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03.04.2009

Astronomie Die Sonne präsentiert sich weitgehend fleckenlos.

Sonnenflecken sind dunkle und damit kühlere Stellen auf der sichtbaren Oberfläche der Sonne; ihre Zahl ist ein Hinweis auf die Aktivität im Inneren des Zentralgestirns. Normalerweise nehmen die Flecken in einem Rhythmus von elf Jahren ab und wieder zu; derzeit sollte ihre Zahl nach dem letzten Minimum wachsen. Tatsächlich dauert das Minimum jedoch noch an: Bis zum 31. März konnten Astronomen auf der sichtbaren Oberfläche der Sonne an 78 von 90 Tagen keine Flecken entdecken. Das ist die niedrigste Zahl seit 1913. Forscher werten das als einen Hinweis auf eine etwas schwächere Aktivität im Inneren der Sonne. Weitere Hinweise sind, dass die Helligkeit der Sonne geringfügig abgenommen hat, und dass Messungen der Raumsonde Ulysses zufolge der Druck des Sonnenwindes seit rund 20 Jahren schwächer wird. Wie lange das Sonnenflecken-Minimum noch andauern wird, ist offen: Astronomen vermuten, dass es ähnlich lange dauern könnte wie 1913 oder 1901 – das wäre dann noch ein Jahr länger. Zwischen 1650 und 1700 dauerten die Sonnenflecken-Minima sogar noch länger. //[gät]//

Planetologie Der Saturnmond Titan ähnelt am ehesten einem Ei.

Der Mond ist nicht rund, sondern an den Polen stark abgeplattet. Gleichzeitig ist die zum Ringplanet zeigende Äquatoroberfläche 400 Meter weiter vom Mond-Mittelpunkt entfernt als die Rückseite des Titan. Das ist das Ergebnis von Radarmessungen der Raumsonde Cassini, deren Ergebnis ein Wissenschaftlerteam aus den USA in „Science“ vorstellt. Wie die Forscher weiter schreiben, erkläre die ungewöhnliche Form, warum Methanseen vorzugsweise in den hohen Breitengraden auftreten: Der Methanspiegel des Titan sei überall gleich weit vom Mondkern entfernt. Weil der Mond aber an den Polen etwas weniger dick ist, könnten sich auf der Oberfläche flüssige Methan-Seen bilden. Die Wissenschaftler vermuten, dass Titan früher enger und schneller um den Saturn kreiste, was seine Form erklären würde. Warum sich der Mond vom Planeten entfernte, ist jedoch unklar. //[gät]//

Biologie Herzmuskelzellen erneuern sich im Laufe der Zeit.

Ob sich Herzmuskelzellen erneuern können oder nicht, darüber streiten Mediziner seit langem. Forscher aus Schweden legen jetzt im Fachblatt „Science“ ein Argument für die Erneuerungsthese vor. Die Wissenschaftler hatten das Alter von Herzmuskelzellen mit Hilfe der C14 Methode analysiert. Dabei machten sie sich einen Nebeneffekt der oberirdischen Atomwaffentest der 50er Jahre zu nutze: die Explosionen schleuderten vermehrt radioaktive C14 Kohlenstoffisotope in die Luft, die dann anschließend in das Erbgut der Menschen eingebaut wurden. Mit der Zeit nahm die Isotopenmenge in der Luft wieder ab. Anhand der im Erbgut einer Zelle vorhandenen Menge des Isotops lasse sich also recht genau feststellen, ob sich die Zelle eines Menschen während seines Lebens erneuert habe oder nicht. Die Untersuchung ergab, dass pro Jahr bei einem 25 Jahre alten Menschen ein Prozent der Herzmuskelzellen ersetzt werden, bei einem 75 Jahre alten Menschen verläuft die Erneuerung nur noch halb so schnell. //[gät]//

Biologie Dohlen verfolgen den Blick des Menschen.

Darauf deuten Experimente hin, deren Ausgang Wissenschaftler aus Cambridge und London im Fachblatt „Current Biology“ beschreiben. Das Team hatte von Hand aufgezogene Dohlen gefüttert, während ein den Tieren fremder Mensch zusah. Die Vögel näherten sich dem Futter daraufhin nur sehr zögerlich. Blickte der Mensch jedoch weg – auch ohne den Kopf zu wenden – widmeten sich die Rabenvögel sofort der Nahrungsaufnahme. Außerdem konnten sie den Blick eines Menschen als Hinweis auf einen versteckten Leckerbissen deuten, so die Forscher weiter. Nach Angabe der Wissenschaftler ist diese Fähigkeit, die Aufmerksamkeit eines Lebewesens anhand seiner Augen festzustellen, unter Tieren einzigartig. Weder Schimpansen noch Hunde seien dazu in der Lage. //[gät]//
02.04.2009

Technik Elektronisch schmilzt es sich schneller.

Physiker der Universität Duisburg-Essen berichten im Fachmagazin „Nature“ von einem völlig neuartigen Schmelzprozess. Sie untersuchen derzeit, wie schnell die Wechselwirkung von Licht und Materie ist. Am Beispiel des Wismut konnten sie zeigen, dass das Element Wismut innerhalb von 190 Femtosekunden schmelzen kann. Dafür wurden die Atome durch einen ultraintensiven und ultrakurzen Laserpuls so stark beschleunigt, dass sich die Kristallstruktur schlagartig auflöste und der Schmelzvorgang begann. Normalerweise braucht Wismut weit über 100 Mal so lange, um zu schmelzen. //[tj]//

Medizin Omega-III-Fettsäuren unterstützen die Krebstherapie.

Omega-III-Fettsäuren haben eine Reihe von positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass sie auch in der Krebstherapie eine unterstützende Wirkung entfalten. Ägyptische Forscher haben die Ergebnisse ihrer Tierexperimente im Fachmagazin „Cell Division“ veröffentlicht. Sie hatten Mäusen, die zu bestimmten spontanen Tumorbildungen wie etwa Brustkrebs neigen, unterschiedliche Mengen der Omega-III-Fettsäure DHA gegeben. Darauf hin bildete sich der Tumor um 40 bis 80 Prozent zurück. Die Fettsäure habe also eine eigenständige Tumor hemmende Wirkung, schlussfolgern die Forscher. In weiteren Versuchen erhielten die Mäuse das Chemotherapie-Medikament „Cisplatin“, das als Nebenwirkung die Niere angreift. Unter Beigabe der Fettsäure DHA war nicht nur die Chemotherapie erfolgreicher, sondern auch die Nierenschädigung deutlich geringer. //[tj]//

Klimaforschung Die bisherigen Klimaschutz-Ziele der EU sind möglicherweise nicht ausreichend.

Zu dem Schluss kam gestern die EU Kommission. Eine Verringerung der CO2-Emissionen in Europa um 30 Prozent werde neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge wohl nicht ausreichen, um die globale Erderwärmung bei zwei Grad zu halten. Bisher strebt die EU bis 2020 eine Reduzierung der Treibhausgase um 20 Prozent an. Mehr Klimaschutz hat unterdessen auch die Umweltschutzorganisation WWF angemahnt. Sie hatte die aktuellen Konjunkturprogramme der großen Industrienationen untersucht. Dabei seien in Deutschland und den USA auch klimafreundliche Investitionen, doch das in einem Umfang von nicht mehr als 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der britische Ökonom Nicholas Stern hatte im vergangenen Jahr mindestens zwei Prozent empfohlen. //[tj]//

Neurologie Beim Autismus ist zu wenig Stresshormon im Blut.

Bei gesunden Menschen steigt nach dem Aufwachen das Stresshormon Cortisol sprunghaft an. Vermutlich hilft das Hormon uns dabei geistig und körperlich fit für den Tag zu werden und schnell auf Veränderungen zu reagieren. Bei Menschen, die unter dem so genannten Asperger-Syndrom leiden, einer leichten Form des Autismus, ist das anders. Bei ihnen steigt der Spiegel des Stresshormons morgens nicht an. Dies erkläre, warum Menschen mit dieser Erkrankung selbst kleine Änderungen im Tagesablauf oder ihrer Umwelt schlecht bewältigen können. Das schlussfolgern britische Forscher aufgrund einer Studie an der Universität von Bristol. //[tj]//

Medizin Wasserspender in der Schule helfen gegen Übergewicht.

Über ein Jahr lang hat das Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung 3000 Grundschulkinder begleitet. Für die Hälfte der Kinder wurden Wasserspender aufgestellt, für die andere Hälfte nicht. Das Ergebnis: Nach einem Jahr war die Zahl der übergewichtigen Kinder nur in den Schulen ohne Wasserspender gestiegen, und zwar um zwei Prozent. //[tj]//
01.04.2009

Biologie Küken können kopfrechnen.

Das berichten italienische Psychologen in den "Biology Letters". Demnach sind frisch geschlüpfte Küken in der Lage, große von kleinen Mengen zu unterscheiden. Bei ihren Experimenten legten sie den Tieren fünf Kunststoffeier in den Käfig. Nach drei Tagen versteckten die Forscher abwechselnd einige der Plastikbälle vor den Augen der Küken hinter zwei Trennwänden. Anschließend wählten die Tiere jedes Mal die Wand, hinter der die meisten Bälle lagen. Bei einem weiteren Versuch bewegten die Forscher fünf Gegenstände vor den Augen der Küken zwischen den beiden Trennwänden hin und her, damit sollten Additionen und Subtraktionen vorgenommen werden. Auch dabei entschieden sich die Küken stets für die Trennwand, hinter der die meisten Objekte lagen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Küken schon kurz nach dem Schlüpfen über Rechenfähigkeiten verfügen, so die Forscher. //[mst]//

Biologie Dinosaurier sind keine Giraffen.

Trotz ihrer meterlangen Hälse haben pflanzenfressende Dinosaurier diese wohl nicht benutzt, um von Baumkronen zu fressen. Australischen Paläontologen der Universität von Adelaide zufolge wäre die Kraftanstrengung zu groß gewesen, ihre Hälse wie Giraffen senkrecht zu halten. Bei Computersimulationen sahen die Forscher, dass die Sauropoden die Hälfte ihrer Energie hätten aufbringen müssen, um ausreichend Blut in die langen Hälse zu pumpen. Ein aufrechter Hals sei mit einem enorm hohen Blutdruck verbunden. Es sei daher aus krafttechnischen Gründen wahrscheinlicher, dass die Tiere mit waagerecht über dem Boden gehaltenem Hals fraßen, berichten die Forscher im Fachblatt "Biology Letters". //[mst]//

Medizin Die Hamburger Virenforscherin ist offenbar nicht mit Ebola infiziert.

Knapp drei Wochen nach ihrer Verletzung bei Experimenten mit dem Ebola-Virus zeige die Wissenschaftlerin des Bernhard-Nocht-Instituts weiter keine Symptome der Krankheit, teilte die Uniklinik Hamburg mit. Voraussichtlich könne Ende der Woche Entwarnung gegeben werden. Die Krankheit, die schwere innere Blutungen auslöst und meist in kurzer Zeit zum Tod führt, kann innerhalb von 21 Tagen ausbrechen. Diese Frist läuft Donnerstag ab. //[mst]//

Biologie In den Tropen kommen mehr Mädchen zur Welt als in anderen Breitengraden.

Das ist das Ergebnis einer Studie von amerikanischen Forschern der Universität von Georgia, die sie in den "Biology Letters" der britischen Royal Society vorstellen. Sie hatten die Geburtenraten aus 202 Ländern über ein Jahrzehnt analysiert. Demzufolge waren in Afrika 49,3 Prozent der Neugeborenen weiblich, in Asien und Europa nur 48,6 Prozent. Im weltweiten Maßstab zeige sich, dass der Anteil der männlichen Babys mit der geografischen Breite zunimmt. Ursache könnten Faktoren wie Tageslänge und Temperatur sein. Diese Tendenz lasse sich unabhängig von gesellschaftlichen Unterschieden beobachten, so die Forscher. //[mst]//

Medizin Vegetarier neigen zu Essstörungen.

Das zumindest legt eine Studie amerikanischer Forscher aus Minnesota nahe. Sie befragten 2500 Personen im Alter von 15 bis 23 Jahren zu ihrer Ernährung. Das Ergebnis: Junge Vegetarier ernähren sich zwar gesünder und sind seltener zu dick als jene, die Fleisch essen. Wer auf Fleisch verzichtet, neigt jedoch häufiger zu unkontrollierten Fressattacken. Zudem versuchten ehemalige Vegetarier häufiger ihr Gewicht mit sehr ungesunden Methoden niedrig zu halten, schreiben die Forscher. //[mst]//

Medizin Mediziner lassen Blut auf Knopfdruck gerinnen.

Amerikanische Wissenschaftler haben ein Molekül entwickelt, das sich über Licht aktivieren lässt. Das Molekül funktioniere wie ein Schloss, das auf- oder zugeht, wenn es UV-Licht ausgesetzt ist, teilte die Universität von Florida in Gainesville mit. Die Forscher verknüpften das Molekül mit einem Enzym, welches den Blutgerinnungsprozess mitbestimmt. Mit Hilfe von UV-Strahlen können sie die Aktivität des Enzyms kontrollieren: Ist es aktiv, gerinnt das Blut - ist das Enzym inaktiv, bleibt das Blut flüssig. Die Forscher zeigen sich davon überzeugt, dass sie mit Hilfe dieser Technik zukünftig etwa die Bildung feiner Blutgefäße in der Nähe von Krebsgeschwüren verhindern können. //[mst]//
31.03.2009

Archäologie Nofretete hat ein zweites Gesicht.

In einer tiefer liegenden Schicht der Büste der Nofretete im Ägyptischen Museum haben Forscher vom Imaging Science Institute der Berliner Charité ein verstecktes Gesicht gefunden. Es sei direkt in den Kalksandstein gemeißelt, der den Kern der Büste ausmacht. Demnach haben die ägyptischen Bildhauer diese Grundform mit Gips modelliert und den ästhetischen Vorstellungen der damaligen Zeit vor rund 3300 Jahren angepasst, schreiben die Forscher im Fachblatt „Radiology“. Bei der Untersuchung stießen sie auf mehrere Risse im Material. Konservatoren erhielten so Hinweise, wo sie beim Erhalt der wertvollen Büste ansetzten müssten. Die 1912 bei Ausgrabungen entdeckte Büste der Nofretete stammt aus der Zeit um 1300 vor Christus. //[mawi]//

Astronomie Centaurus A strahlt im Gammalicht.

Ein internationales Team von Astrophysikern hat erstmals hochenergetische Gammastrahlung von einem nahegelegenen aktiven Galaxienkern nachgewiesen. Die Forscher nutzten dazu die Teleskope des „High Energy Stereoscopic System“ in Namibia. Die in Centaurus A nachgewiesene Gammastrahlung sei allerdings so schwach, dass mehr als 100 Stunden Beobachtungszeit notwendig waren, um ein Bild zu erhalten, teilte das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg mit. Gammastrahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Aktive Galaxien sind besonders energiereiche Objekte im Universum. In ihrem Zentrum wird ein supermassives schwarzes Loch vermutet. //[mawi]//

Medizin Mediziner entwickeln einen Test zur Frühdiagnose bei schwarzem Hautkrebs.

Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco haben fünf Proteine identifiziert, die Muttermale in mehr als 90 Prozent der Fälle richtig als gut- oder bösartig unterscheiden können. Wie sie in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften – PNAS – schreiben, hatten sie knapp 700 Leberflecke untersucht, die Hautärzte bei Patienten entfernt hatten. Dabei sahen die Forscher auch, dass sich gut- und bösartige Muttermale nicht nur durch den Anteil an diesen Marker-Proteinen unterscheiden, sondern auch durch deren Verteilung im Leberfleck. Diese Methode ermöglicht eine frühzeitige Behandlung von Patienten mit schwarzem Hautkrebs. Diese Erkrankung - auch malignes Melanom genannt - gilt als aggressivste Form von Hautkrebs. Eine Heilung ist nur bei sehr frühzeitiger Erkennung und sofortiger Behandlung möglich. //[mst]//

Paläoanthropologie Der Homo heidelbergensis war hilfsbereit.

Das geht aus dem Fund eines kindlichen Schädels hervor, den Paläoanthropologen in der Höhle Sima des los Huesos im spanischen Atapuerca ausgegraben haben. Wie sie im Fachblatt PNAS schreiben, stammt der Schädel von einen von Geburt an schwer behindertem Kind. Trotz seines jungen Alters waren seine Schädelnähte größtenteils zusammengewachsen. Da sich die Schädelplatten beim Heranwachsen des Gehirns nicht ausdehnen konnten, stieg der Druck im Inneren. Da ein Kind mit einer solch schweren Behinderung nicht ohne ausreichende Fürsorge überleben kann, gehen die Forscher davon aus, dass sich die Angehörigen intensiv um das Kind gekümmert haben müssen – anderenfalls wäre es nie fünf bis zehn Jahre alt geworden. Der //Homo heidelbergensis// lebte vor rund 600.000 Jahren und gilt als Vorfahr der Neandertaler. //[mst]//

Neurologie Das Nervensystem der Katze regeneriert sich von selbst.

Katzen können Defekte im zentralen Nervensystem reparieren und dadurch Schäden einer neurologischen Erkrankung eindämmen. Wie US-amerikanische Forscher von der Universität von Wisconsin-Madison im Fachblatt PNAS berichten, spielt dabei die Regeneration von Myelin eine entscheidende Rolle, das sich als Lipidmantel um Nervenfasern legt. Auf diese Weise können auch erkrankte Katzen die schnelle Übertragung von Signalen nach und nach wieder gewährleisten. Die Forscher hoffen, mithilfe dieser Erkenntnisse neue Therapieansätze für Erkrankungen bei Menschen zu entwickeln, bei denen die Isolierungen der Nervenfasern zerstört sind. //[mst]//

Biologie Basler Forscher schauen tief ins menschliche Ohr.

Bislang beruhten die morphologischen Kenntnisse der filigranen Strukturen des Innenohrs auf Gewebeschnitten - eine Technik, durch die das Weichgewebe jedoch seine Form verändert. Nun haben Forscher der Universität Basel die Mikrostrukturen der Hörschnecke erstmals tomographisch sichtbar gemacht und berichten darüber im „Journal of Microscopy“. Da bereits kleine Veränderungen des Innenohrs das Hörvermögen beeinträchtigen, sind detaillierte anatomische Kenntnisse notwendig, um Gehörerkrankungen besser verstehen und behandeln zu können, so die Forscher. //[mst]//
30.03.2009

Informationstechnik  Ein großes Computer-Spionagenetz fischt weltweit Daten ab.

Kanadische Wissenschaftler haben ein Spionagenetzwerk entdeckt, das weltweit operiert. In weniger als zwei Jahren seien rund 1300 Rechner in 103 Ländern infiltriert worden. Im Visier der Hacker hätten häufig Außenministerien und andere staatliche Behörden gestanden sowie mehrere Büros des Dalai Lama. Die Spione könnten mit ihrer Software die Räume überwachen, in denen die infizierten Computer stehen. Das von den Forschern so genannte «GhostNet» sei noch aktiv und werde offenbar von China aus gesteuert. Eine Verstrickung der chinesischen Regierung sei aber nicht nachweisbar, betonen die Forscher vom Zentrum für Internationale Studien an der Universität Toronto. //[mawi]//

Paläontologie Salzseen könnten das Massensterben vor 250 Millionen Jahren ausgelöst haben.

Diese These vertritt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin «Proceedings of the Russian Academy of Sciences». In den Salzseen hätten Mikroben gelebt, die große Mengen Halogenkohlenwasserstoffe ausschieden. Diese schädigten wiederum die Vegetation und die Ozonschicht so stark, dass 90 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten ausstarben. Erst nachdem die Salzseen ausgetrocknet waren, habe sich die sich die Umwelt wieder erholen können. In der Übergangszeit zwischen Perm und Trias existierten auf der Erde riesige Salzseen, in der Gegend des heutigen Europas beispielsweise das Zechsteinmeer, das mit 600.000 Quadratkilometern etwa so groß wie das heutige Frankreich war. Die Mikroben aus der Urzeit seien auch heute noch in Salzseen wie dem Toten Meer aktiv. Da sich infolge des Klimawandels verstärkt neue Salzseen bildeten, sei nicht auszuschließen, dass sich das Szenario auf lange Sicht wiederholen könnte, so die Forscher. //[mawi]//

Quelle: DOI: 10.1134/S1028334X09020263)

Umwelt Fisch-Öl im Futter sorgt bei Kühe für eine klimafreundliche Verdauung.

Beim Wiederkäuen stoßen Kühe Methangas aus – und schaden dem Klima. Irische Forscher glauben jetzt ein Gegenmittel gefunden zu haben: Werde dem Futter der Rinder Fischöl beigemischt, produzierten die Tiere weniger Methangase, berichteten Forscher des University College Dublin auf einer Tagung der britischen Gesellschaft für Mikrobiologie. Das Fischöl wirke auf Methan produzierende Bakterien im Pansen der Rinder. Schon ein Anteil von zwei Prozent Fischöl im Futter reiche aus, um die Produktion des Klimagases entscheidend zu reduzieren. Etwa die Hälfte der Methangas-Emissionen der irischen Landwirtschaft stammen von Wiederkäuern – also Kühen, Schafen und Ziegen. //[mawi]//

Biologie Tote Pinguine werden in Chile an die Küste gespült.

Mehr als 800 tote Magellan-Pinguine sind in den vergangenen Tagen an einem Strand im Süden Chiles angespült worden. Die Todesursache liege noch völlig im Dunkeln, betonte ein Behördenvertreter. Auf den ersten Blick gebe es keine Anzeichen, dass die Pinguine in Kontakt mit giftigen Substanzen gekommen seien. Vier Kadaver würden jetzt in einem Institut genauer untersucht, hieß es. Magellan-Pinguine brüten an den Küsten Argentiniens, Chiles, Uruguays und auch auf den Falklandinseln. //[mawi]//

Medizin Ein Ballonkatheter setzt beim Aufdehnen Medikamente frei.

Engstellen oder Verschlüsse in Herzkranzgefäßen werden seit vielen Jahren mit Hilfe eines Ballonkatheters aufgedehnt. Mediziner der Charité Berlin und der Universität des Saarlandes in Homburg haben jetzt einen Ballonkatheter vorgestellt, der beim Aufdehnen ein Medikament freisetzt. Der Wirkstoff Paclitaxel könne innerhalb von Sekunden von der Gefäßwand aufgenommen werden. Der Wirkstoff hemmt das Zellwachstum und soll so langfristig einen erneuten Verschluss des Blutgefäßes verhindern. Bislang werden zur dauerhaften Aufdehnung von Herzkranzgefäßen zumeist beschichtete Gefäßstützen verwendet, die über einen längeren Zeitraum Medikamente freisetzen. Diese so genannten "Stents" erhöhen allerdings das Risiko der Bildung von Blutgerinnseln. //[mawi]//
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