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11.05.2006

Literaturwissenschaft Altniederdeutsches Schriftstück aus dem 9. Jahrhundert entdeckt.

In der Universitätsbibliothek Leipzig haben Wissenschaftler eine bedeutende Handschrift einer Episode aus der mittelalterlichen Heliand-Dichtung gefunden. Das Fragment stamme aus dem 9. Jahrhundert. Damit sei es 100 Jahre älter als die einzige bisher bekannte Heliand- Handschrift, die im Britischen Museum liegt. Da die Schrift ungewöhnlicherweise nicht in Latein sondern in Altniederdeutsch abgefasst sei, handele es sich bei dem Fund um eine Sensation, sagten die Leipziger Sprachhistoriker. Entdeckt wurde das beschriebene Pergamentblatt in einem vergleichsweise unbedeutenden Buch aus dem 17. Jahrhundert. //[tj]//

Archäologie In der Jungsteinzeit herrschten raue Sitten.

Bei der Untersuchung von mehr als 350 menschlichen Schädeln aus der Jungsteinzeit haben irische Forscher herausgefunden: Jeder 14. Mensch hatte mindestens eine Kopfwunde und jeder 50. Mensch starb an einem tödlichen Schlag auf den Kopf. Dem Untersuchungsergebnis zufolge sei das Leben in der Zeit von 4000 bis 3200 vor Christus von weit mehr Gewaltexzessen geprägt gewesen, als bisher angenommen, schreiben sie im "New Scientist". //[tj]//

Quelle: New Scientist, 13.05.06, Seite 6

Umwelt Die Luftverschmutzung über der Arktis hat eine Rekordhöhe erreicht.

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben in der vergangenen Woche die höchste Luftverschmutzung seit Beginn der Messungen auf Spitzbergen 1991 beobachtet. Die Messgeräte zeigten eine gegenüber normalen Bedingungen extrem erhöhte Aerosolbelastung. Ursache für den Rekord sei eine besondere Wetterlage. Dadurch gelangten große Mengen der verschmutzten Luft aus Osteuropa in die sonst sehr saubere Arktis. Als Folge erwarten die Forscher eine deutlich höhere Erwärmung als in den vergangenen Jahren. //[tj]//

Quelle: AWI

Geochemie Fossiler Überrest eines Meteoriten lag in südafrikanischem Krater.

Im 70 Kilometer breiten Morokweng-Krater in Südafrika haben kanadische Forscher Reste eines Meteoriten entdeckt. Er schlug offenbar vor 145 Millionen Jahren in der Gegend ein. Der Fund - so schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature" - widerlege die derzeitige Lehrmeinung, wonach große Meteoriten beim Aufprall auf die Erde komplett verdampfen oder schmelzen. Sie hatten ein unverändertes, 25 Zentimeter großes Bruchstück und mehrere kleinere Fragmente des Original-Meteoriten in einem Bohrkern entdeckt, der direkt aus dem Krater stammt. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 203

Planetologie Neptun stibitzte sich seinen größten Mond von einer Sonne.

Triton, der größte Mond des Planeten Neptun ist außergewöhnlich groß, er misst das eineinhalbfache des Planeten Pluto. Zudem umkreist er den Neptun nicht in der Richtung , in der dieser sich um die eigene Achse dreht, sondern entgegengesetzt. Dieses ungewöhnliche Verhalten lässt sich nur damit erklären, dass Triton ursprünglich um die Sonne statt um den Neptun kreiste und erst später von diesem eingefangen wurde. Dies geschah nach Berechnungen amerikanischer Wissenschaftler folgendermaßen: Triton wanderte mit seinem ursprünglichen Partner als Doppel durch das Sonnensystem und kam irgendwann in die Nähe von Neptun. Da sich die Partner im Doppel mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umeinander bewegten, könnte die Gravitation eines Planeten wie Neptun den einen beschleunigt und den anderen abbremst haben. Triton wurde zum ständigen Begleiter des Neptun, sein Ex-Partner wurde durch die Trennung beschleunigt und verschwand. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 192

Biologie Wasserwanzen regulieren ihren Auftrieb mit einer Luftblase.

Zu den Wasserwanzen gehören auch die so genannten Rückenschwimmer. Diese Insekten können sich beim Tauchen mehrere Minuten lang in konstanter Tiefe schwebend aufhalten. Wie sie das tun, berichten australische Forscher in „Nature“. Ähnlich wie bei einer Tarierweste, die ein Taucher mit Luft befüllen kann, um seinen Auftrieb zu regulieren, nutzen die Tiere eine Luftblase, die sie an der Wasseroberfläche einsammeln. Aus dieser Blase beziehen sie Luft. Damit das Volumen der Blase während des Tauchgangs aber konstant bleibt, füllen sie diese immer wieder mit Sauerstoff aus einem speziellen Speicher in ihrem Körper. Dies ist das Eiweiß Hämoglobin. //[tj]//
10.05.2006

Nanotechnologie Das vermutlich kleinste Fußballfeld der Welt steht in Bochum.

Genauer gesagt im Labor der Ruhr-Universität. Es ist nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbar und misst zehn mal sieben Mikrometer. Damit passt das Fußballfeld problemlos auf die Facette eines Mückenauges. Ein Physiker hat das Stadion gebaut mit Hilfe eines Verfahrens, mit dem sich magnetische Nanostrukturen herstellen lassen. Solche Strukturen werden zum Beispiel in die Leseköpfe von Festplatten eingebaut, um die Daten auszuwerten. Die Wissenschaftler sprechen von der "Elektronenstrahl-Lithographie". Mit ihr hat der Bochumer Physiker das Fußballfeld um den Faktor zehn Millionen verkleinert. [kar]

Quelle: idw-Ticker, Ruhr-Universität Bochum

Biologie Goldhamster sind auch nur Menschen.

Jedenfalls was das Fress- beziehungsweise Essverhalten in Stresssituationen angeht. Dann sind Hamster und Mensch mit einem gesteigerten Appetit gesegnet, der sich beim Gewicht niederschlägt. Das haben amerikanische Wissenschaftler der staatlichen Universität von Georgia herausgefunden und im "American Journal of Physiology" beschrieben. Demnach wollen die Forscher die Hamster als Studienobjekt nutzen, um das Ernährungsverhalten des Menschen zu untersuchen. Dazu sind Mäuse oder Ratten nicht geeignet. Denn die fressen in Stresssituationen weniger. [kar]

Quelle: Goldhamster sind auch nur Menschen.

Raumfahrt Astronauten sollen sich auf dem Mond selbst mit Sauerstoff versorgen.

Das sind jedenfalls die Pläne der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Demnach sollen die Astronauten, die in zwölf Jahren den Mond wieder betreten, den überlebenswichtigen Sauerstoff aus dem Mondstaub gewinnen. Dieser Staub, auch "Regolith" genannt, ist ein feines, graues Pulver und besteht vor allem aus Oxiden - also Verbindungen von Sauerstoff mit Silizium, Kalzium, Magnesium oder Eisen. Der Sauerstoffanteil des Staubs liegt bei 43 Prozent. Um den Sauerstoff herauszulösen, muss der Staub erhitzt werden. Übrig bleibt Schlacke, die als Baumaterial genutzt werden kann. Die NASA hat nun einen Preis von 250.000 US-Dollar ausgeschrieben für das Verfahren, mit dem sich am effizientesten Sauerstoff aus Mondstaub gewinnen lässt. [kar]

Quelle: Nasa, bdw

Physik Physiker sind dem Kugelblitz auf der Spur.

Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Garching und der Berliner Humboldt-Universität ist es gelungen, kugelblitzähnliche Plasmawolken zu erzeugen. Die Wolken hatten einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern und leuchteten fast eine halbe Sekunde lang. Die Physiker hatten dafür ein Glas mit Salzwasser gefüllt; daraus ragen zwei Elektroden. Eine davon ist durch ein Tonröhrchen vom Wasser isoliert. Bei Hochspannung fließt Strom durch das Wasser und schlägt über in das Röhrchen. Das Wasser darin verdampft, und es entsteht eine leuchtende Wolke aus ionisierten Wassermolekülen. Die Wissenschaftler untersuchen nun, warum die Wolke selbst dann noch leuchtet, wenn der Strom bereits abgeklungen und die Energiezufuhr gekappt ist. [kar]

Quelle: idw, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Neurologie Botenstoffe kommen unterschiedlich an.

Das Gehirn von lesbischen Frauen verarbeitet die Botenstoffe anders als das Gehirn von heterosexuellen Frauen. Das haben Neurologen des Karolinska-Instituts in Stockholm herausgefunden und in der Zeitschrift PNAS beschrieben. Die Wissenschaftler ließen Testpersonen an Duftproben riechen und untersuchten gleichzeitig die Hirntätigkeit. Dabei stellten sie fest, dass heterosexuelle Frauen männliche Lockstoffe im Hypothalamus verarbeiten - also einem Teil des Gehirns, der auch für die sexuelle Erregung zuständig ist. Den weiblichen Lockstoff verarbeiteten sie dagegen im normalen Riechzentrum. Bei heterosexuellen Männern war es genau umgekehrt - und bei lesbischen Frauen noch einmal anders. Sie verarbeiteten sowohl die männlichen als auch die weiblichen Duftstoffe in ihrem normalen Riechzentrum. [kar]

Quelle: PNAS

Physik IBM-Forscher sortieren Moleküle im Turboverfahren.

Und zwar mit einem Rastertunnelmikroskop und einem winzigen mechanischen Arm, an dessen Ende eine Nadelspitze ist. An dieser Spitze legen die Wissenschaftler ein elektrisches Feld an. Die Moleküle bewegen sich entlang der Oberfläche mit ihrer charakteristischen Geschwindigkeit. Wird die Oberfläche verändert und mit ihr die Stärke und Dauer des elektrischen Feldes, lassen sich die unterschiedlichen Moleküle innerhalb weniger Millisekunden präzise voneinander trennen und platzieren. Das Verfahren ist interessant für medizinische Labortests und die Herstellung von nano-elektronischen Schaltkreisen. [kar]

Quelle: idw, IBM

Psychologie Vaterqualitäten machen Männer sexy.

In den Augen von Frauen. Die können bereits beim ersten Blick in das Gesicht eines Mannes erkennen, ob der Interesse an Kindern hat oder nicht. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer psychologischen Studie der Universität von Kalifornien. Veröffentlicht wurde die Studie in der Zeitschrift "Proceedings of the Royal Society B". Demnach wollen Frauen sich vor allem dann langfristig an einen Mann binden, wenn er kinderlieb ist. Für eine kurze Affäre bevorzugten Frauen dagegen Männer mit einem hohen Testosteronspiegel, heißt es in der Studie. [kar]

Quelle: Proceedings of the Royal Society

09.05.2006

Biologie Gestatten, Flipper!

Delfine benützen Pfeiftöne als Erkennungszeichen. Schottische Zoologen der Universität St. Andrews haben vor Florida die Laute von Delfinen mit Unterwassermikrofonen aufgenommen. Sie stellten fest, dass sich jedes Tier mit einer eigenen Tonfolge gegenüber Verwandten zu erkennen gibt. Schon als Jungtier prägten die Großen Tümmler diese so genannten "Signaturpfiffe" aus und behielten ihn bis ins hohe Alter hinein, schreiben die Forscher im Fachblatt PNAS. Die Pfiffe hätten eine ähnliche Funktion wie Namen bei Menschen. Es gebe auch Hinweise drauf, dass sich zwei Delfine über einen dritten Artgenossen verständigen können, indem sie dessen Signaturpfiff nutzen. //[mawi]//

Quelle: PNAS

Medizin Schweizer Forscher testen Nano-Partikel auf mögliche Gesundheitsrisiken.

Materialforscher des Schweizer Empa-Institutes haben ein Zellkultur-Testverfahren entwickelt. Mit Hilfe von menschlichen Lungenzellen und Mäusezellen können sie abschätzen, von welchen Nano-Partikeln möglicherweise gesundheitliche Risiken ausgehen. Von sieben industriell wichtigen Nanopartikeln erwies sich Siliziumoxid als unbedenklich – ebenso Tricalciumphosphat, das bei medizinischen Implantaten zum Einsatz kommt. Eisen- und Zinkoxid-Partikel hingegen setzten menschlichen Lungenzellen erheblich zu. Ein weiterer Fund: Kohlenstoff-Nanoröhrchen waren besonders schädlich für Zellen, wenn sie zu größeren Nadeln zusammen geklebt waren. Sie waren dann ähnlich schädlich wie Asbestfasern. //[mawi]//

Quelle: idw-Ticker

Raumfahrt Venus-Express ist auf der richtigen Bahn

Die europäische Raumsonde "Venus Express" hat ihre endgültige Umlaufbahn um den Nachbarplaneten erreicht. Wie die europäische Raumfahrtagentur Esa heute mitteilte, umfliegt die Sonde die Venus einmal in rund 24 Stunden. Die stark elliptische Bahn in einer Höhe zwischen 66.000 und 250 Kilometern führt dabei über die Pole des Planeten. Jetzt würden die Instrumente der Sonde eins nach dem anderen angeschaltet und ausführlich getestet, so die Esa. Die wissenschaftliche Phase der ersten europäischen Expedition zur Venus beginnt am 4. Juni. "Venus Express" war am 9. November 2005 gestartet und hatte am 11. April 2006 sein Ziel erreicht. //[mawi]//

Quelle: Esa

Forschungspolitik Britische Behörde will bei einer künstlichen Befruchtung die Suche nach Krebsgenen erlauben.

In Großbritannien wird es künftig möglich sein, künstlich befruchtete Eizellen vor dem Einsetzen in den Mutterleib auf Gene zu untersuchen, die das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. Dies empfiehlt zumindest der zuständige Arbeitsausschuss der Nationalen Behörde für Reproduktionsmedizin HFEA. Demnach könnten nach einem solchen Gentests diejenigen Eizellen aussortiert werden, in denen Risiko-Gene für Krebs entdeckt wurden. Gegner kritisieren die neuen Testmöglichkeiten als einen weiteren Schritt in Richtung Designerbaby. Es wird damit gerechnet, dass die Behörde morgen eine endgültige Entscheidung treffen wird. //[mawi]//

Technik Das Castel del Monte ist das erste satellitenüberwachte Denkmal.

Mit einem ehemaligen Spionagesatelliten des italienischen Militärs wird die Burg des Stauferkaisers Friedrich II. im süditalienischen Apulien rund um die Uhr aus dem All überwacht. Das Kulturministerium in Rom will so nachweisen, dass es wirksamer als bisher dagegen vorgehen will, dass Gebäude illegal in der Nähe historischer Bauwerke errichtet werden. In Italien erfahren Behörden meist zu spät von Neubauten, die die Sicht auf Monumente verstellen oder zu dicht an sie heran gebaut werden. Die von dem Satelliten ermittelten Daten gehen jetzt direkt an die Polizeidienststellen in der Nähe des Castel del Monte. Für die Unesco in Paris hat die Satellitenüberwachung des Castels Vorbildcharakter. //[mig]//
08.05.2006

Medizin Risiko-Gen begünstigt plötzlichen Herztod.

Forscher von der Technischen Universität München haben ein Risiko-Gen für den plötzlichen Herztod entdeckt. Es handele sich dabei um das Gen NOS1AP. Eine Mutation des Gens gehe mit einer verlängerten Herzkontraktion einher. Eine solche Verlängerung der Herzkontraktionszeit gilt schon seit langem als Risikofaktor für den plötzlichen Herztod, an dem jährlich 100.000 Menschen in Deutschland versterben. Wie die gefundene Genvariante im Einzelnen die Kontraktionszeit des Herzens verändern kann, ist noch ungeklärt. //[teja]//

Technik Störfall in bulgarischem Atomkraft war gefährlicher als angegeben.

Ein Störfall im bulgarischen Atomkraftwerk Kosloduj am 1. März ist gefährlicher gewesen als bisher dargestellt. Die bulgarische Atomaufsichtsbehörde setzte den Störfall auf der siebenstufigen internationalen Skala heute von Platz eins auf Platz zwei nach oben. So sei festgestellt worden, dass nach einem Pumpenausfall eine große Zahl der Elemente der Schnellabschaltung im fünften Reaktor versagt hätten. Zudem habe es auch Ablaufmängel sowie eine Verzögerung bei der Feststellung der Ursache des Zwischenfalls gegeben. Gegenwärtig operiere Block Fünf sicher, hieß es. Der bulgarische Kernphysiker Georgie Kastschiew – bis 2001 Chef der bulgarischen Aufsichtsbehörde für das Atomkraftwerk – hatte bereits vor zwei Wochen darauf verwiesen, dass der Zwischenfall wesentlich gefährlicher gewesen sei, als zuvor angegeben. //[tj]//

Medizin Weltweit einzigartiges Labor untersucht gesundheitliche Auswirkungen des Fliegens.

Das Fraunhofer-Institut hat am Wochenende in Holzkirchen bei München ein Fluglabor eröffnet. Darin können Flüge mit einer Flughöhe von bis zu 13.000 Metern am Boden simuliert werden. Die Forscher wollen etwa herausfinden, wie sich Raumklima, Luftqualität, Licht und Akustik auf Passagiere und Crew auswirken. Herzstück des Fluglabors ist eine 30 Meter lange Niederdruckkammer. In dieser Röhre befindet sich der vordere Teil eines Flugzeugrumpfes vom Typ Airbus A310. Darin haben 80 Testpassagiere Platz. //[j]//

Quelle: idw/Pressemitteilung Fraunhofer-Gesellschaft

Physik Mit Kohlenstoffnanoröhren lassen sich Silizium-Chips kühlen.

Amerikanische Forscher von der Purdue Universität haben einen Wärmeleiter entwickelt, der sich während der Kühlung eines Computerchips nur um fünf Grad Celsius aufheizt. Dabei handelt es sich um Kohlenstoffnanoröhren, die zwischen Chip und Kühlkopf liegen. Dazu wird zunächst eine dünne Schicht von Kohlenstoffnanoröhren auf die Oberfläche eines Silizium-Chips aufgebracht und eine weitere dünne Schicht auf einem Kühlkopf aus Metall. Wie bei einem Klettverschluss werden die beiden beschichteten Bauteile dann aufeinander gedrückt. Dabei verweben sich die beiden Nanoröhrenschichten ineinander. Da Kohlenstoffnanoröhren eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, heizt sich die Zwischenschicht beim Durchgang des Wärmestroms nur um fünf Grad statt bei konventionellen Wärmeleitschichten um 15 Grad auf. //[tj]//

Quelle: wissenschaft.de/Pressemitteilung der Purdue Universität

Physik Optische Atomuhr läuft stabil.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert gelten Cäsium-Atomuhren als beste Uhren der Welt, denn selbst nach 30 Millionen Jahren ist die Abweichung kleiner als eine Sekunde. An der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig wurde jetzt eine weitaus präzisere Atomuhr entwickelt: die „optische Atomuhr“ auf der Basis von Ytterbium-Ionen. Ytterbium-Ionen schwingen 75.000-mal schneller als Cäsium-Ionen. Deshalb können die Zeitintervalle wesentlich feiner unterteilt werden. Die Frequenz des so genannten „optischen Frequenznormals“ wurde in Braunschweig über mehrere Tage mit den Frequenzen einer Cäsium-Fontänenuhr verglichen. Die Messungen zeigen, dass die optische Atomuhr stabil läuft. Sie legen damit– so die Bundesanstalt – den Grundstein zum Betrieb einer optischen Atomuhr mit bisher unerreichter Präzision. //[men]//
05.05.2006

Planetologie Die Raumsonde Cassini hat auf dem Titan, einem Mond des Saturn, riesige Wüstengebiete entdeckt, die an Dünenlandschaften auf der Erde erinnern, beispielsweise an die Sahara.

Das berichtet ein internationales Forscherteam heute im Fachblatt Science. Radaraufnahmen zeigen parallele Dünenzüge, die ungefähr 150 Meter hoch und mehrere hundert Kilometer lang sind. Allerdings bestehen sie nicht aus Sand, wie hier auf der Erde. Sondern höchstwahrscheinlich aus kleinen Eiskörnern oder aus organischem Material. Sie befinden sich genau an jenen Stellen am Titanäquator, wo die Forscher bis vor kurzem noch Ozeane aus flüssigem Methan vermutet hatten. Beschaffenheit und die Richtung der Dünen lassen auf die Windverhältnisse auf Titan schließen. Es müssen dort geologische Prozesse existieren, welche die winzigen Wasserkristalle erschaffen, so die Forscher. //[reu]//

Medizin Folsäure bringt Kindersegen.

Und zwar bei der In-vitro-Fertilisation IVF, bei der die Eizelle außerhalb des Körpers befruchtet und danach der Frau eingepflanzt wird. Je höher die Konzentration der Folsäure im Blut der werdenden Mutter, desto wahrscheinlicher wird sie Zwillinge zur Welt bringen. Das ergab eine Studie der schottischen Universität von Aberdeen. Mediziner hatten rund 600 Frauen untersucht, die auf künstlichem Wege schwanger geworden waren. Ihnen wurden gleich zwei Embryonen gleichzeitig eingepflanzt, wie das in Großbritannien bei der In-vitro-Fertilisation üblich ist, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Zwillingsgeburten kommen dabei also ohnehin häufiger vor als bei natürlichen Befruchtungen. Hohe Dosen von Folsäure im Blutplasma der IVF-Mütter aber erhöhten noch einmal deutlich die Chance für Zwillinge, bis zu fünfzig Prozent. Schreiben die Forscher im Medizin-Journal "The Lancet". Die Einnahme von Folsäure, auch bekannt als Vitamin B Neun, wird Schwangeren empfohlen, um Missbildungen bei Kindern und Frühgeburten vorzubeugen. //[reu]//

Medizintechnik Die kleinste Herz-Lungen-Maschine der Welt kommt aus Deutschland.

Mediziner und Ingenieure aus Regensburg haben das Gerät entwickelt, mit dem man auch im Rettungshubschrauber schwer kranke Patienten mit kombiniertem Herz- und Lungenversagen behandeln kann. Die Maschine wiegt bloß zehn Kilogramm und ist 20 mal 30 Zentimeter groß, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Regensburg. Normalerweise messen solche Geräte eineinhalb Meter und sind bis zu 200 Kilogramm schwer. //[reu]//

Technik Das internationale Tsunami-Warnsystem hat nicht funktioniert.

Diesen Vorwurf hat der Inselstaat Tonga erhoben. Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 im Pazifik am vergangenen Donnerstag Morgen. Es sei keine Tsunami-Warnung über das Notfall-Satellitensystem in Tonga eingegangen, bloß die Entwarnung habe man empfangen, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutz-Amtes. Auch auf den Fidschi-Inseln gab es Probleme: Dort erreichte die Tsunami-Warnung nur die Hauptinsel, nicht aber die Bewohner von 110 weiteren Inseln des Staates. //[reu]//

Planetologie Jupiter bekommt einen zweiten roten Fleck.

Das Weltraumteleskop Hubble hat Bilder von dem Riesenplaneten geliefert, auf denen Details des neuen orangeroten Flecks zu erkennen sind. Die Aufnahmen zeigen blasse Wolken im Zentrum des Wirbelsturms, der zuvor als Weißes Oval bekannt gewesen war und erst kürzlich auf ungeklärte Weise seine Farbe gewechselt hatte. Der neue Fleck ist ungefähr halb so groß wie der altbekannte Große Rote Fleck. Die Astronomen vermuten darin ein Zeichen für einen Klimawandel in der Atmosphäre des Jupiters. //[reu]//
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