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15.04.2010

Technik Indien hat mehr Handys als Toiletten.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Mobiltelefone in Indien um mehr als das Hundertfache gestiegen. Fast jeder zweite Inder besitzt mittlerweile ein Handy. Demgegenüber hat aber nur ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu sanitären Anlagen. Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervor. //[tj]//

Quelle: UN

Klimaforschung Trotz der globalen Erderwärmung könnte Mitteleuropa in den nächsten Jahren besonders frostige Winter erleben.

Das prognostizieren Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Lindau. Diese Kältewelle gehe darauf zurück, dass die Sonne derzeit extrem schwächele – ihre Aktivität sei auf den niedrigsten Stand seit 90 Jahren gesunken. Eine niedrige Sonnenaktivität könne dazu führen, dass die milden Winde vom Atlantik im Winter Europa nicht mehr erreichen. Die kalten Luftmassen aus dem Nordosten gewännen dann an Einfluß, schreiben die Forscher in den „Environmental Research Letters“. Diese Ergebnisse ihrer Studie widersprächen allerdings nicht dem generellen Trend zu wärmeren Erdtemperaturen. //[tj]//

Quelle: MPG

Astronomie Wird das verlorene Mondlicht von verstaubten Reflektoren geschluckt?

Vor vierzig Jahren haben Apollo-Astronauten Prismen aus Quarzglas auf dem Mond positioniert. Jetzt haben Physiker von der Universität von Kalifornien in San Diego bei Experimenten bemerkt:. Wird Laserlicht von der Erde auf diesen Reflektor geschickt, dann kommt es häufig sehr viel schwächer zurück als zu erwarten wäre. Die Physiker haben auch die passende Erklärung dafür. Es ist offenbar Staub, der für die optischen Veränderungen verantwortlich ist. Zudem spiele die Mondphase wohl auch eine Rolle. Denn: je näher der Vollmond rückt, um so schwächer wird die Lichtreflektion – sie nimmt bis zu ihrem Zehnfachen ab. Möglicherweise verstärke die thermischen Situation bei Vollmond den ohnehin vorhandenen Lichtverlust. //[tj]//

Quelle: UCSD

Medizintechnik Ein weiterer Schritt zur künstlichen Bauchspeicheldrüse ist getan.

US-amerikanischen Forschern ist es mit einem neuen System gelungen, bei Diabetikern Typ 1 den Blutzuckerspiegel über mehr als 24 Stunden in einem normalen Bereich zu halten. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer künstlichen Bauchspeicheldrüse, die den Blutzuckerspiegel vollautomatisch kontrolliert. Das schreibt das Fachblatt „Science Translational Medicine“. Bei den bisherigen Entwicklungsansätzen gab es vor allem ein Problem: Es kam zu einer Überdosierung von Insulin, was bei den Patienten zu einer massiven Unterzuckerung führte. Das neue Testsystem ahmt die natürliche Blutzuckerregulierung nach. Der Diabetiker bekommt eine Insulin- und eine Glucagon-Pumpe. Diese werden unter die Haut am Bauch eingesetzt. Zudem wird ein Blutzuckersensor in den Venen platziert und das gesamte System an einen Computer angeschlossen. Bei der Testreihe bestimmte der Sensor 27 Stunden lang alle fünf Minuten den Blutzuckerwert und meldete ihn an den Computer. Mit einer neuartigen Software wurde dann die nötige Insulin- und Glucagondosis berechnet und an die Pumpe weitergegeben. Bei sechs von elf Testpersonen funktionierte das Prinzip hervorragend – berichten die Forscher, bei den übrigen Patienten musste die Insulinabgabe erst an den körpereigenen Aufnahmerhythmus angepasst. Nach der Feinjustierung gab es auch bei ihnen keine Probleme. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

Biologie Blutegel mit Riesenzähnen lebt in Peru.

New Yorker Wissenschaftler haben einen bislang unbekannten Blutegel in der Andenregion entdeckt. Der Blutsauger dringt mit Vorliebe in Augen und Körperöffnungen ein und beißt sich mit seinen besonders großen Zähnen gerne in den Schleimhäuten fest. Die Forscher gaben dem neu entdeckten Egel den Namen //Tyrannobdella rex//. Wie sie im Fachjournal "PLoS One" schreiben, bildet diese Egelart innerhalb des Stammes eine neue biologische Gattung. Anders als alle anderen Blutegel besitze der //Tyrannobdella rex// nur einen einzigen Kiefer mit riesigen Zähnen. //[tj]//

Quelle: PLoS One

Neurologie Geistige Zeitreisen ermöglichen uns langfristige Entscheidungen.

Ein Forscherduo aus Hamburg hat die Mechanismen erforscht, die uns dazu bewegen, kurzfristige Bedürfnisse hinten anzustellen, um in der Zukunft eine größere Belohnung zu erhalten. Bei finanziellen Entscheidungen wurde die Gehirnaktivität von Testpersonen mit einem Magnetresonanz-Tomographen gemessen. Daraus ergab sich : Langfristige Entscheidungen werden durch das enge Zusammenspiel von zwei Hirnregionen bestimmt. Die eine Region – der Hippocampus - ist unter anderen für das Vorstellungsvermögen zuständig. Die andere Region – das anteriore Cingulum – ist an belohnungsbasierten Entscheidungen beteiligt. Es reiche schon eine lebhafte Vorstellung zukünftiger Ereignisse - so die Wissenschaftler im Fachmagazin „Neuron“ - um eine impulsive kurzfristige Wahl zu verhindern. Wer an die Zukunft denkt, sei nicht auf schnelle Bedürfnisbefriedigung aus. //[tj]//

Quelle: Neuron, Band 66, Nummer 7, Seite 138

14.04.2010

Biologie Tintenfische sind Bauch-Seher.

Meeresbiologen aus den USA haben klären können, wie farbenblinde Tintenfische ihre Haut dennoch dem Untergrund anpassen können, um getarnt zu sein. Demnach ist die genetische Information für das Sehprotein Rhodopsin bei den Kopffüßern nicht nur im Auge, sondern auch in der Haut der Bauchseite aktiv, berichten die Forscher in den "Biology Letters". Zwar werde die Verfärbung der Haut durch Nervensignale aus dem Gehirn gesteuert, die lichtempfindliche Haut ergänzt diese Kontrolle jedoch, vermuten die Wissenschaftler. //[mst]//

Quelle: Biology Letters

Medizin Die Müttersterblichkeit nimmt weltweit ab.

1980 starben weltweit rund eine halbe Million Frauen bei der Geburt, 2008 waren es 35 Prozent weniger. Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Universität von Washington in Seattle hervor, die im Fachblatt "The Lancet" erscheint. Sie hatten die Daten aus 181 Ländern ausgewertet. Demnach sei die Müttersterblichkeit vor allem in China, Ägypten, Ecuador und Bolivien deutlich zurückgegangen. Zu ihrem Erstaunen stellten die US-Forscher jedoch fest, dass die Müttersterblichkeit in den Industrieländern USA, Kanada und Dänemark gestiegen ist. In den USA erhöhte sich die Müttersterblichkeitsrate, die die Zahl der Todesfälle unter 100.000 Geburten bezeichnet, von zwölf auf 17. Ein Grund könnten neue Messmethoden sein. Dies allein könne aber nicht den gesamten Anstieg erklären, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: The Lancet

Genetik Forscher erheben Einspruch gegen Patent auf menschliche Eizellen.

Eine Gruppe von Fachleuten, die sich im Verein Testbiotech zusammen geschlossen hat, kritisiert ein Patent der Pharmafirma Merck Sorano GmbH. Dieses erlaubt, menschliche Eizellen auch kommerziell zu verwenden. Wie Testbiotech auf seiner Webseite mitteilte, haben die Mitglieder Einspruch am Europäischen Patentamt in München eingelegt. Nach Ansicht des Vereins widerspreche das Patent dem im Europäischen Patentrecht verankerten Verbot, den menschlichen Körper in allen seinen Phasen der Entwicklung zu patentieren. Der Einspruch solle helfen, die ethischen Grenzen im Patentrecht zu klären. Es sei zu befürchten, dass durch derartige Patente der menschliche Körper zur kommerziellen Ware werde. //[mst]//

Quelle: testbiotech.org

Tiermedizin 2007 wurden in Europa etwa 2000 Fälle der Rinderkrankheit Bovine Neonatale Panzytopenie gemeldet.

Dabei fangen erkrankte Tiere im Alter von zwei bis drei Wochen ohne erkennbaren Grund an zu bluten - durch die Haut, aus den Körperöffnungen und in die inneren Organe. Die meisten erkrankten Tiere starben. Aus den Meldungen betroffener Bauern ging hervor, dass viele erkrankte Kälber von Müttern stammen, die den Pfizer-Impfstoff Pregsure bekommen hatten. Das Pharmaunternehmen hat den Impfstoff vergangene Woche in Absprache mit dem Paul-Ehrlich-Institut vom deutschen Markt genommen, "obwohl keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dem Kälberbluten vorliegen", wie das Unternehmen mitteilte. Die genaue Ursache der Krankheit ist bislang nicht bekannt. //[mst]//

Quelle: Pfizer/sueddeutsche

Biologie Buckelwale kommunizieren flexibel.

Übersteigen die Geräusche im Meer eine kritische Lautstärke, unterhalten sich Buckelwale nicht mehr mithilfe ihrer typischen Gesänge, sondern benutzen ihre Finnen, um sich auszutauschen. Das haben Biologen bei Beobachtungen an der Ostküste Australiens entdeckt und berichten darüber in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Bei großen Lautstärken benutzten die bis zu 30 Tonnen schweren Tiere kaum noch die sprachähnlichen Signale, sondern tauchten statt dessen häufiger auf und ab, um so Informationen austauschen zu können. //[mst]//

Quelle: Biology Letters

Psychologie Schiedsrichter lassen sich von brüllenden Fußballfans beeindrucken.

Das ist das Fazit von Forschern aus Köln und Heidelberg, die Schiedsrichterentscheidungen im Zusammenhang mit der Geräuschkulisse analysiert hatten. Demzufolge verwarnen die Unparteiischen den Foulspieler umso häufiger mit der Gelben Karte, je lauter der Aufschrei ist, der nach einem Foul durchs Stadion geht. Die Forscher hatten rund 1500 Spiele der 1. Bundesliga untersucht. Dabei stellten sie einen Zusammenhang zwischen dem Lärm und der Anzahl der Gelben Karten fest. Anschließend baten sie 20 Schiedsrichter des Deutschen Fußball-Bundes per Video 56 Foul-Szenen zu beurteilen. Bei den Tests variierten die Forscher die Lautstärke der Fankulisse. Je lauter die Geräuschkulisse war, desto häufiger entschieden sich die Unparteiischen für eine Verwarnung. Die Forscher vermuten, dass die Schiedsrichter den Lärm als Hinweis auf die Schwere des Fouls werten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Da in der Regel die Anhänger der Heimmannschaft in der Überzahl sind, existiere damit tatsächlich ein sogenannter Heimvorteil. //[mst]//

Quelle: idw-online.de

Biologie Zwergbeutelmarder müssen zum Survival-Training.

1935 wurden in Australien Aga-Kröten zur Schädlingsbekämpfung auf Zuckerplantagen eingesetzt. Heute gelten die südamerikanischen Kröten als Plage, da sie keine natürlichen Feinde haben. Vor allem den vom Aussterben bedrohten Zwergbeutelmardern werden die Kröten immer wieder zum Verhängnis, da sie an dem Gift, das die Kröten aus Hautdrüsen absondern, sterben. Biologen aus Sydney haben bei Tests mit Jungmardern die Kröten als Beute abspenstig gemacht. Wie sie im Fachblatt "Journal of Applied Ecology" schreiben, gaben sie einigen Tieren tote Kröten zu fressen, die sie vorher mit einem Brechmittel versehen hatten. Schon nach kurzer Zeit verging den Mardern mit den präparierten Tieren dauerhaft der Appetit auf die Amphibien. Diese Vermeidungsstrategie könnte eine Methode sein, um die australische Fauna vor invasiven Spezies zu schützen, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of Applied Ecology

13.04.2010

Neurowissenschaft Die Erinnerung geht, die Stimmung bleibt.

Menschen mit Gedächtnisverlust empfinden immer noch Gefühle, auch wenn sie die Ursache dafür bereits vergessen haben. Das haben US-Forscher in einer Studie an Patienten herausgefunden, die aufgrund einer Verletzung des Schläfenlappens im Gehirn an schwerem Gedächtnisverlust leiden. Die Wissenschaftler zeigten den Patienten einen Film, entweder von fröhlicher oder deprimierender Grundstimmung. Kurze Zeit danach konnten die Testpersonen sich nicht mehr an Details erinnern, aber trotzdem verspürten sie noch nach einiger Zeit entweder ein Gefühl von Freude oder Traurigkeit. Die Neurowissenschaftler folgern daraus, dass ein liebevoller Umgang zum Beispiel auch mit Alzheimer-Patienten wichtig sei. Ein Anruf oder ein Besuch könne von ihnen bald schon wieder vergessen sein, das damit verbundene Gefühl aber bleibe. //[reu]//

Psychologie Mit dem Misstrauen verschwindet der Rassismus.

Kinder, die unter einer speziellen Erbkrankheit leiden, kennen keine Vorurteile, wenn es um die Hautfarbe von Menschen geht. Das berichten Mediziner aus Mannheim im Fachblatt "Current Biology". Die Wissenschaftler hatten 20 Kinder im Alter zwischen sieben und 16 Jahren untersucht, die an dem sogenannten Williams-Syndrom leiden. Diese Veränderung in den Erbanlagen führt dazu, dass die Betroffenen häufig Ess- und Sehstörungen zeigen. Ein Nebeneffekt der Krankheit ist die Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Kinder. Mit einem psychologischen Standard-Test ermittelten die Forscher, ob die Kinder Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe haben. Die Resultate verglichen sie mit einer Kontrollgruppe von Kindern, die nicht unter dem Williams-Syndrom litten. Die Kinder mit der Erbkrankheit zeigten kein stereotypes Denken, wenn sie die Charaktereigenschaften von hell- und dunkelhäutigen Menschen einschätzen sollten – im Gegensatz zu ihren Altersgenossen, die weitaus häufiger ihre Vorurteile pflegten. Die Wissenschaftler glauben, dass ein kontaktfreudiges Verhalten ein Mittel gegen rassistische Vorurteile sein könne. //[reu]//

Quelle: wissenschaft.de, ScienceNOW, Nature News, NPR

Wissenschaft Deutsch-brasilianisches Wissenschaftsjahr hat begonnen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr Amtskollege Sérgio Rezende haben gestern dazu den Startschuß gegeben. Bis April 2011 sind im Rahmen dieser Kooperation bilaterale Seminare, Symposien und zahlreiche Forschungsprojekte geplant. Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine solche Partnerschaft mit einem lateinamerikanischen Land eingeht. //[reu]//

Planetologie Erdähnliche Planeten sind keine Seltenheit.

Das glauben englische Astronomen, die sich knapp 150 Sterne angesehen haben, die einst ungefähr so groß waren wie unsere Sonne, jetzt aber zu sogenannten „Weißen Zwergen“ geschrumpft sind. Bei einigen dieser Sterne, rund 20 Prozent, haben die Forscher nicht nur Wasserstoff und Helium in der Atmosphäre entdeckt, wie sonst üblich, sondern auch vergleichsweise schwere Elemente wie Calcium. Normalerweise müßten diese Stoffe in das Innere der Sterne einsinken. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass das Calcium von felsigen Planeten stammt, die den Stern einst umkreisten, dann aber zerstört wurden, als er sich zu einem „Roten Riesen“ aufblies. Die Trümmer könnten noch heute ihren Zentralstern umkreisen und mit Calcium und anderen Elementen verunreinigen. Diese Ergebnisse präsentieren die Forscher auf der Jahrestagung der britischen Königlichen Astronomischen Gesellschaft, die zurzeit in Glasgow stattfindet. //[reu]//

Quelle: New Scientist, ScienceNOW

12.04.2010

Umwelt Propylenoxid könnte umweltfreundlicher und billiger hergestellt werden.

Das hoffen Forscher der Universität von Illinois und Kollegen des Fritz Haber Instituts in Berlin. Propylenoxid ist ein wichtiger Ausgangsstoff unter anderem für Polyurethan, dient aber auch als Konservierungsstoff zum Beispiel für Kühlflüssigkeiten. Bei der konventionellen Herstellung fallen große Mengen Nebenprodukte an, Calciumchlorid oder Styrol. Mithilfe von Silber als Katalysator hofft das Forscherteam, diese Mengen reduzieren zu können. Im Fachblatt "Science" berichten sie, dass der Silber-Katalysator dafür nicht größer als dreieinhalb Nanometer sein darf. Größere Silberflächen erzeugen deutlich weniger Propylenoxid, lassen dafür aber viel Kohlendioxyd entstehen. //[gät]//

Quelle: Science

Zoologie Am Anfang der Raupen-Kommunikation stand das Kriechen.

Diesen Schluss ziehen Forscher aus Kanada im Fachblatt "Nature Communications". Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie Raupen unerwünschten Besuchern entgegentreten. Sie stellten dabei zwei Techniken fest: Einige Raupen kriechen auf den Eindringling zu, andere kratzen mit dem Hinterteil am Boden. Körpereigenschaften und Entwicklung der Tiere legten nahe, dass Raupen zuerst durch das Kriechen miteinander kommunizierten. Daraus entstand im Laufe der Evolution dann eine eigenständige Kommunikation. //[gät]//

Quelle: Nature

Biologie Künstliche Photosynthese läuft mit Viren besser.

Das hoffen Forscher aus den USA. Pflanzen spalten mithilfe von Licht Wasser auf. Energieforscher hoffen, diesen Prozess nachahmen zu könne. Dann ließe sich mithilfe von Sonnenlicht tagsüber Wasserstoff herstellen, der nachts wieder verfeuert wird – oder als Treibstoff für Lkw oder Schiffe dienen könnte. Das Problem dabei ist, dass die Materialien aus den Pflanzen sich technisch schlecht nutzen lassen. Die Forscher des MIT haben daher die Photosynthese mit anderen Stoffen in Gang gesetzt. Sie nutzen einen Katalysator und ein Farbpigment als Lichtkollektor. Ein Bakterien-Virus verbindet die beiden und bringt sie in die richtige Struktur. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology" schreiben, ist diese Struktur stabiler und effizienter als frühere Entwicklungen. Die Wissenschaftler suchen jetzt nach einem Weg, um den bei dem Prozess anfallenden geladenen Wasserstoff wieder in Wasserstoffgas umzuwandeln. //[gät]//

Quelle: eurekalert

Bildung Äthiopien hat eine Akademie der Wissenschaften gegründet.

Die Akademie soll die Regierung in Addis Abeba wissenschaftlich beraten und die Qualität der Forschung verbessern. Sie hat 50 Gründungsmitglieder, ihre Finanzierung ist allerdings unsicher. Forscher des ostafrikanischen Landes diskutieren die Gründung einer Akademie bereits seit den 60er-Jahren. Sie wurde allerdings immer wieder ausgesetzt wegen politischer Unruhen. Äthiopien folgt mit der Gründung einem Trend: In den vergangenen Jahren wurden bereits in Sambia, Mauritius und Mozambique Wissenschaftsakademien gegründet. Experten bezweifeln jedoch gegenüber dem Wissenschaftsmagazin "Nature" einen schnellen Erfolg der Gründung: Politischer Einfluss und mangelnde Meinungsfreiheit stünden dem entgegen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge leidet die Forschung in Afrika unter schlechter Finanzierung und der Abwanderung von Forschern. //[gät]//

Quelle: Nature

Pharmazie Pfizer setzt den Verkauf eines Rinder-Impfstoffes aus.

Der Konzern reagiert damit auf die Beobachtung, dass eine neue Krankheit bei Kälbern - das sogenannte Blutschwitzen – bislang bei Tieren beobachtet wurde, deren Muttertiere den Impfstoff gespritzt bekommen hatten. Der Impfstoff besteht unter anderem aus einem neu entwickelten Adjuvans, das die Immunreaktion der Tiere verstärken soll. Tiermediziner hielten es nach ersten Untersuchungen im vergangenen Jahr für möglich, dass der Impfstoff eine Rolle beim Ausbruch der Krankheit spielt - und dass diese Rolle im Zusammenhang mit dem Adjuvans steht. Das Unternehmen Pfizer weist darauf hin, dass derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen Impfstoff und der Kälber-Krankheit vorlägen. Beim Blutschwitzen – wissenschaftlich als BNP bezeichnet – tritt aus Körperöffnungen oder der Haut Blut aus; auch in den Organen kann das Tier bluten. Gleichzeitig ist das Knochenmark so geschädigt, dass es nicht mehr genug rote und weiße Blutkörperchen herstellen kann. Zwischen 2007 und 2009 verendeten rund 400 Tiere an dieser Krankheit. //[gät]//

Medien Informationen über Kinderkrankheiten im Internet sind offenbar häufig falsch.

Davon sind Forscher aus Großbritannien überzeugt. Die Wissenschaftler hatten nach Informationen über fünf Gesundheitsthemen im Netz gesucht. Wie sie im Fachblatt "Archives of Disease in Childhood" berichten, boten 300 von 500 dabei besuchten Seiten falsche Informationen. Nur die von Regierungen betriebenen Seiten boten in den Augen der Forscher zuverlässige Informationen. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass dieses Ergebnis eine gewisse Brisanz vor dem Hintergrund habe, dass immer mehr Eltern bei Krankheiten der Kinder im Netz nach Zweit- oder sogar Erstmeinungen suchten. //[gät]//

Raumfahrt Der Start eines neuen Bundeswehr-Satelliten musste erneut verschoben werden.

COMSATbw-2 hätte am Wochenende an der Spitze einer Ariane 5 ins All gefeuert werden sollen. Der Countdown wurde jedoch 42 Sekunden vor dem Start abgebrochen. Grund war nach Auskunft von Arianespace eine Fehlermeldung im Drucksystem der Rakete. Ingenieure des Unternehmens suchen derzeit nach dem Grund für den Fehler. Ein neues Startdatum nannte die Gesellschaft nicht. COMSATbw-2 soll die Kommunikation der Bundeswehr unabhängig von privaten Telekommunikationsgesellschaften machen. //[gät]//
09.04.2010

Geologie Auf der Venus können Vulkane offenbar doch noch ausbrechen.

Es würden ihnen allerdings an Dramatik mangeln: Statt gewaltsam aus dem Boden hervorzubrechen, dürften die Lavamassen eher gemächlich dem Grunde entströmen. Das legen Infrarot-Messungen der Raumsonde Venus Express nahe, die ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt in Köln in "Science" vorstellen. Die Raumsonde hatte insgesamt neun Stellen auf der Venus ausmachen können, unter denen wahrscheinlich aktive Magmakammern lagern. Sichere Spuren von Vulkanausbrüchen seien jünger als 2,5 Millionen Jahre, so die Forscher, es sei jedoch wahrscheinlich, dass Vulkane auch heute noch ausbrechen könnten. Astronomen hatten lange vermutet, dass die Venus keine aktiven Vulkane mehr habe. //[gät]//

Quelle: Science

Botanik Die Zucht ändert die Pflanze stärker als die Gentechnik.

Diesen Schluss ziehen Forscher der Universität Giessen aus ihrer Untersuchung von transgener Gerste. Das Getreide sollte mit Hilfe eines zusätzlichen Gens in der Lage sein, sich besser gegen Pilze zu wehren. Eine Untersuchung der Pflanzen habe ergeben, dass sich die Aktivität der Erbanlagen durch das neu hinzugefügte Gen kaum geändert habe. Bei durch die Zucht geschaffenen Gerste-Arten dagegen seien bis zu 1660 unterschiedliche Gene aktiv, so die Wissenschaftler weiter. //[gät]//

Ozeanographie Die tiefsten heißen Quellen brodeln 5000 Meter unter dem Meer.

Ihr Schlot steht im Cayman-Graben; er wurde von Forschern aus Großbritannien entdeckt. Die Quelle zählt zu den so genannten „Black Smokers“, Schwarzen Rauchern. Sie heißen so, weil im ausströmenden heißen Wasser gelöste Eisensalze beim Abkühlen ausfällen und den Wasserstrom dunkel färben. Die ersten Unterwasser-Geysire dieser Art wurden erst von rund 30 Jahren entdeckt, die meisten öffnen sich in anderthalb bis drei Kilometern Tiefe. Der neu entdeckte unterbietet den bisherigen Rekord um gut 500 Meter; das ausströmende Wasser hat eine Hitze von rund 330 Grad Celsius. Für Biologen sind diese Quellen besonders interessant, weil sich in ihrer Nähe eine ganz eigene Flora und Fauna entwickelt hat. //[gät]//

Medizin Ein Peptid hilft Krebsmedikamenten in den Tumor.

Und richtig verabreicht, unterstützt es die Wirkung der Arznei noch. Das notieren Forscher aus den USA im Fachblatt "Science". Die Wissenschaftler hatten bereits nachweisen können, dass das Peptid iRGD Krebsmedikamenten hilft, in den Tumor einzudringen, ohne dabei gesunde Zellen zu beeinträchtigen. Allerdings hatten sie dafür die Wirkstoffe zu einem Serum verbunden. Das kann die Effizienz beeinträchtigen. Die Forscher testeten daher, ob sich die beiden Stoffe – Medikament und Peptid – auch getrennt spritzen lassen. Wie das Team berichtet, funktioniert dieses Vorgehen nicht nur, es verbessert die Wirksamkeit des Medikamentes auch noch. Die Versuche wurden bislang an Mäusen unternommen. Ob sie auch beim Menschen funktionieren, müssen die Forscher noch nachweisen. //[gät]//

Quelle: Science

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