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29.03.2010

Biologie Das Trüffelgenom ist entschlüsselt.

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat das Erbgut des wertvollen Perigordtrüffels //Tuber melanosporum// entschlüsselt. Mit 7500 Genen und rund 125 Millionen Basenpaaren handele es sich um das größte sequenzierte Pilzgenom und unterscheide sich deutlich vom Erbgut anderer - mitunter sehr viel weniger wertvoller Schlauchpilze, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature". Der Perigordtrüffel wird auch "Schwarzer Diamant" genannt, wächst vor allem in Frankreich, Italien und Spanien und gilt weltweit als Delikatesse. Insbesondere aus China werden Trüffel-Imitate exportiert, die dem Perigordtrüffel Konkurrenz machen. Zehn typische Erbgutschnipsel sollen in einer Gen-Datenbank registriert werden, um echte Perigordtrüffel künftig sicher identifizieren zu können. //[mawi]//

Biologie Testosteron-Doping hinterlässt Spuren im Körper.

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Dresden haben Auswirkungen von Testosteron-Doping auf den Hormonhaushalt bei jungen Bodybuildern untersucht. Sie stellten fest, dass im Hoden der Sportler weniger Inhibin B produziert wurde, wenn sie mit Testosteron gedopt hatten. Die Einnahme von Testosteron bewirke einen deutlichen Abfall des Hormons Inhibin B über einen längeren Zeitraum, berichten die Forscher im "Clinical Journal of Sport Medicine". Mit bisherigen Methoden können nur kurzfristige hormonelle Veränderungen gemessen werden, das neue in Dresden entwickelte Verfahren erfasse eine Art Langzeit-Dopinggedächtnis. Vor allem bei Wettbewerben im Breitensport könne der Test für effektivere Dopingbekämpfung sorgen. //[mawi]//

Botanik Eine neue Tomaten-Kreuzung verspricht reiche, süße Ernte.

Forscher aus den USA und Israel haben zwei Tomatenpflanzen gekreuzt, die genetisch beinahe identisch sind. Eine Pflanze wies aber an einer einzigen Position im sogenannten SFT-Gen eine Veränderung, eine Mutation auf. Das "Single Flower Truss"-Gen ist für die Produktion des Eiweißstoffes Florigen verantwortlich. Die neue Kreuzung produziere mehr Blüten und auch Früchte als herkömmliche Tomatenpflanzen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Zudem habe sich die Pflanze als widerstandsfähig erwiesen: Sie gedieh problemlos sowohl an der Hebräischen Universität in Jerusalem als auch am Cold Spring Harbour Institut bei deutlich niedrigeren New Yorker Temperaturen. Die Forscher wollen jetzt untersuchen, ob entsprechende Kreuzungen bei anderen Nutzpflanzen auch den Ertrag steigern. //[mawi]//

Medizin Ein Antibiotikum kann das Leben von Aids-Patienten verlängern.

Das belegt eine Studie mit 3200 HIV-Infizierten in Uganda und Simbabwe. Die Patienten, deren Immunsystem durch das Aidsvirus stark geschwächt war, begannen eine Medikamenten-Therapie gegen das HI-Virus. Patienten, die zusätzlich zu den Aids-Medikamenten auch das Antibiotikum Cotrimoxazol täglich vorbeugend einnahmen, hatten in den ersten drei Monaten ein um 59 Prozent niedrigeres Risiko zu sterben, berichten britische und französische Mediziner im Fachblatt "The Lancet". Die Mediziner empfehlen, Cotrimoxazol in Afrika zusammen mit der antiretroviralen Therapie einzusetzen, um so Lungenetzündungen und Parasiten-Infektionen wie Toxoplasmose oder Malaria vorzubeugen. Das Medikament verursache wenige Nebenwirkungen, sei preiswert und habe sich als sehr effektiv erwiesen. //[mawi]//

Medizin Ein Implantat gegen die Gicht hat sich bei Mäusen bewährt.

Die Gicht ist eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die durch einen zu hohen Harnsäurespiegel verursacht wird. Ein europäisches Forscherteam um Martin Fussenegger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat einen Bioprozessor zu Behandlung der Krankheit entwickelt. Das Implantat besteht aus drei Komponenten: Ein Sensor misst die Harnsäurekonzentration und alarmiert bei zu hohen Werten einen zweiten Baustein. Dieser regt Zellen an, das Enzym Urat-Oxidase zu produzieren und so den Harnsäurespiegel zu senken. Das von Algengelantine umschlossene Implantat enthalte rund zwei Millionen genetisch veränderte Zellen, habe einen Durchmesser von 0,2 Millimetern und könne jederzeit wieder entfernt werden, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Biotechnology". Erste Versuche mit Mäusen hätten viel versprechende Ergebnisse geliefert: Die Harnsäurekonzentration im Blut der Tiere sei auf ein normales Niveau zurückgegangen und auch die Harnsäurekristalle in den Nieren hätten sich aufgelöst. An Menschen ist das Implantat noch nicht erprobt worden. //[mawi]//

Geografie Der Rhein ist 90 Kilometer kürzer als gedacht.

Aufgefallen ist es einem Kölner Wissenschaftler. Der Biologe Bruno Kremer von der Universität Köln stieß bei Recherchen über den Rhein auf den Fehler. In Schriften aus dem frühen 20. Jahrhundert sei die Länge des Flusses von den Alpen bis zur Nordsee noch mit 1230 Kilometern angegeben worden. In modernen Lexika aber sei nun von 1320 Kilometern die Rede. Ein banaler Zahlendreher hat - irgendwann um das Jahr 1920 - den Rhein länger gemacht, als er wirklich ist. Behörden und Verlage haben bereits angekündigt, fortan die korrekte Rhein-Länge von 1230 Kilometern zu verbreiten. //[mawi]//
26.03.2010

Paläontologie Auch auf der Südhalbkugel der Erde lebten einst Tyrannosaurier.

In der Kreidezeit waren sie die größten Fleischfresser: Tyrannosaurus rex. Fünf Meter hoch, 13 Meter lang und bis zu sieben Tonnen schwer durchstreiften sie die Dinosaurierzeit. Allerdings nur auf der Nordhalbkugel. Im Süden der Erde fanden Paläontologen bis jetzt kein erhaltenes Fossil, weder vom rex, noch von einem Verwandten. Da aus der Kreidezeit gleichmäßig viele Fossilien auf der Welt gefunden wurden, standen die Forscher vor einem Rätsel, warum darunter keine Reste des T rex waren. Wissenschaftler aus Australien konnten jetzt zumindest die Hüfte eines Ahnen dieses Fleischfressers ausgraben. Wie sie im Fachblatt "Science" schreiben, war das Tier allerdings kleiner: Es wurde nur drei Meter hoch, wog 80 Kilogramm, und lebte 40 Millionen Jahre früher. Damit gibt es den Beweis, dass es zumindest Vertreter der Art auch im Süden gab. Warum bis heute keine Exemplare des großen Tyrannosaurus Rex gefunden wurden, erklärt diese Entdeckung jedoch nicht. //[gät]//

Meteorologie Der Monsun trägt Asiens Industrieabgase in die Stratosphäre.

Das schreiben Forscher aus Kanada, den USA und Großbritannien im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten aus Satellitendaten entnommen, dass jedes Jahr zur Monsunzeit der Anteil von Blausäure in den hohen Luftschichten stark zunimmt. Mit Hilfe von Computerberechnungen konnten sie nachweisen, dass dieses Spurengas nur durch die Winde während der Monsunzeit in diese Luftschichten getragen wird. Neben der Blausäure tragen die Aufwinde auch Schadstoffe wie Ruß, Schwefeldioxid oder Stickoxide in die Stratosphäre. Die Partikel verteilen sich rund um den Globus und verweilen dort zum Teil Jahre, so die Forscher. Welche Folgen sie dort haben, sei noch nicht abzuschätzen. //[gät]//

Medizin Aggressive Krebszellen tarnen sich als Lymphknoten.

Die wuchernden Zellen umgeben sich mit einem Gewebe, das weiße Blutkörperchen anzieht, berichten Forscher der École Polytechnique Fédérale de Lausanne in "Science". Die Tarnschicht der Krebszellen besteht dabei aus dem Eiweiß CCL21. Es spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum von Organen und aktiviert weiße Blutkörperchen. Die Krebszellen nutzen das Eiweiß jedoch nicht nur zur Tarnung: Sie programmieren die Immunabwehr des Körper so um, dass er die wuchernden Zellen für einen Teil des eigenen Gewebes hält, und nicht mehr angreift. Die Forscher hoffen, ihr Wissen zu Verbesserung von Krebstherapien anwenden zu können. //[gät]//

Ökologie Pflanzen beeinflussen gezielt die Nahrungskette zum eigenen Vorteil.

Davon sind Forscher aus den USA und Japan überzeugt. Die Wissenschaftler weisen in "Science" darauf hin, dass es für Pflanzen drei Wege gibt, sich gegen Fressfeinde zur Wehr zu setzen: Schnelles Wachstum, stachelige Blätter und Substanzen, die Fleischfresser herbeilocken. Seidenpflanzen setzen dabei auf zwei der drei Möglichkeiten: Um sich der Blattläuse zu erwehren, sondern sie einen Stoff ab, der Marienkäfer anlockt. Während die die Blattläuse dezimieren, gedeihen die Seidenpflanzen. Gleichzeitig kurbelt dieser Stoff das Wachstum der Pflanzen an. Die Forscher ziehen aus ihrer Beobachtung den Schluss, dass der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft prinzipiell überdacht und auf die Strategien der Pflanzen besser abgestimmt werden sollte. //[gät]//

Informationstechnik Forscher aus Karlsruhe und Frankfurt haben die sparsamste Datenverarbeitung konstruiert.

Der Rechner arbeitet den Angaben der Wissenschaftler des Karlsruhe Instituts für Technologie und der Goethe-Universität in Frankfurt zufolge drei bis viermal sparsamer als der bisherige Rekordhalter der Universität Stanford. Die Forscher erzielten diese Leistung, indem sie auf sparsame Prozessoren aus Netbooks setzten. Die Festplatten ersetzten sie durch Solid State Disks, Festkörperspeicher, die mit deutlich weniger Energie auskommen und die Daten schneller ein- und auslesen sollen als die Platten. Die Forscher vermuten, dass sich in der Computertechnik noch Energie in großem Maße sparen ließe. Forschern der Boston University ist unterdessen der Schritt zu einer noch sparsameren Technik gelungen: Sie setzten auf das mechanische Prinzip, entwickelt von Charles Babbage, im 19. Jahrhundert. Ihr erster logischer Schalter arbeitet allerdings im Nano-Maßstab. Er ist knapp 300 Nanometer klein, und kann durch einen kurzen Stromstoß in einen eindeutigen Zustand versetzt werden. Der Schalter ist zwar langsamer als ein rein elektronischer, verbraucht aber deutlich weniger Energie, schreiben die Wissenschaftler in "Nano Letters". //[gät]//
25.03.2010

Astronomie Im Universum ist der Großteil der älteren Galaxien bislang noch unentdeckt.

Bis zu 90 Prozent der sehr weit von der Erde entfernten Galaxien könnten bislang übersehen worden sein. Das vermuten Astronomen in der Fachzeitschrift "Nature". Sie suchten mit dem "Very Large Telescope" in zwei Schritten nach Galaxien im Universum. Zuerst verwendeten sie die herkömmliche Methode, das bedeutet, sie suchten nach einem gewissen Spektrum ultravioletten Lichts, nach der sogenannten Lyman-Alpha-Strahlung. Bei sehr weit entfernten, alten Sonnensystemen erreicht das Licht allerdings häufig nicht die Erde. Im zweiten Schritt forschten die Astronomen mit einer Spezialkamera nach Strahlen einer anderen Wellenlänge, die Hydrogen-Alpha genannt werden. Auf diese Weise konnten sie zahlreiche Galaxien entdecken, die bislang übersehen wurden. //[tj]//

Psychologie Wer bei den Schularbeiten Musik hört, ist nicht weniger konzentriert.

Musikwissenschaftler der Technischen Universität Dortmund haben in einer Studie mit Schülen im Alter von 15 bis 17 Jahren herausgefunden, dass diejenigen, die ihre Lieblingsmusik während der Schulaufgaben hören, genauso leistungsfähig sind wie diejenigen, die still arbeiten. Musik – so das Resümee der Forscher – werde heutzutage von jugendlichen Konsumenten noch nicht einmal als Hintergrundmusik wahrgenommen. Die Allgegenwärtigkeit von Musik in der Umwelt habe regelrecht zu einer "Hornhaut auf den Ohren" von Jugendlichen geführt. //[tj]//

Geologie Vor Afrika wurde ein riesiger Unterwasser-Erdrutsch entdeckt.

Als ob in den Alpen Lawinen abgehen und bis nach Kiel rutschen – so müsse man sich die Dimensionen der gerade entdeckten Rutschung vorstellen, erläuterten Kieler Meeresforscher den Fund. Sie hatten südlich der Kanarischen Inseln Hinweise auf einen Unterwasser-Erdrutsch gefunden, der vermutlich vor rund 2000 Jahren geschah. Damals glitten Schuttmassen vom afrikanischen Kontinent ab und bewegten sich über 900 Kilometer durch den Ozean. Sie bedecken rund 150 000 Quadratkilometer, das ist die Hälfte der Fläche Deutschlands. Überraschend für die Forscher vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften ist die klimatische Umwelt der entdeckten Rutschung. Sie hat sich offenbar in einer klimatisch relativ stabilen Zeit ereignet. Lange war man davon ausgegangen, dass massive Erdrutsche in Zeiten abgehen, wenn der Meeresspiegel deutlich steigt. //[tj]//

Biologie Nach sieben Monaten erkennen wir Glück und Wut an der Stimme.

Schon Babys erkennen menschliche Stimmen und können die mit dem Stimmklang übermittelten Emotionen wahrnehmen. Ein internationales Forscherteam hat bei Experimenten mit vier und sieben Monate alten Kindern festgestellt: spätestens mit sieben Monaten unterschiedet sich die Gehirnaktivität je nachdem, ob das Kind menschliche Stimmen oder andere Geräusche hört. Außerdem reagieren zu diesem Zeitpunkt auch die für Emotionen zuständigen Hirnregionen, wenn eine Stimme Glück oder Wut transportiert, nicht aber wenn eine neutrale Stimme vorherrscht. Die Erkenntnis, dass Kinder schon im Alter von sieben Monaten Emotionen wahrnehmen und auf Stimmen weitgehend wie Erwachsene reagieren – so schreiben die Forscher im Fachmagazin „Neuron“- könnte dabei helfen, Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern früher zu entdecken. //[tj]//

Zoologie Zugvögel futtern dunkle Beeren gegen Reisestress und Reisekrankheiten.

Vor ihrem Aufbruch in den Süden fressen Zugvögel extreme Mengen an dunklen Beeren, die besonders reich an Oxidationshemmern sind. Auf diese Weise können aggressive Sauerstoffverbindungen – sogenannte freie Radikale – im Körper kein Unheil anrichten. Die Reisediät beugt vor allem Entzündungen und Stress vor. US-amerikanische Forscher haben dies herausgefunden, nachdem sie beobachtet hatten , dass Zugvögel, die normalerweise nur Insekten und Körner fressen, bei einem Zwischenstopp zum Winterrevier ungeheuer große Mengen an dunklen Beeren verschlangen: pro Tag bis zum Dreifachen ihres Körpergewichtes. Die Analyse der bevorzugten zwölf Beerenarten, darunter die Apfel-, Holunder- und Lorbeeren, ergab, dass alle einen hohen Gehalt an Oxidationshemmern enthalten. Das berichteten die Forscher auf einer Tagung der American Chemical Society. //[tj]//
24.03.2010

Geophysik Enceladus' Schneekanonen haben eine enorme Reichweite.

In der Südpolregion des Saturnmonds schleudern Geysire regelmäßig explosionsartig mikroskopisch kleine Eispartikel bis ins Weltall. Möglich wird dies durch die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 207 Metern pro Sekunde. Dies reicht aus, um der Anziehungskraft des Mondes zu entkommen, berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg. Sie hatten die Daten des Staubdetektors der Cassini-Sonde untersucht. Die schnellsten Teilchen landen demzufolge sogar auf dem E-Ring des Saturn. Enceladus ist von seinem Planeten rund 238.020 Kilometer entfernt. Die langsameren Teilchen hingegen bleiben auf dem Mond und schweben als Schnee zum Boden zurück. Auf diese Weise wächst die Schneeschicht auf Enceladus pro Jahr um einen halben Millimeter. //[mst]//

Quelle: MPG

Biologie Mistkäfer müssen eine schwierige Entscheidung treffen.

Männchen der Art //Onthophagus taurus// können ihre Energie nur in das Wachstum eines Körperteils stecken: in die Muskelkraft oder in die Hodengröße. Abhängig sei dies von der Fortpflanzungsstrategie, berichten Forscher in den Mitteilungen der britischen Royal Society. Demnach entwickeln gehörnte Männchen, die aktiv um Weibchen kämpfen, besonders kräftige Muskeln, mit denen sie Konkurrenten im Kampf besiegen können. Ungehörnte Käfer hingegen investieren ihre Kraft in die Hodengröße, was sich auf die Fitness der Spermien auswirkt. Zwar seien ungehörnte Männchen ihren Horntragenden Geschlechtsgenossen körperlich unterlegen, jedoch lassen sie keine Gelegenheit aus, dennoch ein Weibchen zu begatten. Gelingt ihnen dies, setzen sich ihre Spermien gegen die der muskulösen Männchen durch. //[mst]//

Quelle: Proceedings of the Royal Society B

Archäologie Forscher entwickeln eine schonende Methode zur Altersbestimmung von Relikten.

Bislang mussten Forscher für die sogenannte Radiokohlenstoffdatierung jeweils Proben des zu bestimmenden Objekts entnehmen. US-Wissenschaftler haben diese auch als C14-bekannte Methode weiter entwickelt, ohne dass Knochen, Leder oder Holzproben entnommen werden müssen. Wie sie auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Chemie mitteilten, wird dabei das Artefakt in einer Kammer platziert, die ein Plasma enthält. Dieses führt den Forscher zufolge zu einer Oxidation der Reliktoberfläche. Dabei entsteht das für die Altersbestimmung benötigte Kohlendioxid, ohne jedoch das Objekt zu beschädigen. Bei ersten Tests an Holzkohle, Leder und Knochen lieferte die neue Methode genauso gute Ergebnisse wie die bisherige Radiokarbonmethode, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: scienceticker

Biologie Der Klimawandel verschiebt die Lebensräume von Pflanzen.

Das ist das Fazit einer Studie von Forschern der Universität Bonn, die in den Proceedings der Royal Society vorgestellt wird. Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie viele Pflanzenarten unter den heutigen Klimabedingungen in unterschiedlichen Regionen der Erde vorkommen. Die Daten übertrugen sie anschließend auf 18 verschiedene Klimawandelszenarien für das Jahr 2100. Dabei sahen sie, dass Arten vor allem dort neuen Lebensraum finden könnten, wo es heute noch kühl und feucht ist. Verbreitet werden die meisten Arten über internationale Transportsysteme, selbst in scheinbar unzugängliche Gebiete wie die Arktis. Demnach würden Industrieländer mit hohem Treibhausgasausstoß wie Deutschland sogar von einer Zunahme der Pflanzenvielfalt profitieren. In ärmeren Südländern dagegen dürfte die Pflanzenvielfalt zurückgehen. //[mst]//

Quelle: Royal Society

Biologie Das südlichste Korallenriff der Welt verblasst.

Aufgrund des Anstiegs der Wassertemperatur um zwei Grad Celsius haben die Korallen vor der Lord-Howe-Insel, rund 600 Kilometer östlich von Sydney entfernt, zum ersten Mal einen Großteil ihrer Farbenpracht verloren. Das warme Wasser strömte australischen Forschern zufolge aus tropischen Bereichen rund um das Great Barrier Reef, das weltweit größte Korallenriff an der australischen Ostküste, nach Süden. Wenn Korallen ausbleichen, stoßen sie die Algen ab, die sonst für ihre Färbung sorgen. Kühlt sich das Wasser wieder relativ rasch ab, kann ein Korallenriff überleben. Um sich von einer schweren Bleiche zu erholen, brauchen Korallenriffe unter Umständen aber Jahrzehnte. //[mst]//
23.03.2010

Zoologie Raupe lebt in zwei Welten.

Einige Raupenarten auf Hawaii können sowohl unter Wasser als auch auf dem Land leben – und sich in beiden Umgebungen völlig normal entwickeln. In jedem Fall werden sie zu einem Falter. Damit sind diese amphibischen Arten einzigartig unter den Insekten, schreiben die Entdecker der Raupen von der Universität Honululu im Fachblatt "PNAS". Der Grund für dieses einmalige Phänomen sei unklar, erklären die Biologen. Es sei aber ein weiteres Zeichen für die herausragende Stellung der Tier- und Pflanzenwelt auf dem isolierten Archipel Hawaii. //[reu]//

Geologie Experten befürchten weiteren Vulkanausbruch in Island.

Nach dem Ausbruch vom Wochenende glauben englische Geowissenschaftler, dass es nun auch zur Eruption eines Nachbarvulkans kommen könnte. Ein Ausbruch am Eyjafjallajökull sei in der Vergangenheit oft der Auslöser gewesen für eine Eruption des Vulkansystems Katla in direkter Nachbarschaft, erklärte ein Forscher der Universität Newcastle. Ein Ausbruch des Vulkans Katla sei schon lange überfällig. Feiner Staub könnte dadurch so hoch in die Atmosphäre gewirbelt werden, dass eine Beeinträchtigung des Flugverkehrs möglich wäre. //[reu]//

Raumfahrt Raumgleiter für Touristen absolviert ersten Testflug.

Das kommerzielle Raumschiff "Space Ship Two" des US-Unternehmens Virgin Galactic ist gestern zum ersten Mal in die Luft befördert worden. Über der kalifornischen Mojave-Wüste wurde es auf einem Trägerflugzeug in eine Höhe von rund 14.000 Metern gebracht, dort aber nicht abgekoppelt. Der erste Alleinflug soll bei späteren Tests erfolgen. Das private Raumschiff bietet Platz für zwei Piloten und sechs Passagiere. Ab dem Jahr 2012 sollen die ersten kommerziellen Flüge starten – zu einem Preis von rund 200.000 Dollar pro Person. //[reu]//

Raumfahrt Briten gründen Weltraumbehörde.

Großbritannien wird am 1. April eine neue Behörde ins Leben rufen, die sich den nationalen Plänen zur Erforschung des Weltalls widmen soll. Sie wird den Namen „UK Space Agency“ tragen, kurz UKSA. Diese Behörde soll Forschungsvorhaben koordinieren und das Budget für alle Weltraumprojekte Großbritanniens planen. Zunächst soll sie sich auf jene Bereiche konzentrieren, die mit der Europäischen Weltraumbehörde Esa zu tun haben. //[reu]//

Neurowissenschaft Körperdrehung aktiviert Hirnzellen.

Wenn ein Mensch sich um die eigene Achse dreht, dann werden dabei ganz spezielle Gehirnzellen aktiv, je nachdem, ob es sich um eine Links- oder Rechtsdrehung handelt. Das haben Wissenschaftler aus den USA und Israel herausgefunden. Sie hatten Epilepsie-Patienten untersucht, denen im Vorfeld einer Gehirnoperation Messelektroden eingepflanzt worden waren. Die Sensoren erfassten die Aktivität von rund 1400 Nervenzellen, während sich die Testpersonen in ein Computerspiel durch eine virtuelle Stadt bewegten. Dabei konnten sie ihr Ziel auf einer Route erreichen, die entweder links oder rechts herum gekrümmt war. In der Gehirnregion des Entorhinalen Cortex fanden die Forscher aus Philadelphia für beide Richtungen eigene Nervenzellen. Von dort fließt die Information zum Hippocampus, wo das Wissen, das für die Orientierung nötig ist, zu einer Art inneren Landkarte zusammen gefaßt wird. //[reu]//

Kunst Das "letzte Abendmahl" wurde immer üppiger.

Über die vergangenen 1000 Jahre sind die Abbildungen des "letzten Abendmahls", das Jesus Christus im Kreis seiner Jünger abhält, immer kalorienhaltiger geworden. So habe die Größe des Hauptgerichts im Verlauf von 1000 Jahren um gut 70 Prozent zugenommen, das Brot um rund 25 Prozent und die Tellergröße um knapp 65 Prozent. Die Maler hätten in den Bildern auch immer die Essgewohnheiten ihrer eigenen Zeit einfließen lassen, schreiben Forscher von der Cornell University im Fachblatt "International Journal of Obesity". //[reu]//
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