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30.04.2009

Technik Die schnellste Kamera der Welt arbeitet mit tausendfacher Geschwindigkeit.

Wie das Fachmagazin „Nature“ berichtet, sind mit der neuen Kamera Belichtungszeiten von 440 Billionstel Sekunden möglich. Und bei Bildserien beträgt der Abstand zwischen den einzelnen Aufnahmen nur noch 163 Milliardstel Sekunden. Um dies zu bewerkstelligen, kommt eine spezielle Technik zum Einsatz. Dabei wird das zweidimensionale Bild zeitabhängig verschlüsselt und optisch verstärkt. Dieses Signal lässt sich dann von einem Lichtdetektor erfassen und aus dem Signal wird schließlich das Bild digital rekonstruiert. Auf diese Weise umgeht die neue Technik den sonst notwendigen Kompromiss zu Gunsten hoher Empfindlichkeit oder hoher Bildgeschwindigkeit. Außerdem benötigt die neue Kamera keine besonders helle Lichtquelle. Eingesetzt werden könnte sie in der Medizin bei Laseroperationen oder bei der Aufnahme von Stoßwellen. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 458, Seite 1145

Medizin Forscher aus Münster finden einen weiteren Baustein zum Verständnis von Multipler Sklerose.

Die Wissenschaftler haben den Mechanismus entschlüsselt, der bestimmte weiße Blutkörperchen ins Gehirn lockt. Bei den entsprechenden weißen Blutkörperchen handelt es sich vor allem um T-Lymphozyten. Im Gehirn vom MS-Patienten zerstören sie das Nervensystem. In dem Fachmagazin „Nature Medicine“ berichten die Münsteraner von Experimenten mit Mäusen. Diese erklären offenbar, wie es T-Lymphozyten gelingt, die Bluthirnschranke zu passieren. Die Bluthirnschranke schützt normalerweise das Gehirn vor Molekülen aus dem Körper. T-Lymphozyten können diese Schranke passieren, wenn es ihnen gelingt, die Gefäßwand nach außen zu durchwandern. Dazu nutzen sie bestimmte Rezeptoren, um die letzte Isolationsschicht der Blutgefäße – die Basalmembran – auf passierbare Stellen abzutasten. Für die Forscher ist dies eine wichtige Erkenntnis. Sie bietet nämlich einen neuen Ansatz, um den Zustrom der T-Lymphozyten ins Gehirn zu blockieren. //[tj]//

Pflanzenphysiologie Ein Gen stärkt die Abwehr von Pflanzen gegen die Blattlaus.

Forscher vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena haben gemeinsam mit französischen Forschern ein spezielles Gen entdeckt, das bei allen Pflanzen vorkommt.. Es handelt sich dabei um das Gen mit dem Namen CYP81F2. Es bewirkt eine chemische Veränderung der natürlich vorkommenden Abwehrstoffe einer Pflanze - speziell der so genannten Senföl-Glycoside. Diese prägen den stechend-scharfen Geschmack von Senf, Meerrettich oder Kohlgewächsen. Sie verteidigen Pflanzen jedoch auch gegen Blattläuse. Über diese Entdeckung schreibt die Fachzeitschrift „The Plant Cell“. //[tj]//

Forschungspolitik Südkorea will die Forschung mit menschlichen Stammzellen wieder zulassen.

Das hat die staatliche Bioethik-Kommission gestern in Seoul entschieden. In dem asiatischen Land war Stammzellforschung, die menschliche Eizellen verwendet, seit einem spektakulären Betrugsskandal um den Klonforscher Hwang Woo Suk vor drei Jahren eingestellt worden. Jetzt darf in einem Krankenhaus in der Hauptstadt wieder mit menschlichen Eizellen geforscht werden, allerdings sollen sich die Forscher dabei hauptsächlich auf Experimente mit Tieren konzentrieren und sich überdies mit Bioethikern beraten – so die Bedingung. //[tj]//

Raumfahrt Mondpläne der Nasa wackeln.

Bis zum Jahr 2024 wollte die US- Weltraumbehörde eine permanente Mondbasis einrichten. Davon ist jetzt allerdings nicht mehr die Rede. Die Nasa kündigte eine Kurskorrektur an. Wie das Fachblatt „New Scientist“ berichtet, will die Nasa statt zum Mond, gleich auf den Mars - und für beides reiche das Geld nicht. Außerdem beschloss die Behörde, die Zahl der Besatzungsmitglieder in ihren neuen „Orion“-Raumschiffen von sechs auf vier zu verkleinern. Ohne diese Änderung sei der Shuttle-Nachfolger nicht wie geplant in sechs Jahren fertig. Ab Mitte kommenden Jahres – wenn der Shuttle-Betrieb eingestellt wird – bis zur Fertigstellung von Orion, sind die USA bei Flügen zur Internationalen Raumstation ISS auf russische Sojus-Raumschiffe angewiesen. //[tj]//

Biologie Mit orangefarbenen Bauch lassen sich Eidechsen- Männchen abwimmeln.

In der Paarungszeit sind Weibchen einer australischen Eidechsenart am Bauch und am Hals auffällig orangefarben. Sie regen damit die Balz der Männchen an. Und die sind nicht mehr zu stoppen. Denn auch wenn die Eier der Weibchen bereits befruchtet sind, wollen sie sich weiterhin paaren. Australische Forscher aus Melbourne haben nun eine besondere Abwimmel-Taktik beobachtet. Wenn Fluchtversuche nicht helfen, werfen sich die Weibchen auf den Rücken und zeigen dem unaufhörlich Balzenden ihren orangefarbenen Bauch. Das wirkt, die Männchen lassen ab. Das ungewöhnliche Manöver der Weibchen ist noch von keiner anderen Eidechsenart bekannt. //[tj]//
29.04.2009

Umwelt Im Endlager Asse II bröckelt die Decke.

Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) heute mitteilte, drohen größere Gesteinsbrocken aus der Decke auf eingelagerte Fässer zu fallen. Zur Vermeidung von Gefahren würden die Fässer abgedeckt und die Brocken entfernt. Die Gefahr eines Deckeneinsturzes bestehe nicht. Die Stabilität sei generell nicht gefährdet, erklärte das Ministerium. Mit den Sicherungsarbeiten bis Ende kommender Woche solle verhindert werden, dass Fässer unter Umständen beschädigt werden oder radioaktiv belasteter Staub aufgewirbelt wird. Die drohende Ablösung von Gestein sei bei einer Befahrung des Lagers in 725 Metern Tiefe in der Einlagerungskammer 7 entdeckt worden. [mst]

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz

Medizin Forscher entdecken bei Rauchern den Auslöser von Lungenkrankheiten.

Demnach wird die Produktion des Proteins Osteopontin in der Lunge erhöht, berichten Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg in der Maiausgabe des American Journal of Pathology. Die Forscher hatten den Osteopontinspiegel von lungenkranken Rauchern mit denen gesunder Rauchern und Nichtraucher verglichen. Dabei sahen sie, dass die kranken Patienten hohe Werte dieses Proteins zeigten, während das Niveau bei gesunden Rauchern geringer war. Bei Nichtrauchern konnten sie das Protein nicht nachweisen. Demnach lockt das Protein Immunzellen an, die sich in der Lunge festsetzen und im Extremfall zu Vernarbungen führen können. Zudem konnten die Autoren der Studie zeigen, dass Nikotin die zelluläre Produktion des Proteins steigert. Damit bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen einer Überproduktion und dem Rauchen von Tabak, so die Forscher. [mst]

Quelle: idw-online

Medizin Autismus kann eine genetische Ursache haben.

Das berichteten US-amerikanische Forscher im britischen Fachblatt NATURE. Sie hatten das Erbgut von mehr als 10.000 Personen auf Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Autismus untersucht. Bei Autisten entdeckten die Forscher in einer Region auf Chromosom 5 zwischen den Genen CDH9 und CDH10 genetische Unterschiede, so genannte Einzelnukleotid-Polymorphismen. Beide Erbanlagen enthalten die Information für den Bau bestimmter Proteine, die für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen wichtig sind. Bei autistischen Störungen sei diese Übermittlung höchstwahrscheinlich gestört, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: Nature

Ingenieurwissenschaften Eine Sonnenbrille verdunkelt sich blitzartig bei Sonnenschein.

Japanische Materialforscher haben einen so genannten photochromen Stoff entwickelt, der sich innerhalb von 30 Millisekunden von durchsichtig nach dunkelblau verfärbt, sobald er ultravioletter Strahlung ausgesetzt ist. Die neue Version der photochromen Substanz sei nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr stabil, berichten die Forscher im Journal of the Chemical Society. Damit könnte das Material Anwendung sowohl in Sonnenbrillen als auch in optischen Datenspeichern finden. [mst]

Quelle: wissenschaft.de

Biologie Spatzenschwärme sind erfinderisch.

Das berichten Biologen aus Ungarn im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences - PNAS. Um die Gruppendynamik bei den Vögeln zu beobachten fingen sie wilde Haussperlinge, die in der Stadt und auf dem Land lebten. Anschließend mussten die Tiere Aufgaben lösen, etwa Türen aufschieben, um an Futter zu kommen. Dabei sahen die Forscher, dass die Spatzen aus größeren Gruppen die Futterspender häufiger und schneller öffneten als ihre Artgenossen aus kleineren Gruppen. Zudem schnitten die Sperlinge aus der Stadt besser ab als die Vögel aus den ländlichen Regionen. Die Autoren der Studie vermuten, dass die Vögel in der Stadt häufiger mit Aufgaben konfrontiert werden, die flexible Lösungen erfordern. [mst]

Quelle: PNAS

Polarforschung Die Europäische Union ist immer noch nicht im Arktisrat vertreten.

Damit sei die Entscheidung über die Bewerbung der Europäischen Kommission ebenso wie die von China, Südkorea und Italien auf 2011 verschoben worden, berichten Agenturen vom Ministertreffen des Arktischen Rates im norwegischen Tromso. Der Rat brauche mehr Zeit, über die Rolle der Beobachter zu beraten, hieß es weiter. Kanada sei wegen des anstehenden EU-weiten Importverbots für Robbenprodukte derzeit gegen einen permanenten Beobachterstatus für die EU. Dem Arktisrat gehören Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden, Russland, Kanada und die USA an. [mst]
28.04.2009

Umwelt Die nördlichen Ausläufer des Wilkins-Schelfeises werden instabil

Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Dienstag in Köln mit. Forscher des DLR hatten die Veränderungen mit dem Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X registriert. Demnach sei nach dem Zusammenbruch einer 50 Kilometer langen Eisbrücke die nördliche Eisfront des Schelfeises instabil geworden. Erste Eisberge seien vor rund einer Woche herausgebrochen. Die Brücke hatte das Schelfeis mit dem Packeis verbunden. Experten rechnen damit, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere 3.370 Quadratkilometer Eismasse wegbrechen könnten. Schelfeise sind schwimmende Eismassen, die die Antarktis umgeben. Klimaforscher vermuten, dass der Zerfall von Schelfeisgebieten mit der globalen Erwärmung zusammenhängt. In den vergangenen 30 Jahren sind sieben Schelfeise fast verschwunden oder vollständig zerbrochen. Dadurch seien rund 25.000 Quadratkilometer Eisfläche verloren gegangen. //[mst]//

Quelle: www.dlr.de

Biologie "Goldener Mais" soll den Vitaminmangel in Entwicklungsländern mindern

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter zum Teil tödlichem Vitaminmangel. Abhilfe soll spanischen Forschern zufolge eine gentechnisch veränderte Maissorte schaffen. Wie die Genetiker der Universität Lleida in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften – PNAS – schreiben, enthält der rötlich gefärbte Mais unter anderem 169 Mal mehr Beta-Carotin als herkömmliche Sorten. Der transgene Mais weist zudem sechsmal mehr Vitamin C sowie doppelt so viel Folsäure auf. Ob der "goldene Mais" tatsächlich in großem Maßstab angebaut werden kann, ist noch nicht absehbar. Der vor wenigen Jahren entwickelte "Goldene Reis", der ebenfalls reich an Beta-Carotin ist, konnte nach Kritik seitens der Umweltschützer und Ernährungswissenschaftler bislang nicht in großem Stil für die Bevölkerung in Entwicklungsländern angebaut werden. //[mst]//

Quelle: PNAS

Psychologie Schlafmangel macht Kinder verhaltensauffällig

Kinder, die lange Zeit zu wenig Schlaf bekommen, werden nicht müder, sondern sind häufiger verhaltensauffällig. Das ist das Ergebnis einer Studie finnischer Forscher aus Helsinki und des Nationalen Gesundheits- und Sozialamts in Finnland. Die Wissenschaftler hatten den Schlaf von 280 gesunden Kindern untersucht und geschaut, ob zu wenig Schlaf zu Verhaltensproblemen führt. Dabei sahen sie, dass Kinder, die nur 7,7 Stunden oder weniger pro Nacht schliefen, eher hyperaktiv und impulsiv waren. Schlafmangel hänge demnach statistisch stark mit Hyperaktivität zusammen, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: Eurekalert!

Astronomie Astronomen haben das bislang fernste Objekt im Weltall entdeckt

Am vergangenen Donnerstagmorgen haben Forscher der Europäischen Südsternwarte mithilfe des Very Large Telescopes in Chile eine schwache Explosion von Gamma-Strahlung beobachtet. Dies sei eine Spur der Explosion des frühesten und am weitesten entfernten Objekts im Weltall, das je beobachtet worden sei, teilte die ESA heute in Garching mit. Die Explosion habe sich vor über 13 Milliarden Jahren ereignet – gerade einmal 600 Millionen Jahre nach dem Urknall. Auch mit dem Satelliten "Swift" der US-Weltraumbehörde NASA konnten Astronomen die zehn Sekunden lange Erscheinung im Sternbild Löwen beobachten. //[mst]//

Quelle: ESO/NASA

Technik Ein elektronischer Bildschirm ist so dünn wie Papier

Forscher der Universität von Cincinnati in Ohio nutzen für ein neues Display das Umgebungslicht. Dadurch ist eine Beleuchtung des Bildschirms nicht mehr notwendig. Wird an einem der Bildpunkte Spannung angelegt, breitet sich die flüssige Farbe im ganzen Bildpunkt aus, das Pixel wird dunkel. Wird keine Spannung angelegt, konzentriert sich die Tinte auf eine sehr kleine Fläche, das helle Aluminium in der Oberfläche bestimmt dann die Farbe. Dank einer Schaltzeit von wenigen Millisekunden könnten auf dem hauchdünnen Display sogar Videobilder abgespielt werden, bislang allerdings nur in schwarz-weiß, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Photonics. //[mst]//

Quelle: Nature photonics

Auszeichnungen Freispruch für Haverich

Axel Haverich von der Medizinischen Hochschule Hannover hat sich kein wissenschaftliches Fehlverhalten zuschulden kommen lassen. Zu diesem Schluss kam am Dienstag ein Ausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Herzchirurg Haverich und zwei seiner Mitarbeiter waren Oktober vergangenen Jahres als eines von vier Forscherteams für die Endrunde des vom Bundespräsidenten vergebenen Deutschen Zukunftspreises nominiert worden. Die Nomination galt der Entwicklung und erfolgreichen Transplantation mitwachsender Herzklappen für Kinder. Anschließend waren jedoch Vorwürfe wegen der angeblich fehlenden Innovation der Arbeiten erhoben worden, zudem wurden patentrechtliche Ansprüche geltend gemacht. Die Jury für den Deutschen Zukunftspreis hatte daraufhin die Nominierung unter Hinweis auf die "offene patentrechtliche Situation" zurückgezogen. //[mst]//

Quelle: www.dfg.de

27.04.2009

Biologie Die gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora darf ausgesät werden

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat einen Freilandversuch genehmigt. Von der Kartoffel gingen "keine Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt" aus, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Damit darf BASF die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel nun ausschließlich für Forschungszwecke aussäen. Die Firma habe zugesagt, sich bei der Freisetzung von Amflora an bestimmte Auflagen zu halten. Dies betrifft unter anderem eine verringerte Anbaufläche von nur 20 statt der ursprünglich geplanten 40 Hektar. Zudem solle es bei einem Versuchsanbau in Mecklenburg-Vorpommern bleiben. Schutzzäune rund um die Anbaufläche sollen dafür sorgen, dass die Kartoffel nicht in die Lebensmittel- und Futterkette gelangt. Die transgene Kartoffel Amflora hat einen höheren Stärkegehalt als andere Kartoffeln und kann etwa in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie eingesetzt werden. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Paläontologie Dinosaurier starben nicht durch einen Meteoriteneinschlag

Geologen der US-amerikanischen Universität Princeton widersprechen im Journal of the Geological Society der Theorie, dass der Einschlag eines Meteoriten im heutigen Mexiko vor rund 65 Millionen Jahren Ursache des Untergangs der Dinosaurier war. Den Autoren zufolge fiel der Meteorit nicht unmittelbar vor dem Massensterben vom Himmel, sondern bis zu 300.000 Jahre früher. Bei Untersuchungen verschiedener Erdschichten, die sich vor dem Einschlag bildeten, entdeckten die Forscher Spuren von mehr als 50 verschiedenen Organismen. Sämtliche dieser Arten konnten sie auch in jüngeren Sedimenten nachweisen, die erst nach dem Meteoriteneinschlag entstanden sind. Damit konnten sie Theorien anderer Forscher bestätigen, die schon früher einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Meteoriteneinschlag und dem Dinosauriersterben ausgeschlossen hatten. //[mst]//

Quelle: Eurekalert!/AlphaGalileo

Medizin  Gehirnzellen arbeiten im Takt

Bei Krankheiten wie Schizophrenie und Autismus werden Informationen im Gehirn zwar aufgenommen, aber nicht richtig verarbeitet. In beiden Fällen schwingen die Nervenzellen nicht im richtigen Takt. Das berichten Forscher der Universität Stanford im britischen Fachblatt Nature. Bei Versuchen mit Mäusen gelang es ihnen, spezielle Gehirnwellen – die so genannten Gammawellen - gezielt einzustellen. Dadurch konnten die Forscher die Leistung der Mäusegehirne beim Verarbeiten von Informationen verbessern. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Gammawellen bei Autisten im Gegensatz zu gesunden Menschen eine andere Intensität aufweisen, während bei Schizophrenie zu wenige der Neuronen vorhanden sind, die die Gammawellen erzeugen. //[mst]//

Quelle: NATURE

Auszeichnungen Die Nobelpreise bleiben von der Wirtschaftskrise unberührt

Das Preisgeld für die diesjährigen Nobelpreisträger wird trotz der Wirtschaftskrise nicht gekürzt. Wie die Nobel-Stiftung in Stockholm mitteilte, erhalten die Gewinner der einzelnen Kategorien auch 2009 wieder ein Preisgeld von zehn Millionen Kronen, umgerechnet 922.700 Euro. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Medizin Baden in Bleichmitteln lindert Hautexzeme

Das berichten Mediziner der Chicagoer Northwestern University im Fachblatt Pediatrics. Die Ärzte ließen Kinder in verdünnter Chlorbleiche baden, die neben Hautexzemen eine Superinfektion mit Staphylokokken hatten. Die betroffenen Körperteile, die mit Natriumhypochlorit in Kontakt gekommen waren, zeigten nach der Behandlung Heilungsspuren und einen verringerten Juckreiz. Die Bleiche tötet Bakterien ab, vor allem Staphylococcus aureus. Zwei Drittel aller Neurodermitis-Patienten leiden unter diesem Erreger, der als einer der Hauptauslöser heftiger Schübe gilt. Die Keime könnten zwar mit Antibiotika bekämpft werden, diese Methode birgt jedoch die Gefahr einer Resistenzbildung, so die Forscher. Durch die Bleiche-Bäder sei dieses Risiko nicht gegeben. //[mst]//

Quelle: EurekAlert!/Pediatrics

24.04.2009

Physik Physiker aus Stuttgart haben ein Rydberg-Molekül konstruiert

Das Molekül besteht aus zwei Rubidium-Atomen, einem normalen und einem Rydberg-Atom. Ein Rydberg-Atom hat ein Elektron, das sehr weit vom Kern entfernt kreist. Das Atom kann damit einen sehr großen Durchmesser erreichen. Physiker erzeugen diese Atome, um quantenmechanische Effekte leichter untersuchen zu können. Bislang galt es aber als unmöglich, ein Rydberg-Molekül herzustellen, bei dem das weit entfernte Elektron um beide Atomkerne kreist – obwohl Enrico Fermi die Theorie dafür bereits 1943 entwickelt hat. Physiker hoffen, mit Hilfe dieses Atoms die quantenmechanische Effekte, die zur Bindung von zwei Atomen führen, besser untersuchen zu können. //[gä]//

Quelle: bbc

Biologie Mit der Zucht kam die Farbe in das Pferde-Fell

Noch vor rund 5000 Jahren zeigten die Felle der Unpaarhufer nur zwei Farben: Schwarz und Rötlich-Braun. Erst danach wurden die Pferde farbenfroh; tauchten Schimmel, Füchse und Brauner auf, mischten sich die Farben zu neuen Mustern. Das berichten Forscher aus Deutschland, Spanien und den USA. Das Team hatte die für die Farben verantwortlichen Gene in Pferdeknochen untersucht. Dabei ergab sich, dass vor etwa 5000 Jahren die Felle der Tiere in Sibirien und Ost-Europa begannen, deutlich mehr Farb-Varianten aufzuweisen. Die Wissenschaftler werten das als einen weiteren Beleg dafür, dass Pferde um 3000 vor Christus in den Steppen Eurasiens gezähmt wurden. Eine entsprechende Studie hatte ein internationales Forscherteam in der ersten März-Ausgabe des Fachblattes Science vorgelegt. //[gä]//

Quelle: dpa/ddp/science bd. 324, 5926, 2009, s.485

Archäologie Die Indus-Zeichen sind tatsächlich eine Schrift

Darauf deutet eine statistische Analyse der Zeichen hin, die Forscher aus Indien im Fachblatt Science präsentieren. Die Indus-Schrift besteht aus Quadraten, Zacken, Rechtecken und komplizierten Mustern. Sie wurden vor 3900 bis 4500 Jahren von Menschen der Indus-Kultur in Tontafeln geritzt. Entdeckt wurden die Zeichen im 19. Jahrhundert, bis jetzt haben sie sich jedoch jedem Versuch widersetzt, entziffert zu werden. Historiker und Linguisten hatten daher 2002 argumentiert, es handele sich nicht um eine Schrift, sondern um religiösen oder politischen Zierrat. Dem widersprechen jetzt die Indischen Forscher. Ihre Analyse habe ergeben, dass die Logische Struktur der Zeichen genau der anderer Schriften entspreche – wie etwa Sanskrit, altes Tamilisch oder Sumerisch. //[gä]//

Quelle: dpa/ddp science bd. 324, 5926, 2009, doi10.1126/science.1170391

Chemie Metallatome machen Spinnfäden reißfester als Stahl

Das berichten Forscher aus Halle. Die Wissenschaftler hatten in die Spinnfäden Zink, Titan oder Aluminium eingeschleust. Die Atome hatten sich dabei nicht nur von Außen um den Faden gelegt, sondern waren auch in die Eiweiß-Verbindungen selbst eingedrungen. Die Fäden wurden dadurch etwa drei bis vier Mal belastbarer als ein vergleichbarer Stahl-Faden. Die Forscher hoffen, auch andere Naturfasern entsprechend verstärken zu können. Daraus ließen sich dann unter Umständen zum Beispiel Knochen-Prothesen herstellen. //[gä]//

Quelle: dpa/sz/science bd. 324, 5926, 2009

Biologie Forscher aus Korea haben leuchtende Hunde gezüchtet

Die Wissenschaftler der Universität in Seoul hatten dafür das Eiweiß einer See-Anemone mit Hilfe einer Genfähre in die allerersten Zellhaufen von Hunde-Embryos eingeschleust. Die Tiere fluoreszieren jetzt im ultravioletten Licht rot; der Effekt sei auch im Tageslicht noch erkennbar. Ein Kuriosum zu schaffen, war allerdings nicht das Ziel der Forscher. Sie hoffen, ihre Technik so weit verfeinern zu können, dass sie bestimmte Gene im Erbgut gezielt ausschalten können – ähnlich wie bei Knock-Out Mäusen. Damit ließen sich erbgutbedingte Krankheiten auch am Hund erforschen. Eine Reihe von Wissenschaftlern äußerte sich gegenüber dem New Scientist allerdings skeptisch zu dieser Absicht: Die Prozedur sei r langsam und umständlich. Außerdem würde sie unter westeuropäischen und amerikanischen Hundeliebhabern unter Umständen nicht auf Verständnis stoßen. //[gä]//

Quelle: new scientist/dpa

Biologie Das Erbgut der Kuh ist entschlüsselt

Es wird von zwei Forschergruppen in Science vorgestellt. Die erste Gruppe – das Rinder Genom Sequenzierungs- und Analyse- Konsortium – hat sich vor allem auf eine genaue Analyse der einzelne Gene konzentriert. Das Rind hat mindestens 22.000 davon, 14.345 haben Entsprechungen in sieben anderen Säugetieren. Die zweite Gruppe – die Rinder Hapmap-Arbeitsgemeinschaft – hat vor allem nach Spuren der Zähmung und Züchtung gesucht. Die Forscher zeigen auf, welche Erbanlagen, an der Milchproduktion und der Fleischqualität beteiligt sind. Die Wissenschaftler hoffen, durch ihren Vergleich die Kuh-Zucht künftig deutlich beeinflussen zu können. //[gä]//

Quelle: bbc/newscientist/nature.com/wiss.de/dpa/science bd. 324, 5926, 2009, s. 516-519

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