature" führt die Physikerin zur Begründung das Aussehen und die Verteilung von 70.000 Galaxien an: Sie passten bestens zur Allgemeinen Relativitätstheorie und dem Gedanken, dass es im All einen beträchtlichen Teil dunkler Materie gebe. Diese zieht andere Objekte an, ist aber selbst nicht zu sehen. Einige Physiker sind von dieser These nicht überzeugt. Sie wenden ein, dass die Schwerkraft über große Distanzen im Universum anders wirke als von Einstein formuliert. Anthony Tyson von der Universität von Kalifornien wendet in "Nature" ein, dass die aktuelle Studie kein Beweis für die Existenz Dunkler Materie liefere. Für andere Theorien sei durchaus Platz. //[lor]//

Quelle: Nature

Pharmakologie Forscher aus Japan hoffen, Thalidomid sicherer zu machen.

Thalidomid ist der Wirkstoff des Schlafmittels Contergan, es löste bei Schwangeren schwere Missbildungen der Babys aus. Warum die Gliedmaßen verkümmerten, war den Forschern jedoch bislang unklar. Wissenschaftler aus Japan berichten nun im Fachblatt "Science", dass Thalidomid sich an ein Eiweiß bindet, das bei dem Wachstum der Gliedmaßen eine wichtige Rolle spielt. Das Eiweiß, Cereblon, kann daraufhin seine Aufgabe nicht mehr ausführen. Das haben Versuche mit Hühnern und Zebrafischen gezeigt. Die Wissenschaftler hoffen, diesen Effekt künftig unterdrücken zu können. Thalidomid wird zur Behandlung von Lepra und Krebs eingesetzt. Offen ist jedoch noch, ob der Wirkstoff noch andere Nebenwirkungen hat, die zu Missbildungen führen. //[gät]//

Quelle: Science

Naturschutz Tansania und Sambia sollte kein Verkauf von Elfenbein gestattet werden.

Darauf drängt ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science". Die beiden südafrikanischen Länder hatten an die Artenschutzkonferenz appelliert, den Verkauf von Elfenbein aus Restbeständen zu erlauben. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass gerade aus Tansania und Sambia das meiste illegal gehandelte Elfenbein stammt. Beide Staaten legten keine nachprüfbaren Zahlen über Herdengrößen und geschossene Tiere vor. Eine vorübergehende Erlaubnis könnte die Elfenbein-Wilderei in allen afrikanischen Staaten anheizen, führen die Forscher weiter aus, zudem würde das Elfenbein beim Verkauf nur etwa ein Prozent des Geldes einbringen, was die Länder durch den Tourismus jedes Jahr einnehmen. Die Artenschutzkonferenz wird über den Antrag auf ihrer morgen beginnenden Sitzung in Doha, Katar, entscheiden. //[gät]//

Quelle: Science

Raumfahrt Die Entscheidung über die ISS wurde vertagt.

Die an der internationalen Raumstation beteiligten Organisationen haben nur beschlossen, ihre jeweiligen Regierungen zu einem Entschluss noch in diesem Jahr zu drängen. Ursprünglich sollte der ISS-Vertrag bis zum Jahr 2020 verlängert werden. Derzeit läuft das Abkommen 2015 aus. Die Leiter der Agenturen der USA, Russlands, Europas, Kanadas und Japans sehen keine technischen Gründe, die Raumstation vor 2020 aufzugeben. Derzeit erarbeiten sie sogar ein Nutzungskonzept bis zum Jahr 2028. Warum die Agenturen den Vertrag dennoch nicht verlängert haben, ist unklar. //[gät]//
11.03.2010

Geologie Die Erdölförderung könnte viel früher an ihre Grenzen stoßen als bisher gedacht.

Nach Berechnungen von kuwaitischen Forschern wird die weltweite Rohölproduktion schon im Jahr 2014 den Zenit erreichen. Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Steigerung der Fördermenge noch bis ins Jahr 2020 anhält. Die Forscher der Universität Kuwait stützen ihre im Fachblatt "Energy and Fuels" veröffentliche These auf die bisherige Entwicklung der Fördermengen in 47 ölreichen Ländern. //[tj]//

Quelle: Energy&Fuels

Genetik Bei der Fruchtfliege steuern 2785 Gene die Muskeln.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried. Die Forscher hatten systematisch alle 12.000 Gene der Fruchtfliege analysiert. Letzten Endes blieben 2785, die für die Muskelentwicklung und Muskelfunktion verantwortlich sind. Im Fachblatt "Nature" berichten die Forscher zudem über die Genmutationen, die zu Muskeldefekten führen. Da viele bei der Fruchtfliege gefundenen Gene auch im Menschen vorhanden sind und wahrscheinlich ebenfalls für eine normale Muskelfunktion benötigt werden, könnte die Studie weiterreichende Bedeutung haben, hoffen die Max-Planck-Forscher. //[tj]//

Biologie Die Zellen von Hühnern haben ihre eigene sexuelle Identität.

Die Geschlechtsbestimmung bei Hühnern unterscheidet sich grundlegend von der bei Säugetieren. In "Nature" berichten schottische Wissenschaftler davon, dass sie zwar seltene, aber doch natürlich vorkommende Chimären-Embryonen von Hühnern untersucht haben. Diese Embryonen scheinen sowohl männlich als auch weiblich zu sein. Eine genaue Analyse läßt vermuten, dass Hühnerzellen , aus denen keine Geschlechtszellen hervorgehen können, eine jeweils eigene sexuelle Identität haben und somit unterschiedlich auf Wachstums- und Hormonsignale reagieren. Bei Säugetieren ist es anders, hier wird der zunächst geschlechtsneutrale Embryo erst mit Aktivität der Keimdrüsen deutlich einem Geschlecht zugeordnet. //[tj]//

Quelle: Nature

Forschungspolitik Nach der Kritik am Weltklimarat – kurz IPCC – und seinen Berichten, bekommt das Gremium jetzt einen Aufpasser.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dazu den InterAcademy Council engagiert. Diesem Council mit Sitz in Amsterdam gehören unter anderem die Präsidenten der Akademien der Wissenschaften von mehr als zwölf Ländern an. Dass die Forscher des Weltklimarates jetzt durch andere Forscher überprüft werden, stelle die Kompetenz des Rates nicht in Frage. Trotz Patzer in den Berichten des Weltklimarates bleibe es bei der Gesamtaussage: die Bedrohung durch den Klimawandel sei real. //[tj]//

Medizin Ein neuer Behandlungsansatz könnte die Wirkung von Krebstherapien steigern.

US-amerikanischen Wissenschaftlern haben einen Weg gefunden, um Krebsmedikamente über die Blutbahn besser in einen Tumor einzubringen. Krebsgeschwulste besitzen um sich herum ein Geflecht aus Blutgefäßen, die ungeordnet gewachsen und sehr dicht strukturiert sind. Bei Mäuseexperimenten gelang es den Forschern nun, die Tumorblutgefäße für einen bestimmten Zeitraum deutlich durchlässiger zu machen. Das gelang, wenn ein Molekül namens ALK5 blockiert wurde. So konnten nicht nur Krebsmedikamente besser in das Gewebe eindringen, sondern auch optische Marker, die bei der Diagnose von Tumoren eingesetzt werden – schreibt die Fachzeitschrift "Disease Models and Mechanism". //[tj]//

Quelle: Disease Models and Mechanism, Band 3, Ausgabe 5/6

10.03.2010

Biologie Es besteht doch noch Hoffnung für den Tasmanischen Teufel.

Ein ansteckender Gesichtskrebs droht das Beuteltier auszurotten. Nun berichten australische Forscher in den Proceedings der britischen Royal Society, dass sie erste Hinweise gefunden haben, wonach die Teufel möglicherweise doch in der Wildnis überleben könnten. Genetische Varianten im Immunsystem einiger Tiere aus dem Nordwesten Tasmaniens könnten daher resistent gegenüber der tödlich verlaufenden Krankheit sein. Der Tumor wird durch Beißen von Teufel zu Teufel übertragen. Nach der Infektion bilden sich Knoten und Geschwüre um die Schnauze, die sich später über den ganzen Körper ausbreiten. Erkrankte Tiere verhungern, weil sie nicht mehr fressen können. Seit 1996 habe sich der Bestand des großen Beuteltiers um rund 70 Prozent verringert. //[mst]//

Quelle: press Royal Society

Astronomie Astronomen entdecken rasende Sternleichen.

In gerade einmal 5,4 Minuten umrunden die beiden Sterne des Doppelsternsystems HM Cancri einander. Damit ist HM Cancri der Doppelstern mit der kürzesten bislang bekannten Umlaufzeit, zudem der engste bisher entdeckte Doppelstern, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters". Das Doppelsternsystem liegt fast 16.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus zwei Weißen Zwergen: ausgebrannten Sonnen, die Kohlenstoff, Sauerstoff und Helium in einer stark verdichteten Form enthalten. //[mst]//

Quelle: The Astrophysical Journal Letters

Medizin Abwehrzellen beeinflussen die Schwere eines Schlaganfalls.

Bislang konzentrierten sich Mediziner bei der Erforschung von Schlaganfällen vor allem auf die Blutgerinnung. Jetzt haben Forscher aus Würzburg entdeckt, dass auch bestimmte Immunzelllen, sogenannte T-Zellen, bei akuten Schlaganfällen eine schädigende Wirkung ausüben, schreiben sie im Fachblatt "Blood". Bei ihren Untersuchungen an Mäusen sahen sie, dass Schlaganfälle harmloser verliefen, wenn die eigentlich für die Abwehr von Krankheitserregern zuständigen Zellen im Blut fehlten. Wie dieser Mechanismus funktioniert, wissen die Mediziner noch nicht. //[mst]//

Quelle: idw-online.de

Medizin Übergewicht schützt den Körper anfangs vor Krankheiten.

US-amerikanischen Forschern zufolge ist Fettleibigkeit anfangs nicht der Verursacher von Symptomen wie Diabetes, hohen Cholesterinwerten oder Herzproblemen, sondern zunächst ein Schutz dagegen. Dies ist das Fazit einer Übersichtsstudie zu bisherigen Untersuchungen zur Fettleibigkeit, die im Fachblatt "Trends in Endocrinology and Metabolism" erscheint. Den Medizinern zufolge dienen Fettansammlungen der Speicherung von Fett am richtigen Ort- im Fettgewebe. Dadurch werde der Körper vor der negativen Wirkung des Fettes geschützt. Erst wenn das Fettgewebe durch ein Übermaß an Kalorienzufuhr seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, entfalte das Fett seine schädliche Wirkung. //[mst]//

Quelle: Trends in Endocrinology and Metabolism

Genetik Paläogenetiker gewinnen Erbmaterial aus den Eierschalen ausgestorbener Riesenvögel.

Aus den inneren Membranen von Eierschalen konnte ein internationales Forscherteam Teile der DNA rekonstruieren. Das älteste der insgesamt 19 untersuchten Eier aus Australien, Neuseeland und Madagaskar stammt von einer Emu-Art und ist 19.000 Jahre alt. Auch waren die Forscher unter anderem bei den Eierschalen des Riesenvogels Moa erfolgreich, der in Neuseeland lebte. Ebenso konnten sie altes Erbgut aus den Schalen des madagassischen Elefantenvogels gewinnen. Allerdings gelang es ihnen nicht, die DNA von 50.000 Jahre alten Überresten des australischen Donnervogels zu isolieren. Dort sei das Erbgut bereits zu stark zersetzt gewesen, berichten die Genetiker in den Proceedings der britischen Royal Society. //[mst]//

Quelle: Press Royal Society

Biologie Briten wollen japanischen Knöterich mit japanischen Blattflöhen bekämpfen.

In diesen Tagen soll erstmals in die EU ein Insekt eingeführt werden, um eine invasive Pflanze zu bekämpfen, die sich unkontrolliert ausbreitet. Wie das britische Forschungsinstitut CABI mitteilte, werden Biologen den aus Japan stammenden Blattfloh in einigen Regionen Englands freisetzen, der den Japanischen Knöterich bekämpfen soll. Die Wurzeln der bis zu drei Meter hohen Pflanze sprengen Risse in Asphalt und Mauerwerk. Dadurch entstehen in Großbritannien jährlich Schäden von geschätzten 160 Millionen Euro. Vorerst wollen die Forscher die Insekten nur in wenigen Gebieten aussetzen, um deren Wirkung und Verbreitung zu beobachten. //[mst]//

Quelle: www.defra.gov.uk

09.03.2010

Geologie Erdbeben hat südamerikanische Städte verrückt.

Durch das Erdbeben in Chile am 27. Februar ist nach Aussagen eines internationalen Forscherteams die gesamte Stadt Concepción um drei Meter nach Westen verschoben worden. Andere Städte in weiten Teilen des Kontinents haben ebenfalls ihre Lage verändert, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires zum Beispiel sei um drei Zentimeter nach Westen gerückt, sagten die Geowissenschaftler, die hochgenaue GPS-Daten ausgewertet hatten. Das Erdbeben der Stärke 8,8 war eines der schwersten seit Beginn der Messungen. //[reu]//

Biologie Schmerz liegt im Erbgut.

Eine kleine Veränderung an einem Gen kann darüber entscheiden, wie intensiv ein Mensch Schmerzen empfindet. Das haben Forscher aus dem englischen Cambridge herausgefunden. Das Gen enthält Informationen über die Architektur von kleinen Kanälen in der Hülle von Nervenzellen. Diese Kanäle helfen den Zellen dabei, Nervenimpulse abzufeuern. Ein einzelner fehlerhafter Baustein auf dem Gen kann die Funktionsweise der Kanäle offenbar stören. Denn Menschen mit dieser Variante empfinden Schmerz deutlich stärker als solche Personen, die nicht über die Abweichung verfügen. Die Genetiker aus England schätzen, dass jeder Zehnte diese Veränderung in seinem Erbgut trägt. //[reu]//

Zoologie Chamäleons züngeln auch bei Kälte blitzschnell.

Selbst bei tiefen Temperaturen kann die Zunge dieser Reptilienart schlagartig hervor schießen. Das berichten Zoologen aus Florida heute im Fachblatt "PNAS". Überraschend ist diese Beobachtung, weil sich die Muskeln dieser wechselwarmen Tiere bei Kälte deutlich langsamer bewegen als bei heißen Außentemperaturen. Die Chamäleon-Zunge hingegen verfügt über elastisches Bindegewebe, das ihr ganz besondere mechanische Eigenschaften verleiht. Die schnelle Zunge verschafft den Tieren einen Vorteil: Sie können damit schon in den frühen Morgenstunden auf Insektenfang gehen, wenn andere Echsen noch nicht aktiv sind. //[reu]//

Justiz Karlsruhe weist Klage gegen Cern-Experiment zurück.

Das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde einer Frau zurück gewiesen, die aus Angst vor dem Weltuntergang ein physikalisches Experiment am Teilchenbeschleuniger LHC in Genf verbieten lassen wollte. Die Frau habe über ihr generelles Mißtrauen gegenüber physikalischen Gesetzen hinaus nicht darlegen können, warum die Vernichtung der Erde drohe, hieß es in dem Beschluss, der heute in Karlsruhe veröffentlicht wurde. In dem Protonenbeschleuniger sollen Teilchen mit einer hohen Geschwindigkeit aufeinander geschossen werden, um so den Urknall zu simulieren. Den Fachleuten zufolge könnten bei dem Experiment kleine schwarze Löcher entstehen. Die wären nach überwiegender Meinung allerdings so klein, dass sie keinen Schaden anrichten können. //[reu]//

Biologie Die Ernährung von Schwangeren beeinflusst die Gen-Aktivität in der Gebärmutter.

Das legt eine Untersuchung nahe, die US-Forscher an Mäusen durchgeführt haben. Es zeigte sich außerdem, dass weibliche Föten besser als männliche vor Ernährungsfehlern der Mutter geschützt sind. Die Wissenschaftler der Universität von Missouri hatten weibliche Mäuse auf Diät gesetzt: Einige Tiere erhielten eine sehr fetthaltige Nahrung, andere eine fettarme und eine weitere Gruppe eine ausgewogene Nahrung. Die Tiere wurden dann befruchtet Am 13. Tag der Trächtigkeit untersuchten die Forscher, welche Gene in den Plazenten der Embryonen aktiv waren. Jede Ernährungsweise führte zu einem ganz eigenen Aktivitätsmuster, fanden die Forscher heraus. War die Ernährung der Mutter unausgewogen, machte sich das vor allem beim weiblichen Nachwuchs bemerkbar. Dort wurden in der Plazenta mehr Gene eingeschaltet als bei den männlichen Embryonen. Diese ungleich verteilte Pufferfunktion könnte nach Ansicht der Wissenschaftler erklären, warum Töchter im späteren Leben ein geringeres Risiko für bestimmte Erkrankungen haben als Söhne. //[reu]//
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