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20.04.2009

Umwelt Blei macht Wolken

Staubteilchen, die das Schwermetall Blei enthalten, sind besonders gute Kondensationskeime, die in den Atmosphärenschichten das Entstehen von Wolken starten. Das Blei gelangt vorwiegend durch das Verbrennen von Kohle und bleihaltigem Benzin in die Luft, berichten Forscher vom Pacific Northwest National Laboratory in Richland im Fachblatt Nature Geoscience. Sie hatten die Wolkenbildung im Labor untersucht und die Kondensation von Wolken an Staubpartikeln mit und ohne Bleianteil beobachtet. Je mehr Bleipartikel vorhanden waren, desto eher bildeten sich Wolken bei höheren Temperaturen und geringerer Luftfeuchte. Die veränderte Wolkenbildung in den vergangenen Jahrzehnten habe weniger Sonnenlicht auf die Erdoberfläche durchgelassen und damit den Planeten gekühlt, schreiben die Forscher. Diese Zunahme an Wolken könnte den Treibhauseffekt dämpfen und Wolken- und Niederschlagsverteilung weiter verändern. Weitere Untersuchungen seien jedoch notwendig. //[mst]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Wandfarbe soll Bakterien unschädlich machen

US-Amerikanische Forscher haben eine neue Art von Stickstoffverbindungen entwickelt, die einen Schimmelpilz, einen Hefepilz, ein Virus und vier Bakterienarten eliminieren sollen. Die chemischen Verbindungen gehören zu den so genannten N-Halaminen und können unter handelsübliche Farbe gemischt und auf die Wand aufgetragen werden. Wie die Forscher der University of South Dakota in Sioux Falls im Fachblatt ACS Applied Materials and Interfaces schreiben, entsteht die keimtötende Wirkung durch Chlor, das nach und nach freigesetzt wird. Die Funktionstüchtigkeit der Farbe hält über ein Jahr an und kann jederzeit wieder aufgeladen werden. Die Wand muss lediglich mit einer Chlorlösung abgewischt werden, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: ACS Publications

Archäologie Archäologen hoffen auf Kleopatras Grab

Am Mittwoch wird ein Grabungsteam in Ägypten Röntgenaufnahmen in bis zu 70 Metern Tiefe an der Stelle zu aufnehmen, an dem die Grabstätte der Königin Kleopatra und ihres Mannes Marcus Antonius vermutet wird. Das teilte der Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung am Sonntag vor Ort im Tempel von Taposiris Magna mit. Dieser liegt rund 50 Kilometer westlich von Alexandria auf einem Hügel und wäre nach Meinung der Experten der beste Ort gewesen, um die Leichname von Kleopatra und dem römischen Feldherrn Antonius zu verstecken. Dort hatten Archäologen im vergangenen Jahr den Kopf einer Statue der ägyptischen Königin entdeckt, zudem eine Maske von Marcus Antonius und 22 Münzen mit einem Abbild Kleopatras. Bis heute ist weder bekannt, wo Kleopatra begraben, noch, ob sie gemeinsam mit ihrem Mann beigesetzt wurde. //[mst]//

Quelle: BBC/ news Agenturen

Medizin Immer mehr Menschen erkranken an chronischer Bronchitis

In Deutschland leiden 8,7 Prozent der Männer und 3,7 Prozent der Frauen über 40 Jahren an einer dauerhaften Lungenerkrankung. Das berichten Mediziner vom Universitätsklinikum Regensburg auf dem Internistenkongress in Wiesbaden. Die chronisch obstruktive Bronchitis gilt als Raucherkrankheit, bei der die Atemwege der Betroffenen verengt werden. Die Patienten leiden unter starker Atemnot. Zudem werde Lungengewebe dauerhaft zerstört. Die Beschwerden könnten zwar mit Medikamenten gelindert werden, der Krankheitsverlauf sei jedoch bislang nicht aufzuhalten. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Psychologie Intelligenz macht erfolgreich

Dies ist das Ergebnis Bonner Wirtschaftspsychologen nach der Auswertung von rund 250 Studien. Demnach seien Intelligenztests ein Erfolg versprechendes Einstellungskriterium, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Bonn. Die Intelligenz eines Mitarbeiters wirkt sich auf vier Teilbereiche des beruflichen Erfolges aus: auf die Arbeitsleistung, die berufliche Lernleistung, das Einkommen und die berufliche Laufbahn. Wenn ein Mitarbeiter unter Berücksichtigung seiner Intelligenz ausgewählt wird, erbringt er demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 80 Prozent eine hohe Arbeits- und Lernleistung – im Vergleich zu 50 Prozent bei herkömmlichen Auswahlverfahren. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Ein genetischer Fehler führt zu Schwerhörigkeit

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Gesundheit und Umwelt in München haben in Mäusen eine bisher unbekannte, genetische Ursache für Schwerhörigkeit gefunden. Die folgenreiche Mutation tritt in der Genklasse der so genannten micro-RNA auf. Der betreffende Genabschnitt beeinflusst die Bildung der Sinneshaarzellen im Ohr. Ist die Gensequenz verändert, werden die Mäuse im Alter schwerhörig, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Genetics. Auch bei schwerhörigen Menschen haben sie dieselbe genetische Veränderung gefunden. Die Forscher hoffen, dass dies ein Ansatz für neue Therapien bei Menschen sein könnte. //[mst]//

Quelle: idw-online

17.04.2009

Umwelt Die Wälder könnten sich zu Kohlendioxidquellen wandeln

Davor warnen Wissenschaftler des Internationalen Verbandes forstlicher Forschungsanstalten. Ein Team des Verbandes hatte im Auftrag der Vereinten Nationen untersucht, wie die Wälder auf die steigenden Temperaturen reagieren werden. Es kam zu dem Ergebnis, dass Dürre und Krankheiten sich häufen dürften – wodurch aus Kohlendioxid verzehrenden Wäldern Kohlendioxid freisetzen werden - vorzugsweise am Äquator. Diese Entwicklung werde voraussichtlich eintreten, wenn die mittlere Temperatur der Erde um rund 2,5 Grad Celsius ansteigt - bezogen auf die Verhältnisse vor der Industrialisierung. //[gä]//

Quelle: dpa/nature

Biologie  Tief unter dem Südpol leben Mikroben ohne Licht, Luft und Wärme

Die winzigen Lebewesen besiedeln eine Wasserblase, die seit rund 1,4 bis vier Millionen Jahren 400 Meter unter dem Eis liegt. In dieser salzigen Umgebung sind die einzigen Rohstoffe, die die Mikroben zum Leben vorfinden, Eisen und Schwefel. Mit Hilfe eines besonderen Eiweißes und Elektronen vom Eisen wandeln die Mikroben Sulfat zu Sulfit um, und gewinnen so Energie für die eigene Existenz, schreibt ein Forscherteam mehrerer Universitäten aus den USA im Fachblatt Science. Die Wissenschaftler waren auf der Suche nach der Ursache für ein besonderes Phänomen der Antarktis: Regelmäßig brechen am Taylor-Gletscher dunkelrot gefärbte Wassermassen hervor. Bislang hatten Biologen Algen als Ursache für diese Färbung angenommen. //[gä]//

Quelle: science/Spiegel/nature/agenturen/new scientist

Medizin Der Jetlag bringt das Schlafzentrum aus dem Takt

Die Folge ist oft eine bleierne Müdigkeit, die sich auch durch viele Stunden Schlaf nicht kurieren lassen will. Forscher der Universität Washington berichten jetzt nach Versuchen mit Ratten im Fachblatt Current Biology, dass die Ursache dafür in den Hirnbereichen zu finden ist, die die unterschiedlichen Schlafphasen koordinieren: Die Zellen, die den Tiefschlaf regulieren, erhalten direkt von den Augen Informationen darüber, ob es Tag ist oder Nacht. Die den REM-Schlaf regulierenden Nerven dagegen richten sich nach anderen Signalen des Körpers. Wird der Tag-Nacht Rhythmus verkürzt – etwa durch einen langen Flug – passen sich zwar die Tiefschlafphasen schnell an; weil den REM-Schlaf steuernden Zellen jedoch die Informationen über Tag und Nacht fehlen, passen sie sich nur langsam dem neuen Rhythmus an. Das Schlafzentrum ist solange aus dem Takt, die Folge: bleierne Müdigkeit. //[gä]//

Quelle: ddp/current biology

Physik Der Hamburger Teilchenbeschleuniger Petra III wird eingemessen

Nach dem ersten erfolgreichen Testlauf wird die leistungsfähigste Synchrotronstrahlenquelle der Welt auf Versuche im Sommer vorbereitet. Am Teilchenbeschleuniger sollen ab 2010 Proteine, Materialien und Werkstücke untersucht werden, die gerade einmal zehn bis 30 Nanometer messen. Petra III ist Teil des Deutschen Elektronen- Synchrotron DESY in Hamburg. Der Beschleuniger entstand aus dem Umbau des 1978 in Betrieb genommenen Rings PETRA, ein Kürzel für Positron-Elektron-Tandem Ring Anlage. Diente diese Anlage einst Teilchenphysikern, soll ihre Nachfolgerin auch Biologen, Chemikern, Umweltforschern und Materialwissenschaftlern dienen. //[gä]//

Quelle: dpa/idw

Umwelt Die Dürre ist in der Sahelzone die Regel, nicht die Ausnahme

Der südliche Rand der Sahara trocknete in den letzten 3000 Jahren mehrfach, zum Teil Jahrhunderte lang aus. Das schreiben Forscher der Universität von Arizona in Science. Die Wissenschaftler hatten die Sedimente des Bosumtwi-Sees in Ghana untersucht. Diese sind sehr deutlich geschichtet - helle und dunkle Zonen folgen dicht aufeinander. Nach Angaben der Forscher hängt die Geochemie der See-Sedimente eng mit dem regionalen Klima zusammen, die Schichten lassen sich daher ähnlich wie Baumringe auswerten. Da sich die Sedimente des Bosumtwi-Sees über lange Zeit ungestört abgelagert haben, können die Forscher mit ihren Analysen 3000 Jahre weit in die Klimageschichte zurückblicken. //[gä]//

Quelle: science

16.04.2009

Biologie Forscher entschlüsseln, wie Parasiten das Immunsystem täuschen

Der Einzeller Trypanosoma brucei löst beim Menschen die Schlafkrankheit aus. Damit die Immunabwehr den Parasiten nicht erkennt, ändert er regelmäßig die Struktur seiner Proteinhülle. Forscher der Rockefeller University in New York haben diesen Tarnungsmechanismus im Labor nachgestellt und berichten darüber im britischen Fachblatt Nature. Demnach basiert der Trick des Parasiten auf einer spontanen Mutation, die offensichtlich vom Organismus selbst ausgelöst wird. Mithilfe dieser Erkenntnisse könnte die Behandlung der Schlafkrankheit verbessert werden, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Nature

Technik In Schweden wurde ein Atomkraftwerk abgestellt

Nach der Entdeckung eines Lecks im Kühlwassersystem ist der schwedische Reaktor Forsmark zwei vorerst abgeschaltet worden. Es bestehe jedoch kein Sicherheitsrisiko für die Umwelt, da nur wenige Tropfen Flüssigkeit aus dem kleinen Leck austräten, erklärte ein Sprecher des Betreiberunternehmens. Bereits 2006 gab es in dem Kraftwerk einen Störfall. Damals führte ein Kurzschluss zur Trennung der Anlage vom Stromnetz und zur automatischen Schnellabschaltung des Reaktors. Die Notkühlsysteme starteten jedoch nicht automatisch. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Medizin Inzucht macht krank

Zu viele Hochzeiten unter nahen Verwandten könnten zum Aussterben der spanischen Habsburger beigetragen haben. Das wollten spanische Genetiker der Universität von Santiago de Compostela überprüfen und haben dazu die Daten von 16 Habsburger-Generationen ausgewertet. Sie errechneten, wie hoch der Inzuchtgrad der rund 3.000 Adeligen war und setzten dazu in Beziehung, was Historiker über deren Gesundheit und die Zahl ihrer Nachkommen wissen. Dabei sahen sie, dass die gesundheitlich stark beeinträchtigten Mitglieder der Habsburger Dynastie aus stark inzestuösen Verbindungen stammen, schreiben die Forscher im Fachblatt Public Library of Science - PloS. //[mst]//

Quelle: PloS ONE

Biologie Ein Hobbyforscher entdeckt die Obamaflechte

Mit Caloplaca obamae wird US-Präsident Barack Obama die Ehre zuteil, Namenspatron einer südkalifornischen Flechte zu sein. Kerry Knudsen, der die Flechte auf der Insel Santa Rosa entdeckte und die Erstbeschreibung nun im Fachblatt Opuscula Philolichenum veröffentlicht, wolle mit diesem Schritt die Unterstützung des Präsidenten für die Wissenschaft würdigen. //[mst]//

Quelle: Opuscula Philolichenum, 6: 37-40. 2009

Umwelt  SPAM -Mails beschleunigen die globale Erwärmung

Das ist das Ergebnis einer Studie des IT-Sicherheitsunternehmen McAfee. Dem Carbon Footprint of E-Mail Spam Report zufolge lag im Jahr 2008 der durch Spam-E-Mails verursachte weltweite Energieverbrauch bei 33 Terawattstunden. Dies entspricht dem Verbrauch von 2,4 Millionen Haushalten in den USA und der Klimagasemission von 3,1 Millionen Pkw. Der Energieverbrauch könnte jedoch um bis zu 75 Prozent reduziert werden, heißt es weiter. Dazu müsste jedes E-Mail-Postfach durch Spam-Filter geschützt werden, die die unerwünschten Nachrichten automatisch löschen. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Medizin Aspirin kann das Risiko einer Hirnblutung erhöhen

Ältere Menschen, die Blutverdünnungsmittel einnehmen haben ein erhöhtes Risiko eine Gehirnblutung zu bekommen. Das berichten Mediziner aus Rotterdam in den Archives of Neurology. Die Forscher hatten rund 1000 Patienten untersucht, die zur Vorbeugung gegen einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall Medikamente zur Blutverdünnung einnahmen. Dabei sahen sie, dass Senioren, die mit solchen Medikamenten behandelt werden, eher zu so genannten Mikroblutungen im Gehirn neigen als die jüngeren Probanden. Dadurch bestehe die Gefahr, dass sich diese Blutungen zu schweren Gehirnblutungen ausweiten, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Eurekalert!

Geologie Satellitenbilder liefern neue Details zum Erdbeben von L’Aquila

Vor zehn Tagen erschütterte ein Erdbeben die italienische Stadt L’Aquila. Wissenschaftler der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Kollegen der Italienischen Weltraumagentur ASI haben dazu die ersten detaillierten Satellitenbilder analysiert. Sie verglichen hoch aufgelöste Radaraufnahmen, die vor und nach dem Erdbeben aufgenommen worden waren. Der Untergrund bewegte sich demnach um bis zu 25 Zentimeter. Rund um das Zentrum des Bebens seien Wellen zu sehen, die sich im Gelände ausbreiten, ganz ähnlich der Wellen im Wasser, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Alpha Galileo

Raumfahrt Chinas Navigationssystem wächst

China hat am Mittwoch seinen zweiten geostationären Satelliten zum Aufbau des Navigationssystems Beidou ins Weltall geschossen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua startete der Satellit an Bord einer Rakete vom Typ Langer Marsch 3C in Xichang im Südwesten des Landes. Bis zur Fertigstellung des Navigationssystems 2015 würden weitere 30 Satelliten benötigt. Noch zehn Satelliten sollen bis Ende kommenden Jahres starten. Das bestehende System deckt laut Xinhua bislang nur China und angrenzende Regionen ab. Beidou soll eine Alternative zum US-System GPS bieten. //[mst]//

Quelle: Agenturen

15.04.2009

Biologie In Dubai wurde erstmals ein Kamel geklont.

Fünf Jahre lang haben Wissenschaftler im arabischen Emirat Dubai versucht, ein einhöckriges Kamel zu klonen. Jetzt hatten sie Erfolg: Am 8. April kam das Klon-Dromedar zur Welt. Das Tier ist den Angaben des Instituts für Kamel-Fortpflanzung zufolge der Klon eines Kamels, das 2005 geschlachtet wurde. Die Forscher entnahmen für ihren Versuch Zellen aus den Eierstöcken des geschlachteten Tieres und pflanzten sie in die entkernte Ei-Zelle eines Ersatz-Muttertieres ein. Ziel der Forschung sei, die Gene von Kamelen, die laufstark sind und hochwertige Milch produzieren, für die Zucht zu erhalten. //[mst]//

Anthropologie Schon die Urmenschen waren schlechte Kletterer.

Das vermuten US-amerikanische Anthropologen nach einer Analyse fossiler Schienbein- und Fußknochen von Hominiden, die vor rund 4,1 bis 1,5 Millionen Jahren gelebt haben. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS berichten, verglichen sie die Beweglichkeit dieser Fußgelenke mit denen heute lebender Schimpansen. Dabei sahen sie, dass die Vertreter von Australopithecus und Homo erectus ihre Fußgelenke ähnlich wie heutige Menschen nur in einem Winkel von bis zu zwanzig Grad nach oben knicken konnten. Schimpansen schaffen dagegen einen Winkel von bis zu 45 Grad. Die Forscher vermuten daher, dass diese Frühmenschen sich nur wenig auf Bäumen aufgehalten haben oder bereits andere Klettertechniken entwickelt hatten. [mst]

Quelle: PNAS

Medizin Stammzelltherapie verbessert Leistung der Bauchspeicheldrüse.

Zu diesem Fazit kommen US-Forscher im "Journal of the American Medical Association". Die Mediziner hatten 23 Patienten mit Diabetes mellitus Typ I Blutstammzellen entnommen. Nach einer Untersuchung und Aufbereitung spritzten sie sie den Probanden wieder. Acht Studienteilnehmer konnten anschließend kurzzeitig und 12 Probanden bis zu vier Jahren auf Insulin verzichten. Die so genannte autologe Stammzelltransplantation sei damit die einzige Therapie, die eine Diabetes mellitus I beim Menschen rückgängig machen könne, so die Forscher. Folgestudien müssten allerdings die Rolle der neuen Therapie noch bestätigen, da bei den Versuchen Nebenwirkungen wie Lungenentzündung, teilweise Unfruchtbarkeit oder Hormonstörungen auftraten. //[mst]//

Medizin Allein der Geschmack von Zucker setzt Kräfte frei.

Das haben Forscher der Universität von Birmingham bei Experimenten mit Radsportlern herausgefunden und berichten darüber im "Journal of Physiology". Die Athleten mussten ein Zeitfahren absolvieren und dabei ihren Mund mit drei verschiedenen Getränken ausspülen, die den Vielfachzucker Maltodextrin, den Einfachzucker Glukose oder ein Placebo enthielten. Das Ergebnis war eindeutig: wer Zucker im Mund hatte, war schneller am Ziel. Die Forscher überwachten auch die Hirnfunktionen der Radfahrer: sobald die Sportler den Energydrink im Mund hatten, stieg die Aktivität in den Hirnregionen an, die für Belohnung und Motorik zuständig sind. Dies deute darauf hin, dass es im Mundraum Rezeptoren für Zucker gibt, die ein Signal direkt an das Gehirn melden, noch bevor der Körper den Zucker tatsächlich aufgenommen hat, so die Forscher. //[mst]//

Biologie Rot steht für unbekömmlich.

Warum die Blätter von Laubbäumen im Herbst leuchtend rot werden, war bislang unklar. Eine mögliche Erklärung: die Bäume warnen damit schädliche Insekten vor unbekömmlichen Giftstoffen. Forscher der Universität Oxford haben für diese Theorie nun einen neuen Hinweis gefunden. Sie verglichen gezüchtete und wilde Apfelsorten. Zuchtäpfel haben im Herbst in der Regel gelbe oder grüne Blätter, Wildäpfel dagegen häufiger rote Blätter. Die Forscher gehen davon aus, dass wilde Apfelsorten sich mithilfe der Warnfarben vor den Insekten schützen; Zuchtäpfel benötigen diese Fähigkeit nicht mehr - die Insektenabwehr übernehmen Insektizide. //[mst]//

Umwelt Mangrovenwälder retten Leben.

1999 verwüstete ein Zyklon die Ostküste Indiens. 10.000 Menschen starben. Indische und britische Forscher haben nun herausgefunden: dort wo Mangrovenwälder die Küste schützten, gab es deutlich weniger Tote als an Küstenabschnitten ohne Mangroven. Für ihre Studie verglichen die Forscher die Opferzahlen von rund 400 Dörfern. Das Ergebnis: Bis zu dreimal mehr Tote gab es in Orten, die der Flutwelle ungeschützt ausgesetzt waren. Ihre Analysen beschreiben die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" - PNAS. //[mst]//

Biologie Der Klimawandel könnte Zugvögel zu längeren Wanderungen zwingen.

Das berichten Forscher der Universität Durham im "Journal of Biogeography". Sie simulierten mit Hilfe von Computermodellen, wo die Brut- und Überwinterungsgebiete von 17 Grasmückenarten am Ende dieses Jahrhunderts liegen könnten, je nachdem wie stark sich der Klimawandel auswirkt. Das Ergebnis: Neun der untersuchten Vogelarten müssten demzufolge bis zu 400 Kilometer weiter als heute fliegen, da sich ihre potentiellen Brutgebiete weiter nach Norden verlagern. //[mst]//
14.04.2009

Biologie Das Ei des Charles Darwin ist wiederentdeckt worden.

Und zwar im Zoologischen Museum der Universität Cambridge. Der Naturforscher Charles Darwin hatte das dunkelbraune kleine Ei eines Steißhuhns aus Uruguay von seiner Reise auf der «Beagle» in den Jahren 1831 bis 1836 mitgebracht. Es handele sich um das einzige bisher entdeckte Ei von Darwins Reise. Darwin hatte auf die Schale seinen Namen geschrieben. Das Ei weist einen Riss auf. Der Museumskurator konnte den Ursprung des Zufallsfundes klären, als er in einem Notizbuch eines mit Darwin befreundeten Professors geschrieben fand: "Der große Mann hat es in eine zu kleine Schachtel gelegt und seitdem ist es in einem traurigen Zustand". //[mawi]//

Biologie Ob Insekt oder Vogel: ähnlich gebaute Tiere nutzen dieselbe Flugtechnik.

Die Körpergröße spiele dabei keine Rolle, schreiben Biologen der Universität North Carolina in Chapel Hill im Wissenschaftsmagazin "Science". Sie hatten die Flugmanöver eines Kolibris, eines Kakadus, einer Fledermaus und von vier verschiedenen Insektenarten gefilmt und dann die Flügelbewegungen bei Flugmanövern analysiert. Alle Tiere wendeten die gleiche Technik an, stellten die Forscher fest: Zwar können die Tiere ihre Flügel nur synchron bewegen, doch die Stärke des Flügelschlags variierte. Bei einer Linkskurve ist bei der Abwärtsbewegung der Flügel der Flügelschlag auf der linken Seite stärker, bei der anschließenden Aufwärtsbewegung erhält hingegen der rechte Flügel mehr Schwung. Diese asymmetrische Bewegung, erhöhe die Stabilität des Flugmanövers und ermögliche es den Tieren, langsam beizudrehen, so die Forscher. Das Flugmodell, das die Forscher entwickelten, könne dazu beitragen, auch die Eigenschaften künstlicher Fluggeräte zu verbessern, schreiben die Forscher in Science. //[mawi]//

Medizin  Ägypter nutzten schon vor mehr als 5000 Jahren Kräuterwein…

... und zwar als Medizin. US-amerikanische Forscher der Universität von Pennsylvania in Philadelphia fanden Spuren von Pflanzenextrakten in Weinkrügen aus der Zeit um 3150 vor Christus. Die Gefäße stammen aus dem Grab von Serket I., einem der ersten Pharaonenherrscher. Analysen deuten darauf hin, dass der Wein neben Trauben unter anderem Melisse, Koriander, Minze und Salbei sowie Pinienharz enthielt. Dass solche Beimengungen über die Jahrtausende beibehalten wurden, zeigt die Untersuchung einer Amphore, die im südägyptischen Gebel Adda entdeckt wurde und etwa aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert stammt. Darin stießen die Archäologen ebenfalls auf Spuren von Pinienharz sowie von Rosmarin. Im Fachblatt PNAS schreiben die Forscher, Kräutermixturen seien wohl schon rund 1300 Jahre früher medizinisch genutzt worden als bislang angenommen. Die ersten schriftlichen Belege auf Papyri reichen nur zurück bis in die Zeit um 1850 vor Christus. //[mawi]//

Biologie Auf Borneo leben mehr Orang-Utans als angenommen.

In den Wäldern auf der indonesischen Insel Borneo haben Umweltschützer Tausende Orang-Utans entdeckt. Im Dezember bereits stieß eine Expedition der US-Naturschutzorganisation "Nature Conservancy in den Kalksteinbergen der Provinz Ost-Kalimantan auf typische Schlafplätze, wie Orang Utans sie aus Ästen und Blättern bauen. Möglicherweise lebten bis zu 5000 Borneo-Orang-Utans in der Region, vermuten die Naturschützer. Auf den ersten Kontakt mit der Zivilisation reagierten die Affen ungehalten. Das Männchen einer Orang-Utan-Familie habe Äste abgebrochen, und das Forscherteam mit ihnen beworfen. Verhandlungen mit den örtlichen Behörden, das Gebiet in Ost-Kalimantan zum Schutzgebiet für Orang-Utans zu erklären, hätten bereits begonnen. Orang-Utans sind durch Waldrodungen und den Bergbau vom Aussterben bedroht. Weltweit soll es nur noch 60.000 Orang-Utans geben. Die meisten leben in Indonesien. //[mawi]//
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