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23.04.2009

Astronomie Forscher entdecken ein Himmelsobjekt aus der Frühzeit des Universums

Astronomen der Carnegie Institution in Washington beschreiben ihren Fund im Astrophysical Journal. Das Objekt hat ihren Angaben zufolge einen Durchmesser von 55.000 Lichtjahren und ist damit etwa halb so groß wie die Milchstraße. Worum es sich bei dem Himmelskörper handelt und woraus er besteht, wissen die Forscher noch nicht. Aus der Schwäche der empfangenen Signale schließen sie, dass das Licht 12,9 Milliarden Jahre brauchte, um zur Erde zu gelangen. Das Objekt stammt also aus einer Zeit, zu der das Universum erst 800 Millionen Jahre alt war. //[seyn]//

Quelle: Agenturen

Umwelt  Ein Teil des Great Barrier Reefs hat sich erholt

Ungeachtet des Klimawandels hat sich ein fast völlig zerstörter Teil am südlichen Ende des australischen Riffs innerhalb von nur zwölf Monaten erholt. Das sagte ein Sprecher der Behörde zur Erhaltung des Great Barrier Reefs der Nachrichtenagentur AFP. Normalerweise dauert es bis zu zehn Jahre, bis ein abgestorbenes Riff durch herangespülte Larven von entfernten Korallen wieder besiedelt wird. Die schnelle Erholung des Riffabschnitts sei auf eine seltene Kombination perfekter Bedingungen zurückzuführen, so der Sprecher. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich das Korallenwachstum vor der australischen Küste verlangsamt. Verantwortlich dafür ist nach Expertenansicht das durch den Klimawandel wärmere und durch den verstärkten Kohlendioxid-Eintrag saurere Wasser. Das Great Barrier Reef nimmt eine Fläche von fast 350.000 Quadratkilometern ein, und bildet die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Welt. //[seyn]//

Quelle: AFP

Psychologie Fernsehserien vertreiben die Einsamkeit

Das ist das Ergebnis von vier Studien, die Forscher der Universität von Buffalo und der Miami University im Fachmagazin Journal Of Experimental Social Psychology veröffentlicht haben. Die Wissenschaftler fanden in Befragungen heraus, dass sich ihre Probanden weniger einsam fühlten, wenn sie ihre Lieblingssendungen schauten. Ebenso half es gegen Einsamkeit, über die eigene Lieblingsserie zu schreiben. Offen bleibe weiterhin, betonen die Forscher, inwieweit Fernsehserien das Bedürfnis nach Gesellschaft tatsächlich erfüllen können oder dieses Bedürfnis nur zeitweise unterdrücken. Wer aber für einige Zeit aus bestimmten Gründen kaum soziale Kontakte pflegen könne, finde in den Fernsehserien durchaus Ersatz, so die Forscher. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

Umwelt  China nimmt ein Drittel seiner eigenen Kohlendioxid-Emissionen wieder auf

Forscher aus Peking haben ermittelt, wie viel Kohlendioxid die chinesischen Landökosysteme der Atmosphäre entnehmen. In der Fachzeitschrift Nature schätzen sie, dass die von der Vegetation in den vergangenen zwanzig Jahren aufgenommene Kohlendioxidmenge in etwa 28 bis 37 Prozent des landesweiten Kohlendioxidausstoßes entspricht. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, hatten die Forscher Atmosphären- und Ökosystemmodelle sowie Daten zur Biomasse und dem Kohlenstoffgehalt verschiedener Böden ausgewertet. Ihren Untersuchungen zufolge stellt der Nordosten Chinas durch die Zerstörung von Vegetation sowie Waldrodungen eine Kohlenstoffquelle dar. Dagegen nimmt der Süden Chinas durch großangelegte Aufforstungsprogramme, den regionalen Klimawandel und Naturschutzmaßnahmen deutlich mehr Kohlendioxid auf als er abgibt. //[seyn]//

Quelle: Nature doi:10.1038/nature07944

Biologie Ein neues Mittel tötet auch resistente Malaria-Parasiten

Britische Forscher haben einen Wirkstoff entwickelt, der an ein bestimmtes Enzym des gefährlichsten Malaria-Erregers Plasmodium falciparum bindet und dieses ausschaltet. Ohne das Enzym Dihydroorotat-Dehydrogenase kann der Parasit nicht wachsen und stirbt. Wie die Forscher im Journal Of Medicinal Chemistry schreiben, wirkt die Chemikalie auch gegen Parasiten, die schon Resistenzen gegen andere Wirkstoffe entwickelt haben. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

Medizin Der intensive Gebrauch von Ibuprofen erhöht das Risiko für Alzheimer

US-Amerikanische Forscher hatten die Wirkung nichtsteroidaler Antirheumatika wie Ibuprofen und Naproxen bei etwa 2700 älteren Probanden über zwölf Jahre hinweg untersucht. Zu Beginn der Studie waren die Testpersonen durchschnittlich 75 Jahre alt. Bei denjenigen, die einen sehr hohen Verbrauch dieser Medikamente hatten, erhöhte sich das Risiko an einer Demenz zu erkranken um 66 Prozent gegenüber Probanden, die nur wenige oder gar keine Schmerzmittel einnahmen. Als Probanden mit einem sehr hohen Verbrauch definierten die Forscher alle Testpersonen, die innerhalb einer Zwei-Jahres-Periode etwa 70 Prozent der Zeit mit Nichtsteroidalen Antirheumatika behandelt wurden. Die Forscher veröffentlichten ihre Studie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Neurology. Ihre Ergebnisse widersprechen bisherigen Erkenntnissen, denen zufolge Medikamente wie Ibuprofen und Naproxen eine Alzheimer-Erkrankung verhindern können. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

22.04.2009

Biologie Das menschliche Ohr hat einen eingebauten Verstärker

Winzige zusammengerollte Membranen, die auf den Haarzellen unserer Ohren sitzen, sorgen dafür, dass wir auch leise Töne deutlich wahrnehmen können. Das haben Forscher der University of Utah herausgefunden. Der Hörverstärker im Ohr funktioniert ganz ähnlich wie ein elektrischer Verstärker, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Plos One" der "Public Library of Science". Die so genannten Stereozilien bewegen sich angeregt durch den leisen Ton vor und zurück und erzeugen dabei Elektrizität. Das elektrische Signal wiederum wird im Gehirn wahrgenommen.

Quelle: Wissenschaft.de/Newswise

Ernährung Wer fettreiche Fischfilets isst, schützt sein Herz

Davon sind Forscher der Harvard Medical School überzeugt. Sie begleiteten 40.000 schwedische Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren über sechs Jahre hinweg. Dabei werteten sie Informationen über die Ernährung der Probanden aus, und darüber wie oft diese eine Herzinsuffizienz entwickelten. Das Risiko für Herzinsuffizienzen, war bei den Probanden, die einmal pro Woche Lachs oder andere fette Fischarten zu sich nahmen, um zwölf Prozent geringer, als bei einer Diät ohne fettreichen Fisch. Hinweise auf diesen Zusammenhang sind nicht neu, bislang hatte es aber keine groß angelegte Langzeitstudie gegeben. Die Forscher berichten über ihre Studie im Fachblatt "European Heart Journal".

Quelle: EurekAlert

Naturschutz Afghanistan weist seinen ersten Nationalpark aus

Der neue Band-i-Amir Nationalpark umfasst ein Gebiet mit sechs Bergseen. Vor der Herrschaft der Taliban war die Region in der Mitte des Landes ein beliebtes Touristenziel. Dort leben bis heute Wölfe, Alpensteinbock, Urial-Schafe und der afghanische Schneefink, der vermutlich nur in Afghanistan vorkommt. Die US-amerikanische Hilfsorganisation USAID finanzierte die Forschung, die zur offiziellen Ausweisung des Nationalparks nötig war. Die lokale Bevölkerung soll in die Entscheidungen zum Schutz des Parks einbezogen werden.

Quelle: AP/Eurekalert

Zoologie Vitaminmangel treibt Chamäleons in die Sonne

Das entdeckten amerikanische Forscher, als sie Pantherchamäleons mit Vitamin-D-angereicherter Nahrung fütterten. Die Tiere verbrachten daraufhin wesentlich weniger Zeit mit Sonnenbaden als eine Kontrollgruppe, die mit normaler Nahrung gefüttert worden waren. In der Zeitschrift "Physiologcal and biochemical Zoology" vermuten die Forscher, dass Chamäleons die Fähigkeit besitzen ihren Vitamin D-Spiegel zu messen und ihre Sonnenbäder daran anzupassen. Mit Hilfe von UV-Strahlung können Chamäleons genauso wie Menschen und die meisten anderen Wirbeltiere das für den Calcium-Haushalt wichtige Vitamin D im eigenen Körper bilden.

Quelle: Physiological and Biochemical Zoology 82(3):218-225. 2009. DOI: 10.1086/597525

Zoologie Weibliche Grillen nutzen Erfahrungswerte

Das haben Forscher der University of California herausgefunden. Sie berichten über ihre Arbeit im Fachblatt "Biology Letters". Die Wissenschaftler spielten den Grillenweibchen im Labor den Gesang verschiedener Männchen vor. Dabei stellten sie fest, dass sich die weiblichen Grillen erinnern konnten, welche Gesänge sie einige Zeit zuvor gehört hatten. War der erinnerte Gesang der eines sehr attraktiven Männchens, verschmähten sie am nächsten Tag durchschnittliche Geschlechtspartner. Umgekehrt hatten durchschnittliche Männchen eine Chance, wenn der Gesang vom Vortag von einem unattraktiven Männchen gestammt hatte.

Quelle: EurekAlert

Paläontologie Ein straußenähnlicher Gigant wog 600 Kilogramm

Die Überreste des Tieres entdeckten amerikanische und chinesische Forscher in der Provinz Gansu in China. Wie sie in den "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" berichten gehört das Tier zu einer neuen Art der Ornithomimosaurier. Es starb Knochenanalysen zufolge im 13 Jahren. Die Forscher vermuten, das es zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgewachsen war. Da es trotzdem schon 600 Kilogramm wog, stellt die neue Art eine der bislang größten Arten der straußenähnlichen Ornithomimosaurier dar.

Quelle: Proc. R. Soc. B doi:10.1098/rspb.2009.0236

Meteorologie Die großen Flüsse der Erde führen immer weniger Wasser

Das geht aus einer Studie hervor die im "Journal of climate" der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft erscheint. Die Forscher hatten untersucht, wie sich mehr als 900 Flüsse in den vergangenen 50 Jahren verändert haben. Allein in den Pazifik fließen demnach heute 526 Kubikkilometer Süßwasser weniger als noch vor 50 Jahren. Das entspricht der Wassermenge, die der Mississippi jedes Jahr ins Meer entlässt. Deutlich erhöht haben sich die Süßwassermengen nur in der Arktis. Die Forscher sehen in den Veränderungen Folgen des Klimawandels. Während in den hohen Breiten Gletscher und Eispanzer schmelzen, verdunstet in mittleren und niederen Breiten immer mehr Flusswasser bevor es den Ozean erreicht. Durch Unterschiede in Temperatur und Salzgehalt beeinflusst das ins Meer gelangende Süßwasser die globalen Meeresströmungen.

Quelle: Agenturen, BBC

Paläontologie Eine Lücke im Stammbaum der Tyrannosaurier ist geschlossen

Chinesische und amerikanische Forscher haben in der Wüste Gobi die hundert Millionen Jahre alten Überreste eines Tyrannosaurus-Vorfahren entdeckt. Nach den Angaben der Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" war das Tier etwa 1 Meter 50 groß und wog über 250 Kilogramm. Bislang waren nur wesentlich ältere und wesentlich jüngere Überreste gefunden worden. Zwischen diesen schon gewaltig ausgeprägten Tiere der Art Tyrannosaurus Rex und ihren Vorfahren klaffte eine 80 Millionen Jahre lange Lücke, die mit den neuen Funden geschlossen werden kann. Nach Ansicht der Forscher gehört der neue Saurier zu einer Seitengruppe des Stammbaums der Tyrannosaurier.

Quelle: Proc. R. Soc. B doi:10.1098/rspb.2009.0249

21.04.2009

Umwelt Naturkatastrophen werden immer mehr Opfer fordern

Die britische Hilfsorganisation Oxfam prophezeit einen dramatischen Anstieg der Opferzahlen durch Naturkatastrophen. Demzufolge wird die Zahl der Betroffenen von heute rund 133 Millionen Menschen pro Jahr auf etwa 375 Millionen im Jahr 2015 steigen. Das entspricht einem Zuwachs von 54 Prozent. Verantwortlich sei der Klimawandel. Oxfam hat für die Studie The Right to Survive rund 6.500 Naturkatastrophen seit 1980 ausgewertet. Die Prognose wurde im Vorfeld des Umweltministertreffens der G8-Staaten im italienischen Syrakus vorgestellt. //[mst]// www.oxfam.de

Astronomie Astronomen entdecken den bislang leichtesten Exoplaneten

Das teilte die Europäische Südsternwarte ESO am Dienstag in Chile mit. Den bislang leichtesten Planeten entdeckten die Forscher mithilfe des 3,6-Meter-Teleskops im Sonnensystem Gliese 581. Der auf den Namen «e» getaufte Planet habe nur etwa die zweifache Masse der Erde. Die Astronomen berechneten zudem die Umlaufbahn des 2007 entdeckten Planeten Gliese 581 d neu. Er kreist in der so genannten bewohnbaren Zone um seine Sonne. Wasser käme dort auch in flüssiger Form vor. //[mst]//

Quelle: www.eso.org

Anthropologie Auch Neandertalergeburten waren schmerzhaft

Das ist das Fazit einer 3D-Rekonstruktion des Beckens eines weiblichen Neandertalers aus Israel. Auf Grundlage von Knochenfunden aus Tabun haben Anthropologen aus Kalifornien und Leipzig den Geburtskanal einer Neandertaler-Frau nachgebildet und stellen nun ihre Ergebnisse in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften vor. Der Größe des Beckens nach zu schließen muss die Geburt eines Neandertalerkindes vor rund 100.000 Jahren ebenso schwer gewesen sein wie die eines heute lebenden menschlichen Kindes. Allerdings sei die Geburt weniger komplex gewesen: Während sich anatomisch moderne Menschen im Geburtskanal drehen müssen, erfolgte die Geburt bei Neandertalern ohne Rotation. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Der Herzschlag bestimmt wann ein Reptil schlüpft

Chinesischen und australischen Biologen zufolge schlüpfen Reptilienembryos stets nach einer konstanten Zahl von Herzschlägen. Wie die Forscher im Journal of Experimental Biology berichten, hatten sie drei Reptilienarten untersucht. Demnach startet der Countdown bei der untersuchten Eidechsenart bei fünf Millionen Herzschlägen. Die gleiche Zahl ergaben Untersuchungen bei dem Glattechsenvertreter, während die Eier der chinesischen Weichschildkröte bis zum Schlupf knapp sieben Millionen Herzschläge benötigten. Die Entwicklungsdauer könne sich zwar verdoppeln, wenn etwa die im Boden vergrabenen Eier kühlen Temperaturen ausgesetzt sind. Die Zahl jener Herzschläge, die Wachstum und Entwicklung des Embryos befördern, sei jedoch stets die gleiche, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: The Journal of Experimental Biology

Medizin Ein Rezeptorprotein schützt Nervenzellen vor Alzheimer

Davon sind Forscher des Salk Institute für biologische Studien in Kalifornien überzeugt. Das Rezeptorprotein P75 schützt im Mäusemodell periphere Nerven vor der schädlichen Wirkung des Alzheimer-Proteins Beta-Amyloid, berichten sie in den Proceedings of the National Academy of Sciences - PNAS. Die Erkenntnis, wie Alzheimer das periphere Nervensystem schädigt, könnte die Grundlage für zukünftige Therapien sein, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: PNAS/Newswise

Medizin Gelbwurz macht widerstandsfähig

Zumindest gilt dies für menschliche Körperzellen. Grund für die erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern ist der gelbe Farbstoff Curcumin, berichten Forscher der University of Michigan im Journal of the American Chemical Society. Demnach wirkt sich Curcumin festigend auf die Zellmembranen aus, indem sich die Moleküle des Farbstoffs in die dünnen Häutchen einbauen. Das auch als Kurkuma bezeichnete Gewürz, das aus getrockneten Wurzelknollen der Gelbwurz gewonnen wird, findet häufig in der indischen Küche Anwendung. In Asien wird das leuchtend gelbe und leicht bittere Pulver auch wegen seiner medizinischen Eigenschaften geschätzt. //[mst]//

Quelle: pubs.acs.org

Umwelt Invasive Arten verursachen hohe Kosten

Forscher aus Halle und Sevilla haben mehr als 10.000 zugewanderte Tiere und Pflanzen untersucht, die in Europa nachgewiesen sind. Ihre Anwesenheit und Dominanz können große ökologische Auswirkungen haben, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Frontiers in Ecology and the Environment. Die jährlichen Verluste durch fremde Gliederfüßer wie Krebstiere, Spinnen und Insekten schätzen die Autoren allein in der Landwirtschaft Großbritanniens auf 2,8 Milliarden Euro. In Deutschland verursachen 20 der wichtigsten invasiven Arten jährlich Kosten von etwa 156 Millionen Euro. So habe die Chinesische Wollhandkrabbe in deutschen Gewässern seit 1912 zu Schäden bis zu einer Höhe 85 Millionen Euro geführt. Zu den 100 "Top-Eindringlingen" in Europa gehören unter anderem die die Kanadagans, die Wandermuschel, den Bachsaibling und die Beifußambrosie. //[mst]//

Quelle: Agenturen

20.04.2009

Umwelt Blei macht Wolken

Staubteilchen, die das Schwermetall Blei enthalten, sind besonders gute Kondensationskeime, die in den Atmosphärenschichten das Entstehen von Wolken starten. Das Blei gelangt vorwiegend durch das Verbrennen von Kohle und bleihaltigem Benzin in die Luft, berichten Forscher vom Pacific Northwest National Laboratory in Richland im Fachblatt Nature Geoscience. Sie hatten die Wolkenbildung im Labor untersucht und die Kondensation von Wolken an Staubpartikeln mit und ohne Bleianteil beobachtet. Je mehr Bleipartikel vorhanden waren, desto eher bildeten sich Wolken bei höheren Temperaturen und geringerer Luftfeuchte. Die veränderte Wolkenbildung in den vergangenen Jahrzehnten habe weniger Sonnenlicht auf die Erdoberfläche durchgelassen und damit den Planeten gekühlt, schreiben die Forscher. Diese Zunahme an Wolken könnte den Treibhauseffekt dämpfen und Wolken- und Niederschlagsverteilung weiter verändern. Weitere Untersuchungen seien jedoch notwendig. //[mst]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Wandfarbe soll Bakterien unschädlich machen

US-Amerikanische Forscher haben eine neue Art von Stickstoffverbindungen entwickelt, die einen Schimmelpilz, einen Hefepilz, ein Virus und vier Bakterienarten eliminieren sollen. Die chemischen Verbindungen gehören zu den so genannten N-Halaminen und können unter handelsübliche Farbe gemischt und auf die Wand aufgetragen werden. Wie die Forscher der University of South Dakota in Sioux Falls im Fachblatt ACS Applied Materials and Interfaces schreiben, entsteht die keimtötende Wirkung durch Chlor, das nach und nach freigesetzt wird. Die Funktionstüchtigkeit der Farbe hält über ein Jahr an und kann jederzeit wieder aufgeladen werden. Die Wand muss lediglich mit einer Chlorlösung abgewischt werden, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: ACS Publications

Archäologie Archäologen hoffen auf Kleopatras Grab

Am Mittwoch wird ein Grabungsteam in Ägypten Röntgenaufnahmen in bis zu 70 Metern Tiefe an der Stelle zu aufnehmen, an dem die Grabstätte der Königin Kleopatra und ihres Mannes Marcus Antonius vermutet wird. Das teilte der Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung am Sonntag vor Ort im Tempel von Taposiris Magna mit. Dieser liegt rund 50 Kilometer westlich von Alexandria auf einem Hügel und wäre nach Meinung der Experten der beste Ort gewesen, um die Leichname von Kleopatra und dem römischen Feldherrn Antonius zu verstecken. Dort hatten Archäologen im vergangenen Jahr den Kopf einer Statue der ägyptischen Königin entdeckt, zudem eine Maske von Marcus Antonius und 22 Münzen mit einem Abbild Kleopatras. Bis heute ist weder bekannt, wo Kleopatra begraben, noch, ob sie gemeinsam mit ihrem Mann beigesetzt wurde. //[mst]//

Quelle: BBC/ news Agenturen

Medizin Immer mehr Menschen erkranken an chronischer Bronchitis

In Deutschland leiden 8,7 Prozent der Männer und 3,7 Prozent der Frauen über 40 Jahren an einer dauerhaften Lungenerkrankung. Das berichten Mediziner vom Universitätsklinikum Regensburg auf dem Internistenkongress in Wiesbaden. Die chronisch obstruktive Bronchitis gilt als Raucherkrankheit, bei der die Atemwege der Betroffenen verengt werden. Die Patienten leiden unter starker Atemnot. Zudem werde Lungengewebe dauerhaft zerstört. Die Beschwerden könnten zwar mit Medikamenten gelindert werden, der Krankheitsverlauf sei jedoch bislang nicht aufzuhalten. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Psychologie Intelligenz macht erfolgreich

Dies ist das Ergebnis Bonner Wirtschaftspsychologen nach der Auswertung von rund 250 Studien. Demnach seien Intelligenztests ein Erfolg versprechendes Einstellungskriterium, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Bonn. Die Intelligenz eines Mitarbeiters wirkt sich auf vier Teilbereiche des beruflichen Erfolges aus: auf die Arbeitsleistung, die berufliche Lernleistung, das Einkommen und die berufliche Laufbahn. Wenn ein Mitarbeiter unter Berücksichtigung seiner Intelligenz ausgewählt wird, erbringt er demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 80 Prozent eine hohe Arbeits- und Lernleistung – im Vergleich zu 50 Prozent bei herkömmlichen Auswahlverfahren. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Ein genetischer Fehler führt zu Schwerhörigkeit

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Gesundheit und Umwelt in München haben in Mäusen eine bisher unbekannte, genetische Ursache für Schwerhörigkeit gefunden. Die folgenreiche Mutation tritt in der Genklasse der so genannten micro-RNA auf. Der betreffende Genabschnitt beeinflusst die Bildung der Sinneshaarzellen im Ohr. Ist die Gensequenz verändert, werden die Mäuse im Alter schwerhörig, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Genetics. Auch bei schwerhörigen Menschen haben sie dieselbe genetische Veränderung gefunden. Die Forscher hoffen, dass dies ein Ansatz für neue Therapien bei Menschen sein könnte. //[mst]//

Quelle: idw-online

17.04.2009

Umwelt Die Wälder könnten sich zu Kohlendioxidquellen wandeln

Davor warnen Wissenschaftler des Internationalen Verbandes forstlicher Forschungsanstalten. Ein Team des Verbandes hatte im Auftrag der Vereinten Nationen untersucht, wie die Wälder auf die steigenden Temperaturen reagieren werden. Es kam zu dem Ergebnis, dass Dürre und Krankheiten sich häufen dürften – wodurch aus Kohlendioxid verzehrenden Wäldern Kohlendioxid freisetzen werden - vorzugsweise am Äquator. Diese Entwicklung werde voraussichtlich eintreten, wenn die mittlere Temperatur der Erde um rund 2,5 Grad Celsius ansteigt - bezogen auf die Verhältnisse vor der Industrialisierung. //[gä]//

Quelle: dpa/nature

Biologie  Tief unter dem Südpol leben Mikroben ohne Licht, Luft und Wärme

Die winzigen Lebewesen besiedeln eine Wasserblase, die seit rund 1,4 bis vier Millionen Jahren 400 Meter unter dem Eis liegt. In dieser salzigen Umgebung sind die einzigen Rohstoffe, die die Mikroben zum Leben vorfinden, Eisen und Schwefel. Mit Hilfe eines besonderen Eiweißes und Elektronen vom Eisen wandeln die Mikroben Sulfat zu Sulfit um, und gewinnen so Energie für die eigene Existenz, schreibt ein Forscherteam mehrerer Universitäten aus den USA im Fachblatt Science. Die Wissenschaftler waren auf der Suche nach der Ursache für ein besonderes Phänomen der Antarktis: Regelmäßig brechen am Taylor-Gletscher dunkelrot gefärbte Wassermassen hervor. Bislang hatten Biologen Algen als Ursache für diese Färbung angenommen. //[gä]//

Quelle: science/Spiegel/nature/agenturen/new scientist

Medizin Der Jetlag bringt das Schlafzentrum aus dem Takt

Die Folge ist oft eine bleierne Müdigkeit, die sich auch durch viele Stunden Schlaf nicht kurieren lassen will. Forscher der Universität Washington berichten jetzt nach Versuchen mit Ratten im Fachblatt Current Biology, dass die Ursache dafür in den Hirnbereichen zu finden ist, die die unterschiedlichen Schlafphasen koordinieren: Die Zellen, die den Tiefschlaf regulieren, erhalten direkt von den Augen Informationen darüber, ob es Tag ist oder Nacht. Die den REM-Schlaf regulierenden Nerven dagegen richten sich nach anderen Signalen des Körpers. Wird der Tag-Nacht Rhythmus verkürzt – etwa durch einen langen Flug – passen sich zwar die Tiefschlafphasen schnell an; weil den REM-Schlaf steuernden Zellen jedoch die Informationen über Tag und Nacht fehlen, passen sie sich nur langsam dem neuen Rhythmus an. Das Schlafzentrum ist solange aus dem Takt, die Folge: bleierne Müdigkeit. //[gä]//

Quelle: ddp/current biology

Physik Der Hamburger Teilchenbeschleuniger Petra III wird eingemessen

Nach dem ersten erfolgreichen Testlauf wird die leistungsfähigste Synchrotronstrahlenquelle der Welt auf Versuche im Sommer vorbereitet. Am Teilchenbeschleuniger sollen ab 2010 Proteine, Materialien und Werkstücke untersucht werden, die gerade einmal zehn bis 30 Nanometer messen. Petra III ist Teil des Deutschen Elektronen- Synchrotron DESY in Hamburg. Der Beschleuniger entstand aus dem Umbau des 1978 in Betrieb genommenen Rings PETRA, ein Kürzel für Positron-Elektron-Tandem Ring Anlage. Diente diese Anlage einst Teilchenphysikern, soll ihre Nachfolgerin auch Biologen, Chemikern, Umweltforschern und Materialwissenschaftlern dienen. //[gä]//

Quelle: dpa/idw

Umwelt Die Dürre ist in der Sahelzone die Regel, nicht die Ausnahme

Der südliche Rand der Sahara trocknete in den letzten 3000 Jahren mehrfach, zum Teil Jahrhunderte lang aus. Das schreiben Forscher der Universität von Arizona in Science. Die Wissenschaftler hatten die Sedimente des Bosumtwi-Sees in Ghana untersucht. Diese sind sehr deutlich geschichtet - helle und dunkle Zonen folgen dicht aufeinander. Nach Angaben der Forscher hängt die Geochemie der See-Sedimente eng mit dem regionalen Klima zusammen, die Schichten lassen sich daher ähnlich wie Baumringe auswerten. Da sich die Sedimente des Bosumtwi-Sees über lange Zeit ungestört abgelagert haben, können die Forscher mit ihren Analysen 3000 Jahre weit in die Klimageschichte zurückblicken. //[gä]//

Quelle: science

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