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23.04.2010

Raumfahrt Der US – Air Force Raumgleiter X37B ist gestartet.

Die X37B ist ein vom Flugzeughersteller Boeing konstruierter Raumgleiter. Er ist etwa ein Viertel so groß wie ein Space Shuttle, verfügt über eine Ladebucht, aber nicht über Sitzplätze. Stattdessen erfolgen Start und Landung des Gleiters vollautomatisch. Die Energieversorgung übernehmen Lithium-Ionen Batterien und Solarzellen – auch das ein Unterschied zum Shuttle, das von Brennstoffzellen versorgt wird. Ferner verfügt die X37B über ein eingebauten Tank für ihr Haupttriebwerk; sie kann daher im All ihre Flughöhe ändern. Offiziell teilte die US Air Force mit, der Flug diene zur Erprobung des Gleiters selbst. Wann er zurückkehren soll, ließ die amerikanische Luftwaffe offen; das Gerät kann bis zu 270 Tage im All operieren. Als Landepunkt ist die Vandenberg Air Force Base in Kalifornien vorgesehen. Analysten sind sich unsicher, ob dieser Flug der Abschluss des Entwicklungsprogramms ist oder der Auftakt für ein neues. Das X37 Programm wurde bereits in den neunziger Jahren von der Nasa begonnen. Ziel war es, neue und billigere Techniken für wieder verwendbare Raumfahrzeuge zu entwickeln. 2004 gab die Nasa das Projekt an die US Air Force ab, unter deren Regie der Gleiter seitdem entwickelt wird. 2008 testeten die Militärs die automatische Landung des Raumschiffs, bei der jedoch Probleme auftraten. //[gät]//

Quelle: Space.com

Biologie Orcas sind nicht eine Art, sondern mindestens drei.

Das berichten Forscher des Wissenschaftszentrums La Jolla in Kalifornien. Biologen haben bereits seit längerem vermutet, dass die Schwertwale nicht nur eine Art darstellen, sondern mehrere. Sie stützten sich auf die leicht unterschiedlichen Färbungen der Tiere, sowie die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten. Die US-Forscher haben jetzt die Mitochondrien von 139 Säugetieren einem neuen Vergleichstest unterzogen. Dabei entdeckten sie, dass in den Gewässern rund um den Südpol zwei Orca-Arten leben, von denen eine dritte zu trennen ist, die im Nordpazifik auf Jagd geht. //[gät]//

Geochemie Die Daten des Vulkanasche-Messfluges vom Dienstag liegen vor.

Sie zeigen eine so niedrige Konzentration leichter Ascheteilchen, dass sie nach Auffassung des Max Planck Institut für Chemie in Mainz bereits Anfang der Woche keine Gefahr mehr für die Luftfahrt darstellten. Das Institut arbeitet gemeinsam mit der Lufthansa und anderen Partnern im Caribic-Programm zusammen. Ziel ist es, auf Linienflügen Daten zur Untersuchung der Lufthülle zu sammeln. Für diesen Zweck wird eine Linienmaschine mit einem Messcontainer ausgerüstet, der seit kurzem auch mit einem optischen Partikelzähler ausgestattet ist. Am Dienstag Nachmittag startete ein Linienflugzeug mit diesem Messcontainer und erfasste die Konzentration von Aschepartikeln. //[gät]//

Physik Unkonventionelle Supraleiter könnten helfen, die Supraleitung zu erklären.

Das hofft eine Forscherteam aus Japan. In konventionellen, auf Kupferoxiden basierenden Supraleitern entsteht die widerstandslose Stromleitung, wenn sich Elektronen zu Paaren zusammenfinden. Wie die Träger negativer Ladung diese Paare bilden, ist Physikern jedoch unklar. Die Wissenschaftler aus Japan berichten jetzt in "Science", dass ein Vergleich mit Supraleitern weiterhelfen könnte, die auf Eisen basieren. Auch in diesen bilden sich die Elektronenpaare. Und bei ihnen spielen Fluktuationen im Spin dabei eine wichtige Rolle. Da es diese Fluktuationen auch in den Kupferverbindungen gibt, vermuten die Wissenschaftler, dass auch in diesen Metallen der Elektronenspin eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Supraleitung spielt. //[gät]//

Recht Das Patent zur Zucht besonders großer Schweine ist erloschen.

Im Juli 2008 hatte das Europäische Patentamt Epa in München der Newsham Choice Genetics ein technisches Verfahren patentiert, bei dem ein Gen festgestellt werden kann, das bei der Gewichtszunahme eine wichtige Rolle spielt. Bauern und Umweltschützer hatten aus unterschiedlichen Gründen Widersprüche gegen dieses Patent eingelegt. Das Epa hat nun das Patent widerrufen. Nicht wegen der Widersprüche jedoch, sondern weil das Unternehmen kein Interesse mehr an dem Schutz der Technik habe, so ein Sprecher. //[gät]//
22.04.2010

Energie Stuttgarter Solarzellenforscher haben einen Weltrekord aufgestellt.

Am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg haben sie so genannte Dünnschichtsolarzellen mit einem Wirkungsgrad von 20,1 Prozent entwickelt. Mit diesem hohen Wirkungsgrad soll die Stromausbeute von Photovoltaikanlagen deutlich verbessert werden. Der derzeitige Wirkungsgrad von marktüblichen Dünnschichtsolarzellen liegt bei zehn bis zwölf Prozent. Allerdings hatte das US-Forschungsinstitut NREL – das den bisherigen Weltrekord bei Solarzellen innehatte, schon einmal einen Wirkungsgrad von 20 Prozent erreicht. Bis derartige Wirkungsgrade auch für den kommerziellen Bereich umgesetzt werden können, wird es nach Angaben der Stuttgarter Forscher noch einige Zeit dauern. //[tj]//

Biologie Fliegende Frösche und errötende Schlangen leben nur auf Borneo.

Innerhalb der vergangenen drei Jahre haben Forscher auf der Insel Borneo insgesamt 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Darunter ein fliegender Frosch, der seine Haut- und Augenfarbe ändert, und die „Kopstein Bronzerückennatter“ – bei Gefahr „errötet“ ihr Nacken und zeigt ein flammendes Rot. Über die Entdeckungen von Flora und Fauna auf Borneo berichtet der heute veröffentlichte Report der Umweltschutzorganisation WWF. Wahrscheinlich – so die WWF-Experten – warteten noch Hunderte andere Arten darauf, das Licht der Forscherwelt zu entdecken. Doch der Lebensraum dieser Arten schwinde bedrohlich schnell. Die Wälder auf Borneo sind gefährdet durch Rohdung, Plantagen aus Ölpalmen oder schnellwachsenden Baumarten für die Zellstoffproduktion. //[tj]//

Medizin Eine Langzeitstudie erforscht die Gesundheitsrisiken durch Handys.

Ob Handys zu einer Gefahr für die Gesundheit werden können und langfristig zu Erkrankungen wie Krebs führen, dass soll jetzt in einer Langzeitstudie untersucht werden. Für die internationale Studie unter der Leitung des Imperial College in London werden über 250.000 Teilnehmer im Alter von 18 bis 69 über einen Zeitraum von 20-30 Jahren hinweg regelmäßig untersucht. Eine Erkrankungen entwickele sich erst über viele Jahre hinweg, so dass Kurzzeitstudien die tatsächlichen Gesundheitsrisiken durch Handys nicht abschließend beurteilen können, so die britischen Forscher. //[tj]//

Quelle: Imperial College

Informationstechnik Virenschutzprogramm legt Windows XP lahm.

Zehntausende Computer mit dem Betriebssystem Windows XP sind durch das aktualisierte Sicherheitspaketes von McAfee lahmgelegt worden. Das Update „5958 DAT Update Issue“ behandelt XP wie einen Computervirus. McAfee hat inzwischen die Verteilung des Updates gestoppt und auf seiner Homepage ein Tool für die Säuberung der betroffenen Rechner bereitgestellt. //[tj]//

Umwelt Japan und Norwegen sind weit vor bei den Klimazielen.

Im Kampf gegen die Erderwärmung wollen nur zwei Industrieländer ihre Emissionen an Treibhausgas ausreichend senken: Japan und Norwegen. Nur bei diesen beiden Ländern sei die Selbstverpflichtung geeignet, die globale Erderwärmung auf höchsten zwei Grad Celsius zu begrenzen. Das berichten Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung im Fachjournal „Nature“. Bis zum 13. April hatten 76 Länder ihre Reduktionsziele zur Kopenhagen-Vereinbarung eingereicht. Es sei erstaunlich, wie wenig ambitioniert die Selbstverpflichtungen seien. Sie bedeuteten in der Realität einen Anstieg der globalen Mitteltemperatur um mehr als drei – statt weniger als zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert. //[tj]//

Quelle: Nature Bd. 464, S. 1126

Genetik Indianerstamm weist DNA Forscher in ihre Schranken.

In den USA war der kleine und isoliert lebende Stamm der Havasupai Indianer in den 90er Jahren bereit DNA Proben abzugeben, um nach genetischen Ursachen für die hohe Rate an Diabetikern in diesem Stamm zu suchen. Die Forscher von der Arizona State University hatten allerdings auch weitere Studien mit der DNA gemacht und nach psychischen und geistigen Krankheiten und Hinweisen auf den geographischen Ursprung des Stammes gesucht. Nach Protesten der Indianer hat die Universität nun eingewilligt, die DNA Proben zurückzugeben und insgesamt 700.000 Dollar Wiedergutmachung an die betroffenen 41 Mitglieder des Stammes zu bezahlen. Die Übereinkunft ist wahrscheinlich die erste, bei der Einzelpersonen Geld dafür gezahlt wird, dass sie nicht im Einzelnen über alle Untersuchungen informiert und somit ihre DNAs „missbraucht“ wurden. //[tj]//

Medizin Wird der überzählige Schweinegrippe-Impfstoff jetzt für die saisonale Grippe zugelassen?

Diese Frage prüft zur Zeit das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich Institut. Wegen der geringen Impfquote sind 28 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffes überzählig. Bislang hat sich aber kein Käufer im Ausland dafür finden lassen. Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium heute mitteilte, soll nun geklärt werden, ob der Pandemrix-Schweinegrippe-Impfstoff –der noch bis November 2011 haltbar ist- auch für die normale, saisonale zugelassen werden kann. //[tj]//
21.04.2010

Medizin Mediziner werfen der Pharmaindustrie Manipulation von Studien vor.

Mitglieder der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft haben 57 in Fachmagazinen veröffentlichte Studien untersucht. Im Deutschen Ärzteblatt resümieren sie, dass "Arzneimittelstudien, die von pharmazeutischen Unternehmen finanziert werden, oder bei deren Autoren ein finanzieller Interessenkonflikt vorliegt, häufiger ein für die Pharmafirma vorteilhaftes Ergebnis als bei unabhängig finanzierten Studien ergeben." Dies liegt den Autoren zufolge nicht nur daran, dass Pharmaunternehmen Auftragsstudien mit negativen Ergebnissen nicht veröffentlichen. Auch würden die Ergebnisse publizierter Studien "öfter zugunsten des Sponsors interpretiert". Es gebe Hinweise, dass pharmazeutische Unternehmen das Studienprotokoll zu ihren Gunsten beeinflussen, folgern die Mediziner. [mst]

Quelle: aerzteblatt.de

Astronomie Koronas-Foton schweigt.

Gerade einmal ein Jahr nach dem Start ins Weltall hat Russland die Raumsonde verloren. Seit fünf Monaten gebe es keinen Kontakt mehr, teilte die Russische Akademie der Wissenschaften in Moskau mit. Koronas-Foton sollte in einer Erdumlaufbahn in 500 Kilometer Höhe die Sonne beobachten. Ziel war die Untersuchung von Energieströmen in der Atmosphäre der Sonne, sowie Eruptionen und Zusammenhänge zwischen solarer Aktivität und magnetischen Stürmen auf der Erde zu analysieren. [mst]

Biologie Gute Nasen altern schneller.

Das ist das Fazit US-amerikanischer Forscher, die bei Fruchtfliegen den Zusammenhang zwischen dem Aufspüren von Düften und der Lebenserwartung untersucht haben. Wie sie im Fachblatt PloS Biology schreiben, blockierten sie bei den Versuchstieren einen Rezeptor, der für die Ausbildung bestimmter Nervenzellen zuständig ist. Diese Tiere waren nicht in der Lage Kohlendioxid wahrzunehmen. CO2 dient den Fliegen als Nahrungsanzeiger und Warnsignal. Die geruchsunfähigen Tiere wiesen nicht nur eine um 30 Prozent erhöhte Lebenserwartung auf, sondern legten auch Gewicht zu und waren stressresistenter. Diese Effekte traten jedoch nur bei weiblichen Fliegen auf. Gerüche könnten demnach auch beim Menschen Einfluss auf die Gesundheit und die Lebensdauer haben, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: PloS Biology

Biologie Thunfisch-Sushi kann Quecksilber enthalten.

Das haben Tests aus Restaurants und Supermärkten in den US-Bundesstaaten New York, New Jersey und Colorado ergeben. Dabei hätten sie zum Teil bedenklich hohe Konzentrationen an gesundheitsschädlichem Quecksilber gefunden, berichten Forscher aus New York im Fachblatt Biology Letters. In einigen Fällen - etwa beim Fleisch vom Großaugen-Thunfisch - habe der Quecksilber-Gehalt die von der US-Umweltbehörde EPA festgesetzte Obergrenze um mehr als das Dreifache überschritten. [mst]

Quelle: Biology Letters

Biologie Krähen setzen Werkzeuge flexibel ein.

Das haben neuseeländische Forscher bei Versuchen mit Geradschnabelkrähen herausgefunden. Dabei verwendeten die Vögel ein Hilfswerkzeug, um an ein weiteres Werkzeug zu gelangen, mit dem sie anschließend ein Stück Fleisch erreichen konnten. Die Krähen wiesen dabei nach, dass sie in der Lage sind, ein Werkzeug als Mittel zum Zweck zu benutzen, das sich in einem vorherigen Experiment zur direkten Nahrungsbeschaffung als nutzlos erwiesen hat, berichten die Forscher in den Proceedings der britischen Royal Society. Sie werten dies als Zeichen für kognitive Fähigkeiten der Rabenvögel, die über ein einfaches Lernen durch Ausprobieren hinausgehen. [mst]

Quelle: Press Royal Society

20.04.2010

Medizin Passivraucher haben häufiger eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Davon ist ein kanadisch-US-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler hatten 306 Freiwillige befragt, bei denen Ärzte eine chronische Nebenhöhlenentzündung festgestellt hatten. Ein anschließender Vergleich mit den Daten gesunder Menschen zeigte einen statistisch eindeutigen Zusammenhang zwischen passiv eingeatmeten Zigarettenrauch und der Entzündung. Die Forscher raten den Betroffenen, Raucherzonen zu vermeiden. //[gät]//

Medizin Gut durchgebratenes Fleisch kann Blasenkrebs auslösen.

Grund dafür sind heterozyklische aromatische Amine; sie bilden sich aus Aminosäuren und einer weiteren, organischen Säure in rotem Muskelfleisch bei Temperaturen über 220 Grad Celsius. Forscher der Universität Texas berichteten auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung, dass diese HHA abgekürzten Stoffe das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, deutlich erhöhte. Die Wissenschaftler hatten 884 Blasenkrebs-Patienten und eine ähnlich große Kontrollgruppe drei Jahre beobachtet, die Essgewohnheiten notiert und die HHA Werte ermittelt. //[gät]//

Medizin Der Hundemagen eignet sich als Versuchsmodell für Tablettenbewegungen.

Das notieren Forscher der Brown-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island im Fachblatt "PNAS". Die Forscher hatten mithilfe einer magnetischen Tablette und Sensoren untersucht, wie sich Tabletten im Inneren von Hunden und Menschen bewegen – und welchen Kräften sie ausgesetzt sind. Da einige Medikamente ihre Wirkung besser entfalten können, wenn sie lange im Magen bleiben, ist eine genaue Kenntnis dieser Abläufe wichtig, so die Forscher. Ihre Messungen ergaben, dass die Tabletten sich in Mensch und Hund ähnlich bewegten, wenn beide satt waren. Waren dagegen beide hungrig, unterscheiden sich die Werte: Die Pillen sind im Hundedarm deutlich größeren Kräften ausgesetzt. //[gät]//

Medizin Malaria wird von sechs Parasiten ausgelöst.

Mediziner gingen lange davon aus, dass die Malaria von vier Erregern ausgelöst wird, zu denen sich seit zwei Jahren ein fünfter hinzugesellt. Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medizine berichten jetzt im Fachblatt "Journal of infectious Diseases", dass es sich bei einem der seit langem bekannten Erreger tatsächlich um zwei verschiedene Plasmodien handelt. Die Wissenschaftler hatten versucht, das Erbgut von //Plasmodium ovale// zu bestimmten. Dabei entdeckten sie, dass es sich um zwei sehr ähnliche, aber deutlich voneinander getrennte Arten handelt. Sie wollen nun herausfinden, wie genau sich die beiden Malariaerreger unterscheiden. //[gät]//

Quelle: alphagalileo

Geologie Günstige Winde dürften die Aschewolke des Eyjafjallajökull nach Norden treiben.

Davon geht die Weltwetterorganisation in Genf aus. Zur Begründung verweisen die Meteorologen auf ein Tiefdruckgebiet, das sich über Island entwickle. Das werde die vorwiegende Windrichtung ändern. Zudem rechnen die Wetterkundler mit Regen über Europa, der die Asche aus der Luft zumindest zum Teil auswaschen dürfte. Forscher aus Island weisen zudem darauf hin, dass der Ausbruch des Gletschervulkans nicht an Intensität gewinnt und inzwischen weniger Asche in die Luft schleudert. Die Lufthansa hat unterdessen gemeinsam mit dem Max Planck Institut für Atmosphärenforschung in Mainz einen eigenen Testflug gestartet. Die Maschine hob ohne Passagiere um 15.43 Uhr in Frankfurt am Main ab. Sie soll einen Rundflug über die Ostsee, Skandinavien und die Nordsee absolvieren und nach circa sechs Stunden wieder in Frankfurt landen. //[gät]//

Neurowissenschaft Ein Übergewichts-Gen lässt Hirne schneller altern.

Seit 2007 liegen Forschern Ergebnisse vor, aus denen hervorgeht, dass eine Variante des FTO-Gens Übergewicht hervorruft. Jetzt berichtet ein Forscherteam der Universität von Kalifornien in Los Angeles, dass damit auch ein Schrumpfen des Hirns einhergeht. Die Wissenschaftler hatten 208 Freiwillige, die älter als 70 Jahre waren, einem Hirn-Scan unterzogen. Dabei stellten sie fest, dass diejenigen, die die fragliche Variante des FTO-Gens trugen, deutlich weniger Hirnmasse hatten als Gleichaltrige. Die Denkorgane sähen 16 Jahre älter aus als zu erwarten. Die Forscher äußern im Fachblatt "PNAS" den Verdacht, dass die Genvariante auch eine Rolle bei der Entstehung von Demenz spielen könnte. //[gät]//

Quelle: PNAS

Physik Die Kräfte im Atomkern lassen sich jetzt zuverlässig berechnen.

Die Berechnungen halten einer Überprüfung durch Messungen stand. Das berichten Forscher der Universitäten Bonn und North Carolina sowie des Forschungszentrums Jülich im Fachblatt "Physical Review Letters". . Atomkerne bestehen aus Protonen und Neutronen. Diese Elementarteilchen ziehen sich sehr stark an. Physiker hatten bislang keine Formeln, um diese „starke Wechselwirkung“ genannten Kräfte zu berechnen. Durch den Vergleich neuer Theorien und den Einsatz der Jülicher Großrechners "Jugene" gelang es den Physikern jetzt, diese Formeln zu entwickeln. Sie hoffen, einmal auch die Verhältnisse in noch unbekannten Elementen im Voraus berechnen zu können. //[gät]//
19.04.2010

Zoologie Leoparden leben auch in Malaysia.

Erstmals sei ein Leopard in Malaysia in freier Wildbahn fotografiert worden, teilte die Gesellschaft zur Bewahrung der Wildtiere in Kuala Lumpur mit. Zehn Jahre lang hatten 70 automatische Kameras im Endau-Rompin-Nationalpark Aufnahmen gemacht. Der Leopard war auf drei der 11.500 Fotos zu sehen. Leoparden leben überwiegend in Afrika. Malaysia ist vor allem für seine schwarzen Panther bekannt. //[mawi]//

Technologie Die Züge vom Typ ICE 3 dürfen weiter fahren.

Das teilte ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes in Bonn mit. Bereits am Sonnabend hatte ein ICE-3-Triebwagen auf der Strecke zwischen Köln und Frankfurt eine Tür bei voller Fahrt verloren. Die Tür prallte in einen entgegenkommenden Zug und wurde weiter die Strecke entlang gewirbelt. Nach Auffassung der Aufsichtsbehörde handelt es sich um ein einzigartiges Ereignis, das nicht vorhersehbar war. Der Zug wird derzeit von Mitarbeitern des Amts untersucht. Die Deutsche Bahn hat unterdessen ein Tempolimit für ihre Züge erlassen. In Hochgeschwindigkeits-Tunneln dürfen ICE nicht schneller als 250 Kilometer pro Stunde fahren, in allen anderen nur 220. //[mawi]//

Medizin Deutsche Forscher haben ein drittes Brustkrebs-Gen entdeckt.

Das neu entdeckte Risiko-Gen für erblichen Brust- und Eierstockkrebs heißt RAD51C. Seine Funktion ist es, die Erbsubstanz einer Zelle fehlerfrei zu halten. Ist das Gen verändert, fördert dies die Krebsentstehung. Forscher vom Deutschen Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs hatten das Erbgut von insgesamt 1100 Familien untersucht, in denen Brust- und Eierstockkrebs gehäuft auftritt. Bei den Familienmitgliedern war keines der beiden bekannten Brustkrebs-Risiko-Gene BRCA 1 und BRCA 2 zu finden. In sechs Familien waren Defekte im RAD51C-Gen nachweisbar, berichten die Forscher im Fachblatt „Nature Genetics“. Von 100 Frauen, die das veränderte RAD51C-Gen tragen, werden 60 bis 80 an Brustkrebs und 20 bis 40 an Eierstockkrebs erkranken, schätzen die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Deutsche Krebshilfe, Nature Genetics

Medizin Training verbessert die Beweglichkeit von Schlaganfallpatienten.

Selbst Jahre nach einem Schlaganfall lasse sich die Beweglichkeit noch deutlich verbessern, schreiben Forscher der Brown University in Providence im „New England Journal of Medicine”. Sie hatten 127 Schlaganfall-Patienten mit menschlicher Hilfe oder mit Unterstützung eines Roboters über neun Monate trainieren lassen. Die Patienten konnten danach ihre Armbewegungen deutlich besser kontrollieren. Das Training führte außerdem zu einem verbesserten Wohlbefinden. Nach einem Schlaganfall ist häufig eine Körperseite teilweise gelähmt. Mit Hilfe von Bewegungsübungen wird versucht, Patienten einen Teil der Kontrolle über die Muskeln zurückzugeben. Bislang wurde die Physiotherapie spätestens ein Jahr nach dem Schlaganfall eingestellt, da eine Fortsetzung keinen zusätzlichen Nutzen mehr versprach. Diese Ansicht kann als widerlegt gelten, so die Forscher. Ihrer Ansicht nach ist es für ein Bewegungstraining nie zu spät. //[mawi]//

Quelle: New England Journal of Medicine-Online

Gentechnik BASF hat die ersten gentechnisch veränderten Kartoffeln ausgepflanzt.

Ungeachtet der Proteste von Gentechnik-Gegnern hat heute in Mecklenburg-Vorpommern nahe der Ortschaft Zepkow die Pflanzung der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora" begonnen. Die Firma BASF Plant Science GmbH will die für die Stärkeindustrie entwickelte Kartoffel auf 15 Hektar anpflanzen. Das Feld werde durch Wachschutz vor Umweltaktivisten gesichert, teilte die Firma mit. //[mawi]//

Medizin Genetische Veränderungen geben Hinweise auf Metastasen.

Krebsforscher am US-amerikanischen Georgetown Lombardi Comprehensive Center in Washington haben Tumorzellen von Frauen mit Brustkrebs mit Zellen aus dem Wächterlymphknoten in der Achselhöhle verglichen. Zeigten Tumorzellen und spezielle Zellen in den Lymphknoten ähnliche genetische Veränderungen, dann war dies ein sicherer und früher Hinweis auf eine bestehende oder drohende Metastasenbildung in den Lymphknoten und im übrigen Körper, berichten die Forscher auf dem Jahreskongress der Amerikanischen Krebsgesellschaft in Washington. Ein Brustkrebs, der an anderen Stellen im Körper Metastasen bildet, gilt als aggressiver und schwieriger zu behandeln. Vorhersagen, die – wie bislang üblich - allein auf der Grundlage mikroskopischer Untersuchungen von Lymphknotengewebe getroffen werden, sind unzuverlässig. //[mawi]//

Quelle: eurekalert.org

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