Samstag, 14.12.2019
 
19.04.2010

Zoologie Leoparden leben auch in Malaysia.

Erstmals sei ein Leopard in Malaysia in freier Wildbahn fotografiert worden, teilte die Gesellschaft zur Bewahrung der Wildtiere in Kuala Lumpur mit. Zehn Jahre lang hatten 70 automatische Kameras im Endau-Rompin-Nationalpark Aufnahmen gemacht. Der Leopard war auf drei der 11.500 Fotos zu sehen. Leoparden leben überwiegend in Afrika. Malaysia ist vor allem für seine schwarzen Panther bekannt. //[mawi]//

Technologie Die Züge vom Typ ICE 3 dürfen weiter fahren.

Das teilte ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes in Bonn mit. Bereits am Sonnabend hatte ein ICE-3-Triebwagen auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt eine Tür bei voller Fahrt verloren. Die Tür prallte in einen entgegenkommenden Zug und wurde weiter die Strecke entlang gewirbelt. Nach Auffassung der Aufsichtsbehörde handelt es sich um ein einzigartiges Ereignis, das nicht vorhersehbar war. Der Zug wird derzeit von Mitarbeitern des Amts untersucht. Die Deutsche Bahn hat unterdessen ein Tempolimit für ihre Züge erlassen. In Hochgeschwindigkeits-Tunneln dürfen ICE nicht schneller als 250 Kilometer pro Stunde fahren, in allen anderen nur 220. //[mawi]//

Medizin Deutsche Forscher haben ein drittes Brustkrebs-Gen entdeckt.

Das neu entdeckte Risiko-Gen für erblichen Brust- und Eierstockkrebs heißt RAD51C. Seine Funktion ist es, die Erbsubstanz einer Zelle fehlerfrei zu halten. Ist das Gen verändert, fördert dies die Krebsentstehung. Forscher vom Deutschen Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs hatten das Erbgut von insgesamt 1100 Familien untersucht, in denen Brust- und Eierstockkrebs gehäuft auftritt. Bei den Familienmitgliedern war keines der beiden bekannten Brustkrebs-Risiko-Gene BRCA 1 und BRCA 2 zu finden. In sechs Familien waren Defekte im RAD51C-Gen nachweisbar, berichten die Forscher im Fachblatt „Nature Genetics“. Von 100 Frauen, die das veränderte RAD51C-Gen tragen, werden 60 bis 80 an Brustkrebs und 20 bis 40 an Eierstockkrebs erkranken, schätzen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Deutsche Krebshilfe, Nature Genetics

Medizin Training verbessert die Beweglichkeit von Schlaganfallpatienten.

Selbst Jahre nach einem Schlaganfall lasse sich die Beweglichkeit noch deutlich verbessern, schreiben Forscher der Brown University in Providence im „New England Journal of Medicine”. Sie hatten 127 Schlaganfall-Patienten mit menschlicher Hilfe oder mit Unterstützung eines Roboters über neun Monate trainieren lassen. Die Patienten konnten danach ihre Armbewegungen deutlich besser kontrollieren. Das Training führte außerdem zu einem verbesserten Wohlbefinden. Nach einem Schlaganfall ist häufig eine Körperseite teilweise gelähmt. Mit Hilfe von Bewegungsübungen wird versucht, Patienten einen Teil der Kontrolle über die Muskeln zurückzugeben. Bislang wurde die Physiotherapie spätestens ein Jahr nach dem Schlaganfall eingestellt, da eine Fortsetzung keinen zusätzlichen Nutzen mehr versprach. Diese Ansicht kann als widerlegt gelten, so die Forscher. Ihrer Ansicht nach ist es für ein Bewegungstraining nie zu spät. //[mawi]//

Quelle: New England Journal of Medicine-Online

Gentechnik BASF hat die ersten gentechnisch veränderten Kartoffeln ausgepflanzt.

Ungeachtet der Proteste von Gentechnik-Gegnern hat heute in Mecklenburg-Vorpommern nahe der Ortschaft Zepkow die Pflanzung der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora" begonnen. Die Firma BASF Plant Science GmbH will die für die Stärkeindustrie entwickelte Kartoffel auf 15 Hektar anpflanzen. Das Feld werde durch Wachschutz vor Umweltaktivisten gesichert, teilte die Firma mit. //[mawi]//

Medizin Genetische Veränderungen geben Hinweise auf Metastasen.

Krebsforscher am US-amerikanischen Georgetown Lombardi Comprehensive Center in Washington haben Tumorzellen von Frauen mit Brustkrebs mit Zellen aus dem Wächterlymphknoten in der Achselhöhle verglichen. Zeigten Tumorzellen und spezielle Zellen in den Lymphknoten ähnliche genetische Veränderungen, dann war dies ein sicherer und früher Hinweis auf eine bestehende oder drohende Metastasenbildung in den Lymphknoten und im übrigen Körper, berichten die Forscher auf dem Jahreskongress der Amerikanischen Krebsgesellschaft in Washington. Ein Brustkrebs, der an anderen Stellen im Körper Metastasen bildet, gilt als aggressiver und schwieriger zu behandeln. Vorhersagen, die – wie bislang üblich - allein auf der Grundlage mikroskopischer Untersuchungen von Lymphknotengewebe getroffen werden, sind unzuverlässig. //[mawi]//

Quelle: eurekalert.org

16.04.2010

Raumfahrt US-Präsident Barack Obama hat seine Raumfahrtpläne konkretisiert.

Bei einem Besuch des Kennedy Space Centers hat der US-Präsident gestern seine Pläne für die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa erläutert. Rede von Barack Obama zur Zukunft der Nasa vom 16.4.2010 Damit ging Obama auf Kritik an der Streichung des "Constellation"-Programms ein, das ursprünglich die Space Shuttles ablösen sollte. Obama kündigte an, die Mannschaftskapsel "Orion" solle nun doch gebaut werden, allerdings in einer vereinfachten Version. Ab 2015 soll sie der sechsköpfigen Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) als Rettungsboot dienen. Ein neuer Schwerlastträger solle Mitte des nächsten Jahrzehnts amerikanische Astronauten zu einem Asteroiden tragen, 2030 auf eine Mars-Umlaufbahn und 2035 zum Mars selbst. Konkrete Aufträge zum Bau einer neuen Rakete oder eines neuen Raumschiffs sind noch nicht vergeben worden. //[mey]//

Medizin Göttinger Forscher entdecken einen neuen Mechanismus der Krebsentstehung.

Wenn eine Zelle sich teilt, verdoppelt sie ihre Erbinformation. Der so genannte Spindelapparat sorgt dafür, dass die Chromosomen so auf die Tochterzellen aufgeteilt werden, dass sie nach der Zellteilung die identische Erbinformation enthalten. Forscher der Philipps-Universität Marburg haben entdeckt, dass das Gen mit Namen CHK2 entscheidend für die Entwicklung des Spindelapparates ist. Fehlt das Gen, oder ist es defekt, kann die Entstehung von Krebs begünstigt werden, wiesen die Forscher in Zell-Experimenten nach. Als sie Proben von Lungen-Tumoren untersuchten, stellten sie fest, dass bei jeder zweiten Probe ein Defekt im CHK2-Gen vorlag. Die Forscher gehen davon aus, dass Fund helfen könnte, neuartige Krebstherapien entwickeln zu können. //[mawi]//

Neurologie Kurzes Meditieren verbessert die Konzentrationsfähigkeit.

Studien haben bereits gezeigt, dass regelmäßiges Meditieren langfristig Aufmerksamkeit und Konzentration fördert und zu einer Umorganisation des Gehirns führt. US-amerikanische Forscher der Wake Forest University berichten im Fachblatt „Consciousness and Cognition“, dass sich bereits mit 20minütigen Trainingseinheiten an vier Tagen gute Effekte erzielen lassen. Die Forscher ließen eine Gruppe von Freiwilligen zwanzig Minuten lang ein Hörbuch hören. Die andere Gruppe meditierte in dieser Zeit. Teilnehmer aus der Meditationsgruppe zeigten bei Tests zum Arbeitsgedächtnis sowie zur räumlichen Wahrnehmung eine deutliche Leistungssteigerung - sowie bei allen Test, die unter Stress und Zeitdruck durchgeführt wurden. //[mawi]//

Quelle: Science online

Planetologie Der älteste bekannte Mars-Meteorit ist 4,1 Milliarden Jahre alt…….

und damit rund eine halbe Milliarde Jahre jünger als bislang angenommen. Das berichten belgische und US-amerikanische Forscher im Fachblatt „Science“ nach der Isotopen-Analyse der Metalle Lutetium und Hafnium in dem Meteoriten. Der Meteorit mit Namen ALH84001 war vor etwa 13.000 Jahren auf der Erde eingeschlagen und wurde vor 16 Jahren auf dem Eis der Antarktis entdeckt. Er besteht aus vulkanischem Gestein und ist bislang der einzige Fund aus der Frühzeit des Mars. Das Ergebnis der Analyse legt nahe, dass Mars-Vulkane noch vor vier Milliarden Jahren aktiv waren - längere Zeit als bisher angenommen. Der Mars, so die Forscher, beherberge damit möglicherweise nicht nur die größten Vulkane unseres Sonnensystems, sondern auch einige der ältesten. //[mawi]//

Quelle: Science, Band 328, Nummer 5976, Seite 347

15.04.2010

Technik Indien hat mehr Handys als Toiletten.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Mobiltelefone in Indien um mehr als das Hundertfache gestiegen. Fast jeder zweite Inder besitzt mittlerweile ein Handy. Demgegenüber hat aber nur ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu sanitären Anlagen. Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervor. //[tj]//

Quelle: UN

Klimaforschung Trotz der globalen Erderwärmung könnte Mitteleuropa in den nächsten Jahren besonders frostige Winter erleben.

Das prognostizieren Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Lindau. Diese Kältewelle gehe darauf zurück, dass die Sonne derzeit extrem schwächele – ihre Aktivität sei auf den niedrigsten Stand seit 90 Jahren gesunken. Eine niedrige Sonnenaktivität könne dazu führen, dass die milden Winde vom Atlantik im Winter Europa nicht mehr erreichen. Die kalten Luftmassen aus dem Nordosten gewännen dann an Einfluß, schreiben die Forscher in den „Environmental Research Letters“. Diese Ergebnisse ihrer Studie widersprächen allerdings nicht dem generellen Trend zu wärmeren Erdtemperaturen. //[tj]//

Quelle: MPG

Astronomie Wird das verlorene Mondlicht von verstaubten Reflektoren geschluckt?

Vor vierzig Jahren haben Apollo-Astronauten Prismen aus Quarzglas auf dem Mond positioniert. Jetzt haben Physiker von der Universität von Kalifornien in San Diego bei Experimenten bemerkt:. Wird Laserlicht von der Erde auf diesen Reflektor geschickt, dann kommt es häufig sehr viel schwächer zurück als zu erwarten wäre. Die Physiker haben auch die passende Erklärung dafür. Es ist offenbar Staub, der für die optischen Veränderungen verantwortlich ist. Zudem spiele die Mondphase wohl auch eine Rolle. Denn: je näher der Vollmond rückt, um so schwächer wird die Lichtreflektion – sie nimmt bis zu ihrem Zehnfachen ab. Möglicherweise verstärke die thermischen Situation bei Vollmond den ohnehin vorhandenen Lichtverlust. //[tj]//

Quelle: UCSD

Medizintechnik Ein weiterer Schritt zur künstlichen Bauchspeicheldrüse ist getan.

US-amerikanischen Forschern ist es mit einem neuen System gelungen, bei Diabetikern Typ 1 den Blutzuckerspiegel über mehr als 24 Stunden in einem normalen Bereich zu halten. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer künstlichen Bauchspeicheldrüse, die den Blutzuckerspiegel vollautomatisch kontrolliert. Das schreibt das Fachblatt „Science Translational Medicine“. Bei den bisherigen Entwicklungsansätzen gab es vor allem ein Problem: Es kam zu einer Überdosierung von Insulin, was bei den Patienten zu einer massiven Unterzuckerung führte. Das neue Testsystem ahmt die natürliche Blutzuckerregulierung nach. Der Diabetiker bekommt eine Insulin- und eine Glucagon-Pumpe. Diese werden unter die Haut am Bauch eingesetzt. Zudem wird ein Blutzuckersensor in den Venen platziert und das gesamte System an einen Computer angeschlossen. Bei der Testreihe bestimmte der Sensor 27 Stunden lang alle fünf Minuten den Blutzuckerwert und meldete ihn an den Computer. Mit einer neuartigen Software wurde dann die nötige Insulin- und Glucagondosis berechnet und an die Pumpe weitergegeben. Bei sechs von elf Testpersonen funktionierte das Prinzip hervorragend – berichten die Forscher, bei den übrigen Patienten musste die Insulinabgabe erst an den körpereigenen Aufnahmerhythmus angepasst. Nach der Feinjustierung gab es auch bei ihnen keine Probleme. //[tj]//

Quelle: Science Translational Medicine

Biologie Blutegel mit Riesenzähnen lebt in Peru.

New Yorker Wissenschaftler haben einen bislang unbekannten Blutegel in der Andenregion entdeckt. Der Blutsauger dringt mit Vorliebe in Augen und Körperöffnungen ein und beißt sich mit seinen besonders großen Zähnen gerne in den Schleimhäuten fest. Die Forscher gaben dem neu entdeckten Egel den Namen //Tyrannobdella rex//. Wie sie im Fachjournal "PLoS One" schreiben, bildet diese Egelart innerhalb des Stammes eine neue biologische Gattung. Anders als alle anderen Blutegel besitze der //Tyrannobdella rex// nur einen einzigen Kiefer mit riesigen Zähnen. //[tj]//

Quelle: PLoS One

Neurologie Geistige Zeitreisen ermöglichen uns langfristige Entscheidungen.

Ein Forscherduo aus Hamburg hat die Mechanismen erforscht, die uns dazu bewegen, kurzfristige Bedürfnisse hinten anzustellen, um in der Zukunft eine größere Belohnung zu erhalten. Bei finanziellen Entscheidungen wurde die Gehirnaktivität von Testpersonen mit einem Magnetresonanz-Tomographen gemessen. Daraus ergab sich : Langfristige Entscheidungen werden durch das enge Zusammenspiel von zwei Hirnregionen bestimmt. Die eine Region – der Hippocampus - ist unter anderen für das Vorstellungsvermögen zuständig. Die andere Region – das anteriore Cingulum – ist an belohnungsbasierten Entscheidungen beteiligt. Es reiche schon eine lebhafte Vorstellung zukünftiger Ereignisse - so die Wissenschaftler im Fachmagazin „Neuron“ - um eine impulsive kurzfristige Wahl zu verhindern. Wer an die Zukunft denkt, sei nicht auf schnelle Bedürfnisbefriedigung aus. //[tj]//

Quelle: Neuron, Band 66, Nummer 7, Seite 138

14.04.2010

Biologie Tintenfische sind Bauch-Seher.

Meeresbiologen aus den USA haben klären können, wie farbenblinde Tintenfische ihre Haut dennoch dem Untergrund anpassen können, um getarnt zu sein. Demnach ist die genetische Information für das Sehprotein Rhodopsin bei den Kopffüßern nicht nur im Auge, sondern auch in der Haut der Bauchseite aktiv, berichten die Forscher in den "Biology Letters". Zwar werde die Verfärbung der Haut durch Nervensignale aus dem Gehirn gesteuert, die lichtempfindliche Haut ergänzt diese Kontrolle jedoch, vermuten die Wissenschaftler. //[mst]//

Quelle: Biology Letters

Medizin Die Müttersterblichkeit nimmt weltweit ab.

1980 starben weltweit rund eine halbe Million Frauen bei der Geburt, 2008 waren es 35 Prozent weniger. Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Universität von Washington in Seattle hervor, die im Fachblatt "The Lancet" erscheint. Sie hatten die Daten aus 181 Ländern ausgewertet. Demnach sei die Müttersterblichkeit vor allem in China, Ägypten, Ecuador und Bolivien deutlich zurückgegangen. Zu ihrem Erstaunen stellten die US-Forscher jedoch fest, dass die Müttersterblichkeit in den Industrieländern USA, Kanada und Dänemark gestiegen ist. In den USA erhöhte sich die Müttersterblichkeitsrate, die die Zahl der Todesfälle unter 100.000 Geburten bezeichnet, von zwölf auf 17. Ein Grund könnten neue Messmethoden sein. Dies allein könne aber nicht den gesamten Anstieg erklären, so die Forscher. //[mst]//

Quelle: The Lancet

Genetik Forscher erheben Einspruch gegen Patent auf menschliche Eizellen.

Eine Gruppe von Fachleuten, die sich im Verein Testbiotech zusammen geschlossen hat, kritisiert ein Patent der Pharmafirma Merck Sorano GmbH. Dieses erlaubt, menschliche Eizellen auch kommerziell zu verwenden. Wie Testbiotech auf seiner Webseite mitteilte, haben die Mitglieder Einspruch am Europäischen Patentamt in München eingelegt. Nach Ansicht des Vereins widerspreche das Patent dem im Europäischen Patentrecht verankerten Verbot, den menschlichen Körper in allen seinen Phasen der Entwicklung zu patentieren. Der Einspruch solle helfen, die ethischen Grenzen im Patentrecht zu klären. Es sei zu befürchten, dass durch derartige Patente der menschliche Körper zur kommerziellen Ware werde. //[mst]//

Quelle: testbiotech.org

Tiermedizin 2007 wurden in Europa etwa 2000 Fälle der Rinderkrankheit Bovine Neonatale Panzytopenie gemeldet.

Dabei fangen erkrankte Tiere im Alter von zwei bis drei Wochen ohne erkennbaren Grund an zu bluten - durch die Haut, aus den Körperöffnungen und in die inneren Organe. Die meisten erkrankten Tiere starben. Aus den Meldungen betroffener Bauern ging hervor, dass viele erkrankte Kälber von Müttern stammen, die den Pfizer-Impfstoff Pregsure bekommen hatten. Das Pharmaunternehmen hat den Impfstoff vergangene Woche in Absprache mit dem Paul-Ehrlich-Institut vom deutschen Markt genommen, "obwohl keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dem Kälberbluten vorliegen", wie das Unternehmen mitteilte. Die genaue Ursache der Krankheit ist bislang nicht bekannt. //[mst]//

Quelle: Pfizer/sueddeutsche

Biologie Buckelwale kommunizieren flexibel.

Übersteigen die Geräusche im Meer eine kritische Lautstärke, unterhalten sich Buckelwale nicht mehr mithilfe ihrer typischen Gesänge, sondern benutzen ihre Finnen, um sich auszutauschen. Das haben Biologen bei Beobachtungen an der Ostküste Australiens entdeckt und berichten darüber in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Bei großen Lautstärken benutzten die bis zu 30 Tonnen schweren Tiere kaum noch die sprachähnlichen Signale, sondern tauchten statt dessen häufiger auf und ab, um so Informationen austauschen zu können. //[mst]//

Quelle: Biology Letters

Psychologie Schiedsrichter lassen sich von brüllenden Fußballfans beeindrucken.

Das ist das Fazit von Forschern aus Köln und Heidelberg, die Schiedsrichterentscheidungen im Zusammenhang mit der Geräuschkulisse analysiert hatten. Demzufolge verwarnen die Unparteiischen den Foulspieler umso häufiger mit der Gelben Karte, je lauter der Aufschrei ist, der nach einem Foul durchs Stadion geht. Die Forscher hatten rund 1500 Spiele der 1. Bundesliga untersucht. Dabei stellten sie einen Zusammenhang zwischen dem Lärm und der Anzahl der Gelben Karten fest. Anschließend baten sie 20 Schiedsrichter des Deutschen Fußball-Bundes per Video 56 Foul-Szenen zu beurteilen. Bei den Tests variierten die Forscher die Lautstärke der Fankulisse. Je lauter die Geräuschkulisse war, desto häufiger entschieden sich die Unparteiischen für eine Verwarnung. Die Forscher vermuten, dass die Schiedsrichter den Lärm als Hinweis auf die Schwere des Fouls werten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Da in der Regel die Anhänger der Heimmannschaft in der Überzahl sind, existiere damit tatsächlich ein sogenannter Heimvorteil. //[mst]//

Quelle: idw-online.de

Biologie Zwergbeutelmarder müssen zum Survival-Training.

1935 wurden in Australien Aga-Kröten zur Schädlingsbekämpfung auf Zuckerplantagen eingesetzt. Heute gelten die südamerikanischen Kröten als Plage, da sie keine natürlichen Feinde haben. Vor allem den vom Aussterben bedrohten Zwergbeutelmardern werden die Kröten immer wieder zum Verhängnis, da sie an dem Gift, das die Kröten aus Hautdrüsen absondern, sterben. Biologen aus Sydney haben bei Tests mit Jungmardern die Kröten als Beute abspenstig gemacht. Wie sie im Fachblatt "Journal of Applied Ecology" schreiben, gaben sie einigen Tieren tote Kröten zu fressen, die sie vorher mit einem Brechmittel versehen hatten. Schon nach kurzer Zeit verging den Mardern mit den präparierten Tieren dauerhaft der Appetit auf die Amphibien. Diese Vermeidungsstrategie könnte eine Methode sein, um die australische Fauna vor invasiven Spezies zu schützen, hoffen die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of Applied Ecology

13.04.2010

Neurowissenschaft Die Erinnerung geht, die Stimmung bleibt.

Menschen mit Gedächtnisverlust empfinden immer noch Gefühle, auch wenn sie die Ursache dafür bereits vergessen haben. Das haben US-Forscher in einer Studie an Patienten herausgefunden, die aufgrund einer Verletzung des Schläfenlappens im Gehirn an schwerem Gedächtnisverlust leiden. Die Wissenschaftler zeigten den Patienten einen Film, entweder von fröhlicher oder deprimierender Grundstimmung. Kurze Zeit danach konnten die Testpersonen sich nicht mehr an Details erinnern, aber trotzdem verspürten sie noch nach einiger Zeit entweder ein Gefühl von Freude oder Traurigkeit. Die Neurowissenschaftler folgern daraus, dass ein liebevoller Umgang zum Beispiel auch mit Alzheimer-Patienten wichtig sei. Ein Anruf oder ein Besuch könne von ihnen bald schon wieder vergessen sein, das damit verbundene Gefühl aber bleibe. //[reu]//

Psychologie Mit dem Misstrauen verschwindet der Rassismus.

Kinder, die unter einer speziellen Erbkrankheit leiden, kennen keine Vorurteile, wenn es um die Hautfarbe von Menschen geht. Das berichten Mediziner aus Mannheim im Fachblatt "Current Biology". Die Wissenschaftler hatten 20 Kinder im Alter zwischen sieben und 16 Jahren untersucht, die an dem sogenannten Williams-Syndrom leiden. Diese Veränderung in den Erbanlagen führt dazu, dass die Betroffenen häufig Ess- und Sehstörungen zeigen. Ein Nebeneffekt der Krankheit ist die Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Kinder. Mit einem psychologischen Standard-Test ermittelten die Forscher, ob die Kinder Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe haben. Die Resultate verglichen sie mit einer Kontrollgruppe von Kindern, die nicht unter dem Williams-Syndrom litten. Die Kinder mit der Erbkrankheit zeigten kein stereotypes Denken, wenn sie die Charaktereigenschaften von hell- und dunkelhäutigen Menschen einschätzen sollten – im Gegensatz zu ihren Altersgenossen, die weitaus häufiger ihre Vorurteile pflegten. Die Wissenschaftler glauben, dass ein kontaktfreudiges Verhalten ein Mittel gegen rassistische Vorurteile sein könne. //[reu]//

Quelle: wissenschaft.de, ScienceNOW, Nature News, NPR

Wissenschaft Deutsch-brasilianisches Wissenschaftsjahr hat begonnen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan und ihr Amtskollege Sérgio Rezende haben gestern dazu den Startschuß gegeben. Bis April 2011 sind im Rahmen dieser Kooperation bilaterale Seminare, Symposien und zahlreiche Forschungsprojekte geplant. Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine solche Partnerschaft mit einem lateinamerikanischen Land eingeht. //[reu]//

Planetologie Erdähnliche Planeten sind keine Seltenheit.

Das glauben englische Astronomen, die sich knapp 150 Sterne angesehen haben, die einst ungefähr so groß waren wie unsere Sonne, jetzt aber zu sogenannten „Weißen Zwergen“ geschrumpft sind. Bei einigen dieser Sterne, rund 20 Prozent, haben die Forscher nicht nur Wasserstoff und Helium in der Atmosphäre entdeckt, wie sonst üblich, sondern auch vergleichsweise schwere Elemente wie Calcium. Normalerweise müßten diese Stoffe in das Innere der Sterne einsinken. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass das Calcium von felsigen Planeten stammt, die den Stern einst umkreisten, dann aber zerstört wurden, als er sich zu einem „Roten Riesen“ aufblies. Die Trümmer könnten noch heute ihren Zentralstern umkreisen und mit Calcium und anderen Elementen verunreinigen. Diese Ergebnisse präsentieren die Forscher auf der Jahrestagung der britischen Königlichen Astronomischen Gesellschaft, die zurzeit in Glasgow stattfindet. //[reu]//

Quelle: New Scientist, ScienceNOW

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