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05.05.2006

Planetologie Die Raumsonde Cassini hat auf dem Titan, einem Mond des Saturn, riesige Wüstengebiete entdeckt, die an Dünenlandschaften auf der Erde erinnern, beispielsweise an die Sahara.

Das berichtet ein internationales Forscherteam heute im Fachblatt Science. Radaraufnahmen zeigen parallele Dünenzüge, die ungefähr 150 Meter hoch und mehrere hundert Kilometer lang sind. Allerdings bestehen sie nicht aus Sand, wie hier auf der Erde. Sondern höchstwahrscheinlich aus kleinen Eiskörnern oder aus organischem Material. Sie befinden sich genau an jenen Stellen am Titanäquator, wo die Forscher bis vor kurzem noch Ozeane aus flüssigem Methan vermutet hatten. Beschaffenheit und die Richtung der Dünen lassen auf die Windverhältnisse auf Titan schließen. Es müssen dort geologische Prozesse existieren, welche die winzigen Wasserkristalle erschaffen, so die Forscher. //[reu]//

Medizin Folsäure bringt Kindersegen.

Und zwar bei der In-vitro-Fertilisation IVF, bei der die Eizelle außerhalb des Körpers befruchtet und danach der Frau eingepflanzt wird. Je höher die Konzentration der Folsäure im Blut der werdenden Mutter, desto wahrscheinlicher wird sie Zwillinge zur Welt bringen. Das ergab eine Studie der schottischen Universität von Aberdeen. Mediziner hatten rund 600 Frauen untersucht, die auf künstlichem Wege schwanger geworden waren. Ihnen wurden gleich zwei Embryonen gleichzeitig eingepflanzt, wie das in Großbritannien bei der In-vitro-Fertilisation üblich ist, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Zwillingsgeburten kommen dabei also ohnehin häufiger vor als bei natürlichen Befruchtungen. Hohe Dosen von Folsäure im Blutplasma der IVF-Mütter aber erhöhten noch einmal deutlich die Chance für Zwillinge, bis zu fünfzig Prozent. Schreiben die Forscher im Medizin-Journal "The Lancet". Die Einnahme von Folsäure, auch bekannt als Vitamin B Neun, wird Schwangeren empfohlen, um Missbildungen bei Kindern und Frühgeburten vorzubeugen. //[reu]//

Medizintechnik Die kleinste Herz-Lungen-Maschine der Welt kommt aus Deutschland.

Mediziner und Ingenieure aus Regensburg haben das Gerät entwickelt, mit dem man auch im Rettungshubschrauber schwer kranke Patienten mit kombiniertem Herz- und Lungenversagen behandeln kann. Die Maschine wiegt bloß zehn Kilogramm und ist 20 mal 30 Zentimeter groß, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Regensburg. Normalerweise messen solche Geräte eineinhalb Meter und sind bis zu 200 Kilogramm schwer. //[reu]//

Technik Das internationale Tsunami-Warnsystem hat nicht funktioniert.

Diesen Vorwurf hat der Inselstaat Tonga erhoben. Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 im Pazifik am vergangenen Donnerstag Morgen. Es sei keine Tsunami-Warnung über das Notfall-Satellitensystem in Tonga eingegangen, bloß die Entwarnung habe man empfangen, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutz-Amtes. Auch auf den Fidschi-Inseln gab es Probleme: Dort erreichte die Tsunami-Warnung nur die Hauptinsel, nicht aber die Bewohner von 110 weiteren Inseln des Staates. //[reu]//

Planetologie Jupiter bekommt einen zweiten roten Fleck.

Das Weltraumteleskop Hubble hat Bilder von dem Riesenplaneten geliefert, auf denen Details des neuen orangeroten Flecks zu erkennen sind. Die Aufnahmen zeigen blasse Wolken im Zentrum des Wirbelsturms, der zuvor als Weißes Oval bekannt gewesen war und erst kürzlich auf ungeklärte Weise seine Farbe gewechselt hatte. Der neue Fleck ist ungefähr halb so groß wie der altbekannte Große Rote Fleck. Die Astronomen vermuten darin ein Zeichen für einen Klimawandel in der Atmosphäre des Jupiters. //[reu]//
04.05.2006

Biologie Wärmeres Wetter könnte Zugvögel bedrohen.

Das notieren Forscher der Universität Groningen in den Niederlanden im Fachblatt "Nature". Die Wissenschaftler hatten beobachtet, dass die Zahl der Trauerschnäpper an manchen Orten bis auf ein Zehntel abgesunken ist. Der Grund, so die Forscher, ist das wärmere Klima: Die Beutetiere des Zugvogels, die Raupen, verpuppen sich früher als gewöhnlich. Dadurch findet der Vogel nicht mehr genug Nahrung für seine Küken, diese verhungern. Wie die Wissenschaftler weiter schreiben, legen die Tiere zwar etwas früher ihre Eier, doch das ist nicht genug, um mit der schnelleren Entwicklung der Raupen Schritt zu halten. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 81

Planetologie Der Saturn dreht sich etwas langsamer als berechnet.

Er benötigt für Tag und Nacht genau 10 Stunden 47 Minuten und 6 Sekunden. Damit ist er rund zwei Minuten langsamer als bisher berechnet, melden Wissenschaftler des Kalifornischen Instituts für Technologie in Pasadena in "Nature". Die Rotation des Planeten zu ermitteln, ist schwierig, weil er keine feste Oberfläche hat. Bislang haben Astronomen daher aus Radiowellen, die vom Saturn ausgesendet werden, auf die Rotation geschlossen. Die neuen Messungen gehen auf Cassini zurück. Die Raumsonde hat kleine periodische Veränderungen des Magnetfeldes des Saturn vermessen. Daraus konnten Wissenschaftler auf die Länge von Tag und Nacht schließen. Aus der Rotation des Planeten lassen sich auch Rückschlüsse auf den Kern ziehen. Dessen Abmessungen müssen jetzt neu abgeschätzt werden, so die Astronomen. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 62

Geologie Die Halbinsel Kamtschatka gehört tektonisch nicht zu Nordamerika.

Geologen hatten lange vermutet, dass der größte Teil der Halbinsel auf einem Ausläufer der Nordamerikanischen Kontinentalplatte liegt. Diese Annahme widerlegen jetzt Forscher der Universität von Washington in Seattle im Fachblatt "Geology". Die Wissenschaftler hatten Spuren schwerer Erdbeben verfolgt und dabei festgestellt, dass die Halbinsel sich so stark bewegte, dass sie auf einer eigenen, nach Osten driftenden Platte liegen muss. Diese kleine Platte nannten die Geologen Ochotsk-Block. Zusätzlich fanden die Forscher noch eine zweite kleine Platte unter der Beringsee. Diese tauften sie auf den Namen Bering-Block. //[gät]//

Quelle: Geology, Band 34, Seiten 353-356

Atmosphärenphysik Die Ozonschicht regeneriert sich.

Die Menge an ozonzersetzenden Chlorverbindungen in der Lufthülle nimmt seit zehn Jahren ab. Das berichten Forscher aus den USA und Dänemark im Fachmagazin "Nature". Die Wissenschaftler haben bereits erste Anzeichen für eine Erholung der Ozonschicht festgestellt; besonders stark sind die Ozonwerte über dem Nordpol gestiegen. Ob die Schicht allerdings jemals wieder so stark werde wie vor 1980 sei ungewiss, so die Wissenschaftler: Die Zusammensetzung und die Temperaturen der Lufthülle hätten sich in einer Weise verändert, die Vorhersagen schwierig mache. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 39

Materialwissenschaft Ein Kunststoff mit Eigenschaften wie Metall...

... stellt ein Forscherteam aus Süd-Korea und Großbritannien im Fachblatt "Nature" vor. Die Wissenschaftler haben so genanntes Polyanilin hergestellt, in dem sie die langkettigen Moleküle in einer Art Salatdressing -einer Mischung aus Wasser- und Öl - bildeten. Der so entstandenen Polyanilin-Film leitet - unter Zugabe von Säure - Strom ähnlich gut wie Metall; wie Metall wird die Leitfähigkeit besser, je kälter das Material ist. Forscher konnten zwar schon leitende Kunststoffe herstellen, deren Eigenschaften unterschieden sich jedoch noch sehr von Metallen; so wurden sie in der Regel nicht leitfähiger, wenn die Forscher sie kühlten. //[gät]//

Klimaforschung Die Walker-Zirkulation über dem Pazifik schwächt sich ab.

Die Walker-Zirkulation ist ein Kreislauf von hohen und bodennahen Winden in östlicher und westlicher Richtung entlang des Äquators. Diese sorgen für viel Regen in Indonesien und für nährstoffreiches Wasser entlang des Äquators bis hin nach Südamerika. Fällt die Windströmung aus, kommt es zu dem Wetterphänomen El Nino. Forscher der US-Behörde für Ozean und Atmosphärenforschung berichten jetzt im Fachblatt "Nature", dass sich diese Strömung abschwächt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat ihre Stärke um 3,5 Prozent abgenommen, bis 2100 könnte sie um weitere zehn Prozent schwächer werden. Grund sei die Erwärmung der Erde, so die Wissenschaftler. Die Folgen für den Pazifik und das Wetterphänomen El Nino seien noch nicht abzusehen. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seiten 73-76

Technik Schleimkanonen könnten Hooligans ruhig stellen.

Die glitschige Masse macht eine kontrollierte Bewegung nahezu unmöglich. Gewaltbereite Menschenmengen könnten so von Polizeitruppen relativ einfach an Ausschreitungen gehindert werden, sind Forscher des Southwest Research Institute in den USA überzeugt. Für ihre Entwicklung sei kein großes Fahrzeug mit Wasserwerfern notwendig, die Polizisten tragen die Ausrüstung auf dem Rücken. Diese besteht aus drei Tanks: Der erste enthält Wasser, der zweite ein fein gemahlenes Polyacrylamid-Pulver und der dritte Pressluft. Wasser und Kunststoff werden über zwei Düsen versprüht, in der Luft verbinden sie sich zu einem extrem glitschigen Schleim, der sich gleichmäßig über den Boden verteilt. //[gät]//
03.05.2006

Medizin Neuer Impfstoff für Alzheimer entwickelt.

Forscher aus Zürich und Boston haben einen neuen Impfstoff gegen Alzheimer entwickelt, der wahrscheinlich ohne gefährliche Nebenwirkungen für Menschen auskommt. Der Impfstoff reduziert das Eiweiß Beta-Amyloid, den wichtigsten Bestandteil der schädlichen Ablagerungen im Alzheimer-Gehirn. Das konnten die Wissenschaftler der Universität Zürich im Tierversuch an Mäusen zeigen. Tests mit einem ähnlichen Alzheimer-Impfstoff bei Menschen hatte man im Jahr 2002 vorzeitig abgebrochen, weil einige der Probanden an einer Hirnhautentzündung erkrankt waren. Denn neben der erwünschten Wirkung, der Bildung von Antikörpern gegen Beta-Amyloid, hatte der erste Impfstoff damals auch eine Überreaktion des Immunsystems hervorgerufen. Der neue Impfstoff soll das verhindern, so die Fachleute im "Journal of Neuroscience". Seine Moleküle bestehen aus zwei Kopien des verkürzten Beta-Amyloid-Eiweiß, welche die Forscher aneinander gekoppelt haben. //[reu]//

Medizin Passivrauchen führt bei Kindern zu Verhaltensstörungen.

So lautet das Ergebnis einer Studie des Kinderhospitals von Cincinnati in den USA. Mediziner hatten dort über 200 Kinder untersucht, die in ihrem Alltag Zigarettenrauch ausgesetzt sind. Im Blut der Kinder hatten sie die Konzentration von Cotinin bestimmt, einem Abbau-Produkt von Nikotin. Kinder mit hohen Cotinin-Spiegel tendierten häufiger zu Verhaltensproblemen in der Schule und im Elternhaus. Auch Angstgefühle und Depressionen traten bei ihnen häufiger auf. In vorangegangenen Studien hatten die Wissenschaftler bereits zeigen können, dass die Fähigkeit für logisches und mathematisches Denken durch Passivrauchen abnimmt. //[reu]//

Quelle: spektrumdirekt, mp

Klimaforschung Es wird wärmer.

Und der Mensch ist daran schuld. Die globale Erwärmung der Erdatmosphäre ist nun auch von einer wissenschaftlichen Kommission bestätigt worden, die im Auftrag der amerikanischen Regierung geforscht hat. Das meldet heute die New York Times. Die Forscher hatten sich mit Unstimmigkeiten in der Temperaturaufzeichnung beschäftigt, welche von Kritikern immer wieder gegen die Theorie eines menschengemachten Treibhauseffektes ins Feld geführt wurde. Unterschiedliche Messmethoden hatten in der Vergangenheit nämlich Aufwärmraten gezeigt, die am Boden und in der Troposphäre voneinander abwichen. Diese Diskrepanz sei mit der neuesten Studie ausgeräumt worden, hieß es in einer Mitteilung des amerikanischen Handelsministeriums. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, die Regierung werde ihre Politik weiterverfolgen und die verbleibenden ungelösten Fragen hinsichtlich der Erderwärmung klären. Ansonsten setze sie auf freiwilligen Verzicht bei der Reduzierung des Klimagases Kohlendioxid. //[reu]//

Quelle: New York Times

Physik Radioaktivität könnte Prozessoren antreiben.

Amerikanische Forscher haben ein Bauteil entwickelt, das zukünftig wie ein Miniatur-Atomkraftwerk Computerchips mit Energie versorgen könnte. Die Wissenschaftler der Universität Pittsburgh haben dazu radioaktiven Wasserstoff in einem Plättchen aus Quarz verankert. Dazu haben sie das Quarzglas in einen Behälter mit Wasserstoff-Gas gegeben und dann mit einem starken Laser beschossen. Der Wasserstoff konnte in die oberen Quarzschichten einwandern und sich dort chemisch mit dem Glas verbinden. Durch seinen radioaktiven Zerfall entsteht Wärme, die möglicherweise einmal zur Energieversorgung von Computerchips verwendet werden könnte, schreiben die Forscher im Fachblatt "Applied Physics Letters". //[reu]//

Quelle: wissenschaft.de

Biologie Naturstoff macht Mäuse schlank.

Eine Verbindung, die vor allem in Seefisch vorkommt, kann fettleibigen Mäusen beim Abnehmen helfen. Das berichten Biochemiker vom japanischen nationalen Institut für Gesundheit und Ernährung. Sie hatten Labormäuse zuerst mit einer fettreichen Diät zunehmen lassen. Nach ungefähr zwei Wochen mangelte es den Tieren an der natürlichen Verbindung Taurin, die normalerweise vom Körper selbst hergestellt werden kann. Daher verabreichten die Forscher den Mäusen eine tägliche Dosis Taurin, sozusagen zum Ausgleich, woraufhin die Tiere ihr Gewicht wieder verloren. Die Wissenschaftler erklären sich diese Beobachtung damit, dass das Taurin die Fettverbrennung ankurbelt, selbst dann, wenn die Tiere sich kaum bewegen. Auf Menschen lassen sich die Ergebnisse aber wohl kaum übertragen, denn wollte ein Erwachsener dieselbe Dosis zu sich nehmen wie die Mäuse, müsste er täglich ungefähr 200 Gramm Taurin schlucken. // [reu]//

Quelle: ScienceNOW

Medizin Geschlossene Flughäfen nützen nichts.

Zumindest, wenn es darum geht, eine weltweite Grippe-Epidemie aufzuhalten. Dieses Ergebnis liefert eine Computer-Simulation britischer Wissenschaftler von der Health Protection Agency in London. Die Experten hatten untersucht, wie schnell sich eine Pandemie um den Globus bewegt, wenn man alle Flugverbindungen streicht, die aus einer Stadt herausführen, in der einhundert Influenza-Fälle gemeldet worden sind. In diesem Fall verzögerte sich die Ausbreitung der Krankheit nur wenige Tage, verglichen mit einem Flugverkehr ohne Beschränkungen. Reiseverbote seien nur dann sinnvoll, wenn sie sofort erlassen werden, nachdem der erste Grippefall festgestellt worden ist, schreiben die Forscher im Journal PLoS Medicine. In ihr Modell waren Reisedaten von etwas über 100 Flughäfen aus aller Welt eingegangen. // [reu]//

Quelle: ScienceNOW, PLoS

02.05.2006

Biologie Tropensonne heizt Evolution an.

Forscher aus Neuseeland glauben zu wissen, warum in den Tropenwäldern eine höhere Artenvielfalt herrscht als in den gemäßigten Zonen. Der Grund dafür sei, dass die Evolution in heißen Gebieten schneller ablaufe als in kühlen, schreiben sie heute im Fachblatt PNAS. Die Wissenschaftler hatten das Erbgut von 45 Baumarten aus den Tropen untersucht und mit der DNA von nah verwandten Hölzern aus gemäßigten Breiten verglichen. Die Bäume aus den heißen und feuchten Regenwäldern zeigten deutlich mehr Variationen innerhalb des Erbmoleküls als die Vergleichsarten. Durch die hohen Temperaturen liefen auch alle Stoffwechselvorgänge schneller ab, so die Forscher aus Auckland. In der Erbsubstanz entstünden dabei mehr Mutationen, von denen einige auch Vorteile für die Pflanzen hätten und zu einer Weiterentwicklung führten. //[reu]//

Genetik Genetisch veränderte Baumwollpflanzen erhöhen die Ausbeute bei der Ernte nicht.

Aber die Bauern sparen bei ihnen Pestizide ein. So das Ergebnis einer zweijährigen Studie aus Arizona. Dort hatten Wissenschaftler Baumwollfelder auf einer Fläche von über 6000 Quadratkilometern untersucht. Auf einigen der Felder wuchs herkömmliche Baumwolle, auf anderen sogenannte Bt-Baumwolle. Diese Pflanzen verfügen über ein zusätzliches Gen, mit dem sie ein natürliches Gift gegen einen Schädling herstellen können, gegen den roten Baumwollkapselwurm. Außer der Ausbeute und dem Pestizidverbrauch hatten die Forscher auch untersucht, ob die Pflanzen mit den fremden Erbanlagen die Artenvielfalt auf den Feldern verringern. Dafür hätten sie keine Hinweise finden können, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt PNAS. //[reu]//

Physik Neutronenquelle in Jülich erlischt.

Das Forschungszentrum Jülich hat heute seinen dritten und letzten Reaktor – DIDO - abgeschaltet. Fast 44 Jahre lang hatte DIDO für die Forschung Neutronen erzeugt. Mit diesen Teilchen lässt sich die innere Struktur von Werkstoffen und anderen Materialien sichtbar machen. Nach einer politischen Grundsatzentscheidung, keine hoch angereicherten Brennelemente in Forschungsreaktoren mehr zu verwenden, hätte DIDO umgerüstet werden müssen. Stattdessen werden die Wissenschaftler zukünftig den Forschungsreaktor Garching benutzen. //[reu]//

Medizin Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist gestiegen.

Und zwar um 13 Prozent im Jahr 2005, verglichen mit dem Vorjahr. Das teilte das Robert-Koch-Institut, RKI, heute in Berlin mit. Demnach haben sich knapp 2500 Menschen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids neu infiziert, so viele wie seit den frühen 90er Jahren nicht mehr. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres allerdings habe die Quote noch bei 20 Prozent gelegen, so das RKI. Nach einer Phase nachlassenden Schutzes sei jetzt wieder ein Anstieg der Kondomnutzung zu beobachten. //[reu]//

Klimaforschung Das Dach der Welt schmilzt.

Die Gletscher in Tibet gehen jährlich um sieben Prozent zurück, berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Dabei beruft sie sich auf Daten, die von rund 700 Wetterstationen in über vier Jahrzehnten gesammelt worden sind. Die Ursache für die Gletscherschmelze sehen Forscher der nationalen Meteorologiebehörde in der globalen Klimaerwärmung. Der Rückgang der Gletscher werde zu Dürren, vermehrter Wüstenbildung und mehr Sandstürmen führen. //[reu]//

Mikrobiologie Forscher finden Waffe gegen multiresistente Keime.

Ein natürlicher Wirkstoff mit Namen MMA könnte einige gefährliche Krankheitserreger bekämpfen, gegen die eine Vielzahl von Antibiotika nicht mehr hilft. Das berichten Forscher der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig. Die Substanz hindere verschiedene Arten von Bakterien am Wachsen, unter anderem auch das methicillinresistente //Staphylococcus aureus//, kurz MRSA, welches im Körper schwere Entzündungen auslösen kann. Der neue entdeckte Wirkstoff, der MRSA stoppt, wird in der Natur ebenfalls von Bakterien hergestellt, vom //Bacillus subtilis//, das im Erdboden vorkommt. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich dieser Stamm mit Hilfe des natürlichen Antibiotikums MMA gegen die Konkurrenz anderer Bakterien durchsetzt. Bevor MMA allerdings als Medikament zugelassen wird, dürften noch Jahre vergehen. Die Substanz muss zuvor noch gründlich erprobt werden. //[reu]//
28.04.2006

Umwelt Die Nasa räumt die Strassen auf.

Starts und Landungen von US-amerikanischen Weltraumfähren in Cape Canaveral sollen sicherer werden. Die Nasa hat deshalb angeordnet, überfahrene Wildtiere von den Strassen aufzusammeln. Die Kadaver zögen Geier an und diese könnten den Raumfähren der Nasa gefährlich werden, hieß es zur Begründung. Beim Start der `Discovery" im vergangenen Jahr sei ein Geier gegen den Treibstofftank geflogen und habe diesen leicht beschädigt. Das Gelände um die Startrampe für die Space Shuttles hat sich zum Biotop für rund 500 Tierarten entwickelt, darunter auch Adler, Schildkröten, Alligatoren und Seekühe. Immer wieder komme es vor, dass Tiere von Einsatzwagen der Nasa überfahren würden. //[mawi]//

Biologie Der erste Zoo-Panda wurde ausgewildert.

In China ist erstmals ein in Gefangenschaft gezüchteter Riesenpanda in die freie Wildbahn entlassen worden. Wissenschaftler brachten heute den vier Jahre alten Xiang Xiang in eine entlegene Bergregion in der Provinz Sichuan in Südwestchina. Das 80 Kilogramm schwere Bärenmännchen trägt einen Sender. Die Wissenschaftler wollen lernen, wie sich in Gefangenschaft aufgezogene Pandas in der Wildnis anpassen. Der Panda war drei Jahre lang auf seine Auswilderung vorbereitet worden. In China leben noch knapp 1600 Riesen-Pandas in freier Wildbahn. Hinzu kommen etwa 180 Zoo-Tiere. //[mawi]//

Medizin Ein Mann starb zwei Jahre nach einer Gentherapie.

Wie jetzt bekannt wurde, starb der 28 Jahre alte Mann bereits vor zwei Wochen in Düsseldorf an den Folgen einer schweren Infektion - einer so genannten Sepsis. Der Mann litt seit seiner Geburt unter seiner seltenen angeborenen Immunschwäche - einer septischen Granulomatose. Im Rahmen einer Gentherapie waren vor zwei Jahren seine Blutzellen außerhalb des Körpers gentechnisch verändert worden. Ein zusätzliches gesundes Gen war mit Hilfe von Viren als Transportmittel in die Zellen eingeschleust worden. Die Gentherapie verlief zunächst erfolgreich. Forscher aus Deutschland und der Schweiz hatten Anfang April im Fachblatt "Nature Medicine" darüber berichtet. Unklar ist, ob der Todesfall im direkten Zusammenhang steht mit der Gentherapie. //[mawi]//

Endokrinologie Ein Hormon aus dem Dünndarm zügelt den Appetit...

... und steigert gleichzeitig den Bewegungsdrang. In einer ersten Studie mit 15 übergewichtigen Freiwilligen entdeckten britische Forscher vom Imperial College diese doppelte Wirkung des Hormons Oxyntomodulin. Versuchsteilnehmer, bei denen der Hormonspiegel jeweils vor einer Mahlzeit künstlich erhöht wurde, nahmen 17 Prozent weniger Kalorien zu sich als Vergleichspersonen. Und sie verbrauchten im Alltag 26 Prozent mehr Energie. Unangenehme Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten, schrieben die Forscher in der Online Ausgabe des "International Journal of Obesity". Menschen, die Diät halten, bewegen sich gewöhnlich weniger. Aus Angst vor Energiemangel, so die Forscher, schraube der Körper den Bewegungsdrang zurück. Das Oxyntomodulin aber teile dem Körper mit, es gebe ausreichend Energie - er könne daher auch in Bewegung investieren. Die Forscher wollen jetzt testen, ob der Effekt auch bei einer Langzeitanwendung erhalten bleibt. //[mawi]//

Medizin Kortison könnte eine Krebs-Therapie weniger wirksam machen.

Ergebnisse von Tierversuchen deuteten darauf hin, dass Tumore unter dem Einfluss von Kortisonpräparaten weniger empfindlich seien für eine Chemo- oder Strahlentherapie. Auch die Neigung von Krebs-Geschwulsten, Tochterzellen im Körper zu streuen, sei beim Einsatz der so genannten Glukokortikoide erhöht, berichten Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Die Ergebnisse müssten jedoch in Studien am Menschen überprüft werden, betonen die Mediziner. Kortisonpräparate kommen in der Krebstherapie häufig zum Einsatz, um Nebenwirkungen der Chemotherapie abzumildern - wie etwa Übelkeit und Erbrechen. //[mawi]//
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