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24.04.2009

Physik Physiker aus Stuttgart haben ein Rydberg-Molekül konstruiert

Das Molekül besteht aus zwei Rubidium-Atomen, einem normalen und einem Rydberg-Atom. Ein Rydberg-Atom hat ein Elektron, das sehr weit vom Kern entfernt kreist. Das Atom kann damit einen sehr großen Durchmesser erreichen. Physiker erzeugen diese Atome, um quantenmechanische Effekte leichter untersuchen zu können. Bislang galt es aber als unmöglich, ein Rydberg-Molekül herzustellen, bei dem das weit entfernte Elektron um beide Atomkerne kreist – obwohl Enrico Fermi die Theorie dafür bereits 1943 entwickelt hat. Physiker hoffen, mit Hilfe dieses Atoms die quantenmechanische Effekte, die zur Bindung von zwei Atomen führen, besser untersuchen zu können. //[gä]//

Quelle: bbc

Biologie Mit der Zucht kam die Farbe in das Pferde-Fell

Noch vor rund 5000 Jahren zeigten die Felle der Unpaarhufer nur zwei Farben: Schwarz und Rötlich-Braun. Erst danach wurden die Pferde farbenfroh; tauchten Schimmel, Füchse und Brauner auf, mischten sich die Farben zu neuen Mustern. Das berichten Forscher aus Deutschland, Spanien und den USA. Das Team hatte die für die Farben verantwortlichen Gene in Pferdeknochen untersucht. Dabei ergab sich, dass vor etwa 5000 Jahren die Felle der Tiere in Sibirien und Ost-Europa begannen, deutlich mehr Farb-Varianten aufzuweisen. Die Wissenschaftler werten das als einen weiteren Beleg dafür, dass Pferde um 3000 vor Christus in den Steppen Eurasiens gezähmt wurden. Eine entsprechende Studie hatte ein internationales Forscherteam in der ersten März-Ausgabe des Fachblattes Science vorgelegt. //[gä]//

Quelle: dpa/ddp/science bd. 324, 5926, 2009, s.485

Archäologie Die Indus-Zeichen sind tatsächlich eine Schrift

Darauf deutet eine statistische Analyse der Zeichen hin, die Forscher aus Indien im Fachblatt Science präsentieren. Die Indus-Schrift besteht aus Quadraten, Zacken, Rechtecken und komplizierten Mustern. Sie wurden vor 3900 bis 4500 Jahren von Menschen der Indus-Kultur in Tontafeln geritzt. Entdeckt wurden die Zeichen im 19. Jahrhundert, bis jetzt haben sie sich jedoch jedem Versuch widersetzt, entziffert zu werden. Historiker und Linguisten hatten daher 2002 argumentiert, es handele sich nicht um eine Schrift, sondern um religiösen oder politischen Zierrat. Dem widersprechen jetzt die Indischen Forscher. Ihre Analyse habe ergeben, dass die Logische Struktur der Zeichen genau der anderer Schriften entspreche – wie etwa Sanskrit, altes Tamilisch oder Sumerisch. //[gä]//

Quelle: dpa/ddp science bd. 324, 5926, 2009, doi10.1126/science.1170391

Chemie Metallatome machen Spinnfäden reißfester als Stahl

Das berichten Forscher aus Halle. Die Wissenschaftler hatten in die Spinnfäden Zink, Titan oder Aluminium eingeschleust. Die Atome hatten sich dabei nicht nur von Außen um den Faden gelegt, sondern waren auch in die Eiweiß-Verbindungen selbst eingedrungen. Die Fäden wurden dadurch etwa drei bis vier Mal belastbarer als ein vergleichbarer Stahl-Faden. Die Forscher hoffen, auch andere Naturfasern entsprechend verstärken zu können. Daraus ließen sich dann unter Umständen zum Beispiel Knochen-Prothesen herstellen. //[gä]//

Quelle: dpa/sz/science bd. 324, 5926, 2009

Biologie Forscher aus Korea haben leuchtende Hunde gezüchtet

Die Wissenschaftler der Universität in Seoul hatten dafür das Eiweiß einer See-Anemone mit Hilfe einer Genfähre in die allerersten Zellhaufen von Hunde-Embryos eingeschleust. Die Tiere fluoreszieren jetzt im ultravioletten Licht rot; der Effekt sei auch im Tageslicht noch erkennbar. Ein Kuriosum zu schaffen, war allerdings nicht das Ziel der Forscher. Sie hoffen, ihre Technik so weit verfeinern zu können, dass sie bestimmte Gene im Erbgut gezielt ausschalten können – ähnlich wie bei Knock-Out Mäusen. Damit ließen sich erbgutbedingte Krankheiten auch am Hund erforschen. Eine Reihe von Wissenschaftlern äußerte sich gegenüber dem New Scientist allerdings skeptisch zu dieser Absicht: Die Prozedur sei r langsam und umständlich. Außerdem würde sie unter westeuropäischen und amerikanischen Hundeliebhabern unter Umständen nicht auf Verständnis stoßen. //[gä]//

Quelle: new scientist/dpa

Biologie Das Erbgut der Kuh ist entschlüsselt

Es wird von zwei Forschergruppen in Science vorgestellt. Die erste Gruppe – das Rinder Genom Sequenzierungs- und Analyse- Konsortium – hat sich vor allem auf eine genaue Analyse der einzelne Gene konzentriert. Das Rind hat mindestens 22.000 davon, 14.345 haben Entsprechungen in sieben anderen Säugetieren. Die zweite Gruppe – die Rinder Hapmap-Arbeitsgemeinschaft – hat vor allem nach Spuren der Zähmung und Züchtung gesucht. Die Forscher zeigen auf, welche Erbanlagen, an der Milchproduktion und der Fleischqualität beteiligt sind. Die Wissenschaftler hoffen, durch ihren Vergleich die Kuh-Zucht künftig deutlich beeinflussen zu können. //[gä]//

Quelle: bbc/newscientist/nature.com/wiss.de/dpa/science bd. 324, 5926, 2009, s. 516-519

23.04.2009

Astronomie Forscher entdecken ein Himmelsobjekt aus der Frühzeit des Universums

Astronomen der Carnegie Institution in Washington beschreiben ihren Fund im Astrophysical Journal. Das Objekt hat ihren Angaben zufolge einen Durchmesser von 55.000 Lichtjahren und ist damit etwa halb so groß wie die Milchstraße. Worum es sich bei dem Himmelskörper handelt und woraus er besteht, wissen die Forscher noch nicht. Aus der Schwäche der empfangenen Signale schließen sie, dass das Licht 12,9 Milliarden Jahre brauchte, um zur Erde zu gelangen. Das Objekt stammt also aus einer Zeit, zu der das Universum erst 800 Millionen Jahre alt war. //[seyn]//

Quelle: Agenturen

Umwelt  Ein Teil des Great Barrier Reefs hat sich erholt

Ungeachtet des Klimawandels hat sich ein fast völlig zerstörter Teil am südlichen Ende des australischen Riffs innerhalb von nur zwölf Monaten erholt. Das sagte ein Sprecher der Behörde zur Erhaltung des Great Barrier Reefs der Nachrichtenagentur AFP. Normalerweise dauert es bis zu zehn Jahre, bis ein abgestorbenes Riff durch herangespülte Larven von entfernten Korallen wieder besiedelt wird. Die schnelle Erholung des Riffabschnitts sei auf eine seltene Kombination perfekter Bedingungen zurückzuführen, so der Sprecher. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich das Korallenwachstum vor der australischen Küste verlangsamt. Verantwortlich dafür ist nach Expertenansicht das durch den Klimawandel wärmere und durch den verstärkten Kohlendioxid-Eintrag saurere Wasser. Das Great Barrier Reef nimmt eine Fläche von fast 350.000 Quadratkilometern ein, und bildet die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Welt. //[seyn]//

Quelle: AFP

Psychologie Fernsehserien vertreiben die Einsamkeit

Das ist das Ergebnis von vier Studien, die Forscher der Universität von Buffalo und der Miami University im Fachmagazin Journal Of Experimental Social Psychology veröffentlicht haben. Die Wissenschaftler fanden in Befragungen heraus, dass sich ihre Probanden weniger einsam fühlten, wenn sie ihre Lieblingssendungen schauten. Ebenso half es gegen Einsamkeit, über die eigene Lieblingsserie zu schreiben. Offen bleibe weiterhin, betonen die Forscher, inwieweit Fernsehserien das Bedürfnis nach Gesellschaft tatsächlich erfüllen können oder dieses Bedürfnis nur zeitweise unterdrücken. Wer aber für einige Zeit aus bestimmten Gründen kaum soziale Kontakte pflegen könne, finde in den Fernsehserien durchaus Ersatz, so die Forscher. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

Umwelt  China nimmt ein Drittel seiner eigenen Kohlendioxid-Emissionen wieder auf

Forscher aus Peking haben ermittelt, wie viel Kohlendioxid die chinesischen Landökosysteme der Atmosphäre entnehmen. In der Fachzeitschrift Nature schätzen sie, dass die von der Vegetation in den vergangenen zwanzig Jahren aufgenommene Kohlendioxidmenge in etwa 28 bis 37 Prozent des landesweiten Kohlendioxidausstoßes entspricht. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, hatten die Forscher Atmosphären- und Ökosystemmodelle sowie Daten zur Biomasse und dem Kohlenstoffgehalt verschiedener Böden ausgewertet. Ihren Untersuchungen zufolge stellt der Nordosten Chinas durch die Zerstörung von Vegetation sowie Waldrodungen eine Kohlenstoffquelle dar. Dagegen nimmt der Süden Chinas durch großangelegte Aufforstungsprogramme, den regionalen Klimawandel und Naturschutzmaßnahmen deutlich mehr Kohlendioxid auf als er abgibt. //[seyn]//

Quelle: Nature doi:10.1038/nature07944

Biologie Ein neues Mittel tötet auch resistente Malaria-Parasiten

Britische Forscher haben einen Wirkstoff entwickelt, der an ein bestimmtes Enzym des gefährlichsten Malaria-Erregers Plasmodium falciparum bindet und dieses ausschaltet. Ohne das Enzym Dihydroorotat-Dehydrogenase kann der Parasit nicht wachsen und stirbt. Wie die Forscher im Journal Of Medicinal Chemistry schreiben, wirkt die Chemikalie auch gegen Parasiten, die schon Resistenzen gegen andere Wirkstoffe entwickelt haben. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

Medizin Der intensive Gebrauch von Ibuprofen erhöht das Risiko für Alzheimer

US-Amerikanische Forscher hatten die Wirkung nichtsteroidaler Antirheumatika wie Ibuprofen und Naproxen bei etwa 2700 älteren Probanden über zwölf Jahre hinweg untersucht. Zu Beginn der Studie waren die Testpersonen durchschnittlich 75 Jahre alt. Bei denjenigen, die einen sehr hohen Verbrauch dieser Medikamente hatten, erhöhte sich das Risiko an einer Demenz zu erkranken um 66 Prozent gegenüber Probanden, die nur wenige oder gar keine Schmerzmittel einnahmen. Als Probanden mit einem sehr hohen Verbrauch definierten die Forscher alle Testpersonen, die innerhalb einer Zwei-Jahres-Periode etwa 70 Prozent der Zeit mit Nichtsteroidalen Antirheumatika behandelt wurden. Die Forscher veröffentlichten ihre Studie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Neurology. Ihre Ergebnisse widersprechen bisherigen Erkenntnissen, denen zufolge Medikamente wie Ibuprofen und Naproxen eine Alzheimer-Erkrankung verhindern können. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

22.04.2009

Biologie Das menschliche Ohr hat einen eingebauten Verstärker

Winzige zusammengerollte Membranen, die auf den Haarzellen unserer Ohren sitzen, sorgen dafür, dass wir auch leise Töne deutlich wahrnehmen können. Das haben Forscher der University of Utah herausgefunden. Der Hörverstärker im Ohr funktioniert ganz ähnlich wie ein elektrischer Verstärker, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Plos One" der "Public Library of Science". Die so genannten Stereozilien bewegen sich angeregt durch den leisen Ton vor und zurück und erzeugen dabei Elektrizität. Das elektrische Signal wiederum wird im Gehirn wahrgenommen.

Quelle: Wissenschaft.de/Newswise

Ernährung Wer fettreiche Fischfilets isst, schützt sein Herz

Davon sind Forscher der Harvard Medical School überzeugt. Sie begleiteten 40.000 schwedische Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren über sechs Jahre hinweg. Dabei werteten sie Informationen über die Ernährung der Probanden aus, und darüber wie oft diese eine Herzinsuffizienz entwickelten. Das Risiko für Herzinsuffizienzen, war bei den Probanden, die einmal pro Woche Lachs oder andere fette Fischarten zu sich nahmen, um zwölf Prozent geringer, als bei einer Diät ohne fettreichen Fisch. Hinweise auf diesen Zusammenhang sind nicht neu, bislang hatte es aber keine groß angelegte Langzeitstudie gegeben. Die Forscher berichten über ihre Studie im Fachblatt "European Heart Journal".

Quelle: EurekAlert

Naturschutz Afghanistan weist seinen ersten Nationalpark aus

Der neue Band-i-Amir Nationalpark umfasst ein Gebiet mit sechs Bergseen. Vor der Herrschaft der Taliban war die Region in der Mitte des Landes ein beliebtes Touristenziel. Dort leben bis heute Wölfe, Alpensteinbock, Urial-Schafe und der afghanische Schneefink, der vermutlich nur in Afghanistan vorkommt. Die US-amerikanische Hilfsorganisation USAID finanzierte die Forschung, die zur offiziellen Ausweisung des Nationalparks nötig war. Die lokale Bevölkerung soll in die Entscheidungen zum Schutz des Parks einbezogen werden.

Quelle: AP/Eurekalert

Zoologie Vitaminmangel treibt Chamäleons in die Sonne

Das entdeckten amerikanische Forscher, als sie Pantherchamäleons mit Vitamin-D-angereicherter Nahrung fütterten. Die Tiere verbrachten daraufhin wesentlich weniger Zeit mit Sonnenbaden als eine Kontrollgruppe, die mit normaler Nahrung gefüttert worden waren. In der Zeitschrift "Physiologcal and biochemical Zoology" vermuten die Forscher, dass Chamäleons die Fähigkeit besitzen ihren Vitamin D-Spiegel zu messen und ihre Sonnenbäder daran anzupassen. Mit Hilfe von UV-Strahlung können Chamäleons genauso wie Menschen und die meisten anderen Wirbeltiere das für den Calcium-Haushalt wichtige Vitamin D im eigenen Körper bilden.

Quelle: Physiological and Biochemical Zoology 82(3):218-225. 2009. DOI: 10.1086/597525

Zoologie Weibliche Grillen nutzen Erfahrungswerte

Das haben Forscher der University of California herausgefunden. Sie berichten über ihre Arbeit im Fachblatt "Biology Letters". Die Wissenschaftler spielten den Grillenweibchen im Labor den Gesang verschiedener Männchen vor. Dabei stellten sie fest, dass sich die weiblichen Grillen erinnern konnten, welche Gesänge sie einige Zeit zuvor gehört hatten. War der erinnerte Gesang der eines sehr attraktiven Männchens, verschmähten sie am nächsten Tag durchschnittliche Geschlechtspartner. Umgekehrt hatten durchschnittliche Männchen eine Chance, wenn der Gesang vom Vortag von einem unattraktiven Männchen gestammt hatte.

Quelle: EurekAlert

Paläontologie Ein straußenähnlicher Gigant wog 600 Kilogramm

Die Überreste des Tieres entdeckten amerikanische und chinesische Forscher in der Provinz Gansu in China. Wie sie in den "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" berichten gehört das Tier zu einer neuen Art der Ornithomimosaurier. Es starb Knochenanalysen zufolge im 13 Jahren. Die Forscher vermuten, das es zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgewachsen war. Da es trotzdem schon 600 Kilogramm wog, stellt die neue Art eine der bislang größten Arten der straußenähnlichen Ornithomimosaurier dar.

Quelle: Proc. R. Soc. B doi:10.1098/rspb.2009.0236

Meteorologie Die großen Flüsse der Erde führen immer weniger Wasser

Das geht aus einer Studie hervor die im "Journal of climate" der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft erscheint. Die Forscher hatten untersucht, wie sich mehr als 900 Flüsse in den vergangenen 50 Jahren verändert haben. Allein in den Pazifik fließen demnach heute 526 Kubikkilometer Süßwasser weniger als noch vor 50 Jahren. Das entspricht der Wassermenge, die der Mississippi jedes Jahr ins Meer entlässt. Deutlich erhöht haben sich die Süßwassermengen nur in der Arktis. Die Forscher sehen in den Veränderungen Folgen des Klimawandels. Während in den hohen Breiten Gletscher und Eispanzer schmelzen, verdunstet in mittleren und niederen Breiten immer mehr Flusswasser bevor es den Ozean erreicht. Durch Unterschiede in Temperatur und Salzgehalt beeinflusst das ins Meer gelangende Süßwasser die globalen Meeresströmungen.

Quelle: Agenturen, BBC

Paläontologie Eine Lücke im Stammbaum der Tyrannosaurier ist geschlossen

Chinesische und amerikanische Forscher haben in der Wüste Gobi die hundert Millionen Jahre alten Überreste eines Tyrannosaurus-Vorfahren entdeckt. Nach den Angaben der Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" war das Tier etwa 1 Meter 50 groß und wog über 250 Kilogramm. Bislang waren nur wesentlich ältere und wesentlich jüngere Überreste gefunden worden. Zwischen diesen schon gewaltig ausgeprägten Tiere der Art Tyrannosaurus Rex und ihren Vorfahren klaffte eine 80 Millionen Jahre lange Lücke, die mit den neuen Funden geschlossen werden kann. Nach Ansicht der Forscher gehört der neue Saurier zu einer Seitengruppe des Stammbaums der Tyrannosaurier.

Quelle: Proc. R. Soc. B doi:10.1098/rspb.2009.0249

21.04.2009

Umwelt Naturkatastrophen werden immer mehr Opfer fordern

Die britische Hilfsorganisation Oxfam prophezeit einen dramatischen Anstieg der Opferzahlen durch Naturkatastrophen. Demzufolge wird die Zahl der Betroffenen von heute rund 133 Millionen Menschen pro Jahr auf etwa 375 Millionen im Jahr 2015 steigen. Das entspricht einem Zuwachs von 54 Prozent. Verantwortlich sei der Klimawandel. Oxfam hat für die Studie The Right to Survive rund 6.500 Naturkatastrophen seit 1980 ausgewertet. Die Prognose wurde im Vorfeld des Umweltministertreffens der G8-Staaten im italienischen Syrakus vorgestellt. //[mst]// www.oxfam.de

Astronomie Astronomen entdecken den bislang leichtesten Exoplaneten

Das teilte die Europäische Südsternwarte ESO am Dienstag in Chile mit. Den bislang leichtesten Planeten entdeckten die Forscher mithilfe des 3,6-Meter-Teleskops im Sonnensystem Gliese 581. Der auf den Namen «e» getaufte Planet habe nur etwa die zweifache Masse der Erde. Die Astronomen berechneten zudem die Umlaufbahn des 2007 entdeckten Planeten Gliese 581 d neu. Er kreist in der so genannten bewohnbaren Zone um seine Sonne. Wasser käme dort auch in flüssiger Form vor. //[mst]//

Quelle: www.eso.org

Anthropologie Auch Neandertalergeburten waren schmerzhaft

Das ist das Fazit einer 3D-Rekonstruktion des Beckens eines weiblichen Neandertalers aus Israel. Auf Grundlage von Knochenfunden aus Tabun haben Anthropologen aus Kalifornien und Leipzig den Geburtskanal einer Neandertaler-Frau nachgebildet und stellen nun ihre Ergebnisse in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften vor. Der Größe des Beckens nach zu schließen muss die Geburt eines Neandertalerkindes vor rund 100.000 Jahren ebenso schwer gewesen sein wie die eines heute lebenden menschlichen Kindes. Allerdings sei die Geburt weniger komplex gewesen: Während sich anatomisch moderne Menschen im Geburtskanal drehen müssen, erfolgte die Geburt bei Neandertalern ohne Rotation. //[mst]//

Quelle: PNAS

Biologie Der Herzschlag bestimmt wann ein Reptil schlüpft

Chinesischen und australischen Biologen zufolge schlüpfen Reptilienembryos stets nach einer konstanten Zahl von Herzschlägen. Wie die Forscher im Journal of Experimental Biology berichten, hatten sie drei Reptilienarten untersucht. Demnach startet der Countdown bei der untersuchten Eidechsenart bei fünf Millionen Herzschlägen. Die gleiche Zahl ergaben Untersuchungen bei dem Glattechsenvertreter, während die Eier der chinesischen Weichschildkröte bis zum Schlupf knapp sieben Millionen Herzschläge benötigten. Die Entwicklungsdauer könne sich zwar verdoppeln, wenn etwa die im Boden vergrabenen Eier kühlen Temperaturen ausgesetzt sind. Die Zahl jener Herzschläge, die Wachstum und Entwicklung des Embryos befördern, sei jedoch stets die gleiche, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: The Journal of Experimental Biology

Medizin Ein Rezeptorprotein schützt Nervenzellen vor Alzheimer

Davon sind Forscher des Salk Institute für biologische Studien in Kalifornien überzeugt. Das Rezeptorprotein P75 schützt im Mäusemodell periphere Nerven vor der schädlichen Wirkung des Alzheimer-Proteins Beta-Amyloid, berichten sie in den Proceedings of the National Academy of Sciences - PNAS. Die Erkenntnis, wie Alzheimer das periphere Nervensystem schädigt, könnte die Grundlage für zukünftige Therapien sein, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: PNAS/Newswise

Medizin Gelbwurz macht widerstandsfähig

Zumindest gilt dies für menschliche Körperzellen. Grund für die erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern ist der gelbe Farbstoff Curcumin, berichten Forscher der University of Michigan im Journal of the American Chemical Society. Demnach wirkt sich Curcumin festigend auf die Zellmembranen aus, indem sich die Moleküle des Farbstoffs in die dünnen Häutchen einbauen. Das auch als Kurkuma bezeichnete Gewürz, das aus getrockneten Wurzelknollen der Gelbwurz gewonnen wird, findet häufig in der indischen Küche Anwendung. In Asien wird das leuchtend gelbe und leicht bittere Pulver auch wegen seiner medizinischen Eigenschaften geschätzt. //[mst]//

Quelle: pubs.acs.org

Umwelt Invasive Arten verursachen hohe Kosten

Forscher aus Halle und Sevilla haben mehr als 10.000 zugewanderte Tiere und Pflanzen untersucht, die in Europa nachgewiesen sind. Ihre Anwesenheit und Dominanz können große ökologische Auswirkungen haben, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Frontiers in Ecology and the Environment. Die jährlichen Verluste durch fremde Gliederfüßer wie Krebstiere, Spinnen und Insekten schätzen die Autoren allein in der Landwirtschaft Großbritanniens auf 2,8 Milliarden Euro. In Deutschland verursachen 20 der wichtigsten invasiven Arten jährlich Kosten von etwa 156 Millionen Euro. So habe die Chinesische Wollhandkrabbe in deutschen Gewässern seit 1912 zu Schäden bis zu einer Höhe 85 Millionen Euro geführt. Zu den 100 "Top-Eindringlingen" in Europa gehören unter anderem die die Kanadagans, die Wandermuschel, den Bachsaibling und die Beifußambrosie. //[mst]//

Quelle: Agenturen

20.04.2009

Umwelt Blei macht Wolken

Staubteilchen, die das Schwermetall Blei enthalten, sind besonders gute Kondensationskeime, die in den Atmosphärenschichten das Entstehen von Wolken starten. Das Blei gelangt vorwiegend durch das Verbrennen von Kohle und bleihaltigem Benzin in die Luft, berichten Forscher vom Pacific Northwest National Laboratory in Richland im Fachblatt Nature Geoscience. Sie hatten die Wolkenbildung im Labor untersucht und die Kondensation von Wolken an Staubpartikeln mit und ohne Bleianteil beobachtet. Je mehr Bleipartikel vorhanden waren, desto eher bildeten sich Wolken bei höheren Temperaturen und geringerer Luftfeuchte. Die veränderte Wolkenbildung in den vergangenen Jahrzehnten habe weniger Sonnenlicht auf die Erdoberfläche durchgelassen und damit den Planeten gekühlt, schreiben die Forscher. Diese Zunahme an Wolken könnte den Treibhauseffekt dämpfen und Wolken- und Niederschlagsverteilung weiter verändern. Weitere Untersuchungen seien jedoch notwendig. //[mst]//

Quelle: Nature Geoscience

Biologie Wandfarbe soll Bakterien unschädlich machen

US-Amerikanische Forscher haben eine neue Art von Stickstoffverbindungen entwickelt, die einen Schimmelpilz, einen Hefepilz, ein Virus und vier Bakterienarten eliminieren sollen. Die chemischen Verbindungen gehören zu den so genannten N-Halaminen und können unter handelsübliche Farbe gemischt und auf die Wand aufgetragen werden. Wie die Forscher der University of South Dakota in Sioux Falls im Fachblatt ACS Applied Materials and Interfaces schreiben, entsteht die keimtötende Wirkung durch Chlor, das nach und nach freigesetzt wird. Die Funktionstüchtigkeit der Farbe hält über ein Jahr an und kann jederzeit wieder aufgeladen werden. Die Wand muss lediglich mit einer Chlorlösung abgewischt werden, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: ACS Publications

Archäologie Archäologen hoffen auf Kleopatras Grab

Am Mittwoch wird ein Grabungsteam in Ägypten Röntgenaufnahmen in bis zu 70 Metern Tiefe an der Stelle zu aufnehmen, an dem die Grabstätte der Königin Kleopatra und ihres Mannes Marcus Antonius vermutet wird. Das teilte der Leiter der ägyptischen Altertümerverwaltung am Sonntag vor Ort im Tempel von Taposiris Magna mit. Dieser liegt rund 50 Kilometer westlich von Alexandria auf einem Hügel und wäre nach Meinung der Experten der beste Ort gewesen, um die Leichname von Kleopatra und dem römischen Feldherrn Antonius zu verstecken. Dort hatten Archäologen im vergangenen Jahr den Kopf einer Statue der ägyptischen Königin entdeckt, zudem eine Maske von Marcus Antonius und 22 Münzen mit einem Abbild Kleopatras. Bis heute ist weder bekannt, wo Kleopatra begraben, noch, ob sie gemeinsam mit ihrem Mann beigesetzt wurde. //[mst]//

Quelle: BBC/ news Agenturen

Medizin Immer mehr Menschen erkranken an chronischer Bronchitis

In Deutschland leiden 8,7 Prozent der Männer und 3,7 Prozent der Frauen über 40 Jahren an einer dauerhaften Lungenerkrankung. Das berichten Mediziner vom Universitätsklinikum Regensburg auf dem Internistenkongress in Wiesbaden. Die chronisch obstruktive Bronchitis gilt als Raucherkrankheit, bei der die Atemwege der Betroffenen verengt werden. Die Patienten leiden unter starker Atemnot. Zudem werde Lungengewebe dauerhaft zerstört. Die Beschwerden könnten zwar mit Medikamenten gelindert werden, der Krankheitsverlauf sei jedoch bislang nicht aufzuhalten. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Psychologie Intelligenz macht erfolgreich

Dies ist das Ergebnis Bonner Wirtschaftspsychologen nach der Auswertung von rund 250 Studien. Demnach seien Intelligenztests ein Erfolg versprechendes Einstellungskriterium, heißt es in der Pressemitteilung der Universität Bonn. Die Intelligenz eines Mitarbeiters wirkt sich auf vier Teilbereiche des beruflichen Erfolges aus: auf die Arbeitsleistung, die berufliche Lernleistung, das Einkommen und die berufliche Laufbahn. Wenn ein Mitarbeiter unter Berücksichtigung seiner Intelligenz ausgewählt wird, erbringt er demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 80 Prozent eine hohe Arbeits- und Lernleistung – im Vergleich zu 50 Prozent bei herkömmlichen Auswahlverfahren. //[mst]//

Quelle: idw-online

Medizin Ein genetischer Fehler führt zu Schwerhörigkeit

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Gesundheit und Umwelt in München haben in Mäusen eine bisher unbekannte, genetische Ursache für Schwerhörigkeit gefunden. Die folgenreiche Mutation tritt in der Genklasse der so genannten micro-RNA auf. Der betreffende Genabschnitt beeinflusst die Bildung der Sinneshaarzellen im Ohr. Ist die Gensequenz verändert, werden die Mäuse im Alter schwerhörig, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Genetics. Auch bei schwerhörigen Menschen haben sie dieselbe genetische Veränderung gefunden. Die Forscher hoffen, dass dies ein Ansatz für neue Therapien bei Menschen sein könnte. //[mst]//

Quelle: idw-online

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