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26.04.2010

Physik Forscher schauen sich beschlagenes Glas auf Atomebene an.

Forscher am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge haben ein Rasterkraftmikroskop so umgebaut, dass sie das Verhalten von Flüssigkeiten auf festen Oberflächen nun bis auf Atomebene untersuchen können. Bei einem Rasterkraftmikroskop tastet eine feine Messnadel die Oberfläche ab. Die Nadel vibriert normalerweise im Bereich von zehn bis einigen hundert Nanometern. Die Forscher haben die Nadel so eingestellt, dass sie nur noch wenige Nanometer weit ausschlägt. Dank einer 10.000 mal höheren Auflösung ließen sich jetzt sogar die Wechselwirkung einzelner Moleküle und Atome in der Flüssigkeit mit der festen Oberfläche verfolgen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology". Ein genaues Verständnis des Benetzungsverhaltens könnte helfen, effektivere Brennstoffzellen zu entwickeln und Windschutzscheiben, die nicht mehr beschlagen. //[mawi]//

Quelle: Nature Nanotechnology

Biologie Gelegenheitsraucher oder Kettenraucher? Auch eine Frage der Gene.

Elternhaus, Freundeskreis und berufliches Umfeld haben Einfluss darauf, ob junge Menschen anfangen zu rauchen oder nicht. Aber die genetische Veranlagung bestimmt offenbar mit, ob und wie stark ein Suchtverhalten sich ausprägt, berichten Forscher im Fachblatt "Nature Genetics". Forscher der Universitäten Greifswald und Oxford hatten mehr als 41.000 Menschen untersucht. Das Ergebnis: Menschen, die besonders viele Zigaretten rauchten, hatten besonders häufig eine bestimmte genetische Variante für den Nikotinrezeptor. Bisher war man davon ausgegangen, dass das Suchtverhalten vor allem durch einen unterschiedlichen schnellen Abbau von Nikotin in der Leber beeinflusst wird. //[mawi]//

Quelle: Nature Genetics Online

Medizin Im Westen der USA breitet sich eine gefährliche Pilzinfektion aus.

Seit 1999 erkranken in dem Bundesstaat Oregon immer wieder Menschen an einer Infektion mit dem Pilz //Cryptococcus gattii//. Bis jetzt steckten sich jedoch fast nur HIV-Patienten oder Transplantations-Patienten an. Vor kurzem jedoch haben Forscher der Duke-Universität eine neue Variante dieses Pilzes entdeckt: Sie befällt zum ersten mal auch gesunde Menschen. Im Fachblatt "PLoS Pathogens" zeigten sich die Mediziner darüber besorgt. Der Pilz breite sich auf ungeklärte Weise aus, die von ihm ausgelöste Krankheit verlaufe in rund einem Viertel der Fälle tödlich. Die Mediziner weisen zudem darauf hin, dass sich der Pilz langsam an der Westküste der USA ausbreitet. //[mawi]//

Quelle: Eurekalert.org

Zoologie Auch Zebrafinken wachsen zuweilen als Kuckuckskinder auf.

In jedem fünften Nest der in Kolonien brütenden Zebrafinken entdeckten Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen ein fremdes Ei. Legen die Weibchen ein Ei in ein fremdes Nest, gehen sie sehr gezielt vor und warten ab, bis die Eltern kurz vor Beginn der Bebrütung stehen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Animal Behaviour“. Die Forscher hatten die Eier einer Volierenkolonie genetisch untersucht. Dabei zeigte sich, dass etwa jedes 20. Ei von fremden Eltern stammte. Einige Weibchen hatten sich offenbar darauf spezialisiert, anderen Vogelmüttern ihre Eier unterzuschieben. Auf die Aufzucht eigener Jungen verzichteten diese aber nicht: Sie überließen immer nur einen Teil ihres Nachwuchses der Fürsorge anderer Vogeleltern. Besonders groß ist der Bruterfolg mit dieser Kuckucks-Strategie dennoch nicht: Nur etwa jedes dritte Ei werde tatsächlich bebrütet, schreiben die Forscher. //[mawi]//

Quelle: Animal Behaviour

Astrophysik Meiden Sie den Kontakt zu Außerirdischen...

Das rät der britische Astrophysiker Stephen Hawking in einer Fernsehrreihe des Discovery Channel. Das Universum habe 100 Milliarden Galaxien mit Hunderten Millionen Sternen, so Hawking. In solch einem Raum sei es unwahrscheinlich, dass die Erde der einzige Planet ist, auf dem es Leben gibt. Das meiste außerirdische Leben entspreche womöglich Kleinlebewesen und einfachen Tieren. Sie würden vermutlich über die Ressourcen der Erde herfallen und weiterziehen. Sollten uns Außerirdische jemals besuchen, werde der Ausgang vermutlich so sein wie die Landung von Christopher Columbus in Amerika – also wenig vorteilhaft für die Eingeborenen, glaubt Hawking. //[mawi]//
23.04.2010

Raumfahrt Der US – Air Force Raumgleiter X37B ist gestartet.

Die X37B ist ein vom Flugzeughersteller Boeing konstruierter Raumgleiter. Er ist etwa ein Viertel so groß wie ein Space Shuttle, verfügt über eine Ladebucht, aber nicht über Sitzplätze. Stattdessen erfolgen Start und Landung des Gleiters vollautomatisch. Die Energieversorgung übernehmen Lithium-Ionen Batterien und Solarzellen – auch das ein Unterschied zum Shuttle, das von Brennstoffzellen versorgt wird. Ferner verfügt die X37B über ein eingebauten Tank für ihr Haupttriebwerk; sie kann daher im All ihre Flughöhe ändern. Offiziell teilte die US Air Force mit, der Flug diene zur Erprobung des Gleiters selbst. Wann er zurückkehren soll, ließ die amerikanische Luftwaffe offen; das Gerät kann bis zu 270 Tage im All operieren. Als Landepunkt ist die Vandenberg Air Force Base in Kalifornien vorgesehen. Analysten sind sich unsicher, ob dieser Flug der Abschluss des Entwicklungsprogramms ist oder der Auftakt für ein neues. Das X37 Programm wurde bereits in den neunziger Jahren von der Nasa begonnen. Ziel war es, neue und billigere Techniken für wieder verwendbare Raumfahrzeuge zu entwickeln. 2004 gab die Nasa das Projekt an die US Air Force ab, unter deren Regie der Gleiter seitdem entwickelt wird. 2008 testeten die Militärs die automatische Landung des Raumschiffs, bei der jedoch Probleme auftraten. //[gät]//

Quelle: Space.com

Biologie Orcas sind nicht eine Art, sondern mindestens drei.

Das berichten Forscher des Wissenschaftszentrums La Jolla in Kalifornien. Biologen haben bereits seit längerem vermutet, dass die Schwertwale nicht nur eine Art darstellen, sondern mehrere. Sie stützten sich auf die leicht unterschiedlichen Färbungen der Tiere, sowie die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten. Die US-Forscher haben jetzt die Mitochondrien von 139 Säugetieren einem neuen Vergleichstest unterzogen. Dabei entdeckten sie, dass in den Gewässern rund um den Südpol zwei Orca-Arten leben, von denen eine dritte zu trennen ist, die im Nordpazifik auf Jagd geht. //[gät]//

Geochemie Die Daten des Vulkanasche-Messfluges vom Dienstag liegen vor.

Sie zeigen eine so niedrige Konzentration leichter Ascheteilchen, dass sie nach Auffassung des Max Planck Institut für Chemie in Mainz bereits Anfang der Woche keine Gefahr mehr für die Luftfahrt darstellten. Das Institut arbeitet gemeinsam mit der Lufthansa und anderen Partnern im Caribic-Programm zusammen. Ziel ist es, auf Linienflügen Daten zur Untersuchung der Lufthülle zu sammeln. Für diesen Zweck wird eine Linienmaschine mit einem Messcontainer ausgerüstet, der seit kurzem auch mit einem optischen Partikelzähler ausgestattet ist. Am Dienstag Nachmittag startete ein Linienflugzeug mit diesem Messcontainer und erfasste die Konzentration von Aschepartikeln. //[gät]//

Physik Unkonventionelle Supraleiter könnten helfen, die Supraleitung zu erklären.

Das hofft eine Forscherteam aus Japan. In konventionellen, auf Kupferoxiden basierenden Supraleitern entsteht die widerstandslose Stromleitung, wenn sich Elektronen zu Paaren zusammenfinden. Wie die Träger negativer Ladung diese Paare bilden, ist Physikern jedoch unklar. Die Wissenschaftler aus Japan berichten jetzt in "Science", dass ein Vergleich mit Supraleitern weiterhelfen könnte, die auf Eisen basieren. Auch in diesen bilden sich die Elektronenpaare. Und bei ihnen spielen Fluktuationen im Spin dabei eine wichtige Rolle. Da es diese Fluktuationen auch in den Kupferverbindungen gibt, vermuten die Wissenschaftler, dass auch in diesen Metallen der Elektronenspin eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Supraleitung spielt. //[gät]//

Recht Das Patent zur Zucht besonders großer Schweine ist erloschen.

Im Juli 2008 hatte das Europäische Patentamt Epa in München der Newsham Choice Genetics ein technisches Verfahren patentiert, bei dem ein Gen festgestellt werden kann, das bei der Gewichtszunahme eine wichtige Rolle spielt. Bauern und Umweltschützer hatten aus unterschiedlichen Gründen Widersprüche gegen dieses Patent eingelegt. Das Epa hat nun das Patent widerrufen. Nicht wegen der Widersprüche jedoch, sondern weil das Unternehmen kein Interesse mehr an dem Schutz der Technik habe, so ein Sprecher. //[gät]//
22.04.2010

Energie Stuttgarter Solarzellenforscher haben einen Weltrekord aufgestellt.

Am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg haben sie so genannte Dünnschichtsolarzellen mit einem Wirkungsgrad von 20,1 Prozent entwickelt. Mit diesem hohen Wirkungsgrad soll die Stromausbeute von Photovoltaikanlagen deutlich verbessert werden. Der derzeitige Wirkungsgrad von marktüblichen Dünnschichtsolarzellen liegt bei zehn bis zwölf Prozent. Allerdings hatte das US-Forschungsinstitut NREL – das den bisherigen Weltrekord bei Solarzellen innehatte, schon einmal einen Wirkungsgrad von 20 Prozent erreicht. Bis derartige Wirkungsgrade auch für den kommerziellen Bereich umgesetzt werden können, wird es nach Angaben der Stuttgarter Forscher noch einige Zeit dauern. //[tj]//

Biologie Fliegende Frösche und errötende Schlangen leben nur auf Borneo.

Innerhalb der vergangenen drei Jahre haben Forscher auf der Insel Borneo insgesamt 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Darunter ein fliegender Frosch, der seine Haut- und Augenfarbe ändert, und die „Kopstein Bronzerückennatter“ – bei Gefahr „errötet“ ihr Nacken und zeigt ein flammendes Rot. Über die Entdeckungen von Flora und Fauna auf Borneo berichtet der heute veröffentlichte Report der Umweltschutzorganisation WWF. Wahrscheinlich – so die WWF-Experten – warteten noch Hunderte andere Arten darauf, das Licht der Forscherwelt zu entdecken. Doch der Lebensraum dieser Arten schwinde bedrohlich schnell. Die Wälder auf Borneo sind gefährdet durch Rohdung, Plantagen aus Ölpalmen oder schnellwachsenden Baumarten für die Zellstoffproduktion. //[tj]//

Medizin Eine Langzeitstudie erforscht die Gesundheitsrisiken durch Handys.

Ob Handys zu einer Gefahr für die Gesundheit werden können und langfristig zu Erkrankungen wie Krebs führen, dass soll jetzt in einer Langzeitstudie untersucht werden. Für die internationale Studie unter der Leitung des Imperial College in London werden über 250.000 Teilnehmer im Alter von 18 bis 69 über einen Zeitraum von 20-30 Jahren hinweg regelmäßig untersucht. Eine Erkrankungen entwickele sich erst über viele Jahre hinweg, so dass Kurzzeitstudien die tatsächlichen Gesundheitsrisiken durch Handys nicht abschließend beurteilen können, so die britischen Forscher. //[tj]//

Quelle: Imperial College

Informationstechnik Virenschutzprogramm legt Windows XP lahm.

Zehntausende Computer mit dem Betriebssystem Windows XP sind durch das aktualisierte Sicherheitspaketes von McAfee lahmgelegt worden. Das Update „5958 DAT Update Issue“ behandelt XP wie einen Computervirus. McAfee hat inzwischen die Verteilung des Updates gestoppt und auf seiner Homepage ein Tool für die Säuberung der betroffenen Rechner bereitgestellt. //[tj]//

Umwelt Japan und Norwegen sind weit vor bei den Klimazielen.

Im Kampf gegen die Erderwärmung wollen nur zwei Industrieländer ihre Emissionen an Treibhausgas ausreichend senken: Japan und Norwegen. Nur bei diesen beiden Ländern sei die Selbstverpflichtung geeignet, die globale Erderwärmung auf höchsten zwei Grad Celsius zu begrenzen. Das berichten Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung im Fachjournal „Nature“. Bis zum 13. April hatten 76 Länder ihre Reduktionsziele zur Kopenhagen-Vereinbarung eingereicht. Es sei erstaunlich, wie wenig ambitioniert die Selbstverpflichtungen seien. Sie bedeuteten in der Realität einen Anstieg der globalen Mitteltemperatur um mehr als drei – statt weniger als zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert. //[tj]//

Quelle: Nature Bd. 464, S. 1126

Genetik Indianerstamm weist DNA Forscher in ihre Schranken.

In den USA war der kleine und isoliert lebende Stamm der Havasupai Indianer in den 90er Jahren bereit DNA Proben abzugeben, um nach genetischen Ursachen für die hohe Rate an Diabetikern in diesem Stamm zu suchen. Die Forscher von der Arizona State University hatten allerdings auch weitere Studien mit der DNA gemacht und nach psychischen und geistigen Krankheiten und Hinweisen auf den geographischen Ursprung des Stammes gesucht. Nach Protesten der Indianer hat die Universität nun eingewilligt, die DNA Proben zurückzugeben und insgesamt 700.000 Dollar Wiedergutmachung an die betroffenen 41 Mitglieder des Stammes zu bezahlen. Die Übereinkunft ist wahrscheinlich die erste, bei der Einzelpersonen Geld dafür gezahlt wird, dass sie nicht im Einzelnen über alle Untersuchungen informiert und somit ihre DNAs „missbraucht“ wurden. //[tj]//

Medizin Wird der überzählige Schweinegrippe-Impfstoff jetzt für die saisonale Grippe zugelassen?

Diese Frage prüft zur Zeit das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich Institut. Wegen der geringen Impfquote sind 28 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffes überzählig. Bislang hat sich aber kein Käufer im Ausland dafür finden lassen. Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium heute mitteilte, soll nun geklärt werden, ob der Pandemrix-Schweinegrippe-Impfstoff –der noch bis November 2011 haltbar ist- auch für die normale, saisonale zugelassen werden kann. //[tj]//
21.04.2010

Medizin Mediziner werfen der Pharmaindustrie Manipulation von Studien vor.

Mitglieder der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft haben 57 in Fachmagazinen veröffentlichte Studien untersucht. Im Deutschen Ärzteblatt resümieren sie, dass "Arzneimittelstudien, die von pharmazeutischen Unternehmen finanziert werden, oder bei deren Autoren ein finanzieller Interessenkonflikt vorliegt, häufiger ein für die Pharmafirma vorteilhaftes Ergebnis als bei unabhängig finanzierten Studien ergeben." Dies liegt den Autoren zufolge nicht nur daran, dass Pharmaunternehmen Auftragsstudien mit negativen Ergebnissen nicht veröffentlichen. Auch würden die Ergebnisse publizierter Studien "öfter zugunsten des Sponsors interpretiert". Es gebe Hinweise, dass pharmazeutische Unternehmen das Studienprotokoll zu ihren Gunsten beeinflussen, folgern die Mediziner. [mst]

Quelle: aerzteblatt.de

Astronomie Koronas-Foton schweigt.

Gerade einmal ein Jahr nach dem Start ins Weltall hat Russland die Raumsonde verloren. Seit fünf Monaten gebe es keinen Kontakt mehr, teilte die Russische Akademie der Wissenschaften in Moskau mit. Koronas-Foton sollte in einer Erdumlaufbahn in 500 Kilometer Höhe die Sonne beobachten. Ziel war die Untersuchung von Energieströmen in der Atmosphäre der Sonne, sowie Eruptionen und Zusammenhänge zwischen solarer Aktivität und magnetischen Stürmen auf der Erde zu analysieren. [mst]

Biologie Gute Nasen altern schneller.

Das ist das Fazit US-amerikanischer Forscher, die bei Fruchtfliegen den Zusammenhang zwischen dem Aufspüren von Düften und der Lebenserwartung untersucht haben. Wie sie im Fachblatt PloS Biology schreiben, blockierten sie bei den Versuchstieren einen Rezeptor, der für die Ausbildung bestimmter Nervenzellen zuständig ist. Diese Tiere waren nicht in der Lage Kohlendioxid wahrzunehmen. CO2 dient den Fliegen als Nahrungsanzeiger und Warnsignal. Die geruchsunfähigen Tiere wiesen nicht nur eine um 30 Prozent erhöhte Lebenserwartung auf, sondern legten auch Gewicht zu und waren stressresistenter. Diese Effekte traten jedoch nur bei weiblichen Fliegen auf. Gerüche könnten demnach auch beim Menschen Einfluss auf die Gesundheit und die Lebensdauer haben, vermuten die Forscher. [mst]

Quelle: PloS Biology

Biologie Thunfisch-Sushi kann Quecksilber enthalten.

Das haben Tests aus Restaurants und Supermärkten in den US-Bundesstaaten New York, New Jersey und Colorado ergeben. Dabei hätten sie zum Teil bedenklich hohe Konzentrationen an gesundheitsschädlichem Quecksilber gefunden, berichten Forscher aus New York im Fachblatt Biology Letters. In einigen Fällen - etwa beim Fleisch vom Großaugen-Thunfisch - habe der Quecksilber-Gehalt die von der US-Umweltbehörde EPA festgesetzte Obergrenze um mehr als das Dreifache überschritten. [mst]

Quelle: Biology Letters

Biologie Krähen setzen Werkzeuge flexibel ein.

Das haben neuseeländische Forscher bei Versuchen mit Geradschnabelkrähen herausgefunden. Dabei verwendeten die Vögel ein Hilfswerkzeug, um an ein weiteres Werkzeug zu gelangen, mit dem sie anschließend ein Stück Fleisch erreichen konnten. Die Krähen wiesen dabei nach, dass sie in der Lage sind, ein Werkzeug als Mittel zum Zweck zu benutzen, das sich in einem vorherigen Experiment zur direkten Nahrungsbeschaffung als nutzlos erwiesen hat, berichten die Forscher in den Proceedings der britischen Royal Society. Sie werten dies als Zeichen für kognitive Fähigkeiten der Rabenvögel, die über ein einfaches Lernen durch Ausprobieren hinausgehen. [mst]

Quelle: Press Royal Society

20.04.2010

Medizin Passivraucher haben häufiger eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Davon ist ein kanadisch-US-amerikanisches Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler hatten 306 Freiwillige befragt, bei denen Ärzte eine chronische Nebenhöhlenentzündung festgestellt hatten. Ein anschließender Vergleich mit den Daten gesunder Menschen zeigte einen statistisch eindeutigen Zusammenhang zwischen passiv eingeatmeten Zigarettenrauch und der Entzündung. Die Forscher raten den Betroffenen, Raucherzonen zu vermeiden. //[gät]//

Medizin Gut durchgebratenes Fleisch kann Blasenkrebs auslösen.

Grund dafür sind heterozyklische aromatische Amine; sie bilden sich aus Aminosäuren und einer weiteren, organischen Säure in rotem Muskelfleisch bei Temperaturen über 220 Grad Celsius. Forscher der Universität Texas berichteten auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung, dass diese HHA abgekürzten Stoffe das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, deutlich erhöhte. Die Wissenschaftler hatten 884 Blasenkrebs-Patienten und eine ähnlich große Kontrollgruppe drei Jahre beobachtet, die Essgewohnheiten notiert und die HHA Werte ermittelt. //[gät]//

Medizin Der Hundemagen eignet sich als Versuchsmodell für Tablettenbewegungen.

Das notieren Forscher der Brown-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island im Fachblatt "PNAS". Die Forscher hatten mithilfe einer magnetischen Tablette und Sensoren untersucht, wie sich Tabletten im Inneren von Hunden und Menschen bewegen – und welchen Kräften sie ausgesetzt sind. Da einige Medikamente ihre Wirkung besser entfalten können, wenn sie lange im Magen bleiben, ist eine genaue Kenntnis dieser Abläufe wichtig, so die Forscher. Ihre Messungen ergaben, dass die Tabletten sich in Mensch und Hund ähnlich bewegten, wenn beide satt waren. Waren dagegen beide hungrig, unterscheiden sich die Werte: Die Pillen sind im Hundedarm deutlich größeren Kräften ausgesetzt. //[gät]//

Medizin Malaria wird von sechs Parasiten ausgelöst.

Mediziner gingen lange davon aus, dass die Malaria von vier Erregern ausgelöst wird, zu denen sich seit zwei Jahren ein fünfter hinzugesellt. Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medizine berichten jetzt im Fachblatt "Journal of infectious Diseases", dass es sich bei einem der seit langem bekannten Erreger tatsächlich um zwei verschiedene Plasmodien handelt. Die Wissenschaftler hatten versucht, das Erbgut von //Plasmodium ovale// zu bestimmten. Dabei entdeckten sie, dass es sich um zwei sehr ähnliche, aber deutlich voneinander getrennte Arten handelt. Sie wollen nun herausfinden, wie genau sich die beiden Malariaerreger unterscheiden. //[gät]//

Quelle: alphagalileo

Geologie Günstige Winde dürften die Aschewolke des Eyjafjallajökull nach Norden treiben.

Davon geht die Weltwetterorganisation in Genf aus. Zur Begründung verweisen die Meteorologen auf ein Tiefdruckgebiet, das sich über Island entwickle. Das werde die vorwiegende Windrichtung ändern. Zudem rechnen die Wetterkundler mit Regen über Europa, der die Asche aus der Luft zumindest zum Teil auswaschen dürfte. Forscher aus Island weisen zudem darauf hin, dass der Ausbruch des Gletschervulkans nicht an Intensität gewinnt und inzwischen weniger Asche in die Luft schleudert. Die Lufthansa hat unterdessen gemeinsam mit dem Max Planck Institut für Atmosphärenforschung in Mainz einen eigenen Testflug gestartet. Die Maschine hob ohne Passagiere um 15.43 Uhr in Frankfurt am Main ab. Sie soll einen Rundflug über die Ostsee, Skandinavien und die Nordsee absolvieren und nach circa sechs Stunden wieder in Frankfurt landen. //[gät]//

Neurowissenschaft Ein Übergewichts-Gen lässt Hirne schneller altern.

Seit 2007 liegen Forschern Ergebnisse vor, aus denen hervorgeht, dass eine Variante des FTO-Gens Übergewicht hervorruft. Jetzt berichtet ein Forscherteam der Universität von Kalifornien in Los Angeles, dass damit auch ein Schrumpfen des Hirns einhergeht. Die Wissenschaftler hatten 208 Freiwillige, die älter als 70 Jahre waren, einem Hirn-Scan unterzogen. Dabei stellten sie fest, dass diejenigen, die die fragliche Variante des FTO-Gens trugen, deutlich weniger Hirnmasse hatten als Gleichaltrige. Die Denkorgane sähen 16 Jahre älter aus als zu erwarten. Die Forscher äußern im Fachblatt "PNAS" den Verdacht, dass die Genvariante auch eine Rolle bei der Entstehung von Demenz spielen könnte. //[gät]//

Quelle: PNAS

Physik Die Kräfte im Atomkern lassen sich jetzt zuverlässig berechnen.

Die Berechnungen halten einer Überprüfung durch Messungen stand. Das berichten Forscher der Universitäten Bonn und North Carolina sowie des Forschungszentrums Jülich im Fachblatt "Physical Review Letters". . Atomkerne bestehen aus Protonen und Neutronen. Diese Elementarteilchen ziehen sich sehr stark an. Physiker hatten bislang keine Formeln, um diese „starke Wechselwirkung“ genannten Kräfte zu berechnen. Durch den Vergleich neuer Theorien und den Einsatz der Jülicher Großrechners "Jugene" gelang es den Physikern jetzt, diese Formeln zu entwickeln. Sie hoffen, einmal auch die Verhältnisse in noch unbekannten Elementen im Voraus berechnen zu können. //[gät]//
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