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22.03.2010

Chemie Atombombenversuche hinterlassen ihre Spuren im Wein.

Das Alter eines Weines lässt sich an der Menge radioaktiven Kohlenstoffs ablesen, der aus Atomexplosionen stammt. Je nach Jahrgang der Trauben finden sich unterschiedliche Mengen des radioaktiven Isotops Kohlenstoff-14 im Wein, berichteten australische Forscher von der University of Adelaide auf der Jahrestagung der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft. Die Wissenschaftler hatten 20 australische Rotweinsorten aus den Jahren 1958 bis 1997 auf ihre C14-Werte untersucht. Diese Daten verglichen sie mit atmosphärischen Proben. Anhand des Verhältnisses der Kohlenstoff-Isotope C12 und C14 im Alkohol konnten sie das Alter der Weine exakt bestimmen. Experten gehen davon aus, dass im Hochpreissegment bis zu fünf Prozent der Weine gefälscht sind. Die Jahrgangsbestimmung könnte helfen, Konsumenten vor Fälschungen zu schützen. //[mawi]//

Quelle: University of Adelaide

Paläontologie In Marokko haben Forscher Fußabdrücke von Dinosauriern gefunden.

Geowissenschaftler der Technischen Universität Bergakademie Freiberg sind bei Grabungen im marokkanischen Hohen Atlas auf Hunderte Saurierspuren gestoßen. In diesem Gebiet seien offenbar vor 230 Millionen Jahren die Ursaurier entstanden, aus denen sich später die Dinosaurier entwickelten. Die Spuren stammten zum Teil von Arten, von denen bislang noch nie Fährten gefunden wurden. Mehr als 500 Abdrücke im Stein seien bislang ausgegraben worden und insgesamt 60 Meter Saurierfährten werden nun in den kommenden Monaten analysiert. Nach Angaben der Bergakademie Freiberg stießen die Forscher zudem auf Höhlensysteme von etwa 30 Zentimeter großen Ur-Reptilien. //[mawi]//

Raumfahrt Vier junge Europäer wollen einen Marsflug simulieren.

Zwei Franzosen, ein Belgier und ein Italiener sind in der engeren Auswahl für den gut 500 Tage dauernden Langzeitversuch am Moskauer Institut für biomedizinische Probleme, der im Sommer beginnen soll. Das teilte die europäische Raumfahrtbehörde Esa heute im niederländischen Noordwijk mit. Zwei der vier Kandidaten werden an dem Experiment teilnehmen können. Drei russische sowie ein chinesischer Teilnehmer sind bereits gesetzt. Bei dem Experiment werden ein 250-tägiger Flug zum Mars, ein 30-tägiger Aufenthalt auf dem Mars sowie ein 240-tägiger Rückflug zur Erde simuliert. //[mawi]//

Technik Schweizer Physiker haben den kleinsten Laser der Welt gebaut.

Der Laser ist 30 Mikrometer lang, acht Mikrometer hoch und sendet Licht mit einer Wellenlänge von 200 Mikrometern aus. Damit sei der Laser bedeutend kleiner als das von ihm emittierte Licht, teilte die Eidgenössische Technische Hochschule ETH in Zürich mit. Kernstück des Lasers ist – nicht wie sonst üblich ein optischer - sondern ein elektrischer Resonator. Er besteht aus zwei halbkreisförmigen Kondensatoren, die durch eine Spule miteinander verbunden sind. Die Bauteile bildeten einen elektronischen Schwingkreis. Darin werde das Licht eingefangen und zu elektromagnetischen Schwingungen angeregt, teilte die ETH mit. Ziel der Zürcher Forscher ist die Entwicklung von elektro-optischen Chips für einen schnellen Datenaustausch auf Mikroprozessoren. //[mawi]//

Quelle: ETH Zürich

Wettbewerb Eines von sieben Jahrtausend-Problemen gilt jetzt offiziell als gelöst.

Vor zehn Jahren hat das US-amerikanische Clay Mathematics Institute in Cambridge insgesamt sieben Millionen Dollar ausgelobt. Das Institut wollte damit die Lösung von sieben Jahrtausend-Problemen der Mathematik vorantreiben. Jetzt will das Institut die erste Million auszahlen: an den russischen Mathematiker Grigorij Perelman. Es erkennt damit den Beweis der so genannten Poincaré-Vermutung als richtig an, den Perelman zwischen November 2002 und Juli 2003 im Internet veröffentlicht hat. Offen allerdings ist, ob Perelman das Preisgeld annehmen wird. Er lebt zurückgezogen in St. Petersburg und scheut öffentliche Auftritte. Die Fields-Medaille, die als Nobelpreis der Mathematik gilt, war Perelman im Jahr 2006 zugesprochen worden. Er nahm sie nicht an. //[mawi]//

Quelle: New Scientist

Paläoanthropologie Der Urmensch pflegte schon vor 3,6 Millionen Jahren den aufrechten Gang.

Das legen die Ergebnisse biomechanischer Experimente nahe, die US-amerikanische Forscher von der University of Arizona durchführten. Sie ließen Versuchspersonen über einen Sandweg laufen – einmal im Schimpansengang und dann aufrecht - nach Menschenart. Die Forscher analysierten die Spuren. Das Ergebnis: Liefen die Versuchspersonen in geduckter Haltung nach Schimpansenart war die Zehenpartie tiefer im Sand eingesunken als die Ferse. Dieses Abdruckprofil habe sich als nicht identisch mit dem den Trittspuren von drei Exemplaren des //Australopithecus afarensis// erwiesen, die in Laetoli in Tansania gefunden worden waren, schreiben die Forscher im Fachblatt "PLoS One". Vor 3,6 Millionen Jahren seien zumindest schon die drei Urmenschen aufrecht gelaufen, die ihre Spuren in der Vulkanasche im tansanischen Laetoli hinterlassen hatten. Aus den insgesamt 70 Fußabdrücken lasse sich ablesen, dass sich die Urmenschen damals mit einer Geschwindigkeit von zwei bis vier Stundenkilometern fortbewegten. //[mawi]//

Quelle: http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0009769

19.03.2010

Physik Turbulenzen in Röhren lassen sich zähmen.

Werden Flüssigkeiten durch Röhren gepresst, können Wirbel entstehen. Diese zu überwinden, kostet viel Energie. Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und der Harvard-Universität in den USA haben jetzt einen Weg gefunden, diese Wirbel zu unterdrücken: Sie spritzen in eine Wasserröhre in regelmäßigen Abständen zusätzlich Wasser. Diese Wasserstrahlen führten zu einem insgesamt ruhigeren Strom im Rohr. In der Folge sinkt der Energieaufwand für die Wasserpumpen, so die Wissenschaftler. Die Einsparung ist größer als die zusätzliche Energie, die für die Wasserspritzen benötigt wird. Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Forscher aus Göttingen mit den Turbulenzen in Pipelines beschäftigt. Sie stellten fest, dass sich die Wirbel nach einiger Zeit wieder von selbst auflösten. Seitdem suchten sie nach einer Technik, um diese Zeitspanne zu verkürzen. //[gät]//

Biologie Samen von Drohnen bekämpfen sich noch im Leib der Königinnen.

Das schreiben Forscher der Universität Kopenhagen im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten wissen wollen, ob sich der Konkurrenzkampf der Männchen bei der Fortpflanzung nach der Begattung fortsetzt. Bienenköniginnen paaren sich – wie auch Ameisenköniginnen – nur einmal im Leben und speichern den Samen dann. Die Forscher stellten fest, dass die Männchen dem Samen eine zweite Substanz beimischen, die den Samen anderer Männchen noch im Leib der Königin angreift. Allerdings nicht für lange: in der Samentasche der Königin, in der sie die Keimzellen der Drohnen speichert, endet der Konkurrenzkampf: Die Biene sondert ihrerseits ein Sekret ab, das die aggressiven Substanzen der Männchen neutralisiert. //[gät]//

Medizin Resistente Tuberkuloseerreger breiten sich weltweit aus.

Davor warnt die Weltgesundheitsorganisation. Nach Angaben der WHO starben 2008 150.000 Menschen an schwer behandelbarer Tuberkulose, zwischen 400.000 und 500.000 steckten sich an. Die Hälfte der Fälle registrierte die Organisation in China und Indien. Zu den weiteren Schwerpunkten zählen Russland und Tadschikistan. Die WHO appelliert an alle Länder, die Suche nach neuen Behandlungsmethoden zu verstärken. //[gät]//

Physik Die erste dreidimensionale Tarnkappe funktioniert.

Sie kann ein mikrometergroßes Objekt im infraroten Licht verbergen. Die Technik wird von Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie und Kollegen aus Großbritannien in "Science" vorgestellt. Die Wissenschaftler verstecken das winzige Objekt unter einem feinen, quasi spiegelnden Teppich. Auf die dabei entstehende Beule platzierten sie ein Metamaterial aus vielen, eng gestapelten Polymerstäbchen. Die beugen das Licht so, dass der Spiegel im infraroten Licht eben erscheint. Mit Hilfe von Metamaterialien ist es Forschern bereits in der Vergangenheit gelungen, elektromagnetische Wellen so um ein Objekt herumzuleiten, dass es nicht zu entdecken war. Bis jetzt funktionierte diese Technik jedoch nur zweidimensional, und bei deutlich längeren Lichtwellen. Um auch im sichtbaren Licht zu funktionieren, müssten die Polymerstäbchen noch deutlich kürzer sein. Eine praktische Arbeit verfolgen die Forscher mit ihrer Arbeit nicht. //[gät]//

Astronomie In den Ringen des Saturns geht es turbulent zu.

Jeden Tag prallen Eisbrocken aufeinander. Kleine Monde zerren an Staub und Steinen, und immer wieder schießt ein stellares Geschoß durch die äußeren Ringe und verschwindet wieder im All. Darauf deuten Aufnahmen der Raumsonde Cassini hin, die von einem internationalen Wissenschaftlern ausgewertet und mit den Daten der Voyager-Mission verglichen wurden. Sie zeigen, dass sich die Eigenschaften der Ringe sehr schnell ändern, zum Teil sogar in Tagen. Die Forscher vermuten, dass es ähnlich wie in dem Ringsystem des Saturn auch in einem entstehenden Sonnensystem zugeht. //[gät]//

Biologie Nicht die Gene allein machen das Individuum einzigartig.

Es sind vor allem die Eiweiße, die das Ablesen der Gene steuern. Das berichten Forscher des Europäischen Molekular-Biologischen Laboratoriums in Heidelberg gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Yale und Stanford in "Science". Das Forscherteam hatte zum ersten Mal das Erbgut einzelner Menschen miteinander verglichen und dabei untersucht, wie die Teile der DNS zwischen den Genen das Ablesen und Umsetzen der Informationen beeinflussen. Dabei entdeckten sie, dass bis zu einem Viertel der Gene individuell unterschiedlich abgelesen werden. Die Varianz der Gene selbst ist deutlich kleiner. //[gät]//
18.03.2010

Biologie Schwangere sind vergesslich.

Das ist das Fazit einer Studie von Forschern des Institute for Health Research, die auf der Jahrestagung der Society of Endocrinology in Manchester vorgestellt wurde. Im Laufe der Schwangerschaft geht das räumliche Erinnerungsvermögen von Frauen demnach stark zurück. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der veränderte Hormonspiegel während der Schwangerschaft bestimmte Regionen im Gehirn beeinträchtigt, die für die Erinnerung zuständig sind. Die genauen Zusammenhänge seien jedoch noch unklar. Den Forscher zufolge setzt die Erinnerungsschwäche im vierten Schwangerschaftsmonat ein und dauert bis drei Monate nach der Geburt an. //[mst]//

Quelle: Society for Endocrinology

Astronomie Astronomen entdecken einen Exoplaneten mit moderaten Temperaturen.

Denn auf Corot-9b liegen die Temperaturen zwischen -20 und 160 Grad Celsius. Damit sei es erstmals gelungen einen Planeten bei einem fernen Stern aufzuspüren, der den Planeten unseres Sonnensystems weitgehend ähnele, berichtet ein Internationales Astronomenteam im britischen Fachblatt "Nature". Der Exoplanet kreist um eine Sonne im Sternbild Schlange, die rund 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Corot-9b ist etwa so groß wie Jupiter und umrundet seinen Stern im nahezu gleichen Abstand wie Merkur unsere Sonne. Die meisten der mehr als 400 entdeckten Exoplaneten umkreisen ihre Sterne hingegen in weitaus geringeren Abständen. Dementsprechend hohe Temperaturen herrschen dort. //[mst]//

Astronomie Ur-Quasare sind staubfrei.

Astronomen aus Kopenhagen haben mit Hilfe des Weltraumteleskops "Spitzer" einen Quasar fotografiert, in dessen Zentrum sich ein Schwarzes Loch befindet. Wie sie im Fachblatt "Nature" berichten, sei dieses gut sichtbar, weil sich in der Umgebung des Quasars offenbar kein kosmischer Staub befindet. Daher vermuten sie, dass sich dieser Quasar in einer sehr frühen Phase seiner Entwicklung befindet. Quasare sind extrem ferne Galaxien am Rand des sichtbaren Universums, die kurz nach dem Urknall entstanden sind. In ihrem Zentrum befindet sich ein Schwarzes Loch. Da dieses Materie einsaugt, bildet sich eine extrem heiße, rotierende Materiescheibe, die sehr intensiv Licht abstrahlt, welches Teleskope registrierten können. //[mst]//

Medizin Einsame Senioren haben einen hohen Blutdruck.

Das ist das Ergebnis einer 5-Jahres-Studie, die Forscher aus Chicago im Fachblatt "Psychology and Aging" vorstellen. Sie hatten knapp 230 Freiwillige zwischen 50 bis 68 Jahren zu ihrer Selbstwahrnehmung bezüglich Einsamkeit befragt. Bei den Probanden, die sich als einsam eingestuft hatten, stieg in den folgenden Jahren der Blutdruck signifikant an. Andere Faktoren wie Alkoholkonsum, Ernährung, Gewicht oder Stress konnten die Forscher ausschließen. Der Zusammenhang liege in einer übertriebenen Ängstlichkeit bei sozialen Verbindungen. Charakteristisch für Einsamkeit sei der Drang, mit anderen Kontakt aufzunehmen. Da dies stets mit Furcht vor Ablehnung einhergehe, könnte dies die Ursache für physiologische Veränderungen einschließlich des erhöhten Blutdrucks sein. //[mst]//

Quelle: Science Daily

Paläontologie Paläontologen rekonstruieren einen 4 Millionen Jahre alten Haiangriff.

Forscher aus Pisa haben an einem fossilen Delphinskelett zahlreiche Spuren von Haizähnen entdeckt. Wie sie im Fachblatt "Palaeontology" berichten, konnten sie nicht nur den Angreifer identifizieren, sondern anhand der Bissspuren an Rippen, Wirbeln und Kiefer auch die Haiattacke nachzeichnen. Demnach griff der rund vier Meter lange Hai sein Opfer von unten an und überwältigte es gleich mit dem ersten Biss. Ein zweiter Biss nahe der Finne deutet darauf hin, dass das Opfer nach der ersten Attacke bereits tödlich verletzt auf dem Rücken lag, bevor es in die Rückenflosse gebissen wurde. Das rund 4 Millionen Jahre alte Delphinskelett wurde vor mehr als 100 Jahren im norditalienischen Piemont ausgegraben und lag seit dieser Zeit in einem Turiner Museum. //[mst]//

Quelle: Alphagalileo

Naturschutz In Europa ist ein Drittel der Schmetterlinge gefährdet.

Das geht aus der aktuellen Ausgabe der Roten Liste hervor, die die Weltnaturschutzunion IUCN im Auftrag der Europäischen Union veröffentlicht hat. Demnach hat der Verlust vieler Lebensräume ernste Auswirkungen auf Europas Schmetterlinge, Libellen und andere Insekten. Neun Prozent der Schmetterlinge und 14 Prozent der Libellen sind in Europa vom Aussterben bedroht. Bei rund einem Drittel der Europäischen Schmetterlingsarten gehen die Populationen zurück. Nur die Hälfte der Arten sei stabil, gerade einmal vier Prozent weisen steigende Populationen auf. //[mst]//
17.03.2010

Biologie Japanische Forscher haben eine Impfmücke gezüchtet.

Sie setzen damit eine alte Idee um: nämlich die plagende Eigenschaft von Mücken umzukehren, indem der Stich keinen Krankheitserreger überträgt, sondern einen Impfstoff. Im Fachmagazin "Insect Molecular Biology" berichten die Wissenschaftler davon, wie sie das Erbgut der Mücke genetisch verändert haben. Die transgenen Tiere produzieren nun in ihrem Speichel den Impfstoff gegen die Krankheit Leishmaniose. Bei ersten Versuchen führten Stiche der Mücke zu einer zunehmenden Zahl der Antikörper gegen den Erreger. Die Immunreaktion gleicht der einer herkömmlichen Impfung. Die fliegenden Impfspritzen werfen allerdings ethische Fragen auf, denn einmal losgelassen, würden Menschen und Tiere unkontrolliert geimpft. //[tj]//

Medizin Partydroge Meth schädigt das Gehirn von Ungeborenen.

Frauen, die Methamphetamin konsumieren, riskieren schwere Hirnschäden ihres Kindes. Das ist das Ergebnis einer im Fachblatt "Journal of Neuroscience" veröffentlichten Studie. Methamphetamine - die unter Namen wie Meth, Crystal oder Crystal Meth angeboten werden, - richten bei Ungeborenen noch schlimmere Hirnschäden an als Alkohol und bewirken schwere Verhaltens- und Lernstörungen. Das sagte die Studienautorin Elizabeth Sowell. Mit der Magnetresonanztomografie waren die Hirnaktivitäten von 61 Kindern untersucht worden. 21 von ihnen waren vor der Geburt Rauschmitteln ausgesetzt. Bei Kindern, deren Mütter Meth alleine oder zusammen mit Alkohol konsumiert hatten, war im Gehirn der Nucleus caudatus deutlich reduziert - jene Region, die für Lernen, Erinnerung und motorische Kontrolle zuständig ist. //[tj]//

Quelle: Journal of Neuroscience

Biologie Nur das Original zählt.

Männliche Fleckenlaubenvögel können die Stimmen von einem Dutzend anderer Vogelarten und sogar Menschen nachahmen. Wie die Vögel ihre Lautkopien erwerben, war lange unklar. Schottische Forscherinnen haben dies nun aufgeklärt. Sie zeichneten die Stimmen von Flecklaubenvögeln auf, während diese Rufe und Gesänge von Keilschwanzweihen und Schwarzkehl-Krähenwürgern nachmachten. Die Analyse der Aufnahmen ergab: Fleckenlaubenvögel imitieren grundsätzlich nur Originalstimmen. Sie lernen die Imitation nicht von Ihresgleichen. Über die Frage, weshalb bestimmte Vögel andere Arten nachahmen, können die Forscherinnen nur spekulieren. Ihre Vermutung: Die Fleckenlaubenmännchen wollen sich mit unkonventionellem Balzgesang voneinander abheben. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences

Psychologie Markantes Aussehen gilt als gesund.

Die menschliche Partnerwahl ist ein beliebtes Forschungsfeld. Nun haben Wissenschaftler in einer Studie mit 5000 Frauen aus 30 Ländern herausgefunden, dass Männer mit markanten Gesichtszügen von Frauen begehrt werden, die aus Ländern kommen, in denen viele ansteckende Krankheiten und eine niedrige Lebenserwartung herrschen. Offenbar werden maskuline Gesichtszüge mit Gesundheit und damit auch robustem Nachwuchs gleichgesetzt. In Ländern mit guten Gesundheitsbedingungen werden eher Männer mit femininen Zügen gewählt. Die weichere Physiognomie - so schreiben britische Forscher in den "Proceedings of the Royal Society B" - werde offenbar als zuverlässiger und fürsorglicher wahrgenommen. //[tj]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

Medizin Wer die Pille einnimmt, stirbt nicht früher.

Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Langzeitstudie der britischen Universität von Aberdeen. Dafür wurden seit Ende der 60er-Jahre mehr als 46.000 Frauen beobachtet, die mit der Antibabypille verhüten. Zwar sei bei ihnen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zu Beginn der Einnahme angestiegen, dann aber wieder gesunken, vor allem bei Frauen nach dem 50. Lebensjahr. Die Ergebnisse - so betonten die britischen Forscher - gelten allerdings nur für die erste Generation der Antibabypille. Über heutige Präparate geben sie keine Auskunft. //[tj]//

Astronomie Die erste Wetterkarte vom Jupitersturm ist fertig.

Die Europäische Südsternwarte hat mit dem Very Large Telescope und anderen bodengebundenen Großteleskopen neue Wärmebilder vom Jupiter aufgenommen. Sie zeigen Wirbeln warmer Gase und kälterer Regionen im Großen Roten Fleck. Der Große Rote Fleck ist der größte seit Jahrhunderten aktive Sturm des Sonnensystem und nimmt auf der Jupiteroberfläche so viel Platz ein wie drei Erden nebeneinander. Aufgrund detailreicher Bilder konnten die Forscher jetzt eine Wetterkarte des gigantischen Sturms erstellen. Offenbar ist der Große Rote Fleck nicht - wie lange gedacht - ein Oval ohne großartige innere Struktur. Die neuen Ergebnisse zeigten vielmehr, dass es sich um ein höchst komplexes Gebilde handelt. Es konnte erstmals nachgewiesen werden, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Temperatur, Wind, Druck und chemischer Zusammensetzung einerseits und der Färbung des roten Flecks andererseits gibt. Die Zentralregion des Flecks, die intensiv rot-orange gefärbt ist, sei drei bis vier Grad wärmer als ihre Umgebung. Die gesamte Auswertung der Ergebnisse wird in der Fachzeitschrift "Icarus" erscheinen. //[tj]//

Quelle: ESO

16.03.2010

Psychologie Die Freude am Tanzen scheint angeboren zu sein.

Schon im Säuglingsalter reagieren Kinder mit rhythmischen Körperbewegungen auf Musik, haben Psychologen der britischen Universität York beobachtet. Sie hatten Kinder im Alter von fünf bis 24 Monaten mit verschiedenen Geräuschkulissen beschallt: mit Stimmen von Erwachsenen, Trommelrhythmen oder Mozarts Kleiner Nachtmusik. Das Ergebnis: Die Kleinkinder reagierten besonders stark auf Musik und passten ihre Körperbewegungen an Takt und Tempo der Stücke an. Es sei eher der Rhythmus und weniger die Melodie, was eine Reaktion auslöse, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Sie beobachteten zudem, dass die rhythmische Körperbewegung die Stimmung der Kinder aufhellte: Je besser sie ihre Bewegung mit der Musik in Übereinstimmung bringen konnten, desto mehr lächelten sie. //[mawi]//

Medizin Immunzellen schicken Krebszellen aufs Abstellgleis.

Zellen besitzen Schutzprogramme, die sie davor bewahren, außer Kontrolle zu geraten und sich ungebremst zu teilen. So wird bei Zellen mit gravierenden genetischen Fehlern das Selbstmordprogramm gestartet, die Apoptose. Berliner Forscher haben jetzt entdeckt, dass absterbende Krebszellen Zellen des Immunsystems anlocken. Diese sogenannten Fresszellen räumen die toten Krebszellen ab. Sie setzen aber auch Nachrichtenstoffe frei, darunter den Botenstoff TGF-beta. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass Krebszellen in der Nachbarschaft, bei denen das Selbstmordprogramm nicht gestartet wurde, zumindest ruhig gestellt werden. Der Botenstoff startet das Seneszenz-Programm. Das bedeutet: Die Krebszellen haben noch Stoffwechsel, sie teilen sich aber nicht mehr und sind also auch keine akute Bedrohung mehr. Die Berliner Forscher hoffen, praktischen Nutzen aus dem Fund ziehen zu können. Krebsmedikamente zielen häufig darauf ab, Zelltod auszulösen. Häufig sind Krebszellen aber resistent. Möglicherweise lassen sich resistente Krebszellen aber gezielt aufs Abstellgleis - in die Seneszenz schicken. Entsprechende Wirkstoffe müssen noch entwickelt werden. //[mawi]//

Medizin Bonner Forscher wollen Alzheimer ausbremsen.

Entzündungsreaktionen im Gehirn und die Ablagerung von Proteinklumpen aus Beta-Amyloid sind wichtige Faktoren für ein Fortschreiten der Alzheimerschen Erkrankung. Belege für diese Annahme haben Bonner Neurowissenschaftler im Tierversuch an Mäusen gefunden. Und sie konnten belegen, dass der höhere Spiegel des Botenstoffs Noradrenalin im Gehirn entzündungshemmend wirkt. Gleichzeitig fördere Noradrenalin den Abbau von Beta-Amyloid, schreiben die Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen im Fachblatt "Pnas". Der Noradrenalin-Spiegel lässt sich erhöhen, indem eine Nordadrenalin-Vorläufer-Substanz als Medikament gegeben wird. Die Forscher wollen testen, ob sich auch beim Menschen mithilfe des Medikamentes das Fortschreiten der Alzheimerschen Erkrankung verlangsamen lässt. //[mawi]//

Zoologie Wirbeltiere gingen viel früher ans Trockene als gedacht.

Die ersten Landwirbeltiere eroberten schon 20 Millionen Jahre früher das Festland. Darauf deutet der Fund eines fossilen Amphibienschädels in Pennsylvania hin. Die Untersuchung des Fossils ergab: //Fedexia striegeli// lebte schon vor etwa 300 Millionen Jahren auf dem Land – und damit 20 Millionen Jahre früher als die ältesten bisher entdeckten landlebenden Amphibien der gleichen Familie. Fedexia, berichten die Forscher des "Carnegie Museum of Natural History" in Pittburgh, lebte fast ausschließlich an Land und suchte lediglich zur Paarung und Eiablage das Wasser auf. //[mawi]//

Medizin Allergiker müssen sich auf einen massiven Pollenflug einstellen.

Pollenallergiker müssen sich in diesem Frühjahr auf besonders starke Belastungen einstellen. Wegen des lang anhaltenden Winterwetters werde der Pollenflug erst verspätet, aber dann geballt einsetzen, warnte heute der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) in Aachen. Der Pollenflug komme spät, aber mit Macht. Während in milden Wintern die Blüte von Hasel und Erle oft schon im Januar beginnt, verzeichneten die Messstationen in diesem Jahr erst Mitte Februar vereinzelt Pollen in der Luft. //[mawi]//
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