Sonntag, 24.01.2021
 
19.03.2010

Physik Turbulenzen in Röhren lassen sich zähmen.

Werden Flüssigkeiten durch Röhren gepresst, können Wirbel entstehen. Diese zu überwinden, kostet viel Energie. Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und der Harvard-Universität in den USA haben jetzt einen Weg gefunden, diese Wirbel zu unterdrücken: Sie spritzen in eine Wasserröhre in regelmäßigen Abständen zusätzlich Wasser. Diese Wasserstrahlen führten zu einem insgesamt ruhigeren Strom im Rohr. In der Folge sinkt der Energieaufwand für die Wasserpumpen, so die Wissenschaftler. Die Einsparung ist größer als die zusätzliche Energie, die für die Wasserspritzen benötigt wird. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Forscher aus Göttingen mit den Turbulenzen in Pipelines beschäftigt. Sie stellten fest, dass sich die Wirbel nach einiger Zeit wieder von selbst auflösten. Seitdem suchten sie nach einer Technik, um diese Zeitspanne zu verkürzen. //[gät]//

Biologie Samen von Drohnen bekämpfen sich noch im Leib der Königinnen.

Das schreiben Forscher der Universität Kopenhagen im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten wissen wollen, ob sich der Konkurrenzkampf der Männchen bei der Fortpflanzung nach der Begattung fortsetzt. Bienenköniginnen paaren sich – wie auch Ameisenköniginnen – nur einmal im Leben und speichern den Samen dann. Die Forscher stellten fest, dass die Männchen dem Samen eine zweite Substanz beimischen, die den Samen anderer Männchen noch im Leib der Königin angreift. Allerdings nicht für lange: in der Samentasche der Königin, in der sie die Keimzellen der Drohnen speichert, endet der Konkurrenzkampf: Die Biene sondert ihrerseits ein Sekret ab, das die aggressiven Substanzen der Männchen neutralisiert. //[gät]//

Medizin Resistente Tuberkuloseerreger breiten sich weltweit aus.

Davor warnt die Weltgesundheitsorganisation. Nach Angaben der WHO starben 2008 150.000 Menschen an schwer behandelbarer Tuberkulose, zwischen 400.000 und 500.000 steckten sich an. Die Hälfte der Fälle registrierte die Organisation in China und Indien. Zu den weiteren Schwerpunkten zählen Russland und Tadschikistan. Die WHO appelliert an alle Länder, die Suche nach neuen Behandlungsmethoden zu verstärken. //[gät]//

Physik Die erste dreidimensionale Tarnkappe funktioniert.

Sie kann ein mikrometergroßes Objekt im infraroten Licht verbergen. Die Technik wird von Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie und Kollegen aus Großbritannien in "Science" vorgestellt. Die Wissenschaftler verstecken das winzige Objekt unter einem feinen, quasi spiegelnden Teppich. Auf die dabei entstehende Beule platzierten sie ein Metamaterial aus vielen, eng gestapelten Polymerstäbchen. Die beugen das Licht so, dass der Spiegel im infraroten Licht eben erscheint. Mit Hilfe von Metamaterialien ist es Forschern bereits in der Vergangenheit gelungen, elektromagnetische Wellen so um ein Objekt herumzuleiten, dass es nicht zu entdecken war. Bis jetzt funktionierte diese Technik jedoch nur zweidimensional, und bei deutlich längeren Lichtwellen. Um auch im sichtbaren Licht zu funktionieren, müssten die Polymerstäbchen noch deutlich kürzer sein. Eine praktische Arbeit verfolgen die Forscher mit ihrer Arbeit nicht. //[gät]//

Astronomie In den Ringen des Saturns geht es turbulent zu.

Jeden Tag prallen Eisbrocken aufeinander. Kleine Monde zerren an Staub und Steinen, und immer wieder schießt ein stellares Geschoß durch die äußeren Ringe und verschwindet wieder im All. Darauf deuten Aufnahmen der Raumsonde Cassini hin, die von einem internationalen Wissenschaftlern ausgewertet und mit den Daten der Voyager-Mission verglichen wurden. Sie zeigen, dass sich die Eigenschaften der Ringe sehr schnell ändern, zum Teil sogar in Tagen. Die Forscher vermuten, dass es ähnlich wie in dem Ringsystem des Saturn auch in einem entstehenden Sonnensystem zugeht. //[gät]//

Biologie Nicht die Gene allein machen das Individuum einzigartig.

Es sind vor allem die Eiweiße, die das Ablesen der Gene steuern. Das berichten Forscher des Europäischen Molekular-Biologischen Laboratoriums in Heidelberg gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Yale und Stanford in "Science". Das Forscherteam hatte zum ersten Mal das Erbgut einzelner Menschen miteinander verglichen und dabei untersucht, wie die Teile der DNS zwischen den Genen das Ablesen und Umsetzen der Informationen beeinflussen. Dabei entdeckten sie, dass bis zu einem Viertel der Gene individuell unterschiedlich abgelesen werden. Die Varianz der Gene selbst ist deutlich kleiner. //[gät]//
18.03.2010

Biologie Schwangere sind vergesslich.

Das ist das Fazit einer Studie von Forschern des Institute for Health Research, die auf der Jahrestagung der Society of Endocrinology in Manchester vorgestellt wurde. Im Laufe der Schwangerschaft geht das räumliche Erinnerungsvermögen von Frauen demnach stark zurück. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der veränderte Hormonspiegel während der Schwangerschaft bestimmte Regionen im Gehirn beeinträchtigt, die für die Erinnerung zuständig sind. Die genauen Zusammenhänge seien jedoch noch unklar. Den Forscher zufolge setzt die Erinnerungsschwäche im vierten Schwangerschaftsmonat ein und dauert bis drei Monate nach der Geburt an. //[mst]//

Quelle: Society for Endocrinology

Astronomie Astronomen entdecken einen Exoplaneten mit moderaten Temperaturen.

Denn auf Corot-9b liegen die Temperaturen zwischen -20 und 160 Grad Celsius. Damit sei es erstmals gelungen einen Planeten bei einem fernen Stern aufzuspüren, der den Planeten unseres Sonnensystems weitgehend ähnele, berichtet ein Internationales Astronomenteam im britischen Fachblatt "Nature". Der Exoplanet kreist um eine Sonne im Sternbild Schlange, die rund 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Corot-9b ist etwa so groß wie Jupiter und umrundet seinen Stern im nahezu gleichen Abstand wie Merkur unsere Sonne. Die meisten der mehr als 400 entdeckten Exoplaneten umkreisen ihre Sterne hingegen in weitaus geringeren Abständen. Dementsprechend hohe Temperaturen herrschen dort. //[mst]//

Astronomie Ur-Quasare sind staubfrei.

Astronomen aus Kopenhagen haben mit Hilfe des Weltraumteleskops "Spitzer" einen Quasar fotografiert, in dessen Zentrum sich ein Schwarzes Loch befindet. Wie sie im Fachblatt "Nature" berichten, sei dieses gut sichtbar, weil sich in der Umgebung des Quasars offenbar kein kosmischer Staub befindet. Daher vermuten sie, dass sich dieser Quasar in einer sehr frühen Phase seiner Entwicklung befindet. Quasare sind extrem ferne Galaxien am Rand des sichtbaren Universums, die kurz nach dem Urknall entstanden sind. In ihrem Zentrum befindet sich ein Schwarzes Loch. Da dieses Materie einsaugt, bildet sich eine extrem heiße, rotierende Materiescheibe, die sehr intensiv Licht abstrahlt, welches Teleskope registrierten können. //[mst]//

Medizin Einsame Senioren haben einen hohen Blutdruck.

Das ist das Ergebnis einer 5-Jahres-Studie, die Forscher aus Chicago im Fachblatt "Psychology and Aging" vorstellen. Sie hatten knapp 230 Freiwillige zwischen 50 bis 68 Jahren zu ihrer Selbstwahrnehmung bezüglich Einsamkeit befragt. Bei den Probanden, die sich als einsam eingestuft hatten, stieg in den folgenden Jahren der Blutdruck signifikant an. Andere Faktoren wie Alkoholkonsum, Ernährung, Gewicht oder Stress konnten die Forscher ausschließen. Der Zusammenhang liege in einer übertriebenen Ängstlichkeit bei sozialen Verbindungen. Charakteristisch für Einsamkeit sei der Drang, mit anderen Kontakt aufzunehmen. Da dies stets mit Furcht vor Ablehnung einhergehe, könnte dies die Ursache für physiologische Veränderungen einschließlich des erhöhten Blutdrucks sein. //[mst]//

Quelle: Science Daily

Paläontologie Paläontologen rekonstruieren einen 4 Millionen Jahre alten Haiangriff.

Forscher aus Pisa haben an einem fossilen Delphinskelett zahlreiche Spuren von Haizähnen entdeckt. Wie sie im Fachblatt "Palaeontology" berichten, konnten sie nicht nur den Angreifer identifizieren, sondern anhand der Bissspuren an Rippen, Wirbeln und Kiefer auch die Haiattacke nachzeichnen. Demnach griff der rund vier Meter lange Hai sein Opfer von unten an und überwältigte es gleich mit dem ersten Biss. Ein zweiter Biss nahe der Finne deutet darauf hin, dass das Opfer nach der ersten Attacke bereits tödlich verletzt auf dem Rücken lag, bevor es in die Rückenflosse gebissen wurde. Das rund 4 Millionen Jahre alte Delphinskelett wurde vor mehr als 100 Jahren im norditalienischen Piemont ausgegraben und lag seit dieser Zeit in einem Turiner Museum. //[mst]//

Quelle: Alphagalileo

Naturschutz In Europa ist ein Drittel der Schmetterlinge gefährdet.

Das geht aus der aktuellen Ausgabe der Roten Liste hervor, die die Weltnaturschutzunion IUCN im Auftrag der Europäischen Union veröffentlicht hat. Demnach hat der Verlust vieler Lebensräume ernste Auswirkungen auf Europas Schmetterlinge, Libellen und andere Insekten. Neun Prozent der Schmetterlinge und 14 Prozent der Libellen sind in Europa vom Aussterben bedroht. Bei rund einem Drittel der Europäischen Schmetterlingsarten gehen die Populationen zurück. Nur die Hälfte der Arten sei stabil, gerade einmal vier Prozent weisen steigende Populationen auf. //[mst]//
17.03.2010

Biologie Japanische Forscher haben eine Impfmücke gezüchtet.

Sie setzen damit eine alte Idee um: nämlich die plagende Eigenschaft von Mücken umzukehren, indem der Stich keinen Krankheitserreger überträgt, sondern einen Impfstoff. Im Fachmagazin "Insect Molecular Biology" berichten die Wissenschaftler davon, wie sie das Erbgut der Mücke genetisch verändert haben. Die transgenen Tiere produzieren nun in ihrem Speichel den Impfstoff gegen die Krankheit Leishmaniose. Bei ersten Versuchen führten Stiche der Mücke zu einer zunehmenden Zahl der Antikörper gegen den Erreger. Die Immunreaktion gleicht der einer herkömmlichen Impfung. Die fliegenden Impfspritzen werfen allerdings ethische Fragen auf, denn einmal losgelassen, würden Menschen und Tiere unkontrolliert geimpft. //[tj]//

Medizin Partydroge Meth schädigt das Gehirn von Ungeborenen.

Frauen, die Methamphetamin konsumieren, riskieren schwere Hirnschäden ihres Kindes. Das ist das Ergebnis einer im Fachblatt "Journal of Neuroscience" veröffentlichten Studie. Methamphetamine - die unter Namen wie Meth, Crystal oder Crystal Meth angeboten werden, - richten bei Ungeborenen noch schlimmere Hirnschäden an als Alkohol und bewirken schwere Verhaltens- und Lernstörungen. Das sagte die Studienautorin Elizabeth Sowell. Mit der Magnetresonanztomografie waren die Hirnaktivitäten von 61 Kindern untersucht worden. 21 von ihnen waren vor der Geburt Rauschmitteln ausgesetzt. Bei Kindern, deren Mütter Meth alleine oder zusammen mit Alkohol konsumiert hatten, war im Gehirn der Nucleus caudatus deutlich reduziert - jene Region, die für Lernen, Erinnerung und motorische Kontrolle zuständig ist. //[tj]//

Quelle: Journal of Neuroscience

Biologie Nur das Original zählt.

Männliche Fleckenlaubenvögel können die Stimmen von einem Dutzend anderer Vogelarten und sogar Menschen nachahmen. Wie die Vögel ihre Lautkopien erwerben, war lange unklar. Schottische Forscherinnen haben dies nun aufgeklärt. Sie zeichneten die Stimmen von Flecklaubenvögeln auf, während diese Rufe und Gesänge von Keilschwanzweihen und Schwarzkehl-Krähenwürgern nachmachten. Die Analyse der Aufnahmen ergab: Fleckenlaubenvögel imitieren grundsätzlich nur Originalstimmen. Sie lernen die Imitation nicht von Ihresgleichen. Über die Frage, weshalb bestimmte Vögel andere Arten nachahmen, können die Forscherinnen nur spekulieren. Ihre Vermutung: Die Fleckenlaubenmännchen wollen sich mit unkonventionellem Balzgesang voneinander abheben. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences

Psychologie Markantes Aussehen gilt als gesund.

Die menschliche Partnerwahl ist ein beliebtes Forschungsfeld. Nun haben Wissenschaftler in einer Studie mit 5000 Frauen aus 30 Ländern herausgefunden, dass Männer mit markanten Gesichtszügen von Frauen begehrt werden, die aus Ländern kommen, in denen viele ansteckende Krankheiten und eine niedrige Lebenserwartung herrschen. Offenbar werden maskuline Gesichtszüge mit Gesundheit und damit auch robustem Nachwuchs gleichgesetzt. In Ländern mit guten Gesundheitsbedingungen werden eher Männer mit femininen Zügen gewählt. Die weichere Physiognomie - so schreiben britische Forscher in den "Proceedings of the Royal Society B" - werde offenbar als zuverlässiger und fürsorglicher wahrgenommen. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

Medizin Wer die Pille einnimmt, stirbt nicht früher.

Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Langzeitstudie der britischen Universität von Aberdeen. Dafür wurden seit Ende der 60er-Jahre mehr als 46.000 Frauen beobachtet, die mit der Antibabypille verhüten. Zwar sei bei ihnen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zu Beginn der Einnahme angestiegen, dann aber wieder gesunken, vor allem bei Frauen nach dem 50. Lebensjahr. Die Ergebnisse - so betonten die britischen Forscher - gelten allerdings nur für die erste Generation der Antibabypille. Über heutige Präparate geben sie keine Auskunft. //[tj]//

Astronomie Die erste Wetterkarte vom Jupitersturm ist fertig.

Die Europäische Südsternwarte hat mit dem Very Large Telescope und anderen bodengebundenen Großteleskopen neue Wärmebilder vom Jupiter aufgenommen. Sie zeigen Wirbeln warmer Gase und kälterer Regionen im Großen Roten Fleck. Der Große Rote Fleck ist der größte seit Jahrhunderten aktive Sturm des Sonnensystem und nimmt auf der Jupiteroberfläche so viel Platz ein wie drei Erden nebeneinander. Aufgrund detailreicher Bilder konnten die Forscher jetzt eine Wetterkarte des gigantischen Sturms erstellen. Offenbar ist der Große Rote Fleck nicht - wie lange gedacht - ein Oval ohne großartige innere Struktur. Die neuen Ergebnisse zeigten vielmehr, dass es sich um ein höchst komplexes Gebilde handelt. Es konnte erstmals nachgewiesen werden, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Temperatur, Wind, Druck und chemischer Zusammensetzung einerseits und der Färbung des roten Flecks andererseits gibt. Die Zentralregion des Flecks, die intensiv rot-orange gefärbt ist, sei drei bis vier Grad wärmer als ihre Umgebung. Die gesamte Auswertung der Ergebnisse wird in der Fachzeitschrift "Icarus" erscheinen. //[tj]//

Quelle: ESO

16.03.2010

Psychologie Die Freude am Tanzen scheint angeboren zu sein.

Schon im Säuglingsalter reagieren Kinder mit rhythmischen Körperbewegungen auf Musik, haben Psychologen der britischen Universität York beobachtet. Sie hatten Kinder im Alter von fünf bis 24 Monaten mit verschiedenen Geräuschkulissen beschallt: mit Stimmen von Erwachsenen, Trommelrhythmen oder Mozarts Kleiner Nachtmusik. Das Ergebnis: Die Kleinkinder reagierten besonders stark auf Musik und passten ihre Körperbewegungen an Takt und Tempo der Stücke an. Es sei eher der Rhythmus und weniger die Melodie, was eine Reaktion auslöse, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Sie beobachteten zudem, dass die rhythmische Körperbewegung die Stimmung der Kinder aufhellte: Je besser sie ihre Bewegung mit der Musik in Übereinstimmung bringen konnten, desto mehr lächelten sie. //[mawi]//

Medizin Immunzellen schicken Krebszellen aufs Abstellgleis.

Zellen besitzen Schutzprogramme, die sie davor bewahren, außer Kontrolle zu geraten und sich ungebremst zu teilen. So wird bei Zellen mit gravierenden genetischen Fehlern das Selbstmordprogramm gestartet, die Apoptose. Berliner Forscher haben jetzt entdeckt, dass absterbende Krebszellen Zellen des Immunsystems anlocken. Diese sogenannten Fresszellen räumen die toten Krebszellen ab. Sie setzen aber auch Nachrichtenstoffe frei, darunter den Botenstoff TGF-beta. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass Krebszellen in der Nachbarschaft, bei denen das Selbstmordprogramm nicht gestartet wurde, zumindest ruhig gestellt werden. Der Botenstoff startet das Seneszenz-Programm. Das bedeutet: Die Krebszellen haben noch Stoffwechsel, sie teilen sich aber nicht mehr und sind also auch keine akute Bedrohung mehr. Die Berliner Forscher hoffen, praktischen Nutzen aus dem Fund ziehen zu können. Krebsmedikamente zielen häufig darauf ab, Zelltod auszulösen. Häufig sind Krebszellen aber resistent. Möglicherweise lassen sich resistente Krebszellen aber gezielt aufs Abstellgleis - in die Seneszenz schicken. Entsprechende Wirkstoffe müssen noch entwickelt werden. //[mawi]//

Medizin Bonner Forscher wollen Alzheimer ausbremsen.

Entzündungsreaktionen im Gehirn und die Ablagerung von Proteinklumpen aus Beta-Amyloid sind wichtige Faktoren für ein Fortschreiten der Alzheimerschen Erkrankung. Belege für diese Annahme haben Bonner Neurowissenschaftler im Tierversuch an Mäusen gefunden. Und sie konnten belegen, dass der höhere Spiegel des Botenstoffs Noradrenalin im Gehirn entzündungshemmend wirkt. Gleichzeitig fördere Noradrenalin den Abbau von Beta-Amyloid, schreiben die Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen im Fachblatt "Pnas". Der Noradrenalin-Spiegel lässt sich erhöhen, indem eine Nordadrenalin-Vorläufer-Substanz als Medikament gegeben wird. Die Forscher wollen testen, ob sich auch beim Menschen mithilfe des Medikamentes das Fortschreiten der Alzheimerschen Erkrankung verlangsamen lässt. //[mawi]//

Zoologie Wirbeltiere gingen viel früher ans Trockene als gedacht.

Die ersten Landwirbeltiere eroberten schon 20 Millionen Jahre früher das Festland. Darauf deutet der Fund eines fossilen Amphibienschädels in Pennsylvania hin. Die Untersuchung des Fossils ergab: //Fedexia striegeli// lebte schon vor etwa 300 Millionen Jahren auf dem Land – und damit 20 Millionen Jahre früher als die ältesten bisher entdeckten landlebenden Amphibien der gleichen Familie. Fedexia, berichten die Forscher des "Carnegie Museum of Natural History" in Pittburgh, lebte fast ausschließlich an Land und suchte lediglich zur Paarung und Eiablage das Wasser auf. //[mawi]//

Medizin Allergiker müssen sich auf einen massiven Pollenflug einstellen.

Pollenallergiker müssen sich in diesem Frühjahr auf besonders starke Belastungen einstellen. Wegen des lang anhaltenden Winterwetters werde der Pollenflug erst verspätet, aber dann geballt einsetzen, warnte heute der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) in Aachen. Der Pollenflug komme spät, aber mit Macht. Während in milden Wintern die Blüte von Hasel und Erle oft schon im Januar beginnt, verzeichneten die Messstationen in diesem Jahr erst Mitte Februar vereinzelt Pollen in der Luft. //[mawi]//
15.03.2010

Medizin Bananen könnten die Aids-Medikamente der Zukunft liefern.

Bananen enthalten großen Mengen von Lectin. Das Bananen-Lectin erwies sich in Zell-Versuchen als wirksamer Hemmstoff gegen das Immunschwächevirus HIV, berichten Forscher der Universität von Michigan im "Journal of Biological Chemistry". Offenbar bindet das Lectin an Zuckerketten auf dem Oberflächenprotein gp120 des Aids-Virus. Dadurch, dass das Lectin an das Aids-Virus koppelt, kann das Virus keine neue Zelle infizieren. In Laborversuchen erwies sich das Bananen-Lectin als so wirksam wie die Kombination von zwei herkömmlichen Aids-Medikamenten. Die Forscher sind davon überzeugt, einen neuen, kostengünstigen und viel versprechenden Wirkstoff entdeckt zu haben. Er könnte etwa die Basis für ein Vaginal-Gel bilden, das Frauen vor einer Ansteckung mit HIV schützt. //[mawi]//

Genetik Das Erbgut von Hydra ist entschlüsselt.

Forscher aus Deutschland, Österreich, Japan und den USA haben die Reihenfolge der Bausteine im Erbgut des Süßwasserpolypen Hydra bestimmt. Das Erbgut umfasst 1,2 Milliarden Basenpaare. Mit geschätzten 20.000 Genen sei das Genom ähnlich komplex wie die Genome von Maus und Mensch, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Hydra ist ein beliebter Modellorganismus von Genetikern. Denn die Millimeter bis wenige Zentimeter großen Süßwasserpolypen können sich in fünf Tagen vollständig erneuern und damit theoretisch unendlich alt werden. //[mawi]//

Zoologie Der Wärmesensor von Schlangen nimmt bei Säugetieren Scharfes wahr.

Forscher der Universität von Kalifornien haben den Wärmesensor von Schlangen genauer untersucht. Grubenottern, Boas oder Pythons nutzen dieses sogenannte Grubenorgan für den nächtlichen Beutefang. Vertiefungen am Kopf sind mit zahlreichen Nervenenden durchsetzt. Sie registrieren feinste Temperaturschwankungen. So machen die Schlangen warmblütige Beutetiere auch bei völliger Dunkelheit ausfindig.Im Fachblatt "Nature" berichten die Forscher, dass spezielle Proteine in dem Organ, die sogenannten TRPA1-Kanäle, die Wärmestrahlen aufnehmen und sie in Nervenimpulse umwandeln. Bei Säugetieren hingegen reagierten die TRPA1-Kanäle nur auf chemische Verbindungen. Sie sind Sensoren für scharfe Stoffe, wie sie im japanischen Meerrettich und anderen Senfpflanzen vorkommen. Die Forscher bewerten dieses Ergebnis auch als Beleg für die hohe Anpassungsfähigkeit von sensorischen Systemen in der Evolution. //[mawi]//

Medizin Krebszellen haken sich mit winzigen Tentakeln in Organen fest.

Forscher der Universität von Maryland haben entdeckt, dass Brustkrebszellen feine tentakelartige Ausstülpungen bilden, sobald sie sich vom Haupttumor gelöst haben. Mit diesen könnten sie sich etwa an Blutgefäßwänden festhalten, längere Zeit überleben, um dann in andere Organe einzuwandern. Der Befehl zum Ausfahren der Mikro-Tentakel scheine von einem speziellen Protein zu kommen, dem sogenannten Tau-Protein, berichten die Forscher im Fachblatt "Oncogene". In Tests habe eine Blockade des Tau-Proteins dazu geführt, dass die Tentakel in sich zusammenfielen. In Laborversuchen zeigte sich auch, dass bestimmte Krebsmedikamente das Wachstum der Tentakel fördern und so möglicherweise zur Metastasenbildung beitragen. Dieses Phänomen wollen die Forscher jetzt genauer untersuchen. //[mawi]//

Raumfahrt Phobos offenbart sich als rundlicher Klumpen mit kleinen Kratern.

Die Raumsonde "Mars Express" habe bei ihrem nahen Vorbeiflug am Marsmond die bislang detailreichsten Bilder von Phobos aufgenommen, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esaheute in Paris mit. Die Bilder ließen vermuten, dass Phobos an einigen Stellen hohl sei. Einige Aufnahmen zeigen auch die Stelle, an der eine für 2011 oder 2012 geplante russische Mission landen soll. "Mars Express" hatte sich Anfang März bis auf knapp 70 Kilometer Phobos angenähert. Forscher erhoffen sich von den Mars-Express-Daten auch neue Erkenntnisse über die Entstehung des Mondes. So ist bislang unklar, ob er gleichzeitig mit dem Mars entstand - oder später. //[mawi]//

Neurowissenschaft Eine Überraschung zieht alle Konzentration auf sich.

Forscher der Vanderbilt Universität in Nashville haben die Hirnaktivität von Menschen beobachtet, die auf einem Bildschirm Buchstabenreihen nach dem Buchstaben X absuchen sollten. Ein plötzlich eingeblendetes Gesicht lenkte sie kurzfristig ab. Anschließend übersahen die Versuchsteilnehmer die nächsten Xe. Erst nach einer Weile steigerte sich wieder ihre Leistung auf das Niveau vor dem Überraschungsmoment. Offenbar könne das Gehirn sich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren, es müsse zwischen ihnen hin- und herschalten, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Neuroscience". Es dauere dann eine Weile, bis die volle Aufmerksamkeit wieder auf eine Sache fokussiert ist. //[mawi]//
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