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17.05.2006

Klimaforschung In zwanzig Jahren werden die tropischen Gletscher Afrikas verschwunden sein.

Zu diesem Ergebnis kommt ein britisch-ugandisches Forscherteam nach der Analyse von Satellitenfotos, verschiedenen Feldstudien und Berechnungen. So hatten die Geologen am ostafrikanischen Ruwenzori-Massiv einen massiven Eisrückgang festgestellt. Allein zwischen 1987 bis 2003 habe sich die Eisfläche auf weniger als einen Quadratkilometer halbiert. Mathematisch in die Zukunft berechnet sei in 20 Jahren kein Gletscher mehr vorhanden. Auch die beiden einzigen höheren Berge Afrikas, der Kilimandscharo und der Mount Kenya, zeigten einen extremen Gletscherrückgang. Ursache für die Schmelze seien Klimaveränderungen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Geophysical Research Letters". Seit 1960 nehme die Lufttemperatur am Ruwenzori pro Jahrzehnt um ein halbes Grad zu. //[tj]//

Quelle: Geophysical Research Letters

Medizin Zuckerrohrextrakt wirkt nicht als Cholesterinsenker.

Ein aus dem Wachs des Zuckerrohrs isoliertes Nahrungsergänzungsmittel, das so genannte Policosanol, eignet sich nicht zur Cholesterinsenkung. Die Wirkung des Präparats entspreche der eines Placebos. Das haben Mediziner der Universitätsklinik Köln herausgefunden und heute im Fachblatt der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung, im JAMA veröffentlicht. Zu Policosanol gibt es etwa 80 ältere Untersuchungen, die dem Mittel erstaunliche Wirkungen bescheinigen. Im Durchschnitt wurde von einer Senkung des LDL-Cholesterins um fast 24 Prozent gesprochen. Die Kölner Studie ist allerdings die einzige, die das aus Kuba stammende Präparat außerhalb der Insel getestet hat. Möglicherweise seien die unterschiedlichen Lebens- und Ernährungsweisen der Lateinamerikaner und der Europäer der Grund für das völlig andere Ergebnis. Wahrscheinlicher aber - so die Kölner Forscher - sei eine andere Erklärung: Fast alle bisherigen Studien wurden von den kubanischen Dalmer-Laboratorien gesponsert, die kommerziell mit Cholesterin-Forschung befasst sind. //[tj]//

Quelle: JAMA, Bd. 295

Umwelt Öl der "Exxon Valdez" gefährdet noch immer Alaskas Tiere.

Bei Bodenproben im Prince-William-Sund vor Alaska haben amerikanische Chemiker eine hohe Ölbelastung festgestellt. 17 Jahre nach der Havarie des Tankers "Exxon Valdez" sei bei fast der Hälfte der 32 getesteten Strände Öl aus dem Tanker nachweisbar, und das nicht nur an der Oberfläche, sondern auch vergraben in Sand und Schlick. Unerwartet stark betroffen seien die Gezeitenzonen, in denen Tiere wie Enten und Seeotter nach Nahrung wühlen. Da diese Gebiete nur wenig dem Wetter ausgesetzt sind und sich das Öl dementsprechend langsam zersetzt, könnte es die Umwelt in den Küstenstreifen noch jahrzehntelang beeinflussen. //[tj]//

Quelle: Environmental Science and Technology/wissenschaft.de

Medizin Stress während der Schwangerschaft ist gut für die spätere Entwicklung des Kindes.

Ein Forscherteam von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health hat mehr als 130 Frauen befragt, wie viel Stress sie in der Zeit zwischen der 24. und der 32. Schwangerschaftswoche hatten. Bei der Auswertung stellte sich heraus: Kinder von Müttern mit mehr Stress sind im Alter von 2 Jahren weiter entwickelt als Kinder von Müttern ohne Stress. Bislang war man davon ausgegangen, dass Stress während der Schwangerschaft später zu Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Dysfunktionen beim Kind führt. Die Wissenschaftler haben zwei Erklärungsmöglichkeiten anzubieten: Frauen, die mehr Stress erleben zum Beispiel im Beruf, produzieren mehr von dem Stresshormon Cortisol. Da Cortisol aber auch zur Entwicklung der Organe gebraucht wird, könnte dies die frühere Entwicklung der Kindesorgane erklären. Auf der anderen Seite könnte jedoch auch das Verhalten der Mütter einen Einfluss haben: Mütter mit mehr Stresssituation stellen an sich und an ihre Kinder höhere Anforderungen, auch dies könnte die Entwicklung des Kindes beschleunigen. //[tj]//

Quelle: John Hopkins Bloomberg School of Public Health

Medizin Eine kleine Wunde steigert die Fruchtbarkeit.

Amerikanische Forscher vom Weizmann Institut haben bei der Behandlung von Frauen mit großen Fruchtbarkeitsproblemen eine unerwartete Entdeckung gemacht. Um ein spezielles Protein zu untersuchen, hatten sie bei den Patientinnen eine so genannte Biopsie gemacht, also eine Gewebeprobe. Beim nächsten Versuch ein befruchtetes Ei in die Gebärmutter einzupflanzen, wurden elf von zwölf Frauen schwanger. Die Forscher vermuteten, dass dafür die kleine Gewebeverletzung durch die Biopsie verantwortlich sei. Dies überprüften sie an einer Gruppe von 45 Freiwilligen, die sie mit 90 Freuen einer Kontrollgruppe verglichen. Das Ergebnis: Die Biopsie verdoppelte die Chancen schwanger zu werden. Die genauen Mechanismen, die von einer Gewebeverletzung zu einer Veränderung in der Gebärmutter führen, sollen nun ermittelt werden. //[tj]//

Quelle: American Committee for the Weizmann Institute of Science

16.05.2006

Physik Die kleinsten Käfige bestehen aus 16 Goldatomen.

"Buckyballs" sind große fußballförmige Moleküle aus 60 und mehr Kohlenstoffatomen. Seit Jahren versuchen Physiker ähnlich Moleküle aus Metallen herzustellen. Das Problem: Metallatome lagern sich schnell extrem dicht zusammen: zu flachen Strukturen oder massiven Körpern. Jetzt ist Forschern am Pacific Northwest Laboratory der Durchbruch gelungen. Sie haben mit Hilfe eines Lasers käfigartige, hohle Strukturen zusammengesetzt – aus 16, 17 und 18 Goldatomen. Die Käfige seien bei Raumtemperatur stabil, berichten die Forscher im Fachblatt PNAS, solange sie nicht mit einer Oberfläche in Berührung kämen. Jetzt wollen die Wissenschaftler erforschen, was passiert, wenn sie in die winzigen Gold-Käfige einzelne andere Atome einschließen. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Physik Chemnitz – Bochum: 1 zu 0.

Physiker der TU Chemnitz haben ihre Kollegen aus Bochum geschlagen – beim Versuch, das kleinste Fußballfeld der Welt zu konstruieren. Die im Chemnitzer Labor mit Hilfe der so genannten Nanolithographie erzeugte Fläche misst zwei mal 1,5 Mikrometer. Es passt etwa tausend Mal auf die Querschnittsfläche eines menschlichen Haares. Das Fußballfeld der Physiker der Ruhr-Universität Bochum entstand mit Hilfe der Elektronenstrahl-Lithographie. Es besitzt eine etwa fünfmal größere Fläche als das Chemnitzer Spielfeld. Mit welchen Bällen die winzigen Felder bespielt werden können, wurde nicht mitgeteilt. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Biologie Kleine Kügelchen bewähren sich als Gen-Taxis.

Eine neue Form der Gentherapie zur Behandlung der Zuckerkrankheit stellen US-Forscher der Universitätsklinik Baylor im Fachblatt PNAS vor. Sie konstruierten aus Phopholipiden kleine Kügelchen, die sie mit einem harmlosen Gas füllten. Die Kügelchen nutzten sie als Transportmittel für das Insulin-Gen. Sie spritzen die Kügelchen in den Blutstrom von zuckerkranken Ratten. Sobald die Kügelchen in der Bauchspeicheldrüse ankamen, wurden sie mit einem gebündelten Ultraschall-Strahl beschossen, das Gas im Innern dehnte sich aus, die Kügelchen platzten und setzten das therapeutische Gen frei. Nach der Gentherapie stellten die zuckerkranken Ratten mehr Insulin her als unbehandelte Vergleichstiere. Die Forscher glauben, dass ihr Ansatz langfristig eine Alternative sein könnte zu Gentherapien, bei denen zum Beispiel Viren als Transportmittel für heilende Gene zum Einsatz kommen. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Technik Menschliche "Kanonenkugeln" sollen für schnelle Hilfe sorgen.

Die menschliche Kanonenkugel gab es bislang nur im Zirkus. Künftig könnten auch Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute bei dringenden Einsätzen als lebende Geschosse auf Gebäudedächer katapultiert werden. Wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" heute auf seiner Internetseite berichtete, haben US-Erfinder ein Patent für ein Katapult angemeldet, das Menschen auf Gebäude schießen soll. Das Gerät besteht aus einer vier Meter hohen Rampe, an die ein Stuhl befestigt ist. Druckluft soll den Sitz nach oben schießen. Der Sitz bleibt am Ende der Rampe ruckartig stehen, der Passagier – so das Konzept – fliegt alleine weiter und landet auf dem Dach. Die Gesamtflugzeit zur Beförderung auf ein fünfstöckiges Gebäude wird mit zwei Sekunden angegeben. Wichtig sei allerdings eine sorgfältige Berechnung der Flugbahn. Dies sorge für eine sanfte Landung - in sicherem Abstand vom Rand des Zielgebäudes. Unterstützt wurden die Erfinder von der Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums (Darpa). //[mawi]//

Quelle: Wissenschaft aktuell

Raumfahrt Eine Serie von Pannen war Ursache für die Kollision von zwei US-Satelliten.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Untersuchungsbericht der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Bei dem Experimentalsatelliten Dart seien sowohl Fehler in der Software als auch in dem GPS-System zur Positionsbestimmung aufgetreten. Die Triebwerke führten deshalb stärkere Kurskorrekturen durch als geplant. Dart war am 15. April gestartet. Er sollte in einer Höhe von 750 Kilometern über der Erde sich einem Kommunikationssatelliten bis auf fünf Meter annähern. Stattdessen aber rammte er ihn. Mit dem Experiment wollte die Nasa Techniken erproben zum automatischen Andocken unbemannter Fahrzeuge. Russland verfügt seit Jahren über solche Techniken. //[mawi]//

Quelle: Nasa

15.05.2006

Medizin Ein neu entdeckter Wachstumsfaktor lässt Nervenfasern wieder zusammenwachsen.

Das berichten Neurobiologen der Harvard Medical School im Fachblatt "Nature Neuroscience". Die Substanz Oncomodulin stimuliert die Regeneration von verletzten Nervenfasern im zentralen Nervensystem, indem sie eine Vielzahl von Genen anschaltet, die das Nervenwachstum steuern. Bislang gab es keine Möglichkeit, verletzte Nervenzellen im Hirn und Rückenmark bei Erwachsenen wieder zum Wachsen anzuregen. Bei ihren Forschungen untersuchten die Wissenschaftler Sehnerven, die die Netzhaut mit dem visuellen Zentrum im Gehirn verbinden. Diese brachten sie mit Oncomodulin in Kontakt und sahen, dass die Regeneration der Nervenzellen um das fünf- bis siebenfache angeregt wurde. Ähnliche Ergebnisse erbrachten Tierversuche mit lebenden Ratten. Die Forscher hoffen, dass die neue Substanz zur Behandlung von Krankheiten wie etwa des Grünen Stars geeignet ist, aber auch bei Schlaganfällen und Rückenmarksverletzungen eingesetzt werden könnte. //[mst]//

Chemie Der Pizzabote liefert nicht nur die Pizza…

...sondern auch einen Karton, der Benzol, Phenol und Naphthalin enthält. Das haben Wissenschaftler des Lebensmittelforschungsinstituts der Universität Mailand entdeckt. Diese Substanzen veredeln bei der Herstellung der Verpackungen die Pappe. Die Forscher unter Leitung von Professor Fernando Tateo fanden heraus, dass Benzol, Phenol und Naphthalin ihre giftigen Stoffe immer dann freisetzen, wenn die heiße Pizza aus dem Ofen in die Verpackung kommt, also sich die Pappe durch den direkten Kontakt einer Temperatur um die 60 Grad Celsius ausgesetzt ist. Weitere Untersuchungen werden nun nachweisen müssen, ob der Gebrauch der herkömmlichen Pizzaverpackungen auch gesundheitsschädigend sein kann, berichten die Forscher. //[mig]//

Biologie Frösche könnten der Stammzellenforschung helfen.

Davon zeigen sich Forscher der Universität von Edinburgh überzeugt. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Development" schreiben, verfügt der afrikanische Krallenfrosch über ähnliche Mechanismen wie Menschen, da auch ihre embryonale Stammzellen in der Lage sind, sich beliebig oft zu teilen. Das amphibische Pendant zum menschlichen Schlüsselprotein Oct4 ist das so genannte Protein PouV. Dieses koppelt ähnlich wie das des Menschen an der DNS an und aktiviert dort die Gene, die eine Stammzellenteilung anregen. Bei Experimenten mit Froschembryonen gelang es den Forschern, Tiere, bei denen spezifische Gene für die Entwicklung des Kopfes und des Oberkörpers ausgeschaltet waren, wieder anzuschalten. Die Mediziner sehen in dieser Entdeckung einen Beweis für die lange Entwicklungsgeschichte der Stammzellen, deren unbegrenzte Teilungsfähigkeiten schon vor 300 Millionen Jahren ausgebildet gewesen sein müssen. //[mst]//

Chemie Forscher entdecken die erste Entwicklungsstufe des Erdöls.

Welche geochemischen Prozesse abgestorbene Lebewesen zu Erdöl umwandeln, war bislang nicht bekannt. Jetzt haben Forscher der ETH Zürich herausgefunden, wie organisches Material nach dem Absterben in Sedimenten stabilisiert wird. Wie sie im Fachmagazin "Science" schreiben, ist für diese Umwandlung dazu anaerobes Wasser notwendig. Bei ihren Experimenten am Cadagnosee in Tessin sahen sie, dass das Sulfat in der sauerstoffarmen Wasserschicht von Bakterien zu Schwefelwasserstoff umgewandelt wird. Dadurch kann organisches Material konserviert und zu Erdöl umgewandelt werden. Bei Nachbildungen im Labor konnten die Forscher ihre Beobachtungen bestätigen: Zuerst binden sich einfache Schwefel-Wasserstoff Gruppen an eine Kohlenstoffkette des toten Organismus, danach wird das Schwefelatom gelöst, so dass Wasserstoff übrig bleibt, schreiben die Forscher. //[mst]//
12.05.2006

Neurologie Ein Molekül steuert die "Tankanzeige" im Gehirn.

Die Konzentration des Signalstoffes mit der Bezeichnung mTOR im Hypothalamus entscheidet offenbar darüber, ob Ratten hungrig sind oder satt. Das berichtet ein Wissenschaftlerteam der Universität Cincinnati in „Science“. Die Forscher hatten eine bestimmte Form des Signalstoffes nur bei Ratten gefunden, die sich gerade satt gefressen hatten. Darauf spritzten sie hungrigen Ratten eine Substanz, die zur Bildung von mTOR führt. Die Folge war, das die Tiere nichts fraßen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass dieser Signalstoff für die Regelung des Hungergefühls und damit auch der Gewichtszunahme entscheidend ist. //[gät]//

Quelle: Science, Band 312, Seite 927

Physiologie Schnabel-Turnschuhe sollen Muskelschwund im All vorbeugen.

Weil der Mensch im All schwerelos ist, bauen sich die Muskeln in den Beinen mit der Zeit ab. Bis jetzt haben Wissenschaftler kein befriedigendes Mittel dagegen entwickelt. Industrieforscher aus Japan hoffen jetzt, eine Lösung gefunden zu haben. Sie entwarfen einen Schuh, dessen Spitze leicht nach oben gebogen ist. Auf diese Weise wird die Wade des Astronauten im All ständig beansprucht, was einem Muskelabbau entgegenwirken soll. Der Schuh soll von dem japanischen Astronauten Takao Doi bei seinem Flug zur ISS im kommenden Jahr getestet werden. //[gät]//

Paläontologie Der Mensch rottete das Mammut nicht allein aus.

Mammut und Wildpferde gelten als die ersten Tierarten, die von dem Menschen ausgerottet wurden. Zu Unrecht, schreiben Forscher der Universität Alaska im Wissenschaftsjournal „Nature“. Die Wissenschaftler hatten bei neuen Untersuchungen festgestellt, dass Bisons und Hirsche bevorzugte Beute der Eiszeitjäger waren. Reste von Mammuts oder Wildpferden fanden sich dagegen nur selten in der Nähe prähistorischer Menschenlager. Hätten die Menschen diese Tierarten ausgerottet, hätten viel mehr Knochen an Lagerstätten zu finden sein müssen. Die beiden Tierarten haben vielmehr den Wandel des Klimas und der Flora nicht verkraften können, schreiben die Wissenschaftler. Durch die Änderung sei das Grasland - die Hauptnahrungsquelle der Tiere - verschwunden; sie waren daher bereits im Aussterben begriffen, als der Mensch auftauchte. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 207

Nanotechnologie Strom steuert die Fliessbänder der Nano-Fabrik.

Forscher aus den Niederlanden haben ein System entwickelt, mit dem einzelne Eiweiß-Moleküle gezielt durch Kanäle bewegt und gesteuert werden können. Die Wissenschaftler befestigten dazu Kinesin - Moleküle an den Wänden ihrer Kanäle. Diese Moleküle übernehmen in Zellen den Transport bestimmter Eiweiße. Die Steuerung an Abzweigungen bewerkstelligten die Forscher mit Hilfe elektrischer Felder. Auf diese Weise konnten sie bereits mit farbigen Markern versehene Moleküle durch ein Kanalsystem mit mehreren Ausgängen schicken und nach Farben sortieren. Die Forscher präsentieren ihre Entwicklung in dem Fachblatt „Science“. //[gät]//

Quelle: Science, Band 312, Seite 910

Zoologie Afrika hat eine neue Affengattung.

Die Tiere sind mittelgroß, braungrau, haben ein Haarbüschel auf dem Kopf und leben in Tansania. Biologen hatten bislang nur Bilder von diesem Affen gekannt und ihn aufgrund der Aufnahmen der Gattung der Mangaben zugeordnet. Erst als es einem einheimischen Jäger gelang, das Tier zu fangen und den Forschern zu geben, konnten die Wissenschaftler das Genom untersuchen. Dabei zeigte sich, dass das Tier mit den Pavianen verwandt ist - ohne jedoch deren typische Merkmale aufzuweisen. Die Forscher ordneten daher das Tier einer neuen Gattung zu, die sie nach seinem Herkunftsort, dem Mount Rungwe, Rungwecebus nannten. //[gät]//

Quelle: Science, DOI 10.1126/science.1125631

Medizin Eine neue Vogelgrippe Impfung hat ihren Test bestanden.

Das Serum wurde von Wissenschaftlern aus Frankreich entwickelt und an 300 Menschen getestet. Die Probanden haben die Impfung gut vertragen und Antikörper gegen das H5N1-Virus entwickelt. Das berichten die Forscher vom Impfstoffhersteller Sanofi Pasteur in einer Veröffentlichung des Fachblattes „The Lancet“. Die Industrie-Entwickler testeten den Impfstoff in verschiedenen Dosierungen. Die besten Ergebnisse zeigten sich mit zwei Serum-Dosen und einer zusätzlichen Gabe von Aluminiumhydroxid, das die Wirkung des Impfstoffs unterstützt. Auch aus den USA und Ungarn berichten Forscher von erfolgreichen Tests mit Impfstoffen gegen das H5N1-Virus. Ob diese im Falle einer weltweiten Epidemie nützen werden, ist allerdings unklar. Die Mediziner hoffen aber, durch ihre Arbeit die Entwicklungszeit für einen wirksamen Impfstoff künftig verkürzen zu können. //[gät]//
11.05.2006

Literaturwissenschaft Altniederdeutsches Schriftstück aus dem 9. Jahrhundert entdeckt.

In der Universitätsbibliothek Leipzig haben Wissenschaftler eine bedeutende Handschrift einer Episode aus der mittelalterlichen Heliand-Dichtung gefunden. Das Fragment stamme aus dem 9. Jahrhundert. Damit sei es 100 Jahre älter als die einzige bisher bekannte Heliand- Handschrift, die im Britischen Museum liegt. Da die Schrift ungewöhnlicherweise nicht in Latein sondern in Altniederdeutsch abgefasst sei, handele es sich bei dem Fund um eine Sensation, sagten die Leipziger Sprachhistoriker. Entdeckt wurde das beschriebene Pergamentblatt in einem vergleichsweise unbedeutenden Buch aus dem 17. Jahrhundert. //[tj]//

Archäologie In der Jungsteinzeit herrschten raue Sitten.

Bei der Untersuchung von mehr als 350 menschlichen Schädeln aus der Jungsteinzeit haben irische Forscher herausgefunden: Jeder 14. Mensch hatte mindestens eine Kopfwunde und jeder 50. Mensch starb an einem tödlichen Schlag auf den Kopf. Dem Untersuchungsergebnis zufolge sei das Leben in der Zeit von 4000 bis 3200 vor Christus von weit mehr Gewaltexzessen geprägt gewesen, als bisher angenommen, schreiben sie im "New Scientist". //[tj]//

Quelle: New Scientist, 13.05.06, Seite 6

Umwelt Die Luftverschmutzung über der Arktis hat eine Rekordhöhe erreicht.

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben in der vergangenen Woche die höchste Luftverschmutzung seit Beginn der Messungen auf Spitzbergen 1991 beobachtet. Die Messgeräte zeigten eine gegenüber normalen Bedingungen extrem erhöhte Aerosolbelastung. Ursache für den Rekord sei eine besondere Wetterlage. Dadurch gelangten große Mengen der verschmutzten Luft aus Osteuropa in die sonst sehr saubere Arktis. Als Folge erwarten die Forscher eine deutlich höhere Erwärmung als in den vergangenen Jahren. //[tj]//

Quelle: AWI

Geochemie Fossiler Überrest eines Meteoriten lag in südafrikanischem Krater.

Im 70 Kilometer breiten Morokweng-Krater in Südafrika haben kanadische Forscher Reste eines Meteoriten entdeckt. Er schlug offenbar vor 145 Millionen Jahren in der Gegend ein. Der Fund - so schreiben die Forscher im Fachmagazin "Nature" - widerlege die derzeitige Lehrmeinung, wonach große Meteoriten beim Aufprall auf die Erde komplett verdampfen oder schmelzen. Sie hatten ein unverändertes, 25 Zentimeter großes Bruchstück und mehrere kleinere Fragmente des Original-Meteoriten in einem Bohrkern entdeckt, der direkt aus dem Krater stammt. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 203

Planetologie Neptun stibitzte sich seinen größten Mond von einer Sonne.

Triton, der größte Mond des Planeten Neptun ist außergewöhnlich groß, er misst das eineinhalbfache des Planeten Pluto. Zudem umkreist er den Neptun nicht in der Richtung , in der dieser sich um die eigene Achse dreht, sondern entgegengesetzt. Dieses ungewöhnliche Verhalten lässt sich nur damit erklären, dass Triton ursprünglich um die Sonne statt um den Neptun kreiste und erst später von diesem eingefangen wurde. Dies geschah nach Berechnungen amerikanischer Wissenschaftler folgendermaßen: Triton wanderte mit seinem ursprünglichen Partner als Doppel durch das Sonnensystem und kam irgendwann in die Nähe von Neptun. Da sich die Partner im Doppel mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umeinander bewegten, könnte die Gravitation eines Planeten wie Neptun den einen beschleunigt und den anderen abbremst haben. Triton wurde zum ständigen Begleiter des Neptun, sein Ex-Partner wurde durch die Trennung beschleunigt und verschwand. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 441, Seite 192

Biologie Wasserwanzen regulieren ihren Auftrieb mit einer Luftblase.

Zu den Wasserwanzen gehören auch die so genannten Rückenschwimmer. Diese Insekten können sich beim Tauchen mehrere Minuten lang in konstanter Tiefe schwebend aufhalten. Wie sie das tun, berichten australische Forscher in „Nature“. Ähnlich wie bei einer Tarierweste, die ein Taucher mit Luft befüllen kann, um seinen Auftrieb zu regulieren, nutzen die Tiere eine Luftblase, die sie an der Wasseroberfläche einsammeln. Aus dieser Blase beziehen sie Luft. Damit das Volumen der Blase während des Tauchgangs aber konstant bleibt, füllen sie diese immer wieder mit Sauerstoff aus einem speziellen Speicher in ihrem Körper. Dies ist das Eiweiß Hämoglobin. //[tj]//
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