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28.04.2009

Umwelt Die nördlichen Ausläufer des Wilkins-Schelfeises werden instabil

Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Dienstag in Köln mit. Forscher des DLR hatten die Veränderungen mit dem Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X registriert. Demnach sei nach dem Zusammenbruch einer 50 Kilometer langen Eisbrücke die nördliche Eisfront des Schelfeises instabil geworden. Erste Eisberge seien vor rund einer Woche herausgebrochen. Die Brücke hatte das Schelfeis mit dem Packeis verbunden. Experten rechnen damit, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere 3.370 Quadratkilometer Eismasse wegbrechen könnten. Schelfeise sind schwimmende Eismassen, die die Antarktis umgeben. Klimaforscher vermuten, dass der Zerfall von Schelfeisgebieten mit der globalen Erwärmung zusammenhängt. In den vergangenen 30 Jahren sind sieben Schelfeise fast verschwunden oder vollständig zerbrochen. Dadurch seien rund 25.000 Quadratkilometer Eisfläche verloren gegangen. //[mst]//

Quelle: www.dlr.de

Biologie "Goldener Mais" soll den Vitaminmangel in Entwicklungsländern mindern

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter zum Teil tödlichem Vitaminmangel. Abhilfe soll spanischen Forschern zufolge eine gentechnisch veränderte Maissorte schaffen. Wie die Genetiker der Universität Lleida in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften – PNAS – schreiben, enthält der rötlich gefärbte Mais unter anderem 169 Mal mehr Beta-Carotin als herkömmliche Sorten. Der transgene Mais weist zudem sechsmal mehr Vitamin C sowie doppelt so viel Folsäure auf. Ob der "goldene Mais" tatsächlich in großem Maßstab angebaut werden kann, ist noch nicht absehbar. Der vor wenigen Jahren entwickelte "Goldene Reis", der ebenfalls reich an Beta-Carotin ist, konnte nach Kritik seitens der Umweltschützer und Ernährungswissenschaftler bislang nicht in großem Stil für die Bevölkerung in Entwicklungsländern angebaut werden. //[mst]//

Quelle: PNAS

Psychologie Schlafmangel macht Kinder verhaltensauffällig

Kinder, die lange Zeit zu wenig Schlaf bekommen, werden nicht müder, sondern sind häufiger verhaltensauffällig. Das ist das Ergebnis einer Studie finnischer Forscher aus Helsinki und des Nationalen Gesundheits- und Sozialamts in Finnland. Die Wissenschaftler hatten den Schlaf von 280 gesunden Kindern untersucht und geschaut, ob zu wenig Schlaf zu Verhaltensproblemen führt. Dabei sahen sie, dass Kinder, die nur 7,7 Stunden oder weniger pro Nacht schliefen, eher hyperaktiv und impulsiv waren. Schlafmangel hänge demnach statistisch stark mit Hyperaktivität zusammen, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Eurekalert!

Astronomie Astronomen haben das bislang fernste Objekt im Weltall entdeckt

Am vergangenen Donnerstagmorgen haben Forscher der Europäischen Südsternwarte mithilfe des Very Large Telescopes in Chile eine schwache Explosion von Gamma-Strahlung beobachtet. Dies sei eine Spur der Explosion des frühesten und am weitesten entfernten Objekts im Weltall, das je beobachtet worden sei, teilte die ESA heute in Garching mit. Die Explosion habe sich vor über 13 Milliarden Jahren ereignet – gerade einmal 600 Millionen Jahre nach dem Urknall. Auch mit dem Satelliten "Swift" der US-Weltraumbehörde NASA konnten Astronomen die zehn Sekunden lange Erscheinung im Sternbild Löwen beobachten. //[mst]//

Quelle: ESO/NASA

Technik Ein elektronischer Bildschirm ist so dünn wie Papier

Forscher der Universität von Cincinnati in Ohio nutzen für ein neues Display das Umgebungslicht. Dadurch ist eine Beleuchtung des Bildschirms nicht mehr notwendig. Wird an einem der Bildpunkte Spannung angelegt, breitet sich die flüssige Farbe im ganzen Bildpunkt aus, das Pixel wird dunkel. Wird keine Spannung angelegt, konzentriert sich die Tinte auf eine sehr kleine Fläche, das helle Aluminium in der Oberfläche bestimmt dann die Farbe. Dank einer Schaltzeit von wenigen Millisekunden könnten auf dem hauchdünnen Display sogar Videobilder abgespielt werden, bislang allerdings nur in schwarz-weiß, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Photonics. //[mst]//

Quelle: Nature photonics

Auszeichnungen Freispruch für Haverich

Axel Haverich von der Medizinischen Hochschule Hannover hat sich kein wissenschaftliches Fehlverhalten zuschulden kommen lassen. Zu diesem Schluss kam am Dienstag ein Ausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Herzchirurg Haverich und zwei seiner Mitarbeiter waren Oktober vergangenen Jahres als eines von vier Forscherteams für die Endrunde des vom Bundespräsidenten vergebenen Deutschen Zukunftspreises nominiert worden. Die Nomination galt der Entwicklung und erfolgreichen Transplantation mitwachsender Herzklappen für Kinder. Anschließend waren jedoch Vorwürfe wegen der angeblich fehlenden Innovation der Arbeiten erhoben worden, zudem wurden patentrechtliche Ansprüche geltend gemacht. Die Jury für den Deutschen Zukunftspreis hatte daraufhin die Nominierung unter Hinweis auf die "offene patentrechtliche Situation" zurückgezogen. //[mst]//

Quelle: www.dfg.de

27.04.2009

Biologie Die gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora darf ausgesät werden

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat einen Freilandversuch genehmigt. Von der Kartoffel gingen "keine Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt" aus, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Damit darf BASF die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel nun ausschließlich für Forschungszwecke aussäen. Die Firma habe zugesagt, sich bei der Freisetzung von Amflora an bestimmte Auflagen zu halten. Dies betrifft unter anderem eine verringerte Anbaufläche von nur 20 statt der ursprünglich geplanten 40 Hektar. Zudem solle es bei einem Versuchsanbau in Mecklenburg-Vorpommern bleiben. Schutzzäune rund um die Anbaufläche sollen dafür sorgen, dass die Kartoffel nicht in die Lebensmittel- und Futterkette gelangt. Die transgene Kartoffel Amflora hat einen höheren Stärkegehalt als andere Kartoffeln und kann etwa in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie eingesetzt werden. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Paläontologie Dinosaurier starben nicht durch einen Meteoriteneinschlag

Geologen der US-amerikanischen Universität Princeton widersprechen im Journal of the Geological Society der Theorie, dass der Einschlag eines Meteoriten im heutigen Mexiko vor rund 65 Millionen Jahren Ursache des Untergangs der Dinosaurier war. Den Autoren zufolge fiel der Meteorit nicht unmittelbar vor dem Massensterben vom Himmel, sondern bis zu 300.000 Jahre früher. Bei Untersuchungen verschiedener Erdschichten, die sich vor dem Einschlag bildeten, entdeckten die Forscher Spuren von mehr als 50 verschiedenen Organismen. Sämtliche dieser Arten konnten sie auch in jüngeren Sedimenten nachweisen, die erst nach dem Meteoriteneinschlag entstanden sind. Damit konnten sie Theorien anderer Forscher bestätigen, die schon früher einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Meteoriteneinschlag und dem Dinosauriersterben ausgeschlossen hatten. //[mst]//

Quelle: Eurekalert!/AlphaGalileo

Medizin  Gehirnzellen arbeiten im Takt

Bei Krankheiten wie Schizophrenie und Autismus werden Informationen im Gehirn zwar aufgenommen, aber nicht richtig verarbeitet. In beiden Fällen schwingen die Nervenzellen nicht im richtigen Takt. Das berichten Forscher der Universität Stanford im britischen Fachblatt Nature. Bei Versuchen mit Mäusen gelang es ihnen, spezielle Gehirnwellen – die so genannten Gammawellen - gezielt einzustellen. Dadurch konnten die Forscher die Leistung der Mäusegehirne beim Verarbeiten von Informationen verbessern. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Gammawellen bei Autisten im Gegensatz zu gesunden Menschen eine andere Intensität aufweisen, während bei Schizophrenie zu wenige der Neuronen vorhanden sind, die die Gammawellen erzeugen. //[mst]//

Quelle: NATURE

Auszeichnungen Die Nobelpreise bleiben von der Wirtschaftskrise unberührt

Das Preisgeld für die diesjährigen Nobelpreisträger wird trotz der Wirtschaftskrise nicht gekürzt. Wie die Nobel-Stiftung in Stockholm mitteilte, erhalten die Gewinner der einzelnen Kategorien auch 2009 wieder ein Preisgeld von zehn Millionen Kronen, umgerechnet 922.700 Euro. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Medizin Baden in Bleichmitteln lindert Hautexzeme

Das berichten Mediziner der Chicagoer Northwestern University im Fachblatt Pediatrics. Die Ärzte ließen Kinder in verdünnter Chlorbleiche baden, die neben Hautexzemen eine Superinfektion mit Staphylokokken hatten. Die betroffenen Körperteile, die mit Natriumhypochlorit in Kontakt gekommen waren, zeigten nach der Behandlung Heilungsspuren und einen verringerten Juckreiz. Die Bleiche tötet Bakterien ab, vor allem Staphylococcus aureus. Zwei Drittel aller Neurodermitis-Patienten leiden unter diesem Erreger, der als einer der Hauptauslöser heftiger Schübe gilt. Die Keime könnten zwar mit Antibiotika bekämpft werden, diese Methode birgt jedoch die Gefahr einer Resistenzbildung, so die Forscher. Durch die Bleiche-Bäder sei dieses Risiko nicht gegeben. //[mst]//

Quelle: EurekAlert!/Pediatrics

24.04.2009

Physik Physiker aus Stuttgart haben ein Rydberg-Molekül konstruiert

Das Molekül besteht aus zwei Rubidium-Atomen, einem normalen und einem Rydberg-Atom. Ein Rydberg-Atom hat ein Elektron, das sehr weit vom Kern entfernt kreist. Das Atom kann damit einen sehr großen Durchmesser erreichen. Physiker erzeugen diese Atome, um quantenmechanische Effekte leichter untersuchen zu können. Bislang galt es aber als unmöglich, ein Rydberg-Molekül herzustellen, bei dem das weit entfernte Elektron um beide Atomkerne kreist – obwohl Enrico Fermi die Theorie dafür bereits 1943 entwickelt hat. Physiker hoffen, mit Hilfe dieses Atoms die quantenmechanische Effekte, die zur Bindung von zwei Atomen führen, besser untersuchen zu können. //[gä]//

Quelle: bbc

Biologie Mit der Zucht kam die Farbe in das Pferde-Fell

Noch vor rund 5000 Jahren zeigten die Felle der Unpaarhufer nur zwei Farben: Schwarz und Rötlich-Braun. Erst danach wurden die Pferde farbenfroh; tauchten Schimmel, Füchse und Brauner auf, mischten sich die Farben zu neuen Mustern. Das berichten Forscher aus Deutschland, Spanien und den USA. Das Team hatte die für die Farben verantwortlichen Gene in Pferdeknochen untersucht. Dabei ergab sich, dass vor etwa 5000 Jahren die Felle der Tiere in Sibirien und Ost-Europa begannen, deutlich mehr Farb-Varianten aufzuweisen. Die Wissenschaftler werten das als einen weiteren Beleg dafür, dass Pferde um 3000 vor Christus in den Steppen Eurasiens gezähmt wurden. Eine entsprechende Studie hatte ein internationales Forscherteam in der ersten März-Ausgabe des Fachblattes Science vorgelegt. //[gä]//

Quelle: dpa/ddp/science bd. 324, 5926, 2009, s.485

Archäologie Die Indus-Zeichen sind tatsächlich eine Schrift

Darauf deutet eine statistische Analyse der Zeichen hin, die Forscher aus Indien im Fachblatt Science präsentieren. Die Indus-Schrift besteht aus Quadraten, Zacken, Rechtecken und komplizierten Mustern. Sie wurden vor 3900 bis 4500 Jahren von Menschen der Indus-Kultur in Tontafeln geritzt. Entdeckt wurden die Zeichen im 19. Jahrhundert, bis jetzt haben sie sich jedoch jedem Versuch widersetzt, entziffert zu werden. Historiker und Linguisten hatten daher 2002 argumentiert, es handele sich nicht um eine Schrift, sondern um religiösen oder politischen Zierrat. Dem widersprechen jetzt die Indischen Forscher. Ihre Analyse habe ergeben, dass die Logische Struktur der Zeichen genau der anderer Schriften entspreche – wie etwa Sanskrit, altes Tamilisch oder Sumerisch. //[gä]//

Quelle: dpa/ddp science bd. 324, 5926, 2009, doi10.1126/science.1170391

Chemie Metallatome machen Spinnfäden reißfester als Stahl

Das berichten Forscher aus Halle. Die Wissenschaftler hatten in die Spinnfäden Zink, Titan oder Aluminium eingeschleust. Die Atome hatten sich dabei nicht nur von Außen um den Faden gelegt, sondern waren auch in die Eiweiß-Verbindungen selbst eingedrungen. Die Fäden wurden dadurch etwa drei bis vier Mal belastbarer als ein vergleichbarer Stahl-Faden. Die Forscher hoffen, auch andere Naturfasern entsprechend verstärken zu können. Daraus ließen sich dann unter Umständen zum Beispiel Knochen-Prothesen herstellen. //[gä]//

Quelle: dpa/sz/science bd. 324, 5926, 2009

Biologie Forscher aus Korea haben leuchtende Hunde gezüchtet

Die Wissenschaftler der Universität in Seoul hatten dafür das Eiweiß einer See-Anemone mit Hilfe einer Genfähre in die allerersten Zellhaufen von Hunde-Embryos eingeschleust. Die Tiere fluoreszieren jetzt im ultravioletten Licht rot; der Effekt sei auch im Tageslicht noch erkennbar. Ein Kuriosum zu schaffen, war allerdings nicht das Ziel der Forscher. Sie hoffen, ihre Technik so weit verfeinern zu können, dass sie bestimmte Gene im Erbgut gezielt ausschalten können – ähnlich wie bei Knock-Out Mäusen. Damit ließen sich erbgutbedingte Krankheiten auch am Hund erforschen. Eine Reihe von Wissenschaftlern äußerte sich gegenüber dem New Scientist allerdings skeptisch zu dieser Absicht: Die Prozedur sei r langsam und umständlich. Außerdem würde sie unter westeuropäischen und amerikanischen Hundeliebhabern unter Umständen nicht auf Verständnis stoßen. //[gä]//

Quelle: new scientist/dpa

Biologie Das Erbgut der Kuh ist entschlüsselt

Es wird von zwei Forschergruppen in Science vorgestellt. Die erste Gruppe – das Rinder Genom Sequenzierungs- und Analyse- Konsortium – hat sich vor allem auf eine genaue Analyse der einzelne Gene konzentriert. Das Rind hat mindestens 22.000 davon, 14.345 haben Entsprechungen in sieben anderen Säugetieren. Die zweite Gruppe – die Rinder Hapmap-Arbeitsgemeinschaft – hat vor allem nach Spuren der Zähmung und Züchtung gesucht. Die Forscher zeigen auf, welche Erbanlagen, an der Milchproduktion und der Fleischqualität beteiligt sind. Die Wissenschaftler hoffen, durch ihren Vergleich die Kuh-Zucht künftig deutlich beeinflussen zu können. //[gä]//

Quelle: bbc/newscientist/nature.com/wiss.de/dpa/science bd. 324, 5926, 2009, s. 516-519

23.04.2009

Astronomie Forscher entdecken ein Himmelsobjekt aus der Frühzeit des Universums

Astronomen der Carnegie Institution in Washington beschreiben ihren Fund im Astrophysical Journal. Das Objekt hat ihren Angaben zufolge einen Durchmesser von 55.000 Lichtjahren und ist damit etwa halb so groß wie die Milchstraße. Worum es sich bei dem Himmelskörper handelt und woraus er besteht, wissen die Forscher noch nicht. Aus der Schwäche der empfangenen Signale schließen sie, dass das Licht 12,9 Milliarden Jahre brauchte, um zur Erde zu gelangen. Das Objekt stammt also aus einer Zeit, zu der das Universum erst 800 Millionen Jahre alt war. //[seyn]//

Quelle: Agenturen

Umwelt  Ein Teil des Great Barrier Reefs hat sich erholt

Ungeachtet des Klimawandels hat sich ein fast völlig zerstörter Teil am südlichen Ende des australischen Riffs innerhalb von nur zwölf Monaten erholt. Das sagte ein Sprecher der Behörde zur Erhaltung des Great Barrier Reefs der Nachrichtenagentur AFP. Normalerweise dauert es bis zu zehn Jahre, bis ein abgestorbenes Riff durch herangespülte Larven von entfernten Korallen wieder besiedelt wird. Die schnelle Erholung des Riffabschnitts sei auf eine seltene Kombination perfekter Bedingungen zurückzuführen, so der Sprecher. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich das Korallenwachstum vor der australischen Küste verlangsamt. Verantwortlich dafür ist nach Expertenansicht das durch den Klimawandel wärmere und durch den verstärkten Kohlendioxid-Eintrag saurere Wasser. Das Great Barrier Reef nimmt eine Fläche von fast 350.000 Quadratkilometern ein, und bildet die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Welt. //[seyn]//

Quelle: AFP

Psychologie Fernsehserien vertreiben die Einsamkeit

Das ist das Ergebnis von vier Studien, die Forscher der Universität von Buffalo und der Miami University im Fachmagazin Journal Of Experimental Social Psychology veröffentlicht haben. Die Wissenschaftler fanden in Befragungen heraus, dass sich ihre Probanden weniger einsam fühlten, wenn sie ihre Lieblingssendungen schauten. Ebenso half es gegen Einsamkeit, über die eigene Lieblingsserie zu schreiben. Offen bleibe weiterhin, betonen die Forscher, inwieweit Fernsehserien das Bedürfnis nach Gesellschaft tatsächlich erfüllen können oder dieses Bedürfnis nur zeitweise unterdrücken. Wer aber für einige Zeit aus bestimmten Gründen kaum soziale Kontakte pflegen könne, finde in den Fernsehserien durchaus Ersatz, so die Forscher. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

Umwelt  China nimmt ein Drittel seiner eigenen Kohlendioxid-Emissionen wieder auf

Forscher aus Peking haben ermittelt, wie viel Kohlendioxid die chinesischen Landökosysteme der Atmosphäre entnehmen. In der Fachzeitschrift Nature schätzen sie, dass die von der Vegetation in den vergangenen zwanzig Jahren aufgenommene Kohlendioxidmenge in etwa 28 bis 37 Prozent des landesweiten Kohlendioxidausstoßes entspricht. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, hatten die Forscher Atmosphären- und Ökosystemmodelle sowie Daten zur Biomasse und dem Kohlenstoffgehalt verschiedener Böden ausgewertet. Ihren Untersuchungen zufolge stellt der Nordosten Chinas durch die Zerstörung von Vegetation sowie Waldrodungen eine Kohlenstoffquelle dar. Dagegen nimmt der Süden Chinas durch großangelegte Aufforstungsprogramme, den regionalen Klimawandel und Naturschutzmaßnahmen deutlich mehr Kohlendioxid auf als er abgibt. //[seyn]//

Quelle: Nature doi:10.1038/nature07944

Biologie Ein neues Mittel tötet auch resistente Malaria-Parasiten

Britische Forscher haben einen Wirkstoff entwickelt, der an ein bestimmtes Enzym des gefährlichsten Malaria-Erregers Plasmodium falciparum bindet und dieses ausschaltet. Ohne das Enzym Dihydroorotat-Dehydrogenase kann der Parasit nicht wachsen und stirbt. Wie die Forscher im Journal Of Medicinal Chemistry schreiben, wirkt die Chemikalie auch gegen Parasiten, die schon Resistenzen gegen andere Wirkstoffe entwickelt haben. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

Medizin Der intensive Gebrauch von Ibuprofen erhöht das Risiko für Alzheimer

US-Amerikanische Forscher hatten die Wirkung nichtsteroidaler Antirheumatika wie Ibuprofen und Naproxen bei etwa 2700 älteren Probanden über zwölf Jahre hinweg untersucht. Zu Beginn der Studie waren die Testpersonen durchschnittlich 75 Jahre alt. Bei denjenigen, die einen sehr hohen Verbrauch dieser Medikamente hatten, erhöhte sich das Risiko an einer Demenz zu erkranken um 66 Prozent gegenüber Probanden, die nur wenige oder gar keine Schmerzmittel einnahmen. Als Probanden mit einem sehr hohen Verbrauch definierten die Forscher alle Testpersonen, die innerhalb einer Zwei-Jahres-Periode etwa 70 Prozent der Zeit mit Nichtsteroidalen Antirheumatika behandelt wurden. Die Forscher veröffentlichten ihre Studie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Neurology. Ihre Ergebnisse widersprechen bisherigen Erkenntnissen, denen zufolge Medikamente wie Ibuprofen und Naproxen eine Alzheimer-Erkrankung verhindern können. //[seyn]//

Quelle: Eurekalert

22.04.2009

Biologie Das menschliche Ohr hat einen eingebauten Verstärker

Winzige zusammengerollte Membranen, die auf den Haarzellen unserer Ohren sitzen, sorgen dafür, dass wir auch leise Töne deutlich wahrnehmen können. Das haben Forscher der University of Utah herausgefunden. Der Hörverstärker im Ohr funktioniert ganz ähnlich wie ein elektrischer Verstärker, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Plos One" der "Public Library of Science". Die so genannten Stereozilien bewegen sich angeregt durch den leisen Ton vor und zurück und erzeugen dabei Elektrizität. Das elektrische Signal wiederum wird im Gehirn wahrgenommen.

Quelle: Wissenschaft.de/Newswise

Ernährung Wer fettreiche Fischfilets isst, schützt sein Herz

Davon sind Forscher der Harvard Medical School überzeugt. Sie begleiteten 40.000 schwedische Männer im Alter von 45 bis 79 Jahren über sechs Jahre hinweg. Dabei werteten sie Informationen über die Ernährung der Probanden aus, und darüber wie oft diese eine Herzinsuffizienz entwickelten. Das Risiko für Herzinsuffizienzen, war bei den Probanden, die einmal pro Woche Lachs oder andere fette Fischarten zu sich nahmen, um zwölf Prozent geringer, als bei einer Diät ohne fettreichen Fisch. Hinweise auf diesen Zusammenhang sind nicht neu, bislang hatte es aber keine groß angelegte Langzeitstudie gegeben. Die Forscher berichten über ihre Studie im Fachblatt "European Heart Journal".

Quelle: EurekAlert

Naturschutz Afghanistan weist seinen ersten Nationalpark aus

Der neue Band-i-Amir Nationalpark umfasst ein Gebiet mit sechs Bergseen. Vor der Herrschaft der Taliban war die Region in der Mitte des Landes ein beliebtes Touristenziel. Dort leben bis heute Wölfe, Alpensteinbock, Urial-Schafe und der afghanische Schneefink, der vermutlich nur in Afghanistan vorkommt. Die US-amerikanische Hilfsorganisation USAID finanzierte die Forschung, die zur offiziellen Ausweisung des Nationalparks nötig war. Die lokale Bevölkerung soll in die Entscheidungen zum Schutz des Parks einbezogen werden.

Quelle: AP/Eurekalert

Zoologie Vitaminmangel treibt Chamäleons in die Sonne

Das entdeckten amerikanische Forscher, als sie Pantherchamäleons mit Vitamin-D-angereicherter Nahrung fütterten. Die Tiere verbrachten daraufhin wesentlich weniger Zeit mit Sonnenbaden als eine Kontrollgruppe, die mit normaler Nahrung gefüttert worden waren. In der Zeitschrift "Physiologcal and biochemical Zoology" vermuten die Forscher, dass Chamäleons die Fähigkeit besitzen ihren Vitamin D-Spiegel zu messen und ihre Sonnenbäder daran anzupassen. Mit Hilfe von UV-Strahlung können Chamäleons genauso wie Menschen und die meisten anderen Wirbeltiere das für den Calcium-Haushalt wichtige Vitamin D im eigenen Körper bilden.

Quelle: Physiological and Biochemical Zoology 82(3):218-225. 2009. DOI: 10.1086/597525

Zoologie Weibliche Grillen nutzen Erfahrungswerte

Das haben Forscher der University of California herausgefunden. Sie berichten über ihre Arbeit im Fachblatt "Biology Letters". Die Wissenschaftler spielten den Grillenweibchen im Labor den Gesang verschiedener Männchen vor. Dabei stellten sie fest, dass sich die weiblichen Grillen erinnern konnten, welche Gesänge sie einige Zeit zuvor gehört hatten. War der erinnerte Gesang der eines sehr attraktiven Männchens, verschmähten sie am nächsten Tag durchschnittliche Geschlechtspartner. Umgekehrt hatten durchschnittliche Männchen eine Chance, wenn der Gesang vom Vortag von einem unattraktiven Männchen gestammt hatte.

Quelle: EurekAlert

Paläontologie Ein straußenähnlicher Gigant wog 600 Kilogramm

Die Überreste des Tieres entdeckten amerikanische und chinesische Forscher in der Provinz Gansu in China. Wie sie in den "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" berichten gehört das Tier zu einer neuen Art der Ornithomimosaurier. Es starb Knochenanalysen zufolge im 13 Jahren. Die Forscher vermuten, das es zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgewachsen war. Da es trotzdem schon 600 Kilogramm wog, stellt die neue Art eine der bislang größten Arten der straußenähnlichen Ornithomimosaurier dar.

Quelle: Proc. R. Soc. B doi:10.1098/rspb.2009.0236

Meteorologie Die großen Flüsse der Erde führen immer weniger Wasser

Das geht aus einer Studie hervor die im "Journal of climate" der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft erscheint. Die Forscher hatten untersucht, wie sich mehr als 900 Flüsse in den vergangenen 50 Jahren verändert haben. Allein in den Pazifik fließen demnach heute 526 Kubikkilometer Süßwasser weniger als noch vor 50 Jahren. Das entspricht der Wassermenge, die der Mississippi jedes Jahr ins Meer entlässt. Deutlich erhöht haben sich die Süßwassermengen nur in der Arktis. Die Forscher sehen in den Veränderungen Folgen des Klimawandels. Während in den hohen Breiten Gletscher und Eispanzer schmelzen, verdunstet in mittleren und niederen Breiten immer mehr Flusswasser bevor es den Ozean erreicht. Durch Unterschiede in Temperatur und Salzgehalt beeinflusst das ins Meer gelangende Süßwasser die globalen Meeresströmungen.

Quelle: Agenturen, BBC

Paläontologie Eine Lücke im Stammbaum der Tyrannosaurier ist geschlossen

Chinesische und amerikanische Forscher haben in der Wüste Gobi die hundert Millionen Jahre alten Überreste eines Tyrannosaurus-Vorfahren entdeckt. Nach den Angaben der Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" war das Tier etwa 1 Meter 50 groß und wog über 250 Kilogramm. Bislang waren nur wesentlich ältere und wesentlich jüngere Überreste gefunden worden. Zwischen diesen schon gewaltig ausgeprägten Tiere der Art Tyrannosaurus Rex und ihren Vorfahren klaffte eine 80 Millionen Jahre lange Lücke, die mit den neuen Funden geschlossen werden kann. Nach Ansicht der Forscher gehört der neue Saurier zu einer Seitengruppe des Stammbaums der Tyrannosaurier.

Quelle: Proc. R. Soc. B doi:10.1098/rspb.2009.0249

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