Dienstag, 10.12.2019
 
Seit 19:05 Uhr Kommentar
09.04.2010

Geologie Auf der Venus können Vulkane offenbar doch noch ausbrechen.

Es würden ihnen allerdings an Dramatik mangeln: Statt gewaltsam aus dem Boden hervorzubrechen, dürften die Lavamassen eher gemächlich dem Grunde entströmen. Das legen Infrarot-Messungen der Raumsonde Venus Express nahe, die ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt in Köln in "Science" vorstellen. Die Raumsonde hatte insgesamt neun Stellen auf der Venus ausmachen können, unter denen wahrscheinlich aktive Magmakammern lagern. Sichere Spuren von Vulkanausbrüchen seien jünger als 2,5 Millionen Jahre, so die Forscher, es sei jedoch wahrscheinlich, dass Vulkane auch heute noch ausbrechen könnten. Astronomen hatten lange vermutet, dass die Venus keine aktiven Vulkane mehr habe. //[gät]//

Quelle: Science

Botanik Die Zucht ändert die Pflanze stärker als die Gentechnik.

Diesen Schluss ziehen Forscher der Universität Giessen aus ihrer Untersuchung von transgener Gerste. Das Getreide sollte mit Hilfe eines zusätzlichen Gens in der Lage sein, sich besser gegen Pilze zu wehren. Eine Untersuchung der Pflanzen habe ergeben, dass sich die Aktivität der Erbanlagen durch das neu hinzugefügte Gen kaum geändert habe. Bei durch die Zucht geschaffenen Gerste-Arten dagegen seien bis zu 1660 unterschiedliche Gene aktiv, so die Wissenschaftler weiter. //[gät]//

Ozeanographie Die tiefsten heißen Quellen brodeln 5000 Meter unter dem Meer.

Ihr Schlot steht im Cayman-Graben; er wurde von Forschern aus Großbritannien entdeckt. Die Quelle zählt zu den so genannten „Black Smokers“, Schwarzen Rauchern. Sie heißen so, weil im ausströmenden heißen Wasser gelöste Eisensalze beim Abkühlen ausfällen und den Wasserstrom dunkel färben. Die ersten Unterwasser-Geysire dieser Art wurden erst von rund 30 Jahren entdeckt, die meisten öffnen sich in anderthalb bis drei Kilometern Tiefe. Der neu entdeckte unterbietet den bisherigen Rekord um gut 500 Meter; das ausströmende Wasser hat eine Hitze von rund 330 Grad Celsius. Für Biologen sind diese Quellen besonders interessant, weil sich in ihrer Nähe eine ganz eigene Flora und Fauna entwickelt hat. //[gät]//

Medizin Ein Peptid hilft Krebsmedikamenten in den Tumor.

Und richtig verabreicht, unterstützt es die Wirkung der Arznei noch. Das notieren Forscher aus den USA im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten bereits nachweisen können, dass das Peptid iRGD Krebsmedikamenten hilft, in den Tumor einzudringen, ohne dabei gesunde Zellen zu beeinträchtigen. Allerdings hatten sie dafür die Wirkstoffe zu einem Serum verbunden. Das kann die Effizienz beeinträchtigen. Die Forscher testeten daher, ob sich die beiden Stoffe – Medikament und Peptid – auch getrennt spritzen lassen. Wie das Team berichtet, funktioniert dieses Vorgehen nicht nur, es verbessert die Wirksamkeit des Medikamentes auch noch. Die Versuche wurden bislang an Mäusen unternommen. Ob sie auch beim Menschen funktionieren, müssen die Forscher noch nachweisen. //[gät]//

Quelle: Science

08.04.2010

Chemie Ein russisch-amerikanisches Forscherteam hat ein neues chemisches Element hergestellt.

Es hat 117 Protonen im Atomkern. Noch hat das neue Element keinen offiziellen Namen. Die Forscher, die am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna bei Moskau arbeiten, konnten ganze sechs Atome der neuen Substanz herstellen. Obgleich das neue Element nach Sekundenbruchteilen zerfällt, hoffen die Forscher, dass es bei der Suche nach der sogenannten Insel der Stabilität hilft. Nach dieser Theorie nimmt die Lebenszeit besonders schwerer Elemente zu. Das jetzt gefundene Element 117 könnte ein Zwischenschritt dorthin sein. Sein schwererer Nachbar mit der Ordnungszahl 118 wurde bereits 2006 entdeckt. Einzelheiten zum neuen chemischen Element sollen demnächst in den "Physical Review Letters" veröffentlicht werden. //[tj]//

Klimaforschung Grasende Kühe schaden dem Klima weniger als gedacht.

Viehhaltung reduziere zumindest die Abgabe von Lachgas an die Atmosphäre. Das schreiben Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie im Fachjournal "Nature". Sie hatten die Viehhaltung in der Inneren Mongolei untersucht und dabei festgestellt: Auf Flächen, die nicht der Viehhaltung dienen, entstehen über das Jahr verteilt größere Mengen an Lachgas als auf beweideten Steppenflächen. Dies liege daran, dass auf einer abgegrasten Fläche der Schnee im Winter leichter durch den Wind hinweggeblasen wird. Durch eine niedrige Schneehöhe ist der Boden weniger isoliert und kälter. Im Frühjahr ist der Schnee dann schneller weggetaut und der Boden trockener. Gerade Trockenheit und Kälte hemmten mikrobielle Aktivitäten und so gäbe das Erdreich dann weniger Lachgas ab. Vermehrte Viehhaltung – so die Forscher – sei aber deshalb nicht ratsam. Vielmehr habe ein bewusster Heuschnitt im Herbst die gleiche Wirkung wie abgegrastes Land. //[tj]//

Quelle: Nature

Biologie Tauben treffen demokratische Entscheidungen.

Bei der Wahl ihres Anführers während gemeinsamer Flüge gibt es keinen festgelegten Spitzenreiter. Vielmehr wechseln die Anführer des Taubenschwarms regelmäßig. Dabei hat so gut wie jedes Tier die Chance, einmal der Vogel zu sein, der die Richtung vorgibt. Das haben Wissenschaftler der Universität Oxford festgestellt, als sie Tauben kleine Rucksäcke mit Mini GPS-Systemen aufsetzten und ihre Flüge im Vogelschwarm nachvollzogen. Wie sie in der Fachzeitschrift "Nature" resümieren, scheint die dynamische, flexible Aufteilung von Individuen in Anführer und Mitläufer eine besonders effiziente Form der Entscheidungsfindung zu sein. //[tj]//

Quelle: Nature

Medizin Nahtod-Erfahrungen entstehen möglicherweise durch hohe Dosen von CO2 und Kalium im Blut.

Diesen Zusammenhang vermuten erstmals slowenische Forscher, nachdem sie 52 Herzinfarkt-Patienten untersucht hatten. Elf der Patienten hatten eine Nahtod-Erfahrung, bevor sie gerettet wurden. Bei letzteren war ein erhöhter CO2 Gehalt und ein leicht erhöhter Kaliumwert im Blut festzustellen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Critical Care". Ob die erhöhten Werte letztlich die Nahtod-Erlebnisse - wie Licht am Ende eines Tunnels, Glücksgefühle oder eine scheinbare Trennung vom Körper - erklären können, muss erst noch in umfangreicheren Untersuchungen bestätigt werden. //[tj]//

Quelle: Critical Care

Medizin Darmbakterien der Japaner haben ein "Sushi-Gen".

Das "Sushi-Gen" sorgt offenbar dafür, dass bestimmte Bestandteile der Fischröllchen besser verwertet werden. Nordamerikanern beispielsweise fehlten Darmbakterien mit dieser Erbinformation. Das haben französische Wissenschaftler herausgefunden und im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht. Sie gehen davon aus, dass sich die japanischen Darmmikroben ihre Fähigkeit zur guten Verdauung bestimmter Algen von Meeresbakterien angeeignet haben. Seit Jahrhunderten seien Porphyra-Algen fester Bestandteil des Speiseplans. Der regelmäßige Kontakt mit marinen Mikroorganismen habe den Ozean-Genen vermutlich den Weg in den Verdauungstrakt geebnet. //[tj]//

Quelle: Nature

Medizin Mit einem Biomarker läßt sich erkennen, welche Raucher ein hohes Lungenkrebsrisiko haben.

Etwas zehn bis 20 Prozent der Raucher werden zu Krebspatienten. US-amerikanische Forscher haben diese Rauchergruppe untersucht. Dabei fanden sie, dass in der Auskleidung der Bronchien eine Reihe von Genen aktiv sind, die bei krebsfreien Rauchern nicht auffällig sind. Die aktivierten Gene gehören biochemisch gesehen zu dem Entwicklungspfad von einer normalen zu einer Tumorzelle. Bekannt ist er als PI3K. Dieser Entwicklungspfad läßt sich mit Krebsmedikamenten umkehren, noch bevor der Tumor sich bildet. Deshalb könnte bei Rauchern ein Früherkennungstest auf die gefundenen aktivierten Gene nicht nur das hohe Lungenkrebsrisiko ausweisen, sondern auch gleich eine Vorbeugung eingeleitet werden. Mit einer rechtzeitigen Medikamentengabe könnte dann möglicherweise die Bildung von Tumoren verhindert werden. Das schreiben die Forscher im Fachjournal "Science Translational Medicine". //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

07.04.2010

Biologie Es geht auch ohne Sauerstoff.

Bislang gingen Forscher davon aus, dass mehrzellige Tiere zumindest nicht während ihres ganzen Lebens ohne Sauerstoff leben können. Italienische Biologen konnten diese Annahme nun widerlegen. Wie sie im britischen Fachblatt "BMC Biology" berichten, haben sie im Mittelmeer Tiere aus der Gruppe der Loricifera oder auch Korsett-Tierchen entdeckt, die völlig ohne Sauerstoff auskommen. Die 0,2 bis 0,3 Millimeter großen Tiere leben im Wasser in sauerstofffreien Zonen zwischen Sandkörnern, an denen sie sich anheften. Damit gelang den Forschern der Beweis, dass nicht alle mehrzelligen Tiere ihre chemische Energie mithilfe des Elements Sauerstoff gewinnen. Ob diese Tierchen ähnlich wie einige Bakterien ihre Energie aus Schwefelverbindungen ziehen, ist noch nicht bekannt. //[mst]//

Quelle: BMC Biology

Medizin Männer mit Testosteronmangel sterben früher.

Das ist das Ergebnis einer Bevölkerungsstudie der Universität Greifswald. Die Forscher hatten über sieben Jahre hinweg in Vorpommern knapp 2000 Männer im Alter zwischen 20 und 79 Jahren untersucht. Während des Untersuchungszeitraums starben knapp 200 Probanden. Die Mehrzahl dieser Teilnehmer war bereits bei der Erstuntersuchung durch einen für ihr Alter deutlich zu niedrigen Testosteronspiegel im Blut aufgefallen, schreiben die Forscher im "European Heart Journal". Ob die niedrige Testosteronkonzentration Ursache für einen früheren Tod oder lediglich eine Art Erkennungsmarker dafür ist, dass Stoffwechselvorgänge im Körper aus dem Gleichgewicht geraten sind, wissen die Forscher noch nicht. //[mst]//

Quelle: European Heart Journal

Medizin Ein Botenstoff lässt Tumore hungern.

Damit bremst der körpereigene Botenstoff Beta-Interferon das Tumorwachstum, berichten Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im "Journal of Clinical Investigation". Der Botenstoff spiele normalerweise eine wichtige Rolle bei Virus-Infektionen und Entzündungen. Bei Untersuchungen an Mäusen sahen die Forscher jedoch, dass er auch die Zellen daran hindert, die die Signalstoffe des Tumors aussenden, damit dieser Blutgefäße bilden kann. Damit hemmt Interferon den Tumor in einem frühen Wachstumsstadium, sodass es gar nicht erst zur Bildung vieler neuer Blutgefäße kommt. //[mst]//

Quelle: Helmholtz--Gemeinschaft

Astronomie Auch auf Triton gibt es Jahreszeiten.

Das zeigen Beobachtungen des Neptunmonds mithilfe des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO). Den Daten zufolge ist auf der Südhalbkugel gerade Sommer - bei Temperaturen um minus 200 Grad Celsius. Damit hat die Sonne selbst am Rande unseres Planetensystems noch Einfluss auf den Eismond Triton, schreiben die Forscher im Fachblatt Astronomy & Astrophysics. Neptun und sein Mond Triton sind rund 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Triton ist mit einem Durchmesser von 2700 Kilometern der größte der 13 Neptunmonde. Neptun benötigt 165 Erdenjahre für seinen Weg um die Sonne. Damit dauert eine Jahreszeit auf Triton rund 40 Erdenjahre. [mst]

Quelle: Scienceticker

Umwelt Nicht alle Asse-Akten werden herausgegeben.

Der Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags zum Atomlager Asse muss Agenturangaben zufolge ohne wichtige Unterlagen aus Berlin auskommen, da das Kanzleramt offenbar einen Teil der angeforderten Dokumente zurückhält. Demnach wurden dem Untersuchungsausschuss weniger Akten zur Verfügung gestellt als vereinbart. Es handele sich insgesamt um 201 Seiten. Die 33 Vorgänge betreffen die Jahre 1978 bis 1981. Das Kanzleramt räumt ein, in "wenigen Fällen" keine Dokumente überliefert zu haben. Die zurückgehaltenen Unterlagen beträfen den "geschützten Kernbereich des Regierungshandelns". //[mst]//

Biologie Biologen entdecken einen vegetarischen Riesenwaran.

Die auf der philippinischen Insel Luzon entdeckte Echse misst rund zwei Meter, berichten US-amerikanische Forscher aus Kansas in den "Biology Letters". Trotz seiner Größe lebt der Waran in dichten Regenwäldern im Gebirge der Sierra Madre und überquert nur selten offene Flächen. Das schwarz und goldgelb gemusterte Tier gehört zur selben Familie wie der Komodowaran, die größte Echse der Welt. Im Gegensatz zu seinen fleischfressenden Verwandten ernährt sich die neu entdeckte Art überwiegend von Früchten. //[mst]//

Quelle: Biology Letters

06.04.2010

Umwelt Los Angeles führt vor Washington.

Zumindest wenn es darum geht, welche amerikanische Stadt die meisten energieeffizienten Gebäude besitzt. In Los Angeles sind es knapp 300 Geschäftsgebäude, in der Hauptstadt Washington nur rund 200. An dritter Stelle steht San Francisco. Das teilte die amerikanische Umweltbehörde Epa mit. Das Einsparpotential in Los Angeles betrage 94 Millionen Dollar, hieß es in der jährlichen Rangliste des Amtes. //[reu]//

Quelle: Epa

Physik Im Nanokosmos läuft es nicht wie geschmiert.

Bei der Untersuchung potentieller Schmiermittel für die Nanotechnologie sind Forscher auf ein unerwartetes Phänomen gestoßen: Wie stark die Reibung zwischen zwei Oberflächen ist, hängt in der Nano-Welt nicht nur davon ab, wie diese Oberflächen beschaffen sind, oder aus welchem chemischen Stoff sie bestehen. Eine wichtige Rolle spielte ebenso die Schichtdicke. Bei Schichten, die nur wenige Atomlagen dick sind, nimmt die Reibung zu, je dünner die Schicht ist. Das haben Wissenschaftler aus New York an vier unterschiedlichen Materialien gezeigt. Im Wissenschaftsjournal „Science“ schreiben sie, dass es sich dabei um ein universelles Phänomen handele. Dahinter stecke ein mechanisches Problem, eine Art Kräusel-Effekt. Wenn eine Schicht nur wenige Atomlagen dick ist, wird sie so flexibel, dass darin schon durch den leichtesten Kontakt Falten und Wellen entstehen. Diese vergrößern die Oberfläche, und damit die Anziehung zwischen den Schichten und die Reibung. Die Forscher sind sich sicher, dass die Entdeckung weitreichende Konsequenzen hat, zum Beispiel für neuartige Datenspeicher und nanomechanische Systeme. //[reu]//

Quelle: Science

Raumfahrt US-Shuttle hat Antennenprobleme.

Die amerikanische Raumfähre „Discovery“, die sich zurzeit auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS befindet, kann eine ihrer Antennenschüsseln nicht benutzen. Das Ku-Band-Kommunikationssystem, mit dem Fernsehbilder zur Erde übertragen werden, funktioniere nicht. Das teilte die Raumfahrtbehörde Nasa in Houston mit. Durch die Fehlfunktion könnten die Videoaufnahmen von der Inspektion des Hitzeschildes nicht wie üblich live zur Erde gesendet werden. Die Bilder würden nun gespeichert und später für eine Inspektion gesendet. //[reu]//

Quelle: Nasa

Biologie Baumharz konservierte afrikanisches Ökosystem.

Ein internationales Forscherteam hat erstmals in Afrika Bernstein entdeckt, in dem fossile Insekten, Spinnen und Pflanzenreste eingeschlossen sind. Die Fundstücke stammen aus den Wäldern Äthiopiens und sind rund 95 Millionen Jahre alt. Sie gehören damit zu den frühesten Fossilien Afrikas. Neben der ältesten bekannten afrikanischen Ameise konnten die Wissenschaftler auch Pilze und Bakterien nachweisen. Aus den Einschlüssen in den Bernstein-Stücken und geologischen Daten rekonstruierten die Forscher die Umweltbedingungen während der afrikanischen Kreidezeit. Damals hätten sich die Blütenpflanzen entfaltet und durch ihre gemeinsame Evolution mit den Insekten das Ökosystem auf dem Kontinent nachhaltig verändert, schreiben die Paläontologen im Fachblatt "PNAS". Bedeutsam sei der Fund auch, weil die meisten Bernsteinvorkommen aus Nordamerika und Europa überliefert seien. In Afrika hingegen ist bisher nur selten Bernstein gefunden worden. //[reu]//

Quelle: PNAS

Klima Tauwetter lässt Klimakiller entweichen.

Permafrostboden in der Arktis kann Lachgas freisetzen, wenn er auftaut. Das berichten Forscher aus Dänemark und Norwegen im Journal „Nature Geoscience“. Lachgas ist neben Kohlendioxid und Methan eines der wichtigsten Treibhausgase. Seine Rolle in der Arktis sei bisher weitgehend unbeachtet geblieben, schreiben die Wissenschaftler, die den tauenden Erdboden an verschiedenen Orten untersucht hatten. Im Osten von Grönland überstiegen die Emissionen die Werte eines tropischen Regenwaldes um das Zwanzigfache. Lachgas aus Permafrostböden habe allerdings nur einen geringen Einfluß auf den weltweiten Klimawandel, hieß es in der Veröffentlichung. //[reu]//

Quelle: Nature Geoscience

Paläontologie Urvogel jagte vielleicht im Mondschein.

Der Archaeopteryx ist möglicherweise nachts auf Beutefang gegangen. Das legen zwei Untersuchungen nahe, in denen die Augenhöhlen von Vögeln untersucht worden sind. Wissenschaftler aus Kalifornien haben sich die Augenhöhlen und die Knochen rings um den Augapfel bei knapp 80 Vogelarten angesehen. Sie glauben, dass die Tiefe der Augenhöhle und der innere und äußere Durchmesser des Knochenrings eine Aussage darüber zulassen, zu welcher Tageszeit ein Vogel Beute sammelt. Forscher aus England haben diese Ergebnisse auf den Urvogel Archaeopteryx angewandt. Wenn sich die Ergebnisse auch auf ausgestorbene Vögel übertragen lassen, dann sollte der Urvogel in der Nacht gejagt haben. //[reu]//

Quelle: New Scientist

01.04.2010

Klimaforschung Britische Klimaforscher haben Daten "nicht" manipuliert.

Zu diesem Schluss kommt ein britischer Parlamentsausschuss. Er hat sich jetzt mit der Causa Phil Jones befasst. Im vergangenen November waren dem Klimaforscher Phil Jones und seinen Kollegen von der University of East Anglia zahlreiche E-Mails und Dokumente abhanden gekommen und anschließend veröffentlicht worden. Nach dem Datenklau gerieten die Forscher unter Fälschungsverdacht. Dafür aber gebe es keinerlei Hinweise, entschied der britische Parlamentsausschuss. Er rügte allerdings erneut, dass die betreffenden Klimaforscher sich fortwährend weigern, ihre Daten anderen zur Verfügung zu stellen. //[tj]//

Medizin Möglicherweise gibt es bald ein neues Medikament gegen die Schlafkrankheit.

Im Fachmagazin "Nature" berichten britische Forscher, dass sie einen Wirkstoff entwickelt haben, der die Parasiten im Körper eines Erkrankten abtötet. In Versuchen mit Mäusen gelang es, die Tiere von der Schlafkrankheit zu heilen. Nebenwirkungen traten dabei kaum auf. Die Entdeckung könnte besonders für Menschen in Afrika lebensrettend werden. Bislang gibt es nur zwei Medikamente gegen die Schlafkrankheit. Das eine ist extrem teuer und das andere führt zu schweren Nebenwirkungen. Die britischen Forscher wollen den neuen, preiswerten Wirkstoff innerhalb der kommenden 18 Monate für klinische Tests an Menschen bereitstellen. //[tj]//

Quelle: Nature

Genetik Eine Genmutation könnte zur Schizophrenie-Krankheit führen.

Die Genmutation stört die Kommunikation zwischen zwei Gehirnarealen, die für das Gedächtnis zuständig sind: den Hippocampus und den präfrontalen Cortex. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie, die im Fachjournal "Nature" veröffentlicht ist. Bei Mäuseexperimenten ließ sich zeigen, dass im Normalfall Hippocampus und präfrontaler Cortex zusammenarbeiten. Diese Kommunikation funktionierte dann nicht richtig , wenn eine bestimmte Genmutation vorhanden war: Sie ist als Mikrodeletion 22q11 bekannt und gilt als zweihäufigster Gendefekt beim Menschen. Bei Mäusen führte der Defekt zu Schizophrenie-Symptomen. Ob die Entdeckung auf den Menschen übertragbar ist, müssen die Forscher allerdings noch herausfinden. //[tj]//

Quelle: Nature

Genetik Das Erbgut der Zebrafinken ist entschlüsselt.

Wenn Zebrafinken zwitschern, dann sind mehr als 800 Gene beteiligt. Das schreibt ein internationales Forscherteam in "Nature". Der Zebrafink ist - nach dem Huhn – jetzt der zweite Vogel, dessen Genom vollständig entschlüsselt ist. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Genome beider Vögel in Grundaufbau und Struktur recht ähnlich sind, obgleich sich ihre Entwicklungswege schon von 100 Millionen Jahren trennten. Viele der festgestellten Unterschiede scheinen dabei mit der Evolution des Gesangs zusammenzuhängen. Zebrafinken tauschen sich aktiv über ihr Zwitschern aus. Zum Erstaunen der Wissenschaftler gehören viele der gefundenen Gene zu den so genannten "nicht-codierten" Genen. Vor einigen Jahren war man noch davon ausgegangen, dass die nicht-codierten Gene als "genetischer" Müll anzusehen sind, die keine wichtigen Funktionen besitzen. //[tj]//

Quelle: Nature

Astronomie Nicht nur ein Schwarzes Loch sorgt für Geschwindigkeit im All.

Einige Sterne unserer Galaxie rasen mit der kaum vorstellbaren Geschwindigkeit von zwei Millionen Kilometern pro Stunde durchs All. Ihre Beschleunigung verdanken sie aber nicht zwangsläufig einem schwarzen Loch – wie bislang angenommen. Wissenschaftler von der Universität Erlangen-Nürnberg haben anhand eines neu entdeckten superschnellen Sterns nachgewiesen, dass es weitere Faktoren gibt wie ein explodierender Doppelstern oder der Zusammenprall mit einem anderen Stern. //[tj]//
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