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13.04.2010

Neurowissenschaft Die Erinnerung geht, die Stimmung bleibt.

Menschen mit Gedächtnisverlust empfinden immer noch Gefühle, auch wenn sie die Ursache dafür bereits vergessen haben. Das haben US-Forscher in einer Studie an Patienten herausgefunden, die aufgrund einer Verletzung des Schläfenlappens im Gehirn an schwerem Gedächtnisverlust leiden. Die Wissenschaftler zeigten den Patienten einen Film, entweder von fröhlicher oder deprimierender Grundstimmung. Kurze Zeit danach konnten die Testpersonen sich nicht mehr an Details erinnern, aber trotzdem verspürten sie noch nach einiger Zeit entweder ein Gefühl von Freude oder Traurigkeit. Die Neurowissenschaftler folgern daraus, dass ein liebevoller Umgang zum Beispiel auch mit Alzheimer-Patienten wichtig sei. Ein Anruf oder ein Besuch könne von ihnen bald schon wieder vergessen sein, das damit verbundene Gefühl aber bleibe. //[reu]//

Psychologie Mit dem Misstrauen verschwindet der Rassismus.

Kinder, die unter einer speziellen Erbkrankheit leiden, kennen keine Vorurteile, wenn es um die Hautfarbe von Menschen geht. Das berichten Mediziner aus Mannheim im Fachblatt "Current Biology". Die Wissenschaftler hatten 20 Kinder im Alter zwischen sieben und 16 Jahren untersucht, die an dem sogenannten Williams-Syndrom leiden. Diese Veränderung in den Erbanlagen führt dazu, dass die Betroffenen häufig Ess- und Sehstörungen zeigen. Ein Nebeneffekt der Krankheit ist die Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Kinder. Mit einem psychologischen Standard-Test ermittelten die Forscher, ob die Kinder Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe haben. Die Resultate verglichen sie mit einer Kontrollgruppe von Kindern, die nicht unter dem Williams-Syndrom litten. Die Kinder mit der Erbkrankheit zeigten kein stereotypes Denken, wenn sie die Charaktereigenschaften von hell- und dunkelhäutigen Menschen einschätzen sollten – im Gegensatz zu ihren Altersgenossen, die weitaus häufiger ihre Vorurteile pflegten. Die Wissenschaftler glauben, dass ein kontaktfreudiges Verhalten ein Mittel gegen rassistische Vorurteile sein könne. //[reu]//

Quelle: wissenschaft.de, ScienceNOW, Nature News, NPR

Wissenschaft Deutsch-brasilianisches Wissenschaftsjahr hat begonnen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr Amtskollege Sérgio Rezende haben gestern dazu den Startschuß gegeben. Bis April 2011 sind im Rahmen dieser Kooperation bilaterale Seminare, Symposien und zahlreiche Forschungsprojekte geplant. Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine solche Partnerschaft mit einem lateinamerikanischen Land eingeht. //[reu]//

Planetologie Erdähnliche Planeten sind keine Seltenheit.

Das glauben englische Astronomen, die sich knapp 150 Sterne angesehen haben, die einst ungefähr so groß waren wie unsere Sonne, jetzt aber zu sogenannten „Weißen Zwergen“ geschrumpft sind. Bei einigen dieser Sterne, rund 20 Prozent, haben die Forscher nicht nur Wasserstoff und Helium in der Atmosphäre entdeckt, wie sonst üblich, sondern auch vergleichsweise schwere Elemente wie Calcium. Normalerweise müßten diese Stoffe in das Innere der Sterne einsinken. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass das Calcium von felsigen Planeten stammt, die den Stern einst umkreisten, dann aber zerstört wurden, als er sich zu einem „Roten Riesen“ aufblies. Die Trümmer könnten noch heute ihren Zentralstern umkreisen und mit Calcium und anderen Elementen verunreinigen. Diese Ergebnisse präsentieren die Forscher auf der Jahrestagung der britischen Königlichen Astronomischen Gesellschaft, die zurzeit in Glasgow stattfindet. //[reu]//

Quelle: New Scientist, ScienceNOW

12.04.2010

Umwelt Propylenoxid könnte umweltfreundlicher und billiger hergestellt werden.

Das hoffen Forscher der Universität von Illinois und Kollegen des Fritz Haber Instituts in Berlin. Propylenoxid ist ein wichtiger Ausgangsstoff unter anderem für Polyurethan, dient aber auch als Konservierungsstoff zum Beispiel für Kühlflüssigkeiten. Bei der konventionellen Herstellung fallen große Mengen Nebenprodukte an, Calciumchlorid oder Styrol. Mithilfe von Silber als Katalysator hofft das Forscherteam, diese Mengen reduzieren zu können. Im Fachblatt "Science" berichten sie, dass der Silber-Katalysator dafür nicht größer als dreieinhalb Nanometer sein darf. Größere Silberflächen erzeugen deutlich weniger Propylenoxid, lassen dafür aber viel Kohlendioxyd entstehen. //[gät]//

Quelle: Science

Zoologie Am Anfang der Raupen-Kommunikation stand das Kriechen.

Diesen Schluss ziehen Forscher aus Kanada im Fachblatt "Nature Communications". Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie Raupen unerwünschten Besuchern entgegentreten. Sie stellten dabei zwei Techniken fest: Einige Raupen kriechen auf den Eindringling zu, andere kratzen mit dem Hinterteil am Boden. Körpereigenschaften und Entwicklung der Tiere legten nahe, dass Raupen zuerst durch das Kriechen miteinander kommunizierten. Daraus entstand im Laufe der Evolution dann eine eigenständige Kommunikation. //[gät]//

Quelle: Nature

Biologie Künstliche Photosynthese läuft mit Viren besser.

Das hoffen Forscher aus den USA. Pflanzen spalten mithilfe von Licht Wasser auf. Energieforscher hoffen, diesen Prozess nachahmen zu könne. Dann ließe sich mithilfe von Sonnenlicht tagsüber Wasserstoff herstellen, der nachts wieder verfeuert wird – oder als Treibstoff für Lkw oder Schiffe dienen könnte. Das Problem dabei ist, dass die Materialien aus den Pflanzen sich technisch schlecht nutzen lassen. Die Forscher des MIT haben daher die Photosynthese mit anderen Stoffen in Gang gesetzt. Sie nutzen einen Katalysator und ein Farbpigment als Lichtkollektor. Ein Bakterien-Virus verbindet die beiden und bringt sie in die richtige Struktur. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology" schreiben, ist diese Struktur stabiler und effizienter als frühere Entwicklungen. Die Wissenschaftler suchen jetzt nach einem Weg, um den bei dem Prozess anfallenden geladenen Wasserstoff wieder in Wasserstoffgas umzuwandeln. //[gät]//

Quelle: eurekalert

Bildung Äthiopien hat eine Akademie der Wissenschaften gegründet.

Die Akademie soll die Regierung in Addis Abeba wissenschaftlich beraten und die Qualität der Forschung verbessern. Sie hat 50 Gründungsmitglieder, ihre Finanzierung ist allerdings unsicher. Forscher des ostafrikanischen Landes diskutieren die Gründung einer Akademie bereits seit den 60er-Jahren. Sie wurde allerdings immer wieder ausgesetzt wegen politischer Unruhen. Äthiopien folgt mit der Gründung einem Trend: In den vergangenen Jahren wurden bereits in Sambia, Mauritius und Mozambique Wissenschaftsakademien gegründet. Experten bezweifeln jedoch gegenüber dem Wissenschaftsmagazin "Nature" einen schnellen Erfolg der Gründung: Politischer Einfluss und mangelnde Meinungsfreiheit stünden dem entgegen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge leidet die Forschung in Afrika unter schlechter Finanzierung und der Abwanderung von Forschern. //[gät]//

Quelle: Nature

Pharmazie Pfizer setzt den Verkauf eines Rinder-Impfstoffes aus.

Der Konzern reagiert damit auf die Beobachtung, dass eine neue Krankheit bei Kälbern - das sogenannte Blutschwitzen – bislang bei Tieren beobachtet wurde, deren Muttertiere den Impfstoff gespritzt bekommen hatten. Der Impfstoff besteht unter anderem aus einem neu entwickelten Adjuvans, das die Immunreaktion der Tiere verstärken soll. Tiermediziner hielten es nach ersten Untersuchungen im vergangenen Jahr für möglich, dass der Impfstoff eine Rolle beim Ausbruch der Krankheit spielt - und dass diese Rolle im Zusammenhang mit dem Adjuvans steht. Das Unternehmen Pfizer weist darauf hin, dass derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen Impfstoff und der Kälber-Krankheit vorlägen. Beim Blutschwitzen – wissenschaftlich als BNP bezeichnet – tritt aus Körperöffnungen oder der Haut Blut aus; auch in den Organen kann das Tier bluten. Gleichzeitig ist das Knochenmark so geschädigt, dass es nicht mehr genug rote und weiße Blutkörperchen herstellen kann. Zwischen 2007 und 2009 verendeten rund 400 Tiere an dieser Krankheit. //[gät]//

Medien Informationen über Kinderkrankheiten im Internet sind offenbar häufig falsch.

Davon sind Forscher aus Großbritannien überzeugt. Die Wissenschaftler hatten nach Informationen über fünf Gesundheitsthemen im Netz gesucht. Wie sie im Fachblatt "Archives of Disease in Childhood" berichten, boten 300 von 500 dabei besuchten Seiten falsche Informationen. Nur die von Regierungen betriebenen Seiten boten in den Augen der Forscher zuverlässige Informationen. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass dieses Ergebnis eine gewisse Brisanz vor dem Hintergrund habe, dass immer mehr Eltern bei Krankheiten der Kinder im Netz nach Zweit- oder sogar Erstmeinungen suchten. //[gät]//

Raumfahrt Der Start eines neuen Bundeswehr-Satelliten musste erneut verschoben werden.

COMSATbw-2 hätte am Wochenende an der Spitze einer Ariane 5 ins All gefeuert werden sollen. Der Countdown wurde jedoch 42 Sekunden vor dem Start abgebrochen. Grund war nach Auskunft von Arianespace eine Fehlermeldung im Drucksystem der Rakete. Ingenieure des Unternehmens suchen derzeit nach dem Grund für den Fehler. Ein neues Startdatum nannte die Gesellschaft nicht. COMSATbw-2 soll die Kommunikation der Bundeswehr unabhängig von privaten Telekommunikationsgesellschaften machen. //[gät]//
09.04.2010

Geologie Auf der Venus können Vulkane offenbar doch noch ausbrechen.

Es würden ihnen allerdings an Dramatik mangeln: Statt gewaltsam aus dem Boden hervorzubrechen, dürften die Lavamassen eher gemächlich dem Grunde entströmen. Das legen Infrarot-Messungen der Raumsonde Venus Express nahe, die ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt in Köln in "Science" vorstellen. Die Raumsonde hatte insgesamt neun Stellen auf der Venus ausmachen können, unter denen wahrscheinlich aktive Magmakammern lagern. Sichere Spuren von Vulkanausbrüchen seien jünger als 2,5 Millionen Jahre, so die Forscher, es sei jedoch wahrscheinlich, dass Vulkane auch heute noch ausbrechen könnten. Astronomen hatten lange vermutet, dass die Venus keine aktiven Vulkane mehr habe. //[gät]//

Quelle: Science

Botanik Die Zucht ändert die Pflanze stärker als die Gentechnik.

Diesen Schluss ziehen Forscher der Universität Giessen aus ihrer Untersuchung von transgener Gerste. Das Getreide sollte mit Hilfe eines zusätzlichen Gens in der Lage sein, sich besser gegen Pilze zu wehren. Eine Untersuchung der Pflanzen habe ergeben, dass sich die Aktivität der Erbanlagen durch das neu hinzugefügte Gen kaum geändert habe. Bei durch die Zucht geschaffenen Gerste-Arten dagegen seien bis zu 1660 unterschiedliche Gene aktiv, so die Wissenschaftler weiter. //[gät]//

Ozeanographie Die tiefsten heißen Quellen brodeln 5000 Meter unter dem Meer.

Ihr Schlot steht im Cayman-Graben; er wurde von Forschern aus Großbritannien entdeckt. Die Quelle zählt zu den so genannten „Black Smokers“, Schwarzen Rauchern. Sie heißen so, weil im ausströmenden heißen Wasser gelöste Eisensalze beim Abkühlen ausfällen und den Wasserstrom dunkel färben. Die ersten Unterwasser-Geysire dieser Art wurden erst von rund 30 Jahren entdeckt, die meisten öffnen sich in anderthalb bis drei Kilometern Tiefe. Der neu entdeckte unterbietet den bisherigen Rekord um gut 500 Meter; das ausströmende Wasser hat eine Hitze von rund 330 Grad Celsius. Für Biologen sind diese Quellen besonders interessant, weil sich in ihrer Nähe eine ganz eigene Flora und Fauna entwickelt hat. //[gät]//

Medizin Ein Peptid hilft Krebsmedikamenten in den Tumor.

Und richtig verabreicht, unterstützt es die Wirkung der Arznei noch. Das notieren Forscher aus den USA im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten bereits nachweisen können, dass das Peptid iRGD Krebsmedikamenten hilft, in den Tumor einzudringen, ohne dabei gesunde Zellen zu beeinträchtigen. Allerdings hatten sie dafür die Wirkstoffe zu einem Serum verbunden. Das kann die Effizienz beeinträchtigen. Die Forscher testeten daher, ob sich die beiden Stoffe – Medikament und Peptid – auch getrennt spritzen lassen. Wie das Team berichtet, funktioniert dieses Vorgehen nicht nur, es verbessert die Wirksamkeit des Medikamentes auch noch. Die Versuche wurden bislang an Mäusen unternommen. Ob sie auch beim Menschen funktionieren, müssen die Forscher noch nachweisen. //[gät]//

Quelle: Science

08.04.2010

Chemie Ein russisch-amerikanisches Forscherteam hat ein neues chemisches Element hergestellt.

Es hat 117 Protonen im Atomkern. Noch hat das neue Element keinen offiziellen Namen. Die Forscher, die am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna bei Moskau arbeiten, konnten ganze sechs Atome der neuen Substanz herstellen. Obgleich das neue Element nach Sekundenbruchteilen zerfällt, hoffen die Forscher, dass es bei der Suche nach der sogenannten Insel der Stabilität hilft. Nach dieser Theorie nimmt die Lebenszeit besonders schwerer Elemente zu. Das jetzt gefundene Element 117 könnte ein Zwischenschritt dorthin sein. Sein schwererer Nachbar mit der Ordnungszahl 118 wurde bereits 2006 entdeckt. Einzelheiten zum neuen chemischen Element sollen demnächst in den "Physical Review Letters" veröffentlicht werden. //[tj]//

Klimaforschung Grasende Kühe schaden dem Klima weniger als gedacht.

Viehhaltung reduziere zumindest die Abgabe von Lachgas an die Atmosphäre. Das schreiben Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie im Fachjournal "Nature". Sie hatten die Viehhaltung in der Inneren Mongolei untersucht und dabei festgestellt: Auf Flächen, die nicht der Viehhaltung dienen, entstehen über das Jahr verteilt größere Mengen an Lachgas als auf beweideten Steppenflächen. Dies liege daran, dass auf einer abgegrasten Fläche der Schnee im Winter leichter durch den Wind hinweggeblasen wird. Durch eine niedrige Schneehöhe ist der Boden weniger isoliert und kälter. Im Frühjahr ist der Schnee dann schneller weggetaut und der Boden trockener. Gerade Trockenheit und Kälte hemmten mikrobielle Aktivitäten und so gäbe das Erdreich dann weniger Lachgas ab. Vermehrte Viehhaltung – so die Forscher – sei aber deshalb nicht ratsam. Vielmehr habe ein bewusster Heuschnitt im Herbst die gleiche Wirkung wie abgegrastes Land. //[tj]//

Quelle: Nature

Biologie Tauben treffen demokratische Entscheidungen.

Bei der Wahl ihres Anführers während gemeinsamer Flüge gibt es keinen festgelegten Spitzenreiter. Vielmehr wechseln die Anführer des Taubenschwarms regelmäßig. Dabei hat so gut wie jedes Tier die Chance, einmal der Vogel zu sein, der die Richtung vorgibt. Das haben Wissenschaftler der Universität Oxford festgestellt, als sie Tauben kleine Rucksäcke mit Mini GPS-Systemen aufsetzten und ihre Flüge im Vogelschwarm nachvollzogen. Wie sie in der Fachzeitschrift "Nature" resümieren, scheint die dynamische, flexible Aufteilung von Individuen in Anführer und Mitläufer eine besonders effiziente Form der Entscheidungsfindung zu sein. //[tj]//

Quelle: Nature

Medizin Nahtod-Erfahrungen entstehen möglicherweise durch hohe Dosen von CO2 und Kalium im Blut.

Diesen Zusammenhang vermuten erstmals slowenische Forscher, nachdem sie 52 Herzinfarkt-Patienten untersucht hatten. Elf der Patienten hatten eine Nahtod-Erfahrung, bevor sie gerettet wurden. Bei letzteren war ein erhöhter CO2 Gehalt und ein leicht erhöhter Kaliumwert im Blut festzustellen. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Critical Care". Ob die erhöhten Werte letztlich die Nahtod-Erlebnisse - wie Licht am Ende eines Tunnels, Glücksgefühle oder eine scheinbare Trennung vom Körper - erklären können, muss erst noch in umfangreicheren Untersuchungen bestätigt werden. //[tj]//

Quelle: Critical Care

Medizin Darmbakterien der Japaner haben ein "Sushi-Gen".

Das "Sushi-Gen" sorgt offenbar dafür, dass bestimmte Bestandteile der Fischröllchen besser verwertet werden. Nordamerikanern beispielsweise fehlten Darmbakterien mit dieser Erbinformation. Das haben französische Wissenschaftler herausgefunden und im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht. Sie gehen davon aus, dass sich die japanischen Darmmikroben ihre Fähigkeit zur guten Verdauung bestimmter Algen von Meeresbakterien angeeignet haben. Seit Jahrhunderten seien Porphyra-Algen fester Bestandteil des Speiseplans. Der regelmäßige Kontakt mit marinen Mikroorganismen habe den Ozean-Genen vermutlich den Weg in den Verdauungstrakt geebnet. //[tj]//

Quelle: Nature

Medizin Mit einem Biomarker läßt sich erkennen, welche Raucher ein hohes Lungenkrebsrisiko haben.

Etwas zehn bis 20 Prozent der Raucher werden zu Krebspatienten. US-amerikanische Forscher haben diese Rauchergruppe untersucht. Dabei fanden sie, dass in der Auskleidung der Bronchien eine Reihe von Genen aktiv sind, die bei krebsfreien Rauchern nicht auffällig sind. Die aktivierten Gene gehören biochemisch gesehen zu dem Entwicklungspfad von einer normalen zu einer Tumorzelle. Bekannt ist er als PI3K. Dieser Entwicklungspfad läßt sich mit Krebsmedikamenten umkehren, noch bevor der Tumor sich bildet. Deshalb könnte bei Rauchern ein Früherkennungstest auf die gefundenen aktivierten Gene nicht nur das hohe Lungenkrebsrisiko ausweisen, sondern auch gleich eine Vorbeugung eingeleitet werden. Mit einer rechtzeitigen Medikamentengabe könnte dann möglicherweise die Bildung von Tumoren verhindert werden. Das schreiben die Forscher im Fachjournal "Science Translational Medicine". //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

07.04.2010

Biologie Es geht auch ohne Sauerstoff.

Bislang gingen Forscher davon aus, dass mehrzellige Tiere zumindest nicht während ihres ganzen Lebens ohne Sauerstoff leben können. Italienische Biologen konnten diese Annahme nun widerlegen. Wie sie im britischen Fachblatt "BMC Biology" berichten, haben sie im Mittelmeer Tiere aus der Gruppe der Loricifera oder auch Korsett-Tierchen entdeckt, die völlig ohne Sauerstoff auskommen. Die 0,2 bis 0,3 Millimeter großen Tiere leben im Wasser in sauerstofffreien Zonen zwischen Sandkörnern, an denen sie sich anheften. Damit gelang den Forschern der Beweis, dass nicht alle mehrzelligen Tiere ihre chemische Energie mithilfe des Elements Sauerstoff gewinnen. Ob diese Tierchen ähnlich wie einige Bakterien ihre Energie aus Schwefelverbindungen ziehen, ist noch nicht bekannt. //[mst]//

Quelle: BMC Biology

Medizin Männer mit Testosteronmangel sterben früher.

Das ist das Ergebnis einer Bevölkerungsstudie der Universität Greifswald. Die Forscher hatten über sieben Jahre hinweg in Vorpommern knapp 2000 Männer im Alter zwischen 20 und 79 Jahren untersucht. Während des Untersuchungszeitraums starben knapp 200 Probanden. Die Mehrzahl dieser Teilnehmer war bereits bei der Erstuntersuchung durch einen für ihr Alter deutlich zu niedrigen Testosteronspiegel im Blut aufgefallen, schreiben die Forscher im "European Heart Journal". Ob die niedrige Testosteronkonzentration Ursache für einen früheren Tod oder lediglich eine Art Erkennungsmarker dafür ist, dass Stoffwechselvorgänge im Körper aus dem Gleichgewicht geraten sind, wissen die Forscher noch nicht. //[mst]//

Quelle: European Heart Journal

Medizin Ein Botenstoff lässt Tumore hungern.

Damit bremst der körpereigene Botenstoff Beta-Interferon das Tumorwachstum, berichten Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im "Journal of Clinical Investigation". Der Botenstoff spiele normalerweise eine wichtige Rolle bei Virus-Infektionen und Entzündungen. Bei Untersuchungen an Mäusen sahen die Forscher jedoch, dass er auch die Zellen daran hindert, die die Signalstoffe des Tumors aussenden, damit dieser Blutgefäße bilden kann. Damit hemmt Interferon den Tumor in einem frühen Wachstumsstadium, sodass es gar nicht erst zur Bildung vieler neuer Blutgefäße kommt. //[mst]//

Quelle: Helmholtz--Gemeinschaft

Astronomie Auch auf Triton gibt es Jahreszeiten.

Das zeigen Beobachtungen des Neptunmonds mithilfe des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO). Den Daten zufolge ist auf der Südhalbkugel gerade Sommer - bei Temperaturen um minus 200 Grad Celsius. Damit hat die Sonne selbst am Rande unseres Planetensystems noch Einfluss auf den Eismond Triton, schreiben die Forscher im Fachblatt Astronomy & Astrophysics. Neptun und sein Mond Triton sind rund 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Triton ist mit einem Durchmesser von 2700 Kilometern der größte der 13 Neptunmonde. Neptun benötigt 165 Erdenjahre für seinen Weg um die Sonne. Damit dauert eine Jahreszeit auf Triton rund 40 Erdenjahre. [mst]

Quelle: Scienceticker

Umwelt Nicht alle Asse-Akten werden herausgegeben.

Der Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags zum Atomlager Asse muss Agenturangaben zufolge ohne wichtige Unterlagen aus Berlin auskommen, da das Kanzleramt offenbar einen Teil der angeforderten Dokumente zurückhält. Demnach wurden dem Untersuchungsausschuss weniger Akten zur Verfügung gestellt als vereinbart. Es handele sich insgesamt um 201 Seiten. Die 33 Vorgänge betreffen die Jahre 1978 bis 1981. Das Kanzleramt räumt ein, in "wenigen Fällen" keine Dokumente überliefert zu haben. Die zurückgehaltenen Unterlagen beträfen den "geschützten Kernbereich des Regierungshandelns". //[mst]//

Biologie Biologen entdecken einen vegetarischen Riesenwaran.

Die auf der philippinischen Insel Luzon entdeckte Echse misst rund zwei Meter, berichten US-amerikanische Forscher aus Kansas in den "Biology Letters". Trotz seiner Größe lebt der Waran in dichten Regenwäldern im Gebirge der Sierra Madre und überquert nur selten offene Flächen. Das schwarz und goldgelb gemusterte Tier gehört zur selben Familie wie der Komodowaran, die größte Echse der Welt. Im Gegensatz zu seinen fleischfressenden Verwandten ernährt sich die neu entdeckte Art überwiegend von Früchten. //[mst]//

Quelle: Biology Letters

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